Licht am Horizont


Die Front
Die Hauptstreitmacht des Chaos wurde entfesselt, um die Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Die Niederlage der Zwerge schien lange unausweichlich, doch im letzten Moment haben sich andere alte Völker dafĂŒr entschieden, ihnen zur UnterstĂŒtzung zu kommen. Also Ă€nderte das Chaos seine Taktik ...
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Baldur Ferin BallivĂČr
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Licht am Horizont

#1

Beitragvon Baldur Ferin BallivĂČr » Mi 18. Okt 2017, 17:30

... die Lichtalben marschieren nach Dunkelbruch. Was zuvor geschah ...


Die Ereignisse ĂŒberschlugen sich und begannen Baldur ĂŒber den Kopf zu wachsen. Noch vor ein paar Wochen hatte er ein beschauliches, ruhiges Leben als Handwerker und Familienvater gefĂŒhrt und nun wĂŒrde er eine Streitmacht in den Krieg begleiten. Er war nicht sicher, ob die Bedeutung ĂŒberhaupt schon in voller GĂ€nze in seinem Verstand angekommen war
 in den Krieg ziehen
 Das war eine Sache, die er immer so fern von sich selbst gewĂ€hnt, dass er nie wirklich darĂŒber nachgedacht hatte, was das bedeutete. Bis zuletzt
 bis sie ihm eröffnet hatten, dass er sie begleiten wĂŒrde.
„Wann seid Ihr bereit, abzureisen, Baldur Ferin?“, hatte Oberst Felon Tharmor Blitzsohn ihn eines Tages in einer der Krisensitzungen gefragt. Dass er dort ĂŒberhaupt dabei gewesen war, war noch kaum zu begreifen.
„Abreisen? Wohin?“, hatte er etwas verdutzt gefragt und eilig noch ein „Oberst, Sir“ hinten angefĂŒgt.
„Ihr werdet uns begleiten. Wir benötigen einen Mittelsmann fĂŒr die Verhandlungen mit den Zwergen.“
Baldurs Augen waren groß geworden. „Aber ich bin Handwerker. Ich verhandle GĂŒter, keine Kriegspolitik, ehrenwerter Oberst.“
„Das ist einerlei. Zwerge handeln nur unter Vertrauensbasis zu fairen Konditionen. Die haben wir nicht, Ihr aber schon. Es ist beschlossene Sache. Also: wann seid Ihr bereit?“
Das war es gewesen. Baldur hatte kaum einmal geblinzelt und jetzt war er hier, unter der Erde, mit einer Delegation aus Vanyar und Noldor, auf dem Weg in den Krieg. Die Zwerge hatten um Hilfe gebeten und die Lichtalben folgten nun – endlich, wie Baldur dachte – dem Ruf, auch wenn die Details noch verhandelt werden sollten. Baldur widerstrebte der Gedanke ein wenig. Er musste die Verhandlungen leiten und die Forderungen der lichtalbischen Befehlshaber weitertragen. Forderungen an einen BĂŒndnispartner
 das erschien Baldur falsch um der Sache selbst Willen, doch er verstand auch nicht viel von Politik. Überhaupt hatte er durch die Teilnahme an einigen Krisensitzungen das GefĂŒhl, dass die Triebkraft seines Volkes eher ökonomischer Natur war. Die ersten Rufe fĂŒr das Einschreiten waren aus Falathri gekommen, dem Zentrum von Handwerk und Wissenschaft, nicht etwa aus Noldor oder Vanyar, wo doch alle militĂ€rischen Handlungen ausgetĂŒftelt und beschlossen wurden. Man fĂŒrchtete um den Zusammenbruch des Straßennetzes und sĂ€mtlicher Handelsbeziehungen mit den Zwergen. Zuvor hatte der Fokus militĂ€rischer EinsĂ€tze auf der SĂŒdgrenze Avinars und Befestigung der StĂ€dte gelegen. Das erklĂ€rte vorrangige Ziel der Lichtalben war die Gebietserhaltung. Baldur erinnerte sich noch genau an die ersten Besuche aus Falathri. Dabei ging es immer um Informationen ĂŒber die PlĂ€ne des Chaos‘ bezĂŒglich Avinar, die er von den Zwergen einholen sollte. Erst als er die Nachricht mitbrachte, dass Straßennetz könne bald aufgegeben werden, wurden die Abgeordneten hellhörig.
Baldur ging an der Spitze der Gruppe, die den Oberst, seinen Major und eine kleine Truppe Fußsoldaten umfasste. WĂŒrden die Verhandlungen ein positives Ende nehmen, sollte ein Batallion ĂŒber den Landweg folgen, ebenso eine Truppe Lichtreiter. Die berittenen Elitekrieger hatten den Weg durch die Steppe ausgekundschaftet, wo man ausgehend von der zerstörten Zeltstadt Cheron hoffte, möglichst reibungslos bis nach Dunkelbruch zu kommen.
Die Diskussionen um die GrĂ¶ĂŸe der Streitmacht waren zĂ€h gewesen. Vor allem das Thema Kampfmagier schien besonders sensibel zu sein.
„Mein lieber Kollege“, hatte der Magier Blitzsohn einmal wĂŒtend eingeworfen, „wenn wir die von Ihnen gewĂŒnschte Anzahl Magier von hier abziehen, werden wir bald keine mehr haben! Wir können unsere Reihen auf der Astralebene unmöglich derart schwĂ€chen, sonst wird es dort oben bald ganz schön frostig und ich meine das wörtlich!“
„Und wenn wir zu wenige schicken, brauchen wir gar nicht erst losziehen! Gegen all die verschiedenen Magier in Tarkans Truppen sind Schwerter alleine nutzlos.“
„Was ist denn mit Euren neusten Entwicklungen in der MilitĂ€rtechnik, Major Wolkenehrer? Ihr forscht schon seit Jahren. Gibt es hier auch einmal etwas Brauchbares?“
„TatsĂ€chlich gibt es das! Wir haben Wege gefunden, Partikel von Runensteinen in die Schilde und Wurfgeschosse unserer Soldaten einzubringen. Wenn ein Lichtreiter ein solches Geschoss abwirft, wird jeder Feind in einem Umkreis von fĂŒnf Metern weggeschleudert und
“
Und so hatten sich die Diskussionen hingezogen bis Anzahl, Zusammensetzung und AusrĂŒstung der Abteilungen feststand. Jetzt ging es darum, die Bedingungen festzulegen. Die Lichtalben forderten nicht weniger als 100 Runensteine als Gegenleistung fĂŒr ihre Hilfe, um das Kontingent an den eigenen Grenzen aufzustocken. Ebenso sollte ein Zwergenmeister nach Avinar reisen, um den vereinzelten lichtalbischen Elementarmagiern Feinheiten bei der Herstellung dieser Steine zu lehren. Obwohl sie in der Vergangenheit bereits Fortschritte hatten erzielen können, kam nicht eines ihrer Erzeugnisse denen der Zwerge nahe.
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