Verflucht nochmal - Fl├╝che und ihre Nebenwirkungen

Auf dem Grunde der Skallischen See, mehr als siebentausend Meter unter dem Meeresspiegel, liegt in stiller Dunkelheit die Weltenbibliothek. Jeder, der den Willen und den Mut dazu hat, darf hier in den Schriften st├Âbern oder sich in der Magie unterrichten lassen.

Intermagische Akademie
Uralte Sch├Ątze der Weisheit, ja, das gesamte Wissen ├╝ber diese Welt liegen an diesem Ort verborgen, geh├╝tet von der G├Âttin Xerzai. Der Weg in ihr Reich erfordert allerdings ein mutiges Herz. Es ist zu vermuten, dass die ganze Anlage sich fr├╝her ├╝ber Wasser befunden hat und erst vor einigen hundert Jahren versank, vielleicht versenkt wurde, um das Wissen der alten Hochkulturen zu sch├╝tzen.
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Yeriel Iolanthe
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Re: Verflucht nochmal - Fl├╝che und ihre Nebenwirkungen

#11

Beitragvon Yeriel Iolanthe » Fr 7. Apr 2017, 20:31

"Ach was soll es, raus mit der Sprache - ich bin nicht gut in sowas Lady Iolanthe.
Also nehmt es mir bitte nicht ├╝bel, falls ich einfach nichts zu sagen wei├č.
Das richtet sich nicht gegen Euch, ich bin halt sonst kein guter Gesellschafter. Vermutlich da ich sonst nicht allzu oft in Gesellschaft bin. Ich werde mich allerdings bem├╝hen, ein angenehmer Gespr├Ąchspartner zu sein"
, erkl├Ąrte Dave.
Yeriel blickte ihn etwas konsterniert an.
Da versuchte sie schon einmal freundliche Konversation zu machen, und dann geriet sie an einen Mann, der sich ebenfalls als schlechter Gesellschafter betitelte. Das konnte ja noch gut werden.

Anstatt ihre Frage zu beantworten, kaute er scheinbar gen├╝sslich auf seinem Fleisch herum und wirkte dabei v├Âllig entspannt. Der Gl├╝ckliche f├╝hlte sich in der Umgebung anscheinend um einiges wohler als sie selbst. Gerade als es langsam unh├Âflich wurde, liess er sich zu einer Antwort herab.
"Das Fleisch schmeckt, die Kartoffeln nicht. Wo ich herkomme, isst man genauso wie es der pers├Ânliche Geschmack vorgibt Lady Iolanthe. Jedenfalls wenn Ihr meine Herkunftsfamilie meint - von Hohenfelde. Man w├╝nschte etwas zu essen, und genau diese Speise wurde einem serviert. Es sei denn, es war ein Familienessen angeordnet worden - dann ass man am besten so langsam und so wenig wie m├Âglich", schmunzelte Dave.

┬źNun, wenn ich so Euren Ausf├╝hrungen zu der Herkunftsfamilie lausche, brauche ich Euch erst gar nicht nach dem Kontostand zu fragen┬╗, meinte Yeriel und versuchte die Menschen an den anderen Tischen auszublenden.
┬źWenn einem Speisen serviert werden nach Lust und Laune, dann kann der Geldbeutel nicht zu knapp bemessen sein┬╗, wandte sie ein und nahm damit Bezug auf seine Antwort zu den ├ängsten, der er gekonnt ausgewichen war.
┬źUnd habt Ihr Euch aus Trotz gegen├╝ber Eurer Familie geweigert die Nekromantie zu erlernen?┬╗

FamilienessenÔÇŽ so etwas gab es f├╝r Yeriel schon sehr lange keine mehr. Ihre Eltern hatten sie verstossen, wie auch der Rest ihres Volkes und sogar ihre Gottheit es getan hatten.
Einen Moment war Bedauern in ihrem Gesicht zu erkennen, dann verdr├Ąngte sie die Gedanken wieder.
┬źBei mir ist genau anders herum. Ein klein wenig war es wohl meinem jugendlichen Trotz geschuldet, dass ich die Nekromantie durchgesetzt habe. Mein Volk hat es mich b├╝ssen lassen. Vielleicht wisst Ihr dar├╝ber Bescheid, aber meine Magie ist bei meinesgleichen ge├Ąchtet┬╗, sie zuckte gelassen mit der Schulter und schob sich ein Broccoli in den Mund. Etwas mehr Salz h├Ątte das Gr├╝nzeug ihrer Meinung nach vertragen.

