Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Blutrote See Kapitel 17 - Rache an Melville

Der Vernichtungsfeldzug der Choucas gegen die Farisin.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Die flei├čige Feder in Bronze Rote Laterne

Blutrote See Kapitel 17 - Rache an Melville

#1

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 30. Nov 2018, 08:05

Ciel Felicien de Souvagne
Es geschah etwas, das man nicht aller Tage erlebte: Ciel begann sich zu langweilen. Sonst hatte er eher das gegenteilige Problem und wusste vor lauter Pflichten nicht wo ihm der Kopf stand. Schneinbar hatte sein Organismus sich an die chronische ├ťberarbeitung angepasst und kaum hatte er einmal nichts zu tun, nahmen seine Gedanken Irrwege, die sie sonst nur in Zeiten der finstersten Pubert├Ąt eingeschlagen hatten. So verabschiedete Ciel sich von seinen zwei Liebsten und suchte den Mann auf, dessen Kopf entgegen aller Logik noch immer auf seinen Schultern ruhte - Costantino. Ciel klopfte an seinem G├Ąstequartier und trat dann sofort ein, sich neugierig umschauend. ┬╗Mon chou┬ź, gr├╝├čte er.

Costantino Marchesi
Conni lag lang im Bett ausgestreckt und trug seinen Pyjama, wobei er die immer tat, egal zu welcher Tageszeit. Nur diesmal war er nicht geschminkt und auch sonst nicht zurecht gemacht. Ciel sah ihn im Grunde das erste mal mit neutralem Gesicht und Haar. Conni rollte sich etwas auf die Seite, da er zu faul war sich zu bewegen und musterte seinen Gast und Gastgeber in einer Person. ┬╗Mon Chou wie geht es Euch? Mir hervorragend, ich lebe, bin etwas schlapp und gelangweilt. Ihr seht ebenfalls gelangweilt aus┬ź, kommentierte Conni und knabberte N├╝sse die er auf der Bettdecke ausgebreitet hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gesellte sich zu ihm und hockte sich vor sein Bett, die Unterarme auf der Matratze aufgest├╝tzt. Interessiert betrachtete er Costantinos nat├╝rliches Gesicht. Er nahm sich Zeit daf├╝r, auch wenn er wusste, dass es die meisten Menschen sehr unangenehm fanden, wenn er sie mit seinen Blicken regelrecht sezierte. Ciel knabberte eine Nuss. ┬╗Wir waren doch schon beim Du, Conni. Gut erkannt, mich plagt die Langeweile. Drum kam ich auf den Gedanken, dir einmal meine Methode zu zeigen, mich mit ahnungslosen Menschen zu am├╝sieren. Lust?┬ź

Costantino Marchesi
Conni w├Ąlzte sich in die H├Âhe und klaubte die N├╝sse zusammen. ┬╗Ich wei├č nie wann ich Dich duzen darf und wann nicht Mon Chou┬ź, sagte Conni und teilte die N├╝sse halbe halbe mit Ciel auf und sch├╝ttete ihm die eine H├Ąlfte in die H├Ąnde. ┬╗Nat├╝rlich habe ich Lust wo gehen wir hin? Reich mir meine Perr├╝cke┬ź, bat Conni grinsend, w├Ąhrend er seine Schminkutensielen hervorkramte. ┬╗Sind wir heimlich unterwegs? Dann trage ich gedeckte Farben┬ź, lachte er.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel knabberte die N├╝sse eine nach der anderen, w├Ąhrend sie sich unterhielten. ┬╗Wir besuchen jemanden, der ebenfalls gerade im Palast weilt. Mit dem guten Herrn habe ich noch ein H├╝hnchen zu rupfen.┬ź Ciel grinste. ┬╗Elf Jahre ist es her und nun bietet sich die passende Gelegenheit. Du darfst immer Du zu mir sagen, mon amour. Nur dann nicht, wenn ich in meiner Rolle als Prince auftrete. Du merkst es daran, dass auch die anderen mich dann mit Hohheit, Prince und so weiter ansprechen.┬ź

Costantino Marchesi
Conni schaute kurz vom Schminken auf. ┬╗Mon Dieu dass sagen sie doch immer Ciel. Oh Du r├Ąchst Dich nach 11 Jahren? Kommt Dir das nicht bekannt vor Mon Cher? Wen soll ich f├╝r Dich bet├Ąuben?┬ź, fragte Conni und zog sich die Lippen dunkel nach, ehe er Ciel breit angrinste und sich die Perr├╝cke aufsetzte. Costantino steckte einige Fl├Ąschchen ein, setzte sich die Perr├╝cke auf und l├Ąchelte freundlich. ┬╗Wir k├Ânnen los, widmen wir uns diesem Herrn┬ź, grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sollte es mir bekannt vorkommen? Sprichst du von Silvano? Deine Mittelchen brauchen wir heute nicht. Ich zeige dir einen Trick, wie es auch ohne geht. Ohne Sedativa und ohne Gewalteinwirkung.┬ź Er beobachtete, wie der Lippenstift ├╝ber Costantinos Lippen glitt und diese dabei leicht eindr├╝ckte. ┬╗Du warst schneller damit, dir deine Per├╝cke zu nehmen, als ich dir diese reichen konnte.┬ź Er warf sich die letzten N├╝sse in den Mund und erhob sich. Er bot Conni seinen Arm an. ┬╗Komm, ich f├╝hre dich zu unserem Gastgeber.

Costantino Marchesi
Conni hakte sich mit einem dankbaren Nicken bei Ciel ein. ┬╗Es ging nicht um Vano, ich dachte nur Du wolltest das Gleiche wie er. Nur wer h├Ątte mich dann bestraft? Ohne Perr├╝cke bin ich nicht vollst├Ąndig, dass w├Ąre so, als ginge ich ohne Schuh Mon Chou. Du m├Âchtest jemanden bet├Ąuben ohne Sedativa? Du m├Âchtest Gewalt anwenden?┬ź, fragte Conni vorsichtig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das Gleiche wie er? Blut vergie├čen, bis ganze Ozeane sich rot f├Ąrben? Ich m├Âchte dem Mann kein Leid antun, ich m├Âchte dir nur anhand seiner etwas demonstrieren. Es wird ihm an nichts mangeln. Gewalt, wo denkst du hin! Ich nehme Rache f├╝r einen nicht genehmigten Kuss. Zuf├Ąllig verf├╝ge ich ├╝ber Mittel und Wege, die nicht jedem Sterblichen verg├Ânnt sind.┬ź Costantino merkte pl├Âtzlich, dass von der Stelle aus, wo er Ciel mit dem Arm ber├╝hrte, eine gro├če W├Ąrme ausging. Die warme Stelle schien seinen Blutbahnen abw├Ąrts zu folgen und breitete sich in seinem Schritt aus. Ehe Costantino sich versah, plagte ihn eine intensive Erregung.

Costantino Marchesi
Conni schaute an sich herab und schaute dann Ciel in die Augen. ┬╗Dazu bedarf es keiner Magie, stell Dich schlafend und wir schlafen miteinander. An wem m├Âchtest Du mir etwas demonstrieren? Und was tust Du?┬ź, fragte Costantino verwirrt und schaute sich in die Hose ehe er Ciel grinsend musterte. ┬╗Du musst nicht mal fragen┬ź, grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blieb stehen und musterte sein Werk. Da Costantino nur seinen Schlafanzug trug, war seine Erregung deutlich zu sehen, was Ciel gefiel. Sein Blick wanderte wieder aufw├Ąrts und blieb auf Costantinos bemalten Lippen haften. Er fragte sich, ob der Lippenstift verschmieren w├╝rde, wenn er ihn k├╝sste. ┬╗Unser Freiwilliger ist Melville de la Cantillion. Er geh├Ârt zum ├Ąlteren Semester, um die 60 m├╝sste er sein, ist aber gut in Form. Aber das kannst du dir ja dann in Ruhe anschauen. Ich m├Âchte dir demonstrieren, auf welche Weise ich mir die Leute angesehen habe, die ich mir gern ansehen wollte. Du verwendest deine alchemistischen Mittelchen, ich greife auf andere Mittel zur├╝ck.┬ź

Costantino Marchesi
Conni nickte ganz langsam. ┬╗Dann gehen wir zu dem Comte, mir soll es Recht sein Mon Cher. 60 Jahre ist nun nicht so alt, solange er in Form ist. Es gibt Leute die sind j├╝nger und haben keine. Ist das der L├╝stling? Er ist daf├╝r bekannt wie Remy der Rammler nur ist er wohl ├Ąlter was das Gewerbe angeht┬ź, lachte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schaute sich noch immer Costantinos Lippen an und beobachtete, wie sie sich beim Sprechen bewegten. ┬╗Ja, der L├╝stling┬ź, best├Ątigte Ciel. ┬╗Und er k├╝sste mich zur Strafe, da ich ihm mithilfe von Nathans Schauergesang eine Nummer verdarb! Er wird nun die Quittung erhalten.┬ź Ciel dr├╝ckte Costantino langsam die Lippen auf den Mund. Er k├╝sste ihn nicht, er lie├č die Ber├╝hrung einfach auf sich wirken, um nicht den Lippenstift zu verschmieren. Dann lie├č er wieder von ihm ab. ┬╗Mon chou und sein Keuschheitslippenstift┬ź, sprach Ciel bedauernd.

Costantino Marchesi
Conni hielt absolut still als Ciel ihn k├╝sste. Entgegen der meisten anderen Menschen schloss er allerdings auch nicht die Augen, sondern schaute Ciel dabei ganz genau an, da er wissen wollte wie er dabei aussah. ┬╗Lippenstift kann man entfernen Mon Cher und neu auftragen┬ź, sagte Conni. Er angelte den Lippenstift aus seiner Tasche, zog die Kappe ab und drehte ihn in einer lasziven Geste nach oben, so dass er aussahe wie ein ausschachtender Schwanz. ┬╗Er k├╝sste Dich? Weshalb? vor 11 Jahren, da warst Du 14┬ź, gr├╝belte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beobachtete den Lippenstift. Er hatte nie viel f├╝r Lippenstift ├╝brig gehabt, doch heute ├Ąnderte sich das schlagartig. ┬╗Er k├╝sste mich, um mich einzusch├╝chtern und zu dem├╝tigen┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Da aufgrund meiner Machenschaften sein Liebhaber das Weite suchte, zumindest f├╝r den damaligen Tag.┬ź Er strich Costantinos Wange entlang und fragte sich, ob er nun auch Lippenstift auf dem Mund hatte. Er henkelte ihn wieder ordentlich ein und f├╝hrte ihn den Gang entlang. Die Diener versuchten, nicht allzu offensichtlich hinzusehen, als Ciel mit seinem sehr merkw├╝rdig anmutenden Begleiter und sehr stolzer Miene durch den Korridor schritt.

Costantino Marchesi
Conni verpasste Ciel einen spielerischen Stubs mit der H├╝fte w├Ąhrend sie liefen. ┬╗Was schaust Du so neugierig, soll ich Dich einmal schminken? Nimm es als Kriegsbemalung. Wer war der Liebhaber von Macho Melville? Man sagt Mon Cher er w├╝rde alles bespringen was bei drei nicht auf den B├Ąumen ist und wenn es jeder schafft nimmt er die B├Ąume┬ź, lachte Conni hinter vorgehaltener Hand und legte Ciel einen Arm um die Schulter. ┬╗Du und Fran Ihr seid doch noch zusammen oder?┬ź, hakte er sicherheitshalber nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir sind verheiratet┬ź, korrigierte Ciel und knuffte mit der H├╝fte zur├╝ck. ┬╗Warum fragst du? Den Liebhaber des Schweren├Âters konnte ich nicht sehen, er verbarg sich hinter einer Sofalehne. Wei├čt du, was ich glaube? Dass Remy von ihm abstammt. Ist dir mal aufgefallen, wie ├Ąhnlich sie sich vom Verhalten her sind? Die Remuers haben ihr Lehen auf der Scholle der Cantillions, wenn ich nicht irre. Und dass Melville seine Leibeigenen selbst vermehrte, ist allgemein bekannt. Ich schaue so, weil mich dein Umgang mit dem Lippenstift daran erinnert, was deine Lippen mit ├Ąhnlich geformten Dingen anzustellen verm├Âgen. Und wenn mir die Bemerkung gestattet ist, der Lippenstift schmeichelt deinem Antlitz und das sage ich nicht oft, da ich eigentlich eher die nat├╝rliche Optik bevorzuge. Wenn du m├Âchtest, darfst du mich bei Gelegenheit ebenso h├╝bsch herausputzen.┬ź Er blieb stehen und sah eine T├╝r an. ┬╗Hier wohnt der Lustgreis.┬ź

Costantino Marchesi
Conni schmunzelte Ciel gut gelaunt an. ┬╗Nein ich hatte Angst, dass Du Dich von Fran getrennt hast. Ich wei├č dass Ihr verheiratet seid, ich habe Euch die Ringe spendiert. Hast Du das schon vergessen Mon Chou? Ich w├╝nsche mir, dass Ihr gl├╝cklich seid und Du darfst mir ruhig etwas davon abgeben. Ja so sagt man, dass ist mir auch zu Ohren gekommen. Einige Lehnsherren wenden sich ab und an ihren weiblichen Leibeigenen zu. Manche auch ihren m├Ąnnlichen, aber aus anderen Gr├╝nden. Oder den gleiche ohne gleiches Ergebnis. Ich meine sie suchen Spa├č, g├Ânnen sich den Spa├č und m├╝ssen keine Konsquenzen f├╝rchten. Weder die Frau noch der Mann kann ablehnen. Wenn Du Deine Magd begl├╝cken willst, wirst Du es tun, sie wird Dich nicht abweisen. Manche lassen es ├╝ber sich ergehen, manche erhoffen sich einen Vorteil, mache sehen es als Ehre. Stell Dir vor er hat eine K├╝chenmagd und er begl├╝ckt sie. Dann wird sie irgendwann ein Kind bekommen. Er hat Spa├č und er hat irgendwann einen neuen Leibeigenen. Das ist eine Rechnung die doppelt aufgeht. Remy k├Ânnte demnach durchaus von ihm sein. Er w├Ąre dann ein leiblicher Sohn, aber ein Kegel, also er w├Ąre nicht anerkannt. So geht es den meisten. Aber wenn man es ├╝bertreibt, bedenke was passiert Mon Chou, wenn man es immer so weitertreibt. Deine Magd muss keinen Sohn bekommen. Die Kinder k├Ânnen gneauso gut M├Ądchen sein. Diese werden junge Frauen und sollen auch Nachwuchs bekommen. Das ist Vermehrung erste Linie, reine Inzucht Mon Cher, das ist nicht gut. Mit meinen Lippen kann ich eine Menge anstellen, aber die Leute bekommen es nicht mit. Weil sie schlafen w├Ąhrend ich sie benutze. Ich Danke Dir f├╝r das Kompliment. Ich werde Dich schminken, wie w├Ąre es zum Neujahr?┬ź, schlug Conni vor und knackte lautlos die T├╝r zu Melvilles Gemach. Er schob die T├╝r einen Milimeter auf, so dass Ciel entscheiden konnte, ob er sie ├Âffnen wollte oder lieber noch nicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wartete noch damit, einzutreten. ┬╗Warum sollte ich mich von Fran trennen? Da ich ein wenig Gefallen an dir finde? Das st├Ârt sie nicht, ich fragte sie einst, als ich sie darauf hinwies, dass mein Herz nicht ihr allein geh├Ârt. Wenn jemand sich nur schlafend stellt, hat dies bei dir die selbe Wirkung? Was st├Ârt dich daran, wenn jemand bemerkt, wie du dich an seinem K├Ârper labst? Oder st├Ârt es dich ├╝berhaupt nicht? Melville wird vermutlich bereits ohne es zu wissen eine ganze Armada missgebildeter und unbekannter Hochzuchtcantillions in die Welt gesetzt haben. Damit tut er weder sich noch seinen Leibeigenen einen Gefallen. Manche seiner Kinder werden vielleicht ers├Ąuft? Sein Verhalten ist schwer nachzuvollziehen.┬ź

Costantino Marchesi
┬╗Ich wollte Fran nicht schaden, wenn sie Frauen und M├Ąnner neben sich akzeptiert, was viele in Souvagne tun, soll mir das Recht sein. H├Ątte ich zwei M├Ąnner oder Frauen die mich lieben und sich m├Âgen h├Ątte ich nichts dagegen Mon Chou. Wenn ich eine Person sehr mag, reicht es mir, dass sie sich schlafend stellt und sich nicht r├╝hrt. Dass sie mir meinen Spa├č und meine Freude l├Ąsst. Es st├Ârt mich nicht, dass sie es bemerken, sondern dass sie handeln oder mitmachen. Das m├Âchte ich nicht, ich m├Âchte das sie mir geh├Âren, ganz allein. Ers├Ąuft? Kinder? Babys? Mon Dieu wie kannst Du so etwas Schreckliches sagen wo Fran ein Baby unter dem Herzen tr├Ągt? Herje┬ź, st├Âhnte Conni, spie aus und trat drauf. ┬╗Beschw├Âre kein Ungl├╝ck. Normalerweise behalten die meisten die Frauen. Wenn zwei Leibeigene von verschiedenen Herren heiraten wollen, wird meist der Mann fortgegeben und zieht zu der Frau. Weil eine Frau geb├Ąrt die Kinder, sie ist f├╝r einen Lehnsherrn zivil wertvoller als ein Mann. Er wird nur sehr ungern seine Leibeigene weggeben. Die Jungs gibt er vielleicht weg und die Frauen beh├Ąlt er. Das steht fest. Sein einer Sohn sieht auch kaum etwas. Das kommt doch nicht von ungef├Ąhr Mon Cher. R├Ąchen wir uns nun?┬ź, grinste Conni und lie├č die Augenbrauen h├╝pfen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es ist traurige Realit├Ąt, Conni. Unerw├╝nschte und missgebildete Kinder landen oft in einem Brunnen oder einem Fluss. Du meinst, Gaetano ist ein Inzuchtprodukt? Dass seine Mutter die eigene Tochter von Melville ist?┬ź Ciel schaute w├╝tend. ┬╗Das kann durchaus sein.┬ź Er trat gegen die T├╝r, so dass sie krachend aufflog.

Costantino Marchesi
Conni machte eine wegwerfende Handbewegung. ┬╗Nein, seine eigenen T├Âchter geht er nicht an, er besch├╝tzt sie, da er wei├č wie M├Ąnner sind. M├Ąnner wie er. Wer sagt Dir denn dass Gaetano von seiner Frau ist? Vielleicht hat es mal nicht geklappt mit dem Sohn nach Aimeric. Und da hat man den einen Sohn einer Leibeigenen nicht als Kegel versto├čen, ihn nicht als Bastard angenommen, sondern in die Familie aufgenommen als einen der ihren. Seine Frau konnte nicht und dieser Sohn war da. Er h├Ątte sonst nur einen einzigen Sohn, was schwer ist. Das meine ich. Wer hat sonst solche Probleme aus der Familie? Keiner seiner Br├╝der, weder der Palaisin Massimo noch das Himmelsauge Maurice. Keine seiner anderen Kinder sind krank. Gaetano schon. Vielleicht war die Mutter bereits sein Kind, verstehst Du? Eine Leibeigene die dort dient. Gleich wie nah verwandt sie vom Blut ist, wenn er sie gezeugt hat, also ihr Vater ist. F├╝r ihn ist sie nur eine Bedienstete - Eigentum┬ź, erkl├Ąrte Conni und musterte Ciel auffordernd.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das meinte ich doch! Er glaubt, sie sei nur eine Magd und unwissentlich begattete er seine eigene Tochter.┬ź Feindselig blickte Ciel sich im Raum um. ┬╗Melville┬ź, rief er in gespielter Freundlichkeit. ┬╗Du hast Besuch.┬ź

Costantino Marchesi
Melville strich sich die schwarzen, angegrauten Haare aus dem Gesicht und stemmte sich auf dem Ellenbogen hoch, ehe er sich verschlafen im Raum umschaute. ┬╗Prince Ciel... was macht Ihr denn hier? Oder wie kann ich Euch helfen┬ź, g├Ąhnte Mel. Gleichzeitig sprang eine Frau von der Couch auf, schnappte sich ihre Sachen und eilte mit knallroten Kopf an Ciel vorbei nach drau├čen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat einen Schritt zur Seite, damit die Dame ungehindert an ihm vorbeiflitzen konnte. Da Melville schon einmal so sch├Ân im Bett lag, setzte Ciel sich zu ihm auf die Bettkante. ┬╗Wer ist eigentlich die Mutter von Gaetano?┬ź, fragte er und musterte den alten Mann mit unverhohlenem Interesse, das allerdings nicht gerade freundlich wirkte. Tats├Ąchlich blickte Ciel gerade kaum anders drein als die M├Ąnner seiner Lieblingseinheit Unit├Ę B, wenn diese Beute witterten.

Melville de la Cantillion
Mel schaute kurz seiner Gespielin hinterher, ehe er sich Ciel widmete. Der Blick von dem Princen gefiel ihm ganz und gar nicht. ┬╗Die Mutter von Tano ist Satine, genauer gesagt Comtesse Satine Renee de la Cantillion. Sie ist meine erste Frau. Aus welchem Grund fragt Ihr? Hat er etwas angestellt? Dann sicher nicht absichtlich, das versichere ich Euch┬ź, erkl├Ąrte Melville und gr├╝belte dar├╝ber nach, was wohl ausgerechnet der kleine Tano getan haben k├Ânnte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gar nichts hat Gaetano angestellt. Was sollte er auch tun? Er ist der freundlichste Mensch der Welt, gleich nach meinem lieben Ferrau.┬ź Er guckte sich Melvilles graue Brusthaare an. ┬╗Wie beh├Ąltst du den ├ťberblick dar├╝ber, wer von deinen Leibeigenen alles von dir schwanger wurde und wer wom├Âglich deine Nachkommen sind?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Dar├╝ber muss ich keinen ├ťberblick behalten, denn je gr├Â├čer die Zahl der Untertanen je m├Ąchtiger der Mann. Was sollte ich da f├╝r einen ├ťberblick behalten. Z├Ąhlt Ihr Eure Untertanen durch?┬ź, fragte Melville und starrte bewusst Ciels Kopf an. Was dieser kleine biestige Prince konnte, konnte er auch.

Ciel Felicien de Souvagne
Da Melville garsten wollte, begann Ciel mit seinem Brusthaar zu spielen. Er zupfte daran herum, zwirbelte es und k├Ąmmte es, wie es ihm gerade gefiel. ┬╗Ich habe mir die Frage gestellt, wie du dann verhinderst, dass du nicht versehentlich eine deiner T├Âchter begl├╝ckst. Oder nimmst du das Risiko bewusst in Kauf?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Es sind nicht meine T├Âchter Hoheit, es sind meine Leibeigenen. Ihr k├Ânnt Euch n├Ąher setzen, wenn Ihr Euch nach N├Ąhe sehnt. Wir hatten ja schon einmal fast das Vergn├╝gen als Ihr noch jung und attraktiv wart, erinnert Ihr Euch an die guten alten Zeiten?┬ź, fragte Melville versonnen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, daran erinnere ich mich┬ź, ├Ąrgerte sich Ciel. ┬╗Du magst es jung, nicht wahr? Da kenne ich noch jemanden. Wie jung genau? Du meinst also, so lange du sie nicht anerkannt hast, ist es dir gleich, ob dein Blut in ihren Adern flie├čt.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Prince Ciel ich wei├č dass Ihr Verrill gerne keusch sehen wollt. Aber seit damals sind Greg und ich verbunden. Nicht nur als er ein zartes Pfl├Ąnzchen war, ich hielt sogar um seine Hand an. Und selbst heute noch, sind wir verbunden und verstehen uns ├Ąu├čerst gut. Vielleicht nicht so oft wie ich es mir w├╝nschen w├╝rde, aber Euer Bruder wei├č wer ihn gut behandelt und wo er bekommt was er braucht. Nein es interessiert mich nicht, wessen Blut in ihren Adern flie├čt Herr. Es sind meine Leibeigenen und ich behandele sie selbstverst├Ąndlich dementsprechen. Sie genie├čen meinen Schutz, sie haben Kost und Logis, ihnen mangelt es an nichts, folglich mir auch nicht. Es ist meine Herde und ich bin dort der einzige mit H├Ârnern, Ihr versteht? Warum sollte ich mir dar├╝ber Gedanken machen? Es gibt doch nicht umsonst die Bezeichnung Kind und Kegel, dass wisst Ihr so gut wie ich. Was spricht dagegen, dass eine Magd ein Kind bekommt, dieses Kind bei seiner Mutter aufw├Ąchst, am Hofe arbeitet und sp├Ąter selbst Kinder bekommt? Nichts. Das ist der Lauf der Welt Herr┬ź, erkl├Ąrte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grabschte zu und kniff Melville so fest ins Nippel, wie er konnte. Dann zwirbelte und zog er gleichzeitig. ┬╗H├Âr auf, so von meinem Bruder zu sprechen!┬ź, rief er w├╝tend. ┬╗Er wei├č, wer ihn gut behandelt und das bist nicht du. F├╝r dich ist er einer unter tausenden. Es gibt Menschen, f├╝r die ist er alles. Aber du geh├Ârst nicht dazu.Es spricht etwas dagegen, dass die Magd, die du beungl├╝ckst, wom├Âglich bereits die Frucht deiner Lenden ist! Und im ung├╝nstigsten Falle ist es auch bereits deren Mutter, bei deinem Alter w├Ąre das denkbar.┬ź

Melville de la Cantillion
Melville unterdr├╝ckte den Drang aufzukeuchen und zeitgleich nach seiner Magie zu greifen. ┬╗Es gibt keinen Grund... mich anzugreifen. Ihr k├Ânnt Euren Bruder fragen. Ich sprach damit nicht schlecht von ihm. Ja gut, was Ihr bezogen auf die Linie sagt stimmt. Und?┬ź, knurrte Melville, w├Ąhrend Costantino sich etwas von dem Grappa einschenkte der auf dem Tisch stand und das Glas gen├╝sslich leerte, w├Ąhrend er sich einen Stuhl heranzog um zuzuschauen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č das Nippel los, das nun sehr rot aussah. ┬╗Ich will nicht, dass du von meinem Bruder auf diese Weise sprichst, geht das nicht in deinen Sch├Ądel?┬ź, sagte er nun sehr w├╝tend. ┬╗Er ist eine zarte Pflanze und du hast ihn ausgerissen mit der gesamten Faust, hast die feinen wei├čen Wurzeln seiner Unschuld zerfetzt. Er hat dich geliebt, wei├čt du das?┬ź, fragte Ciel b├Âse. ┬╗Und er liebt dich noch immer. Dass du deine T├Âchter schw├Ąngerst - st├Ârt dich nicht? Das ist schockierend zu h├Âren, aber was soll ich dazu sagen. Ich muss es einfach zur Kenntnis nehmen, dass Gaetano nicht nur dein Sohn, sondern zeitgleich auch dein Enkel ist, wie so viele andere.┬ź

Melville de la Cantillion
Melville rieb sich die Brust und schaute Ciel ernst an. ┬╗Meine Kinder haben damit nichts zu tun. Ihr versteht es nicht, oder seht es anders. Was glaubt Ihr wieviele Frauen so einige M├Ąnner haben? Ich rede da nicht von Ehefrauen. Wer kriecht nicht nachts in das warme Bett einer seiner M├Ągde, wenn er allein ist? Sind das meine Kinder. Rein von der Zeugung her ja. Aber vom Erbe her nein. Ja sie tragen mein Blut in sich, aber sie tragen nicht meinen Namen und nicht meinen Titel. Ich habe Euren Bruder nicht umsonst gefragt ober mich heiraten wollte. Er lehnte ab. Und ich wei├č dass er mit diesem Linhard gl├╝cklich ist, ich g├Ânne es ihm. Das d├╝rft Ihr mir glauben┬ź, sagte Mel ernst.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Der Antrag hat ├╝berhaupt nichts zu bedeuten. Gregoire ist ein Prince. Wer w├╝rde nicht versuchen, eine Heirat mit einem Prince zu erwirken, wenn er schon einmal so praktisch in dessen Gunst steht, mehr noch, von ihm geliebt wird? Mein Bruder war zum Gl├╝ck klug genug, nicht darauf einzugehen. Deine Kinder tragen dein Erbe in sich, wenn auch nicht auf dem Papier, so doch in ihrem Blute. Und wenn das Blut zu dick wird, werden die Nachfahren krank. K├╝mmert es dich nicht? In ein, zwei Generationen hast du eine Scholle voller Kr├╝ppel, da jeder mit jedem verwandt ist.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Die Unterstellung muss ich mir gefallen lassen, aber sie ist nicht wahr. Ich h├Ątte ihn wirklich gerne geheiratet, selbst wenn er kein Prince w├Ąre. Was Ihr erl├Ąutert, kann ich nicht abstreiten Prince Ciel. Aber sind wir ehrlich, ist das in unseren Adelskreisen nicht ├Ąhnlich? Wir heiraten auch nur untereinander. Wieviel frisches Blut kommt hinzu? Eure Gro├čmutter ist eine Cheverette. Eurem Vater wurde angeboten eine Cheverette zu heiraten. Eine Frau aus der Familie seiner Mutter. Das ist bei uns nicht anders, als bei Euch oder jedem anderen Adeligen. Die Ausnahmen bilden Personen wie Ihr oder Linhard, jene die wirklich von au├čerhalb dazukommen. Adelig oder nicht, sie frischen die Linie auf. Allerdings bringen sie auch die Konstanten durcheinander. Ein Cheverette ist wie? Man wei├č es, bis auf eine unr├╝hmliche Ausnahmen. Ein Cantillion ist wie? Ein Dusolier ist wie? All das wei├č man ungef├Ąhr. Einige schlagen immer aus der Art. Aber wie ist Linhard? Was wird sich von ihm vererben? Das wisst Ihr nicht, ich ebenso wenig. Darum bleibt man bei dem was man hat und kennt im Adel. Und was uns n├╝tzt, warum sollte es den Leibeigenen schaden? Sehen mein Leibeigenen krank aus?┬ź, fragte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zuckte mit den Schultern. Mit diesem Mann zu reden war offenbar vergebene Liebesm├╝h. ┬╗Teilweise hast du sogar recht, was den Inzest betrifft. Aber es zu ├╝bertreiben, kann fatale Folgen haben. Unfruchtbarkeit der Nachfahren zum Beispiel. Gregoire ist besonders. Eine seltene Blume, die man nicht an jedem Wegesrand findet. Das ist es, nicht wahr?┬ź Resigniert legte er Melville die Hand auf den Kopf und spielte mit seinem Blutfluss herum, so dass der alte Mann unwahrscheinlich lange Nippel bekam.

