Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Der Krieg, der alles ändern wird

Tarrik Tarkan entfesselte die Hauptstreitmacht des Chaos, um Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Nach Jahren des Kampfes waren alle Seiten erschöpft und man verhandelte über Frieden. Dunkelbruch gelangte in die Hände des Chaos und die Hohe Mark fiel an Souvagne.
Die Hauptstreitmacht des Chaos wurde entfesselt, um die Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Das Kaisho-Abkommen und Avinar kamen den Zwergen zur Unterstützung. Nach Jahren des Kampfes waren die Truppen aller Seiten erschöpft und man verhandelte in Ehveros über Frieden. Das Kaisho-Abkommen zerbrach an dieser Schlacht, Dunkelbruch gelangte in die Hände des Chaos und die Hohe Mark fiel an Souvagne.
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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#81

Beitrag von Aksoy » Mi 20. Dez 2017, 08:42

Sie hatten Dunkelbruch verlassen und ihre Angreifer wie auch ihre Verfolger abgeschüttelt. Durch einen Sturm verloren sie zusätzlich einige gute Leute, aber dennoch war Rakshor auf ihrer Seite.

Letztendlich teilte sich die Gruppe so wie es Tarkan befohlen hatte. Was aus Lexi und seinen Mannen geworden war, entzog sich Aksoys Kenntnis, aber er wünschte ihnen nur das Beste und vor allem viel Jagdglück auf den Feind.

Dass er mit so einer wichtigen Aufgabe von Tarkan betraut wurde, erfreute ihn sehr, verunsicherte ihn aber auch. Gleichgültig was seine Statur versprach und über welche Kräfte er verfügte, er war trotzdem noch jung. Und viel Erfahrung hatte er noch nicht in seinem Leben gesammelt.

Aus diesem Grund verließ er sich meist auf den weisen Rat seines mittlerweile besten Freundes Crize. Der Mann wusste alles, folglich konnte mit ihm an der Seite nichts schief gehen. Ab und an wunderte sich Aksoy zwar über dessen Prioritäten, aber bis jetzt hatten sich diese immer als richtig herausgestellt. Das lag vermutlich an seiner jahrelangen Erfahrung. Aksoys Wissen konnte da einfach nicht mithalten.

Ganz wie es Tarkan befohlen hatte, hielt sich Aksoy mit seiner Gruppe nördlich. Ihre Aufgabe bestand darin Verstärkung aus Nordrakshanistan zu holen, dafür hatte ihm Tarkan einen Zebraschal ausgehändigt. Die Krieger sollten frisch und ausgeruht sein. Aksoy hoffte inständig, dass die Männer noch vor Ort waren.

„Crize hattest Du in letzter Zeit neue Infos über Nordrakshanistan? Tarkan hat angeordnet, dass wir unsere Truppe mit den dort stationierten Männern verstärken sollen. Handelt es sich dabei um Tieflinge oder um Menschen? Falls es Menschen sind, müssen wir schauen, wie wir uns fortbewegen. Vielleicht teilen wir unsere Gruppe dann auf in Fußgänger und Flieger.

Jeder Flieger kann nur einen Menschen tragen um effektiv zu bleiben. Sonst wird die Last zu schwer. Falls es sich um Tieflinge handelt, haben wir kein Problem.

Meinst Du wir sollten vor Ort eine Pause einlegen um einmal Kräfte zu sammeln?

Die Männer sehen mitgenommen aus. Der Angriff auf Dunkelbruch und unsere Flucht haben uns zugesetzt. Ich würde sagen, wir schöpfen einen Tag neue Kraft, essen gut, schlafen und dann widmen wir uns gestärkt den Lichtalben, so wie es uns Tarkan befohlen hat. Oder was meinst Du Crize?“,
hakte der große Tiefling nach.

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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#82

Beitrag von Tarkan » Mo 25. Dez 2017, 14:27

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Bei den Anführern der Kaishotruppen ging folgender Brief ein:

Das Chaos erbietet Euch seine Grüße!

Ihr habt tapfer gekämpft. Wir kämpfen noch immer.
Wir haben zwei Nachrichten für Euch.

