Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

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Einige Bewohner Asamuras kommen ursprünglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Sinthara

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#41

Beitrag von Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 22:08

Sinthara hatte unterdessen ihr Mahl beendet und sah hinaus in die anbrechende Nacht. Die Welt um sie herum wurde langsam stiller, aber wie sie bald erkennen mußte waren die dunklen Wolken am Horizont nicht etwa der einbrechenden Nacht zu verdanken sondern einem Unwetter welches sich näherte. Fasziniert beobachtete sie das näher kommende Unwetter.

Von den Gesprächen am Feuer bekam sie kaum etwas mit. Sie hörte ihre Stimmen aber das war es soweit auch, nur als der Zwerg laut wurde konnte sie fast jedes einzelne Wort verstehen.
Dennoch rührte sie sich nicht und blieb weiter auf ihrem Ast hocken.
Plötzlich raschelte es und aus reiner Gewohnheit schnellte die Hand der Tieflingsfrau zu ihrem Dolch während sie leicht ihre spitzen Zähne entblößte und die Haltung etwas geducktes bekam.
Etwa wie eine Katze die sich bedroht fühlte.
Als sie aber erkannte das es Baxeda war der neben ihr landetet, entspannte Sinthara wieder und hockte sich normal wieder auf den Ast.

Auf seine Frage hin runzelte sie kurz die Stirn bevor sie den Kopf schüttelte.
Dann wande sich ihr Blick wieder dem Horizont zu mittlerweile war es deutlich dunkler geworden, das grollen des Herrannahenden Gewitters gut vernehmbar, ebenso die Blitze.
Ein Schauspiel an dem sich Sinthara gerne noch etwas ergötzt hätte aber die kräftige Stimme von Novec die zu ihnen hinauf schallte machte dem ein Ende.
Ausgerechnet der mit den kürzesten Beinen hatte die größte Klappe.
Gerade wollte sich die Halbdämonin abwenden als sie nicht unweit von ihnen, an einer Stelle wo die Bäume etwas lichter waren, etwas entdeckte.
Flackernde Lichter und bewegende Gestalten in, soweit es die helligkeit der Blitze offenbarten, guter Rüstung.
Sie kannte sowas nur von den Wachen der Städte und den Soldaten.
Sollte da wirklich gerade eine gruppe Soldaten in ihre richtung marschieren?

Sinthara sah zu Baxeda und deutete in die Richtung. Überzeugt davon das sie sich das nicht einbildete, stieß sie einen Warnpfif aus damit auch die Beiden unten am Boden merkten das wohl möglicher Weise etwas nicht stimmte.
Die junge Tieflingsfrau hielt nicht viel von Soldaten und ging ihnen auch möglichst aus dem Weg.
So schwang sie sich leicht und geschickt den Baum hinunter zu Novec und Darragh.

"Wir bekommen Besuch, wenn wir nicht verschwinden."

Meinte sie knapp und fügte ebenso knapp hinzu. "Soldaten"

Sicher konnte es sein das sie sich irrte aber ihr Blick war gut so war zumindestens sicher das eine Gruppe von in Rüstung gesteckten und sicherlich auch bewaffneten Leuten in ihre Richtung marschierten.
Ob es nun wirklich Soldaten waren oder was Anderes war nicht ganz sicher, aber eben der erste Gedanke den sie bekam bei solchem Anblick.

Und egal was es war, sie war nicht erpicht darauf es genauer herraus zu finden. Sie wollte weg. Klar sie hätte im Baum hocken bleiben können, aber in gewisser Weise fühlte sie eine Art Gemeinschaftsgefühl auch wenn ein Mensch in ihrer Gruppe war, und Sinthara sich zumeist von Anderen ferngehalten hatte.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#42

Beitrag von Darragh » Mo 16. Mär 2015, 22:08

Seine neuen Gefährten willigten ein. Der Dämon bot sogar an seinen lächerlichen Morgenmantel auszuziehen und Darragh war überrascht, wie deutlich die dämonischen Merkmale bei ihm durchdrangen, als Baxeda seine Fangzähne und seinen behaarten Oberkörper präsentierte. Etwas gedankenverloren antwortete er, dass einer seiner Kameraden eigentlich einen recht netten Ledermantel getragen hatte, während er schon mit etwas anderem beschäftigt war. Der Händler hatte die erbeutete Karte aufgeschlagen und versuchte abzuschätzen wieviel Genauigkeit in ihr lag.

Auch der Zwerg zeigte sofort einen übertriebenen Tatendrang und Darragh machte sich etwas missmutuig daran das köstliche Mahl bereits abzubrechen und seine Sachen zusammen zupacken. Am Himmel hielt die Nacht einzug oder ein Unwetter wie der Zwerg bemerkte, Darragh konnte diese Wetterphänomene schlecht einschätzen. Er hatte sich nie mit derlei Dingen beschäftigt und er verließ sich auf das Urteil des Zwerges. Auch wenn es ihm seltsam vorkam, dass ein Höhlenbewohner diese Dinge anscheinend besser deuten konnte als er.
Als Novec losstapfte und nach nur wenigen Schritten bemerkte, dass er sich nicht auskannte, erklärte Darragh die Situation: “Wenn wir den Limawald durchqueren oder die Handelsstraße nehmen, die nach Süden an ihm vorbeizieht erreichen wir Fomor. Ich habe jedoch noch einiges an Proviant bei mir, da ich geplant hatte mit meinen Begleitern bis an den Rand der Berge zu ziehen. Dort liegt ein kleines Dorf, die Bewohner nennen es Einsam. Von dort führt ein Pass in die Berge. Wenn ihr nichts spezielles benötigt würde ich vorschlagen diesen Weg einzuschlagen. Jedoch führt uns der Weg ab hier in Frontgebiete und wir sollten auf der Hut vor Spähtrupps sein…..“ fast zeitgleich mit Darraghs Worten erklang ein Warnpfiff und das Maultier fing an unruhig zu werden. Manchmal war es doch gar nicht so dumm und Darragh wusste, dass er sich auf seine Aufmerksamkeit verlassen konnte. Plötzlich tauchte auch Sinthara neben ihnen auf. Sie hatte nicht weit von hier Soldaten entdeckt.

Darragh stopfte sich schnell die Karte in die Tasche und las einige Gegenstände vom Boden auf. “Dann sollten wir schleunigst von hier verschwinden.“

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#43

Beitrag von Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 22:09

Baxeda überlegte, ob die Bemerkung Darraghs, einer der Toten würde einen schicken Ledermanten tragen, ein Wink mit dem Zaunspfahl sein sollte. Sah er wirklich so unmöglich aus in seinem kuscheligen schwarzen Morgenmantel? Aber der Mann hatte sicher mehr Ahnung, was man als Mann von Welt so trägt, also begab sich Baxeda ein weiteres Mal zu den Leichen.

Es hatten sogar zwei von den Gefallenen Mäntel an – halblange Mäntel aus dickem Leder, welches mit der Fellseite nach innen gedreht war und die bis zu den Knien reichten, so dass sie weder beim Gehen noch beim Kämpfen störten. Der eine Mantel war aus dunklem, fast schwarzen Leder, fast edel sah er aus. Der andere hingegen war offenbar aus einer Kuhhaut gefertigt und sowohl Pelz als auch Leder schwarz-weiß gescheckt.

