Der Krieg, der alles Àndern wird


Die Front
Die Hauptstreitmacht des Chaos wurde entfesselt, um die Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Die Niederlage der Zwerge schien lange unausweichlich, doch im letzten Moment haben sich andere alte Völker dafĂŒr entschieden, ihnen zur UnterstĂŒtzung zu kommen. Also Ă€nderte das Chaos seine Taktik ...
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Oberst Nassik
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#71

Beitragvon Oberst Nassik » Do 19. Okt 2017, 22:08

Der Streitwagen des Oberst raste ĂŒber das Schlachtfeld. Die Gorbix-Schweine grunzten fast schon fröhlich, als der Wagenlenker ihnen das Kommando gab. Dieser musste sich stark konzentrieren, um den vielen Hindernissen auf dem Weg auszuweichen. Die Ebene von Dunkelfels war steinig und nicht eben. Mehrmals wurde der Oberst fast aus dem Wagen geschleudert und die Insassen im Wagen mussten sich am Wagen festkrallen, um nicht hinauszufallen. Steinkugeln, Bolzen und andere Geschosse hatte man aus der Festung geschossen, um den feindlichen Vormarsch zu verhindern. Es war soviel Kriegsmaterial, dass der Oberst sich wunderte, warum man nur so wenige Leichen finden konnte. Die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenigen Leichen, die man fand, waren grauenvoll verstĂŒmmelt. Ihnen hingen die GedĂ€rme heraus, es fehlten Einzelteile und Gliedmaßen oder die Köpfe hatte man ihnen abgeschlagen.

Vereinzelt kauerten noch einige mutige und hungrige Ghule am Boden und nÀhrten sich an diesen Leichen. Der Oberst war von diesem Schauspiel zutiefst entsetzt und forderte den Wagen sofort auf anzuhalten. Er hatte noch nie Ghule gesehen. Nekromanten gab es zwar in der Handelsallianz, aber sie wurden noch nie als Kampfmagier in der Schlacht eingesetzt.
"Anhalten!", befahl der Oberst und wandte sich damit auch an die anderen beiden Streitwagen, die ihn als Begleitschutz folgten.
Der immer grinsene Major Vanox lachte: "Die haben wohl nix zu essen im Chaos-Land."
Nassik hingegen sprang vom Wagen ab, um sich diese perverse Kreatur vom NÀheren anzusehen. Sein Kurzschwert hielt der Oberst in der Hand, wÀhrend ein SchildtrÀger mit einem Speer ihn begleitete.
"Was ist das fĂŒr eine elende Kreatur?"
Er sprach zu dem Wesen und halb zu seinem Mann neben ihn. Der Oberst beobachtete den Ghul aus sicherer Entfernung. Der Untote beachtete ihn nicht mal, sondern war so mit seiner Mahlzeit beschĂ€ftigt, dass er die Umgebung ganz vergaß.
"Gib das her!", maulte Nassik, als er genug gesehen hatte. Dem SchildtrĂ€ger riss er den Speer aus der Hand. Schleichend nĂ€herte er sich dem Ghul, wĂ€hrend er den Speer schĂŒtzend vor sich hielt. Doch der Ghul wurde sichtlich ĂŒberrascht, als die Speerspitze plötzlich seinen Leib durchbohrte. VerĂ€chtlich schnĂ€ubte der Oberst bloß und meinte dann an die anwesenden Goblins gewandt: "Solche hĂ€sslichen UngetĂŒmer sind Soldaten in den Reihen des Chaos. Sie haben den Tod verdient."
Seine Worte wirkten aber wie eine Parodie, als sich der Ghul hinter ihm plötzlich erhab. "Oberst!", schrie einer der Soldaten aufgebracht. Der SchildtrĂ€ger Muffezz reagierte sofort und stieß den Ghul mit dem Schild auf den Boden. Das Viech startete einen erneuten Angriff und versuchte ĂŒber das Schild zu springen. Diese Attacke konnte der SchildtrĂ€ger aber mit Leichtigkeit abwehren. Er rammte dem Gegner das scharfe Schildende in den Nacken, dessen Fleisch sofort nachgab und zur Folge hatte, dass der Kopf des Ghuls zu FĂŒĂŸen des Oberst rollte.
"Was beim allmÀchtigen Ainuwar?", raunte Nassik.
Selbst Major Vanox schien ausnahmsweise keinen lockeren Spruch auf den Lippen zu haben und staunte nicht schlecht.

Nach diesem kurzen Zwischenhalt gab der Oberst wieder den Befehl zum Weiterfahren. Er erkannte bereits den AnfĂŒhrer der Lichtalben aus der Ferne und wies dem Wagenlenker an ihn zu der Person hinzubringen.
"Oberst Nassik aus dem Königreich," salutierte der Oberst, als er aus dem Wagen stieg. Er musste weit nach oben blicken, um den hochgewachsenen Lichtalben in die Augen zu sehen. "Ich entsende GrĂŒĂŸe von meiner Königin Ixie I. Das Kaisho Abkommen wird nicht tatenlos zusehen, wie die niedertrĂ€chtige Brut Rakshors wieder ĂŒber die Lande ziehen wird. Zweihundert Jahre leben wir wieder in unserer alten Heimat Evalon und werden diese nicht wieder aufgeben. Weder fĂŒr die Handelsallianz noch fĂŒr das Chaos! Erst seit kurzem sind wir den Zwergen im Bunde. Eine gemeinsame Expedition mit einer zwergischen Delegation hat unsere Zusammenarbeit entfacht. Wir vom Kaisho Abkommen haben Interesse an einem BĂŒndnis mit der Ordnung und haben als Beweis ein gewaltiges Heer aufgestellt. Seht!"
Der Oberst zeigte gerade auf die Schar von Reitern, die dem Großherzog Roderich II. zujubelten, als er seine Rede hielt. Die Banner der einzelnen RittertĂŒmer flatterten im Wind. "Die goblinischen StreitkrĂ€fte stecken noch in Tazlogg fest. Auch die Gargoyles sind unserem Aufruf gefolgt. Sie zu sehen benötigt aber Nacht und Dunkelheit," sprach der Oberst.

"Nun, Oberst Blitzsohn. Wie lautet die Strategie?", fragte der alte Goblin. Er kam direkt zum GeschĂ€ftlichen, sowie es ĂŒblich war fĂŒr Goblins. Keine Zeit fĂŒr Höflichkeiten und unnötige Details.
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„Wer darauf besteht, alle Faktoren zu ĂŒberblicken, bevor er sich entscheidet, wird sich nie entscheiden.“

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Tarkan
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#72

Beitragvon Tarkan » Sa 21. Okt 2017, 19:10

Tarkan war nun doch auf den Wehrgang gestiegen, um mit eigenen Augen zu sehen, was ihnen entgegenwalzte. Er war als Feldherr ein harter Hund, doch der Anblick der vereinigten Heere von Lichtalben, Goblins und Almanen ließ ihm Angst und Bange werden. Die vom Blut rot gefĂ€rbte Steppe war zum Leben erwacht.

Er setzte sich hinter der Wermauer auf einen Stein und dachte nach. Trotz aller Eile durfte er jetzt keine falsche Entscheidung treffen. Aksoy wartete auf seine Befehle, genau wie die Zebras, die den fliehenden Zwergen bis ins Innere der GebĂ€ude Pfeile und Wurfspeere hinterherschickten, aber den RĂŒckzug nicht vollstĂ€ndig verhindern konnten.