Erstens:

Unser hochverehrter Tarrik Tarkan hat eine Waffenruhe verordnet. Das Blutrecht ist für diese Zeit aufgehoben und Ihr mögt Eure Toten begraben und den riesigen Fehler bedauern, den Ihr begangen habt. So lange Ihr in dieser Zeit keine Angriffe startet, mögt Ihr in Ruhe das Winterfest feiern.

Zweitens:

Wie Euch sicher inzwischen zu Ohren gekommen ist, haben unsere Luftstreitkräfte gute Teile Almaniens verwüstet. In diesem Augenblick haben Lexi und sein Südgeschwader Quartier auf dem Dach des Herrenhauses bezogen, in welchem die Familie des Großherzogs Roderich II. von der Hohen Mark residiert. Alle Gargoyles wurden erschlagen und eine Ausgangssperre für Familie und Hofstaat verhängt. Sie sind fortan Geißeln des Chaos.

Wir setzen eine Frist bis zum Neujahrsfest! Bis dahin erwarten wir den Abzug des almanischen Heeres und der Kaishotruppen aus unserem Territorium!

Sollte bis dahin keine Reaktion erfolgen, werden sämtliche Familienmitglieder des Großherzogs und sein Hofstaat liquidiert und ihre Häupter zu Schrumpfköpfen verarbeitet das Zelt Tarkans als Windspiel zieren. Solltet Ihr in diesem Zeitraum unserer Forderung nachkommen, garantieren wir ihnen freien Abzug.

Ein angenehmes Winterfest wünscht

Ginseng fo-Drash
Stellvertretender Tarrik
Heeresleitung Zentralrakshanistan

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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#83

Beitrag von Crize » Mo 25. Dez 2017, 20:34

Crize schreckte aus dem Schlaf hoch. Er hatte hervorragend geschlafen während des Fluges. Aksoy war schön riesig und entsprechend bequem. In den Zeiten seines Wachseins hatte er sich mit ihm unterhalten und den Tiefling an seinen Weisheiten teilhaben lassen. Meist handelte es sich um Haltungstipps für Ghule und Kochrezepte. Jetzt war Aksoy irgendwo gelandet und das ganze Nordgeschwader mit ihm. Crize blickte sich um und erkannte das Nordlager.

Aksoy fragte ihn um Rat, dabei war die Sachlage doch eindeutig.

"Als erstes machen wir natürlich eine große, gemeinsame Kaffeepause. Die Jungs hier bereiten ja, wie du siehst, schon alles vor."

Er nickte in Richtung eines gigantischen Kessels, der auf einem Karren durch den allgegenwärtigen Schlamm herbeigeschafft wurde und aus dem es verführerisch dampfte. Den Rakshanern lief das Wasser im Mund zusammen und sie schwärmten zum Kessel wie die Motten zu einer Lampe. Auch einige der Tieflinge schlossen sich an und wurden wie die Rakshaner vom Wagen aus mit Bechern heißen Mokkas versorgt, ehe man ihnen vorübergehende Quartiere einrichtete, die aus großen Zelten bestanden, in denen man dicht an dicht gedrängt zu vielt schlafen musste.

"So", sprach Crize weise. Er nippte an seinem dampfenden Becher. "Einen Tag Ruhe brauchen wir auf jeden Fall, vor allem die Flieger."

"Eine Woche", korrigierte ein Krieger. "Tarkan hat eine Waffenruhe bis zum Neujahresfest ausgerufen. Soeben ging ein Botengeier ein."

"Äh, ach so, na dann ... also du musst dich nach dem Kaffeetrinken erstmal ausruhen, Aksi, und dann den Befehlshabern hier verklickern, dass sie unsere Verstärkung aufstellen sollen. Und dann, ja, dann können wir Avinar plätten!

Also die Truppe hier besteht zum Großteil aus rakshanischer Infanterie und einigen Hyänenreitern, außerdem gibt es hier viele Düsterlinge. Gelaton ist das Lager, wo sie alle hinschicken, die in Cara`Cor nicht gehört haben. Man wird hierher strafversetzt. Du siehst ja den vielen Schlamm und das hässliche Wetter und spürst die klamme Kälte. Geleitet wird das Lager von Herrn Dschan, einem Rakshaner. Wenn du mich fragst, hat er sie nicht mehr alle. Aber bei dem Schlamm hier kein Wunder. Ich verstehe nur nicht, warum die Zelte hier aus purem Gold sind anstatt aus anständigem Hyänenfell. Aber das versteht keiner."