Ich nehm den hier, der steht mir bestimmt gut“, verkündete der Tiefling seine Wahl und befreite den wild gemusterten Kuhmantel von seinem Inhalt. Dann schlitze er die Rückseite des Kleidungsstückes auf, um seine Flügel hindurchschieben zu können. Anschließend probierte er den Mantel an.
Passt wie angegossen! Und schön weich und warm ist er auch noch. Jetzt muss ich nur noch die blöden Knöpfe abreißen und statttdessen den Gürtel von meinem Morgenmantel drum binden, dann ist alles perfekt.

Gesagt, getan. Zufrieden rollte Baxeda seinen Morgenmantel ein und stopfte ihn in den Rucksack. Dann fiel ihm ein, dass er den schwarzen Mantel vielleicht auch noch gebrauchen könnte, holte ihn und stopfte ihn dazu. Sein Rucksack platzte fast aus allen Nähten. Als er dies erledigt hatte, flog der Tiefling zu Sinthara auf den Baum, die ihm zeigte, dass sich ein Trupp Soldaten näherte.

Es fuhr wie ein Blitz durch Baxedas Eingeweide.
Soldaten? Das wäre schlecht! Die plündern doch, was sie nur kriegen können. Die machen Kleinholz aus uns!
Baxeda kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Der Trupp marschierte zügig und kam rasch näher. Schon konnte er die Einzelheiten erkennen. „Das müssen Allianzler sein! Schöne Scheiße! Da werden wir nicht nur geplündert, sondern auch noch gepfählt, gevierteilt oder sonst was! Und schaut mal, wen sie eskortieren – Händler, aber was für welche! Ein ganzer Trupp Zwerge nähert sich uns mit ihnen. Einige mit Karren, andere ebenfalls bewaffnet!

Angst stieg in Baxeda auf, als er den schwer bewaffneten Trupp stramm in ihre Richtung marschieren sah und der Impuls, einfach fort zu fliegen kam in ihm auf. Schon konnte er das Geschepper ihrer Rüstungen hören und raue Stimmen. Die Flügel des Tieflings zuckten und wollten sich entfalten. Wegfliegen, einfach wegfliegen!

Baxeda unterdrückte mühsam seinen Fluchtreflex. Etwas war wichtiger, als jetzt zu kneifen. Denn da war ja Darragh, der ihn bezahlen wollte, würde er ihm helfen. Baxedas Familie brauchte das Geld! Und so wohlhabend, wie der Händler aussah, würde die Bezahlung sicher großzügig sein, wenn Baxeda sich ordentlich anstrengte.

Fliegen war im Moment ohnehin keine gute Idee. Die schwarzn Wolken hatten sich mittlerweile zu himmlischen Gebirgen aufgetürmt, Donner grollte und das erste Wetterleuchten erhellte den finsteren Himmel.

Und dann war da ja auch noch Sinthara, die schweigsam neben ihm auf dem Ast hockte. Wie konnte er nur daran denken, sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen? Sie schien zwar recht wehrhaft zu sein, wenn er an die Sache mit dem Überfall dachte, aber trotzdem! Wer konnte schon wissen, wie der nächste Kampf verlaufen würde? Vielleicht brauchte sie seine Hilfe.

Während er fieberhaft nachdachte, huschten Baxedas Blicke hierhin und dorthin. Novec war schon ein Stück vorran marschiert und nur noch wenige hundert Meter trennten ihn von den Allianzlern. Nichts als eine Kurve und ein paar Bäume schützten sie vor den feindlichen Blicken.

Sag mal Novec“, fragte Baxeda gedehnt, „willst du nicht zufällig mit den Soldaten und ihren Zwergen reden und sie ablenken, während wir anderen uns verkrümeln? Als Zwerg unter Zwergen genießt du bestimmt so was wie Sonderrechte. Die Allianzler sind schon ziemlich nah, es ist fraglich, ob wir es noch rechtzeitig schaffen, ihnen auszuweichen mit unserem neuen Arbeitgeber im Schlepptau.

Baxeda warf einen besorgten Blick auf den Karren und das nicht sehr flink aussehende Maultier.
Das Geklirr der Rüstungen und die Stimmen wurden immer lauter.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#44

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 22:09

Dunkel war der Himmel in den letzten Minuten geworden. Bedrohlich baute sich die Wolkenfront mehr und mehr am Himmel auf. Wie ein schwarzer unheimlicher Gigant sah es aus, der nach und nach das Licht schluckte, bis alles dunkel war. Furchteinflösender Wind durchstreifte den Wald, verriet er doch, dass dies ein extrem starkes Unwetter sein würde.

>Meine Oma hatte mir also doch keine Märchen erzählt. Wenn ich daran denke, dass ich ihr gar nicht glauben wollte, als sie mir in der Kindheit von solchen Wetterbedingungen auf der Oberfläche erzählte... Hingegen muss ich schon zu geben, hatte sie es weniger Schlimm beschrieben, als es in Wirklichkeit ist. Dies ist absolut kein Wetter für einen Zwerg. Zwerge sollten in einer Höhle leben, dort wo es trocken ist, vielleicht noch an einem Kaminfeuer mit etwas leckerem Hausgemachtem und dazu leckers Bier...<, dachte sich der Hauptmann, als plötzlich alles um ihn herum hell erleuchtet war. Nur wenige Meter entfernt war ein Blitz in einen Baum eingeschlagen. Feuer war sofort aus der gespaltenen Buche zu sehen, die wie mit einer riesigen Axt in der Mitte gespalten worden war.

Kurz brauchte Novec um sich wieder zu sammeln, war es doch der erste Blitzeinschlag, den er in seinem langen Leben bisher gesehen hatte und dann auch noch so nahe. Einige Regentropfen die ihn auf die Nase tropften rissen ihn wieder aus seiner Starre. Langsam sammelte sich Novec wieder und aus den wenigen Regentropfen war schnell ein Wolkenbruch geworden, der seines gleichen sucht.

>Bahh, was für ein Wetter. Das die Oberweltler nicht freiwillig in Höhlen leben ist mir ein Rätsel. Und wenn ich mir die drei da hinten so ansehe, scheint ihnen das Wetter wohl gar nichts aus zu machen und freuen sich vielleicht noch drüber.<

"HEEE! Warum kommt ihr nicht?", brummelte Novec, als seine Kleidung Stück für Stück durchnässt wurde.

"He, hört ihr mich nicht, wo bleibt ihr, wollt ihr Wurzeln schlagen? Das ist kein Wetter für einen Zwerg! Ich bin schon klein, was denkt ihr passiert wenn ich so gewässert werde?", brüllte der durchnässte spaßig zu seinen Mitreisenden, dabei hoffend, dass sie den Spaß verstehen und sich beeilen.

>Bei Odonolos, bevor die kommen, stell ich mich dort hinten lieber unter die Bäume!<

Schnellen schrittes stapfte der Zwerg durch die durchnässte Wiese. Überall spritzte das Wasser, nur so umher. War doch der Regen so stark geworden war, dass der Boden den anfallenden Regen so schnell gar nicht aufnehmen konnte.