Nach einigen Minuten erhob Tarkan sich wieder und sprach in einer LautstÀrke, die nur Aksoy und Crize sowie den Zebras das Verstehen seiner Worte möglich machten.

"Aksoy. Falls ich es noch nicht getan habe, befördere ich dich hiermit zum Kommandant der Fliegerstaffel. Es tut mir leid, aber ich hatte wenig Schlaf und noch weniger Kaffee in den letzten Tagen und andere Sorgen, als mich um derlei zu kĂŒmmern, darum hab ich es vergessen. Nimm Crize mit und Lexi. Moment, wieso ist Crize als Rakshaner in der Fliegerstaffel der Tieflinge?! Egal. Nimm ihn mit. Die Aufgabe deiner Truppe sieht wie folgt aus.

Erstens: RĂŒstet euch mit Reiter und Waffen aus!

Jeder von euch, der körperlich dazu in der Lage ist, nimmt einen leichten FernkĂ€mpfer, ob magisch oder nichtmagisch, auf seinem RĂŒcken mit. Ihr selbst tragt ebenso eure Fernwaffen, wenn erforderlich, rĂŒstet euch hier bei den ganzen Leichen aus. Es liegen ja genug RepetierarmbrĂŒste, Bogen und so weiter herum.

Zweitens: Vermeidet den Luftkampf und entfernt euch aus diesem Luftraum!

Ihr umfliegt die vermaledeiten Greifenreiter großzĂŒgig. Lasst es wie einen RĂŒckzug aussehen. Sie werden euch nur eine gewisse Zeit verfolgen, da sie sich ansonsten zu weit vom Hauptheer entfernen. Irgendwann drehen sie ab oder ihr habt sie abgehĂ€ngt. Das Sumpfgebiet von Alkena eignet sich vortrefflich, um Verfolger loszuwerden, wenn ihr tief fliegt. Die Sichtweite betrĂ€gt wegen des Urwaldes nur wenige Meter.

Drittens: Aufspaltung in zwei Gruppen.

Teilt euch unter dem Schutz der BĂ€ume in zwei unterschiedlich große Gruppen, die große unter Lexis FĂŒhrung, die kleinere unter deiner. Du hĂ€lst dich nördlich, Lexi sĂŒdlich. Du holst dir VerstĂ€rkung aus Nordrakshanistan, so dass deine Gruppe wieder vollstĂ€ndig ist und deine neuen Krieger sind zudem ausgeruht. Hier, nimm diesen Zebraschal mit als Zeichen meiner Autorisierung dieses Befehls.

Viertens: Deine Truppe ĂŒberfĂ€llt Avinar und Lexis die Hohe Mark!

Euer ausdrĂŒckliches Ziel ist die Zivilbevölkerung! Das Hauptheer oder vielleicht alle StreitkrĂ€fte sind hier vor Ort versammelt, ihr dĂŒrftet somit in Avinar leichtes Spiel haben. Das Ziel ist grĂ¶ĂŸtmögliche Zerstörung, ohne RĂŒcksicht auf Zivilisten oder zukĂŒnftigen wirtschaftlichen Nutzen der Region. Eure primĂ€ren Ziele sollen die Gehöfte sein, nicht die StĂ€dte. Zerstört die Nahrungsmittelerzeugung. Brennt ihre Felder nieder, sofern sie noch nicht abgeerntet worden, setzt ihre Scheunen und Silos in Brand, tötet das Vieh, schmeißt Leichen in die FlĂŒsse und Brunnen, um sie zu vergiften! Wenn die Bauern in die StĂ€dte fliehen wollen, bringt sie um. Verschont niemanden, auch keine Kinder, Alte und Kranke!

So Rakshor will, wird dieses verdammte Heer umdrehen, um seine Heimat zu verteidigen und wir halten Dunkelbruch. Möge das Chaos dich leiten, Aksoy."


Er packte den riesigen Tiefling am Genick und zog seinen Kopf zu sich runter, so dass sie sich kurz an der Stirn berĂŒhrten. Tarkan lief der Schweiß vom Gesicht, sein Turban war durchgeweicht.

"Ich selbst werde nun fĂŒr die nötige Ablenkung sorgen. Ach ja, Ă€hm, und jemand muss Cara'Cor warnen."

Er ging mit seinem Berater von den Zebras in eines der GebĂ€ude und kam nach einigen Minuten wieder hervor. Er stellte sich auf die Zinnen ĂŒber dem Tor mit ausgebreiteten Armen und sein Windmagier verstĂ€rkte seine Stimme.

"Werte Angreifer, deren Namen ich nicht kenne! Ich, Tarkan Ali al-Kuwari, Tarrik Cara'Cors, weltlicher Vertreter Rakshors, kapituliere vor eurer Übermacht!"

In den HĂ€nden hielt er ein riesiges weißes Bettlaken, das im Wind flatterte.
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#73