Als er fortfuhr und erkl├Ąrte, dass seine Mitbewohner dankbar seien, dass er keine Kochk├╝nste aus├╝be, h├Ątte sie sich beinahe am Gem├╝se verschluckt. Ein auflockerndes L├Ącheln hatte sich in ihren markanten Z├╝gen gebildet und liess eine Reihe weisser Z├Ąhne aufblitzen.
┬źNun, da ergeht es uns etwa gleich┬╗, nuschelte sie und dachte daran zur├╝ck, wie ihre Goblindienerin einmal H├Ąnderaufend durch die K├╝che gezuckelt war, um die H├╝hnchensuppe zu retten, die Yeriel ihrer Ansicht nach v├Âllig versalzen h├Ątte. Aus purer Sturheit hatte die Hausherrin darauf bestanden, dass dem nicht so sei und hatte es sich schlussendlich selbst zu verdanken, dass sie die (eben doch versalzene) Suppe mit zusammengebissenen Z├Ąhnen alleine ausl├Âffeln musste. Ihr Stolz hatte es nat├╝rlich verboten, auch nur ein Wort dar├╝ber zu verlieren.

┬źMitbewohner? Keine Bediensteten?┬╗, hakte Yeriel neugierig nach. Inzwischen begann ihr das Gespr├Ąch sogar ein wenig Spass zu bereiten, und solange sie seinen Ausf├╝hrungen lauschte, vergass sie die ungem├╝tliche Umgebung.
"Ihr spracht davon, genug Fellnasen zu haben. Welche Art von Tieren haltet Ihr? Meine Fellnasen sind ein Wolfshund und im Moment zwei Pferde. Eines davon ├╝brigens ein nekrotisches Schlachtross, dass bereits meinem Ur-Ur-Ur-Gro├čvater diente. Es hei├čt Nachtmahr, sehr zuverl├Ąssiger Bursche", sagte Dave.
Er schob den halb leeren Teller von sich weg, macht es sich etwas gem├╝tlich und kraulte den kleinen Affen.

Die Lichtalbin beobachtete, wie seine Hand durch das weiche Fell des ├äffchens streichelte, dann blickte sie wieder den Herren von Hohenfelde direkt an. Seine graublauen Augen fielen ihr nun deutlich auf und sie fragte sich, welche Farbe er wohl im Nexus besass. Manche behaupteten, dass die Augen der Spiegel zur Seele seien. Sie h├Ątte ihn gerne gefragt, ob da wirklich ein Zusammenhang bestand, verkniff sich die Frage jedoch f├╝rs Erste.
Vielleicht hielt er sie dann f├╝r zu neugierig, oder f├╝r einf├Ąltig. Schliesslich stimmten die Melodien der Seelen auch nicht unbedingt mit den Kl├Ąngen ihrer irdischen Stimmen ├╝berrein.

┬źNun, oftmals beherberge ich Katzen, aber auch Hunde, Ratten, Flederm├Ąuse, Schlangen, was grad so im Angebot ist┬╗, meinte sie.
┬źAber selten behalte ich die Tiere f├╝r lange Zeit. Die meisten haben einen Zweck zu erf├╝llen und leben nicht ewig. Da ich in einer kleinen Stadt wohnte, habe ich mir nur selten gr├Âssere Kadaver angeschafft. Die Leute be├Ąugen mich schon so misstrauisch genug. Obwohl mir ihre Meinung im Grunde egal ist, bin ich trotzdem auf sie angewiesen. Interessant, ein solches Pferd zu besitzen. Es k├Ânnte bestimmt von unz├Ąhligen Erlebnissen berichten aus der Vergangenheit, wenn man es denn liesse. Ihr m├Âgt Tiere┬╗, stellte sie fest.
┬źWenn Ihr Euren Hund einmal wiederhaben m├Âchtet, k├Ânnt Ihr gerne bei mir anklopfen.┬╗

┬źUnd Ihr seid also hier, weil Ihr in Geistmagie weiter ausgebildet werden wollt? Ich habe vor langer Zeit mit jenem Studium angefangen und dann damit gebrochen, zugunsten der Nekromantie. Nun bin ich hier, um die Lehre wiederaufzunehmen┬╗, sie war selbst dar├╝ber erstaunt, pl├Âtzlich so viel zu erz├Ąhlen. Normalerweise gab sie kaum etwas von sich preis, egal ob es sich dabei um Belanglosigkeiten oder pers├Ânlichere Dinge handelte. Doch irgendwie schien ihr der Herr von Hohenfelde gar nicht so un├Ąhnlich zu sein.
Zwei ruhige Einzelg├Ąnger schiene sich gefunden zu haben.
Daf├╝r meisterten sie ihre Konversation doch ganz passabel.