"Bahhrrr ich hasse Regen, hörst du Regen ich hasse das, ich will nicht Nass werden....", plötzlich verstummten die Worte. Schuld war eine Schlammpfütze, die der speckernde Zwerg übersehen hatte. Mit großen Schritten war er beherzt hinein getreten und der Nase nach in die ca. 20 cm tiefe Schlammpfütze gefallen. Da lag er nun, der kleine Kerl und versuchte sich schimpfend wieder aus seiner misslichen Lage zu retten, "verdammt noch mal was ist das für ein Tag, bin ich denn heute vom Pech verfolgt? Erst rennt mir mein Frühstück davon, dann fängt mich der Grünschnabel mit seiner blöden Schlinge, dann wieder ewig kein Frühstück durch den Händler. Gibts mal was zu essen, werd ich nicht satt und nun land ich auch noch einer stinkenden Pfütze. WAHHHH das ist zu viel für den Zwerg, ich mag heut nicht mehr!"

Schimpfend und mit komplett durchnässter Kleidung kroch der Zwerg langsam wieder aus seinem Nassen Elend heraus.

"Wahh wie seh ich den aus, dass soll der Hauptmann der Zwerge sein. Ich sehe ja schon fast so aus, wie der Tiefling stinkt. Sauerei, und den Schlamm bekommt man auch nicht ab.", murmelte Novec vor sich hin als er mit dem Kopf nach unten und seiner Kleidung versuchend zu putzen, Richtung der Bäumen ging, die er sich aus erkoren hatte.

Brummelnd und über das Wetter schimpfend stapfte Novec in die Baumgruppe hinein, als der Baxede plötzlich brüllen hörte.

„Sag mal Novec, willst du nicht zufällig mit den Soldaten und ihren Zwergen reden und sie ablenken, während wir anderen uns verkrümeln? Als Zwerg unter Zwergen genießt du bestimmt so was wie Sonderrechte. Die Allianzler sind schon ziemlich nah, es ist fraglich, ob wir es noch rechtzeitig schaffen, ihnen auszuweichen mit unserem neuen Arbeitgeber im Schlepptau.“

Novec wurde mit einem male Kalkweiß. Im Bruchteil einer Sekunde hing sein Kinn etwas nach unten und seine Augen weiteten sich Angst erfüllt. Hatte er da richtig gehört? Novec blieb stehen und bemerkte erst jetzt, dass hinter der kleinen Baumgruppe eine Straße verlief.

"Halt stehen bleiben, im Namen des Königs!", donnerte plötzlich eine kräftige männliche nordländische Stimme von rechts.

Total überrumpelt schaute Novec langsam nach rechts und nur wenige Meter entfernt auf der von Regenpfützen übersähten erdigen Straße stand eine Gruppe von Menschen und Zwergen.

"He das ist er!", brüllte auf einmal ein Zwerg mit rotem langen Bart, der hinter einem Pferdekaaren hervor kam.

"Ja genau, dass ist er, bleibt stehen die Elender Halunke.", brüllte ein weißbärtiger alter Zwerg mit kratziger Stimme, der auf dem Karren saß.

Schon trat ein weiter Zwerg in das Blickfeld Novecs. Waren die anderen beiden nur normale Krieger mit einer zu großen Klappe gewesen, sah Novec sofort an seinen Abzeichen, dass dies ein Grenzgänger war.

"Novec Sarili Gojim, du bist es wirklich. Im Namen des Königs von Nidawellir, bist du hiermit fest genommen. Die Anklage lautet Mord. Wir sind autorisiert dich mit Hilfe der Allianzler zu suchen, gefangen zu nehmen und nach Dhvaras zurück zu bringen. Solltest du dich nicht fügen, so sind wir berechtigt dich zu töten", sprach der dunkel braun bärtige Zwerg mittleren Alters.

>Na toll, jetzt wirds bremslig Novec. Wenn ich mir seine fein verzierte Rüstung ansehe und die Abzeichen, dann hab ich es hier gerade mit einem der höchsten Grenzgänger von ganz Dhvaras zu tun. Mit denen ist echt nicht zu spaßen, aber eigentlich schmeichelhaft, dass sie so jemanden schicken um mich zu suchen.<, grinste Novec schon wieder leicht innerlich.
>Aber jetzt ist keine Zeit für dumme Witze. Der allein wäre schon schwer zu besiegen. Aber noch zwei andere Zwerge, drei Mensch und ein Pferdefuhrwerk mit Gefangenengitter. Oh Novec, jetzt sitzt du aber in der Patsche.<

"Ach ja? Was wisst ihr schon was damals passiert ist, ihr wisst gar nichts und das war kein Mord! Lasst mich mit euch reden, dann können wir alles klären, seit ihr einverstanden?", sprach der kleine Zwerg zum Grenzgänger und versuchte mit mäßig ruhiger Stimme den Konflikt zu entschärfen.

"Das Urteil wurde gefällt, lass dich gefangen nehmen und komm mit zurück nach Dhvaras, es ist dein Schicksal.", bekam Novec als Antwort, während sein Gesprächspartner seine silbernd glänzende Axt aus dem Halfter nahm.

"Wenn das so ist, bleibt mir wohl keine andere Wahl mein Freund.", brüllte er seinem Gegner kampfes lustig entgegen. In windes Eile schwangen sich seine durchnässten Hände um den Stiel seiner Axt und nur einen Wimpernschlag später stand er Kampfbereit da.

"Diesen Zwerg müsst ihr erst einmal bekommen, so leicht bekommt ihr ihn nicht, Haha!"

Blitzschnell rannte der kleine Zwerg nach vorne und stürmte auf seinen Gener zu. Überrascht waren sie, hätten sie doch nicht gedacht, dass er der maßen schnell rennen kann. Mit festem blick und starrer Miene rannte er auf den Grenzgänger zu, der ebenfalls auf Novec zu stürmte und den anderen abwinkte, sich keinesfalls ein zu mischen. Ein Blitz zuckte im Hintergrund durch die Dunkelheit als der Grenzgänger seine Axt nach vorn schlug, Novecs Kopf als Ziel auserkoren. Verfehlte ihn jedoch, da Novec im letzten Moment einen harken machte und Richtung des Pferdekarrens rannte. Wenige Meter vor ihm sprang er nach oben und holte mit der Axt weit hinter seien Kopf aus und schlug zu. Es hatte geklappt, dachte sich Nove!

Mit aller kraft schulg Novec seine Axt in einen kleinen Baum vor dem Pferdefuhrwerk und durchtrennte ihn. Erschrocken durch den nur wenige Zentimeter vor sich herabfallenden Baum, ging das Pferdefuhrwerk durch und rannte quer durch die überraschte schar der Zwergen und Menschen. Schon viel der alte weiß haarige Zwerg vom Karren herunter und wurde nur schlecht als recht vom rotbärtigen Zwerg aufgefangen. Das ächzen beider veriert, dass sie wohl die nächsten Minten außer Gefecht sind. Nicht besser erging es den Menschen, die sich in wilder Panik selbst über den Haufen rannten und vom Pferdefuhrwerk erwischt wurden. Ein lautes Knacken lies vermuten, dass sich mindestens einer etwas gebrochen hatte. Auch wenn es seine Feinde waren, hoffte doch Novec, dass keiner zu sehr zu schaden gekommen war. Wollte er doch nur ein wenig Zeit haben. um zu verschwinden.

"So Herr Grenzgänger, willst du immer noch kämpfen? Nun steht es Zwerg gegen Zwerg, Axt gegen Axt, was willst du tun?", gab Novec grinsend von sich, als er seine Axt langsam vor sein Gesicht hob.

Mit kühlem Gesichtsausdruck stand der Grenzgänger da, war er doch der einzige, der dem Pferdefuhrwerk ohne Probleme ausweichen konnte. Etwas mürrisch war er, hatte er sich doch so einfach austricksen lassen.