Melville de la Cantillion
┬╗Ja ich wei├č was er ist, er ist selten. Und hinter all seiner Kratzb├╝rstigkeit die manchmal zu Tage tritt, steht nichts weiter als Angst. Vor wem soll er Dir selbst sagen, dass steht mir nicht zu. Das stimmt wohl, man sieht es an manchen Linien, sogar an Eurer. Oder bleiben wir bei Linhard. Eure Linie und die Linie der Hohenfelde die hier her gezogen sind. Ich k├Ânnte einen von ihnen auf dem Marktplatz treffen, ich w├╝sste der Mann ist ein Hohenfelde. Genauso k├Ânnte ich einen von Euch treffen und w├╝sste dieser Mann ist ein de Souvagne. Genauso ist es mit einem Wolfshund, man zieht ihm an der ist ein Wolfshund - er ist darauf gez├╝chtet. Seine Blutlinien wurden selektiert, damit er ist was er ist. Wir im Adel tun das aus guten Grund, die Macht soll erhalten und in unseren H├Ąnden bleiben. Kein de Souvagne will jemand in der Linie der nicht so aussieht oder strunzd├Ąmlich w├Ąre. Aber dabei kommen auch andere Probleme zum Vorschein. Wieviele Frauen hat Euer Vater? Wieviele Kinder hat er? Nur vier Herr. Das ist wenig. Schaut Euch andere Familienoberh├Ąupter an. Manche gleichen sich wie ein Ei dem anderen, aber nicht unbedingt in Sch├Ânheit, sondern haben bestimmte Defizite wie Vorbiss und so weiter oder Krankheiten. Andere wiederum tragen die Inzucht im Kopf. Also ja, damit habt Ihr schon Recht, aber es betrifft vielleicht auch Eure eigene Linie nicht nur mich oder meine Leibeigenen. Ich spreche wertefrei. K├Ânntet Ihr aufh├Âren mich zu qu├Ąlen?┬ź, fragte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah auf. ┬╗Oh, das war keine Absicht. Ich war in Gedanken. Kein de Souvagne k├Ąme auf die Idee, mit seinen eigenen Kindern zu verkehren. Das unterscheidet dich von anderen Adelsgeschlechtern.┬ź Ciel ├╝berlegte. ┬╗Zumindest hoffe ich, dass du eine unr├╝hmliche Ausnahme bist┬ź, sprach er besorgt.

Melville de la Cantillion
Melville starrte Ciel wie vom Donner ger├╝hrt an. ┬╗Ich habe niemals eine meiner T├Âchter angefasst! Weder Magdalena noch Ga├źlle. Jene die durch meine Lenden entstanden aber Leibeigene sind, sind von meinem Blut aber nicht von meiner Familie. Und das wird wohl bei einigen der Fall sein. Manche Leute sollen ja auch ihren Leibdienern zugetan sein. Verboten?┬ź, fragte Melville und starrte Ciel in die Augen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ehrlich gesagt, wei├č ich nicht, ob es verboten ist, mit seinen leiblichen Nachkommen zu verkehren, ob nun anerkannt oder nicht┬ź, antwortete Ciel und verpasste Melville einen St├Ąnder, als Strafe f├╝r das Starren. ┬╗Ich m├╝sste nachschlagen.┬ź

Melville de la Cantillion
Melville starrte perplex zwischen seine Beine und zog unauff├Ąllig die Decke auf seinen Scho├č in der Hoffnung dass Ciel nicht mitbekam, was er dort versuchte.┬źEs ist nicht verboten, wie der Name Leibeigener schon sagt, k├Ânnt Ihr alles mit ihm tun. Aber das hei├čt nicht, dass Ihr es tun sollt. Ihr k├Ânnt ja meine M├Ągde fragen, ob sie ungl├╝cklich sind┬ź, fl├Âtete Mel und tat als w├Ąre nichts.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gut, ich lasse es darauf ankommen. Ich werde sie fragen┬ź, antwortete Ciel und schaute neugierig auf die Decke. ┬╗Ich werde eure M├Ągde fragen, was sie davon halten. Und deine Frau ist nicht zuf├Ąllig auch deine Tochter?┬ź Ciel lie├č die Hand auf Melvilles Haupt ruhen und f├╝hlte nach, was sein K├Ârper machte.

Melville de la Cantillion
Bei der Erw├Ąhnung seiner Frau verzog Melville kurz das Gesicht. ┬╗Sie ist ganz sicher nicht meine Tochter, darauf verwette ich alles. Ich spreche von meiner ersten Frau. Sie ist ziemlich forsch, was Euch an Haaren mangelt, hat sie pfundweise auf den Z├Ąhnen. Fragt die M├Ągde von mir aus┬ź, gab Mel zur├╝ck. Ciel sp├╝rte eine seltsame Mischung aus Wut und Geilheit und zwar auf ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und Gaetanos Mutter? Du bist w├╝tend, Melville. Warum?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Weil sie nicht gerade die Frau ist, die ich mir ausgesucht h├Ątte. Es ist nunmal die Erstfrau. Und ich habe auch keine Lust ├╝ber sie zu diskutieren. Es gibt andere Frauen, die wesentlich angenehmer im Umgang sind oder M├Ąnner. Aber sie ist meine Frau, also arrangiere ich mich mit ihr┬ź, antwortete er ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du bist das Familienoberhaupt. Wenn dir nicht nach ihr ist, lass sie woanders ihr Leben f├╝hren und f├╝hre dein eigenes. Dir kann niemand mehr etwas vorschreiben. Ist sie Gaetanos Mutter?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Nein ist sie nicht und er ist auch nicht der Erstgeborene, also spielt es keine Rolle. Ich lebe mein Leben wie ich es leben will. Wie kommt Ihr darauf,dass ich das nicht t├Ąte?┬ź, fragte Melville und schaute f├╝r den Bruchteil einer Sekunde sehns├╝chtig zur T├╝r.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weil du w├╝tend bist. W├Ąre alles in Ordnung, w├Ąrst du wohl kaum so aufgebracht. Ich bin kein Geistmagier, ich kann dich nicht auslesen. Ich kann nur sp├╝ren, ob du aufgebracht bist oder ruhig und in welchen Regionen deines K├Ârpers dein Blut sich verdichtet. Sei so gut und hilf mir auf die Spr├╝nge.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Ich habe einen St├Ąnder mit dem ich einen gefrorenen Acker pfl├╝gen k├Ânnte, m├Âchtest Du helfen?┬ź, fragte Melville.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schmunzelte. ┬╗Endlich einmal eine rundum ehrliche Antwort. Und das macht dich w├╝tend? Weil ich dir zum zweiten mal die Partie vermasselt habe? Vielleicht helfe ich dir und nehme den Druck aus deinen Blutbahnen. Deine vorherigen Antworten waren sehr ausweichend.┬ź Ciel streichelte dem alten Mann den Kopf.

Melville de la Cantillion
Melvilles Blick wandelte sich, statt Wut war darin so etwas wie Z├Âgern, ja sogar Angst zu lesen auch wenn er ansonsten sein Gesicht sehr gut unter Kontrolle hatte. ┬╗Was genau meint Ihr? Wie wollt Ihr mir ┬╗helfen?┬ź Wieso solltet Ihr das zweite mal die Partie vermasselt haben? Was habt Ihr vor?┬ź, fragte Melville.

Ciel Felicien de Souvagne
Melville sp├╝rte, wie er sich entspannte. Sein Puls, der sich vor Angst erh├Âht hatte, wurde wieder ruhig. Er f├╝hlte sich angenehm schl├Ąfrig und seine F├╝├če und H├Ąnde wurden warm. An seiner Erregung ├Ąnderte sich jedoch nichts. Der sonst so f├Ârmliche Prince Ciel beobachtete ihn, w├Ąhrend er ihn streichelte. ┬╗Das, mein lieber Melville.┬ź Sein Schmunzeln verbreiterte sich zu einem Grinsen.

Melville de la Cantillion
Melville schaute ihn nur verst├Ąndnislos an,w├Ąhrend er immer ruhiger wurde und sich entspannte. So als h├Ątte er Drogen verabreicht bekommen, oder ein Beruhigungsmittel. Er wusste, er sollte sich sorgen, er musste aufpassen, aber er f├╝hlte sich wie das Kaninchen vor der Schlange und dummerweise vertraute er der Schlange auch noch. Nur einen winzigen Moment noch und er w├╝rde einschlafen, wenn er nicht Acht gab. Irgendetwas mit seinem Blut hatte der Prince gesagt... Ob er ihn ausbluten lassen wollte? Dieser Gedanke musste ihn eigentlich in Panik versetzen, aber weder war er panisch, noch war sein Rohr schlaff geworden, daf├╝r fielen ihm fast die Augen zu. Er musste wach bleiben, er durfte nicht einschlafen... Das war das Letzte was Melville dachte, bevor er tief und fest einschlief.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hob den Kopf und schenkte Costantino ein breites Grinsen, bei dem er die Z├Ąhne zeigte. Derma├čen grinste der Prince sonst nur, wenn er mit seinen Br├╝dern irgendwelchen Unfug anstellte, von dem sie genau wussten, dass es verboten war. Er strich Melville das Haar aus dem Gesicht. ┬╗So mache ich das┬ź, erkl├Ąrte er und zog Melville die Decke weg, um sie s├Ąuberlich zusammengelegt auf einem Stuhl zu platzieren.

Costantino Marchesi
Conni trat vorsichtig n├Ąher und ber├╝hrte Melville einmal kurz und zog sofort wieder die Hand weg. Aber der mann wachte nicht auf, er r├╝hrte sich gar nicht mehr. Er schlief genauso fest, wie nach einer Sedierung. Costantino umfasste ein Hand- und ein Fu├čgelenk und zog, so das Melville einen Augenblick sp├Ąter auf dem R├╝cken lag und friedlich schlummerte. Der Griff verriet Ciel, dass Conni in dem Umgang mit K├Ârpern geschult war, die keine Unterst├╝tzung leisteten. Costantino schaute Melville genau ins Gesicht. Er starrte ihn regelrecht an und schien jede noch so kleine Information in sich aufzunehmen, ehe er ihn mit den Fingerspitzen vom Gesicht beginnend abtastete und so seinen ganzen K├Ârper erkundete. ┬╗Er hat viele Narben, er ├╝bertreibt es┬ź, fl├╝sterte Conni Ciel zu.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Womit ├╝bertreibt er es? F├╝r mich sieht das aus wie Trainingsnarben.┬ź Im Gegensatz zu Conni interessierte sich Ciel vor allem f├╝r eines - den Kopf des Schlafenden. Ciel liebte es, wenn sich Gesichter, die sonst vor Wut oder Sorgen verzerrt waren, sich unter seinen H├Ąnden entspannten. Wenn sie die Sorgen abstreiften und sich seinem Schutz hingaben. Ciel machte es sich neben Melville und Conni bequem und streichelte unentwegt Melvilles Gesicht. Er roch an ihm und k├╝sste zart seine Wange.

Costantino Marchesi
┬╗Er k├Ąmpft beim Sex, er liebt es knallhart. Schau zwischen seine Beine, er hat sogar Narben im Intimbereich, auf seinem besten St├╝ck Mon Dieu. Da bin ich genau das Gegenteil, ich mag nicht einmal wenn sie sich bewegen oder zucken. Geschweige denn, wenn ich sie niederk├Ąmpfen m├╝sste. St├Ârt es Dich, wenn ich mich ihm n├Ąhere Mon Cher?┬ź, fragte Conni liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich auf und schaute sich das vernarbte Monstrum an, das Melville zwischen seinen Beinen hatte. Ciel strich mit einem Finger die Narben entlang. ┬╗Wie bei Belly┬ź, sprach er ruhig. ┬╗Nur noch schlimmer. Und so geht er mit meinem Bruder um. Verstehst du, warum es mich w├╝tend macht? Bedien dich nur. Er geh├Ârt uns.┬ź Ciel dr├╝ckte Costantino einen Kuss auf den Mund, in dem Costantino die unterdr├╝ckte Flamme eines lodernden Verlangens sp├╝rte, ehe er ihn in Ruhe lie├č und sich wieder Melvilles Kopf zuwandte. Mit den Fingern strich er das Profil seines Gesichts entlang, vom Scheitel ├╝ber die Stirn und die markante Nase, ├╝ber die Lippen, das Kinn und den Hals.

Costantino Marchesi
Als Ciel sich abwandte strich Costantino ihm liebevoll den R├╝cken entlang herunter. ┬╗Er ist ein dummer Mensch Mon Amour, ein sehr sehr dummer Mensch. Er wei├č nicht mal was ihm entgeht. Welches Gl├╝ck auf andere Art, wenn er es in Ruhe und in Frieden t├Ąte. Daf├╝r ist es nicht da, w├╝rde ein Freund sagen┬ź, erkl├Ąrte Conni und k├╝sste Ciel sanft in den Nacken, bevor er es sich gem├╝tlich machte, Melville halb auf die Seite drehte und es ihm in aller Seelenruhe besorgte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hielt Melville von vorn umarmt, w├Ąhrend Costantino es ihm von hinten gab. Melville sah dabei gl├╝cklich aus. Vielleicht tr├Ąumte er gleichzeitig einen Traum, indem Beischlaf f├╝r ihn mehr war als nur das endlose, gedankenlose Benutzen und Wegwerfen. Ein Mensch nach dem anderen. Mensch? Was sah Melville in denen, mit denen er das Bett teilte? Er war w├╝tend gewesen, das Thema Ehe hatte ihm so wenig gefallen wie das Thema Beischlaf und er hatte Ciel die Antworten verweigert. Ciel genoss die St├Â├če, die von Conni in den schlafenden Mann ├╝bertragen wurden und zog ihn fest an sich. ┬╗Tr├Ąum s├╝├č, Mel┬ź, sagte er ganz leise liebevoll in sein Ohr. ┬╗Vergiss deine ewigen K├Ąmpfe und finde ein wenig Frieden.┬ź

Costantino Marchesi
Ciel sp├╝rte wie sich Connis Hand um seinen Nacken schloss. Aber anders als er es sonst kannte, weder fest und ├╝berhaupt nicht bedrohlich, sondern so sanft und z├Ąrtlich, dass es einer Liebkosung gleichkam. ┬╗So soll es sein Mon Cher, Frieden, Ruhe, Ausgeglichenheit┬ź, keuchte Conni leise und zog Ciel zu sich heran um ihn ganz sanft zu k├╝ssen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├Âffnete leicht die Lippen und schloss die Augen. Er hielt ganz still, als Costantino ihn k├╝sste, um diesen nicht zu st├Âren. Er genoss einfach. Das Einzige, was er noch tat, war die Hand ├╝ber Melville hinweg auf Costantino zu legen und dann dort schlaff ruhen zu lassen. Nicht nur der alte Silberr├╝cken war entspannt. Auch Ciel war es. Er f├╝hlte sich rundum wohl mit Conni.
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Re: Blutrote See Kapitel 17 - Rache an Melville

#2

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Sa 1. Dez 2018, 13:27

B├Âses Erwachen


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte den alten Pyromanten in seinen Arm gezogen. Melville schlief, den Kopf in Ciels Halsbeuge geschmiegt. Ciel war vollst├Ąndig bekleidet und hatte den Comte nur an Kopf und Oberk├Ârper ber├╝hrt. Dabei war er sanft gewesen und hatte ihm nichts angetan. Melville war gestreichelt und gek├╝sst worden, vor allem hatte ihm Ciel viel erz├Ąhlt. Dann hatte er selbst ebenfalls eine Runde geschlafen. In dieser Zeit wich seine magische Beeinflussung und Melville kam langsam wieder zu sich.

Melville de la Cantillion
Melville f├╝hlte sich seltsam als er aufwachte. Schlaftrunken bekam f├╝r ihn schlagartig eine andere Bedeutung, er f├╝hlte sich wirklich wie betrunken. Er brauchte einen Moment um sich zu orientieren und stellte fest, dass ihn jemand im Arm hielt. Er musste ├╝berlegen, normalerweise schlief er allein. Also dann, wenn er tats├Ąchlich schlief. Sein K├Ârper f├╝hlte sich wund an und zwar an einer ganz gewissen Stelle. Mit einem Ruck setzte sich Mel auf und schaute sich um. Ciel und dieser andere Kerl, mit ihrem Anblick kam auch die Erinnerung zur├╝ck und die war alles andere als angenehm. "Was soll das?", blaffte Melville so dass Conni erschrocken hochfuhr und ihn mit einem Handkantenschlag niederstreckte. "Oh je Mon Dieu", keuchte Conni w├Ąhrend Mel die Augen verdrehte.

Ciel Felicien de Souvagne
W├Ąhrend Melville zur├╝ck ins Kissen st├╝rzte, fuhr Ciel hoch. ┬╗Oh nein, mon chou┬ź, schimpfte er. Er biss eine seiner Schnittwunden auf, rieb seine Handfl├Ąche mit dem Blut ein und legte sie Melville auf den Hals. Schlagartig lie├čen dessen Schmerzen und Atemnot nach. Ciel rieb sich erst einmal ausgiebig das Gesicht. ┬╗Gut geschlafen?┬ź, erkundigte er sich.

Melville de la Cantillion
Melville kam langsam wieder zu sich und nahm die H├Ąnde von seinem Hals. "Was soll...", setzte er an, fuhr aber dann leiser und ruhiger fort da er den Schlag noch in Erinnerung hatte. "Was soll das?", fragte er und rieb sich seine Kehle. "Und wer von Euch beiden hat sich bedient?", murrte er hinterher.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Niemand hat sich bedient┬ź, tadelte Ciel, dessen Gesicht rot beschmiert war, da er sich mit der blutigen Hand dar├╝ber gerieben hatte. ┬╗Wir haben nur auf dich achtgegeben w├Ąhrend deiner Bewusstlosigkeit. Wie kommst du darauf? Tut dir der Po weh?┬ź

Melville de la Cantillion
"Habe ich vom Po gesprochen?!? Du warst es also, was habe ich Dir eigentlich getan?", fragte Mel anklagend und musterte Ciel skeptisch. "Du und dieser Clown da hinter mir, was soll das werden? St├Ârt es Dich derma├čen, dass ich ein Verh├Ąltnis mit Deinem Zwitter-Bruder habe? Ich wei├č es, bitte es ist raus. Und? Wusstest Du es? Du wei├čt ja nicht mal, welche Probleme er hat. Ihr interessiert Euch f├╝r Euch und ich mich f├╝r meine Dinge. Also lass mich gehen", forderte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musterte Melville b├Âse. Dann sah er Costantino an. ┬╗Conni, mon amour, bitte lass uns allein.┬ź

Costantino Marchesi
Conni k├╝sste Ciel auf den Mund, strich ihm ├╝ber den Kopf und im gleichen Moment war er auch schon verschwunden.

Melville de la Cantillion
Melville schaute Conni kurz nach, ehe er Ciel musterte und dann den Blick senkte. "So war das nicht gemeint", fl├╝sterte Melville entschuldigend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel genoss den Geschmack von Costantino noch, als dieser schon verschwunden war. Er sah lange noch auf die T├╝r, ehe er sich wieder neben Melville legte. Er drehte sich auf den Bauch und legte die H├Ąnde unter die Wange. Er musterte ihn. Schlie├člich klopfte er neben sich auf das Kissen.

Melville de la Cantillion
Melville legte sich neben Ciel und schaute ihn ebenfalls genau an, musterte ihn von oben bis unten und stopfte sich dann auch seine H├Ąnde unter die Wange um sie als Kissen zu benutzen. Man sah ihm an, dass er unschl├╝ssig war. Etwas trotzig und ├Ąngstlich musterte er Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du sprichst erst und hinterher denkst du nach. Dann bereust du deine Worte und vielleicht tun sie dir leid. Vielleicht hast du sie aber auch genau so gemeint. Verrills Besonderheit sind Familieninterna. Und zwar auf der Stufe von Staatsgeheimnissen, so lange bis Verrill selbst entscheidet, zu offenbaren, wer sie ist. Von welchen Problemen meines Bruders sprichst du?┬ź

Melville de la Cantillion
"Manchmal ist meine Zunge schneller als mein Hirn und meine Wut auch. Er hat es mir vor langer Zeit nicht nur gesagt, sondern auch gezeigt. Wir waren intim miteinander, dass wei├čt Du. Und er sagte es mir eines Tages. Sein Problem ist Euer Heiler, Benito. Er verabscheut ihn und er f├╝rchtet ihn. Du bist Teil der Krone, also darf ich es Dir doch wohl sagen. Du weil wir vertraulich reden und nicht als Beleidigung", erkl├Ąrte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe dir das Du nicht angeboten┬ź, antwortete Ciel spitz. ┬╗Die Sache mit Benito ist schon lange gekl├Ąrt. Benito wurde zur Verantwortung gezogen und hat seine Wiedergutmachung geleistet.┬ź

Melville de la Cantillion
"Nein das habt Ihr nicht. Sieht Verrill die Sache auch als erledigt an? Wisst Ihr das? Nun das m├╝sst Ihr mir auch nicht sagen, dass geht nur Eure Familie etwas an. Fragt sie, wenn es Euch interessiert. Darf ich gehen Hoheit?", fragte Melville hoffnungsvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nein. Wann du gehst, entscheide ich." Ciel dachte nach, bevor er antwortete. "Du hast Verrill meinen Zwitterbruder genannt im Beisein eines fremden Matrosen. Du br├╝stest dich damit, mit Verrill verkehrt zu haben als sei er eine Troph├Ąhe. Nein, ich wei├č nicht genau, ob Verrill wirklich dar├╝ber hinweg ist. Aber mehr kann ich nicht f├╝r ihn tun, seine Seele ben├Âtigt Zeit zum Heilen. Den Penis ist vernarbt. Warum?"

Melville de la Cantillion
"H├Ârt zu, ich mag Euren Bruder wirklich. Aber er ist auch etwas au├čergew├Âhnliches mit dem man auf dieser Art verkehren kann. Er ist ein Sahnebonbon unter den stinknormalen S├╝├čigkeiten. Warum ich dort Narben trage? Weil ich es nicht immer sacht zugehen lie├č. Manche Spiele wurden etwas grober oder sehr grob. Aber das betraf nicht Euren Bruder, sie sind nicht von ihm und er tr├Ągt keine Narben von mir", erkl├Ąrte Melville ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde Verrill fragen, ob das den Tatsachen entspricht. Findest du es in Ordnung, so von ihm zu sprechen?┬ź, hakte Ciel nach. ┬╗Und wie kann es dir angenehm sein, dir selbst an einer so empfindlichen Stelle solche Wunden beizuf├╝gen? Solche Menschen gibt es, die aus Schmerz Lust gewinnen, aber bist du ein solcher oder nimmst du ihn in Kauf?┬ź

Melville de la Cantillion
"Fragt ihn. Ich wollte nur ehrlich sein was ihn betrifft, vielleicht kennt Ihr es auch, dass Ihr etwas au├čergew├Âhnliches an einer Person besonders m├Âgt. Ihr m├Âgt sie, aber das macht sie zu etwas besonderem, dass Ihr sie besitzen wollt. So ist es bei uns, oder mit mir. Nun ich gewinne aus dem Schmerz an sich keine Lust, sondern aus dem Sex und wenn ich mittendrin bin und es wird derma├čen hart, dann ist es so. Die Erregung steigert sich ins Unendliche. Nur wenn der Sex dann vorbei ist und die Erregung nachl├Ąsst, dann kommen die Schmerzen", gestand Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du hast gegen├╝ber dem Matrosen da ausgeplaudert, wer Verrill wirklich ist", beharrte Ciel. "Du sagst nichts dazu. Hoffst du, ich w├╝rde es vergessen? Von wem geht es aus, dass es so hart wird, von dir oder von deinen Gespielen? Bei jenen m├╝sste es ja genau so aussehen. Und da klagst du ├╝ber ein leicht ger├Âtetes Loch?"

Melville de la Cantillion
"Nun vielleicht habe ich gehofft ihn so f├╝r mich zu markieren, wer wei├č das? Das ist unerheblich, ich spiele das Spiel von beiden Seiten, aber dann wei├č ich vorher bescheid. Ob sie mir die Krallen in die Juwelen gr├Ąbt oder ich sie bei├če, ist das wichtig? Wer war es, er oder Ihr?", fragte Mel ernst.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das ist so lange unerheblich, wie es in beiderseitigem Einvernehmen geschieht. Aber die Vorstellung, wie du deine leiblichen Nackommen derart behandelst ... ist, gelinde ausgedr├╝ckt, befremdlich. Warum m├Âchtest du wissen, wer es war, w├╝rde es denn einen Unterschied machen? Dein sogenanntes Markieren meines Bruders ist f├╝r dich lebensgef├Ąhrlich, das wei├čt du, ja?"

Melville de la Cantillion
"Nun meint Ihr Euer Vater w├╝rde mich auf den Block schicken oder er w├╝rde mir seine Hand geben? Vermutlich ist das zu egoistisch gedacht. Greg selbst sagte nein und nur weil ich m├Âchte hei├čt dass nicht das er wollen muss. Zudem ist er ein Prince und ich nur ein Comte. Aber darum ging es mir nicht. Droht Ihr mir?", fragte Mel. "Nun das mag f├╝r Euch befremdlich sein, aber ich bin keine Person der einmal im Monat Sex ausreicht. Und das was ich ben├Âtige, dass beschaffe ich mir. Daran ist nichts verbotenes, ich habe niemandem bewusst geschadet. Versehentlich schon, das gebe ich zu", gestand Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du beantwortest andauernd nur die H├Ąlfte meiner Fragen", beschwerte sich Ciel. "Beantworte sie gef├Ąlligst komplett. Ich drohe dir nicht. Aber Verrill kann sehr ungehalten werden, wie du wei├čt. Und wie er es findet, dass du einem wenig vertrauensw├╝rdig erscheinenden Menschen im Pyjama derart intime Informationen zukommen l├Ąsst, wei├č Ainuwar allein."

Melville de la Cantillion
Melville musterte Ciel und zuckte ergeben mit den Schultern. "Ja ich wei├č, das es lebensgef├Ąhrlich f├╝r mich sein kann. Aber ich h├Ątte einiges daf├╝r gegeben ihn als meinen Ehemann in unsere Familie aufzunehmen. Das h├Ątte mir sehr gefallen und nein, ich wei├č dass ich meinen Mund h├Ątte halten sollen. Mit so einer Erpressung erreicht man nichts, meist sogar das Gegenteil. Das es f├╝r Euch befremdlich ist, so hart ranzugehen, kann ich verstehen. F├╝r mich ist es befremdlich, den anderen einfach zu ├╝berfallen und im Schlaf zu nehmen. Ich denke jeder hat dort seine ureigene Sicht und seine Vorlieben. Was m├Âchtet Ihr beantwortet haben? Nehmt es mir nicht ├╝bel, aber irgendwie f├╝hle ich mich von Euch bedroht".

Ciel Felicien de Souvagne
"Das k├Ânnte daran liegen, dass ich w├╝tend bin", erkl├Ąrte Ciel. "Warum m├Âchtest du wissen, wer es war, w├╝rde es denn einen Unterschied machen? Und noch eine. Welche Art der Erpressung meinst du? Dass du alles ├╝ber meinen Bruder ausplauderst, wenn er dir nicht zu Willen ist?"

Melville de la Cantillion
"Ja daran habe ich einmal gedacht, weil ich einfach verzweifelt war. Wisst Ihr, ich habe ihn oft vermisst. Er ist im Palast und macht sein Ding und ich sitze Zuhause meist alleine herum und falls nicht, dann gehe ich meine Runden. Aber verbunden f├╝hle ich mich nur mit meinen S├Âhnen und meinen Br├╝dern. Mit ihm h├Ątte ich mich dort verbunden gef├╝hlt und da habe ich einmal wirklich ├╝berlegt ihm so die Armbrust auf die Brust zu setzen. Aber dann dachte ich, dann bin ich kein St├╝ck besser als Benito, oder andere die genau das als Waffe verwenden. Wer fragt muss auch mit einem Nein leben k├Ânnen, aber manches Nein tut ganz sch├Ân weh. Warum ich es wissen m├Âchte? Weil es von Euch irgendwie ein Kompliment w├Ąre und von diesem Clown eine Beleidigung, darum m├Âchte ich es wissen".

