Wie die Rose zu den Geistern fand


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#41

Beitragvon Pavo » Sa 30. Dez 2017, 18:33

Pavo freute sich ├╝ber die schnelle Zusage von Minaddar.

"Wann Du anfangen kannst? Am besten sofort, je eher ich Dich als meinen Gefhilfen an meiner Seite habe, umso besser. Erst einmal willkommen in meiner Heilstube und an meiner Seite Minaddar. Das Du direkt zusagst, freut mich. Also sind wir ab sofort ein Team.

Ein Tempel ist eine spezielle Wohngruppe, da stimme ich Dir zu. Man hat keinerlei Privatssph├Ąre. Aber die ist dort bewusst nicht gewollt, ├╝ber das f├╝r und wieder k├Ânnen wir gerne einmal am Abend debattieren. Warum sich manchen wie verh├Ąlt. Im Moment denke ich hast Du wichtigeres zu kl├Ąren.

Hier wohnen wir ├╝brigens auch in einer Wohngemeinschaft, allerdings hast Du hier Deine Privatssph├Ąre. Dein Zimmer ist im Groben schon eingerichtet, was Dir noch fehlt, werden wir erg├Ąnzen. Nun als Lichtalb wirst Du hier in dieser Wohngemeinschaft auf einige Mitglieder sto├čen, die Dich auf Grund Deines Volkes umgehend sch├Ątzen, andere die Dich f├╝r den selten Umstand grundlos meiden. Aber das d├╝rfte Dir als Lichtalb bekannt sein. Dein Volk polarisiert, was nat├╝rlich nicht f├╝r alle Anh├Ąnger gelten muss. ├ťberzeuge sie einfach durch Professionalit├Ąt und durch Umg├Ąnglichkeit. Nicht jeder Lichtalb ist Anh├Ąnger der Ordnung und versucht diese in der Welt zu verbreiten.

Da Du vermutlich ohne jedes Startkapital anfangen wirst, gehen wir zu Anwolf in die Schreibstube und lassen Dir einen kleinen Vorschuss auszahlen. Vorhin gab es scheinbar einen Disput, als m├╝ssen wir schauen, was dort im Moment los ist. Daran wird aber Dein Vorschuss nicht scheitern Minaddar. Folge mir bitte in die Schreibstube",
sagte Pavo freundlich und machte sich gemeinsam mit dem Lichtalben auf den Weg.

In der Schreibstube war es gerappelt voll.

Anwesend waren Dave, Varmikan, Anwolf - also die ├╝blichen Verd├Ąchtigen, zudem Urako, die beiden Centauren, sowie der Neuzugang Dimicus. Daves Miene war f├╝r Pavo momentan dessen Stimmungsbarometer. Selten sah er Dave so missgelaunt. Worum es immer ging, Pavo hoffte die Anwesenden w├╝rden es aus der Welt schaffen.

Der alte Goblin zog den Lichtalben bis zu Anwolf durch und l├Ąchelte den jungen Magier freundlich an.

"Wolfi, ich wei├č nicht was hier gerade los ist, aber ich ben├Âtige Deine Hilfe. Dies hier ist Minaddar, mein Gehilfe in der Heilstube. Ich habe ihn soeben eingestellt. Da er frisch aus dem Tempel kommt, hat der gute Mann noch kein Startkapital f├╝r seinen Lebensunterhalt. Deshalb m├Âchte ich, dass er einen Vorschuss gew├Ąhrt bekommt", erkl├Ąrte Pavo freundlich.
"Sicher, dass ist kein Problem Pavo. Wir strecken ihm 50 Taler vor, die er dann jeweils in kleinen Raten von seinem Lohn abgezogen bekommt. Bis die Schuld getilgt ist", erl├Ąuterte Anwolf freundlich.

Anwolf nahm sich die Handvorschusskasse, z├Ąhlte 50 Taler ab und legte sie beseite. Dann schrieb er fein s├Ąuberlich einen Schuldschein ├╝ber einen Vorschuss in H├Âhe von 50 Taler und unterschrieb ihn. Er reichte mit freundlichem L├Ącheln den Alben den Schuldschein.

"Du musst hier unten unterschreiben. Darunter die Linien sind frei, dort tragen wir Monat f├╝r Monat die Summe ein, die Du abbezahlt hast und wir beide unterschreiben dahinter. Da es sich um einen Lohnvorschuss handelt, ist dieser Zinslos. Sobald Du unterschrieben hast, geh├Âren die Taler Dir.

Nebenbei herzlich willkommen, ich w├╝nsche Dir viel Gl├╝ck und Spa├č in Deinem Neuen Job. Pavo hat eigentlich immer ganz interessante Kunden. Falls etwas sein sollte, oder fragen bez├╝glich der Preise bestehen, sollte Pavo nicht anwesend sein, kann ich Dir auch weiterhelfen. Mein Name ist Anwolf von Hohenfelde und ich erledige f├╝r Pavo die Buchf├╝hrung. Aber das wird Dir Pavo in K├╝rze sicher noch genauer erl├Ąutern.