"Ich gebe zu, diese Aktion war nicht schlecht. Schnell und einfach eine ganze Gruppe für ein paar Minuten außer Gefecht gesetzt. Aber du wirst mich trotzdem begleiten."

"Ach ja und wer soll mich dazu zwingen?"

"Er...", sagte der Grenzgänger und gab ein winkendes Zeichen mit der rechten Hand.

Ein Pfeil schoss mit atem beraubender Geschwindigkeit hinter einem Baum hervor mitten durch den Regen. Die Axt des kleinen tapferen Zwerges glitt ihm aus der Hand. Schwach wurden die Beine Novecs, binnen eines Augenblicks sank er auf seien Knie und lag im matschigem Straßenschlamm. Ein vierter Zwerg, der hinter seiner Gruppe zurück geblieben war, hatte das treiben aus der Ferne beobachtet und sich hinter einem Baum in Position gebracht. Im richtigen Augenblick verfehlte der Armbrustpfeil sein Ziel nicht. Weniger als zehn Minuten später war Novec in den Pferdekarren eingeladen worden. Weit gekommen war das Tier mit dem Karren nicht, hatte es sich doch vom Schreck schnell wieder erholt. Abmarschbereit war die Truppe.
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
Für die einen ist es Novec, für die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#45

Beitrag von Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 22:09

Sinthara sah wie alle sich zum Aufbruch bereit machten, nur der Zwerg war natürlich wieder allein vorran spaziert.
Der Kleinste mit der größten Klappe. Wie konnte es auch anders sein.

Sinthara machte sich auf den Weg um zu sehen wo es den Zwergen hinverschlagen hatte und sah noch wie er verschmutzt sich aus einer Pfütze befreite und missmutig über sein jetziges Äußere.
Dann hatte auch er die Soldaten bemerkt, die schneller waren als die Tieflingsfrau gedacht hatte.
Zu allem übel hatten diese auch noch Novec entdeckt, das konnte ja heiter werden.

Sinthara blieb wie erstarrt hinter dem Buschwerk stehen, und betrachtete die Soldaten...Menschen, ausgerechnet Menschen.
Ihr wurde heiß und kalt zugleich, Angst kroch ihr in die Glieder.
Sie hasste Menschen und die Angst vor ihnen war auch recht stark.
Kannte man ihre Geschichte so konnte man es ihr auch nicht verdenken.

So beobachtete sie wie Novec nach einer Hitzigen Debatte mit den Zwergen zum Kampf überging. Wieso mußte er das auch tun, sie hätten sicher einen Fluchtweg gefunden.
Baxeda und sie hätten fliegen können, bei dem Unwetter nicht die beste idee und da Sinthara es noch nie ausprobiert hatte auch nicht besonders klug aber jedenfalls ein Versuch.

Aber langsam kam wieder Bewegung in ihre Knochen und sie schlich zurück zu den anderen Beiden.

"Du sieh zu das du irgendwie abhaun kannst.."

Meinte sie knapp zu dem Händler. Denn nachdem sie gesehen hatte wie Novec überwältig wurden war, war der Hass in ihr stärker gewurden als die Angst. Aber dem Händler traute sie einen wirklichen Kampf nicht zu, zudem wollte sie selbst nicht kämpfen. Aber da sie Novec nicht im Stich lassen wollte, war klar das sie zurück mußte was sie dann auch tat.

Kaum hatte sie die Worte gesagt verschwand sie auch schon wieder.

"Schnapp dir den Schützen schnell!"

Zischte sie in holprigen niederdämonisch noch gen Baxeda. Spätestens jetzt war klar das sie keine Elfe war. niederdämonisch beherschte sie zwar nur bruchstückhaft, aber baxeda sollte dennoch verstehen was sie wollte.
Den eins war klar, jetzt war schneller Handlungsbedarf angesagt.

Und Sintharas Flinkheit machte sich nun bewährt. noch ehe die Soldaten so recht begriffen, war sie zur Stelle und zog noch im Lauf ihre Dolche durch welche der erste Soldat seinen Tod fand.

Plötzlich aber wurde sie am Mantel gepackt und in einer schnellen Drehung wande sie sich ihrem Angreifer zu, sie war nicht stark aber flink und geschickt genug um sich auch dieses Angreifers zu entledigen.
Das ganze hatte nur einen Nachtteil, ihre Mantel war verrutscht und entblößte nun ihr wahres Äußere. Das lange schwarze haar fiel über die Schultern und gab zusammen mit der zart weisen Haut etwas edles.
Selbst jetzt hätte man sie noch für eine Elfe halten können, wären nicht die blutroten Augen gewesen welche hasserfüllt die Soldaten musterten.
Rasch entledigte sie sich gänzlich ihres Mantels und sprang auf den Karren auf welchem Novrec lag. Schützend stellte sie sich über ihn, breitete ihre Flügel zur vollen Größe aus und entblößte ihre rasiermesser scharfen, spitzen Zähne.
Einige wischen bei dem Anblick etwas vom Karren zurück und Sinthara fauchte sie bedrohlich an. So zierlich ihre Statur auch sein mochte, war ihr Auftreten gepaart mit dem Aussehen doch recht furchteinflößend.
Obwohl man weder Hörner noch Schwanz sah, begriffen die Soldaten rasch was da vor ihnen stand.

"Der Zwerg kommt mit mir, klar?"

Zischte sie ihnen in einem Ton zu der keinen Widerspruch duldete. Ihr Aussehen gepaart mit dem bedrohlichen Klang der Stimme die aber wieder einen leicht elfischen Akzent hatte, verwirrte ihren Gegenüber. den Elfen und Dämon zusammen wollte irgendwie nicht in den Kopf der Menschen und Zwerge,

Nur ein Problem gab es nun. Sie war noch nie geflogen, ob sie es schaffen würde mit Novec im Arm weit genug weg zu fliegen? Eine Frage die sie rasch klären sollte, den hier war Handlungsbedarf angesagt, aber vieleicht war Baxeda schnell genug mit dem Schützen fertig geworden um ihr dabei zu helfen.
Mit den ganzen Soldaten anlegen wollte sie sich dann doch nicht. Nur Novec mitnehmen.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#46

Beitrag von Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 22:10

Es sah übel aus. Das, was von dem Trupp Allianzler noch übrig war, hatte sich Novec geschnappt und ihn in den Gefangenenverschlag auf der Rückseite des Fuhrwerks gesperrt. Verdammt! Warum mussten diese verfluchten Soldaten ausgerechnet jetzt hier langmarschieren? Baxedas Blick huschte zwischen dem Gitterverschlag, in den man den Zwerg geworfen hatte, zwischen Sinthara und den Allianzlern hin und her. Der Regen war so stark geworden, dass sich seine Kleidung und sein Pelz vollsogen. Das Wasser lief ihm von der Stirn in die Augen, Donner krachte, als würde sich die Erde spalten. Ein Blitz teilte den Himmel und tauchte die ganze Szenerie kurzzeitig in ein helles Licht. Baxeda glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Sinthara machte Anstalten, mit dem Zwerg davon zu fliegen. Bei diesem Wetter!

Bleib unten!“, versuchte der Tiefling den Donner zu übertönen, „sonst wirst du gegrillt!

Ein weiterer Blitz zuckte über das Fimament und noch einer. Sinthara blickte in seine Richtung und rief:

"Schnapp dir den Schützen schnell!"