Du hast den Test bestanden. Kannst wieder etwas abhaken, begl├╝ckw├╝nschte Yeriel sich selbst mit einer Portion trockenem Humor.
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Re: Verflucht nochmal - Fl├╝che und ihre Nebenwirkungen

#12

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Sa 8. Apr 2017, 13:03

Dave schaute in seinen leeren Kaffeebecher und ├╝berlegte ob er sich noch einmal anstellen sollte. Das am├╝sante Gespr├Ąch, seine H├Âflichkeit und die Bequemlichkeit siegten ├╝ber seine Kaffeesucht. Der Naridier blieb sitzen.

"Damit habt Ihr Recht. Ich arbeite weil ich es m├Âchte, nicht weil ich muss. Meine Arbeit k├Ânnte man wohl als Trotzreaktion meinem Vater gegen├╝ber bezeichnen. Die Wahl meiner Magieausrichtung nicht.

Ich habe mich nie zur Nekromantie hingezogen gef├╝hlt, im Gegensatz zu einem Gro├čteil meiner Familie. Ich teile die gleiche Leidenschaft f├╝r die Magie und ich lebe meine Form mit Passion aus. Aber meine Form ist die Geistmagie.

Wenn man es als Auflehnung bezeichnen will, sich trotz aller Widrigkeiten treu zu bleiben, dann war es eine Trotzreaktion. Ich pers├Ânlich sehe es eher so, dass ich meiner Liebe treu geblieben bin. Es h├Ątte meine ganze Familie daf├╝r oder dagegen sein k├Ânnen, ich ├╝be Geistmagie aus. Ihre Meinung war in dem Punkt einmal nicht von Belang. Meine Gabe ist etwas ganz intimes und pers├Ânliches, da hat mir niemand reinzureden. Schon gar nicht meine Familie.

Ich habe ja auch nicht versucht, sie von ihrem Weg abzubringen. Jeder soll auf seine Art mit seiner Gabe und der dazugeh├Ârigen Bef├Ąhigung gl├╝cklich werden. Ich bin allerdings nicht der Einzige der es so sieht. Mein Neffe sieht es ├Ąhnlich wie ich. Eine meiner Tanten ebenso.

Nekromantie lehne ich auch nicht vollst├Ąndig ab. Es gibt nur einige Sparten in den nekrotischen Lehren die ich pers├Ânlich nicht guthei├če. Aber das ist unbedeutend f├╝r andere, wie deren Meinung ├╝ber meine Magieform f├╝r mich.

An Geldmangel leide ich nicht, dass ist korrekt. Der Spruch war allerdings auch nur ein halber Spa├č und kein eitles Getue. Ich wollte nur das Thema der ├ängste umgehen",
antwortete Dave.

"Bei mir ist genau anders herum. Ein klein wenig war es wohl meinem jugendlichen Trotz geschuldet, dass ich die Nekromantie durchgesetzt habe. Mein Volk hat es mich b├╝ssen lassen. Vielleicht wisst Ihr dar├╝ber Bescheid, aber meine Magie ist bei meinesgleichen ge├Ąchtet", erkl├Ąrte Lady Iolanthe.

Dave nickte verstehend.

"Nun dann teilen wir eine Sichtweise. Wir beide sind treue Seelen was die Magie angeht. Egal wie hoch der Preis auch ist, wir haben an unserer Liebe festgehalten.

Wisst Ihr, es ist schon verwunderlich. Wof├╝r Ihr bei Eurem Volk ge├Ąchtet wurdet, daf├╝r w├╝rde man Euch bei uns in der Familie lieben. So unterschiedlich sind die Meinungen, nicht wahr?",
sagte Dave.

"Nun wenn Ihr so schlecht kocht und Magie liebt wie ich, teilen wir bereits zwei Sichtweisen. Wie schlecht kocht Ihr denn? Geht es noch als zumutbarer Fra├č durch, oder k├Ânntet Ihr es als Gift verkaufen?