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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#84

Beitrag von Baldur Ferin Ballivòr » Fr 29. Dez 2017, 08:45

Baldur lag in seinem Zelt und starrte an die Decke, als die Neuigkeit die Runde machte. Blitzsohn hatte ihn weggeschickt, um sich auszuruhen und auch, das wusste Baldur, weil er vertraulich mit seinen engsten Offizieren sprechen wollte. Männer und Frauen gingen an seiner Unterkunft vorbei und alle sprachen sie über dasselbe: der Tarrik der Chaostruppen hatte eine Waffenruhe bis zum Neujahresfest ausgerufen. Den Gesprächen zu Folge, waren die Krieger geteilter Meinung darüber. Es gab solche, die froh wirkten und obwohl Baldur sie nicht sehen konnte, vermutete er, dass es vorrangig erfahrenere Alben waren, die bereits aufreibende Erlebnisse zu verzeichnen hatten. Dann gab es jene, die sich echauffierten, wie man den Wilden trauen konnte, die eine List vermuteten und dafür plädierten einfach trotzdem zuzuschlagen. Junge Hitzköpfe… Baldur war überzeugt, dass der Oberst in keinem Fall gegen die Waffenruhe verstoßen würde. Er war ein zielstrebiger, kompromissloser und harter Mann, doch er war auch gerecht und jede seiner Entscheidungen war gründlich abgewogen.
„Herr Ballivòr?“
Eine Stimme erklang unmittelbar am Zelteingang. „Der Oberst wünscht Sie in seinem Zelt.“
Baldur erhob sich von seiner Bettstatt. „In Ordnung“, rief er nach draußen und warf sich einen Umhang über. Vor seinem Zelt wartete ein junger Mann. „Er sieht kaum älter aus als mein Jaro“, dachte Baldur traurig. Die Vorstellung, sein Sohn würde in den Krieg ziehen, verknotete ihm das Herz. „Ich bringe Euch hin“, verkündete der Junge stolz.

Des Oberst Zelt befand sich ziemlich in der Mitte des provisorischen Lagers und war deutlich größer als all die anderen. Als der Krieger Baldur hinein geleitete, saß Blitzsohn mit einigen Offizieren zu Tisch und war offensichtlich in eine strategische Besprechung vertieft.
„Mein Herr Oberst, Herr Ballivòr, wie Ihr wünschtet.“
Blitzsohn sah mit seinem grimmigen Gesicht auf und nickte, woraufhin der Krieger salutierte und wortlos das Zelt verließ.
„Meine Herren“, wandte sich Blitzsohn an die übrigen, „wie besprochen: informiert Eure Truppen über die Waffenruhe – auch wenn ich befürchte die Neuigkeit ist bereits im Lauffeuer durch das Lager gegangen; teilt ihnen mit, dass sie bis zum Ablauf der Frist freigestellt sind. Es steht ihnen zu, Kontakt zu den feindlichen Truppen aufzunehmen sowie Speis und Trank mit ihnen zu teilen. Aber“, er blickte ernst in die Runde, „sollte einer das Abkommen brechen und unsere Ehre in den Schmutz ziehen, so kann er froh sein, wenn der Feind ihn zuerst in die Hände bekommt, denn ich werde weniger gnädig sein.“
Die Offiziere nickten und ließen Baldur mit dem Oberst allein.
„Baldur“, begann dieser, „mit Sicherheit wisst Ihr bereits von der Waffenruhe.“ Es war keine Frage. Blitzsohn hatte sich erhoben und ging mit hinter dem Rücken verschränkten Händen im Zelt auf und ab. „Boten der Kaishos brachten mir die Nachricht.“ Mit einer Hand gestikulierte er zum Tisch, auf dem ein Pergament lag. Baldur wartete kurz, dann griff er danach und las. Als er aufsah, blickte ihn der Oberst direkt an, sein Ausdruck sorgenvoll. „Was lest Ihr daraus?“, fragte er. Baldur antwortete nicht gleich. „Ihr fürchtet, Almanien ist nicht das einzige Ziel?“
Mit geschlossenen Augen nickte Blitzsohn. „Ich befürchtete bereits, die Tieflinge flogen nicht ohne Grund aus. Nun weiß ich es.“
„Und was machen wir nun?“, fragte Baldur, der sich fragte, warum der Oberst ihn hatte sprechen wollen.
„Wir warten. Bald müsste Oberfeldwebel Lichtsturm zurückkehren und Neuigkeiten vom Hymaya bringen und bis dahin werden auch wir die Waffenruhe nutzen.“ Er dreht sich zu Baldur um, nachdem er vorher einige Augenblicke die Zeltwand angestarrt hatte. „Ich hoffe auf eine Unterredung mit dem Tarrik und möchte zudem um Kontakt zu Barlok Eisenhand oder einem seiner Offiziere bitten. Und deshalb werdet Ihr mich begleiten.“