Sie hockte noch immer auf dem Fuhrwerk, todesmutig und versuchte, die Soldaten auf Abstand zu halten. Noch hatte sie den Überraschungsmoment auf ihrer Seite, als sie ihre Schwingen ausgebreitet und sich als dämonisch offenbart hatte - doch ewig würde dies die Bewaffneten nicht abschrecken. Schon begannen die ersten, ihre Waffen zu erheben, Kommandos wurden gebrüllt.

Was tat eigentlich derweil der verflixte Händler? Baxeda blickte suchend hierhin und dorthin. Dann ließ er resigniert die Schultern sinken. Von Darragh war keine Hilfe zu erwarten, denn er war nirgends zu sehen. Wahrscheinlich war er damit beschäftigt, seine Reichtümer in Sicherheit zu bringen.

Die Soldaten rückten näher an Sinthara heran, man zückte Lanzen. Offenbar war man darauf aus, sie damit zu erstechen oder diese auf sie zu schleudern. Baxeda musste sich entscheiden! Sein Kopf platzte fast, so sehr rasten seine Gedanken.

Auf der einen Seite waren da die Allianzler. Sie waren in der Überzahl und auch noch besser bewaffnet als er. Zudem waren das keine einfachen Söldner, sondern richtige, gut ausgebildete Soldaten, wie man an ihren guten Rüstungen und der Disziplin sah, die sie an den Tag legten. Ein offener Kampf war aussichtslos. Dem Tiefling begannen die Finger zu zittern. Erst nur ganz leicht, dann immer stärker, bis sich das Zittern auf seine Arme ausweitete. Sinthara verlangte allen Ernstes, dass er, ein einfacher Bauer und Fallensteller, sich mit dieser Übermacht anlegte? Niemals!

Auf der anden Seite waren da seine neu gewonnenen Freunde. Was mochten die grimmig dreinschauenden Zwerge mit dem armen Novec anstellen? Diesem drolligen kleinen Kerl, den er eigentlich in der nächsten Taverne auf eine Flasche Dornhammer Schwarzwein einladen wollte um ihm zu zeigen, welche Freuden die Oberfläche zu bieten hatte?

Und was war mit Sinthara, in die er sich, wie er jetzt merkte, Hals über Kopf verliebt hatte? Würde er fliehen, so würde sie über kurz oder lang entweder selber flüchten müssen, gefangen genommen werden oder Schlimmeres... im Moment waren zahllose Lanzen wurfbereit auf sie gerichtet. Noch zögerten die Soldaten, sie anzugreifen, möglicher Weise wollten sie die Tieflingsfrau unversehrt, um sie bei einem Sklavenhändler verkaufen zu können. Dann würde sie den Rest ihres Lebens für irgendeinen widerlichen Hausherren die Wäsche machen und ihm für seine Gelüste zu diensten sein müssen.

Baxedas Nackenfell sträubte sich reflexartig und seine klauenartigen Nägel gruben sich in die Rinde des Astes, auf dem er saß. Er hatte seine Entscheidung getroffen.

Er stieß sich kraftvoll ab und glitt lautlos wie ein Schatten über die Soldaten. Schnell, leise. Ihre Helme, Lanzen und Schwerter rauschten unter ihm hinweg. Erstauntes Rufen erklang und bleiche, regennasse Gesichter wandten sich nach oben, doch zu spät. Baxeda überquerte sie schneller, als sie ihre Lanzen werfen konnten. Er zischte an Sinthara vorbei, die tapfer die Stellung hielt. Dann riss er seine Beine nach vorn, klappte die Flügel zusammen und rannte das letzte Stück über die Ladung des Fuhrwerks. Er sprang auf den Kutschbock, warf den verdutzen Fuhrmann kurzerhand hinunter, setzte sich auf dessen Platz und ergriff die Zügel.

Hejaaa!“, brüllte er und ließ die Zügel knallen. Die beiden Grauschimmel bäumten sich auf und warfen sich dann ins Geschirr. Mit einem Ruck setzte sich der Wagen in Bewegung. Mit aufgerissenen Augen hielt Baxeda die Zügel umklammert. Es funktionierte! Zum Glück hatte er zu Hause immer die Ochsenkarren mit dem Heu zur Scheune fahren dürfen!

Das Führwerk wendete polternd, der Tiefling wurde auf dem Kutschbock hin und her geschleudert. Nur mit Mühe konnte er das Gleichgewicht halten, vergaß dabei aber, auf die Zügel zu achten, an denen er versehentlich wild herumzerrte. Die Pferde quittierten dies mit einem lauten Wiehern, buckelten und schleuderten die Köpfe. Ihre dunklen Mähnen flogen ihnen um die Hälse. Sie schienen reichlich Temperament zu haben, wahrscheinlich junge Tiere, die den ganzen Tag nur eingespannt im Schneckentempo gehen durften, anstatt auf der Weide herumzutoben. Baxeda konnte es nur Recht sein.

Hejaaa!“, rief er ein weiteres Mal und gab die Zügel. Von einem Moment auf den anderen beschleunigten die Pferde in einen gestreckten Galopp. Baxeda wurde unsanft gegen die Rückwand geschleudert.

Bogenschützen!“, rief irgendjemand und im Nu prasselte ein Regen von Pfeilen auf das Holz. Der Tiefling schrie erschrocken auf. Hoffentlich hatte niemand Sinthara oder Novec getroffen! Die Pferde machte Baxedas Angstgeschrei nur noch wilder, sie preschten vorwärts, mitten durch die Soldaten. Im letzten Moment konnten diese sich mit einem Hechtsprung ins Gebüsch retten. Ein weiterer Pfeilhagel schlug ratternd in das Holz. Dann waren sie außer Reichweite.

Das Fuhrwerk raste den völlig verdutzten Allianzlern davon, genau den Weg entlang, den die Armee gekommen war. Der Tiefling biss die Zähne zusammen und konzentrierte sich. Das hier war noch nicht überstanden! Das Fuhrwerk schwankte hin und her und als die Räder krachend über herumliegende Steine fuhren. Hoffentlich brach die Achse nicht! Baxeda verlor entgültig die Kontrolle über die Pferde, sie gingen ihm durch und galoppierten unkontrolliert die alte Salzstraße entlang nach Norden. Die Bäume rauschten an ihm vorbei, die Geschwindigkeit wurde so hoch, dass die großen Steinplatten unter den Rädern nur als ein leichtes Vibrieren unter seinem Gesäß zu spüren waren. Baxeda konnte sich nicht erninnern, schon jemals einer so hohen Geschwindigkeit ausgesetzt gewesen zu sein. Selbst im Fluge wurde er nicht so schnell!

Zu Baxedas Schrecken bahnte sich vor ihm auch noch eine Kurve an. Und zwar eine ziemlich enge. Er riss an den Zügeln, um die rasante Fahrt zu bremsen, doch die Grauschimmel bretterten vorwärts, ohne auch nur im Geringsten an Tempo zu verlieren. Das Fuhrwerk neigte sich bedrohlich zur Seite und fuhr nur noch auf zwei Rädern, als sie die Kuve nahmen. Baxeda stand der Schweiß auf der Stirn, sein Herz raste. Er überlegte, einfach abzuspringen und das Gefährt seinem Schicksal zu überlassen, als die Kurve vorrüber war und die Salzstraße wieder geradeaus verlief. Der Wagen gelangte rumpelnd wieder auf alle vier Räder, doch wenn Baxeda glaubte, dass die Gefahr nun vorrüber war, hatte er sich getäuscht.