Beitragvon Seweryn » Sa 21. Okt 2017, 19:12

<Wie ist das alles ĂŒberhaupt passiert?!>. Seweryn konnte es immer noch nicht so ganz glauben. Die Ereignisse hatten sich in den letzten Tagen ĂŒberschlagen. TatsĂ€chlich hatte diese abgeranzte Söldnertruppe es fertig gebracht ihn...gerade IHN...zu ihrem AnfĂŒhrer zu machen. Seweryn war vermutlich einer der jĂŒngsten in dem Söldnerhaufen aber nunja, die Mehrheit hatte gesprochen... So ganz ĂŒberzeugt war der Almane von dem Namen "Die schartigen Schwerter" auch noch nicht, aber er hatte trotz allem beschlossen dieses Amt anzutreten.
Krieg war aufgezogen, momentan passierte viel. Warum sollte man nicht versuchen ein StĂŒck dieses Kuchens abzubekommen? Seweryn hatte seine dreckigen Haudegen schließlich bis nach Tazlogg gefĂŒhrt, dort waren sie alle irgendwie mit ihrem kleinen Heerlager untergekommen.
Gerade stand Seweryn allein an eine Hauswand gelehnt. Er beobachtete das geschĂ€ftliche Treiben. Karren rumpelten an dem nicht mehr ganz so frisch gebackenem Söldnerhauptmann vorbei, hier und da waren die GerĂ€usche von Arbeit und Fortschritt zu hören. Stahl traf auf Stahl, Arbeiter riefen sich Anweisungen und FlĂŒche zu...
<Dann wollen wir mal.>, dachte Seweryn und ging sicheren und festen Schrittes in Richtung der Goblins. Haufenweise dieser Kreaturen wuselten hier ĂŒberall umher, warum sollte man nicht dort eine Anstellung anbieten? Seweryn erinnerte sich noch an die eher skeptischen SprĂŒche von seinen Kameraden. Gerade Armibold und Kralle waren gegen eine solche GeschĂ€ftsbeziehung bei den Goblins gewesen, aber Seweryn hatte sie dann doch ĂŒberzeugen können zuzustimmen. Außerdem war er der Hauptmann! Des Weiteren könnte man jederzeit bei dem nĂ€chsten Höchstbietenden anheuern? Wer konnte schon genau sagen, wie sich die ganze Sache hier entwickeln wĂŒrde?
Seweryn kam schließlich in einer Art Lager an. Er hatte von einem Informanten einen Namen ĂŒbermittelt bekommen und hoffte, dass man ihm hier weiterhelfen konnte...und er hoffte fĂŒr den Informanten, dass dieser seine Arbeit gut gemacht hatte. Ein Goblin kam auf den Almanen zugelaufen. Er trug eine RĂŒstung, die ihm nicht so recht passen wollte, der Helm saß schief auf seinem Kopf, aus dem zwei etwas zu große Augen Seweryn schier anglotzten. "Halt! Wer seid ihr, was wollt ihr?", schnatterte der Goblin und beĂ€ugte Seweryn misstrauisch. Seweryn hob beruhigend die HĂ€nde. "Man sagte mir, dass ich hier einen gewissen Major Rodizz treffen kann?", sagte Seweryn schließlich und wartete auf eine Reaktion des Goblins, die allerdings erst einmal ausblieb. "Ich spreche fĂŒr die "Schartigen Schwerter", ich bin ihr Hauptmann. Wir wĂŒrden uns gegen entsprechende Bezahlung dieser Sache hier anschließen.". Der Goblin kniff die Augen etwas zusammen. "Nicht? Gut, dann wollen wir uns doch mal nach anderen Angeboten umhören.". Seweryn machte Anstalten zu gehen, der Goblin hielt ihn auf. "Wartet.", meinte er und griff nach Seweryns Wams. "Folgt mir, möglicherweise hat der Major tatsĂ€chlich Zeit fĂŒr Euch. Was habt ihr anzubieten?". Seweryn stellte sich selbstsicher vor dem Goblin auf. "Wir sind, wie gesagt, die "Schartigen Schwerter". Ein Söldnerhaufen, der fĂŒr Geld genau DIE Messerarbeit macht, die fĂŒr feine Herrschaften zu weit am Boden ist. Wir sind nicht sonderlich viele, 47 um genau zu sein, aber glaubt mir, meine Leute haben es faustdick hinter den Ohren und wir sind uns momentan fĂŒr keine Arbeit zu schade. Falls es gewĂŒnscht ist werde ich meine MĂ€nner zusammentrommeln, sodass sich der Major selbst ein Bild machen kann?". Es schien vorerst nicht weiter von Bedeutung zu sein. Seweryn wurde zu einer Unterkunft gebracht, in der sich sein Ansprechpartner aufzuhalten schien. So wartete der Söldner, ging irgendwann etwas unruhig auf und ab. "Wenns noch eine halbe Ewigkeit dauert, bis hier endlich mal was passiert, dann sagt mir bescheid...denn dann haue ich wieder ab.", brummte er schließlich einem der Wachtposten zu, die weiterhin ihren Posten hielten. Was mochte der Major fĂŒr eine Person sein? War er ĂŒberhaupt darauf aus einen dreckigen Söldnerhaufen anzuheuern? Seweryn dachte weiter darĂŒber nach und kam zu dem Schluss, dass es immer Arbeit fĂŒr Leute seines Schlages geben wĂŒrde...in gewisser Weise machte ihn das sogar einen kurzen Moment lang traurig, doch dann dachte er an den wahrscheinlich herausspringenden Gewinn.
Kurze Zeit spÀter wurde der Almane aus seinen Gedanken gerissen. Bewegung kam in die herumstehenden Goblins...
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Baldur Ferin BallivĂČr
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#74

Beitragvon Baldur Ferin BallivĂČr » So 22. Okt 2017, 15:15

Der Oberst der Goblins sprach bei Blitzsohn vor. Baldur hatte noch nie zuvor einen Goblin gesehen. Er war nicht groß gewachsen, doch er trug eine Aura von StĂ€rke, Intellekt und Erfahrung um sich, die ihm Respekt einflĂ¶ĂŸte.
Blitzsohn hörte Oberst Nassik an. Sein Gesicht war unleserlich, seine Stimme ernst, aber nicht unhöflich, als er antwortete:
„Es ehrt uns, dass das Kaisho-Abkommen ein BĂŒndnis mit uns erwĂ€gt. Ich denke, beide Seiten können aus solch einer Verbindung nur gewinnen. Ein Sieg in diesem Krieg wĂ€re ein gelungener Start fĂŒr eine Kooperation. Was unsere Strategie angeht, so hatte ich gehofft, eine Belagerung umgehen zu können“, er nickte in Richtung Dunkelbruch. „Ich dachte, die Zwerge könnten die Feste lĂ€nger halten. Nun gilt meine oberste PrioritĂ€t den Tieflingen. Meine SpĂ€her berichteten mir, dass Tarkan eine gut organisierte Luftwaffe hat und ich werde meine Leute nicht in die NĂ€he der Mauern schicken, solange diese Gefahr nicht ausgeschaltet ist. Lasst das unsere Sorge sein.
FĂŒr die anschließende Belagerung wird jeder verfĂŒgbare KĂ€mpfer von Nutzen sein. Die Lichtreiter werden sich der WehrgĂ€nge annehmen und wir sollten unsere gesamte Kraft auf das ohnehin schon geschwĂ€chte Tor fixieren. Ich habe viele SchildtrĂ€ger in meinen Reihen, die einen begrenzten Bereich vor Angriffen von oben schĂŒtzen können. Ohne euch an unsere Seite wird es unmöglich sein, Dunkelbruch zurĂŒck zu gewinnen. Über welche Mittel verfĂŒgt Ihr, werter Oberst?“

Die beiden Herren entfernten sich etwas von Baldur, sodass er nicht viel von dem verstehen konnte, was sie besprachen.

Und Plötzlich, mitten in ihrer Unterredung schwebte eine Stimme gespenstig laut aus der Richtung Dunkelbruchs zu ihnen hinĂŒber. Es war der AnfĂŒhrer und er verkĂŒndete seine Kapitulation. Baldur sah, wie Blitzsohn die Augen zusammen kniff.
„Da stimmt etwas nicht“, murmelte er und sah zu Oberst Nassik, der soweit Baldur das deuten konnte, dasselbe dachte. Schemenhaft konnte er große Wesen erkennen, die sich ĂŒber der Festung in die Luft erhoben.

Blitzsohn besprach sich erneut mit Oberst Nassik und Baldur spĂŒrte Unruhe in sich aufkommen. Was wĂŒrde als nĂ€chstes geschehen? Er blickte sich um, erwartete auch bei den Soldaten fragende Blicke und vereinzeltes Gemurmel zu entdecken, doch sie standen weiterhin geordnet und ruhig wie Statuen, den Blick starr nach vorn gerichtet, bereit bei der kleinsten Geste ihres AnfĂŒhrers zu handeln.
„Wir sollten ihn auffordern, aus Dunkelbruch abzuziehen“, hörte er Oberst Blitzsohn sagen. „Ich glaube ihm kein Wort, bevor er seinem Versprechen nicht Taten folgen lĂ€sst.“