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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#85

Beitrag von Tarkan » Fr 29. Dez 2017, 10:35

Als gerade kein Feind in unmittelbarer Nähe gesichtet wurde, öffnete sich das Tor Dunkelbruchs.
Langsam, knarrend. Der Schatten, den das Eisenmonstrum warf, teilte sich. In der Mitte, auf dem Pfad aus Licht, kam etwas zum Vorschein, das auf den ersten Augenblick wie eine fahrbare Maschine aussah. Mit viel Mühe zerrten vier Rakshaner einen Eisenwagen heraus, der offenbar von den Zwergen angefertigt worden war und eigentlich von Pferden gezogen werden musste. Ein langes Rohr befand sich darauf, das nach vorn zeigte. Es war genau auf die Gegner gerichtet. Aus dem Wagen qualmte es. Hinter ihnen schloss sich das Tor wieder.

Genau zwischen den fünf Heeren, zwischen Almanen, Goblins, Lichtalben, Zwergen und Chaostruppen, kam die kleine Prozession zum stehen. Das Rohr wurde umständlich und unter lauter Diskussion aufgerichtet. Es offenbarte sich als der Rauchabzug einer mobilen Feldküche.

Von den Zinnen aus wurden die vier hantierenden Rakshaner von ihren Kameraden mit einer Mischung aus Furcht und Zorn beobachtet. Furcht, weil man nicht wusste, ob sie zurückkehren würden, Zorn, weil sie so eben mit einem Teil des Feldproviantes, den sie alle auf dem Rücken oder in den Satteltaschen der Hyänen bei sich getragen hatten, in Richtung Feind gezogen waren.

Einer der vier Rakshaner zückte eine Glocke, hielt sie hoch und bimmelte lautstark.

"Beste Gruß vom Tarrik Tarkan! Es existiert kostenfreie Schokoladentrinke für jeden! Und Erbsensuppe, mit freundliche Gruß vom Barlok Eisenhand!"

Er rief das auf Asmameisch mit einem grauenhaften rakshanischen Akzent und mehreren Grammatikfehlern. Dass die Erbsen dazu aus den Vorräten deer Zwerge gestohlen worden waren, ließ er unerwähnt, aber er ging auch nicht davon aus, dass irgendwem auffallen würde, dass Erbsensuppe ein nicht gerade sehr rakshanisches Gericht war.

Um zu zeigen, dass weder Suppe noch Trinkschokolade vergiftet waren, begannen die Rakshaner gleich selbst damit, sich einzuschenken und zu trinken und zu löffeln. Der Wind stand - nicht ganz zufällig - so, dass die verlockenden Düfte hinüber zu den Feinden wehte. Zaghaft ging das Tor von Dunkelbruch ein weiteres mal einen Spalt weit auf. Einige Rakshaner kamen unsicher nähergetappt, sie trugen keine sichtbaren Waffen bei sich. Es waren nicht allzu viele. Selbst, wenn sie unter ihrer Kleidung noch Waffen verborgen halten würden, wären sie gegen diese Streitmächte, die ihnen gegenüberstanden, hoffnungslos unterlegen und wären in wenigen Minuten bis auf den letzten Mann aufgerieben. Trotz ihrer Angst wurden sie unwiderstehlich von der Aussicht auf eine warme Mahlzeit angezogen. Sie ließen sich ausschenken, zogen die Schleier unters Kinn, hielten die Tonbecher mit in der Kälte klammen, im Kampf verwundeten Fingern und schlürften die heiße Schokolade.