Ich habe mich einmal daran versucht und es war eine Katastrophe. Also ich muss sagen, so praktisch die Freiheit auch ist, nicht st├Ąndig Personal um sich zu haben, Kochen ist etwas dass man den Bediensteten ├╝berlassen sollte. Oder einfach jemanden, der es wirklich kann. Ich geh├Âre weder zur ersten noch zur zweiten Sorte.

Korrekt Mitbewohner - statt Bedienstete. Luxus kann auch erdr├╝ckend sein, wie alle Dinge von denen man zu viel erh├Ąlt. Auch wenn das niemand glaubt.
Mein Leben war purer Luxus. Wenn ich etwas w├╝nschte, musste ich den Wunsch nur ├Ąu├čern und er wurde erf├╝llt. Ich hatte sogar einen eigenen Pool. Die Liegen die drum herum standen waren von Necclar und schlugen mit 3.000 Taler pro St├╝ck zu Buche. Davon leben andere Familien Jahre.

Meine Bude war riesig, ich besa├č alles was man sich w├╝nschen kann. Sogar Sicherheit im ├ťberma├č. Meine "Wohnungst├╝r" innerhalb unseres Anwesens war aus eineinhalb Meter dickem Stahl. Eines der wenigen Dinge die ich nicht besa├č war daf├╝r ein T├╝rschl├╝ssel.

Alles hat seinen Preis.
Daf├╝r lebte ich als Zweitbesetzung der Erbfolge wie die Made im Speck.

Ansgar und meine Geburt war gewaltig "kostspielig", denn es musste eine passende Frau mit ausreichender Gabe gefunden werden.

Selbst wenn ich meinem Vater als Person nichts bedeutete, ist allein mein finanzieller Wert so hoch, dass er kein unn├Âtiges Risiko einging mich zu verlieren. Ansgar und ich sind mit die besten Pferde im Stall, was die Gabe in unserer gesamten Familie angeht.

Und gesattelt wurden wir nur f├╝r den Kampf, wenn es unvermeidlich war.
Damit meine ich internen Machtkampf.

Ich pers├Ânlich hatte st├Ąndig ein Gruppe von Diener um mich herum. Mein pers├Ânlicher Stab. Dabei drehte sich alles um mich. Jeder Sohn von Hohenfelde hat seine Leute, seine pers├Ânlichen Diener.

Wir sind von Belang f├╝r den Erhalt der Erblinie, f├╝r den Fortbestand des Namens. Frauen sind in unserer Familie unbedeutend - ihnen kommt laut Ewigkeiten nur eine Aufgabe zu - S├Âhne geb├Ąren.

In die Ausbildung von T├Âchtern wird kein einziger Taler investiert.
In die Ausbildung der S├Âhne hingegen Unsummen.

Was ein Schwachsinn. Einige der m├Ąchtigsten Magier sind weiblich.
Ich w├╝rde jeden f├Ârdern, der es sich w├╝nscht und mir w├Ąre auch gleich gewesen, ob ich eine Tochter oder einen Sohne bekommen h├Ątte.

Aber so wurde ich von meinem Vater und Gro├čvater aufgezogen und geh├Ątschelt. Ich bekam alles. Alles was ich mir w├╝nschte, ben├Âtige, was mein K├Ârper laut meinem Vater oder meines Gro├čvaters brauchte - gleichg├╝ltig. Ich bekam es frei Haus geliefert. Von Hauslehrern bis hin zu... nunja.

Als junger Mann hatte ich einen Reitunfall, der mich fast das Leben gekostet hat. Mein Pferd ist auf mich gest├╝rzt und hat mir die Knochen zerschmettert. Das ist kein Geheimnis.

Ein sehr guter Heiler und nun seit einer Ewigkeit mein bester Freund, rettete mir damals das Leben. Den Reitunfall hatte ich im Herbst. Als ich das erste Mal wieder bewusst zu mir kam, war im Sommer darauf. Knapp zw├Âlf Monate hat sich der Mann um mich gek├╝mmert.

Mein Vater war kein einziges Mal vor Ort um nach mir zu sehen. Er hat sich schriftlich erkundigt, wie es mir geht. Und er hat selbstverst├Ąndlich dem Heiler versichert, dass egal wie lange oder kostspielig meine Behandlung w├Ąre, die Kosten weiterhin ├╝bernommen werden w├╝rden, bis zu meiner vollst├Ąndigen Genesung.