BehÀnde landete der Greif des Oberfeldwebels der Lichtreiter neben ihnen.
„Sie fliegen in Richtung Alkena. Es ist uns nicht gelungen einen der ihren gefangen zu nehmen, nicht einmal abschießen konnten wir sie, so sehr sind sie in Eile. Wenn ich eine Vermutung aussprechen darf, so denke ich, dass sie fliehen. Die Tieflinge scheinen heimzukehren.“
Baldur konnte sehen, dass Blitzsohn zweifelte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Hund so schnell aufgibt. Er will diese Festung unbedingt und wieso sollten seine Tieflinge fliehen, wenn ihr Herr noch vor Ort bleibt? Ich muss wissen, was sie planen. Fliegt mit ein paar Boten ins Hymaya. Kontaktiert Dolan Felsenseele, lasst ihn alle Harpyien mit ihren Greifen zusammentrommeln, die nicht betrunken oder vögelnd in der Gosse liegen! Es gibt noch immer gute SpĂ€her dort. Lasst euch alles berichten.“
Der Oberfeldwebel nickte.
„Dann kehrt umgehend zu mir zurĂŒck. Eure Begleiter aber werden bei den Venthros bleiben. Sie sollen soweit möglich Alkena und die besser einsehbaren Bereiche des sĂŒdlichen Zentralrakshanistans kontrollieren. Ich traue der Sache nicht. Wir brauchen Augen wo immer möglich.“
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Aksoy
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Das Chaos

Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#75

Beitragvon Aksoy » So 22. Okt 2017, 18:43

Der riesige Tiefling hörte seinem Herrn aufmerksam zu. Er merkte sich jedes einzelne Wort so gut er konnte. Sich mit Waffen ausrĂŒsten, sich einen Mitstreiter auf den RĂŒcken laden, jeden Luftkampf vermeiden, sich mit Lexis zusammen schließen und gemeinsam fliehen, dann Aufspaltung der Kampftruppe, er hatte sich nördlich zu halten und sich um Avinar zu kĂŒmmern, wĂ€hrend Lexis sich sĂŒdlich die Hohe Mark vorknöpfen sollte.

Der Plan von Tarkan klang gut, es klang nach Tod, Chaos und Verderben. Sie wĂŒrden den Lichtalben die Nahrung und vor allem das Wasser stehlen. Und sie wĂŒrden grausame Rache an den Zivilisten ĂŒben. Das sollte die Moral der Alben schwĂ€chen, sie wĂŒrde vielleicht sogar komplett einbrechen.

Als Tarkan ihn im Nacken packte und seine Stirn gegen die von Aksoy lehnte fĂŒhlte sich der große Tiefling sehr geehrt. Die Beförderung war nur noch zweitrangig. Er wĂŒrde seinen Meister nicht enttĂ€uschen, ebenso wenig wie Crize dies zulassen wĂŒrde.

"Tarkan Ihr könnt Euch auf uns verlassen, wir werden unser Bestes geben, so wie immer. Nur wieso habt Ihr vor Euch in Feindeshand zu begeben? Boss steckt ein Zebra nach Eurer Ansprache in Eure Kutte oder wie man das Wickelding auf Eurem Kopf nennt.

Sie werden den Unterschied nicht bemerken. Und dann flieht mit uns! Ihr habt VerbĂŒndete in fernen LĂ€ndern, zur Not flieht dort hin oder sucht Schutz in der WĂŒste bei den Trollen! Ich flehe Euch an, die Feinde werden keine Gnade kennen. Rakshor sei mit Euch Tarkan",
sagte Aksoy und drĂŒckte den fĂŒr ihn kleinen Rakshaner kurz vorsichtig, ehe er sich Crize auf den RĂŒcken warf.

"Komm mein Freund, wir haben eine Aufgabe zu erledigen", erklÀrte Aksoy seinem besten Kumpel.

Mit großen Schritten trabte der Tiefling zu der Fliegerstaffel und rĂ€usperte sich, um sich Gehör zu verschaffen.

"Tarkan hat uns eine wichtige Aufgabe ĂŒbertragen!
Wir werden uns mit Waffen ausrĂŒsten, jeder Tiefling der Fliegerstaffel wird sich einen Mitstreiter auf den RĂŒcken laden und dann fliehen wir und verlassen Dunkelbruch! Wir haben jeden Luftkampf zu vermeiden! Dies ist ein ausdrĂŒcklicher Befehl Tarkans!

Lexis wir mĂŒssen uns zusammen schließen und gemeinsam fliehen. Wir fliehen bis zum Sumpf von Alkena. Dort werden wir uns aufteilen. Ich selbst werden meine Einsatztruppe nördlich fĂŒhren und wir werden Avinar angreifen.

Du Lexis wirst Dich sĂŒdlich halten und Dir die Hohe Mark vorknöpfen.
Unsere Aufgabe ist die Vernichtung der Nahrung, sprich wir sollen die Ernte vernichten und brandschatzen. Wir sollen die Brunnen vergiften und den feindlichen Menschen und Alben ihre Nahrungsgrundlage zu entziehen. Wir töten ausschließlich Bauern und vor allem Zivilisten. Kinder, Frauen, Greise.

Tarkan gab hier keinen weiteren ausdrĂŒcklichen Befehl, aber da wir dem Feind enorm schaden mĂŒssen, muss unsere oberste Aufgabe sein, die Kinder und vor allem die gebĂ€rfĂ€higen Frauen auszumerzen. Dies könnte uns im Nachhinein noch den Sieg bringen!

Denkt daran meine BrĂŒder, Tarkan steht dort auf den Zinnen und gibt fĂŒr unsere Sache sein Leben!
Einer von uns, heißt mindestens hundert von ihnen! RĂŒstet Euch, schnappt Euch einen Partner und Aufbruch!",
befahl Aksoy.

Keine Viertelstunde spĂ€ter hatten die Tieflinge die Leichen geplĂŒndert und sich einen VerbĂŒndeten geschnappt, den sie sich auf den RĂŒcken setzten.

Aksoy rannte gemeinsam mit Lexis an der Seite und mit Crize auf dem RĂŒcken auf die Zinnen zu, wo vorab noch Tarkan gestanden hatte. Der Tiefling sprang ohne zu zögern in die Tiefe und riss dann seine gewaltigen Schwingen auf. Er fing seinen Sturz ab und schlug hart mit den FlĂŒgeln um sofort an Höhe zu gewinnen.

Die anderen Tieflinge folgten seinem Beispiel. Gemeinsam drehten sie ab und flogen davon. Jeder von ihnen hielt eine der ArmbrĂŒste kampfbereit in den HĂ€nden.

`Rakshor stehe Dir bei TarkanÂŽ, dachte Aksoy betrĂŒbt, ehe er sich erneut mit krĂ€ftigen FlĂŒgelschlĂ€gen an die Spitze ihrer Luftstaffel setzte und die FĂŒhrung gab.

"Haltet die Augen nach Verfolgern auf! Was immer sich Euch in der Luft nĂ€hert und kein Tiefling ist, durchsiebt es!", befahl der große Tiefling seinen Leuten.
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Is'emi
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#76

Beitragvon Is'emi » So 22. Okt 2017, 20:34

Was zuvor geschah...

Is’emis graue SchĂ€fchenwolken waren mit lautem Blöken und Donnern inzwischen weitergezuckelt. Sie konnte sie knapp an Tazlogg vorbeischleusen, trotzdem bekam die Stadt einige starke Windböen und RegenergĂŒsse zu spĂŒren. Schlimmer erwischte es jedoch die Schiffe, welche vor Tazlogg vor Anker lagen. Die wenigsten kamen unbeschadet davon, und einige versanken gar samt ihrer kriegstauglichen Ladung vor der KĂŒste.