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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#86

Beitrag von Aksoy » Sa 30. Dez 2017, 19:29

Aksoy hörte seinem Kumpel aufmerksam zu, ließ es sich aber nicht nehmen, sich ebenfalls einen Becher Mokka ausschenken zu lassen. Während Aksoy Crize lauschte, schlürfte er gut gelaunt sein Getränk. Dachte er nun daran zurück, wie er vor gar nicht all zu langer Zeit beim Chaos angefangen hatte, dann hatte er gemeinsam mit Crize einen gewaltigen Weg zurück gelegt. Allein hätte er dies vermutlich niemals alles bewerkstelligen können.

Der gewaltige Tiefling streckte kurz seinen Körper wie auch seine Schwingen um die Verspannungen zu lösen. Dann faltete er sie auf dem Rücken zusammen und hockte sich gemütlich hin. Einen warmen Becher Kaffee in der Hand und die Gesellschaft von seinem besten Freund, was wollte man eigentlich mehr?

Ihr Auftrag war klar, sie sollten den Lichtalben dermaßen schaden, dass sich das Heer gezwungen sah, die Belagerung von Dunkelbruch abzubrechen und nach Haus zurückzukehren. Tarkan hatte es vorgegeben, es sollten die Zivilisten dran glauben.

Erschöpft wandte Aksoy seinen gehörnten Kopf dem Lager zu, ehe er Crize musterte.

"Nun mir ging gerade durch den Kopf, dass die Befehle von Tarkan eindeutig waren. Wir sollen durch unseren Angriff den Rückzug des Lichtalben-Heers erzwingen. Seine Befehle lauteten, Kinder, Alte und Frauen anzugreifen und ihre Grundversorgung zu vernichten. Inwieweit dies Lichtalben beeinflusst, kann ich nicht sagen, aber wir werden uns an Tarkans Befehle halten Crize.

Den Tag Ruhe gönnen wir uns auf alle Fälle mein Freund. Und die Woche Waffenruhe sollen die Lichtalben ruhig haben. Immerhin benötigen die Düsterlinge, die Reiter und die Fußläufer ja auch ihre Zeit, bis sie Avinar erreicht haben. Da ist die Woche garantiert schon um, und sie können angreifen.

Ich würde vorschlagen, wir splitten uns genau in Fachgruppen. Düsterlinge, Reiter und Fußläufer. So dass sich jeder ein anderes Ziel vornimmt. Die Düsterlinge werden nachts zuschlagen, die Reiter kleine Scharmützel liefern, die Fußläufer werden tun was Fußgänger so tun und wir Flieger werden ihnen von oben die Suppe versalzen.

So lauten unsere Befehle und Tarkan verlässt sich auf uns",
grinste Aksoy gut gelaunt. Er genoss die Verschnaufpause sichtlich.

Als Crize davon sprach, dass die Zelte aus puren Gold wären, wurde Aksoy hellhörig.

"Gold? Sagtest Du GOLD? Menschen lieben Gold Crize! Sie ermorden sich gegenseitig für Gold, sie horten es, häufen es an, stehlen es einander, luchsen es sich ab! Wir sollten dieses Gold nutzen! Wir könnten davon Söldner, Waffen und Kriegsmaterial kaufen und natürlich vernünftige Zelte! Und vielleicht können wir damit noch das Blatt für unseren Anführer wenden. Wer möchte schon in Metallzelten schlafen?

Weg mit dem Mist, wir benötigen das Gold für Kriegsmaterial. Vielleicht auch für Giftmischer, die uns was Schönes fertigen könnten um die Wasserversorgung der Lichtalben lahm zu legen? Zudem wer kennt sich mit Lichtalben aus? Wir benötigen jemand, der uns etwas über diese Übeltäter sagen kann. Wie leben sie? Was essen sie? Welche Schwachsstellen haben sie?

Sicher die gute alte Methode, der Tod kommt von oben, funktioniert bei uns Fliegern im Duo mit Waffen oder einem Magier immer. Aber wir müssen auch dafür sorgen das unsere Düsterlingskollegen und die anderen unserer Einheit ihre Chance erhalten, da mit heiler Haut und vielen Feindesopfern herauszukommen.

Crize, was weißt Du über Lichtalben? Was weißt Du über ihre Schwäche? Wer kennt sich mit der Schwäche von Lichtalben aus? Wer ist der Feind der Lichtalben? Haben sie Feinde außer dem Chaos? Falls ja, würden diese uns beistehen, sobald wir denen das mit etwas Gold versüßen?",
hakte Aksoy nach.