Lange Rede, kurzer Sinn. Als mir der Heiler anbot bei ihm zu bleiben und ihn beruflich als Buchhalter zu unterst├╝tzen nahm ich das Angebot an. Diesen b├╝rgerlichen Beruf k├Ânnte man als Trotz werten. Genauso mein unabh├Ąngiges Leben au├čerhalb seines Zugriffs. Ich kehrte nicht nach Hause zu meinem Vater zur├╝ck. Was sollte ich da?

Der einzige der mich wohl ├Âfters besuchen kam, war mein Bruder. Daran habe ich leider keine Erinnerung. Aber mein Kumpel sagte, er war fast jedes Wochenende da. Dann wird es auch stimmen.

Allerdings lebt mein Vater nicht mehr, was zur Beruhigung innerhalb der Familie beigetragen hat. Eine gl├╝ckliche F├╝gung, so traurig das klingen mag. Man kann dem Mann leider nichts Gutes nachsagen. Weder meine Mutter, noch mein Bruder oder ich konnten das. Nicht mal seine Enkel, sie h├Ątten l├╝gen m├╝ssen.

Keine Ahnung warum ich Euch das alles erz├Ąhlte.
Ich meine Ihr lebt vermutlich in Verbannung, ich bin eigentlich nur "ausgerissen".
Falls es Euch langweilt, sagt es ruhig offen",
erkl├Ąrte Dave freundlich.

Als Lady Iolanthe ihn kurz genau musterte, wusste Dave nicht wie er diesen Blick zu deuten hatte. Aber direkt im Anschluss berichtete sie von den Tieren, die sie bereits bei sich aufgenommen hatte. Und vermutlich auch verarbeitet hatte, f├╝gte der Naridier innerlich an.

"Eine erstaunliche Anzahl von Lebewesen. Eine Fledermaus w├Ąre generell mal interessant anzufassen. Haben die eigentlich Fell? Man sieht sie ja sonst nicht, man h├Ârt nur von ihnen. Eine lebendige oder tote Fledermaus habe ich noch nicht gesehen. So ein Wesen kann ziemlich n├╝tzlich sein, wenn es Eurem Willen unterworfen ist Lady Iolanthe", grinste Dave.

"F├╝r das Angebot bez├╝glich meines Hundes danke ich Euch. Ich werde dar├╝ber nachdenken, wenn die Zeit daf├╝r reif ist.

Vorher m├Âchte ich nicht daran denken, versteht das bitte.

Er bedeutet mir mehr, als die meisten ermessen k├Ânnten. F├╝r andere mag er nur ein Tier sein, aber f├╝r mich ist er das nicht.

Das ich Tiere mag stimmt. Ihr scheinbar ebenfalls. Generell sind meine Tier f├╝r mich nicht einfach Tiere und damit minderwertige Gesch├Âpfe, sondern Familienmitglieder - im positiven Sinn.

Wir beide Lady Iolanthe - oder jeder Nekro- und Geistmagier wei├č es besser als jeder andere, dass sie ebenso Seelen haben wie jeder von uns. Zumal Tiere einem auch dann ein Freund sind, wenn man sonst keine hat",
erkl├Ąrte Dave freundlich.

"Richtig, ich m├Âchte die Pr├╝fung zum vierten Rang ablegen und hoffentlich in einigen Jahren auch die zum f├╝nften. Aber ein Schritt nach dem anderen.

Das freut mich zu h├Âren, dass Ihr Euch erneut der Geistmagie widmen wollt. Aus welchem Grund habt Ihr sie aufgegeben, wenn ich fragen darf? Und was hat Euch bewogen, Euch wieder der Geistmagie zuzuwenden?

Da Geistmagie und Nekromantie eigentlich den selben Ursprung haben, w├Ąre es doch eine ├ťberlegung wert, ob Ihr nicht auf eine Magiesparte umsteigen k├Ânntet. Vielleicht mit magischen Hilfsmitteln?

Je nachdem nat├╝rlich was Euch mehr liegt, k├Ânntet Ihr Euch so vollst├Ąndig der Geistmagie oder der Nekromantie widmen, wenn es eine magische Revidierungsm├Âglichkeit bez├╝glich einer Magiesparte gibt. Solche Informationen m├╝ssten gerade hier zu finden sein.