Was hier gerade los ist? Es kam wohl zu einem Wortgefecht, worauf hin Jeelen ebenfalls die falschen Worte w├Ąhlte. Daraufhin verloren die Centauren den Kopf. Urako hat die beiden vorerst beschwichtigt. Dave hat sie vor die Wahl gestellt, ob sie nun bleiben oder gehen m├Âchten, denn letztendlich meint es hier keiner von uns mit ihnen schlecht. Du wei├čt schlie├člich wie das ist, wenn Du ein Furunkel herausschneidest, dann weil Du es musst und nicht um den Patienten zu qu├Ąlen.

Aber diesen Umstand muss ein Patient manchmal erst begreifen. Schmerzen oder Schock vernebeln manchmal die klare Sicht. Ich bin sicher, dass alle wieder zusammen finden werden. Keiner m├Âchte dem anderen etwas B├Âses, es ist wie man so sch├Ân sagt, einfach Schei├če gelaufen",
grinste Wolfi und tippte auf die gestrichelte Linie f├╝r die Unterschrift des Schuldscheins.

"Dort bitte unterschreiben", wiederholte er freundlich und hielt Minaddar die Schreibfeder hin.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#42

Beitragvon Urako » Sa 30. Dez 2017, 19:28

Die armen Zentauren waren noch immer hochgradig nerv├Âs. Dimicus lehnte an der Wand, als w├╝rde ihn das alles nichts angehen. Tat es ja auch nicht, er hatte keine Familie zu verlieren. Das Schlimmste, was ihm passieren konnte, war, dass er das Ged├Ąchtnis gel├Âscht bekam und wieder exakt da weitermachen w├╝rde, wo er aufgeh├Ârt hatte, wo auch immer das sein mochte. Urako war seine Vergangenheit herzlich egal.

Besorgt blickte er an Enzian noch, der ihn um mehr als einen Kopf ├╝berragte und dann zu Distel, der sich hingelegt hatte, weil seine Beine nach dem Bet├Ąubungsschuss noch nicht so recht mitmachen. Er sah nicht aus, als ob er seiner Rolle als Leithengst ihrer Zweimannherde momentan nachkommen k├Ânnte. Wohl oder ├╝bel musste Enzian diese Funktion nun aus├╝ben.

"Wir bleiben", entschied er und stampfte zum Unterstreichen seiner Worte einmal mit dem Huf auf. Distel nickte m├╝de.

Urako atmete erleichtert aus. Ein Teil seiner Anspannung fiel von ihm ab. Zumindest in dieser Hinsicht w├╝rde im Geisterhaus alles beim alten bleiben. Das Abwandern der Zentauren, die stets im Garten f├╝r Gesellschaft gesorgt und ihm beim Bau der Grillecke geholfen hatten, h├Ątte ihn geschmerzt.

Nach Daves Ansprache war Urako ├╝bel. Er fragte sich, ob es ein dezenter Hinweis an ihn war, sich aus der Gilde zu verpissen. Er setzte sich zwischen Gasmi und Varmikan. Er war m├╝de und f├╝hlte sich elend. Nachdem Dave geendet hatte hob Urako die Hand, um etwas zu fragen. In diesem Moment ging die T├╝r auf und Pavo schleppte einen Lichtalben herein. Urakos Mundwinkel sanken noch weiter hinab, genau wie seine Schultern und seine Fl├╝gel. Auch die Hand, die eine Frage signalisiert hatte, sank zur├╝ck in den Scho├č. Er h├Ârte, wie Anwolf und Pavo redeten. Ein weiterer Neuzugang. Urako w├╝nschte sich einen Strick. Er lehnte sich an Gasmi an, verschr├Ąnkte beide Arme vor der Brust und hielt sich mit einer Hand die Augen zu. Am besten war es, er tat und sagte gar nichts.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#43

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Sa 30. Dez 2017, 20:16

Dave nickte freundlich auf die Worte von Enzian.

"Das Ihr beiden bleiben wollt freut mich, Ihr werdet die Entscheidung nicht bereuen.
Nat├╝rlich wei├č ich nicht, was Euch Urako sagte, aber womit immer er Euch ├╝berzeugt hat, es wird die Wahrheit sein. Nicht jeder Geist, ├╝bt diesen speziellen Beruf aus.

Weder ich noch einer der Geister hatte jemals vor, Euch zu t├Ąuschen oder zu schaden. Bleibt aus freien St├╝cken und nicht aus Angst. Das was Euch Urako anbot und mit seinem Ehrenwort schwor, entspricht der Wahrheit. Ihr h├Ąttet auch gehen d├╝rfen, ohne Schaden zu nehmen, seid dessen versichert. Da Ihr bleiben wollt, willkommen in unserer Mitte",
antwortete Dave freundlich und wandte sich an Urako.

"Nimm die Hand runter Urako, Du verstehst dass gerade genauso falsch und bekommst es in den falschen Hals, wie ich es selbst falsch verstehen w├╝rde. Daf├╝r kennen wir uns beide zu gut hm?