Für einen Moment blieb ihm das Herz stehen. Sie rasten genau auf einen Trupp schwer bewaffneter Allianzler zu, doppelt so stark wie der Erste. Sie hatten nur die Vorhut abgehängt, jetzt hielten sie genau auf die Hauptstreitmacht zu!
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Novec Sarili Gojim

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#47

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 22:10

In strömen regnete es im im Wald von Fomor. Blitze schlugen ein fern und nah, unzählig war ihre Zahl. Nur wenige duzend Meter entfernt vom Pferdekarren, war eine kleine Herde Rehe zu erblicken. Schnell huschten sie durch das Dickicht, getrieben von der Angst und eine Zuflucht suchend. Auch andere Tiere des Waldes taten es ihnen gleich. Spürten sie es doch alle, dass dies noch nicht einmal der Anfang des Unwetters war. Würde die Natur noch viel mehr zeigen, zu was sie fähig ist.

Novec jedoch bemerkte davon nichts. Bewusstlos lag der kleine Zwerg, mit einem Pfeil in der linken Schulter im Gefangenen Verschlag einfach nur da.

Um ihn herum tobte der Kampf zwischen Sinthara & Baxeda auf der einen Seite und den Allianzlern & den Zwergen auf der anderen Seite.

Erst der immer stärker werdende Regen und das geholper des Pferdekarrens holten Novec für einen kurzen Augenblick aus seiner Bewusstlosigkeit zurück.

Wie aus weiter Ferne konnte der Verletzte hören wie die Pferde wiehrten und der Wagen immer mehr holperte. Kurz konnte Novec wieder einen klaren Gedanken fassen. >Auuu verdammt, welcher Trottel fährt denn den den Wagen? Da würde ja sogar ein Goblin grün anlaufen, bei solchen Fahrkünsten.<

Ein besonders tiefes Schlagloch holte den kleinen Brummkopf in die Realität zurück. Merkte er doch erst jetzt den beisenden und stechenden Schmerz in seiner Schulter. Schlecht ging es dem kleinen Kerl, Übelkeit plagte ihn, so stark waren die Schmerzen. Mit Mühe und Schmerz verzerrtem Gesicht gelang es dem ehemaligen Hauptmann den Kopf etwas an zu heben und nach links zu drehen. Zähne knirschend mit Tränen im Gesicht legte er seinen Kopf Sekunden später leicht unsanft wieder auf dem durchnässten Holzboden ab und bemerkte den Pfeil, der in seiner Schulter steckte. Sehr schwer konnte er den Pfeil sehen. Er schob es auf den Blutverlust. Ein kurzes Gebet an Odonolos konnte der Zwerg in Gedanken mit aller Mühe sprechen, hoffte der doch, dass ihm bald jemand helfen würde.

Schwer wurden seine Augenlieder wieder und vielen langsam zu. Kurz bevor sie geschlossen waren, sah er noch eine dunkle Gestalt mit Flügeln über sich. "Ob dies wohl der böse Dämon ist, der mir jetzt die Seele stehlen will, genau wie es Oma bei den Gruselgeschichten früher immer erzählte?", sprach Novec leise, kurz bevor er wieder das Bewusstsein verlor.


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Für die einen ist es Novec, für die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#48

Beitrag von Darragh » Mo 16. Mär 2015, 22:11

Alles ging sehr schnell und Darragh blieb nur wenig Zeit zu reagieren. Als der Zwerg ergriffen wurde, hatten sich die beiden Dämonen ins Kampfgetümmel gestürzt und nur wenige Sekunden später rasten sie mit dem Gefängniswagen davon. Dann näherten sich die Soldaten der Lichtung. "jetzt müssen wir vorsichtig sein, mein Freund, aber ich hab schon einen Plan. Pass nur auf. und dass du mir keine Schwierigkeiten machst" Der Händler hielt sein Maultier eng am Halfter und mimte den Ahnungslosen. Der Regen hatte fast alle Spuren des Lagers verwischt und die wenigen Überreste ließen keinen Schluss mehr auf die vorherigen Geschehnisse zu. Einige Rufe drangen durch das Gebüsch. Man würde ihn bald entdecken.

"Hallo? Hilfe!", einige Soldaten traten auf die Lichtung, "Habt dank, habt ihr die Untiere erwischt? Grässliche Viecher, haben mir richtig Angst eingejagt. Ihr kamt gerade im rechten Moment! wirklich. nur ein klein bisschen später und sie hätten alles mitgenommen. Der Zwerg und diese beiden ... Ungeheuer wollten mich ausrauben. Ist es denn zu glauben. Ich bin ein friedlicher Händler, friedlich wie ein Oger, gebürtig aus Goldsee. Ein Händler. Ein Bürger der Allianz. seht ihr, oh ein Glück, dass eure Patrouille bis hier in den Süden vorgedrungen ist! oder seid ihr etwa gar keine reguläre Patrouille? ach was weiß ich schon." Die Soldaten blickten den Händler fassungslos an. " Ich bin Darragh Edlaien, Abgesandter der freien Kaufmannsgilde Goldsees, Kaufmann und Diplomat.*“
Selbstbewusst streckte Darragh dem Hauptmann der Truppe seine Hand entgegen, um ihn zu grüßen, aber auch damit dieser seinen Siegelring bemerkte. Der schwerbewaffnete Mann ignorierte die Einladung und stieß ihn nur unsanft zur Seite. Mit einigen festen Handgriffen öffnete er die Packtaschen des Maultiers warf einen abschätzigen Blick auf deren Inhalt und betrachtete die Lichtung.
„Ja wir werden sie erwischen. Ausgeraubt sagt ihr?.. mhh es ist nicht gerade ungefährlich in dieser Gegend. Wohin seid ihr unterwegs?“

„Ich komme aus dem Süden um Gewürze und alte Schriften zu kaufen. Leider muss ich die Ebenen der Wiesenlande überqueren, auch ich würde es vermeidet wenn es ginge, aber es ist mein Geschäft und ich muss irgendwie zurück nach Goldsee. Wisst ihr ich habe meine Familie lange nicht mehr gesehen und ein armer Kaufmann bringt nicht viel nach Hause, wer weiß ob es ihnen gut geht. Ach wie gern wäre ich schon dort. Im Norden. In meiner Heimat....“

„Schweigt!“, knurrte es plötzlich aus Hüfthöhe. Die Zwerge, die Novec gefangen nehmen sollten traten auf die Lichtung. „Jedes einzelne Wort das aus eurem Mund kommt, Darragh Edlaien, ist eine Lüge, alles was ihr sagt, zielt immer nur darauf ab den für euch größtmöglichen Vorteil zu erzielen. Glaubt ihm kein Wort, Enan, ich kenne diesen Mann. Ich kenne ihn aus Erzählungen, er hat unser Volk vor langer Zeit betrogen...“ Verdutzt blickten die Soldaten Darragh an und dieser war nicht weniger geschockt. Der Zwergenhauptmann sprach triumphierend weiter. „Sie sind uns entwischt, aber ihre Flucht führt sie genau in die Arme eurer Armee. Wir werden den Zwerg und seine Begleiter in Gewahrsam nehmen und nach Dvaras bringen.“ Er wendete sich wieder an den Händler. „Es ist bedauerlich, dass ihr durch unser Vorgehen dem Überfall entgangen seid. Ich hätte es euch von Herzen gegönnt. Doch ist es meine Pflicht als oberster Grenzgänger, Halunken wie dir Schutz zu gewähren. Wenn du also den Weg in die einsamen Berge einschlägst, kannst du uns begleiten.“ Fassungslos vernahm Darragh die Worte des Zwerges. Wie konnte er ihm glauben, selbst nachdem er ihn anscheinend so durchschaut hatte. Ein wenig Stolz auf seine Täuschung und durchaus erleichtert antwortete er dem Zwerg in dessen Sprache: „Ich begleite euch gerne. Wie es der Zufall so will komme ich im Auftrag der freien Städte mit einem Angebot an eure Händlerkaste. Führt mich also nach Dvaras und ich versuche wieder gutzumachen, was damals passiert ist. Doch zeigt mir zuerst die dreckigen Halunken, falls ihr sie geschnappt habt.“