Is’emi hatte unterdessen ein neues Ziel ins Auge gefasst!
Das GetĂŒmmel war ja auch nicht zu ĂŒbersehen. Eindeutig musste dies der Schauplatz sein, von dem die Götter sie fernhalten wollten
 der nichts fĂŒr Elementare geschweige denn Kinder sei.
Mit einigen fröhlichen LuftsprĂŒngen trieb Is’emi die Sturmfront mit krĂ€ftigen Winden voran, direkt auf das Gebiet der Festung Dunkelbruch zu

Eine Schlacht ohne peitschenden Regen, ohne Blitz, Donner und Sturmböen? Sowas gab es nur in den Geschichten von schlechten Barden zu hören, soviel war sich Is’emi sicher.

Umso enthusiastischer tĂŒrmte sie die grauen Wolkenberge auf, bald schon dunkelte der Himmel ein und tiefes Grollen liess die WankelmĂŒtigen erzittern. Wen die Front erreichte, war innerhalb weniger Minuten bis auf die Haut durchnĂ€sst. Die Pferde schnaubten unruhig und warfen ihre Köpfe in die Luft, wenn ein greller Blitz die Festung in ein unheimliches Licht rĂŒckte, wĂ€hrend die Korbixschweine beinahe fröhlich grunzten und davon abgehalten werden mussten, sich in dem zunehmend schlammigen Grund zu wĂ€lzen. Selbst die Greifen kreischten warnend und verweigerten zuweilen den Gehorsam, wenn ihre Reiter sie in den Sturm zu treiben gedachten.

Is’emi beobachtete aus der Höhe aufgeregt das Schauspiel. Endlich war die AtmosphĂ€re fĂŒr eine richtige Schlacht geschaffen!
FlĂŒgelschlagen lenkte sie ab und sie erkannte nicht weit entfernt eine Gruppe von Kreaturen. Zuerst dachte sie an Venthros, doch die ledrigen FlĂŒgel entpuppten sie als Tieflinge.
Ob sie wohl auch so fÀhige Flieger waren wie ihr eigenes kleines Volk?
Mit einem schelmischen Grinsen pustete sie krĂ€ftig mitten in das Geschwader hinein, wodurch die Wesen fĂŒr einen Moment die Orientierung verloren. Einer wurde beinahe seinen Reiter los, dessen erschrockener Schrei gut hörbar erklang.
Belustigt piesackte Is’emi die Truppe, lies von allen Seiten Sturmböen auf sie eindringen und drĂ€ngte die Tieflinge immer weiter auseinander.
TatsĂ€chlich hatten sie schliesslich einige Verluste zu beklagen. Erst als der Windelementar bemerkte, wie die Flieger ermĂŒdeten und das Spiel mit ihnen sie zu langweiligen begann, drehte sie schliesslich ab und liess die zerstreute Gruppe in Frieden.

Was sich wohl auf dem Schlachtfeld gerade zutrug?
Dieses hatte sich in ein Schlammfeld verwandelt und wer nicht wasserfest war, hatte sich vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht.
Is’emi begriff nicht, warum die Götter sie ausschliessen wollten – ausgerechnet vom spannendsten Ereignis seit Langem!
Doch sie konnte bereits das wĂŒtende Geraune erahnen
 es wurde Zeit, sich aus dem Staub zu machen, oder sich zumindest bedeckt zu halten.
In einem letzten Anflug von Übermut liess sie einige Blitze ĂŒber das Himmelszelt zucken

Was fĂŒr ein imposantes Spektakel!
Plötzlich war jedoch ein Bersten zu hören und Schreie erklangen. Oh weia!
Nicht nur Is’emis Blick huschte zur Festung Dunkelbruch, als der Blitz in einen der WehrtĂŒrme krachte.
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Oberst Nassik
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#77

Beitragvon Oberst Nassik » Fr 10. Nov 2017, 22:56

Major Rodizz (Sturm ist noch nicht ausgebrochen)

Das Heerlager der Goblins war im hellen Aufruhr. WĂŒste Befehle wurden von den Ingenieuren an die Soldaten verteilt, damit die Clavos fachgerecht montiert wurden. Doch die Zeit drĂ€ngte. Die Schlacht hatte bereits begonnen und jede Stunde, die die Goblins durch die Montage verloren, konnte bereits verheerende Folgen fĂŒr den Ausgang der Schlacht bedeuten.

Major Rodizz wuselte wild herum und packte ĂŒberall mit an, sowie er es immer tat. Er war ein Goblin voller Tatendrang. Der Major war fĂŒr seinen Enthusiasmus und seine Motivation bekannt. Er investierte immer 200 % Energie in alles was er tat und selbst fĂŒr goblinische VerhĂ€ltnisse besonders fleißig. „Die Erwartungen doppelt so gut erfĂŒllen, wie geplant“, war seine Devise. Seine SchwĂ€che lag darin, dass er manchmal seine Entscheidungen zu hastig und unbedacht fĂ€llte. 200% Energie investieren, konnte auf Dauer auch nicht gesund sein. So war es auch in dem Fall des Majors. Seine hohen LeistungsansprĂŒche konnte er nur durch Drogenzufuhr erfĂŒllen. Seit Jahren wurde er von Khan Knozzy mit Kokain beliefert. So hohe AnsprĂŒche wie an sich selbst, hatte der Major auch gegenĂŒber seinem Batallion. Unter den Soldaten genoss der Major dennoch großen Respekt, da er auch die einfachste Arbeit miterledigte, um die Soldaten zu motivieren. Diese Wirkung hatte er auch meist auf seine Untergebenen: Sein Enthusiasmus war ansteckend. Und mit ihm als Offizier war es möglich ProduktivitĂ€tssteigerungen in jeglicher Hinsicht zu erreichen. An der Front war der Major zudem stets in der vordersten Linie und fĂŒhrte seine Soldaten persönlich in den Kampf. Folglich war Major Rodizz ein Offizier, der viel forderte, aber auch viel leistete.

Dadurch, dass er in die Arbeit so vertieft war, bekam Rodizz nicht mit, wie sich mehrere Söldner dem Heerlager nĂ€herten. Erst als ein Soldat angerannt kam und ihn ĂŒber diesen Umstand informierte. „Schartige Schwerter sagst du?“, fragte Rodizz. Er kratzte sich am Hinterkopf.
„Nie gehört. Schartige Schwerter brauchen wir nicht“, meinte er bloß trocken. Doch als sich der Soldat abwandte, um zu den Söldnern zurĂŒckzukehren, erhob er nochmal seine Stimme.
„Warte ich komme mit. Vielleicht können wir sie doch gebrauchen
“, er legte das Werkzeug ab und wies einen Soldaten an, seine Arbeit weiterzumachen. Der Major klopfte sich den Staub von den Kleidern. GegenwĂ€rtig hatte er eine Latzhose an, wie sie Ingenieure trugen. FĂŒr gewöhnlich trug der Major seine Uniform, um sich von den Soldaten besser abzuheben. Rodizz hatte ein sonderbar faltiges Gesicht und tief liegende Augen, die durch dunkle Augenringe noch unnatĂŒrlicher wirkten. Seine Haut war trocken. Er sah insgesamt nicht gesund aus: Eine Folge seines drogenreichen Lebensstils zugunsten einer schnellen, effizienten Karriere. Denn der Major war gerade mal 19 Jahre alt. Seine Haare trug Rodizz trug der Major kurz geschoren.