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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#87

Beitrag von Arafis » Sa 30. Dez 2017, 20:12

Lillix, Soldatin an der Front im Heer von Oberst Nassik

Lorietta grunzte lauthals, als der verlockende Duft von Erbsensuppe ihren Schweinerüssel erreichte. Ihre länglichen Halbschlappohren zuckelten fröhlich in der Luft und sie scharrte unruhig mit ihren Paarhufen in der Erde, die vom Unwetter aufgewühlt war.
Sogar Lillix, deren Nase um einiges weniger gut ausgebildet war als die ihres Korbixschweins, kam nicht umhin, in der Luft zu schnuppern. Im Gegensatz zu ihrer vierbeinigen Freundin fiel ihr jedoch eher der süssliche Geruch der Schoggi auf, als derjenige der salzig-nahrhaften Erbsensuppe.
Unauffällig blickte sich die Soldatin um, und erkannte rasch, dass auch andere Goblins und deren Reittiere gierig ihre langen Nasen dem für diesen Ort so ungewöhnlichen Geruch entgegen reckten.
Geflüster war zu hören und Unruhe breitete sich in dem Heer aus.
Nun beugte sich auch der Kamerad Klax zu ihr rüber: „Hey Lil, Flix hat grad von Lolix gehört, dem es von Frido zugetragen wurde, dass Bilpo durch unseren Feldwebel die Nachricht von Oberst Nassik erhalten hat, dass eine Waffenruhe herrscht und wir alle eingeladen sind, der Aufforderung unseres Feindes Folge zu leisten und mit ihnen einen Umtrunk zu begehen.“
Lillix starrte ihren Kumpanen ungläubig an.
„Wir sollen mit den Rakshanern was tun? Ist das nicht bloss eine Falle?“

Während die beiden Goblins nun begannen darüber zu disputieren, ob es bloss eine fiese Finte von Tarkan sei oder doch ein vorübergehender Waffenstillstand, hatte Lorietta sich unbemerkt immer weiter von ihrer Reiterin abgewandt und reckte sich gierig dem Erbsenduft entgegen.
Plötzlich grunzte das Korbixschwein laut auf und zerrte Lillix ruckartig die Zügel aus der Hand, um dann schnell wie ein Pfeil loszusprinten – immer der Nase nach. Nun war deutlich zu erkennen, warum die Goblins ausgerechnet diese Schweine zu ihren Reittieren erkoren hatten, denn die Sau rempelte sich trittsicher durch die Reihen ohne dabei an Tempo zu verlieren.
„Lorietta, stooooop! Bleib sofort stehen du dummes Ferkel!“, kreischte Lillix und versuchte mit dem gefrässigen Tier mitzuhalten, das nun bereits das offene Feld erreichte. Ohne zu zögern rannte die Goblin ihm hinterher und bemerkte im ersten Moment gar nicht, dass sie den Schutz ihrer Truppen hinter sich gelassen hatte. In ihrer Rüstung konnte sie jedoch nicht Schritt halten und rutschte dann auch mitten auf dem schlammigen Grund aus. Einzelnes Gelächter ertönte hinter ihr, doch die Goblin scherte sich nicht darum.
„Lorietta!“, keuchte sie schliesslich, als sie nur noch einige Schritte von der Feldküche entfernt war. Endlich hatte auch das Korbixschwein innegehalten und sich nicht weiter an das seltsame Gefährt herangetraut. Jedoch zuckelte ihr Rüssel interessiert, während sie misstrauisch die Gestalten beäugte.
„Öhm, hallo“, meinte Lillix schliesslich vorsichtig und verlegen zugleich, ähnelte sie doch mehr einem Erdgolem, als einer tapferen, edlen Ritterin.
Sie griff schnell nach den Zügeln Loriettas, bevor jemand auf die Idee kommen sollte, dass sie einen Schweinebraten zur Waffenruhe beitragen wollte und gab ihr einen tadelnden Klaps auf den borstigen Hintern.
Da keiner Anstalten machte sie anzugreifen, stellte sie sich schliesslich mit ihrer Sau an der Hand in die Reihe der Gestalten, welche freudig Schoggi und Erbsensuppe in Empfang nahmen.
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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#88

Beitrag von Tarkan » Mo 1. Jan 2018, 23:17

Die Rakshaner verhielten sich zurückhaltend und zuvorkommend. Lillix bekam ebenso etwas ausgeschenkt wie ihr Schwein und alle anderen, die bei der Feldküche auftauchten. Die Rakshaner versuchten, mit ihren rudimentären Asameischkenntnissen ein Gespräch in Gang zu bekommen und es wurde sogar gemeinsam gelacht. Am Ende des Tages zogen sie die leergefressene Feldküche zurück in die Festung und das finstere, gegenseitige Belauern ging weiter.