Es wird weder die Familie zerbrechen, noch wirst Du gehen. Mir geht es darum, die Familie zu besch├╝tzen und zu erhalten und zu meiner Familie geh├Ârst auch Du. Sogar zu meiner aller n├Ąchsten Familie. Und um die Familie besch├╝tzen zu k├Ânnen Urako, werde ich nachher in der Gemeinschaft einen Vorschlag unterbreiten. Mein Vorschlag ist ein Veto gegen jede Zwangsrekrutierung. Wer unserer Familie angeh├Âren m├Âchte, soll aufgenommen werden. Aber niemand soll mehr gegen seinen Willen beitreten m├╝ssen.

Du warst ebenso ein Zwangsrekrutierter, genauso wie Varmikan, die Centauren oder Dimicus. Niemand hat Euch gefragt, ob Ihr uns angeh├Âren wollt. Gut, alle die es pers├Ânlich betrifft sind hier. Uspr├╝nglich war mit der Zwangsrekrutierung kein Zwang geplant, sondern einem Ausgesto├čenen die M├Âglichkeit zu geben in eine Familie zu finden, der sonst keine Familie finden w├╝rde. Eine Gilde die ihm Schutz und ein Nest gew├Ąhrte. Aino ging damals davon aus, dass jeder, dem diese Art von F├╝rsorge zugute kommen w├╝rde, sich letztendlich auch f├╝r die Familie entscheiden w├╝rde. In die Familie hinein finden w├╝rde und sich bei uns wohl f├╝hlen w├╝rde.

M├Âglich ist das theoretisch schon.
Aber die erste Zeit sah f├╝r Euch doch ganz anders aus.

Varmikan hat sich nur gebeugt, da Seddik nachhalf. Bis heute hat er sich nicht richtig einfinden k├Ânnen, leider.
Du hast Dich nur z├Ąhneknirschend gebeugt, weil ich nachgeholfen habe und Du Gasmi liebst.
Die Centauren haben sich gebeugt, da sie in Unwissenheit gelassen wurden.
Und ob sich Dimicus letztendlich gebeugt hat oder nicht, wissen wir alle noch nicht. Vermutlich nicht mal Dimicus selbst.

Aus dem Grunde hatte ich vor vorzuschlagen, dass jeder hier und heute die M├Âglichkeit bekommt sich zu entscheiden, ob er Familienmitglied bleiben oder die Familie verlassen m├Âchte.

Eines vorneweg - ich m├Âchte keinen von Euch verlieren.
Und ganz sicher nicht Varmikan oder Dich Urako, das schw├Âre ich Dir.

Nur empfinde ich die Frage als fair, denn wer sich nach dieser Frage f├╝rs Bleiben entscheidet, ist hier, weil er hier sein m├Âchte. Und wer gehen m├Âchte, darf in Frieden ziehen. Die Familie an sich, wird dann nur noch aus genau jenen Personen bestehen, die gerne und freiwillig hier sind. Darum geht es mir",
erkl├Ąrte Dave freundlich.

"Ich bleibe an Deiner Seite Dave, an Urakos Seite - wir geh├Âren zusammen. Und ich bleibe in dieser Familie. Ich bleibe", antwortete Varmikan leise.

Gasmi legte Urako einen Arm um die H├╝fte und dr├╝ckte ihn fest an sich.

"Dass musst Du ihn eigentlich nicht fragen Dave, w├╝rde es ihm sonst so schlecht gehen wo er Angst hat Euch zu verlieren?", hakte Gasmi nach.
"Nein damit hast Du wohl Recht, dennoch m├Âchte ich es bitte h├Âren. Er soll es bitte aussprechen, f├╝r sich und mich. Bitte Urako", sagte Dave freundlich.

"Ihr beide m├╝sst st├Ąndig Best├Ątigungen h├Âren. Nur zu Puschel, sag es ihm. Dann geht es Euch beiden besser. Da jeder gefragt ist, sage ich nat├╝rlich auch was dazu. Ja ich bleibe, mich werdet Ihr nicht los. Notfalls hole ich Euch zur├╝ck, solltet Ihr es wagen zu gehen", munterte Gasmi seinen Mann auf.
"Da sage ich nicht nein zu Gas, sehr gerne sogar. Urako?", fragte Dave freundlich.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#44

Beitragvon Urako » So 31. Dez 2017, 10:33

Es war, wie Gasmi sagte: Es tat Urako gut, zu h├Âren, wie sehr Dave, Varmikan und Gasmi w├╝nschten, dass er blieb. Dahingehend war er einfach gestrickt, auch wenn er sonst manchmal recht kompliziert war. So nahm er auch die Hand von seinen Augen und antwortete:

"Nat├╝rlich lautet die Antwort Ja, ich bleibe. Was denn auch sonst. Das ergibt sich ja schon aus dem Schwur, den ich Varmikan geleistet habe. Und aus der Tatsache, dass manche hier ohne meine kleinen und dezenten Korrekturen ihres Verhaltens ziemlich ungeschickt in der Weltgeschichte rumeiern w├╝rden."