Ciel Felicien de Souvagne
"Du bist ein sehr einsamer Mensch, Melville", sprach Ciel betr├╝bt. "Darum frisst du sie, eine nach der anderen, und w├╝rgst sie wieder hervor, benutzt und besudelt. Dann gehtst du weiter zur N├Ąchsten. Aber das wird dir deine Einsamkeit nicht nehmen, sie h├Âchstens kurz lindern. Was ist los mit dir?", erkundigte Ciel sich. "Woher r├╝hrt dieses Gef├╝hl? Es war doch schon vor Verrill da, oder irre ich mich?"

Melville de la Cantillion
Melville war erstaunt ├╝ber Ciels sanfte Worte. Und sie waren wahr, absolut und wahrhaftig. Melville dachte dar├╝ber nach und er dachte lange nach. "Es war nicht immer da, aber es fing mit dem Tod meiner Schwester an. Wisst Ihr, zuerst fing es mit Essen an. Ich hatte ein gutes Verh├Ąltnis zu meiner Schwester ich liebte sie und ihre Kinder. Aber wir sahen uns nicht oft. Und ihr Tod, genau wie der ihrer Kinder und ihres Mannes betr├╝bte mich. Wobei ich den Tod von Brandur zweischneidig sah. Er liebte meine Schwester nicht, aber er behandelte sie scheinbar gut. Das Los vieler Adliger Frauen. Sie starb durch die Hand seiner Familie, ebenso meine Neffen. Er starb ebenso, aber bei ihm wusste ich nicht was ich empfinden sollte. Einerseits Schmerz, Verlust, andererseits war ich froh dass er ermordet wurde. Er hatte doch meine Schwester erst in diese M├Ârdergrube geholt, die er eine Familie schimpfte. Ich weinte nicht um sie, ich tr├Âstete mich mit Essen. Also a├č ich etwas, wenn ich h├Ątte weinen sollen. Das tr├Âstete mich, beruhigte meine Nerven und immer wenn ich mir selbst sagte, Du musst damit aufh├Âren kam mir ein Gedanke. Morgen k├Ânntest Du schon genauso tot sein wie Magdalena, also iss es heute noch. Genie├č den Geschmack von dem Schinken, den Austern, dem Wein heute noch, denn vielleicht gibt es kein Morgen. Irgendwann ging ich in die Breite und das war nicht dass, was mir gefiel. Also hungerte ich mir meinen Trauerspeck wieder herunter, aber der Wunsch nach Genuss blieb. Was ist genussvoller als gutes Essen? Guter Sex Hoheit. Im Grunde habe ich nur das eine durch das andere abgel├Âst, aber es ist auch etwas wahres daran. Wof├╝r sollen wir auf etwas verzichten, wenn wir die M├Âglichkeit haben und das Verlangen danach? Ihr seht, was ein Mann bewirken kann, der wirklich Willens ist alle auszul├Âschen. Der Bruder von Brandur tat es, Dunwin von Hohenfelde. Er t├Âtete sie alle. Nur heute wei├č ich, Brandur hat ├╝berlebt. Und was tat er f├╝r das ├ťberleben von Magdalena?"

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was Brandur tat, kann ich dir nicht sagen. Wohl aber, dass er selbst um ein Haar gestorben w├Ąre, bevor er dann wirklich starb. Ich w├╝rde ja vorschlagen, du redest einmal mit ihm. Ich kann den Mann nicht ausstehen, er ist ein Nekromant mit einem abscheulichen Humor und mein Vater mag ihn gut leiden. Nichts davon sagt mir zu. Tekuro, fr├╝her hier in der Leibgarde unter dem Namen Robby Moreau bekannt, kennt sich gut aus mit uners├Ąttlichem Hunger und er versucht ihn auf ganz ├Ąhnliche Weise zu stillen. Genau so vergebens wie du.┬ź Ciel wurde von tiefem Mitleid erf├╝llt. Er w├╝nschte sich, er k├Ânnte etwas tun, um diesen Strudel der Gewalt zu durchbrechen, der letztendlich nur die Sehnsucht nach Liebe beinhaltete. Da Melville viel gr├Â├čer und kr├Ąftiger war als er selbst, kuschelte er sich an ihn heran. Dort blieb er liegen und dachte nach.

Melville de la Cantillion
Melville legte einen Arm um Ciel und hielt ihn einfach fest. "Mit Brandur n├╝tzt mir das nichts, ich m├╝sste mit Dunwin reden. Aber der ist tot, wie all jene die er auf dem Gewissen hat. Vielleicht sollte ich es doch mal mit Brandur versuchen oder Tekuro", ├╝berlegte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dunwin steckt in Aimeric", antwortete Ciel. "Brandur hat ihn dort hineingesperrt. Wusstest du das nicht?"

Melville de la Cantillion
Mel versteifte sie und sein Blick bekam etwas m├Ârderisches, etwas was Ciel fr├╝her gemeinsam mit Dreux nur f├╝r Einbildung gehalten hatte wurde wahr, er sah so etwas wie ein Lodern. "Wo ist Brandur?", fragte Mel so beherrscht wie m├Âglich, w├Ąhrend Ciel sp├╝rte wie seine Haut zu kochen anfing und Blasen zu schlagen. "WO ist dieses Monster? Diese verseuchte Nekromantenbrut t├Âtet einen nach dem anderen aus meiner Familie? Warum sperrte er ihn nicht in meine Frau? Wo ist Americ? Wo?", verlangte Mel wutentbrannt zu wissen, w├Ąhrend Ciel Kopftuch Flammen fing.

Ciel Felicien de Souvagne
Kreischend und um sich schlagend sprang Ciel auf. Er warf sich auf den Boden und w├Ąlzte sich schreiend herum, in dem Versuch, das Feuer auf seiner kochenden Haut zu l├Âschen. ┬╗HILFE┬ź, kreischte er wie von Sinnen.

Melville de la Cantillion
Als Ciel zu kreischen anfing, wurde die T├╝r regelrecht aufgesprengt, w├Ąhrend auch eine T├╝r in der Wand zur Seite schnellte. Schlagartig war der Prince umgeben von Leibgardisten die Melville auf den Boden donnerten und ihn sicherten und M├Ąnnern die er nicht kannte, sich aber sofort seiner annahmen, seine Haut und seinen Helm l├Âschten und ihm behutsam auf die Beine halfen. Vermeintlich allein, war er es doch nicht. Diesmal zum Gl├╝ck, denn seine Retter waren gerade noch rechtzeitig gekommen. Aurelien st├╝rmte ebenfalls in den Raum und sein Harpienadler schrie seinen hellen Schrei. Er gab der Leibgarde ein Zeichen, Melville nicht loszulassen, da ein w├╝tender Pyro alles andere als harmlos war. "Haltet dem Mann die Augen zu!", befahl er schneidend und hockte sich dann zu dem Princen. "Ist alles in Ordnung mit Euch Hoheit? Das war kein Angriff, der Mann hat die Kontrolle ├╝ber sich verloren. Was war los mit dem Comte?", fragte Aurelien und hielt Ciel behutsam in den Armen, w├Ąhrend der Adler an dem Tuch zupfte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel krallte sich an Aurelien fest. ┬╗Mein Gesicht┬ź, wimmerte er. Dann schluckte er sein Wimmern herunter, stellte sich auf die Beine und marschierte ins Badezimmer, um in den Spiegel zu sehen. Erst herrschte Stille. Dann kam aus der T├╝r ein ersticktes Schnaufen, als Ciel feststellte, dass er seine Haut vom Gesicht abziehen konnte. Fassungslos starrte er an, was einstmals sein Gesicht gewesen war und tastete mit zittrigen Fingern auf der losen, gekochten Haut herum.

Melville de la Cantillion
Aurelien: Aurelien betrat nach Ciel das Badezimmer und legte ihm eine Hand auf die Schulter, dabei ├╝bermittelte er ihm beruhigende Gedanken. "Ich bringe Euch zum Heiler Herr. Ihr h├Ąttet nicht ungesch├╝tzt so mit einem Pryro streiten sollen. Ich m├Âchte Euch nicht belehren, aber Pyromanten sind nicht nur des Feuers m├Ąchtig, auch ihre Seele ist recht feurig. Wir Geistmagier und Himmelsaugen halten nichts von der Pyromagie. Sie ist zu unstet, zu gef├Ąhrlich. Die Magie hat meist den Magier in der Hand nicht umgekehrt. Er sollte vielleicht ged├Ąmpft werden, oder Messing tragen Herr. Begleitet mich bitte, es sieht gar nicht so schlimm aus", sagte Aurelien aufmuntern, aber die weit aufgerissenen Augen des Harpyien-Adlers lie├čen anderes vermuten.

Ciel Felicien de Souvagne
"Schieb dir deine Belehrungen in den Arsch", br├╝llte Ciel au├čer sich und trat Aurelien in ebenjenen. Dann rannte er unter Tr├Ąnen davon. Er rannte zu keinem Heiler, er rannte zu seinem Papa.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Bei seinem Vater angekommen ├Âffnete Fabien die T├╝r und so weit wie der Leibdiener die Augen aufriss, konnte Ciel sogar sein Spiegelbild in den Augen des Mannes sehen. Fabien packte Ciel und pfl├╝ckte ihn vom Boden weg und stopfte ihn in den Zuber samt Kleidung. Dann ├╝bergoss er ihn mit kalten Wasser und dr├╝ckte ihn hinunter bis nur noch Ciels Gesicht herausschaute. "HERR!", br├╝llte er Leibeskr├Ąften und Max kam herbeigeeilt und starrte auf seinen Sohn herab. Ciel kannte seinen Vater besorgt und ver├Ąrgert. Aber die Sorge und grenzenlose Wut die ihm jetzt ins Gesicht geschrieben stand, hatte er noch nie gesehen. "Wer war das Kleiner?", fragte Max so ruhig wie m├Âglich, ehe er sich zur T├╝r wandte. "WACHEN!", bellte er und die Garde st├╝rmte in das Quartier des Gro├čherzogs. Sie verneigten sich und schauten sich sichernd um, w├Ąhrend Max nur eine Hand hob, dass sie f├╝r den Moment schweigen sollten. "Wer Ciel?", wiederholte Max die Frage liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel tauchte japsend wieder aus dem kalten Wasser auf. ┬╗Melville┬ź, klagte er. ┬╗Ich wollte ihn tr├Âsten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max drehte sich zu den Wachen um, "Schafft den Comte ins Verlies, wir werden alsdann ├╝ber sein Leben richten", befahl Max und die Wachen eilten mit gez├╝ckten Waffen davon, w├Ąhrend sich Max an den Zuber zu seinen Sohn hockte. Fabien legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Ich hole sofort Benito, bleibt hier bei Eurem Sohn Herr", sagte Fabien und rannte ebenfalls fort, so schnell ihn seine F├╝├če trugen. Max setzte an etwas zu sagen, aber da war Fabien schon losgelaufen. "Arlette, Benito", rief Maximilien ins Wohnzimmer und Ciel sah wie ein gewaltiger Adler aus dem Quartier in die Palastg├Ąnge flog. "Warum wolltest Du ihn tr├Âsten und warum hat Dich Melville angegriffen?", fragte Max, nahm einen Schwamm und dr├╝ckte vorsichtig kaltes Wasser ├╝ber Ciels Kopf aus. "Du kommst in Ordnung hab keine Angst, ich werde Melville hinrichten lassen", erkl├Ąrte Max und l├Ąchelte seinen Sohn aufmunternd an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weil er so einsam war┬ź, sprach Ciel mit zitternder Unterlippe. Die Schmerzen waren extrem. ┬╗Er wollte gern mit Dunwin sprechen und ich habe ihn darauf hingewiesen, dass Brandur diesen in Aimeric gesperrt hat. Da hat er mich gekocht.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Hat er Dich bewusst angegriffen? Oder war es ein Unfall? Heb einmal Deine Hand, dass ich Deine Haut auf Deinen Armen sehen kann Kleiner", bat Max, er wollte seinen Sohn nicht anfassen, da er Angst hatte sonst kleben zu bleiben und ihm die Haut abzuziehen. Drum behielt er seine H├Ąnde bei sich, auch wenn er ihn am liebsten an sich gedr├╝ckt h├Ątte, aber nicht war fataler als genau das.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hob die Arme. ┬╗Ein Unfall, sagt Auri┬ź, jammerte er und wurde dann w├╝tend. ┬╗Auri die Flasche ist zu nichts zu gebrauchen! Wenn er vorher sah, was in Melville vorgeht, warum hat er nicht reagiert?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Vermutlich weil er ein lahmarschiger Volltrottel ist? Er wird seine Strafe erhalten, ich kann Dir nicht sagen worauf dieser Mann gewartet hat, vielleicht das Du die Stufe Medium erreichst", murrte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und wo bleibt Benito? Es tut weh, Papa! Stirbt man an so was?" Ciel war kein Feigling und er konnte einiges aushalten, aber dass ihm das Gesicht schmolz, war unertr├Ąglich. Er bekam Panik und stieg aus dem Zuber.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute lange auf Ciel herab und blinzelte die Tr├Ąnen weg. Er packte Ciel und dr├╝ckte ihn zur├╝ck in den Zuber. "Ja man kann an Verbrennungen sterben, weil Menschen auch ├╝ber die Haut atmen, auch wenn die meisten das weder glauben noch wissen. Wenn zuviel Hautoberfl├Ąche zerst├Ârt wurde, stirbt man. Aber Du wirst nicht sterben, dass lasse ich nicht zu", sagte Max aufmunternd. In dem Moment kamen Benito, Dan und Fran ins Quartier gest├╝rmt. Ben hockte sich an den Zuber, w├Ąhrend Dan Max umfasste und behutsam wegzog. "Ihr k├Ânnt hier nichts tun, wartet etwas absteits bitte", bat Dan freundlich.

Francois Grimard
Fran untersuchte Ciel gr├╝ndlich, z├╝ckte eine stumpfe Schere und schnitt ihm die Kleidung vom Leib. "Keine Angst Schatz, gleich geht es Dir wieder besser. F├╝hl Dich geherzt und gek├╝sst", sagte sie sanft, w├Ąhrend sie so vorsichtig wie m├Âglich die Kleidungsst├╝cke unter Ciel wegzog.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du solltest mich nicht so sehen┬ź, antwortete er erstickt. ┬╗Ich wollte nicht, dass du mich siehst! Halt blo├č Ferrau fern!┬ź

Benito
Benito legte Ciel eine Hand auf die Stirn und die andere aufs Herz. Er sp├╝rte wie schlagartig der Schmerz nachlie├č, obwohl Fran ihn immer noch von den Stoffresten befreite. Ciel sp├╝rte eine Befreiung, wo immer der Schmerz hinglitt, er schien aus seinem K├Ârper zu flie├čen und lie├č ihn matt und schwach zur├╝ck. Er kannte das Gef├╝hl, er hatte es schon einmal erlebt, als Benito ihm das Leben rettete nach dem Lichangriff. Er wurde mit Magie geheilt, denn alles andere wirkte nicht mehr.

Francois Grimard
Fran schaute ihn ├╝ber den Rand der Brille hinweg an und es lag nichts als Liebe in diesem Blick. "Liebe ist nicht mit jemanden schmusen wenn es ihm gut geht, sondern ihm beistehen, wenn es niemand mehr w├╝rde. Ich geh├Âre an Deine Seite, wir sind verheiratet. Dein Einwand interessiert mich nicht Ciel, Du brauchst mich und ich bin hier. Ich habe schon weitaus schlimmere und grausamere Verletzungen gesehen, Verbrennungen von ├ľl die sich in das Fleisch fra├čen. Vertraue uns... und vertraue ihm... auch wenn ich das nicht gerne sage, aber es geht nicht um mich oder mein Empfinden, es geht um Dich und Dein Leben. Und da ist niemand besser als Ben. Er rettet Dich, hab Vertrauen Schatz", bat Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff nach Benitos Unterarm, schloss zitternd die Augen und sp├╝rte, wie der Schmerz nachlie├č. ┬╗Ich sterbe┬ź, fl├╝sterte er, als er m├╝de wurde. ┬╗Sag meinem Kind, dass ich es gern kennengelernt h├Ątte. Wenn es ein Junge wird, soll er Parcival hei├čen. Wird es ein M├Ądchen, so obliegt Tini die Wahl. Und wird es ein vollst├Ąndiger Mensch, so nennt ihn Alexis.┬ź

Benito
"Das ist richtig, Ihr sterbt. Aber weder hier, noch heute, noch w├Ąhrend ich dabei bin. Das steht fest - nicht heute Herr!", sagte Benito vehement und Ciel sp├╝rte wie er sich schwebend leicht f├╝hlte, als Benito ihn loslie├č und Dan ihm eine Hand auf den Kopf legte. "├ľffnet die Augen Herr", bat Benitos Bruder und schloss die eigenen um sich besser konzentrieren zu k├Ânnen. Ciel f├╝hlte wie der Schwebezustand nachlie├č und er sich gesammelter, geerdeter f├╝hlte. Er bekam das Gesp├╝r f├╝r seinen K├Ârper zur├╝ck, der Schmerz blieb aus, aber eine gewaltige Ersch├Âpfung machte sich in ihm breit. "Ihr werdet Eurer Kind selbst einen Namen geben k├Ânnen", sagte Dan beruhigend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Herz klopfte heftig. Er bekam erneut Panik, sch├╝ttelte die beiden Heiler ab und kletterte aus der Wanne. Er stie├č sie beiseite und rannte davon. Er wusste nicht warum, aber sein Ziel war der Schlosspark, der freie Himmel. Irgendetwas in ihm zwang ihn, fortzurennen. Und offenbar konnte er das wieder.

Fabien Lacomb
Drau├čen wurde Ciel nackt wie er war von Fabien abgefangen, der ihn festhielt und ihm ernst ins Gesicht schaute. "Herr was tut Ihr hier?", fragte er besorgt, w├Ąhrend die Heiler samt Max nachr├╝ckten und Ciel nicht minder besorgt anstarrten. Fabien zog sein Hemd aus und zog es Ciel ├╝ber, so dass er nicht v├Âllig nackt im Garten stand. "Beruhigt Euch, na kommt. Eure Haut ist geheilt und rosig. Schaut doch an Euch herab, hm?", sagte er leise und freundlich. Dabei lie├č er Ciel aber nicht los.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Fabien mit offenem Mund an. Es dauerte eine Weile, ehe er seine H├Ąnde betrachtete und noch l├Ąnger, bis er es wagte, sein Gesicht anzufassen. Er rieb sich die Augen mit den F├Ąusten und lie├č sich von Fabien festhalten. Es war eisig so ohne Kleider, aber Ciel genoss die K├Ąlte. Es hatte nachts Bodenfrost gegeben und seine F├╝├če wurden eiskalt. Langsam drehte er den Kopf und sah Fabien ins Gesicht. "Ich wei├č es nicht", sprach er und blickte wieder zur├╝ck, wo er Fran und seinen Papa entdeckte. Ben und Dan waren auch dabei. "Bei irgendetwas bin ich unterbrochen worden", gr├╝belte er.

Fabien Lacomb
"Dann lasst uns zur├╝ckgehen, Euer Vater und Eure Heiler, ebenso Euer Mann warten auf Euch. Ihr wart schwer verletzt und Ihr seid fast nackt. Ihr m├Âchtet doch nicht, dass Ihr geheilt wurdet nur um Euch gleich darauf eine Lungenentz├╝ndung einzufangen oder? Kommt ich begleite Euch in das Gemach Eures Vaters. Dort werdet Ihr f├╝r die Nacht bleiben, oder mehrere wie es n├Âtig ist. Ich werde Euch etwas Kr├Ąftigendes zu essen besorgen und Euer Mann kann gerne bei uns ├╝bernachten. Euer Vater war in gro├čer Sorge Herr", sagte Fabien, packte Ciel und nahm ihn auf den Arm, so dass er nicht barfu├č ├╝ber die kalten Steine gehen musste und trug ihn zur├╝ck in die Gem├Ącher des Gro├čherzogs. Max und die Heiler folgten Fabien. "Ich Danke Dir Fabs", fl├╝sterte Max. "Jederzeit", gab Fabien zur├╝ck und brachte Ciel zur├╝ck ins Quartier. "So da sind wir", sagte er unn├Âtigerweise und setzte Ciel auf der Couch ab.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stand jedoch sofort wieder auf. "Ich kann hier nicht bleiben", erkl├Ąrte er, w├Ąhrend er da in Fabiens Hemd stand und Nathan in seinem Nachthemdchen gar nicht so un├Ąhnlich sah. "Ich habe zu tun. Melville darf nicht sterben. Lasst ihn einfach gehen. Und ich wollte noch irgendwas anderes", gr├╝belte er weiter.

Fabien Lacomb
Fabien packte Ciel an den Schultern und dr├╝ckte ihn zur├╝ck auf die Couch. Auch wenn Fabs sonst ein sanftm├╝tiger Mensch war, Ciel sp├╝rte, dass er nicht umsonst so aussah, wie er aussah, denn er sa├č schlagartig wieder auf dem heilen Hintern und kam gegen die Kraft von dem Leibdiener nicht an. Zwar hatte Fabien keine Kampferfahrung und er war auch kein Krieger, aber er war es gewohnt ganz andere Dinge zu schleppen, als Ciel und so hielt er den Prinzen einfach unnachgiebig fest, w├Ąhrend sich Max neben seinen Sohn setzte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ganz ruhig", sagte Max und nahm Ciels Hand, w├Ąhrend Fran sich hinter die Couch stellte und ihm den Nacken streichelte. "Melville wird solange nichts geschehen, bis Du wieder gesund bist und wir das alles in Ruhe regeln k├Ânnen. Was hattest Du vor? ├ťberlege ganz in Ruhe", bat Max und k├╝sste seinen Sohn auf die Stirn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schenkte Fabien einen trotzigen Blick, der pl├Âtzlich weich wurde, ja, j├Ąmmerlich. Man sah nun sehr deutlich, warum Ciel so schnell den Raum verlassen wollte. ┬╗Danke, Fabs┬ź, brachte er hervor. Er griff nach Frans H├Ąnden und kuschelte seine Wangen hinein. ┬╗Er ... Melville. Ich wollte ihn tr├Âsten, da er sich sehr einsam f├╝hlt. Ich gab ihm den Hinweis, sich an Tekuro zu wenden oder Brandur. Da fiel ihm ein, dass er viel lieber mit Dunwin gesprochen h├Ątte, dem M├Ârder, der ihm seine Schwester und Neffen und Nichten nahm. Ich sagte ihm, das k├Ânne er tun, da Dunwin doch in Aimeric steckte. Und daraufhin verbrannte er mich. Die Information war wohl etwas viel f├╝r ihn.┬ź Ciel schluckte. ┬╗Darf ich bitte gehen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Oh Ciel", st├Âhnte Max, "Ja sicher darfst Du gehen und ich begleite Dich. Na komm", sagte Max und hielt Ciel die Hand hin, wie als w├Ąre er schlagartig wieder vier und sein Papa m├╝sste ihn vor der feindlich gesinnten Welt besch├╝tzen. Aber gleich wie alt Ciel auch war, er blieb immer Maximiliens Sohn - und irgendwie waren sie alle mal wieder f├╝r einen Moment vier Jahre, wo sie eine Hand ben├Âtigten die sie hielt. Fabien reichte Ciel eine Hose und zog sie ihm an, als dieser aufstand. "Gehen wir komm", bat Max. "Wohin?", fragte er liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff dankbar nach der Hand seines Vaters. ┬╗Ich wollte die Bei├čer besuchen┬ź, gestand er. ┬╗Aber vielleicht sollten wir erst Melville aus dem Verlies befreien. Oh und bitte┬ź, Ciel verzog sein Gesicht, das zur H├Ąlfte rosa war, ┬╗mach mit Auri das, was du mir einst angedroht hast. Lege ihn vor den anderen Himmelsaugen ├╝bers Knie und versohle ihm den nackten Hintern oder lass das von Domi machen. Langsam reicht es mit dem Mann.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Mir auch, er sollte jetzt schon zum vierten Mal Patti verhaften und st├Ąndig hat er nur eines dabei statt des Gefangenen - AUSREDEN! Er bekommt sein Fett weg, von Domi h├Âchstpers├Ânlich. Der schl├Ągt h├Ąrter zu als ich. Glaub es mir, jedenfalls was Pr├╝gelstrafen angeht, wir wollen ihn ja nicht filetieren, sondern versohlen. Ich werde Melville aus dem Verlies entlassen, sobald Du bei den Bei├čern warst, na komm. Wo sind die Bei├čer ├╝berhaupt? Wo befinden sie sich mein Kleiner?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Onkel Davet hat ihnen ein H├Ąuslein vermacht. Den R├╝benhof, den er nicht mehr ben├Âtigt." H├Ąndchenhaltend tapste Ciel neben seinem Vater her. Ciel sah noch unwahrscheinlich bleich aus, so dass die rosa Narben ihn gescheckt wirken lie├čen. Der feine Haarflaum, der ihm wieder gewachsen war, war nat├╝rlich vollst├Ąndig verdampft und er war kahl wie eh und je. "Gut, dass Auri einen Denkzettel erh├Ąlt. Patti ist doch bei den Bei├čern. Warum willst du ihn verhaften lassen? Wenn ich bez├╝glich der Himmelsaugen einen Vorschlag machen darf - jemand muss Ordnung in den Orden bringen. Ich schlage Jules de Mireault als neues Oberhaupt der Himmelsaugen vor."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max legte Ciel einen Arm um die Schulter und f├╝hrte seinen Sohn so bis zu den Bei├čern. Zu Fu├č war es ein weiter Weg, es war ein gro├čes St├╝ck zu laufen, aber Maximilien st├Ârte es nicht und der Spaziergang w├╝rde Ciels Gedanken kl├Ąren. Dass man sie im geb├╝hrenden Abstand begleitete, war Max bewusst. Der Duc ging nicht ohne Leibgarde spazieren und wie immer und wie immer war er froh darum, seine Leute um sich zu wissen. Nur in ganz wenigen Ausnahmef├Ąllen, waren ihm auch diese Leute zu viel. Heute jedoch freute er sich ├╝ber den Umstand, allerdings nicht f├╝r sich, sondern f├╝r seinen Sohn. "Der Vorschlag klingt wohl durchdacht und Jules hat sich diese Ehre auch verdient. Ich ├╝berlasse die offizielle Ernennung Dir samt Urkunds├╝bergabe, da auch die Idee von Dir stammt. Zudem habt Ihr lange gemeinsam Seite an Seite gek├Ąmpft, dass wird ihm viel bedeuten. Also dass Patti bei den Bei├čern ist, dass h├Ątte Aurelien wissen d├╝rfen. Ich wollte den Mann verhaften lassen, da er sehr verwirrt ist. Er sollte nicht ins Verlies, sondern genau wie Silvano in einen Tempel um seinen Geist heilen zu lassen. Ich habe Sorge dass er sich entleiben k├Ânnte", erkl├Ąrte Max und k├╝sste Ciel auf den kahlen Kopf. Liebevoll strich er ihm ├╝ber die Glatze. "Ich kaufe Dir ein sch├Ânes neues Tuch und die Perr├╝cke von Dreux ist auch bald fertig. Es tut mir leid mein Kleiner", fl├╝sterte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel guckte ihn mit seinem kahlen Kopf und dem gefleckten Gesicht an. Er l├Ąchelte, so dass die frische Haut in seinen Mundwinkeln ganz viele Falten schlug. ┬╗Macht nichts┬ź, sagte er. ┬╗Ich bin noch da, das ist die Hauptsache. Danke, Papa. Danke.┬ź Er k├╝sste Maximilien auf die Wange, wie er es fr├╝her immer getan hatte, um dessen Herz zu erweichen. Heute tat er es aus reiner Liebe. ┬╗Ich muss mich auch bei Fabs, Ben, Dan und meiner s├╝├čen Fran bedanken. Vorhin war ich etwas durcheinander. Jetzt geht es langsam wieder. Fabs war ├╝berraschend besorgt und seine Sorge schien aufrichtig.┬ź Er strich sich ├╝ber das Hemd. ┬╗Ich werde ihn fragen, ob ich das Hemd behalten darf, damit ich mich daran erinnere, wenn ich mal wieder Zweifel hege.┬ź Der Garten des R├╝benhofes war verwildert. Man sah aber an dem niedergetrampelten Gras, dass hier Leute ein und aus gingen. Ciel klopfte an der T├╝r der Bei├čerbehausung. "Patti ist verwirrt, ja. Dann hat er wieder Momente, in denen er v├Âllig klar zu sein scheint. Lassen wir uns ├╝berraschen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Seine Sorge war aufrichtig Ciel, Du bist mein Sohn. Du bist ein Teil von mir, wie k├Ânnte seine Sorge da nicht aufrichtig sein? Ist Dir nie in den Sinn gekommen, dass er sich mit Dir streitet, weil er sich ├╝berhaupt nicht mit Dir streiten m├Âchte? Dass er daf├╝r "k├Ąmpft" dass Ihr miteinander auskommt? Lass es sacken, rede einfach mal mit Fabs in Ruhe und nat├╝rlich auch mit den anderen. Das Hemd darfst Du behalten, davon gehe ich aus. Fran h├Ątte ich am liebsten rausgeworfen, aus Angst um das Baby. Aber sie ist immer erstaunlich ruhig und gefasst. Oder sie hat eine gro├če Selbstbeherrschung. Du hast einen sehr guten Fang mit ihr gemacht, sie liebt Dich sehr. Das sieht man Ciel und wie sie Dich liebt. Sie hat sogar Benito geduldet. Man k├Ânnte sagen aus Berechnung, aber das war es nicht. Sondern es war reine G├╝te und Liebe Dir gegen├╝ber und wenn Du Benito ben├Âtigst, verzichtet sie auf jede Form der Anklage oder Rache. Sie ist eine sehr gro├čm├╝tige Person Ciel, sorge daf├╝r, dass sie sich das bewahrt und nicht an den Menschen zerbricht. Ich wei├č nicht was Patti hat, aber er sollte zu seinem eigenen Schutz untersucht werden", sagte Max und schaute sich um. Nicht rein die Neugier trieb ihn wo die Bei├čer lebten, sondern wo sein Bruder aufgewachsen war. "Einst der Hof von Davets Onkel. Der Garten muss gemacht werden und das H├Ąuschen k├Ânnte einen Anstrich vertragen", sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klopfte energischer, da niemand ├Âffnete. ┬╗Nein, das ist mir nie in den Sinn gekommen. Er erscheint mir launisch und schwierig. Nathan hat es auch nicht mit ihm ausgehalten. Aber heute war er so lieb ... ja, ich rede noch einmal mit ihm. Fran ist eine wundervolle Person, Ainuwar hat sie mir geschickt┬ź, sprach Ciel gl├╝cklich. ┬╗Ich h├Ątte nie gedacht, noch einmal gl├╝cklich in einer Ehe zu werden und dann kam sie in mein Leben, einfach so, f├╝gte sich ein, als w├Ąren wir schon immer zusammen gewesen. Sie ist so klug, so sanft und kann doch auch so hart sein. Ich liebe sie, Papa.┬ź Er klopfte noch lauter. ┬╗Onkel Davet hat hier als Kind gelebt. Du hast Recht, die Bei├čer m├╝ssen hier alles in Schuss bringen, aber lass sie doch erst einmal ankommen in ihrem neuen Heim.┬ź

Kazrar
Kaz riss die T├╝r auf und wich dann einen Schritt zur├╝ck, als er Ciel samt dem Gro├čherzog erkannte. F├╝r die beiden musste es ulkig aussehen, denn zuerst zuckte der Arashi vor ihnen zur├╝ck um sich dann zu verneigen, es sah aus, als tanzte er einen Schlangentanz. "Ich habe Euch nicht erwartet Prince Ciel und Gro├čherzog Maximilien. Kommt herein aber wundert Euch nicht, es ist noch sehr staubig", sagte Kaz und schenkte beiden ein breites L├Ącheln.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte zur├╝ck, auch wenn es momentan ziemlich gruslig bei ihm aussehen musste. Kein Wunder, dass Kazrar sich erschrocken hatte. Ciel lie├č seinem Vater den Vortritt und kam dann hinein, um sich umzuschauen. Er entdeckte Tekuro, der neben Patrice in einem gewaltigen Deckennest lag und diesen beobachtete. Patrice war mit einem Zauberw├╝rfel besch├Ąftigt, der derma├čen komplex war, dass Ciel sich fragte, wie man dieses Logikspiel ├╝berhaupt baute und was man f├╝r ein Gehirn haben musste, um es zu l├Âsen. Patrice jedoch war schon gut vorangekommen und drehte die Seiten unerm├╝dlich in atemberaubender Geschwindigkeit. Beide trugen nur eine gem├╝tliche Hose, die neu aussah. Sie standen auf und verneigten sich. Ciel schaute, ob er auch alle anderen finden w├╝rde.