Erschöpft saß Tarkan an einer Wand. Er hatte sich in der Festwoche kaum bewegt, um Energie zu sparen und effektiv nachdenken zu können. Und er war zu einem Entschluss gekommen.

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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#89

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 1. Jan 2018, 23:21

In den ersten Tagen des Jahres 203 nach der Asche war in Souvagne Ungewöhnliches zu beobachten. Die Meldungen brachten den jungen Prince dazu, umgehend das Feldlager im Norden zu verlassen und sich mit seinen Getreuen nach Süden zu begeben.

»Junger Herr«, meldete an diesem Tage ein sichtlich nervöser Berater, »Die Grenzposten verzeichnen einen heftigen Ansturm von Flüchtlingen aus Almanien. Die Boten aus den drei Großherzogtümern melden, dass Selbiges auch an den Grenzen zu Ledwick und Ehveros zu verzeichnen ist. Es scheint eine wahre Völkerwanderung stattzufinden! Es scheint, als drängte die gesamte Bevölkerung aus der Hohen Mark nach Souvagne und in die umliegenden Großherzogtümer! Ein Großteil des Ansturmes konzentriert sich auf Beaufort, vermutlich wegen der Grenznähe.«

Ciel musste nicht lange nachdenken. Der Befehl seines Vaters war eindeutig.

»Jene, die sich nach Norden wandten, um Schutz in Souvagne zu suchen, haben einen Fehler begangen. Mein Vater hat angewiesen, die Grenzen zu schließen. Souvagne ist ein unabhängiges Land und die Almanen aus den drei verbliebenen Großherzogtümern werden nicht länger als Verbündete betrachtet. Sind die Ursachen für den Ansturm bekannt?«

»Bislang nicht, junger Herr.«

»Nun, von der Sache her sind sie auch unerheblich. Da kein Hilferuf von Großherzog Roderich einging, sind die Flüchtlinge aus seinem Land für uns Eindringlinge, Invasoren. Und als Solche werden sie behandelt. Ich werde mich umgehend nach Süden begeben, um die Verteidigung der bedrohten Grenze zu leiten. Die Feinde, die einzudringen versuchen, sind mit allen Mitteln aufzuhalten.«
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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#90

Beitrag von Tarkan » Di 2. Jan 2018, 22:02

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Die Frist war ungenutzt verstrichen. Kein Bote war eingegangen, keine Brieftaube, nichts. Scheinbar war dem Großherzog das Schicksal seiner Familie und seines Landes egal. Dank einer geheimen organisatorischen Notwendigkeit, hatte der Großherzog sogar noch zwei Tage länger Zeit, ohne dass etwas geschah. Lexi war es nur recht. Doch am zweiten Abend nach Neujahresbeginn präsentierten seine Männer die Köpfe der Familie Roderichs auf Lanzen aufgespießt dem Volke. Die Tieflinge marschierten in einer johlenden, gröhlenden und Chaoslieder singenden Formation durch die Hauptstadt der Hohen Mark. Die Feuermagier schleuderten ein wahres Feuerwerk in den Himmel. Wassermagier verspritzen das Blut der Hingerichteten in Fontänen über die verängstigten Zivilisten.

Es gab keine almanischen Krieger mehr in der Hohen Mark. Die meisten lagerten vor Dunkelbruch und der Rest war getötet worden. Die Gargoyles hatte man bei Tag zerschlagen. Niemand leistete nennenswerten Widerstand.

Am Marktplatz angekommen, flog Lexi auf den Brunnen, den ein Kriegerdenkmal hoch zu Ross zierte, wo er sich dem Reiter auf die Schultern setzte und die Flügel ausbreitete.