Gemeinsam folgte die kleine ungleiche Gruppe den Spurrinnen die der Wagen hinterlassen hat. Der starke Regen hatte den Boden aufgeweicht und sie kamen nur langsam voran. Darragh versuchte gegen das Heulen des Windes anzureden und mimte den geschwätzigen Händler.

Einige Zeit später erreichten sie die Hauptarmee und Darragh konnte den Gefängniskarren sehen. Das Unwetter wütete über ihnen und der Abschied fiel den Soldaten nicht schwer, da ihre Kameraden schon das Nachtlager ausgehoben hatten. Während die Gefangenen an die Zwergendelegation übergeben wurde wartete Darragh und überließ sich seinen Gedanken.
Was würde er machen, wenn er einmal in Dvaras war? Man würde ihm viel vorwerfen und doch konnte man ihm nichts nachweisen. Er hatte vor einigen Jahren einen Großteil der Salzbestände der Zwerge zum Schnäppchenpreis aufgekauft und sie dann durch seine Monopolstellung und die daraus resultierende Preissteigerung für ein Vermögen regelmäßig mit Salz beliefert. Trotzdem war es eine Chance, die sich ihm bot, denn es war Händlern fast unmöglich in das Zwergenreich zu gelangen, wenn sie nicht gerade als Botschafter oder Verbündete kommen. Vielleicht konnte er wirklich einen Handel rausschlagen, der die sturen Zwergenhändler die Vergangenheit vergessen lässt. Nein, das ist undenkbar. Zwerge waren schon immer dickköpfige Narren und sie würden es auch immer bleiben. Doch er musste irgendwie versuchen seinen Gefährten zu helfen und das konnte er nur, wenn er in ihrer Nähe blieb.

Es dauerte nicht lange und die Zwerge brachen auf. Zusammen mit Darragh, dem Gefängniskarren und dem alten Maultier reisten sie in die tiefen des Zwergenreichs...

---------> Im Herzen des Zwergenreiches Nidawellir

*einwandfreies Nordländisch

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#49

Beitrag von Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 22:11

Wild ging die Fahrt vorran und Sinthara hatte Mühe sich auf dem Wagen zu halten. Ihre gerade noch furchteinflößende Haltung war flöten gegangen und sie ähnelte mehr einem Betrunkenen.
Der Pfeilhagel machte das ganze nicht besser und war schmerzhaft, wie die Tieflingsfrau zu ihrem Leidwesen feststellen mußte, als sich welche in ihre Haut bohrten.

Warum bei Kargon war sie auf diese bescheuerte Idee gekommen, den Zwergen retten zu wollen? Vieleicht sollte sie egoistischer sein damit sie von solchen Situationen verschont blieb.

Schwankend erkannte sie noch Baxeda auf dem Wagen und die Soldatengruppe auf welche sie geradewegs zurasten.

~Na hoffentlich nehmen wir gleich ein paar mit ~

War einer ihrer letzten Gedanken bevor die Welt Kopf stand und kurz danach alles schwarz wurde.

Als sie wieder zu sich kam lag sie mit schmerzendem Körper irgendwo in einem Graben am Wegesrand. In der rasanten Fahrt war sie vom Wagen geflogen und unsanft in der Böschung gelandet.
Mühselig kämpfte sie sich auf die Beine und taumelt noch leicht benommen in den Wald.
Erst nach einer Weile wurde ihr Verstand wieder klar und sie begriff das sie nicht nur verletzt war sondern auch die Anderen verloren hatte.
Nach reichlichem Umschauen aber mußte sie erkennen das weit und breit niemand zu sehen war.
Seufzend ließ sie sich ins Gras fallen und machte sich daran die Pfeile aus ihrem Körper zu entfernen und die Wunden zu versorgen.
Währenddessen kreisten ihre Gedanken darum was sie nun tun sollte. Wieder raus in den Welt?
Das war sehr einsam und irgendwie hatte sie die verrückte Gruppe gemocht. den kleinen impulsiven, das große Plappermaul...nun ja nur dem Menschen konnte sie nichts abgewinnen.

Nachdem sie ihre Wunden versorgt hatte und noch eine Weile vor sich hin siniert hat, stand ihr Entschluß fest.
Sie würde unter die Erde gehen wenn es sein muß, um den Kleine irgendwie wieder raus zu holen.
Entschloßen machte sie sich auf den Weg, an einem Hof in der Nähe hielt sie nochmal an um sich einen Mantel von der leine zu stibitzen und ihr Äußeres so wieder zu verbergen.
So verborgen schaffte sie es einer Gruppe reisender Händler zu folgen welche Richtung Zwergenreich unterwegs waren.
War auch gut so hätte sie den Weg doch anders nicht gefunden....

>>>> irgendwo im Zwergenreich

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#50

Beitrag von Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 22:12

Baxeda stolperte über das nasse Kopfsteinpflaster. Die fingerdicke Kette, die sein eisernes Halsband mit dem Fuhrwerk verband, ließ ihm kaum einen Arm lang Bewegungsspielraum. Immer wieder gab es einen plötzlichen Ruck, der ihn nach vorn riss oder das Gefährt blieb kurz an einem herausragenden Stein stecken, so dass er gegen die Rückwand lief. Die Zwerge auf dem Wagen hinter ihm quittierten es mit einem hämischen Lachen und spöttischen Bemerkungen. Hin und wieder spuckten sie nach ihm. Baxeda reagierte darauf mit Schweigen wie auf alles, das ihm heute wiederfuhr.

Unmittelbar nach dem Unfall mit dem Fuhrwerk, von dem er sich dank seiner Flügel mit einem gewagten Sprung retten konnte, hatte er ohne jegliche Gegenwehr kapituliert. Was sollte er auch ausrichten gegen eine waffenstarrende Gruppe von Zwergen und Menschen? Er hatte sich klaglos und fügsam in die Hände des Feindes gegeben. Ein Tiefling, den man herumschubsen und beschimpfen durfte, wie man wollte. Vielleicht war das der Grund, warum man ihm nicht auch noch die Hände gefesselt hatte. Man hatte sich von seiner Harmlosigkeit überzeugt und das Halsband reichte aus, um ihn an Flucht oder Angriff zu hindern. Baxeda würde sie auf sich herumtrampeln lassen und in dem Glauben wiegen, sie hätten ihn völlig gebrochen, bis sie unaufmerksam wurden. Dann wäre er weg, auf nimmerwiedersehen!