Kazrar
"K├Ânnen wir Euch etwas anbieten? Sohn haben wir etwas f├╝r unsere G├Ąste da?", fragte Kaz dem einfiel, dass sie noch gar nichts eingekauft hatten. "Wir ben├Âtigen neue M├Âbel und wir m├╝ssen einkaufen. Wo kann man hier M├Âbel erstehen? Leider ist keiner meiner Begleiter Handwerker oder irgendwie begabt. Was ist mit Euch geschehen Herr, Ihr seht seltsam aus", fragte Kaz und musterte Ciel. "Ihr wirkt als w├Ąrt Ihr durch den Abgrund geschritten und rosig wiedergboren. Was habt Ihr abgestreift?", fragte Kaz.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro guckte verlegen, dann ging er zur Kochecke. Er holte eine Schale, die voller geh├Ąuteter M├Ąuse und Ratten war. ┬╗Ich bin noch nicht fertig mit Kochen gewesen┬ź, sagte er entschuldigend. ┬╗Wenn Ihr w├╝nscht, koch ich schnell zu Ende. Oder ich kauf was. Zu trinken haben wir Wasser und ich hab eine volle Milchkanne geholt.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sind Bellamy und Arbogast gar nicht hier?┬ź, fragte Ciel und schaute, wie weit die Bei├čer damit gekommen waren, sich einzurichten. ┬╗Und Nori?┬ź Er betrachtete die geh├Ąuteten M├Ąuse. "Sie sehen mir recht ├Ąhnlich. Ich habe gerade eben erlebt, was es hei├čt, von einem Pyromanten angegriffen zu werden. Aber wie man sieht, bin ich wieder genesen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien gesellte sich zu Tekuro und schaute ihm ├╝ber die Schulter. "Das letzte Mal hatte ich Milchm├Ąuse mit vier Jahren und die waren aus purer Milch. Ich werde Euch etwas vom Hof liefern lassen f├╝r den Start in ein neues Leben. Was die M├Âbel betrifft, da geht man zu einem Schreiner. Entweder werden sie gefertigt oder man ersteht vor Ort was einem gef├Ąllt. Die meisten Bauern k├Ânnen hier handwerken, auf Bauernm├Ąrkte k├Ânnt Ihr auch f├╝ndig werden. Ist um einiges g├╝nstiger, vielleicht optisch nicht so sch├Ân, aber das kann man ja mit etwas Farbe ├Ąndern. Ebenso solltet Ihr das Haus streichen. Ohne Anstrich zieht die Feuchtigkeit hinein, bedenkt das", sagte Max. "Habt Ihr Tee?", fragte er Teku.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro eilte nerv├Âs zur├╝ck in die K├╝che, wobei er sich eine der M├Ąuse in den Mund stopfte und sie roh samt Knochen kaute. "Ach verdammt", fluchte er und w├╝rgte sie in eine Tasse. "Ganz vergessen. Geht ja nicht mehr." Er schenkte zwei Tassen Kr├Ąutertee ein und brachte sie den Hoheiten.

Nori
Nori betrat das Haus, schaute sich erstaunt um wegen den G├Ąste und deutete eine Verbeugung an, ehe sie sich ins Nest verkroch und es sich dort gem├╝tlich machte. Tr├Ąge wie eine vollgefutterte Katze beobachtete sie die beiden, ehe sie wegd├Ąmmerte.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro eilte sofort samt der Schale zu ihr. "Hab dir was Kleines gejagt", schnurrte er und zeigte ihr seine Beute. "Roh oder gegrillt?"

Kazrar
Kazrar ging zu Ciel r├╝ber und klopfte ihm auf die Schulter. "Feuer und Eis, zwei t├Âdliche Extreme von denen man sich fernhalten muss Hoheit. Feuerteufel und Frostalben, denkt an meine Worte. Erste haben Gedanken wie Flammen, zweite haben Gedanken wie Eis. Ich kann Euch nur vor ihnen warnen, meine Familie starb weil Frostalben sie niedermachten. Setzt Euch und erz├Ąhlt, wir h├Âren Euch zu", sagte Kaz und reichte Ciel eine Teetasse.

Nori
Nori schaute begeistert und ger├╝hrt in die Schale. "Das ist richtig lieb von Dir, ich nehme sie gebraten. Der Kleine m├Âchte sie gebraten mit etwas So├če. Haben wir ├╝berhaupt So├če? Sonst gehe ich in den Garten und schaute ob wir einige Kr├Ąuter haben um sie zu w├╝rzen. Ich habe Schlingen in den Garten gelegt, zwischen die Hecken. So k├Ânnen wir Kaninchen, Igel und anderes Getier fangen f├╝r den Kochtopf. Sie sehen sehr appetitlich aus Tekuro", sagte Nori gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm die Tasse und trank einen Schluck, w├Ąhrend Tekuro sich im Hintergrund nerv├Âs die Lippen leckte, als Nori die Ausbeute begutachtete. Patrice war wieder mit dem Zauberw├╝rfel zugange und das leise Klacken untermalte das Gespr├Ąch. ┬╗Danke f├╝r den Tee┬ź, sprach Ciel. ┬╗Dass man einen Pyro nicht reizen sollte, diese Lektion habe ich gelernt. Frostalben kenne ich keine, h├Ątte aber durchaus Interesse, einmal mit einem zu sprechen. Ich wollte eigentlich nur kurz nach dem Rechten sehen und euch gar nicht lange st├Âren. Wo sind denn Arbogast und Bellamy?┬ź

Nori
Nori z├Ąhlte die M├Ąuse durch und schaute auf. "Bellamy ist in die Stadt gegangen um irgendwas zu kaufen, hat er gesagt. F├╝r seinen kleinen Schokohintern. Das ist sein Rakshanerfreund Hoheit. Und Arbogast ist irgendwo unterwegs in seinem Strampelanzug", lachte Nori und l├Ąchelte Ciel gl├╝cklich an.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro biss Nori in den Hals, ohne dass seine Z├Ąhne ihr auch nur einen Kratzer zuf├╝gten, denn er hatte die Lippen dar├╝ber und biss sie so. ┬╗Bleib liegen und ruh ich aus. Ich brutzel sie dir lecker. Schlingen sind gut. J├Ągerin.┬ź Er nahm die Nagetiere zur Kochecke, feuerte den Ofen an und warf sie in eine Pfanne. Es zischte und knisterte, w├Ąhrend er Nori bekochte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max trank seinen Tee und schaute Tekuro bei der Zubereitung des Mausgullasch zu. "Einen Frostalben kannst Du sprechen Kleiner, Varmikan. Der einzige Frostalb in meinem Land. Und bitte suche keine leidgeplagten, trostbed├╝rftigen, j├Ąhzornigen Frostalben mit Hang zum Morden auf. Sonst hast Du statt Verbrennungen Erfrierungen und wir k├Ânnen Dich selbst in hei├čes Wasser tunken hm?", sagte Max und dr├╝ckte ihn. "Du kannst gerne mit Varmikan reden. Er ist klein, wei├č wie eine Wand und hat extrem hellblaue Augen. Er ist der Ehemann von Marquis Davard von Hohenfelde. Dreux sagt ein umg├Ąnglicher Alb, keiner der arroganten Lichtalben oder der barbarischen Waldalben", erkl├Ąrte Max und trank noch einen Schluck. "Hoffentlich ist das kein Brennesseltee", grinste er beim Trinken.

Ciel Felicien de Souvagne
In der Stube begann es bald nach gebratenem Fleisch zu duften. Es war merkw├╝rdig, dass die Bei├čer sich ihr Essen zumindest teilweise selber jagten und alle gemeinsam im selben riesigen Nest schliefen, aber es verstr├Âmte auch eine ureigene Art von Gem├╝tlichkeit. ┬╗Oh, du meinst Sherkal┬ź, sprach Ciel. ┬╗Die Person ist mir nicht unbekannt. Schade, ich wollte Bellamy fragen, ob er bei mir ├╝bernachtet. Das hat sich dann wohl erledigt.┬ź Unruhig bewegte Ciel die F├╝├če und trank den Tee aus. ┬╗Ich freue mich, dass ihr euch hier wohlf├╝hlt. Wenn ihr etwas ben├Âtigt, gebt Bescheid.┬ź Ciel schaute seinen Vater an. ┬╗Wir k├Ânnen aufbrechen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Du ├╝bernachtest heute mit Fran bei uns Ciel, dass hat Dir Fabien doch gesagt. Bellamy kann Dich morgen oder wann immer er Zeit hat, besuchen. Soll ich Davard ausrichten, dass Du seinen Mann sprechen m├Âchtest um mehr ├╝ber Frostalben zu erfahren? Dann aber bitte ihm Beisein von jemanden, der ein Auge auf alles hat. Nebenbei denk daran, dass Du mit Deinem Onkel noch Dein Schiff aussuchen musst. Zudem m├Âchte ich Euch eine wichtige Aufgabe erteilen und die Bei├čer werden Dir dabei zur Seite stehen. Was sagt Dir Prisenrecht? Ich habe vor die Kontakte von Davet zu nutzen. Es ist g├Ąngige Praxis auch als Staat sich ein S├Âldnerheer zu halten. Auf See funktioniert dies ebenfalls. Hier ist eine anerkannte Praxis, dass Staaten zur Unterst├╝tzung ihrer Seestreitkr├Ąfte in Kriegszeiten private Seefahrer anheuern, unter ihrer Flagge Gewalt gegen feindliche Schiffe auszu├╝ben und diese zu pl├╝ndern. Gegen feindliche Kriegsschiffe, aber vor allem gegen den feindlichen Seehandel. Anstatt eines Solds werden diese Seefahrer ├╝blicherweise berechtigt, die Kriegsbeute, Prise genannt, teilweise oder ganz einzubehalten. Wir gehen einen Schritt weiter. Wir lassen sie die Beute behalten und wir bezahlen sie f├╝r ihre kriegerischen Dienste. Ferner haben sie die Pflicht unsere H├Ąfen zu verteidigen, denn sie d├╝rfen unsere H├Ąfen im dhunischen Ozean auch nutzen. Sie fahren und k├Ąmpfen unter der Flagge Souvagnes. So kannst Du erste Erfahrungen auf dem gro├čen Ozean sammeln f├╝r Dein Forschungsschiff. Was sagst Du?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗H├Ârt sich interessant an┬ź, antwortete Ciel. ┬╗Onkel Davet kennt sich mit der Materie ja bestens aus. Aber was ist die Rolle von mir und den Bei├čern bei der ganzen Sache?┬ź Er musterte seinen Vater. ┬╗Ich wollte gerade Kazrar fragen, ob er nicht stattdessen bei mir ├╝bernachten will. Ja, frag bitte diesen Varmikan, aber beauftrage nicht wieder Auri. Wobei, doch! Bitte betraue ihn. Dann kann er beweisen, dass er auch etwas richtig machen kann. Soll Patti uns zur├╝ck zum Palast begleiten?┬ź Aus der Kochecke ert├Ânte ein entsetztes ├ächzen. Patrice sah kurz von seinem W├╝rfel auf und drehte dann weiter daran herum.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"So wie Tekuro st├Âhnt, ehr nicht und ich denke hier ist Patrice vorerst sicher. Kazrar kann Dich gerne begleiten, wenn Du das m├Âchtest. Die Rolle der Bei├čer ist klar Ciel, sie sind doch Dein Stab. Sprich sie sind Deine Leibw├Ąchter, sie haben also zu lernen gleich wohin Du gehst, Dich zu begleiten und Dir zu dienen ohne dass Du es extra sagen musst. Sie m├╝ssen als Gruppe von selbst funktionieren und Dir zuarbeiten. So wie Fabien vorhin mir, er tat was er tun musste, ohne dass ich ihm einen Auftrag geben muss. So werden Dich die Bei├čer zu den Piraten begleiten, w├Ąhrend Du quasi Bewerbungsgespr├Ąche f├╝hrst. Dort besch├╝tzen sie Dich und Davet, zeitgleich demonstrieren sie St├Ąrke und Einheit mit Dir. Diese Leute die wir dort anheuern, sind keine Kaufleute Ciel. Es sind knallharte S├Âldner, R├Ąuber und M├Ârder nur zur See. Allerdings haben einige von ihnen auch ihren Kodex. Die meisten sogar und an Vertr├Ąge wird sich von beiden Seiten gehalten, sie werden auch unterschrieben. Jeder Pirat der seinen Verstand beisammen hat freut sich doch einen Staat im R├╝cken zu haben, der ihn zur Not besch├╝tzt und ihm Unterschlupf gew├Ąhrt. Und wir, bald mit neuer K├╝ste dank Deines Bruders dem Wychtlw├╝rger ben├Âtigen eine derartige Fremdenlegion zu Wasser. Dein Onkel ist selbst so eine Person, er kann freundlich und charmant sein, witzig und geistreich und ebenso ein knallharter Stratege und Feldherr wie wir. Und genau solche Leute brauchen wir. ABER wir ben├Âtigen keine selbstverliebten Irren die sich darstellen wollen, sondern wir brauchen tats├Ąchliche Partner. Jene die die Gew├Ąsser vor unserer K├╝ste bewachen als ihren Heimathafen. Mit allem was dazu geh├Ârt. Und das musst Du gemeinsam mit Davet herausfinden. Jeder Kapit├Ąn steht dort f├╝r sein Schiff. Einge haben auch mehrere Schiffe unter sich und als "Kapit├Ąn" eines Landes wirst Du mit diesen Kapit├Ąnen verhandeln Ciel. Denn wenn Du dann auf gro├če Reise gehst, hast Du nicht nur Wissen, sondern auch Verb├╝ndete da drau├čen. Zu Aurelien den Himmelsaugen-Dupont besonderer G├╝te, ja ich werde ihn schicken um Varmikan abzuholen. Hoffen wir dass er keinen Rakshaner anschleppt, sondern den Schneewei├čen Alben. Der Mann ist zu allem f├Ąhig. Wenn Kazrar uns begleiten soll, sage ihm Bescheid mein Kleiner", bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Davet wird mir alles beibringen, was ich in diesen Gefilden wissen muss. Wie ich mich in dem Umfeld zu bewegen habe, was die Gebr├Ąuche sind, womit man sich beliebt macht und unbeliebt. Und meine s├╝├če Tini wird dabei sein. Ich freue mich darauf, Papa. Dann haben wir einen Wychtlw├╝rger, einen Naridiernekrotisierer und einen Stubenhocker.┬ź Er hob den Blick. ┬╗Begleite uns bitte, Kazrar┬ź, sprach Ciel freundlich, was Tekuro sogar noch ungl├╝cklicher dreinblicken lie├č, als bei der Aussicht, Patrice weggenommen zu bekommen. Er sch├╝ttete die gebratenen M├Ąuse und Ratten in eine Sch├╝ssel r├╝hrte sie mit Gartenkr├Ąutern durch und brachte die dampfende Mahlzeit Nori ans Bett. Patrice steckte er auch eine Maus zu. In all der Zeit lie├č er Ciel und Kazrar nicht aus den Augen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das wird er Ciel, er mag Euch alle sehr aber an Dir scheint er einen Narren gefressen zu haben. Ihr seid Euch sehr ├Ąhnlich, was Eure Art angeht. Ihr denkt sehr ├Ąhnlich und ihr f├╝hlt ├Ąhnlich. Ihr beide habt eine gro├če Klappe und ein gro├čes Herz. Und bitte sag so etwas nie wieder wie vorhin im Zuber, Du darfst Fran mit solchen Spr├╝chen nicht erschrecken, wie das Kind hei├čen soll. Mach das nicht wieder Ciel. Fran kann Dich nat├╝rlich begleiten, aber findest Du das richtig? Ich w├╝rde sie lieber Zuhause im Palast wissen, oder Du versprichst sie auf Deinem Schiff zu lassen. Noch sind die Leute nicht mit uns verb├╝ndet und sie w├Ąre eine extrem wertvolle Geisel. Sobald B├╝ndnisse stehen, die Unterschriften geleistet wurden, wie Handschl├Ąge ausgetauscht, dann nimm sie mit. Vorher bitte nicht", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Papa, ich dachte wirklich, dass es vorbei ist. Ich glaube, ich war kurz tot. Aber Dantoine und Benito haben meine Seele festgehalten. Ich wollte Fran nicht erschrecken, ich dachte, dies seien meine letzten Worte. Nun ist allerdings die ├ťberraschung weg, wie das M├Ąuslein hei├čen wird.┬ź Er l├Ąchelte. ┬╗Gut, ich versuche, sie davon zu ├╝berzeugen, vorerst hier zu bleiben. Aber Ferrau muss mit.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ach Ciel Du kleiner Stinker, Du warst nicht tot, sondern geschw├Ącht und fast ohnm├Ąchtig. Ja jetzt wissen wir wie Dein M├Ąuschen hei├čen wird, ich hoffe nicht Parcival, dass hat einen ├╝blen Beigeschmack Kleiner. Ben und Dan haben Dir das Leben gerettet, Fran nimm mit, aber nicht mit auf das fremde Schiff in Ordnung?", bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel machte schmale Augen. ┬╗Parcival hat keinen ├╝blen Beigeschmack. Ich wollte ihn damit ehren. Ich werde mit Fran reden.┬ź Er erhob sich und taumelte kurz, ehe er sich wieder fing.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hielt ihn fest und hakte ihn unter. "Deine Wahl, nur ich schlug ihm den Kopf ab und daran m├Âchte ich eigentlich nicht denken, wenn ich ein Baby anschaue Ciel. Aber ich verstehe Deinen Gedanken, er war ein Opfer meinst Du", sagte Max und f├╝hrte Ciel nach drau├čen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Er war ein guter Kamerad und ich m├Âchte vor allem ein Signal setzen: Vergebung. Er wurde gerichtet und ihm wurde vergeben, um der guten Taten willen, die er vorher vollbrachte." Er schaute sich nach Kazrar um, der irgendwie nicht so recht mitkommen wollte. Er seufzte. Er hatte ein Talent daf├╝r, sich mit den schwierigsten Personen zu umgeben, aber dass die Bei├čer nicht einfach waren, hatte er vorher gewusst. "Kaz?", fragte er.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max dr├╝ckte Ciel an sich. "Wenn Du das kannst, sollte ich das auch k├Ânnen. Nenne ihn so, Parcival", sagte Max.

Kazrar
"Moment Herr. Tekuro Du bewachst hier alles und solange ich fort bin hast Du das Sagen. Mach keinen Unfug ich verlasse mich auf Dich mein Sohn. Herr ich begleite Euch, aber mein Sohn kann im Palast nicht weilen, da er dort Schmerzen leidet. Ich werde also bald zur├╝ckkehren m├╝ssen", erkl├Ąrte Kaz und gesellte sich zu Ciel.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro nickte knapp. Er umarmte seinen Vater von hinten und w├╝hlte sein Gesicht in Kazrars Haar, um z├Ąrtlich seinen Nacken zu zwicken. Er machte ein Abschiedszeremon, als w├╝rde er seinen Vater f├╝r Jahre nicht mehr sehen. ┬╗Ich lieb dich, Papi┬ź, sagte er leise, was f├╝r einen Leibgardisten einfach nur l├Ącherlich anmuten w├╝rde, drum sagte er es in Kazrars Ohr, das hinterher einen Kuss bekam. Schweren Herzens trat er danach von ihm zur├╝ck. ┬╗Ich pass auf┬ź, sagte er mit einem Klo├č im Hals.

Kazrar
Kazrar umarmte seinen Sohn fest und innig. "Tekuro, so wie die ersten Sonnenstrahlen ├╝ber das Anlitz unseres neuen Nestes streifen, goldenen Tr├Ąnen der Wiedersehensfreude gleich, so werde auch ich mich hier einfinden so dass Du keine neuen Tr├Ąnen vergie├čen musst. Im Herzen war und bin ich immer bei Dir, aber Du wei├čt unsere Herzen schlagen im Gleichklang und bluten m├╝ssen sie schon lange nicht mehr. Diese eine Nacht schl├Ąfst Du ohne mich, aber als Oberhaupt dieser Familie", sagte Kaz und k├╝sste Tekuro lange, fest und voller v├Ąterlicher Liebe.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war nun nicht mehr gefleckt, sondern vollst├Ąndig err├Âtet. W├╝rde er nicht wissen, dass das Vater und Sohn waren, die f├╝r eine Nacht etwa 500 m getrennt voneinander n├Ąchtigten, w├╝rde er auf ein Liebespaar tippen, dass f├╝r 10 Jahre auseinandergerissen wird. Fragend sah er seinen Vater an. Ihn verst├Ârte, was die beiden da trieben, aber vielleicht lag es daran, dass sie Arashi waren und daher etwas emotionaler als ein Souvagner. ┬╗Und da sagst du, ich w├Ąre ein Drama veranstalten.┬ź Er wartete, bis die beiden mit ihrer minutenlangen Abschiedszeremonie fertig waren.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max legte Ciel einen Arm um die Schulter und dr├╝ckte ihn an sich. "Wir sind ebenso emotional, auf unsere eigene Art und Weise Ciel. Jeder dr├╝ckt Sorge und Liebe anders aus, dass wei├čt Du so gut wie ich. Na komm, er kommt uns nach, gib ihnen die Zeit. Sie waren lange getrennt und genie├čen jede gemeinsame Minute", erkl├Ąrte Max und zog Ciel mit sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich mitziehen. Drau├čen murrte er leise. "Belly ist im Urlaub und hat damit auch gleich von unserer Freundschaft Urlaub genommen. Nach Jules, der nur noch mit Khawa besch├Ąftigt ist, Massimo, der immer woanders Dienst hat und Parcival, der nicht mehr ist, war er mein letzter wirklicher Freund. Kazrar kann man nicht von Tekuro separieren, ohne ihm das Herz herauszurei├čen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Du brauchst einen Freund, der Dir nur ein Freund ist. Jemand an Deiner Seite der Dich um Deiner selbst Willen mag und nicht Dein Diener oder Leibeigener ist. Den Rat hat mir einst Remy gegeben und Du solltest ihn auch beherzigen. Wen magst Du, der uns nicht dient und mit dem Du nur befreundet bist oder es gerne w├Ąrst? Ich versuche mein Bestes es anzuleiern", schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Lin, Conny und Alex. Und Davet und meine Br├╝der, aber die sind Familie, so wie du, ihr z├Ąhlt nicht auf diese Weise." Ciel zuckte mit den Schultern. "Alex ist und bleibt ein Kauz, Conni mag ich zu sehr, um ihn noch als Freund durchgehen zu lassen und mit Lin bin ich ja jetzt auch verwandt. Au├čerdem dachte ich an wen ├älteres, einen alten Krieger, wie Massimo, Parcival, Belly oder Kazrar eben."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Familie kann genauso gut ein Freund sein, sogar noch mehr. Mein Bruder war mein Freund, mein einziger Freund neben Leon den ich je hatte. Es sei denn Du z├Ąhlst Fabien dazu, und da ist wohl das gleiche Problem wie bei Conni und Dir wir sind zu nah. Min ist meine Frau und meine Freundin zudem meine Vertraute. Linhard w├╝rde ich als Deinen Freund bezeichnen, Dreux und Greg, Alex und Davet. Mit Davet wirst Du in n├Ąchster Zeit viel Zeit verbringen. Vielleicht lernst Du wen auf seinem Schiff kennen? Und mit ihm bist Du doch befreundet. Das wird mein Kleiner, glaube mir", sagte Max aufmunternd.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ferrau ist auch immer weg", beschwerte Ciel sich. "Er sollte immer da sein, immer, stattdessen klemmt er zwischen Bordw├Ąnden, weil es da interessant aussah oder turnt Fenstersimse entlang, um mir Kuchen zu organisieren. Lin ist ein guter Freund, da hast du recht, aber er ist sehr eigenst├Ąndig und verschwindet oder macht irgendwas ohne mich. Auf die Seereise mit Onkel Davet freue ich mich, aber der muss sich andauernd mit Silvano und Boldi besch├Ąftigen. Vielleicht sollte ich Remy zwingen, mir Gesellschaft zu leisten." Er grinste. "Der traut sich nicht, abzulehnen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Davet wird sich nicht um Boldi und Vano k├╝mmern k├Ânnen, wenn er mit Dir unterwegs ist, denn die beiden bleiben hier. Oder wolltest Du sie mitnehmen? Und Linhard kannst Du doch einfach fragen Ciel, er mag Dich und ist gerne mit Dir zusammen. Wolltet Ihr nicht einen kleinen Urlaub machen im Haus von seinem Onkel?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wollten wir, aber dann kam uns Silvano dazwischen." Er sprach den Namen aus wie ein Orkantief. "Und dass Davet seine zwei M├Ąnner hier l├Ąsst, daran glaubst du doch nicht wirklich, oder? Linhard muss mit auf die Schiffe. Verill ist ja in der Zwischenzeit gut versorgt von seinem Lustgreis", ├Ąrgerte er sich. "Aber was Verrill kann, kann Lin auch."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das kl├Ąren wir anders, Du wirst Verrill fragen weshalb Melville n├Âtig ist. Wenn er einen anderen Mann dazu m├Âchte und ich denke das m├Âchte er, da er Tazio sehr mag, wozu Mel? Er hat ihn abgewiesen. Mir gef├Ąllt die Sache nicht aber ich war zu weich. Mel bekommt Hausverbot solange Verrill alleine hier ist. Nun Davet geh├Ârt zur Krone, er wird genau wie Du Aufgaben zugewiesen bekommen Ciel. Da kann er seine M├Ąnner nicht immer mitnehmen. Zudem tut es Euch sicher ganz gut f├╝r Euch zu sein, Dir wie ihm. Ich verstehe Deinen Unmut, aber ich verstehe auch Mancini, dass muss ich Dir sagen. Boldiszar sprach die Wahrheit Ciel. Und Du selbst hast f├╝r Mancini gesprochen. Er selbst hatte stets eine hohe Meinung von Dir. Sag Verrill dass Du Mel des Hofes verwiesen hast, wenn Lin nicht da ist. Ich m├Âchte wissen was sie dann sagt oder wie sie reagiert bez├╝glich Mel. Du legst Dich doch nicht grundlos mit ihm an und sag ihm was geschehen ist. Du wei├čt dass Greg Dich liebt. Liebt er Mel? Ich denke nicht", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wei├č ich nicht, aber mir gef├Ąllt nicht, dass dieser Mann seinen ewigen Hunger an meiner Verrill stillt. Das hat sie nicht verdient. Sie ist mehr wert. Er sieht sie als Troph├Ąhe oder ist begeistert vom Besonderen in ihr. W├Ąre sie ein Mensch wie jeder andere, w├Ąre sie ihm vermutlich keinen zweiten Blick wert. Gleich morgen frage ich sie." Er blieb stehen. "Aber wo schlafe ich jetzt?", fragte er ungl├╝cklich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Na bei mir mit im Bett, wie vereinbart. Du schl├Ąfst neben Papa und machst Dir keine Gedanken ├╝ber irgendetwas. Fabs macht Dir einen sch├Ânen Tee oder Kakao, Du kannst etwas lesen oder ich lese Dir vor, Du legst Dich hin und schl├Ąfst einfach. Sicher und geborgen bei mir. Du wachst auf wann Du aufwachst Ciel. Ja dann ist es hiermit untersagt, er benutzt sie als Lustobjekt. Ich k├Ânnte es sehr unsch├Ân ausdr├╝cken, aber so m├Âchte ich nicht ├╝ber mein Kind reden. Er wird ab sofort die Pfoten von ihr lassen, gleich was sie dazu sagt. Sie ist mit Lin verheiratet und sie bekommt nicht die Erlaubnis f├╝r Mel. Bei Tazio sieht das anders aus, der Mann ist leise und sch├╝chtern und wenn interessiert er sich f├╝r sie und nicht f├╝r ein zus├Ątzliches Loch. Was Euch verbindet Ciel ├╝berlasse ich Euch, ich wei├č was sie Dir schenkte. Vermutlich hat er sich das erhofft. Zum Gl├╝ck tat sie es nicht. Ich k├Ânnte ihm gerade so ganz pers├Ânlich von Vater zu Vater die Schnauze einschlagen", fl├╝sterte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du bist der Duc┬ź, sprach Ciel mit einem breiten Grinsen. ┬╗Dann schlag ihm doch einfach die Schnauze ein. Er hat Verrill benutzt und mich gekocht.┬ź Er l├Ąchelte. ┬╗Gut, schlafe ich bei dir im Bett. Aber morgen fr├╝h muss Ferrau f├╝r mich da sein.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dass soll er und das wird er. Nein der Duc wird ihn nicht schlagen, dass w├Ąre ja unfair und anma├čend. Er bekommt von mir - Max, eins dr├╝ber das er nicht vergisst. Dazu brauche ich keine Hilfe, glaub mir, ich kann mir wehren und auch austeilen. Ich habe es gelernt. Na dann komm, ab ins Bett mit Dir. Irgendwelche W├╝nsche? Oder einfach nur schlafen?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Liest du mir was vor?", bat Ciel. "Und einen Kakao h├Ątte ich auch gern. Und ich m├Âchte gerne berichtet bekommen, wie du ihm die Fresse poliert hast, von einem Himmelsauge, damit ich es auch sehe."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max k├╝sste Ciel auf die Stirn. "Das mache ich, ich lese Dir vor und den Kakao gibt es auch. Oh das muss Dir kein Himmelsauge berichten, dass kannst Du Dir morgen fr├╝h nachdem Ferrau Dich aufgeh├╝bscht hat, direkt pers├Ânlich anschauen. Du kommst mit, wenn ich ihm erkl├Ąre was gut und schlecht ist. Ich ├Ąrgere mich gerade nur ma├člos ├╝ber mich selbst. Ich sage ihr sie ist hier sicher und hier ist sie alles andere als sicher. Benito, Melville wer noch? Ich muss mit ihr reden. Aber das folgt sp├Ąter, jetzt geht es um Dich und sie ist sicher in Ledwick", sagte Max und dr├╝ckte Ciel an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte seinen Papa zur├╝ck und schaute ihn gl├╝cklich aus seinem zweifarbigen Gesicht an. "Danke, dass du mich zuschauen l├Ąsst. Aber binde ihm vorher ein Messinghalsband um", frohlockte er und lie├č sich in die Gem├Ącher seines Vaters f├╝hren.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wird gemacht Kleiner", stimmte Max grinsend zu und ging gemeinsam mit Ciel in seine Gem├Ącher. Fabien k├╝mmerte sich zuerst um Ciel und dann um Max. Er machte beide Bett fertig und kochte Ciel auf Max Wunsch hin einen sch├Ânen, kr├Ąftigen Kakao den er mit Sahne und Kakaopulver garnierte. Max machte es sich im Bett gem├╝tlich, wartete bis Ciel auch lag und schlag ihm einen Arm um den Hals, so dass er seinen Kopf an der Schulter von seinem Papa ablegen konnte. So bekam er den Kakao in die Hand gedr├╝ckt und vorgelesen. Und damit lag auch Ciel in einem Nest, vielleicht nicht aus meterlangen Stoffbahnen, aber die Liebe von Max war mindestens genauso unendlich wie der Stoff.
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Auf's Maul