Er vermied es, seine Gef├╝hle als Argument ins Feld zu f├╝hren oder weitere Details ihres Zusammenlebens zu benennen in Gegenwart der beiden Neulinge, denen er noch nicht ├╝ber den Weg traute. Aber er legte den Schweif um Varmikans H├╝fte, w├Ąhrend er weiter an Gasmi gelehnt auf dem Sofa heruml├╝mmelte. Von den wichtigen Anwesenden wussten ohnehin alle, wie sehr Urako an manchen Gildenmitgliedern hing. Dave w├╝rde es sicher gern noch mal h├Âren, aber das w├╝rde Urako ihm sp├Ąter sagen, in Abwesenheit der zwei Neuen.

"Es ist nicht au├čerdem jeder so gestrickt, dass er mit tausend Leuten gleich gut befreundet sein muss." Das bezog er auf die Aussage, dass Varmikan nicht in die Truppe gefunden h├Ątte. "Manchen reichen wenige enge Freunde vollkommen aus. Je mehr Leute in die Truppe kommen, umso st├Ąrker wird man das Ph├Ąnomen beobachten, dass sich Gr├╝ppchen bilden. Ist normal und ist nicht schlimm, die Gr├╝ppchen kommen doch gut untereinander aus. Und jeder hier ist doch in seiner Gruppe gut aufgehoben. Mir ist zumindest keiner aufgefallen, der dauerhaft allein ausgegrenzt in einer einsamen Ecke hockt. Erst recht nicht Varmi, da pass ich schon auf.

Zu deinem Vorschlag gegen die Zwangsrekrutierung m├Âcht ich was sagen.

Aino hat einen sehr gro├čherzigen Gedanken gehabt, als sie diese Gilde ins Leben rief und die sie bis heute f├╝hrt. Du, Dave, unterst├╝tzt sie dabei hervorragend und Pavos Erfahrungsschatz und sein Rat sind unersetzlich. Wenn ihr drei das nicht richtig gut machen w├╝rdet, g├Ąbe es die Geister nicht schon so lange.

Aber jetzt kommt ein Aber. Hups, da war es ja schon. Also.

Aino m├Âchte jedem, der ausgesto├čen ist und respektive oder bereits get├Âtet hat, ein zu Hause geben. Sie sieht Ausgesto├čenheit und die F├Ąhigkeit zu T├Âten - beziehungsweise das T├Âten zumindest wohlwollend zu billigen - als verbindendes Element unserer Gemeinschaft. Du, Dave, f├╝hrst nun noch die Freiwilligkeit ins Spiel.

Aber ihr vergesst, dass wir nicht nur eine professionelle Organisation, sondern auch eine Familie sind. Hei├čt, das Sozialgef├╝ge bildet einen nicht unwesentlichen Teil des Geisterlebens! Ergo pl├Ądiere ich daf├╝r, vor allem den Charakter einer Person zu pr├╝fen, bevor diese rekrutiert wird. Teamf├Ąhigkeit ist das Stichwort! Die Geister w├Ąren nicht das, was sie heute sind, wenn hier nur bissige Einzelg├Ąnger durch ein Netz von organisatorischen Rahmenbedingungen verbunden w├Ąren. Dann w├Ąren wir eine Firma, ein reines Dienstleistungsunternehmen. Aber wenn ihr wirklich wollt, dass wir eine Familie bleiben, kann der Charakter nicht unber├╝cksichtigt bleiben!"


Urako h├Ątte liebend gern sein Hassobjekt Morasa als Paradebeispiel ins Feld gef├╝hrt, aber vermutlich wussten eh alle, dass er auf ihn anspielte und nun ebenso auf Dimicus, ├╝ber den er sich noch immer ma├člos ├Ąrgerte und dem er die Schuld gab, dass die Geister samt der erschrockenen Zentauren kurzzeitig in Lebensgefahr geschwebt hatten.

"Lange Rede kurzer Sinn:

Geister als reines Diensleistungsunternehmen - Selektion nach k├Ârperlicher und mentaler Eignung zum T├Âten sowie Freiwilligkeit. M├╝sst ihr wissen, ob ihr das wollt.

Geister als Familie - prim├Ąre Selektion nach charakterlicher Eignung. In zweiter Stufe dann Selektion nach der beruflichen Eignung. Beides vollkommen unabh├Ąngig davon, ob der Probant freiwillig oder unfreiwillig hinzu kommen w├╝rde.

Ich mag mich n├Ąmlich nicht gegen eine Zwangsrekrutierung aussprechen, da ich zum Beispiel sonst anfangs definitiv abgelehnt h├Ątte und jetzt aber ganz froh bin, hier zu sitzen. Varmi sieht das sicher ├Ąhnlich.