Auf dem Weg zum Zelt ging er die nĂ€chsten Schritte durch, die die Soldaten noch machen mussten. „Major“, sprach ihn der Feldwebel Skipix vom Fumok Clan an. „Die Soldaten sind mĂŒde. Sie wollen eine Pause einlegen und was essen. WĂ€re es möglich
“, Rodizz unterbrach den Feldwebel, wie er hĂ€ufig tat. Eine Unart von ihm.
„Wir sind hier nicht zum Fressen. Die Königin bezahlt euch nicht fĂŒrs Herumlungern! An die Arbeit!“, befahl der Major.
„Aber Major die Soldaten brauchen ihre Energie noch fĂŒr die anstehende
“
„Ich kĂŒrze das Ganze ab: Ich werde auf meiner Position verharren. Du auf deiner. Ich bin der ranghöhere Offizier. Ich gestatte, dass die Montagetrupps nach erledigter Arbeit etwas essen und ruhen können. Vorher nicht! Ist das eindeutig, Feldwebel?“
„Eindeutig, Major,“ salutierte Skipix und zog ab.

Um die Gruppe von Söldnern hatte sich inzwischen eine Gruppe neugieriger Goblins gebildet, die sie beĂ€ugten und deswegen in ihrer Arbeit ausharrten. „Was ist hier los? Ist Mittagspause? ZurĂŒck an die Arbeit!“, schrie Rodizz, als er dort ankam. Die Goblins kehrten sofort zurĂŒck zur Arbeit. Rodizz erreichte schließlich das Zelt, wo die Almanen warteten. Die beiden Soldaten, die die Söldner bewacht hatten, schickte der Major darauf raus.

„Schartige Schwerter“, sprach Rodizz, als er in die Runde blickte.‘
„Habt ihr sowas wie einen AnfĂŒhrer?“ Zwischen den SĂ€tzen ließ er nicht viel Pause, sondern er reihte die hektisch direkt hintereinander.
„Wer seid ihr und was wollt ihr?“

Mit seiner Latzhose sah Rodizz nicht gerade einem Major wĂŒrdig. Doch seine Ausstrahlung und der Befehlsgehorsam der Soldaten ließen keinen Zweifel an der Position des Majors aufkommen.
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„Wer darauf besteht, alle Faktoren zu ĂŒberblicken, bevor er sich entscheidet, wird sich nie entscheiden.“

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Roderich II. von der Hohen Mark
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Das Kaisho Abkommen

Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#78

Beitragvon Roderich II. von der Hohen Mark » Sa 11. Nov 2017, 00:07

WĂ€hrend Oberst Nassik samt GefĂ€hrt hinunter zu den verbĂŒndeten Lichtalben gefahren war, bildete sich eine Schneise in der Mitte des Almanenheeres, als der Großherzog auf seinem BĂ€r und die BĂ€renreiter im Gefolge in das Blickfeld traten. Der Formationswechsel dauerte einige Minuten, doch schließlich war genug Abstand zwischen den BĂ€ren und den Pferden, sodass der Großherzog und die BĂ€renreiter die Schneise passieren konnten.

Der BĂ€r, das Wappentier der hohen Mark. Keinen schöneren Anblick konnte es fĂŒr einen Herrscher geben. Es war Roderich gelungen die BĂ€renreiter zu mobilisieren. Die einstige Schar von aufstĂ€ndischen Bauern, gegen die er vor 10 Jahren mit der UnterstĂŒtzung aus Ledwick noch selbst gekĂ€mpft hatte, standen nun auf seiner Seite. Stolzer konnte der Großherzog nicht aussehen, als er auf seinem BĂ€r nach vorne trabte. Endlich war die ganze ekelhafte Chaosbrut vereint. Schon seit langer Zeit gab es den Angriffsplan namens "Operation Stich". Eine Taktik, die schon etwa seit Beginn des Krieges von General von Schwartz entworfen wurde. Doch die Taktik wurde von der Kaisho Heeresleitung verworfen, da das Risiko eines Angriffs durch Orks in die RĂŒckendeckung der Armee zu groß gewesen war. Und so kam es, dass die im Osten von Naridien und um den MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Tazlogg nie weiter ausgebaut wurde.
Doch jetzt bot sich eine einmalige Gelegenheit: Jetzt wo sie dort alle waren. Orks, Trolle, Tieflinge, DĂŒsterlinge, Rakshaner. Diese ganzen verabscheuenswĂŒrdigen Existenzen war der Angriffsplan wieder fĂŒr die Heeresleitung interessant geworden. WĂŒrde es gelingen die Chaostruppen im Feld zu schlagen, hĂ€tte man offene TĂŒren zu der ungeschĂŒtzten Flanke in Ostnaridien. Ein Angriff den die elende Handelsallianz nicht erwarten wird!

Hinter Roderich folgte der Gefreite Bernhard Zwelfsrett. Er war inzwischen ein guter Freund des Großherzogs geworden und hatte ihn persönlich das BĂ€renreiten beigebracht. Dieser trug das Wimpel des Königs von der Hohen Mark. Die BĂ€ren wurden durch ihre Herren nach vorne getrieben. Sie waren den Kampfeinsatz gewohnt. Vereinzelt knurrten sie die Pferde an, und scherten aus, sodass ihre Herren ihnen klare Tritte und Befehle geben mussten, geradeaus zu laufen. Die Ritter von Almanien hatten sich an diesen Tag versammelt und waren bereit in den Krieg zu ziehen. Der Großherzog selbst ritt bis ganz nach vorne. Dort drehte er sich zur Armee hin, um seine Rede zu halten.

"Ritter und Schildmaide aus Evheros, Ledwick und der Hohen Mark. BrĂŒder!" Der Großherzog ließ seinen BĂ€ren auf und abbewegen und lief somit immer wieder von links nach rechts. "Fern der Heimat kĂ€mpfen wir hier fĂŒr den Erhalt der alten Ordnung. Eine Ordnung, die nicht nur durch die Handelsallianz bedroht wird. Auch das Chaos will in unsere Lande einbrechen! Sie wollen unsere Frauen und Kinder töten. Greise und Kranke. Sie kennen keine Ehre. Segiras Werte sind fĂŒr sie nicht von Bedeutung. Rakshor trachtet es nach unserem Land. Wir mĂŒssen ihm die Stirn bieten. Wollt ihr, dass die Palianer erneut erstarken?", Roderich machte eine theatralische Pause. Er blickte mehreren Soldaten herausfordernd in die Augen. Seine Entschlossenheit stand ihm in das Gesicht geschrieben. Roderich war sich sicher zu siegen und die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

"NEIN! Wir wollen frei sein. Frei von den Fesseln der Handelsallianz oder der Sklaverei durch Rakshaner. Wir sind selbstbestimmt. Wir sind Kaishos. Wir sind Almanen und darum werden wir siegen. Ich sage euch: Holt sie euch! FĂŒr Kaisho und Vaterland! Tötet sie alle!"

Die Menge jubelte und ein tosender Kampfschrei ertönte aus den MĂŒndern der Almanen.
"Herr," sprach Oberfeldwebel Kaeylin von Chadwick. Sie kehrte gerade vom SpĂ€htrupp zurĂŒck, der vorausgeeilt war. "Die Rakshaner haben sich in der Festung verschanzt. Ohne die Belagerungswaffen der Goblins kommen wir hier nicht weiter."
"Wir werden auf den Oberst warten," sagte Roderich.