Man machte eine kurze Rast. Die Karawane aus Händlern und Bewaffneten zündeten sich Fackeln an. Und das, obwohl gerade erst die Dämmerung begann. Baxeda hingegen sah in der Zeit zwischen Tag und Nacht noch besser, als sonst. Davon machte er auch sogleich Gebrauch und blickte sich noch intensiver um als zuvor. Er versuchte so zu gehen, dass er seitlich am Wagen vorbeischauen konnte, denn da gab es etwas, das ihn besonders interessierte.

Seit geraumer Zeit fixierte er Darragh, den sogenannten Händler, der in aller Seelenruhe Seite an Seite mit den Feinden spazierte und sich ab und zu mit ihnen gepflegt unterhielt. Baxeda ballte die Fäuste so fest, dass seine Klauen ihm ins Fleisch stachen. Dieser elende Verräter hatte sie absichtlich in die Falle gelockt! Diese schmuckbehangene Sumpfschlange! Am liebsten würder er ihm...

Baxedas Gedanken wurden jäh unterbrochen, als der Weg unerwartet steil abfiel und sich eine Felswand über ihn wölbte wie das Maul eines Untiers. Kalte Luft, die nach Feuchtigkeit und Schimmel roch, schlug ihm entgegen. Baxeda bekam eine Gänsehaut und sein Pelz stand ihm am ganzen Leib zu Berge. Instinktiv spannte er jeden Muskel an. Die vermaledeite Karawane verschleppte ihn in das unterirdische Zwergenreich Nidwallhir! Es wurde mit einem Male finster, als sie den Höhlengang betraten. Nur die Fackeln spendeten ein dürftiges Licht. Dem Tiefling jedoch reichte es aus.

Baxeda betrachtete im gehen die glitschigen Wände, von denen lange Algenfäden hinab hingen. Der Gang war roh in den Fels gehauen, ohne irgendwelche Verzierungen. In gleichmäßigen Abständen wurde der Stollen von massiven Holzpfeilern abgestützt. Die ersten Abzweigungen kamen. Baxeda versuchte, sich den Rückweg einzuprägen, scheiterte jedoch bereits nach wenigen Kilometern. Dies hier war ein einziges Labyrinth für jemanden, der es gewohnt war, sich aus mehreren Kilometern Höhe an Landmarken zu orientieren oder an den Sternen. Da nützten ihm auch seine guten Augen nichts. Immer weitere Abzweigungen kamen, ohne Wegweiser oder Markierungen, für den Tiefling sah alles gleich aus.

Es hatte keinen Sinn, Baxeda gab den Versuch auf und konzentrierte sich wieder auf die Karawane. Vor ihm ging noch immer Darragh und wechselte ab und zu ein Wort mit den Zwergen. Darragh, der Falsche, Darragh, der Verräter... das man sich so in jemandem täuschen konnte! Er hatte doch eigentlich ganz in Ordnung gewirkt und ihm sogar Arbeit angeboten.

Da kam Baxeda plötzlich ein Gedanke. Was, wenn Darragh nur so tat, als wäre er auf der Seite der Allianzler? Was, wenn er die ganze Zeit versuchte, mit dem Trupp auf dem geheimen Weg in das Zwergenreich zu gelangen, um Novec zu befreien? Und was war überhaupt mit Sinthara geschehen, der zurückhaltenden Tieflingsfrau, für die sein Herz schlug - hatte wenigstens sie sich retten können? Oder war sie zusammen mit dem Zwerg verschleppt worden?

Baxeda wurde von einer tiefen Traurigkeit erfüllt, als er an seine beiden neuen Freunde dachte.
Er schämte sich dafür, bisher nur sein eigenes Schicksal bejammert zu haben. Er musste sich selbst befreien – doch nicht nur um seiner selbst Willen, sondern auch für Sinthara und Novec, jawohl! Sie brauchten seine Hilfe, dessen war er sich sicher!

Und wenn sie erst hier raus waren, würde er Novec mit nach Phintias schleppen in sein Stammlokal und ihm zeigen, was man bei den Tieflingen so trinkt – Schilfschnaps und Gramnovenwein, von der besten Sorte, am besten gleich gemischt und serviert in den Schädeln hingerichteter Straftäter. Eine Delikatesse!

Und Sinthara würde er ... ja, was würde er mit Sinthara machen? Vielleicht einen schönen Ausflug zu den Wiesenlanden, in den südlichen Teil, wo der Krieg noch nicht seine blutige Spur hinterlassen hatte. Dort, wo die Weiden in saftigem Grün standen und die Felder im Winde wogten wie Meere aus Gold. Da, wo es nach Heimat roch und das Land aussah wie das Paradies. Ja, das würde er tun, das würde ihr gefallen!

Doch dafür musste er hier herauskommen. Als erstes am besten diese verdammte Kette loswerden. Aber wie?
Baxeda bekam Kopfschmerzen. Er war es nicht gewohnt, so viel nachzudenken. Dennoch reifte ein Plan in seinem Kopf heran. Ein guter Plan, wie er fand. Um herauszufinden, ob Darragh auf seiner Seite stand oder nicht, gab es eine sichere Möglichkeit... und vielleicht wurde er dabei sogar seine Kette los.

Meister!“, rief er so laut und so begeistert, wie es ihm in der Gegenwärtigen Situation möglich war. „Meister Darragh! Ich bin hier hinten! Bin ich froh, dass ihr auch hier seid!
Er sprang im Gehen auf und ab und schlug mit den Flügeln, um die Aufmerksamkeit des Händlers auf sich zu ziehen.
Ich dachte schon, nachdem ihr mich gerade erst auf dem Sklavenmarkt von Fomor gekauft habt, müsste ich schon wieder den Herrn wechseln. Bitte seid so gut und sagt diesen Leuten hier, sie mögen euren leibeigenen Lieblings-Tiefling losketten, damit er euch zu Diensten sein kann. Schließlich habt ihr gut für mich bezahlt“, fügte er noch hinzu. Er überlegte fieberhaft, was ein Sklave überhaupt so machte.

Seht nur, was man euch zumutet“, improvisierte er mit gespielter Empörung und hoffte, halbwegs den richtigen Ton zu treffen. „Ihr müsst selber eure feinen Hände schmutzig machen und das stinkende Maultier führen, dabei ist dies doch meine Aufgabe! Und wer soll für euer über alle Maßen leckeres Abendbrot sorgen? Euch die Fackel tragen, damit ihr nicht stolpert auf diesen holprigen Wegen, die eurer edlen Füße gar nicht würdig sind? Wer die unterirdischen Spinnen verscheuchen, die hier überall rumkrabbeln und euren gesegneten Schlaf stören?

Klang das autenthisch? War es auch kriecherisch genug? Oder musste er noch mehr schleimen? Ängstlich blickte Baxeda sich um. Die Zwerge raunten und blickten schließlich abwechselnd zwischen Darragh und dem Hauptmann der Zwerge hin und her in der Erwartung, diese mögen eine Entscheidung treffen. Das Fuhrwerk hielt an.

Baxedas Finger zitterten vor Nervosität. Schon bereute er seine großspurigen Worte. Ach, hätte er doch die Klappe gehalten! Oder wäre er lieber gleich auf dem Baum geblieben, auf dem er die Nacht verbracht hatte! Mit zittrigen Fingern wischte er den Angstschweiß von seinen Augenbrauen, der ihm von der Stirn und in die Augen lief. Er konnte kaum etwas sehen. Schritte nahten. Jemand blieb direkt vor ihm stehen.

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