#3

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » So 2. Dez 2018, 01:59

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wachte aus dem erholsamsten Schlaf auf, an den er sich erinnern konnte seit dem Schlaftrunk durch Costantino. Er blinzelte und stellte fest, dass er noch immer im Arm seines Papas lag und die Finger in dessen Nachthemd gekrallt hielt. Es war wunderbar warm unter der Bettdecke. Er merkte, dass noch jemand hinter ihm lag. Als er sich umdrehte, lag er Nase an Nase mit Fabien. Er blinzelte, aber es war kein Traum. Da lag tats├Ąchlich Papas Leibdiener. Der Prince streckte sich, damit die beiden munter wurden. ┬╗Morgen┬ź, sprach er g├Ąhnend und streckte Arme und Beine.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien legte sich den freien Arm ├╝ber die Augen und murmelte etwas Unverst├Ąndliches. Einen Augenblick sp├Ąter wurde Ciel liebevoll um den Hals gepackt und zur├╝ck ins Bett gezogen, w├Ąhrend Fabien g├Ąhnte und sich streckte wie eine Katze. Verschlafen musterte er Max und Ciel. ┬╗Morgen Ihr beiden┬ź, gr├╝├čte er freundlich und tippte Max behutsam an. ┬╗Aufstehen, wir haben total verschlafen. Soll ich die Termine f├╝r heute absagen?┬ź, fragte Fabs, aber Max r├╝hrte sich keine Milimeter mehr, sondern war wieder tief und fest eingeschlafen. Fabien grinste Ciel entschuldigen an und r├╝ttelte Max etwas fester. Max w├Ąlzte sich knurrend auf die andere Seite und mummelte sich wieder in seine Decke. ┬╗Noch f├╝nf Minuten┬ź, kommentierte er nuschelnd. ┬╗M├Âchtet Ihr zuerst fertig gemacht werden?┬ź, bot Fabien Ciel an und kletterte aus dem Bett.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, gleich.┬ź Ciel strich seinem Vater ├╝ber den Kopf. Sein sch├Ânes wei├čblondes Haar sah gerade aus wie ein zerfledderter Wischmopp. ┬╗Aufwachen┬ź, sprach Ciel sanft. ┬╗Du wolltest doch Melville verpr├╝geln.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max rieb sich mit beiden H├Ąnden die Augen. Allerdings nur einen Moment, dann hielt Fabien seine H├Ąnde fest und sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Nicht reiben, sonst hast Du nachher entz├╝ndete Augen. Komm hoch mit Dir┬ź, bat Fabs, stellte ihm die Puschen hin und reichte ihm die Hand. Max setzte sich in Zeitlupe auf und schenkte seinem Sohn ein breites L├Ącheln, krampfhaft versuchend nicht im Sitzen einzuschlafen. ┬╗Er hat Recht ich muss Melville zusammenschlagen. Ich brauche einen Kaffee und ein Haarband, in der Reihenfolge. Z├╝gig┬ź, g├Ąhnte Max und stand auf. ┬╗Wo ist der Kerl ├╝berhaupt?┬ź, fragte Max und deutete Ciel an, dass er vorgehen durfte. ┬╗Fabs guck mal auf die Uhr, wir haben wegen Dir total verschlafen. Du musst alle Termine absagen┬ź, murmelte Max und strich Ciel ├╝ber den Kopf. ┬╗Geht es Dir besser Schatz?┬ź, fragte er liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel guckte seinen Papa an. Kosenamen gab er ihm nur selten, was unter anderem daran lag, dass sie sich meist dienstlich sahen und solche Vertraulichkeiten nicht in die ├ľffentlichkeit geh├Ârten. Ciel freute sich dar├╝ber, auch wenn es ungewohnt war. Er nickte. Er war vollst├Ąndig haarlos und wegen der verheilten Brandwunden wei├č und rosa gescheckt wie eine Kuh. Trotzdem sah er gl├╝cklich aus und die Behandlung hatte die Nebenwirkung gehabt, dass auch seine Ohrl├Âcher vollst├Ąndig verheilt waren und die Ohrringe nun bestens und schmerzfrei darin hingen. F├╝r einen Prince gab er wahrlich einen merkw├╝rdigen Anblick ab, aber f├╝r den Notfall gab es ja Schminke. ┬╗Mir geht es gut. Beni und Dani haben hervorragende Arbeit geleistet. Fran hoffentlich nicht, sie soll sich schonen f├╝r unser Kleines.┬ź Ciel holte einen Kamm und versuchte, die M├Ąhne seines Vaters vorsichtig zu entwirren.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max setzte sich an den Schminktisch und lie├č sich bereitwillig von Ciel k├Ąmmen und von Fabien zurecht machen. Irgendwie war es seltsam von zwei Personen zeitgleich ┬╗bearbeitet┬ź zu werden, aber es war auch sch├Ân. Vor allem seinen Sohn bei sich zu haben. Sie waren sich nah und dennoch waren sie irgendwie alle immer von einander getrennt. Wenn es auch nur r├Ąumlich war, schmerzte es Max ab und an doch. Deshalb gefiel ihm die Idee mit der WG sehr gut. ┬╗Fran ist eine gute Seele, auch wenn ich mich wiederhole. Sie hat Dir geholfen, indem sie Dich aus der Kleidung geschnitten hat. Deine Haut darunter musste freigelegt werden. Ja um Benitos Kopf w├Ąre es schade gewesen. Ein so f├Ąhiger Mann der so fehlgeleitet war. Aber wie sagte mein Vater immer? Wahnsinn und Genialit├Ąt liegen sehr nah beieinander. Meist gehen sie sogar Hand in Hand. Da fallen mir Dutzende Kandidaten ein, wenn ich richtig wach bin. Mach Dir keine Sorgen um Dein Aussehen, die Perr├╝cke ist bald fertig und ich muss Dir sagen, dass Tuch steht Dir sogar. Sollte das mit der Perr├╝cke nicht funktionieren, dann wird Tuch Pflicht┬ź, schmunzelte Max und hielt dann f├╝r die Zeit den Mund wo Fabien ihn rasierte und danach reinigte. Er zog Maximilien eine leichte Montur an, da sein Herr beschlossen hatte in den ┬╗Kampf┬ź zu ziehen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mit Fran hab ich einen hervorragenden Fang gemacht. Aber zuk├╝nftig muss verhindert werden, dass sie sich blicken l├Ąsst, wenn ich aus dem einen oder anderen Kampf zur├╝ckkomme. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass sie mich halbtot erblickt, wenn ich mir meine Biografie so anschaue. Mein Aussehen st├Ârt mich nicht mehr, Papa. Ich habe mich damit arrangiert. Es kann ja nicht jeder aus unserer Familie gut aussehen.┬ź Er blinzelte freundlich. Als Fabien seinen Vater fertig machte, pl├╝nderte Ciel die Knabbereien seines Vaters. Jeder aus ihrer Familie hatte welche bei sich in den Gem├Ąchern gebunkert und jeder wusste, wo er beim anderen etwas finden w├╝rde, falls er mal zu Besuch war und der Appetit sich meldete. Der Meister der S├╝├čwaren war wohl Gregoire.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wer sagt dass Du nicht gut aussiehst? Manche behaupten sogar, dass M├Ąnner ohne Narben nicht gut aussehen Ciel. Was Du geleistet hast, sieht man Dir an, wie so vielen anderen auch. Deine Narben erz├Ąhlen Deine Geschichte und glaub mir, kaum einer h├Ątte wohl die Begegnung mit diesem Ur-Lich gewagt und auch noch ├╝berlebt. Wieviele Opfer hat er sich einverleibt? Du bist der erste der ihm die Stirn bot und der erste der ihn auf das zur├╝ckschraubte was er ist - eine Person. Jules sagte er war so etwas wie ein Verbund aus dreien. Wie ein Mini-Kollektiv nur dass sie wirklich eins wurden. Wie auch immer sie das hinbekommen hatten. Niemand hat das geschafft und genau deshalb jagt er Dich Ciel. Offiziell vermutlich um sich zu r├Ąchen. Inoffiziell sage ich Dir warum - Angst. Er muss Dich t├Âten, damit er wieder ruhig schlafen kann. So eine Person duldet nicht, dass es jemanden gibt, der ihm gef├Ąhrlich werden kann. Darum jagt er Dich, darum verh├Âhnt er Dich, das ist alles nur Show - er hat Angst vor Dir. Denn Du hast eine weitaus gr├Â├čere Macht, Du hast Familie, Freunde, die Himmelsaugen und sie sind vereint. Was war in seinem Haus? Er konnte jeden einzelnen Hohenfelde t├Âten und verschlingen, weil er es geschafft hatte sie alle zu Egoisten umzuformen. W├Ąren sie eine Familie gewesen, oder noch besser eine Sippe - er h├Ątte die drei Familien gegen sich nie besiegt. Gleich wie m├Ąchtig er ist. Aber er war klug, er war ein wahrer Naridier - er predigte die ultimative Macht und Freiheit f├╝r jeden - und schuf sich eine Sklavenrasse aus seinem eigenen Blut. Die ultimative Macht und Freiheit gab es auch, aber nur f├╝r ihn, der Rest war f├╝r ihn Vieh dass ihn mit allen Recoursen ern├Ąhrte. Blut, Magie, Macht, Belustigung... aber Du Ciel, Du standest ihm gegen├╝ber. Allein und dennoch mit einer Familie und einem Volk hinter Dir. Das kannte er nicht, dass f├╝rchtet er. Und genau dass wird ihn umbringen. Du wirst ihn t├Âten, h├Âchstpers├Ânlich. Und heute, werden wir Melville etwas beibringen komm┬ź, sagte Max gut gelaunt und gab den Weg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warte doch, ich bin noch im Nachthemd!┬ź Ciel zog sich schnell eigenh├Ąndig an und borgte sich Papas Mundwasser. Bei ihm gab es weder etwas zu rasieren noch zu k├Ąmmen. Er hatte nicht einmal mehr Augenbrauen und Wimpern. Er wusch sich nur noch das Gesicht und band sein Kopftuch so, wie Davet es ihm gezeigt hatte. ┬╗Wir h├Ątten den Ur-Lich schon l├Ąngst besiegt haben k├Ânnen - wenn Ansgar sich nicht vor uns verbergen w├╝rde. Er sollte und wollte die Linse bilden f├╝r den Seelenbrand, den die Himmelsaugen gemeinsam auf Dunwolf richten wollten. Doch seit seiner Zusage ist er verschwunden. Er h├Ątte sagen k├Ânnen, dass ihm der Mut fehlt und es h├Ątte sich Ersatz gefunden. Wir hatten uns auf ihn verlassen und nun ist der Lich entkommen.┬ź Er streckte seinem gescheckten Spiegelbild die Zunge heraus, die gr├╝n verf├Ąrbt war vom Mundwasser und kontrollierte den Sitz seiner Kleidung. Er trug Fabiens Hemd. ┬╗Darf ich dein Hemd behalten, Fabs?┬ź, fragte er. ┬╗Ich m├Âchte es gern als Erinnerung verwahren, falls ich wieder einmal vergessen sollte, dass du ein Freund bist.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien schaute Ciel sichtlich ger├╝hrt an und nickte zustimmend. ┬╗Sicher d├╝rft Ihr das, es geh├Ârt Euch. Nehmt es als Geschenk meinerseits. Vielleicht ist Ansgar gar nicht verschwunden. Vielleicht wurde daf├╝r gesorgt, dass er verschwindet, jetzt wo man ihn braucht. Dieser Lich hatte doch so einige Kniffe auf Lager. Wir sollten lieber ein Himmelsauge damit beauftragen die Linse zu bilden. Jemand der kein Nekromant ist w├Ąre mir lieber, wenn ich das sagen darf. Naja ich habs schon gesagt┬ź, grinste Fabien.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ich stimme Euch beiden zu, mir pers├Ânlich w├Ąre auch ein Geistmagier also ein Himmelsauge lieber. Jemand dem wir vertrauen k├Ânnen. Letztendlich ist Ansgar sogar mit diesem Lich verwandt, sogar Brandur ist das und Davard. Wobei ich wei├č, dass Davard und Ansgar jene aus ihrer Familie hassen und das zu Recht. Es w├Ąre also m├Âglich, dass der Lich Ansgar irgendwie handlungsunf├Ąhig gemacht hat, ihn in seiner Gewalt hat oder dergleichen. Feige wirkte mir der Mann nicht, im Gegenteil er hatte mit diesem Lich eine Rechnung offen. Aber ein Nekro bleibt ein Nekro, sagte Pom immer. Nekromantie w├Ąre die verdorbene Schwester der Geistmagie behauptete Parcival. Keine Ahnung ob das den Tatsachen entspricht. Was wei├čt Du dar├╝ber Ciel?┬ź, fragte Max und legte ihm einen Arm um die Schulter w├Ąhrend sie in das Verlies marschierten.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, Fabs┬ź, antwortete Ciel und l├Ąchelte. Er meinte sowohl das Geschenk als auch alles, was der Leibdiener, den er fr├╝her nicht ausstehen konnte, alles f├╝r ihn getan hatte. ┬╗Du hast recht, die Magier sollten nach Ansgar sp├╝ren. Jules kennt ihn, das hei├čt, er w├╝rde ihn aufsp├╝ren k├Ânnen. Ich w├╝sste ja ein geeignetes Himmelsauge, aber da wird Papa leider nicht zustimmen.┬ź Er grinste frech zu Maximilien her├╝ber und folgte seinem Vater. Unterwegs erkl├Ąrte er ihm, was er ├╝ber die Nekromantie wusste. ┬╗Die Geistmagie ist die ├Ąlteste Magieform. Sie ist die Basis, die Urform und alles andere sind Spezialisierungen. Parcival hatte also recht.┬ź Als sie durch die G├Ąnge spazierten, kam ihnen jemand entgegen, mit dem Ciel nicht gerechnet hatte - Alexandre de la Grange. Sein Lehrer blieb stehen und musterte Ciel mit einem Blick voll brennender Besorgnis. Er wartete nicht ab, was sein Sch├╝ler ihm erkl├Ąren w├╝rde, sondern legte ihm die Hand auf den Kopf und sp├╝rte selbst nach, wie es ihm ging. ┬╗Zufrieden?┬ź, fragte Ciel und Alexandre lie├č ihn wieder los, um einen Schritt zur├╝ckzutreten. Er nickte mit vornehmer Miene und vor dem Bauch verschr├Ąnkten H├Ąnden. Dann ├╝berlegte er es sich anders und umarmte Ciel kurz und sehr fest, ehe er sich losriss und mit wehenden M├Ąnteln fl├╝chtete. ┬╗Alex freut sich┬ź, erkl├Ąrte Ciel seinem Vater das merkw├╝rdige Verhalten.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute Alex hinterher. ┬╗Hallo und guten Morgen Majest├Ąt. Hallo Alex sch├Ân Euch zu sehen. War nett mit Euch zu plaudern. Ja Ciel geht es etwas besser nach dem Angriff. Danke f├╝r die Sorge. Macht es gut, man sieht sich...┬ź, murrte Max und wandte sich an seinen Sohn. ┬╗Sch├Ân dass er sich so seltsam freut. Gut benenne das Himmelsauge. Nein lass mich raten Arelien┬ź, lachte Max sich kringelig. ┬╗Der findet nicht mal den Lich, wenn der alte Sack bei ihm auf dem Scho├č sitzt┬ź, grinste Max ganz unroyal.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich meinte eigentlich Remy. Die Vorstellung, wie eine geballte Energieladung von hundert Himmelsaugen durch seine Seele schie├čt, hat etwas f├╝r sich. Nimm es Alex nicht krumm. Ich sagte ja, er ist ein Kauz. Aber scheinbar hat er aufgeh├Ârt zu schmollen nach┬ź, er rechnete, ┬╗inzwischen einem halben Jahr.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max drehte sich in Zeitlupe zu Ciel um und sch├╝ttelte langsam den Kopf. ┬╗Bei was genau schie├čt die Energie durch Remy? Du hast sehr unkeusche Gedanken mein Kleiner. Alex ist ein Wesen f├╝r sich, er tr├Ągt mehr leid als ein Mensch verkraften kann. Das was Boldi im Thronsaal ├╝ber seinen Mann sagte, passt genauso gut auf Alex und f├╝hrt man sich das vor Augen sieht man ihn auch mit anderen Augen. Sicher kann es einen ├Ąrgern wie er sich auff├╝hrt. Auf der anderen Seite ist er nicht grundlos so. Und wer wei├č wie wir geworden w├Ąren, nachdem man uns das geraubt hat. Vermutlich w├Ąren wir tot und auf gewisser Weise ist er ebenfalls tot. Und genau das schmerzt ihn so, dass er sich derma├čen verh├Ąlt. Auch wenn ich mal etwas flapse Ciel, ich sehe trotzdem dass was ein Duc sehen muss. Erinnere mich bitte daran mit Boldi bald zu sprechen bez├╝glich Toni. Es ist wichtig. Wichtig ist aber auch Melville beizubringen was wir ihm sagen m├Âchten. Also hat Parcival Recht gehabt, dass Nekromantie verdorbene Geistmagie ist? Eine Spezialisierung zum Schlechten wenn man so m├Âchte?┬ź, fragte Max und ging weiter.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich sollte Alex mal Tini und Ferrau vorstellen. Er ist zwar keine angenehme Gesellschaft, aber sie sollen sie wenigstens eine Stunde mal mit ihm Tee trinken, damit sie wissen, wer er ist. Er selber findet ├╝brigens, dass er sich zum Guten ver├Ąndert hat seit der Begegnung mit Derya. Denn w├Ąre das nicht geschehen, w├Ąre er heute ein Nekromant. Und nun stell dir einen Nekro mit dieser Bef├Ąhigung und diesem Ehrgeiz vor. Alex w├Ąre ein zweiter Dunwolf. Es stimmt, Nekromantie ist korrumpierte Geistmagie. Sie richtet sich allerdings auf den Geist von Toten und nicht auf den der Lebenden, so wie es sein sollte. Sie st├Ârt die Totenruhe und ist eine durch und durch egoistische Magieform. Wegen Boldi und Toni werde ich dich erinnern. Die Energie der Himmelsaugen w├╝rden durch Remys Seele schie├čen wie durch eine Linse. Der Zauber nennt sich Seelenbrand. Damit wollen wir den Lich vernichten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗W├╝rde Remy das ├╝berleben? Oder w├╝rde er in Flammen aufgehen? Verzeih bitte den Vergleich aber, Du nanntest es Seelenbrand. Ich denke Fran k├Ânnte einen guten Einfluss auf Alex haben. Ein Versuch ist es wert. Alex und Dunwolf im Team m├Âchte ich mir nicht vorstellen┬ź, schauderte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č nicht, ob Remy das ├╝berleben w├╝rde, darum schlug ich ihn ja vor und Ansgar. Ich m├Âchte niemanden verlieren, um den ich hinterher trauern w├╝rde. Und sogar um Aurelien w├Ąre es schade.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musterte Ciel und dr├╝ckte ihn an sich. ┬╗Auch um Remy w├Ąre es schade, er verstellt sich genauso wie Dein Alex nur aus ganz anderen Gr├╝nden. Aber im Kern ist er ein guter Kerl. Auch wenn Du das nicht h├Âren m├Âchtst und Du alles Grund hast w├╝tend auf ihn zu sein, da er Dir die Frau nahm. Aber ehrlich, wolltest Du Oli ├╝berhaupt als Frau haben? Nein. Das wolltest Du nicht. Also g├Ânne sie ihm und g├Ânne Dir Dein eigenes Gl├╝ck Ciel. Das einzige was ich ihm krumm nehme ist, dass er Dir H├Ârner aufgesetzt hat. Das h├Ątte man anders regeln k├Ânnen. Aber sterben soll er deshalb nicht. Leider m├╝ssen wir aber jemanden damit beauftragen, der die F├Ąhigkeit und den Willen hat. Wer m├Ąchtig genug ist, ├╝bersteht es vielleicht auch, da er diese Macht halten und lenken kann, vermute ich. Damit scheidet Aurelien schon aus. Er hat Patti ja nicht einmal gefunden als dieser mit ihm die gleiche Stra├če passierte. Und st├Ąndig lief er ihm davon, scheinbar. Denn er lag im R├╝benhof. Was soll man da noch sagen┬ź, sagte Max und blieb vor Melvilles Zelle stehen. ┬╗Tr├Ągt er Messing und wurde gesichert? Wir m├Âchten nicht gegrillt werden┬ź, fragte Max die Wache.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er hat mich gedem├╝tigt┬ź, murrte Ciel. ┬╗Und sie ist von ihm schwanger. Und das nehme ich ihm nun wirklich ├╝bel. Auch wenn die Ehe nicht optimal verlief, so hatte ich mich doch auf das Kind gefreut.┬ź Er schaute neugierig in Richtung der Zellen. ┬╗Aurelien ist wirklich eine merkw├╝rdige Gestalt. Patrice ist ja nun nicht zu ├╝bersehen und unter den Leibgardisten gilt er als das Sorgenkind, da er M├╝he hat, die Anforderungen zu erf├╝llen. Jules kommt aber nicht infrage f├╝r die Aufgabe, Papa. Wie w├Ąre es mit der Dame, die Arbogast dingfest gemacht hat?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Jules auf keinen Fall Ciel, Du hast ihn als Oberhaupt f├╝r die Himmelsaugen vorgeschlagen und das sehe ich auch so. Wir k├Ânnen uns keinen besseren Mann f├╝r diesen Posten w├╝nschen. Eine Frau? So eine wichtige Aufgabe in der Hand einer Frau? Ciel ich bitte Dich, dass kann nicht Dein ernst sein. Die Lage ist schwierig, ja gerade zu prik├Ąr genug, da k├Ânnen wir nicht noch auf die pers├Ânlichen Empfindlichkeiten einer Dame w├Ąhrend des Kampfes R├╝cksicht nehmen. Soviele Dinge wie wir dann zu beachten haben, fallen nie zeitgleich auf ein Datum. Geh mal mit Deiner Mutter einkaufen, dann plane mit ihr eine Schlacht. Ich liebe sie von ganzem Herzen, keinen Menschen liebe ich so wie Min, aber sie kann einen in den Wahnsinn treiben. Bitte nur mal dieser D├╝sterling. Ich h├Ątte ihn ertr├Ąnken lassen. Deine Mutter m├Âchte ihn behalten. Was haben wir getan? Ihn behalten. Was ist wenn diese Frau den Lich behalten m├Âchte? Oder mit ihm die Macht teilt, weil er vermutlich nur benachteiligt war und ihn keiner versteht? Frauen tun sowas. Gleich wie dumm, unlogisch, gef├Ąhrlich oder haarstr├Ąubend es ist - eine Frau wird es tun┬ź, erkl├Ąrte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte ein pikiertes Gesicht auf. Er selbst sammelte auch merkw├╝rdige Gestalten. Khawa hatte Panoptikum dazu gesagt und zeitgleich genau gewusst, dass er selbst ebenso ein Ausstellungsst├╝ck war, das Ciel sich gern unter die Lupe nahm, um das Verhalten seines Wilden zu studieren. ┬╗Ich kenne nicht allzu viele Himmelsaugen. Wie w├Ąre es mit Remys Vater? Der ist ebenso bei den Himmelsaugen, wenn mich nicht alles t├Ąuscht. Ansonsten f├Ąllt mir niemand mehr ein, den ich pers├Ânlich kenne und der f├Ąhig und notfalls entbehrlich w├Ąre.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗W├╝rde Quennel noch leben, h├Ątte ich ihn ├╝ber die Klinge springen lassen f├╝r die Freundlichkeiten mit denen er die Welt begl├╝ckte. Es w├Ąre die einzige gute Tat gewesen, die er im Leben geleistet h├Ątte, bis auf die Zeugung von Davet. Stimmt es das Davet ├╝ber Magie gebietet? Er kommt nicht in Frage, keine Sorge. Aber stimmt das? Ich werde bez├╝glich des Himmelsauges mit Remy reden. Er soll mir einige Himmelsaugen nennen die in Betracht kommen. Als Schwiegersohn darf er sich auch mal n├╝tzlich machen┬ź, sagte Max und verpasste der Wache dann einen ziemlich festen Hieb vor die Schulter. ┬╗Wir wiederholen - ist der Inhaftierte gesichert, JA ODER NEIN???┬ź, fragte Max schneidend. ┬╗Ist heute der Tag der Ignoranz oder was?┬ź, fragte er Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schmunzelte. ┬╗Es muss an der Abwesenheit von Massimo und Boldisz├ár liegen. Ja, sprich mit Remy. Vielleicht gab es Himmelsaugen aus dem Umfeld von Quennel, die noch unter uns weilen und die ihn damals unterst├╝tzten. Sie h├Ątten so die Gelegenheit, ihr Treiben wieder gut zu machen. Ob in Davet der Funken schlummert, wei├č ich nicht, so was kann ich nicht feststellen. Das ist gegenw├Ąrtig unm├Âglich, die Gabe muss sich von selbst offenbaren.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Die Wache nickte entschuldigend. ┬╗Ja verzeiht Eure Majest├Ąt, der Delinquent ist mit Messing gesichert und kann nicht mehr auf seine Magie zugreifen. Seid unbesorgt┬ź, sagte der Mann mit puterrotem Kopf. Max nickte knapp und deutete auf die Zelle ┬╗aufschlie├čen┬ź. Er wandte sich erneut Ciel zu. ┬╗Ich hake nur nach, weil mir Davet dies erz├Ąhlte. Er selbst glaubt nicht so recht daran. Quennel sagte ihm, er habe die Gabe und solle sich bei den Himmelsaugen bewerben, was er strikt ablehnte. Deshalb meine Frage an Dich, ob es der Tatsache entspricht. Wir werden gemeinsam Remy fragen Ciel┬ź, sagte Maximilien. Melville stand auf und wollte etwas zur Begr├╝├čung sagen, aber im gleichen Moment bekam er mit voller Wucht die Faust von Max ins Gesicht gegraben, so dass er gegen die hintere Zellenwand geschleudert wurde. Die Wache starrte perplex ├╝ber die Schulter, schaute dann aber schnell wieder geradeaus, so als h├Ątte sie ├╝berhaupt nichts gesehen, w├Ąhrend Max auf Melville wutentbrand eindrosch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beobachtete mit ernster Miene das Treiben seines Vaters, der wie von Sinnen auf Melville einschlug. Und da konnte Melville noch dankbar sein. Der Letzte, der Maximiliens Sohn angegriffen hatte, war binnen Sekunden einen Kopf k├╝rzer gewesen. Ciel schaute genau zu, auf welche Weise sein Vater zuschlug und wie Melvilles K├Ârper darauf reagierte. Der Mann war recht bald schon nicht mehr wiederzuerkennen.