Plötzlich, ĂŒber ihre Köpfe hinweg, flogen mehrere Tieflinge. Roderich lachte: "Feiglinge! Sie fliehen aus der Feste!" Als dann die Stimme des Tarrik bis zum Großherzog durchdrang, machte er ein fragendes Gesicht. "Was hat das zu bedeuten?"

Am Horizont derweil zog sich plötzlich ein Sturm herauf. Er kam wie aus dem Nichts. Schien wie Magie. Des Feindes Luftmagier?, fragte sich Roderich. Die Sicht auf Dunkelbruch eben noch aus der Entfernung zu sehen, wurde durch die Wolkenfront verhindert. Ein dunkles Donnern ertönte am Himmel. Es schien, als seien die Götter selbst erzĂŒrnt von der Schlacht. "Segira sei uns gnĂ€dig," japste Roderich. Dann folgte der prasselnde Regen. Er kam wie aus Eimern auf die Ritter hinab. Schon wurde die Formation aufgescheucht, die Pferde brachen zu allen Seiten aus, als die Blitze am Himmel sichtbar wurden. Es dauerte mehrere Minuten ehe sich wieder eine Formation bildete. Doch dem nicht genug. Die Krieger waren völlig durchnĂ€sst. Roderich schaute grimmig auf die in DĂŒsternis eingehĂŒllte Festung. Heute machte sie ihrem Namen alle Ehre.
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Vielen Dank an Nikeeta von der Avatarschmiede fĂŒr die Bereitstellung des Bildes!

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#79

Beitragvon Oberst Nassik » Sa 11. Nov 2017, 11:36

Oberst Nassik

Der Oberst hörte dem verbĂŒndeten Offizier aufmerksam zu. Er schaute streng auf die Festung. Die Chaostruppen hatten sich inzwischen in der Festung verschanzt und verbarrikadiert.
" Auf eine Belagerung sind wir nicht vorbereitet. Zu wenig Kriegsmaterial. Wir haben mit einer Feldschlacht gerechnet. Darauf basiert unsere Planung," sprach Nassik. Doch er sah es ein, auch ein weiteres Mal von seiner Strategie abweichen zu mĂŒssen.
"Dann mĂŒssen wir sie eben aus der Festung verscheuchen. Schicken wir ihnen altete vermoderte Socken herĂŒber," grinste Major Vanox.

Nassik ignorierte diesen Kommentar und beobachtete das Treiben in der Festung aufmerksam und versuchte das GelĂ€nde von hier aus zu ĂŒberblicken. Darauf begann er mit seiner Analyse:
"Wenn wir bis zur Nacht durchhalten, könnten die Gargoyles von den HÀngen der Berge hinuntergleiten und die feinlichen Reihen von hinten lichten." Nassik pausierte kurz.

"Das goblinische Batallion ist noch im Heerlager und baut die Clavos auf. Gegen Mittag werden sie fertig montiert sein, und gegen Abend sollen sie hier eintreffen. Es handelt sich dabei um mobile Kampfstationen auf drei RĂ€dern. Vorangetrieben durch eigene Muskelkraft, in dem man in die Pedale tritt. Wir Goblins sind keine großen Krieger. Aber im Umgang mit der Armbrust sind wir meisterlich. Keine Armbrust kann prĂ€ziser abfeuern, als die Unseren. Eine neueste Erfindung unserer Ingenieure soll uns den Sieg in diesem Krieg bringen: Schwere ArmbrĂŒste. Das Spannen erfordert wegen des Flaschenzugmechanismus etwa 40 Sekunden. Problmatisch ist dabei aber, dass der RĂŒckstoß sehr stark ist, sodass zwar der Bolzen abgefeuert werden kann, aber das Zielen gar unmöglich ist, wenn man sie in der Hand hĂ€lt. Darum kann man sie im Normalfall nur in festen Stellungen aufbauen.

Kriegsingenieur Meister Dozzy entwarf aber nun ein mobile Fahrstation. Zwei Goblins befinden sich auf diesem Fahrgestellt und treten zu zweit in die Pedale. Im hinteren Heck kann man ein Abschirmschild kreisförmig ausfahren lassen, wobei man das Abschirmschild drehen und den Neigungswinkel anpassen kann. Es gibt eine Schießscharte und zwei Augenschlitze . Unsere ArmbrustschĂŒtzen könnten uns also der Festung nĂ€hern und die feindlichen Truppen mit der gewaltigen Durchschlagskraft unserer prĂ€zisen ArmbrĂŒste von den Zinnen wegfegen"
, der Oberst drehte sich um und blickte auf die entfernte Streitmacht der Almanen.

"Gewiss habt Ihr die Almanen schon bemerkt. Nunja...wenn einmal das Tor aufgebrochen ist, sollten sie die BĂ€renreiter des Großherzogs als erstes hineingehen, um die hĂ€rtesten WiderstĂ€nde direkt am Tor zu brechen. Wenn dann der Weg frei ist, sollten die Ritter mit ihren Pferden durch die Festung eilen. Dann erst wĂŒrdet ihr mit euren Kriegern hineingehen und zum Schluss ich mit meinem Batallion. Es ist richtig, unser Ziel sollte das Tor sein. Wir verfĂŒgen aber ĂŒber keinerlei Rammen. "

"Womöglich können wir das Tor aber auch ohne Ramme und mit geballter Muskelkraft brechen. Denn die Verriegelung dĂŒrfte schon im ersten Ansturm zerstört worden sein. Wir sollten sofort angreifen", empfahl der Major.

Der Oberst wollte darauf antworten, da er das Risiko fĂŒr unbedacht und zu groß hielt. Man wusste nicht, was hinter dem Tor war. Wie stark die Rakshaner es inzwischen befestigt hatten, und ob die Verriegelung tatsĂ€chlich im ersten Ansturm kaputt gegangen war. Plötzlich ertönte die Stimme des Tarrik, der in Angesicht der Übermacht kapitulierte.

Major Vanox fiel in lautes GelÀchter ein.
"Kaum sind wir hier gibt er schon auf."

Nassik hingegen sah das Ganze nicht so humorvoll.
"Ein Trick um Zeit zu schinden. Er hat wohl einen Ass im Ärmel." In seinen Kopf spielten sich mehrere Szenarien ab und keines gefiel dem Oberst. Wo er vor der Kapitulation des Tarrik noch unsicher gewesen war, ob sie auf Goblins warten sollten, schien Nassik nun umso sicherer zu sein. Sein Entschluss war getroffen.
"Wir mĂŒssen jetzt angreifen. Er will das wir abwarten und die Situation beobachten. Wir haben keine Zeit auf mein goblinisches Batallion zu warten. Die Almanen mĂŒssen Stellung beziehen und von ihren Pferden absatteln. Jeder Ritter hat ein Schild in seinen Satteltaschen. Das gehört zur StandardausrĂŒstung. Zwei Trupps steigen von ihren Pferden ab und nĂ€hern sich dem Tor. Ein Reservetrupp bleibt hinten zusammen mit den BĂ€renreitern, um beim Aufbrechen des Tores sofort einzudringen."