Das w├Ąren so weit meine Gedanken, die ich einfach mal zum ├ťberdenken in den Raum schmei├čen wollte. Die Entscheidung liegt letztendlich beim Tribunal."
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#45

Beitragvon Dimicus » So 31. Dez 2017, 16:56

Mit aller Ruhe h├Ârte sich Dimicus die gesagten Worte an und beobachtete jede einzelnen Person im Raum genau. Sie alle hatten ihre Eigenarten und waren fast so leicht zu lesen, wie ein offenes Buch f├╝r einen Gelehrten lesbar war. Ihre Reaktionen und Anspr├╝che spiegelten sich in ihren Gesichtern wieder. Auch wenn die Anwesenden Dimicus kaum interessierten, so kannte er sie nicht einmal einen Tag, so interessant war es dennoch sie zu beobachten.In jedem von ihnen spiegelten sich Eigenschaft wieder, die ihren individuellen Reiz aber auch eine gro├če Gefahr darstellen konnten.

Zuerst wollten die Zentauren bleiben und dr├╝ckten dies auch offen aus. Zu schade. Dimicus h├Ątte zu gern gezeigt, was er konnte. Besonders an einem Ort wie diesen w├Ąre es sicherlich ein leichtes gewesen sie zu erlegen. Doch sie dann zu ihrer letzten Form zu vollenden ÔÇô das w├Ąre die wahre Herausforderung gewesen. Ein Humanoide war kein Problem, doch ein halbes Pferd? Das h├Ątte seine T├╝cken gehabt. Wie dem auch sei, sie blieben und durften weiter leben. Nichts, was Dimicus hinterfragen oder ablehnen w├╝rde. Sie sollten tun, was sie wollten.

Schlie├člich aber wurde das Thema auf eine ganz andere Problematik gelenkt, die auch Dimicus betraf. Ob Zwangsrekrutierungen sinnvoll seien oder nicht, dies blieb wohl eine Debatte. Der Erste der sich diesbez├╝glich zu Wort meldete, war Davard h├Âchstpers├Ânlich. Derjenige, der ihn ausgelesen und mit der Wahl gelassen hatte, ob er beitreten wollte oder nicht. Doch die Wahl stellte einen Zwang dar, denn eine wirkliche Alternative als die Zustimmung hatte Dimicus nicht gehabt. H├Ątte er abgelehnt, w├Ąre er ├╝ber kurz oder lang zu Schaden gekommen. Das ahnte er.

Darauf folgte Urakos Meinung, die vor Gef├╝hl und Zugeh├Ârigkeit nur triefte. Allein wie sein Charakter aufgebaut schien und wie er Dimicus bei der ersten Begegnung behandeln wollte, w├╝rde Dimicus diesem Tiefling kein Wort glauben. Zumindest nicht, wenn diese Worte auf Fakten und Wissen basieren sollten. So wie er es richtig verstanden hatte, musste er aber niemals mit ihm zusammen arbeiten und er verweigerte sogar die Arbeit die eigentlich f├╝r das Einkommen der Geister verantwortlich war. In diesem Augenblick wusste Dimicus, dass er vor diesem Mann niemals Respekt haben w├╝rde. Vielleicht H├Âflichkeit, aber keinen Respekt. Jedenfalls nicht, wenn er nicht zu Sinnen fand und sich so verhielt, wie er es tat.

Kurz nachdem Urakos ÔÇ×RedeÔÇť endete, herrschte eine kurze Stille vor. In diesem Moment musterte Dimicus jeden im Raum erneut und achtete auf ihre Gesichtsz├╝ge, wie sie auf die Worte des Tieflings reagierten. Nach dieser herzzerrei├čenden Rede, erkannte Dimicus nun seine M├Âglichkeit. Ein ernstes Wort und Vernunft in diese Ansammlung zu bringen, die augenscheinlich von Gef├╝hl und Emotion beherrscht wurde. Zumindest in diesem Moment.

Dimicus stie├č sich von der Wand ab und verschr├Ąnkte die H├Ąnde hinter seinem R├╝cken. Er hasste es, eine Vorf├╝hrung vor Personen geben zu m├╝ssen. Doch sie war wohl bitter n├Âtig, wenn er diese Diskussion betrachtete. Ohne ein Wort zu sagen, trat er mit festen Schritten vor zum Schreibtisch, jeder Blick musste nun auf ihn ruhen. Dimicus verbarg jede Emotion hinter einer Maske, welche sein Gesicht darstellte. ÔÇ×Nun denn, auch wenn ich weder viele Rechte in dieser Organisation besitze, noch in den ersten Minuten meiner Anwesenheit f├╝r Frieden gesorgt habe, werde auch ich meine bescheidene Meinung zu dieser Thematik beitragen. Und Ihr alle solltet wissen, dass ich politische und organisatorische Pl├Ąnkeleien nicht sch├Ątze. Das aber nur am RandeÔÇť, begann er mit gro├čer Ruhe und lie├č seinen Blick ├╝ber die Anwesenden gleiten.