Fabien Lacomb
Fabien schaute Ciel an und deutete auf Max. ┬╗Holt ihn bitte da heraus,ehe er sich total vergisst. Der Comte de la Cantillion hat seine Abreibung verdient, aber Euer Vater ist nicht ┬╗ohne┬ź und er soll den Mann nicht zu Brei schlagen oder zum Kr├╝ppel. Seid bitte so gut┬ź, bat Fabien freundlich wie auch besorgt. Das seine Sorge Max galt, war klar.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schmunzelte, w├Ąhrend ein Blutspritzer nur knapp an seinem sch├Ânen neuen Hemd vorbeiflog. Und noch einer und noch einer. Die ganze Wand war schon gesprenkelt, genau wie Maximilien. Ciel zog das neue Hemd aus, damit es keine Blutflecken bekam, legte es zusammen und reichte es Fabien. ┬╗Bitte halte das.┬ź Er trat neben seinen Vater und tippte ihm gegen die Schulter. ┬╗Ich glaube, der Comte ist schon gut durch.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien nahm das Hemd an sich und verstaute es unter seinem, damit es sauber blieb. Er l├Ąchelte Ciel dankbar an, dass dieser sich um seinen Vater k├╝mmerte. Ciel konnte seinen Vater ohne weiteres wegziehen, aber ob er das Recht dazu hatte, dass wusste Fabien nicht.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max hielt mitten in der Bewegung innen, verharrte f├╝r einen Moment. Er atmete einige Male durch um sich zu beruhigen. ┬╗Das war eine Privatsache zwischen uns Melville. Von Vater zu Vater, fass niemals wieder meinen Sohn an, sprich nie wieder mit ihm. Mach einen riesigen Bogen um Greg oder wir reden erneut. Du wei├čt genau welche Grenze Du ├╝berschritten hast. Ich will von Dir auch keine Entschuldigung oder dergleichen h├Âren. Lass einfach Dein dummes Maul zu, sonst stopfe ich es Dir erneut. Du und Gregoire ihr seid ab sofort getrennte Leute. Sowas von getrennt... getrennter geht es kaum. Du hast Dir nur paar eingefangen, weil Ciel mir sagte warum Du so ausgeflippt bist. Die Erkl├Ąrung gilt f├╝r Ciel mit. W├Ąre es anders gelaufen, w├Ąrst Du Parcival gefolgt f├╝r den Angriff auf die Krone. Das dazu┬ź, erkl├Ąrte Max und nickte Richtung Ausgang. Er schob Ciel hinaus und folgte ihm dann selbst. ┬╗Schlie├čt ihn wieder ein. Er bekommt vier Wochen Wasser und Brot samt nachdenklicher Stille verordnet┬ź, befahl Max der Wache und der Mann nickte eifrig. ┬╗Jawohl Eure Hoheit┬ź, sagte er absolut gehorsam. Max hakte Ciel unter und ging mit ihm wieder nach oben. ┬╗Warum bist Du schon wieder halbnackt?┬ź, grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wollte mein Hemd nicht beschmutzen.┬ź Ciel streckte die Hand in Fabiens Richtung und lie├č sich seine Kleidung aush├Ąndigen, die er im Gehen ├╝berzog. ┬╗Vielleicht besuche ich Melville zwischendurch mal, wenn du es erlaubst. Wir waren noch nicht fertig mit Reden und jetzt ist er vielleicht zug├Ąnglicher. Anstelle eines Messinghalsbandes h├Ąttest du ihm einen Keuschheitsg├╝rtel aus Messing umlegen sollen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schmunzelte seinen Sohn an. ┬╗Das w├╝rde zumindest allen in seiner Umgebung helfen. St├Âhnte nicht Massimo und auch Maurice ├╝ber sein Verhalten? Sogar sein Sohn Gaetano war doch dar├╝ber sehr betr├╝bt. Das hat schon nichts mehr mit normalem Trieb zu tun. Sicher mag der eine mehr und der andere weniger, aber das wirkt ja wie eine Sucht. Und es geht ihm dabei um keine Person, nicht mal um sich selbst. Jedenfalls empfinde ich das so. Er wird das Messingband umbehalten, er kann nicht frei herumlaufen, wenn Wut bei ihm eine solche Konsequenz haben kann. Das n├Ąchste Mal verbrennt er Dich vielleicht zu Asche wenn er Dich sieht. Nein Danke, er beh├Ąlt es um┬ź, entschied Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wobei man fairerweise sagen muss, dass ich ihm mitteilte, dass sein Sohn gar nicht mehr sein Sohn ist ... dass da ein fremder Geist in dessen K├Ârper parasitiert. Und zwar der Geist des M├Ârders seiner Schwester und ihrer Kinder. Das ist schon ein harter Brocken. Ansonsten scheint er ja zumindest seine Magie gut kontrollieren zu k├Ânnen. Nun sitzt er da in der Dunkelheit, mit all seiner Einsamkeit und der Trauer um seinen Sohn.┬ź Ciel blieb stehen und sah sich mitleidig um. ┬╗Er ist genau so krank wie Silvano, Papa.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max blieb stehen und nickte beipflichtend. ┬╗Ja das ist er Ciel, einsam und verloren. Aber das gibt ihm nicht das Recht Gregoire dazu zu benutzen sich besser zu f├╝hlen. Er ist keine Delikatesse mit der er sich den Arsch vollfressen kann, b├Âse ausgedr├╝ckt. Er h├Ątte genau wie ┬╗Dein anderer Patient┬ź sich direkt Hilfe suchen m├╝ssen. Du scheinst diese Leute anzuziehen Ciel. Den Lich, Alex, Khawa, Vano, Melville und wie sie alle hei├čen. Aber ebenso die Gegenseite wie Boldi, Davet, Jules und Co. Als w├Ąrst Du dort all jene zu verbinden. Vielleicht gibt es dahin gehend sogar einen h├Âheren Willen. Du bist gl├Ąubig und ich ebenso. Sind es die Verlorenen auch? Man kann Kraft im Glauben finden, dass siehst Du sogar an den Bei├čern, auch wenn Ihr Glaube ein Irrglaube ist. Vielleicht sollten wir ihnen dass neben der Heilung n├Ąherbringen, damit sie neben Heilung auch Trost und Halt erfahren┬ź, schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Im Gebet findet so mancher Trost, den er bei keinem Dialog mit einem Menschen finden w├╝rde. Ainuwar wei├č um unseren Schmerz und um unsere Hoffnung, unsere ├ängste und Tr├Ąume. Du hast Recht, wir sollten einen Priester mit solchen verlorenen Menschen sprechen lassen. Ich bin leider keiner, auch wenn ich gern einer geworden w├Ąre. Dabei haben viele Tempel offene Angebote zur Seelsorge und jeder kann die Gebetsr├Ąume zu den ├ľffnungszeiten betreten oder an den Messen teilnehmen. Es wird nur leider nicht so oft genutzt. Khawa ist kein Verlorener, Papa, das ist er nie gewesen. Er ist vielmehr jemand, der die Sonne aus Rakshanistan nicht nur auf der Haut trug, sondern auch im Herzen. Manches davon ist Schauspiel, denn er bl├Âdelt umso mehr herum, wenn es ihm nicht gut geht, aber im Gro├čen und Ganzen ist er ein stabiler Mensch und mit sich und der Welt im Reinen. Aber die anderen, ja. Ich ziehe sie an oder ich suche sie, da sie mich interessieren. Ich m├Âchte sie verstehen und ihnen helfen. Melville hatte nicht das Recht, Verrill zu benutzen, dennoch braucht er Hilfe, nachdem er seine Strafe verb├╝├čt hat.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du ziehst sie an wie Motten das Licht Ciel. Denn das Licht in Form von G├╝te und Barmherzigkeit hat immer eine solche Wirkung auf Verlorene. Sie erhoffen sich Rettung und wagen dennoch nicht darum zu bitten. Und manche wissen nicht einmal, was sie eigentlich suchen. Sie k├Ânnen es nicht benennen. Wer geht von solchen Leuten in einen Tempel? Bellamy? Die Scham dort gesehen zu werden w├╝rde bei ihm ├╝berwiegen. Die Kameraden halten ihn f├╝r einen Schw├Ąchling. So denken die meisten. Oder was soll ich einem weltfremden Priester mein Leid klagen. Aber Schw├Ąche einzugestehen ist St├Ąrke, sich Hilfe zu holen ist St├Ąrke und ein Priester ist nicht immer Weltfremd. Massimo zum Beispiel ist ein sehr gl├Ąubiger Mann, w├╝rdest Du wagen zu behaupten er w├Ąre schwach? Er nimmt es sogar mit dem Glauben etwas zu ernst auf seine Art. Manchmal l├Ąchelt man Ciel, wenn es zum Weinen nicht reicht. Khawa mag die Sonne im Herzen haben, aber er war weit weg von der Heimat und von jedem den er kannte. Stell Dir das vor. In einem fremden Land, unter fremde Leute und keinen den Du kennst, nichts ist Dir bekannt, alles ist v├Âllig anders und kommt Dir falsch vor und Du musst dort leben. Glaube mir, er ist vielleicht jetzt mit sich im Reinen, aber das war nicht immer so. Dass muss man auch ihm zugestehen. Nur ging er kl├╝ger als die anderen damit um┬ź, sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bellamy geht nicht zu einem Priester - aber es gibt durchaus Leute, mit denen er ├╝ber seine Sorgen redet. Tekuro und Boldisz├ár geh├Âren zu ihnen und vielleicht redet er auch mit anderen. Jedoch sind das Leute von seinem Schlag. Und ich muss sagen, dass auch ich lieber mit einem Krieger ├╝ber meine Sorgen spreche als mit einem Priester. Darum wollte ich ja Bellamy in mein Bett holen und dann Kazrar. Aber jetzt bin ich froh, dass sie keine Zeit hatten.┬ź Er blinzelte seinem Papa freundlich zu. ┬╗Ich werde mal nach Verrill sehen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Priester ist vielleicht das falsche Wort, Seelsorger ehr das richtige. Dass kann ein Priester, ein M├Ânch oder auch einfach ein Freund sein. Aber man sollte schon zu jemanden gehen, der eine andere Sicht hat, sonst h├Ârt man nur die eigene gespiegelt. Es sollte kleinere Anlaufstellen geben, wo man einfach so hingehen kann, ohne dass es gleich Aufsehen erregt, wenn man dort hinein geht. Ich ├╝berlege mir etwas. Mich hat es auch sehr gefreut, wir sollten es wiederholen, ohne jeglichen Grund. Sprich ohne dass Du vorher verletzt worden bist. Nebenbei Ciel, Du kannst nicht zu Verrill gehen, er ist in Ledwick. Es sei denn Du folgst ihm dorthin. Er weilt zur Zeit am Hofe von Tazio. Aber Du k├Ânntest zu Deinem Onkel gehen und das mit den Freibeutern und so weiter klar machen. Denk an Dein Schiff, denk an unsere K├╝ste. Bis sp├Ąter mein Kleiner┬ź, sagte Max und dr├╝ckte Ciel fest an sich, ehe er ihn wieder freigab und Richtung Amtsstube davon ging. Fabien dr├╝ckte Ciel ebenfalls kurz und folgte dann Maximilien.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte beide zur├╝ck und sah ihnen nach. Dass Verrill nicht hier war, hatte er in seinem Eifer ganz vergessen. Er ├╝berlegte, ob er sofort zu Davet gehen sollte. Er w├╝rde noch einige Zeit zweifarbig aussehen und f├╝r immer kahl bleiben. Der arme Ferrau w├╝rde sicher vor Sorgen vergehen, Tini schien es besser wegzustecken. Doch zuvor stand noch etwas anderes an. Seine Entscheidung fiel und seine F├╝├če trugen ihn in Richtung des Bluttempels. Er w├╝rde Alexandre besuchen und ihn anschlie├čend seinen beiden Lieben vorstellen. Und danach w├╝rde er mit Davet wegen der Piraten sprechen. Das w├╝rde ein langes und interessantes Gespr├Ąch werden. Ciel erreichte die Kapelle und der Geheimgang verschluckte ihn.
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Re: Blutrote See Kapitel 17 - Rache an Melville

#4

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 3. Dez 2018, 07:36

Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem Ciel einige Stunden bei Alexandre verbracht hatte, war er guter Dinge. Die Behandlung durch die Heiler oder das Schlafen bei seinem Vater und das gem├╝tliche Plaudern hatten ihm gutgetan und er war voller neuem Tatendrang. So beschloss er, seine heutige gute Tat zu vollbringen und nach dem ungl├╝ckseligen Melville zu sehen, der im Verlies seiner Einsamkeit, seiner Trauer und nun auch noch seinen Schmerzen ausgesetzt war. Ciels Pfeifen mochte unangemessen sein, aber er war hier im Palast zu Hause und wer wollte es ihm verbieten? Ein Liedchen pfeifend lie├č er sich von einem Gardisten zu Melvilles Zelle f├╝hren. Der Schl├╝ssel drehte sich quietschend im Schloss und die Scharniere kreischten, als die T├╝r ge├Âffnet wurde. Hinter Ciel wurde sie wieder verschlossen. Ciel blieb stehen und wartete, dass seine Augen sich an die Dunkelheit gew├Âhnten.

Melville de la Cantillion
Melville sa├č in der Zelle wie er verlassen wurde, v├Âllig zerschlagen. Vermutlich sah er sogar noch schlimmer aus als vor einigen Stunden. Denn er f├╝hlte sich als h├Ątte er Veilchen ├╝ber den Veilchen. Und nun kam auch noch der Sohn des Duc, mit dem das Ungl├╝ck angefangen hatte, vermutlich um es zu beenden. Ein Vorteil hatten zugeschwollene Augen dann doch, man musste beziehungsweise man konnte seinem Ende gar nicht mehr ins Auge blicken. Melville war es im Moment gleich, welche grauenvolle Botschaft sollte der Prince noch haben, die er nicht bekommen hatte? Aimeric war tot, weniger noch als ein Ghul, nicht einmal ein Zombie sondern die Fleisch-Rikscha f├╝r einen Hohenfelde. Und nicht nur irgendeinen, nein dem M├Ârder seiner Schwester. Und wer hatte ihm dazu verholfen? Brandur. Brandur der scheinbar von Dunwin umgebracht wurde, der durch Dunwin seine Familie verloren hatte, der seine Frau und Kinder an diese menschliche Bestie verloren hatte half Dunwin. Weder seinen Kindern, noch Magdalena seiner Frau. Wozu auch? Letztendlich war Blut immer dicker als Wasser und Magdalena war angeheiratet gewesen. Dass er auf sie verzichtete, war grausam aber logisch. Er hatte sie nicht geliebt. Aber seine Kinder waren ein Teil von ihm gewesen. Im Grunde hatte Brandur sie ein zweites Mal get├Âtet, indem er ihren M├Ârder hoffierte. Melville f├╝hlte sich so. Auch wenn sonst niemand Ansto├č daran nahm und er vielleicht auch nicht die wei├česte Weste auf Asamura hatte, trotzdem tat es ihm in der Seele weh f├╝r seine Neffen und seine Nichte. ├ändern konnte er daran nat├╝rlich nichts, aber er konnte die Konsquenz daraus ziehen. Er musste sich von diesen Leuten fernhalten, dass hie├č, falls er jemals wieder dazu eine Chance bekam. Aber eines war gewiss, ein Hohenfelde blieb ein Hohenfelde, genauso wie ein Skorpion ein Skorpion blieb. Verwundet, verzweifelt, gesch├Ąndet oder vermeintlich get├Âtet, diese Bastarde verdienten weder Hilfe noch Mitleid. Sie alle trugen einen vergifteten Dolch und ihre Dankbarkeit bestand darin, dass sie einen selbst oder einen aus der Familie ermordeten. Aimeric ermordet - Dunwin lebte in ihm. Ob Ansgar wusste, dass sein Vater in Aimeric lebte? Und falls ja, w├╝rde es ihn st├Âren? Vermutlich lag das Problem gar nicht darin, wer wen qu├Ąlte oder ermordete. Das geh├Ârte f├╝r diese Sippschaft zum guten Ton. Ein Hohenfelde hatte scheinbar die Ansicht, dass nur ein Hohenfelde einen seiner Familie t├Âten durfte. F├╝r andere hatten sie nur Verachtung ├╝brig. Nun waren sie sogar hier am Hof. Sollte Verrill sich doch von dieser Natter mit den nachtschwarzen Augen besch├╝tzen lassen. Sie w├╝rde schon noch merken worin der Schutz bestand. Vermutlich 20 cm vergifteter Stahl, wenn diesem Linhard was nicht schmeckte. Melville schaute zu Prince Ciel auf und verzog keine Miene. ┬╗Macht es kurz. Wann?┬ź, fragte er leise da ihm der Kiefer schmerzte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich neben Melville auf die Pritsche. Der Mann konnte so gut wie nichts mehr sehen oder vielleicht war er momentan auch vollst├Ąndig blind, denn seine Augen waren zu schmalen Schlitzen geschwollen. ┬╗Diesmal nicht, Melville┬ź, antwortete Ciel. ┬╗Du hast doch geh├Ârt, dass mein Vater dir das Leben schenkte. Es war ein Versehen, das best├Ątigten die Himmelsaugen. Ich habe dir etwas mitgebracht.┬ź Ciel legte ihm ein Leinentuch mit einem darin eingeschlagenen Klotz gek├╝hlten Quark in die H├Ąnde. ┬╗Wir haben ├╝ber dich nachgedacht.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Und was steht auf dem Programm, wenn es nicht der Tod ist? Blendung? Kastration? Das w├Ąre doch im Sinne von Verrill oder nicht? Was fauche ich Euch an, ich brauche Euren Vater nicht in f├╝nf Minuten wieder hier drin, man nennt ihn nicht umsonst blondes Gift... habe ich gemerkt. K├Ânnt Ihr ihm ausrichten┬ź, erkl├Ąrte Melville und versuchte von Ciel wegzurutschen, gab den Versuch dann aber auf, weil ihm die Knochen schmerzten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bemerkte den unbeholfenen Versuch und rutschte nun seinerseits eine Unterarml├Ąnge fort von Melville. Er lehnte sich r├╝cklings an die eiskalte Steinwand und zog die Beine hoch. ┬╗Du kannst den Quark behalten. Hier unten d├╝rfte er schnell wieder ausk├╝hlen, wenn er zu warm geworden ist. Was danach mit dir geschehen soll, wollte ich mit dir besprechen. Warum bist du eigentlich so w├╝tend? Horche in dich. Ist es wirklich wegen der paar Schl├Ąge?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Falls ich das Drecksloch hier je wieder verlasse, was soll ich mit Aimeric tun? Er sieht aus wie mein Sohn und im Gegensatz zu den Nattern Hohenfelde wei├č ich was Liebe ist. Ich spucke nicht auf meine Kinder und tanze lachend auf ihren Gr├Ąbern. Aber er zwingt mich dazu, meinen Sohn zu t├Âten. Der schon gar nicht mehr mein Sohn ist. Darum geht es┬ź, erkl├Ąrte Melville.

Ciel Felicien de Souvagne
Die Information bersetzte Ciel einen Stich. Er hatte noch keine Kinder, aber er w├╝rde bald Vater werden. Noch wusste er nicht, wie tief elterliche Liebe wirklich reichen w├╝rde, aber er hatte bereits eine Ahnung davon, wenn er sah, wie sein eigener Vater reagierte, wenn es um seine Kinder ging. ┬╗Ich hatte mit meinem Vater dar├╝ber gesprochen vor einiger Zeit. Es best├╝nde die M├Âglichkeit, Dunwin von Hohenfelde wieder aus Aimeric herauszuziehen. Dieser Weg steht uns offen. Allerdings besteht das Risiko, dass sein K├Ârper hinterher nicht lebensf├Ąhig verbleibt oder mit einer Behinderung. Im schlimmsten Falle ... m├╝sstest du es nicht selbst tun. Es gibt Gifte, die ein sanftes Entschlafen bewirken.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Ich vergifte mein Kind nicht wie eine Schlange oder ein Skorpion, wenn ich mein Kind t├Âten muss schaue ich ihm dabei in die Augen. Soviel Anstand und Mut sollte man schon haben, wenn man jemanden liebt. Und er ist schon tot, nur sein K├Ârper l├Ąuft noch als Kutsche f├╝r diese Kreatur herum, aber das Wissen macht es nicht besser. All die Male wo ich ihn sah und mich fragte was mit ihm los ist... er war schon l├Ąngst tot, dass war los. Wie w├Ąre es, wenn man Brandur aus seinem K├Ârper zieht?┬ź, fragte Melville geh├Ąssig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das k├Ânnte man tun. ├ťber Linhard ist er allerdings mit der Krone verwandt. Mein Vater sch├Ątzt ihn sehr. M├Âchtest du, dass wir versuchen, Aimeric zu retten, indem Dunwin aus seinem K├Ârper geholt wird?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Nein das m├Âchte ich nicht, weil ich ihn sonst vielleicht zu einer Existenz als v├Âlliger Kr├╝ppel verdamme. Was w├Ąre ich f├╝r ein Vater? Weder rette ich ihn und dann binde ich ihn noch an einen zerst├Ârten K├Ârper, damit ich ihn nicht verliere? Was hat das mit Liebe zu tun? Nichts! Purer Egoismus w├Ąre das. Sicher bin ich wie jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad egoistisch, vielleicht sogar einen gewaltigen Teil mehr als der Durchschnitt. Aber nicht was meine Kinder betrifft. Da kann man mir nachsagen was man will, ich liebe meine Kinder. Ja Ihr werdet noch viel Freude mit dieser Brut haben, dass steht fest. Nekromantie wurde doch verboten, oder etwa nicht?┬ź, fragte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wurde sie┬ź, best├Ątigte Ciel. ┬╗Das Problem sind spukende Geister, derer man momentan leider nur durch einen anderen Nekromanten Herr werden kann. Keine andere Magieform und keine Waffe kann sie abwehren. Die Handlung von Brandur geschah noch vor der Verbindung unserer Familien. Du hast deinen Aimeric schon vor langer Zeit verloren. Du m├Âchtest keinen Rettungsversuch wagen? Eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er gesund verbleibt, ist nicht auszuschlie├čen.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Ja und die M├Âglichkeit Brandurs Bruder in Wahrheit zu erhalten nicht wahr? Wann hattet Ihr vor mir davon zu erz├Ąhlen? ├ťberhaupt nicht? Gar nicht? Niemals? Am j├╝ngsten Tag? So ist es doch, f├╝r Euch ging Brandur vor. Brandur von Hohenfelde der Mann der eine Souvagnerin t├Âtete die niemals jemand etwas angetan hat. Darauf steht die Todesstrafe, wenn man nicht gerade der Busenfreund vom Duc ist oder mehr. Wer wei├č dass schon womit Euer Vater da dachte? Und sowas ist jetzt was? Der Hof-Narr-Nekromant? Oder was stellt dieser St├╝mper eines verdrehten Geistmagiers da? Ich werde den Mann t├Âten, dass steht fest┬ź, entschied Melville.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann ist allerdings auch dein Leben verwirkt, Melville.┬ź Ciel ├╝berlegte. Er musste sehr vorsichtig sein in dem, was er nun sagte. Er durfte seinem Vater nicht offensichtlich irgendeinen Fehler ankreiden. Er wollte Maximilien nicht blo├čstellen. Dabei teilte er Melvilles Ansichten, was Brandur anbelangte. ┬╗Zwei alte Lichs der Hohenfelde sind ebenfalls noch im Land. Einer von ihnen t├Âtete fast Bellamy┬ź, stellte er daher fest, ohne seinen Vater zu erw├Ąhnen. ┬╗Brandur ist unser Hofnekromant und soll sp├Ąter magische Abwehr gegen Nekromanten unterrichten.┬ź