»Ruhe!«, kreischte er und seine Magier schleuderten weitere Salven von Feuer und Blut. »Ich sagte Ruhe!«Die zusammentetriebenen Almanen, allesamt Zivilisten, drückten sich panisch aneinander. Es war nur noch ein Bruchteil der einstigen Bevölkerung, vielleicht ein Viertel. Lexi beäugte sie zufrieden.

»Ich darf Euch ankündigen: Seine Durchlaucht Tsaagan Lyridime von und zu Alkena! Macht Platz, gebt dem Fürsten Raum! Tretet bei Seite!«

Und da kam der Fürst von Alkena, höchstselbst, mit seiner Delegation, begleitet von Knochenflötenmusik und Paukenschlägen auf Menschenhaut. Er war ein Tiefling mit geschwungenen, sehr spitz gefeilten Hörnern, weißem Haar und scharf geschnittenen noblen Gesichtszügen. Er trug teuer aussehende Kleidung und war eine sehr gepflegte, fast schon eitel wirkende aristokratische Erscheinung. Seine Körpersprache legte ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Zufriedenheit an den Tag. Dieser Mann war es gewohnt, dass man ihm gehorchte und zwar nicht erst seit gestern. Er hatte jahrzehntelange Erfahrung als Fürst auf dem Buckel. Er stellte sich auf das Podest des Brunnens und endlich gelang es den Söhnen des Chaos, die Almanen zum Schweigen zu bringen. Totenstille kehrte ein. Auch die anwesenden Rakshaner verhielten sich still und beäugten gespannt das Geschehen. Der Fürst erhob die Stimme.

»Almanen. Euer Großfürst Rhoderich hat euch im Stich gelassen und überlässt euch dem Urteil der Siegermacht. Wir haben ihm in unserer Großmut zwei Wochen Zeit gegeben, in Verhandlungen mit uns zu treten. Er nahm nicht einmal Kontakt auf, weder mittels Boten, noch mit Geistmagiern. Er überlässt die Hohe Mark und euch desinteressiert ihrem Schicksal. Uns jedoch ist euer Schicksal nicht egal. Uns dauert eure Not und der Zustand der Verlassenheit, in welchem ihr euch befindet. Die Felder sind verwüstet, viele Bürger sinnlos umgekommen und der Winter ist hereingebrochen. Ein Großteil eurer Landsleute sind bereits geflohen und wir könnten die Zurückgebliebenen problemlos hinrichten lassen. Diese Möglichkeit haben wir, jetzt, wo niemand euch mehr schützt. Doch es ist nicht das, was wir wünschen, denn wir sind großherzig.

Rakshor der Große wird nicht tatenlos zusehen, was mit euch geschieht. In seinem gepriesenen Namen und mit seiner Autorisierung nehmen wir euch unter unseren Schutz.

Am heutigen Tag und mit sofortiger Wirkung wird das ehemalige Großherzogtum der Hohen Mark zu einem Teil Rakshanistans erklärt! Wir, Fürst Tsaagan Lyridime von und zu Alkena, werden fortan das Amt des Fürsten für dieses neue Land bekleiden und uns der Geschicke seines verlassenen Volkes annehmen. Über einen geeigneten Namen und ein Wappen werden wir beraten. Wer unserem Gesetz folgt, welches allsdann per Herolde verlautbart wird, dem wird es gut gehen. Wer es nicht tut, der wird ohne Prozess an Ort und Stelle exekutiert.«


Damit erachtete der frischgebackene Herrscher seine Ansprache offensichtlich für beendet. Er verließ ohne weiteren Gruß samt Gefolge den Platz, um sich im Anwesen Rhoderichts gemütlich einzurichten, natürlich unter der obligatorischen Flöten- und Trommelmusik der Rakshaner. Derweil verlautbarten seine Herolde das neue Gesetz an allen Orten. Die Menge an Flüchtlingen, die das Land hernach verließen, verdoppelte sich in dieser Nacht und niemand von den Chaosleuten machte Anstalten, sie aufzuhalten. Sollten sie gehen.

Die Hohe Mark war nicht mehr. Was der seines Amtes enthobene Großherzog Roderich aus seinem Exil heraus tun würde, ob er überhaupt etwas zu tun gedachte, und was mit den verbliebenen beiden Großherzogtümern geschehen würde, wusste Ainuwar allein.

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