Allerdings w├Ąre es schon erstaunlich, wenn sich damit noch niemand befasst hat. Letztendlich ist beides Geistmagie nur die Anwendung der Nekromantie geht einen Schritt weiter, sie nutzt auch die Seelen der Toten, wie Ihr vorhin eindrucksvoll bewiesen habt. Vielleicht solltet Ihr Euch hier nach so einer M├Âglichkeit erkunden, wenn Ihr daran Interesse habt",
schlug Dave freundlich vor.

"Wie steht es um Eure Familie, wenn Ihr die Frage erlaubt und vielleicht beantworten m├Âchtet. Habt Ihr trotz der ├ächtung wenigstens zu Eurer Familie noch Kontakt? Falls dieser Kontakt je freundlicher Natur war?

Ich frage Euch das nicht um Euch auszuhorchen, sondern aus tats├Ąchlichem Interesse.

Wisst Ihr zwei Fremde k├Ânnen sich seltsamer weise ├Âfter mehr offenbaren und sich helfen, als man mit Bekannten, Freunden oder gar der Familie teilen w├╝rde.

Vermutlich liegt es daran, dass eine fremde Person einfach keine Erwartungen an einen hat. Die Personen mit denen man t├Ąglich zu tun hat, haben Erwartungen und haben einen in eine bestimmte Schublade geschoben. Erf├╝llt man durch eine f├╝r sie merkw├╝rdige Konversation die Erwartungen nicht mehr, h├Ąngt bestenfalls der Haussegen schief. Schlimmstenfalls - nunja, muss man mit sehr unangenehmen Konsequenzen rechnen.

Zudem k├Ânnen sich Fremde nicht schaden. Vielleicht sieht man sich nie wieder und dennnoch konnte man etwas von der anderen Person mitnehmen - sei es auch nur ein Tipp oder eine Lebensweisheit.

Mir liegt jedenfalls nichts daran Euch zu schaden, im Gegenteil. Seid dessen versichert. Seltsamer weise kann ich unbefangen mit Euch sprechen, was sonst nicht meine St├Ąrke ist. Dies meine ich selbstverst├Ąndlich als Kompliment f├╝r Euch.

Wie war Eure Familie? Und wie ist es in einer Welt aufzuwachsen, in der Magie viel tiefer verwurzelt ist, als in unserer? Soweit ich wei├č, sind Alben-Magier sogar dazu in der Lage das Trias zu betreten, wenn sie m├Ąchtig genug in der Geistmagie sind.

Stimmt das? Wart Ihr einmal dort, durch Mitnahme? Ich meine hat Euch ein Kollege einmal den Zutritt zum Trias gew├Ąhrt? Falls ja, w├╝rdet Ihr mir beschreiben wie es dort ist und wie es sich anf├╝hlt?",
bat Dave freundlich.
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Re: Verflucht nochmal - Fl├╝che und ihre Nebenwirkungen

#13

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Mo 17. Apr 2017, 19:46

Die beiden sa├čen noch eine ganze Weile beisammen und unterhielten sich gut gelaunt und angeregt. Was seltsam begann, endete mit einem netten und unterhaltsamen Gespr├Ąch in der Kantine der Akademie.

Allein h├Ątte wohl keiner der beiden gerne in dem ohrembet├Ąubenden Trubel gesessen. Aber so konnten sie die anderen ausblenden und sich auf ihr Essen, wie auch auf ihr Gespr├Ąch konzentrieren.

Und nicht nur dass, entgegen jeder Vermutung war Dave sogar noch mit einem neuen Haustier beschenkt worden. Zwar ein untotes, aber er hatte davon mittlerweile so viele in seinem Leben gesehen, dass ihm der nekrotische Affe v├Âllig normal erschien. Er war ├Ąhnlich wie Nachtmahr, nur einige Nummern kleiner.

Die Nekromantin und der Geistmagier beendeten ihr Mal.

Dave w├╝nschte Lady Iolanthe f├╝r ihren neuen Lebensweg an der Akademie als Lehrkraft alles Gute. Lady Iolanthe w├╝nschte ihm ihrerseits f├╝r seine bevorstehende Pr├╝fung viel Gl├╝ck.
Gut gelaunt und frisch gest├Ąrkt ging jeder der beiden wieder seiner Wege um sich seiner Aufgabe zu widmen.
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