ÔÇ×Vorab, bevor ich meine Gedanken zu dem Thema an sich kundtue, so sollt Ihr alle wissen, dass ich mich nach gr├╝ndlichen Abwegen bereits dazu entschlossen habe, ein Mitglied der Geister zu bleiben. Die Details habe ich mit Davard bereits gekl├Ąrt und von daher sehe ich bereits eine ├ťbereinkunft, welche auf meiner Freiwilligkeit basiert. Also dieses Thema ist f├╝r mich bereits abgeschlossen und bedarf in meinem Fall keines neuen AufrollensÔÇť, erkl├Ąrte Dimicus mit k├╝hler Stimme und sichtlicher Distanz zur Familie. ÔÇ×Ich habe mich bereits der Auslese unterzogen und von daher das Recht erworben, vor Euch stehen zu k├Ânnen.ÔÇť

ÔÇ×Wie dem auch sei, wir sind auch wegen einer anderen Thematik hier versammelt. G├Ąnzlich abgesehen von dem ungl├╝cklichen Vorfall mit Distel und Enzian. An dieser Stelle m├Âchte ich meine tiefste Entschuldigung daf├╝r ausdr├╝cken, was passiert und wie es passiert ist.ÔÇť Dimicus lehnte sich gegen den Schreibtisch und verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust. ÔÇ×Nun, da alle in diesem Raum unser Handwerk kennen, werde ich kein Blatt vor den Mund nehmen. Wir gehen alle einer Zunft nach. Einige nennen es S├Âldner, andere Auftragsm├Ârder und wieder andere Assassinen. Ich pers├Ânlich bin K├╝nstler und stehe ├╝ber diese Dinge. Das ist aber f├╝r Euch nicht von Belang.ÔÇť

Mit einer kurzen Sprechpause bedachte er alle Anwesenden und mit seinen Augen versuchte er dessen Stimmung einzufangen. Schlie├člich sprach er weiter: ÔÇ×Jedenfalls spreche ich mich hiermit gegen eine Zwangsrekrutierung aus. Eine Zwangsrekrutierung kann in manchen F├Ąllen positiv sein, so sagen manche Philosophen, man m├╝sse die Anderen zu ihrem Gl├╝ck zwingen. Doch das ist der falsche Weg. Nur wer sich f├╝r sein Gl├╝ck entscheidet, ist imstande sich selbst und Anderen zu dienen. Wir alle sind hier, weil wir bleiben wollten. Urako ist ein Beispiel, wie es im Idealfall ablaufen kann. Er bleibt, weil er ihn ├╝berzeugen konnte. Stellt Euch vor, jemand w├╝rde zwangsrekrutiert werden und es schaffen, sich vor den pr├╝fenden Blicken Davards verstecken k├Ânnen. Oder zumindest die Gedanken f├╝r ihn anders sichtbar erscheinen zu lassen, als sie tats├Ąchlich sind. Jemand der zwangsrekrutiert wird und niemals in die Gilde einfindet, wird ├╝ber kurz oder lang ein Sicherheitsrisiko. Er wird entweder versuchen zu fliehen ÔÇô oder aber unter Vorwand und Vertrauen der Familie gegen diese handeln. Und das ist nur eine Frage der Zeit, bis das vor dem aktuellen Verfahren passiert.ÔÇť

ÔÇ×Tats├Ąchlich schwebt mir ein L├Âsungsansatz vor, der vielleicht mehr Verwaltungs- und Organisationsaufwand ben├Âtigt, aber sich auf Dauer als verl├Ąsslicher herausstellen wird.ÔÇť Dimicus lie├č seine Arme zu seinen Seiten sinken und st├╝tzte sich mit ihnen auf dem Schreibtisch ab. ÔÇ×Ihr k├Ânnt ÔÇô wenn Ihr es w├╝nscht ÔÇô weiter Eure Auswahlverfahren beibehalten und sie nur an Freiwilligen ausprobieren. Das hat jedoch einen Haken ÔÇô Freiwillige m├╝ssen von unserer Existenz wissen und das ist eine gro├če Gefahr f├╝r uns alle. Damit wird der Sinn der Gilde ad absurdum gef├╝hrt. Dann k├Ânnen wir auch gleich ├╝ber der T├╝r hineinschreiben, dass es an diesem Ort genug Arbeit f├╝r die Stadtb├╝ttel ist.ÔÇť

ÔÇ×Aus diesem Grund, mein bescheidener Vorschlag. Gro├čangelegte Organisationen oder aber auch in der Schattenkunst versierte Vereinigungen nutzen Deckm├Ąntel. Leider kenne ich die B├╝cher nicht gut genug, als dass ich die genauen Verfahren der Geister absch├Ątzen k├Ânnte, doch ich denke einen solchen besitzt Ihr nicht zur G├Ąnze. Wie w├Ąre es mit einer einfachen und doch lukrativen Methode? Ihr er├Âffnet ein Unternehmen, eine Firma oder ├Ąhnliches. Zum Beispiel ein offizielles S├Âldnerlager. Unter diesem versteckt ihr die Geister. Ihr werdet Rekruten bekommen, die f├╝r Euch Geld aus normaler S├Âldnerarbeit beziehen k├Ânnen. Zeitgleich bew├Ąhren sie sich damit und je nachdem, wie sie sich schlagen, ihre Pers├Ânlichkeiten hervortun oder aber gewisse Tendenzen zeigen, unterzieht Ihr sie einer 'medizinischen' Untersuchung, bei der es schlie├člich um das Auslesen und -fragen der potentiellen Geister handelt. So gewinnt Ihr zuverl├Ąssige Rekruten die auch Stillschweigen halten und loyal sind. Dazu werden die Pr├╝fungen stattfinden. Details, Regeln und Organisation m├╝ssten nat├╝rlich im Detail ausgearbeitet werden, allerdings ist dieses nur exemplarisches Beispiel einer M├Âglichkeit, einen Nebenverdienst zu erlangen und zudem wertvolle Neuzug├Ąnge zu gewinnen, die auch tats├Ąchlich zu den Geistern passen.ÔÇť