"Hol mir den Großherzog und seine Offiziere," sagte er zu seinem Wagenlenker, der sich daraufhin in Bewegung setzte. Einen zweiten Boten schickte er samt Gefolge ins Heerlager der Goblins, um sie von der Taktik und der Lage zu informieren. Der dritte Wagenlenker blieb mit Major Vanox bei Oberst Nassik. Wenig spĂ€ter fing es an zu stĂŒrmen.
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#80

Beitragvon Baxeda » Fr 17. Nov 2017, 08:45

Lexi, Tiefling mit KrÀtze.
Stellvertretender Kommandant der LuftstreitkrĂ€fte, SĂŒdgeschwader

Bild

An der nordwestlichen Grenze der Souvagne meldete man die Sichtung eines großen Geschwaders von Tieflingen. Der junge Feldherr Ciel de Souvagne, welcher genau diese Region zu schĂŒtzen beauftragt war, durchlebte einige sehr angstvolle Stunden, denn auf einen Luftangriff dieser GrĂ¶ĂŸe war man bis dato noch nicht vorbereitet. Die nordwestliche Grenze lang nahezu nackt, die PlĂŒnderer einladend wie ein offenes Scheunentor. Zu aller Erleichterung drehte das Geschwader jedoch ab, anstatt in der Souvagne einzufallen. Zwischen Grenze und Gebirge hielt es sich in gebĂŒhrender Distanz. Bedrohlich, eine finstere Wolke.

Auf ihrem Weg nach SĂŒden zur Hohen Mark trieb Lexi seine Truppe zu einem Gewaltflug an, der sie weitaus schneller als jeden berittenen Boten machen wĂŒrde. Sie machten eine letzte Rast in der Wildnis, wo sie die NĂ€chte verschliefen und letztenendlich den Tag abwarteten.

"Liebe Tieflinge und Rakshaner", begann Lexi eine Motivationsrede. "Und Tieflingsfrauen und Rakshanerinnen", ergĂ€nzte er tolerant, obwohl er nur MĂ€nner sah. "Tarrik Tarkan hat uns die Aufgabe erteilt, das Blutrecht in der Hohen Mark einzufĂŒhren. Das heißt: Wer besser Blut vergießen kann, hat gewonnen. Quasi. Wir werden nun also morden und brandschatzen und all die anderen schönen Dinge erleben, die eine Invasion mit sich bringt."

Er fĂŒhlte sich unsagbar motiviert von seiner eigenen Rede. Jemand meldete sich und wartete brav, bis Lexi ihn drannahm.

"Ja, bitte, Toto?"
"RĂ€chen wir irgendwen?"

Lexi musste tief in seinem GedĂ€chtnis wĂŒhlen. Ein oder zwei Minuten wirkte er sehr nachdenklich, dann erhellte sich sein Gesicht.
"Wir rÀchen die Vernichtung von Katamaris! Unserer stolzen Hauptstadt! Durch die vermaledeiten, verflixten und zugenÀhten Zwerge!"
"Aber wir ĂŒberfallen die Almanen", gab Toto zu bedenken.
"Herrje", rief Lexi. "Wie kann man nur so kleinkariert sein! Bin ich mit Lichtalben in die Schlacht gezogen? Es sind doch alles BleichhĂ€ute und sie haben BĂ€rte! Außerdem sind sie miteinander verbĂŒndet. Mitgefangen, mitgehangen. So!"

Er klatschte in die krallenbewehrten HĂ€nde.

"Auf in die Schlacht, meine Lieben! Es ist Tag! Die Gargoyles schlafen und die Hohe Mark ist unvorbereitet. Sie liegt wie eine schlafende Prinzessin vor uns, die nur darauf wartet, von uns wachgekĂŒsst zu werden."

Er bemerkte einige sehr schiefe Blicke und Toto meldete sich erneut. "Der Vergleich hinkt!"
Der Reiter von Toto meldete sich, ein Rakshaner in KnochenrĂŒstung. "Das ist eine Metapher und kein Vergleich."
"Es ist ein Vergleich!", brĂŒllte Toto ĂŒber seine Schulter.
"Also fĂŒr mich hört es sich eher wie eine Parabel an", meinte ein vierter. "Könnte aber auch eine Allegorie sein."
"Ich verpass dir gleich eine Allegorie aufs Auge", drohte Toto.

"Schluss jetzt!" Lexi stampfte mit dem Fuß auf, um sich durchzusetzen. "Jedenfalls ĂŒberfallen wir jetzt die Hohe Mark!"

Damit erhoben sich mehrere hundert Tieflinge und ihre Reiter in die LĂŒfte. Die Formation zog sich in die Breite. Wie ein unerbittliches MĂ€hwerk (es ist eine Metapher) zogen sie ĂŒber das Land. Vom RĂŒcken der Tieflinge aus schossen die geĂŒbten ReiterbogenschĂŒtzen die fliehende Bevölkerung ab. Zuerst musste die Landbevölkerung dran glauben, die Bauern, ehe die entfesselten ChaosmĂ€chte sich den StĂ€dten zuwenden wĂŒrden, denn so war es von Tarkan befohlen worden. Gehöfte und volle Scheunen wurden niedergebrannt, Felder den Flammen ĂŒberantwortet. Es starben bei weitem nicht alle und selbstredend war es nicht möglich, keines der Gehöfte zu ĂŒbersehen, wenn es um die grĂ¶ĂŸtmögliche Vernichtung in kurzer Zeit ging, aber der Landwirtschaft wurde nachhaltiger Schaden zugefĂŒgt. Wer floh, starb durch die Pfeile mit den knöchernen Spitzen. Von Westen aus begannen sie und waren nicht so dumm, sich in die Reichweite von mit SchĂŒtzen besetzten TĂŒrmen zu begeben oder in die von mit Fernwaffen besetzten Lufteinheiten.

Doch der Tod durch Waffengewalt war nur ein Teil dessen, was sie den Almanen der Hohen Mark brachten.

Die Tieflinge gehörten zu den effektivsten Magiern. Die Elementarmagier verwandelten das Land in eine Halde. Erdmagier wĂŒhlten alles um und verschĂŒtteten Flussbetten. Einige Areale trockneten aus, andere wurden ĂŒberflutet. Mit vereinten KrĂ€ften leiteten sie den Draken um, den grĂ¶ĂŸten und wichtigsten Versorgungsfluss. Der Draken, der in den BĂ€renbergen entsprang und in zwei Richtungen floss – in die Hohe Mark und in Richtung Kaltensumpf - wurde so umgelenkt, dass er ausschließlich nach SĂŒden walzte. Das einstmals stolze Goldfels lag nun an einem schlammigen Rinnsal. Das Großherzogtum Ledwick versank wortwörtlich im eigenen Sumpf.

Als die Sonne unterging, zogen das SĂŒdgeschwader sich wieder zurĂŒck. Sie nĂ€chtigten im Wychtlgebirge auf einem abgelegenen Berghang, um die Zeit bis zum nĂ€chsten Sonnenaufgang abzuwarten, denn noch immer hatten die Almanen ihre Gargoyles. StĂ€dte und Burgen waren noch unangetastet. Die Krieger waren erschöpft, aber glĂŒcklich.

Und sogar der Streit ĂŒber Lexis unangebrachte Metapher war vergessen.
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"Lieber ein lebender Feigling als ein toter Held."
Avatar mit freundlicher Genehmigung von: http://direwrath.deviantart.com/