Melville de la Cantillion
┬╗Ja leider ist es dass dann. Aber das war es mit Aimerics Tod. Wer soll die Familie ├╝bernehmen? Gaetano? Tano doch nicht, jeder der es drauf anlegt, kann Tano betr├╝gen. Meine Br├╝der? Die sind fast genauso alt wie ich. Aimeric h├Ątte die Familie nach mir gef├╝hrt und nun wird unsere Linie im Nichts enden, es sei denn ein Angeheirateter ├╝bernimmt genau diese Aufgabe. Aber dazu m├╝sste eine meiner T├Âchter gut heiraten. So bleibt nur ein Trio von drei alten Knackern die maximal noch 10 - 20 Jahre haben, wenn man es absch├Ątzt. Maurice hat keine Kinder, Massimo hat keine Kinder, ich hatte nur Aimeric als Nachfolger. Tano z├Ąhlt wie gesagt nicht. Er ist zwar der Zweitgeborene, aber er ist nicht f├Ąhig eine Familie zu f├╝hren. Also habe ich Brandur zu verdanken, dass ich eine meiner T├Âchter so verheiraten muss, dass deren Mann auf unserem ┬╗Familienthron┬ź sitzt. Hoffentlich schei├čt der uns nicht noch ins Mausoleum┬ź, knurrte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was ist mit den au├čerehelichen Kindern?┬ź, erkundigte Ciel sich. ┬╗Ist da nicht vielleicht jemand dabei, den du anerkennen k├Ânntest? Gaetano ist kein Einfaltspinsel, er ist Advokat. Nur leider nahezu blind.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Nein auf keinen Fall, ich w├╝sste auch niemanden. Und so ungew├Âhnlich ist das gar nicht. Es gibt einige die einen adligen Vater haben aber ganz gew├Âhnliche Gemeine oder sogar Leibeigene sind und bleiben. Kegel von Adligen bleiben Kegel, sprich sie steigen nicht in unsere Riege auf. Einer war vorhin, wei├čt Du wer der Vater von Fabien ist?┬ź, fragte Melville ohne jeden Sarkasmus.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Doch nicht etwa du?┬ź, fragte Ciel verwundert und schaute Melville nun noch genauer an, so gut das in der Dunkelheit m├Âglich war. ┬╗Was spr├Ąche denn gegen eine Anerkennung, wenn sich ein geeigneter Kandidat f├Ąnde f├╝r die Rolle als Familienoberhaupt?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Nein ich nicht, aber einer meiner Zunft und Art. Fabiens Vater ist Chevalier Gideon Aymon de Gladu, ein Pyro also ein Feuer-Magier, genau wie ich. W├╝rdest Du ihn sehen, w├╝sstest Du sofort bescheid. Hat er ihn anerkannt? Nein er hat die Mutter vom Hof gejagt, mehr noch, er hat sie verkauft. Was ├Ąndert das jetzt f├╝r Fabien? Nichts, er ist als Leibeigener geboren und er wird eines Tages genauso sterben. Sein Vater w├╝rde ihn niemals anerkennen, er ist das Produkt einiger netter Sch├Ąferst├╝ndchen. Ich vermute Gid wei├č nicht mal von ihm und wenn er es w├╝sste, w├╝rde Fabien ihn nicht interessieren. Verstehst Du? Was gegen die Anerkennung spricht ist, dass sie vorher keine Bastarde waren und halb anerkannt waren. Ein Bastard ist ein Anerkannter, aber kein Aufgenommener. Er genie├čt eine passende Erziehung. Was k├Ânnte den ein Stallknecht bef├Ąhigen? Aber bevor wir weiterreden, es tut mir leid. Ich wollte Euch nicht angreifen. Ich hatte mich nicht unter Kontrolle und das lag nicht an Verrill oder an den anderen Theman oder an Euch oder diesem Clown, es lag an Aimerics Tod. Welcher Vater h├Ârt so etwas gerne? Keiner der wirklich Vater ist. Zur├╝ck zum Thema, was soll ich daran herumdoktoren? Es ist eben so gekommen, mich hat der Schmerz einfach ├╝bermannt, ├╝berm├Ą├čige Gef├╝hlsausbr├╝che sind nichts was sich ein Pyro leisten kann. Es sei denn es ist nichts Brennbares in der N├Ąhe. Jedenfalls habe ich das nicht beabsichtigt. Gl├╝cklich sch├Ątzen sich jene M├Ąnner die eine Frau Ihr eigen nennen d├╝rfen die sie lieben und mit der sie viele S├Âhne zeugen. Denkt an die Dusoliers, meint Ihr Carolos hat meine Probleme? Wobei, dass ist Unfug und gemein, ich denke er w├╝rde um jeden seiner S├Âhne genauso trauern. Vergesst was ich sagte. Ich rede und rede, dabei wolltet Ihr etwas sagen. Was wolltet Ihr mir sagen?┬ź, fragte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte Melville kurz die Hand auf den Arm. ┬╗Ich h├Ątte es dir nicht auf diese Weise mitteilen d├╝rfen. Ich bin es, der sich entschuldigen muss. Wer jedoch eine Entschuldigung verdient, ist mein Bruder. Du darfst dich ihm nicht mehr n├Ąhern, aber ein Brief w├Ąre eine anst├Ąndige Geste. Du hast mir nicht geantwortet, als ich dich fragte, warum du trotz deines Einflusses keine Frau heiratest, die du liebst. Niemand zwingt dich, mit deiner Erstfrau zusammenzuleben. Schick sie in eine h├╝bsche Residenz, wo es ihr an nichts mangelt und du brauchst sie niemals wieder zu sehen. Oh und eine pers├Ânliche Frage noch, da ich dar├╝ber nachdachte ... du bist nicht zuf├Ąllig der Vater von Remy?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Um eine Frau zu finden die Du liebst, musst Du sie ├Âfter als einmal treffen und dabei solltest Du sie nicht besteigen. Von daher wird das ein schwieriges Unterfangen. Ansonsten w├Ąre unsere Burg gro├č genug um sich aus dem Weg zu gehen oder um weiterhin normal miteinander umzugehen. Also ich habe nie nach einer Frau f├╝r mehr als Sex gesucht, dann konnte ich nat├╝rlich auch keine finden. Die anderen beiden waren Pflichtprogramm. Aber unsere Kinder nicht, sie verbinden uns. Ob ich der Vater von Remy bin? Keine Ahnung w├Ąre m├Âglich, aber ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich werde Verrill einen Brief schreiben, indem ich mich entschuldige und mich erkl├Ąre. Nur jetzt ist mir das nicht m├Âglich. Tja vielleicht h├Ąttet Ihr mir das etwas freundlicher mitteilen k├Ânnen, wohl wahr. Aber Ihr wart der Einzige, der es mir ├╝berhaupt mitgeteilt hat. Die anderen zogen es vor hinter meinem R├╝cken zu lachen┬ź, antwortete Melville.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Niemand hat ├╝ber dich gelacht. Au├čer vielleicht Brandur, das kann ich nicht sagen. Aber mein Vater nicht und auch sonst keiner der unseren. Du sehnst dich nach einer Frau, die du liebst, aber suchst nicht nach ihr? Das erscheint mir befremdlich. Bitte erkl├Ąre das.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Da steckt kein gro├čes Geheimnis dahinter. Sobald mir eine Frau gef├Ąllt, dann denke ich mir steig lieber direkt mit ihr ins Bett, davon hast Du mehr. Die Suche nach einer Partnerin beinhaltet doch, dass Du Wochen oder sogar Monate balzt und am Ende hast Du gar nichts. Nat├╝rlich passiert das auch, wenn Du eine f├╝r eine Nacht suchst, aber da bekommst Du Deine Abfuhr prompt und hast sie einige Stunden sp├Ąter schon wieder vergessen. Das funktioniert kaum bei einer Frau die Dir von mal zu mal mehr bedeutet und dann schlagartig meint, nein Danke. Also habe ich mir gesagt besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Nicht dass ich es nicht k├Ânnte, aber das ist das gleiche Problem wie mit dem Essen. Verzicht oder nicht verzichten┬ź, erkl├Ąrte Melville ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hast du je einen Menschen so sehr geliebt, dass du ihn gern behalten h├Ąttest?┬ź, erkundigte sich Ciel. ┬╗Ich rede hier nicht von der Sammelleidenschaft, sondern von aufrichtiger, selbstloser Liebe.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Nein, soweit habe ich die Personen niemals kennengelernt. Ich k├Ânnte Dir Dinge erz├Ąhlen die sie gerne im Bett tun, was sie gut oder schlecht tun. Bei einigen jedenfalls mit denen ich mich mehrmals traf oder immer noch treffe. Aber ich kann Dir nicht sagen was sie interessiert, welche Meinung sie haben, was ihre Lieblingsfarbe ist, oder solche Sachen. Ich wei├č ├╝ber die Person selbst nichts, oder nur dass was ich zuf├Ąllig ├╝ber andere aufgeschnappt habe. Aber vermutlich wisst Ihr dann das Gleiche oder sogar mehr. Ich habe nie eine Frau oder einen Mann so geliebt, ich kenne sie nicht. Wenn ich von Kennen spreche meine ich damit oberfl├Ąchlich, ich wei├č wie sie mit Namen hei├čen┬ź, sagte Mel und zuckte die Schultern. Er bereute die Aktion aber sofort und lehnte sich mit dem R├╝cken an der Wand an. ┬╗Spielt aber nun auch keine gro├če Rolle mehr, jeder lebt das Leben dass er sich w├Ąhlt. Wenn er denn eine Wahl hat und die hatte ich. Ich kann mich also nicht beschweren┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast gew├Ąhlt und wurdest doch niemals gl├╝cklich, Melville. Du scheinst mir ein durch und durch einsamer und trauriger Mann zu sein. Ich m├Âchte dir nun sagen, was ich vorhin auf der Zunge liegen hatte. Da es aber gerade um Aimeric ging, wollte ich das Thema nicht wechseln. Ich bin dir nicht b├Âse aufgrund des Altersunterschieds. Nicht mehr, das war ich allerdings, als Verrill erst 12 Jahre jung war. Inzwischen ist er erwachsen und begehrt dich scheinbar noch immer. Mich ├Ąrgert vielmehr, dass du diese Sicht auf ihn hast, so wie du sie gerade geschildert hast. Verrill ist f├╝r dich nur ... ein Loch┬ź, sprach Ciel bitter.

Melville de la Cantillion
┬╗Ja er ist einer von vielen, aber etwas sehr Leckeres. Ich sollte das nicht sagen, um nicht erneut Streit zu provozieren, aber so ist es. Ich denke wir teilen da die Meinung, wir beide haben nur Spielgef├Ąhrten gesucht. Und ich h├Ątte wohl selbst jemandem wie mir aufs Maul gehauen, w├Ąre das Aimeric, Tano oder meinen M├Ądels passiert. Nun Prince Ciel, wer die Wahl hat, entscheidet nicht immer richtig. Damit muss man leben. Ansonsten gibt es wohl kaum etwas, wor├╝ber ich mich zu beklagen h├Ątte. Auf der anderen Seite geht es einigen unseres Standes so, weshalb haben die meisten zwei, drei Frauen oder Frauen und M├Ąnner? Weil die erste Ehe die Pflicht ist, die zweite die K├╝r. Jedenfalls ist es oft so. Nat├╝rlich nicht bei allen, dass muss man dazu sagen. Liebt Euer Vater die Duchesse? Das wei├č ich nicht, aber er begegnet ihr mit soviel Respekt dass ich vermute - nein. Liebt Euer Vater Eure Mutter? Sie zanken manchmal sogar ├Âffentlich, dass ich vermute - ja eindeutig. Ihr versteht den Unterschied?┬ź, fragte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das verstehe ich. Aber ich h├Âre von deiner Seite aus immer wieder die Sehnsucht nach einer Frau, die du liebst, aber aus irgendeinem Grunde kannst oder willst du es nicht mit der Suche versuchen. Eine innere Blockade? Ich werde dir meine Einsch├Ątzung sagen. Ich denke, deine Seele ist krank. Und du ben├Âtigst nach Absitzen deiner Haftstrafe einen Heiler, der sich deiner annimmt. Hast du Freunde?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Ich bin nicht krank, ich bin nur s├╝chtig. Entweder nach Futter oder Frauen. Fressen, ficken, faulenzen die drei heiligen F. Freunde? Ja einen Kumpel, Comte Alain de Neufville. Ihn w├╝rde ich als Freund bezeichnen. Wieso sollte ich krank sein? Weil mich diese Familie Hohenfelde meine Schwester und meinen Sohn gekostet hat? Wieso ist Brandur nicht krank?┬ź, fragte Melville.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe nicht gesagt, dass Brandur das nicht ist┬ź, antwortete Ciel k├╝hl. ┬╗Vielleicht ist er aber auch einfach b├Âsartig, wovon ich bei dir nicht ausgehe. Woraus resultieren S├╝chte? Entweder aus grober Fahrl├Ąssigkeit oder weil die Seele in Wahrheit nach etwas g├Ąnzlich anderem hungert und dieses Loch irgendwie gestopft werden soll. Das war ein Angebot, dir zu helfen┬ź, erkl├Ąrte Ciel.

Melville de la Cantillion
┬╗Das sagte Maurice ebenfalls einst vor sehr langer Zeit. Man kann manchen Hunger nicht mit Futter oder Frauen stillen, er bleibt bestehen. Du kannst essen soviel Du willst, der Hunger wird bleiben. Und Du kannst Dich rumtreiben so viel Du willst, auch davon wird er nicht vergehen. Du richtest Dich nur selbst zu Grunde. Nun ich lebe noch, aber Ihr sagt das Gleiche und Ihr beiden habt Recht. Der Hunger bleibt. Man f├╝llt nur den Magen oder entleert etwas anderes, dass was man wirkich stillen will, wird nicht gestillt. Es ist nur ein Ersatz. Wer soll mir helfen? Ihr? Und wie m├Âchtet Ihr das genau?┬ź, fragte Melville zug├Ąnglich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich selber kann es vermutlich nicht, so gern ich es w├╝rde┬ź; sprach Ciel ehrlich. ┬╗Was ich tun kann, ist bei der Vermittlung zu helfen, damit du jemanden findest, in dessen H├Ąnden du gut aufgehoben bist. In einem Tempel gibt es geeignetes Personal oder auch in den H├Ąusern der Heilung. Du als Comte musst dort nicht hingehen, du kannst dir jemanden nach Hause bestellen. Manchmal hilft es schon, einfach nur dar├╝ber zu reden. Dann erkennt man oftmals selbst, was man tun kann, damit es einem besser geht. Die Frage ist, ob es gut w├Ąre, wenn du mit jemandem sprichst, der ganz ├Ąhnliche Probleme hat, wie Gideon oder Tekuro, oder ob das Gegenteil Sinn machen w├╝rde. Was meinst du? W├╝rdest du es auf einen Versuch ankommen lassen?┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Ja das w├╝rde ich, schaden kann es doch nicht. Was soll schon passieren? Gideon und Tekuro w├╝rden mich dabei nicht st├Âren. Vielleicht ist es so sogar einfacher, als wenn man alleine dort steht mit dem Problem. So ist man nicht der einzige Gest├Ârte in diesem Tempel. Ich w├╝rde lieber hingehen, als jemanden Zuhause zu empfangen. Dort ist man losgel├Âst von allem, dass finde ich sch├Âner┬ź, gab Melville zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte wohlwollend. Er freute sich, dass Melville sich zug├Ąnglich zeigte. ┬╗Dann werde ich alles n├Âtige Veranlassen, damit du nur noch hinzugehen brauchst. Du willst Tekuro oder Gideon mitnehmen? Nun, das w├Ąre sicher eine M├Âglichkeit und w├╝rde diesen vielleicht auch gut tun. Ich meinte aber, ob du mit ihnen auf freundschaftlicher Ebene reden m├Âchtest, um den ganzen Unfug einmal loszuwerden.┬ź Er erhob sich. ┬╗Ich muss wieder gehen. Denk an den Quark. Wenn du ihn nicht mehr ben├Âtigst zum K├╝hlen, lass ihn dir schmecken.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗So gut kenne ich die beiden nicht, ich dachte ehr dass man gemeinsam hingeht und sich dort kennenlernt. Ja ich werde dran denken und ich hoffe ich komme hier bald wieder raus. Stellt Euch vor, Linhard hatte gefragt wegen Magdalena. Wenn die beiden heute verheiratet w├Ąren, was dann? Entweder Dunwin oder Linhard als Nachfolger? Die wissen wie man lose Enden kappt. Ich hoffe f├╝r Verrill er meint es ernst. Und das meine ich ernst┬ź, sagte Mel und legte sich auf die Pritsche.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Sorge habe ich auch immer wieder ... wobei Linhard so wirkt, als h├Ątte er es wirklich hinter sich gelassen, das Dunkel seiner Familie. Es scheint, er m├Âchte einfach nur nachholen, was ihm fehlte. F├╝r den Notfall habe ich ein Auge auf Verrill.┬ź Er legte Melville kurz die Hand auf den Kopf. Magisch konnte er ihm nicht helfen, so lange der Comte das Messinghalsband trug.

Melville de la Cantillion
┬╗Das kann sein, ich wei├č es nicht. Man h├Ątte es auch bei Brandur vermuten k├Ânnen. Aber wollte er es ablegen? Nein. Ihr k├Ânnt nur vorsichtig sein. Und bei dem was in Verrill heranw├Ąchst, w├Ąre ich auch vorsichtig, immerhin ist es 50 Prozent Hohenfelde┬ź, warnte Melville.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde wachsam sein, keine Sorge. Wir alle sind es. Aber man sollte weder das ungeborene Kind noch seinen Vater f├╝r Dinge verurteilen, die sie nicht getan haben.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Ich verurteile sie nicht, ich habe nur Vorurteile. Wie jedes Vorurteil ist es daf├╝r da um einen vor Schaden zu bewahren den andere durchlitten haben. Ihr k├Ânnt es mit offenen Armen freudig empfangen und Euch als Onkel ├╝ber dieses kleine W├╝rmchen freuen. Und sp├Ąter Eure eigenen Kinder betrauern, wenn es die blutige Klinge wegsteckt. Oder Ihr erinnert Euch daran, was die Hohenfeldes in unserer Familie taten und ihr betrachtet es als das was es ist. Ein Raubtier, dass sich sehr gut tarnt. Es ist Eure Wahl, meine Vorurteile kamen f├╝r mich und meine Familie selbst zu sp├Ąt┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗F├╝r deine Familie tut es mir von Herzen leid, Melville. Wir aber haben die Himmelsaugen┬ź, sprach Ciel beruhigend. ┬╗Sollte einer der Hohenfeldes unlautere Gedanken bez├╝glich unserer Familie hegen, wird das nicht vor uns verborgen bleiben.┬ź Ciel konnte jedoch nicht verhindern, dass ihn ein mulmiges Gef├╝hl ergriff. ┬╗Was r├Ątst du mir?┬ź, erkundigte er sich.

Melville de la Cantillion
┬╗Sieh zu dass sie niemals diese Natter entbindet. Sie ist ein durch und durch lichter Mensch, auch wenn sie manchmal zur Wut und Angriff neigt. Aber das ist ihrer Angst geschuldet. Sie hat st├Ąndig Angst. Aber vielleicht urteile ich auch zur hart. Letztendlich f├╝hren alle Wege zur├╝ck zu Brandur und Dunwin und nicht zu Linhard oder den anderen┬ź, gestand Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du meinst, ich solle dem Kind schaden zuf├╝gen? Nein, das wird nicht geschehen. Ich werde kein unschuldiges Leben ausl├Âschen f├╝r die Verbrechen seiner Vorv├Ąter. Wie du sagst, muss man den Blick in Richtung der alten Hohenfeldes richten, der lebenden wie der toten. Dennoch danke ich dir f├╝r deine ehrliche Einsch├Ątzung. Ich lasse dich nun wieder allein.┬ź

Melville de la Cantillion
┬╗Wie ich sagte, vielleicht urteile ich falsch durch den Schmerz. Es ist Eure Familie, ich halte mich zuk├╝nftig daraus, ganz so wie Euer Vater es w├╝nscht. Ich habe keine Lust auf weiteren Streit oder Schl├Ągereien. Ich m├Âchte einfach nur nach Hause und meine Sachen kl├Ąren, dass reicht mir. Danke f├╝r den Besuch┬ź, sagte Mel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du brauchst dich nicht aus unserer Familie herauszuhalten. Das Einzige, worum mein Vater dich h├Âflich bat, ist, dich von meinem Bruder fernzuhalten. Wenn der Monat deiner Haft abgesessen ist, wird alles bereit sein, damit du deine Genesung in die Wege leiten kannst.┬ź Ciel dr├╝ckte ihm kurz die Hand - vermutlich das einzige K├Ârperteil, das nicht schmerzte - und dann lie├č er den Comte wieder allein. Mit einem schweren Ger├Ąusch fiel die Gittert├╝r hinter ihm ins Schloss. Als er zur├╝ck nach drau├čen ins endende Licht des Tages gef├╝hrt wurde, war ihm nicht mehr nach Pfeifen zumute.
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Brandur von Hohenfelde
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Die Handelsallianz

Brandurs Bu├če

#5

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Di 4. Dez 2018, 15:50

Maximilien Rivenet de Souvagne
Ein Vater blieb ein Vater, gleich welchen Status man inne hatte, ├╝ber welche Macht man gebot, oder ├╝ber wieviel Geld man verf├╝gte. Einem Mann konnte man vieles nehmen, aber nicht seinen Sohn oder seinen Stolz. Genau das hatte Brandur getan, wissentlich, versehentlich... es war einerlei. Und er selbst hatte dazu geschwiegen, um Brandur von Hohenfelde zu sch├╝tzen. Ein Schutz den Brandur aufgrund seiner Tat nicht verdient hatte. Der Duc war nicht ohne Gnade, aber diese Entscheidung hatte nichts mit Gnade zu tun, sondern mit seinem eigenen Kind - Verrill. Greg liebte Linhard und Linhards Vater war Brandur. Und er selbst verstand sich erschreckenderweise ├Ąu├čerst gut mit dem Mann, so dass es familienintern zu dieser Entscheidung gekommen war. Eine Entscheidung die revidiert werden musste. Eine Entscheidung die einen Unschuldigen betraf, dessen Verbrechen es gewesen war zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Als Brandur und Ansgar von Hohenfelde sich zur letzten ultimativen Familienschlacht gegen├╝bergestanden hatten und im Angesicht des Todes die Tragweite ihrer Handlung begriffen, hatte Brandur seinen in Geistform anwesenden Bruder Dunwin in den K├Ârper Aimerics verpflanzt. Sein letztes Geschenk, dass Geschenk eines sterbenden Nekromanten - Leben. Aber dieses Leben geh├Ârte schon einem jungen Mann. Und schlimmer noch, dieser junge Mann hatte den Hohenfeldes beigestanden, ebenso wie sein Vater Melville und sein Onkel Massimo. Gemeinsam hatten sie Ansgar von Hohenfelde Schutz und Schirm gew├Ąhrt. Brandur der famili├Ąre Kontrahent hatte Aimeric in Beschlag genommen und Dunwin einen neuen K├Ârper geschenkt. Und nun, nachdem nachdem so manche andere Schlacht geschlagen war, nachdem einige Zeit ins Land gezogen war, da erfuhr Melville de la Cantillion, dass Brandur nicht nur seine Schwester auf dem Gewissen hatte, sondern dass er ihm auch den Sohn genommen hatte. Und das f├╝r niemand geringeren als f├╝r seinen mordl├╝sternen Bruder Dunwin. Noch bestand eine Chance, dass man Aimeric retten konnte. Man musste dazu den Geist Dunwins aus dem K├Ârper des jungen Mannes entfernen. Aber ob Aimeric dies schadlos ├╝berstehen w├╝rde, war ungewiss. Und wo sich seine Seele die ganze Zeit aufgehalten hatte ebenso. Hatte er Schmerzen zu leiden? Vermutlich, denn man konnte auch seelische Schmerzen erdulden m├╝ssen. Und seinen K├Ârper zweckentfremdet zu sehen, nur noch Zuschauer im eigenen Leben zu sein, dass einem nicht mehr geh├Ârte, war sicher kein Umstand den man leicht verarbeitete. Nein, gleichg├╝ltig welches Band der Freundschaft und Familie den Duc mit Brandur verband, heute w├╝rde Brandur als B├╝rger Souvagnes vor seinen Gro├čherzog treten und er w├╝rde den Befehl erhalten, den Max von Anfang an hatte geben wollen - den Befehl zu Aimerics Rettung.

Geronimo Mazzanti
Es donnerte an der Gemacht├╝r von Brandur von Hohenfelde. Man h├Ârte eindeutig, dass die Hand die geklopft hatte, in einem st├Ąhlernen Panzerhandschuh steckte. ┬╗├ľffnet im Namen der Krone!┬ź, donnerte eine tiefe Bassstimme.

Brandur von Hohenfelde
Brandur sa├č an seinem Arbeitstisch ├╝ber ein Werkst├╝ck gebeugt. Ver├Ąrgert sah er in Richtung der T├╝r, w├Ąhrend von drau├čen ein Mann dagegen h├Ąmmerte, so dass das T├╝rblatt sichtlich vibrierte. ┬╗Einen Moment bitte┬ź, gab der Hexenmeister zur├╝ck. Sorgsam r├Ąumte er alle Utensilien zusammen und zog die Arbeitshandschuhe und den Kittel aus. Darunter kam seine Alltagskleidung zum Vorschein, typisch f├╝r die meisten Hohenfelde in freundlichem Schwarz gehalten. Brandur griff nach dem Kr├╝ckstock und humpelte zur T├╝r. Er fragte sich, was wohl geschehen war. Hoffentlich war mit Linhard alles in Ordnung. Er drehte den Schl├╝ssel und ├Âffnete. Ernst musterte er den Mann, der solchen L├Ąrm veranstaltete. ┬╗Was?┬ź

Geronimo Mazzanti
Der Ger├╝stete mit einem Greifvogel auf der Schulter dr├╝ckte Brandur eine Schriftrolle gegen die Brust und zwar so, dass er fast nach hinten gest├╝rzt w├Ąre. Im gleichen Moment ergriff er ihn am Schlafittchen. ┬╗Im Namen der Krone seid Ihr verhaftet Marquis Brandur von Hohenfelde. Ihr werdet sofort dem Duc vorgef├╝hrt. Abf├╝hren!┬ź, befahl der Mann schneidend. Er pfl├╝ckte etwas von seinem G├╝rtel und mit einem metallischen Klacken schloss sich ein Messingjoch um Brandurs Hals. Im gleichen Moment wurde Brandur auch schon links und rechts untergehakt und die Wachen schliffen ihn regelrecht hinter dem Himmelsauge her. Vor dem Thronsaal wartete schon der Hofmarschall voller Nerv├Âsit├Ąt und eilte sofort in den Saal, als er Mazzanti anrauschen sah. Einen Augenblick sp├Ąter war der Hofmarschall zur├╝ck und gab den Weg frei. Geronimo schritt erhobenen Hauptes an dem Hofmarschall vorbei, so dass seine steingrauen Haare wie eine Fahne hinter ihm herwehten. Im geb├╝hrendenden Abstand blieb er vor dem Duc stehen und deutete eine Verbeugung an, w├Ąhrend der sich mit der gepanzerten Hand auf die Brust schlug, dass es donnerte. ┬╗Eure Majest├Ąt der Delinquent Marquis Brandur von Hohenfelde, in Arrest genommen und gesichert, auf Euren Befehl Hohheit!┬ź, sagte der Mann ergeben. Brandur wurde vor Geronimo abgesetzt und das alte Himmelsauge dr├╝ckte Brandur mit erstaunlicher Kraft und dem Gewicht seiner R├╝stung auf die Knie. ┬╗Er erwartet Euer Urteil Majest├Ąt┬ź, sagte der Ritter und eine Hand blieb der Sicherheit halber auf Brandurs Schulter liegen.

Brandur von Hohenfelde
In dem Moment, wo das Messingjoch sich um Brandurs Hals schloss, wehte Kunwolfs Geist davon wie eine blaue Nebelschwade. Das Gleiche geschah mit den Geistern von Arkan, Mercer und Berzan. Ein letztes Geisterheulen wie aus sehr gro├čer Ferne, dann waren sie fort. Der Hexenmeister rief sich innerlich zur Ruhe. Er konnte seinen Bruder sp├Ąter erneut beschw├Âren. Widerstand zu leisten gegen das Himmelsauge w├Ąre dumm gewesen. Brandur gab sich nur M├╝he, seinen Kr├╝ckstock nicht zu verlieren, als er vor den Thron geschliffen und dort auf die Knie gedr├╝ckt wurde. Er keuchte leise, als ein Schmerz durch seinen K├Ârper schoss. Er ging rasch sein aktuelles S├╝ndenregister durch, um zu erraten, weshalb man ihn derart hier vorf├╝hrte. Langsam hob er den Kopf mit dem durcheinandergeratenen Haar, von dem eine Str├Ąhne ├╝ber seinem blauen Auge hing. Maximilien war hinter dem Mann auf dem Thron gerade vollst├Ąndig verschwunden. Das Gesicht des Ducs war wie aus Stein gemei├čelt. Das sah nicht gut aus. Gar nicht gut. ┬╗Majest├Ąt┬ź, gr├╝├čte Brandur freundlich und verneigte sich im Knien.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc schaute mit unbeweglicher Miene auf Brandur herab. ┬╗Auch wenn uns in privater Natur das Band der Familie und Freundschaft verbindet, enthebt Euch das nicht von Euren wie den unseren Pflichten den rechtschaffenen Souvagnern gegen├╝ber Marquis. Dar├╝ber sind wir uns einig? Ihr wurdet f├╝r ein Vergehen verhaftet, dass Ihr vor Eintritt in unsere Familie verbrochen habt. Demzufolge wart Ihr noch keiner der Unseren. Ihr wart nicht einmal Souvagner. Ihr wart ein Fremdl├Ąnder der einen niedertr├Ąchtigen Angriff auf einen jungen Mann aus Souvagne ver├╝bte. Ihr nahmt den Tod dieses jungen Mannes billigend in Kauf um Euren Bruder vor dem Tode zu bewahren. Euren Bruder der bereits so viel Leid ├╝ber Eure eigene Familie gebracht hatte. Und es mag seltsam anmuten, dass gerade ein Nekromant mit in seinen letzten Atemz├╝gen Leben schenkte. Der Angriff auf einen der unseren auf diese sch├Ąndliche Weise w├╝rde ein einziges Urteil bedeuten - den Tod. Aber auch wir sind nicht ohne Gnade, denn nicht nur der junge Mann bedeutet uns etwas, sondern auch Ihr. Wir geben Euch hiermit einmalig die M├Âglichkeit Euer sch├Ąndliches Handeln zu revidieren und Bu├če zu tun. Mittlerweile seid Ihr Souvagner, Ihr seid durch Euren Sohn in den Rang eines Marquis aufgestiegen. All dies wurde Euch durch die Krone gew├Ąhrt. Was wir einst gew├Ąhrten, k├Ânnen wir ebenso entziehen. Ihr seid die Handlanger unserer Person. Vergesst das nicht Marquis. Hiermit befehlen wir Euch umgehend den Geiste Dunwins aus dem K├Ârper von Comte Aimeric de la Cantillion so schadlos wie m├Âglich zu entfernen. Wir hoffen, wir haben uns nicht in Euch get├Ąuscht. Sollte dem so sein, werdet Ihr mit sofortiger Wirkung Dominique Dubois und dessen K├╝nsten ├╝berstellt┬ź, erkl├Ąrte der Duc und wandte sich an Mazzanti. ┬╗Entfernt das Joch. Man bringe den Patienten in den Thronsaal!┬ź, befahl der Gro├čherzog. Geronimo packte Brandur am Joch und zerrte ihn auf die F├╝├če wie ein ungehorsamen Hund, w├Ąhrend zwei Leibgardisten davon eilten und mit dem vollfixierten, auf einer Pritsche festgeschnallten Aimeric wiederkehrten. Als der Thronsaal verschlossen wurde, l├Âste Geronimo das Joch und zog gleichzeitig sein Schwert. ┬╗Keine Dummheiten┬ź, warnte er leise. ┬╗Beginnt mit der Heilung - jetzt!┬ź, befahl der Duc.