Damit endeten Dimicus' Worte und mehr wollte er auch nicht sagen. Mit einem tiefen Nicken deutete er eine Verbeugung wie nach einer Vorstellung an, ehe er sich wieder zur├╝ck an die Wand neben der T├╝r zog. Gem├Ąchlich lehnte er sich dagegen und verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#46

Beitragvon Davard von Hohenfelde » So 31. Dez 2017, 18:05

Dave h├Ârte sich sowohl die Vorschl├Ąge von Urako wie auch von Dimicus an.

"Eine Erl├Ąuterung zum Grundverst├Ąndnis wer die Geister ├╝berhaupt sind.
Die Geister sind eine Familie und keine Firma.

Die Gilde wurde seinerzeit von Aino und Pavo gegr├╝ndet. Aino beschloss mit dieser Gilde zu schaffen, was sie selbst nicht hatte - eine Familie. Eine wahrhaftige, tats├Ąchliche Familie. Eine Gruppe in der man Zuneigung erfahren w├╝rde, in der man gewollt, geachtet... ja vielleicht sogar geliebt werden w├╝rde. Eine Familie die gegen den Rest der Welt zusammenhalten w├╝rde, gleichg├╝ltig was geschehen w├╝rde. Diese Familie sollte jenen offen stehen, die ein besonderes Bed├╝rfnis haben, oder einen Makel - Mord. Ebenso war angedacht, dass hier jeder seine Nische findet, gleichg├╝ltig wie gut oder schlecht er in seinem Handwerk ist. Lernen und verfeinern, dabei w├╝rde ihm die Familie helfen.

Wohnen w├╝rde die Familie in einem Haus, das wesentlich mehr sein sollte als eine einfache Behausung. Nach au├čen hin unscheinbar, tats├Ąchlich aber ein Bollwerk um jene zu sch├╝tzen, die diesem Haus Leben einhauchten - wir sind wieder bei der Familie. Sogar das Haus selbst, k├Ânnte man mit all seinen T├╝cken, Raffinessen und Geheimnissen als eine Art Familienmitglied bezeichnen.

Die Familie nimmt freiwillige Bewerber gerne in ihrer Mitte auf, jene die um Aufnahme, Schutz und Beistand bitten sind willkommen.

Aber es sollten auch jene willkommen sein, die schutzbed├╝rftig sind, sich selbst und anderen aber durch ihren Trieb, ihrer Neigung und ihrer Jagdlust schaden w├╝rden. Jene im Grunde, die selbst noch nicht verstanden hatten, dass ein einzelner J├Ąger in der Welt da drau├čen verloren ist. Auch sie sollten aufgenommen werden. Nennen ich es beim Namen - zwangsrekrutiert.

Denn es wurde davon ausgegangen, dass wenn diese Personen erleben und lernen w├╝rden, was es bedeutet eine Familie zu haben, w├╝rden sie sich f├╝r die Familie entscheiden und gegen das Leben eines einzelnen J├Ągers da drau├čen.

Das war Ainos Plan.

Bis vor kurzem hat der Plan auch mehr oder minder gut funktioniert. Knackpunkt ist der letzte Punkt, die Zwangsrekrutierung. Aus diesem Grund haben wir uns heute hier eingefunden.

Das zum Hintergrund der Gr├╝ndung der Geister.

Ich pers├Ânlich werte den Vorschlag die Bewerber nicht nur auf ihre F├Ąhigkeiten, sondern auch auf ihre charakterlichen Eigenschaften zu testen als positiv. Es ist korrekt, dass sich in einer gro├čen Gruppe immer Gr├╝ppchen bilden.

Manchmal ist dies schon allein ihren Interessen geschuldet, siehe Varmikan, Wolfi, Marcella und mir. Wir haben nicht beschlossen uns als Gr├╝ppchen abzusplittern, aber wir sind die Magier dieser Familie, folglich haben wir viele Gemeinsame Punkte die wir besprechen k├Ânnen und m├╝ssen. Ebenso arbeiten alle gemeinsam in der Schreibstube unter meiner Federf├╝hrung.

Dennoch wissen die einzelnen Gr├╝ppchen, dass sie der gro├čen Familie der Geister angeh├Âren. Und Freundschaften hatten auch immer ├╝ber diese Gr├╝ppchen hinaus Bestand, siehe Urako und Varmikan, Seddik und ich und so weiter.
Nun anstatt das man Dich zwangsrekrutiert Urako, h├Ątte man Dich auch fragen k├Ânnen. Nicht direkt, das ist mir bewusst, aber solche Fragen sind mit Geschick durchaus m├Âglich",
antwortete Dave.