Brandur von Hohenfelde
Brandur st├╝tzte sich mit einer Hand schwer auf den Kr├╝ckstock und hob die andere vorsichtig zu einer beschwichtigenden Geste. Brandur wechselte einen kurzen Blick mit seinem Bruder, dann blickte er wieder zu Maximilien. ┬╗Majest├Ąt, bitte gebt mir Gelegenheit einer kurzen Erkl├Ąrung┬ź, bat er.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Gestattet - erkl├Ąrt Euch┬ź, erlaubte Maximilien, w├Ąhrend Arlette der gro├če Adler Brandur geradezu mit dem Blick zu sezieren schien.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Es ist korrekt, dass mein kleiner Bruder Dunwin nun in diesem K├Ârper weilt┬ź, r├Ąumte er ein. ┬╗Jedoch muss mit Umsicht vorgegangen werden, damit die Seele Dunwins keinen Schaden nimmt. Ich w├╝rde gern eigenh├Ąndig f├╝r sein Wohlergehen Sorge tragen, allein, ich bin Nekromant, ein Totenbeschw├Ârer. Was Ihr vor Euch seht, ist jedoch ein quicklebendiger Proband.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ihr w├╝rdet gerne eigenh├Ąndig daf├╝r Sorge tragen? Das ist reizend von Euch. War es nicht genau dass, was ich Euch soeben befohlen hatte? Selbstverst├Ąndlich werdet Ihr es sein, der diesen Geist aus dem K├Ârper Aimerics bannt, Ihr wart es auch, der ihm diese B├╝rde auflastete. Nun fangt an┬ź, befahl der Gro├čherzog.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Majest├Ąt, ich bedaure, dies mitteilen zu m├╝ssen, aber auf magischem Wege gibt es f├╝r mich keine M├Âglichkeit dazu. Der einzige Weg w├Ąre, diesen K├Ârper zu t├Âten. Dann und nur dann w├Ąre die Seele Dunwins erneut von ihrem Fleische befreit.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schwieg und musterte Brandur lange und eingehend. ┬╗Seid Ihr ├╝ber diese Digagnose absolut sicher? Wo befindet sich die Seele von Aimeric de la Cantillion, wenn nicht ebenfalls in diesem K├Ârper?┬ź, hakte Maximilien nach.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Sie ist genau dort. Sie teilen sich das selbe Fleisch, sofern ... die Seele nicht versehentlich von der Dunwins absorbiert worden ist.┬ź Brandur drehte den Kopf und sah seinen Bruder an, gedanklich darum betend, dass dieser nicht den selben Hunger versp├╝rt hatte wie Dunwolf und Aimeric einfach aufgeschl├╝rft hatte wie ein Aperitif.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wollt Ihr uns damit erl├Ąutern, dass Ihr Eure eigene Kunst nur in eine Richtung beherrscht Marquis?┬ź, fragte der Duc zerknirscht.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. ┬╗Wie erl├Ąutert bin ich jemand, der sich auf die Handhabung nicht-mehr-lebender Probanten spezialisiert hat. Aimeric ist aber ein lebender Organismus in der Bl├╝te seiner Jahre, noch lebendiger k├Ânnte er nicht sein. Alle Vitalfunktionen laufen stabil, er erfreut sich rundum bester Gesundheit.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das ist soweit korrekt, nur dass dies nicht mehr Aimeric, sondern Euer Bruder ist. Und wir m├Âchten das Euer Bruder auszieht. Beginnt┬ź, befahl der Duc.

Brandur von Hohenfelde
┬╗So gern ich dem Befehl nachkommen w├╝rde, ich kann es nicht┬ź, sprach Brandur in bedauerndem Tonfall. ┬╗Es sei denn, Ihr verlangt von mir, die Vitalfunktionen eben dieses K├Ârpers zum Erliegen zu bringen und ihn in einen Toten zu verwandeln.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Unser Sohn versicherte uns, dass der Comte seinen Sohn selbst entleiben wollte, sollte eine Rettung nicht m├Âglich sein. Da eine Rettung unm├Âglich ist, wir aber nicht w├╝nschen dass ein Vater diese schwere B├╝rde tragen muss, bitte. Waltet Eures Amtes┬ź, forderte Maximilien.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Dann ist der K├Ârper allerdings f├╝r beide verloren, f├╝r Dunwin wie Aimeric┬ź, erinnerte Brandur mit hochgezogenen Brauen, was er sogleich bereute, da ihm sein Veilchen einen Schmerz durchs Auge schickte wie einen Dolch. ┬╗Was ich anbieten k├Ânnte, w├Ąre anschlie├čend jeden von ihnen gesondert in einen eigenen K├Ârper zu verpflanzen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Dunwin tangiert uns nicht, es geht uns nur um Aimeric de la Cantillion. Es war sein Leib den ihr zweckentfremdet habt. Habt Ihr einen Ersatzleib?┬ź, fragte der Duc streng.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ja┬ź, antwortete Brandur trocken. ┬╗Aber den m├Âchte ich ungern darauf verwenden. Wie w├Ąre es mit zum Tode verurteilten Verbrechern?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ihr meint Euch? K├Ânnt Ihr denn gleichzeitig sterben und zaubern?┬ź, l├Ąchelte Max zuckers├╝├č.

Brandur von Hohenfelde
Brandur war Todesdrohungen gewohnt, doch diese hier war von ganz anderer Tragweite. Seine Familie hatte enorme Macht und Reichweite, doch der Duc noch um ein Vielfaches davon. Der Hexenmeister hoffte, dass der Prozess vor allem der Demonstration von des Ducs Macht galt und Maximilien nicht wirklich an einer Hinrichtung des Schwiegervaters von seinem Sohn interessiert war. ┬╗Im Todestrakt wird es doch ein Exemplar geben, welches Aimerics Wohlgefallen findet┬ź, sprach er vers├Âhnlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Solange Ihr Euch derma├čen str├Ąubt, werden wir Euch keinen Schritt entgegenkommen. Allerdings solltet Ihr wissen, dass unsere Geduld nicht grenzenlos ist Marquis. Also redet offen oder wir beenden diesen Tanz┬ź, sagte Max und verkniff sich ein Schmunzeln.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schenkte Maximilien einen Blick, der derma├čen harmlos wirkte, dass jeder, der die Hohenfeldes kannte, den Drang auszuspeien oder zu lachen versp├╝rte. ┬╗Majest├Ąt┬ź, erkl├Ąrte Brandur mit schier ├╝bermenschlicher Geduld. ┬╗Ich versichere Euch, dass ich bereits offen spreche. Wir sind eine Familie. Wenn Ihr mir nicht glaubt, so habt doch bitte die G├╝te, einen anderen Hexer zu fragen. Dann werdet Ihr sehen, dass ich nicht gelogen habe. Ich kann als Nekromant die Seele eines Lebenden nicht ber├╝hren. Ich sp├╝re sie noch nicht einmal, es ist wie ein blinder Fleck meiner Wahrnehmung, da diese auf den Tod allein fokussiert ist.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Mein lieber Maquis Euer Schauspiel ist au├čergew├Âhnlich gut, doch wenn unserer Person nach einer derartigen Posse gel├╝stet, werden wir eine Theatervorf├╝hrung besuchen. Aber uns soll es Recht sein, Ihr w├╝nscht, dass sich eine weitere Person von der Richtigkeit Eurer Angaben ├╝berzeugt? Dann sei dem so. Man schicke umgehend nach Dominique. Seine K├╝nste werden verlangt. Geduldet Euch ein klein wenig Marquis. Der gute, rechtschaffene Domi lockerte nicht nur N├Ągel und Z├Ąhne, er lockert auch die Zunge┬ź, l├Ąchelte Max.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Wartet┬ź, sprach Brandur und hob erneut die Hand. ┬╗Wenn ich genau nachdenke, f├Ąllt mir gerade etwas ein.┬ź Er humpelte ├Ąchzend einen Schritt auf dem Kr├╝ckstock, um sich anders hinzustellen, da ihm alles wehtat. ┬╗Es gibt da eine Magieform, sehr geheim, vielleicht nicht mehr ganz, aber doch so, dass ich nicht wagte, sie ohne Eure Erlaubnis zu benennen. Diese k├Ânnte Abhilfe schaffen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir wissen wovon Ihr sprecht. Welchen Vorschlag m├Âchtet Ihr unterbreiten ohne Benennung jener Magie? Habt Ihr eine L├Âsung gefunden um Aimeric zu retten? Dann sprecht┬ź, sagte Max etwas umg├Ąnglicher.

Brandur von Hohenfelde
Brandur scheuchte einen der Anwesenden mit dem Kr├╝ckstock von einem sch├Ân gepolsterten Stuhl. Mit dem selben Instrument zog er sich den Stuhl herbei und setzte sich darauf. ┬╗Es verh├Ąlt sich so, dass jene Hexer, ganz im Gegensatz zu meinesgleichen, in der Lage sind, Besessenheit zu heilen┬ź, gab Brandur hernach widerstrebend zu und st├╝tzte sich mit beiden H├Ąnden auf den Stock.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien verharrte wie eine Statue, da er ├╝ber das Gesagte nachdachte. ┬╗Schickt nach unserem Sohn Ciel Felicien, wir w├╝nschen mit ihm in einer Privataudienz zu reden. Wir erwarten ihn alsbald in unserer Amtsstube. Bis zum Kl├Ąrung ist die Sitzung vertagt. Sichert den Delinquenten bis zu unserer R├╝ckkehr┬ź, ordnete Maximilien an. Geronimo legte Brandur sofort wieder das Joch um und hielt ihn daran fest. ┬╗Sehr wohl Eure Majest├Ąt┬ź, sagte das alte Himmelsauge. Der Duc stand auf und w├Ąhrend er sich erhob, gingen alle auf die Knie, bis auf die Leibgarde die stramm stand. Gemeinsam mit seinem Leibdiener zob sich Maximilien in seine Amtsstube zur├╝ck. Dort wartete er bei einem Kaffee auf seinen Sohn. Brandur durfte ruhig ein klein wenig schmoren. Er hatte ihn auch zappeln lassen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Geronimo: Der Magier konzentrierte sich kurz und suchte mental nach Ciel. `Ergebenste Gr├╝├če Eure Hoheit, Euer Vater - seine Majest├Ąt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne w├╝nscht Euch umgehend in seiner Amtsstube zu sprechen. Es geht um die Verurteilung des sch├Ąndlichen Nekromanten Brandur von Hohenfelde. Ich m├Âchte Euch um Eile bitten im Namen Eures Herrn Vater. Habt Dank┬┤, ├╝bermittelte Geronimo.

Ciel Felicien de Souvagne
Kurz darauf klopfte Ciel an der T├╝r der Amtsstube.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Fabien lie├č Ciel umgehend eintreten und stellte ihm ebenfalls einen Kaffee hin. ┬╗Willkommen Sohn. Brandur zeigt sich bez├╝glich der Rettung von Aimeric etwas eigenwillig, ganz so als wollte er seinen Kopf nicht l├Ąnger auf den Schultern tragen. Wobei der alte Fuchs nur schachert. Er hatte urpl├Âtzlich wie durch Geisterhand den Einfall, dass Du Aimeric retten k├Ânntest. Sprich Du k├Ânntest ihn von seiner Besessenheit befreien. Ist das korrekt?┬ź, fragt Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat ein, setzte sich, blinzelte mehrmals und wurde bleich. ┬╗Ja┬ź, antwortete er schockiert. ┬╗Das ist korrekt.┬ź Er umklammerte die hei├če Kaffeetasse.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Erkl├Ąre es mir, wie w├Ąre das m├Âglich. Birgt es Gefahren f├╝r Dich? Was geschieht mit Aimeric, solltest Du ihn heilen? Reicht Deine Macht oder m├╝ssten wir Alex beauftragen?┬ź, fragte Max und trank ebenfalls einen Schluck Kaffee. Mit der schneewei├čen Schminke im Gesicht, sah es irgendwie seltsam aus, wie er die schwarze Fl├╝ssigkeit trank. W├Ąhrend des Trinkens musterte Max seinen Sohn ├╝ber den Rand der Tasse hinweg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es ist ... ein Anf├Ąngerzauber┬ź, r├Ąumte Ciel ein. ┬╗Es ist daf├╝r nicht einmal ein Blutopfer n├Âtig. Ich konzentriere mich auf den Besessenen und kann anhand seiner Blutenergie sp├╝ren, ob und wo sich ein Geist eingenistet hat. Dann nutze ich die selbe Energie, um die beiden Seelen voneinander zu trennen und ihn nach dem Prinzip der Verdr├Ąngung wieder hinauszuwerfen. Es verh├Ąlt sich nach der Splittung so ├Ąhnlich wie Wasser und ├ľl und das Hinauswerfen geschieht von ganz allein.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ein Anf├Ąngerzauber Ciel? Dann h├Ąttest Du es jederzeit tun k├Ânnen?┬ź, fragte Max und legte ihm eine Hand auf die Schulter, als Zeichen dass er dies nicht als Anklage meinte. Er selbst hatte schlie├člich Brandur nicht bestraft. Daf├╝r wollte er jetzt seinem Sohn nicht die Schuld geben. Nur war er erstaunt dar├╝ber, dass dieser Zauber gar nicht in der Gr├Â├čenordnung zu finden war, wo er ihn vermutet hatte. Aber Maximilien kannte sich mit Magie selbst nicht aus.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte und sah dabei etwas kleinlaut aus.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Na nicht bek├╝mmert sein, wie oft sieht man den Wald vor B├Ąumen nicht? Deshalb ben├Âtigt man manchmal die Sicht eines Fremden oder Au├čenstehenden. Schaffst Du diese L├Ąuterung Ciel? Dann nimm sie f├╝r Aimeric vor. Und sollte das wirklich funktionieren, erz├Ąhle Melville davon. Berichte ihm davon, was Du f├╝r ihn und seinen Sohn getan hast┬ź, fl├╝sterte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich schaffe es, den Geist wieder aus Aimerics K├Ârper zu ziehen. Aber ich wei├č nicht, wie es um Aimerics Seele steht. Das kann ich aber ersp├╝ren. Und dann k├Ânnte ich dir sagen, wie risikoreich die Austreibung f├╝r ihn w├Ąre.┬ź Ciel war froh, dass sein Vater ihm nicht den Kopf abriss.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Dann machen wir das so. Und Du schau nicht so, es war nicht Deine Schuld, sondern das Vergehen von Brandur. Du badest gerade seine Grausamkeit aus. Folge mir in den Thronsaal und dann untersuche Aimeric. Keine Scheu┬ź, sagte Max. Der Duc trank seinen Kaffee aus, dr├╝ckte Ciel kurz und schritt dann wieder mit Fabiens Hilfe in den Thronsaal. Der Hofmarschall k├╝ndigte den Gro├čherzog an und erneut verneigten sich die Anwesenden im Saal, bis dass der Duc Platz genommen hatte. ┬╗Euer Einwand entspricht den Tatsachen. Unser Sohn wird Aimeric de la Cantillion untersuchen. Er entscheidet ├╝ber das Schicksal jenes jungen Mannes den Ihr derma├čen verletzt habt Brandur┬ź, erkl├Ąrte Maximilien und wartete auf Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat an den fixierten Mann heran, der aussah wie Aimeric und doch in Wahrheit ein Hohenfelde war. Wie viel von Aimeric noch ├╝brig war, w├╝rde sich nun zeigen. Ciel ├Âffnete Aimerics Kleidung und entbl├Â├čte seine Brust. Vorsichtig legte er die Hand auf sein Herz, denn dort konnte er das Blut besonders gut sp├╝ren. Dunwin sp├╝rte, wie sich die Aufmerksamkeit von Ciel auf seine nackte Seele richtetete. Er sp├╝rte eine Pr├Ąsenz, der er in einem Duell auf dieser Ebene nicht gewachsen sein w├╝rde. Wie eine junge Maus, die in die Augen eines ausgewachsenen Katers starrte, f├╝hlte er sich in diesem Moment und in keinem Winkel dieses K├Ârpers gab es eine Ecke, in der er sich h├Ątte verstecken k├Ânnen. Doch der Kater wandte seine Augen ab und die Pr├Ąsenz glitt warm um seine Seele herum, bis sie die Stelle fand, wo sie Aimeric zu sp├╝ren glaubte. Ciel fokussierte all seine Aufmerksamkeit dorthin und versuchte, Kontakt zu der Seele herzustellen.

Aimeric
Als Ciel sich mit der Seele von Aimeric verband h├Ârte er nichts weiter als seinen unendlichen, grauenvollen Schrei, den er scheinbar die ganze Zeit auszusto├čen schien, da er nicht begriff was mit ihm geschehen war und nichts dagegen tun konnte, in seinem eigenen K├Ârper wie ein Parasit abgekapselt worden zu sein. All das was mit ihm geschehen war ├╝berstieg seinen Verstand und dieses Gef├╝hl manifestierte sich in diesem Seelen- und Markersch├╝tternden Schrei puren Leids.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aimeric ist hier┬ź, erkl├Ąrte Ciel und versuchte, der Seele des jungen Mannes das Gef├╝hl zu vermitteln, dass jemand hier war, um ihm zu helfen. Er war kein Geistmagier und das Gef├╝hl war wenig konkret. W├Ąrme und Ruhe, anderes konnte er nicht kommunizieren auf diesem Wege. ┬╗Er leidet.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗K├Ânnt Ihr ihm helfen? K├Ânnt Ihr ihn retten? Welche Prognose gebt Ihr ab unser Sohn? M├Âchtet Ihr dass sich Geronimo Euch anschlie├čt und versucht mit Aimeric Kontakt aufzunehmen?┬ź, bot Maximilien an, w├Ąhrend Ciel sp├╝rte wie Aimeric verzweifelt einen Ausweg suchte, um nicht in die winzigste Ecke abgedr├Ąngt zu werden. Denn das war es was Dunwolf getan hatte, ihn abzudr├Ąngen immer weiter bis nichts mehr von ihm ├╝brig bleiben w├╝rde.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schob Dunwins Seele beiseite, so dass Aimeric mehr Raum hatte. F├╝r Dunwin war das ein grauenhaftes Gef├╝hl, als w├╝rde jemand in seine Eingeweide greifen und darin herumw├╝hlen. ┬╗Ich kann es versuchen, ja. Geronimo soll Aimeric bitte mental erkl├Ąren, was nun geschehen wird. Ich ziehe Dunwins Seele heraus, so dass ihm sein K├Ârper wieder geh├Ârt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Geronimo: Das alte Himmelsauge gesellte sich zu Ciel, nickte diesem knapp zu und legte seine Hand auf Aimerics Kopf. Vorsichtig nahm er Kontakt zu der Person auf und ├╝bermittelte Aimeric erstmal keine Informationen, sondern einfach beruhigende Gedanken. Gef├╝hle der Rettung, der Beruhigung, des Wohlwollens. Erst danach erkl├Ąrte er ihm nonverbal, was Ciel gleich vorhatte und dass er sich ganz ruhig verhalten sollte. Sie beide w├Ąren bei ihm. Aimeric beruhigte sich etwas und seit einer gef├╝hlten Ewigkeit verstummte der Schrei, den er gar nicht bewusst ausgesto├čen hatte. ┬╗Ihr k├Ânnt beginnen Herr┬ź, sagte Geronimo leise zu Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte Geronimo kurz zu. Dann z├Âgerte er nicht l├Ąnger. Mit seiner geballten Macht griff er nach Dunwins Seele. Er sp├╝rte, wie sie k├Ąmpfte, wie das Dunkel darin tobte und es war kein angenehmes Gef├╝hl. Er schob sich zwischen die Seele von Dunwin und die von Aimeric und dr├Âselte sie auf wie die Naht von zwei falsch zusammengen├Ąhte Stoffst├╝cken. Aimeric sp├╝rte, wie seine Seele sich in seinem K├Ârper ausbreitete, als w├╝rde ein frisch geschl├╝pfter Falter seine Fl├╝gel langsam im Sonnenlicht entfalten. Als Aimerics Seele den eigenen K├Ârper wieder im Griff hatte, zog Ciel Dunwins Seele durch den Bauchnabel hinaus. F├╝r die Umstehenden sah es aus, als w├╝rde Aimeric schwarz aus dem Bauch dampfen. Brandurs sah regungslos zu, wie sein Bruder verging. Seine Magie war blockiert, Dunwin verfl├╝chtigte sich und bald war der schwarze Nebel verschwunden. Aimeric atmete, sein Herz schlug. Ciel verschloss vorsichtig seine Kleidung. ┬╗Willkommen, Aimeric┬ź, begr├╝├čte er ihn mit einem leichten L├Ącheln, ┬╗Willkommen zur├╝ck im Leben.┬ź

Aimeric
Er lag auf dem R├╝cken und starrte an die Decke. Er konnte wieder sehen. Die Fresken, die Bilder, Schlachten reale und mythische dargestellt in k├╝nstlerischer Form und der Mann neben ihm hatte gerade genauso eine Schlacht f├╝r ihn geschlagen. Unbeholfen wie ein ├╝berdimensionales Baby versuchte er Ciels Hand zu ergreifen, aber seine Hand zitterte so sehr, dass es aussah, als litte er unter spastischen Zuckungen. Er versuchte zu sprechen, aber es kam nur ein seltsames Keuchen aus seinem Hals, dass in einem Gurgeln unterging. Mehrfach setzte er an, bis Ciel das Wort Danke, ganz verwaschen verstehen konnte ehe Aimeric vor Ersch├Âpfung zusammenbrach und ohnm├Ąchtig wurde.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fing seine herumzuckende Hand ein und griff sie, ehe Aimeric bewusstlos wurde. Er winkte zwei der Wachen herbei. Die M├Ąnner waren kr├Ąftig genug, um Aimeric zu tragen. ┬╗Bringt ihn zu Benito┬ź, befahl er. ┬╗Rasch.┬ź Die beiden hoben den bewusstlosen Comte auf und schleppten ihn so behutsam, wie es ging zu dem Heiler. ┬╗Ich sollte Melville aufsuchen┬ź, ├╝berlegte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir danken Euch f├╝r Eure heldenhafte Tat Ciel Felicien und wir k├Ânnen nicht in Worte fassen, wie stolz wir auf Euch sind. Ferner gilt unser Dank Euch Geronimo, geht beide mit unserem Dank sowie unserem Segen. Jeder von Euch hat einen Wunsch frei, gleich wie er lauten m├Âge. Als Dank f├╝r das Leben des jungen Mannes Aimeric, dass Ihr gerade gerettet habt. Geht mit diesem Wissen┬ź, sagte Maximilien und wandte sich Brandur zu. ┬╗Marquis, da Ihr nun einer der unseren seid erhaltet Ihr wieder jeder eine zweite Chance. Welche Form der Wiedergutmachung seid Ihr bereit zu leisten? Wisset der Comte wei├č von Eurer Tat┬ź, erkl├Ąrte Maximilien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke f├╝r Eure Gnade┬ź, sprach Brandur und senkte das Haupt. ┬╗Mir ist leider nicht bekannt, welche Art von Wiedergutmachung angemessen w├Ąre. In meiner Familie waren Wiedergutmachungen bislang un├╝blich. Ich k├Ânnte Melville selbst fragen, allerdings vermute ich, wird er weder meine Worte noch meine Wiedergutmachung wollen, sondern h├Âchstens meinen Hals auf dem Block.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Versucht doch genau dass Brandur. Sollte er keine Wiedergutmachung annehmen, werden wir dar├╝ber entscheiden. Vielleicht solltet Ihr ihm die Wahrheit hinter Eurem Handeln erz├Ąhlen. Auch wenn sie grausam ist und Ihr Euch geziert habt es zuzugeben, letztendlich scheint Ihr doch auf den Pfad des Lichts gefunden zu haben. Wenn nicht aus freien St├╝cken, dann f├╝r Euren Sohn und Eure Familie. Was habt Ihr erreicht? Was k├Ânnt Ihr noch erreichen? Wie lebt Ihr nun und wie k├Ânntet Ihr leben? M├Âchtet Ihr all das f├╝r Eure Vergangenheit verlieren? Antwortet offen┬ź, sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Brandur sch├╝ttelte betreten den Kopf und umklammerte seinen Gehstock. ┬╗Nein. Wir haben so viele Jahre daf├╝r gek├Ąmpft. Es hat mein Leben gekostet und ich habe es gern gegeben, damit Linhard den alten Pfad verlassen konnte. Dass ich mich zierte, war allein der Sorge um meinen kleinen Bruder geschuldet. Eine egoistische Sorge, f├╝rwahr, aber eine Sorge aus Liebe und kein Trachten aus Hass. Aimeric war nie mein Ziel gewesen. Der arme Mann hatte schlicht und einfach Pech.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen k├Ânnen wir durchaus nachvollziehen Brandur. Uns ist die Bruderliebe nicht fremd, auch wir vermissen unseren ├Ąlteren Bruder. Es ist immer da, nur tritt es manchmal in den Hintergrund und wird nicht bewusst gesp├╝rt. Aber es ist ein Schatten auf der Seele, den wir st├Ąndig mit uns f├╝hren. Ebenso den Verlust eines alten, sehr alten und weisen Freundes. Von daher gew├Ąhren wir Euch nach der Wiedergutmachung einen Leib Eurer Wahl eines zum Tode verurteilten f├╝r Euren Bruder. Aber wisset, ein Fehltritt seinerseits und der strangulierte K├Ârper, verliert den Kopf. Dies ist keine Praxis die wir sonst dulden, oder gar guthei├čen. Es ist eine gereichte Hand um Euch aus dem Abgrund auf den Weg ins Licht zu ziehen. Schlagt Ihr diese Hand aus mein Bester, schl├Ągt sie Euch zur├╝ck. M├Âchtet Ihr uns noch etwas mitteilen?┬ź, fragte der Duc.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Danke, Majest├Ąt┬ź, sprach Brandur, stemmte sich zittrig auf seine Kr├╝cke hoch und verneigte sich tief. ┬╗Und ich bitte um aufrichtige Verzeihung, dass ein Souvagner als H├╝lle f├╝r Dunwin dienen musste. Es wird sich nicht wiederholen. K├╝nftig beziehe ich mein Rohmaterial aus Naridien.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗K├╝nftig wirst Du wohl genug Rohmaterial aus dem Wald f├╝rs erste nutzen. Jedenfalls dass, was nicht Hai- oder Vogelfutter wurde. Folge unserem Sohn und biete dem Comte ein Gespr├Ąch an. Er soll wissen dass Du Bu├če tun willst und wirst, sollte er es zulassen. L├Ąsst er es nicht zu, wirst Du sie ebenso leisten, aber auf andere Art. Wie, dass ├╝berlassen wir vorerst Dir. Du wirst selbst Deinen Kopf anstrengen und unserer Person Vorschl├Ąge unterbreiten die einer Bu├če w├╝rdig sind. Denn auch dies geh├Ârt zum rechtschaffenen Weg. Nutze Eure Chance weise Brandur, wir pers├Ânlich w├╝rden es bedauern Dich zu verlieren. Aber wir entscheiden f├╝r ganz Souvagne, wir sind Souvagne - dass muss Dir bewusst sein┬ź, erkl├Ąrte Max und deutete Geronimo an, Brandur frei zu lassen. Das alte Himmelsauge nahm Brandur das Joch ab und schaute ihm tief, fest und hart in die Augen. ┬╗Anst├Ąndig bleiben┬ź, warnte er.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Sehr wohl┬ź, antwortete Brandur freundlich. ┬╗Auch ich trage meinen Kopf lieber auf den Schultern. Kein Souvagner wird je wieder Grund zur Klage ob meiner Kunst haben. Ich werde mit Melville sprechen, wie es gew├╝nscht ist.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ihr d├╝rft Euch verabschieden Marquis von Hohenfelde. Wir erkl├Ąren die Verhandlung f├╝r beendet┬ź, befahl Maximilien.

Brandur von Hohenfelde
Brandur verneigte sich, wobei er seine Kr├╝cke Geronimo auf den Mittelfu├č stellte und sich beim Verneigen schwer darauf st├╝tzte. Dann humpelte er r├╝ckw├Ąrts hinaus aus dem Thronsaal und verschwand wieder in seinen Gem├Ąchern, um die Arbeit an seinem Werkst├╝ck fortzusetzen. Ihm schlotterten gewaltig die Knie und er hatte vor, sich an das gegebene Versprechen zu halten. Und eine winzige Ecke in ihm war froh, dass es Aimeric wieder zur├╝ck unter die Lebenden geschafft hatte. Es war jene Ecke, die schon seit jeher wusste, was Recht und was Unrecht war.

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