Der Magier wandte sich an Dimicus.

"Hier hat ebenfalls niemand Interesse an politischen und organisatorischen Pl├Ąnkeleien. Politisch gibt es hier nichts zu regeln, organisatorisch sehr wohl. Erste Regel innerhalb der Schreibstube, Abstand zum Kassenbuch wie zum Schreibtisch. Niemand aus der Gilde hat das Recht sich dem Kassenbuch zu n├Ąhern oder es anzufassen, mit Ausnahme meiner Person. Das hat gute und wichtige Gr├╝nde, die ich allerdings jetzt im einzelnen nicht erl├Ąutern m├Âchte. Wir haben momentan ein anderes Thema auf dem Plan.

Das eine Zwangsrekrutierung schief gehen kann, ist Fakt Dimicus.
Den Fall hatten wir bereits, als ein ehemaliges Mitglied Namens Jozo versucht hat eine Kameradin zu verkaufen und danach zu t├Âten.

Dein Vorschlag zur v├Âlligen Umgestaltung der Geister lehne ich ab.
Meine Begr├╝ndung ist folgende.

Zuerst sind die Geister einmal eine Familie. Und wenn wir ein Betreib sind, sind wir ein Familien-Betrieb. Auch hier steht das Wort Familie nicht grundlos vorne.

Ferner gibt es uns seit einigen Jahrzehnten, was Du nat├╝rlich nicht wissen kannst Dimicus, aber auch in dieser Zeit ist es uns gelungen Mitglieder zu rekrutieren und im geheimen zu operieren. Wir haben Deckm├Ąntel, wie Du sie nennst und wir haben tote Kontaktschaltungen, sollte eine Person die dort drau├čen f├╝r uns operiert auffliegen. Darum musst Du Dich nicht sorgen, diese Planung geh├Ârt in die H├Ąnde des Tribunals und nicht eines Welpen Dimicus.

Das war auch nicht unser Kernproblem. Unser Kernproblem ist der tats├Ąchliche Zusammenhalt dieser Familie. Wie kann dieser verbessert werden? Wie kann man erreichen, dass ein neues Familienmitglied nicht gleich in jedes Fettn├Ąpfchen tritt?

Ebenso gibt es Rekrutierungen ├╝ber Empfehlungen, nach dem alten Motto "kennst Du wen?" - diese haben sich stets als die besten Rekrutierungen herausgestellt.

Das war meine Frage.

In Sachen Buchhaltung, Firmengr├╝ndung, Finanzen ben├Âtige ich keinerlei Rat, dennoch vielen Dank. Ein ganzer Zweig meiner Verwandtschaft ist Banker, Pfandleiher, Kredithai und was wei├č ich nicht noch alles.

Wir sind auch keine gro├čangelegte Organisation, diesen Anspruch hatten wir nie und werden wir auch nie haben Dimicus. Zudem beinhaltet Dein Vorschlag einen enormen Verwaltungsaufwand. Wie auch einen generellen Unterbringungsaufwand, w├╝rden wir mal die Familie bei Seite schieben.

Das hie├če wir haben die Buchf├╝hrung f├╝r die Heilstube, f├╝r die Schmiede, f├╝r die S├Âldner und f├╝r die Geister. Eventuell noch f├╝r jene S├Âldner die im ├ťbergangstatus zu den Geistern stehen. Das hat nichts mehr mit der Gilde gemeinsam, die wir heute sind.

Das ist eine gut durchstrukturierte S├Âldner-Leiharbeits-Firma, aber das ist keine Familie.
Und wie zu Anfang erl├Ąutert, m├Âchten wir genau dies bleiben - eine Familie.

Gut Dein Vorschlag war Deiner Unkenntnis dieser Umst├Ąnde geschuldet, so etwas konntest Du nicht wissen, denn Du bist unser neustes Mitglied und stark ├╝bertrieben erst einige Stunden hier. Woher solltest Du es auch wissen?

Wenn Deine Pr├Ąmisse Deiner Zusage war, dass Du einer Firma beitrittst, in der Du Dich binnen k├╝rzester Zeit nach oben arbeiten kannst - dann bist Du hier schlichtweg in der falschen Gilde.

Solltest Du pers├Ânlich Interesse daran haben, eine neue Familie zu finden, mit der Du gemeinsam arbeitest - dann bist Du hier richtig",
erkl├Ąrte Dave freundlich wie sachlich.

Der Magier lehnte sich in seinem Stuhl zur├╝ck und schaute in die Runde.

"Generell bin ich immer noch gegen die Zwangsrekrutierung eingestellt, allerdings w├Ąre es vielleicht eine Option die ├ťberpr├╝fung der Bewerber v├Âllig neu zu gestalten. Es stimmt, einige unserer f├Ąhigstens Leute w├Ąren dann nicht in dieser Gilde", schmunzelte Dave.

"Letztendlich w├Ąrst Du selbst nicht hier Davy, ich habe Dich einfach behalten", grinste Pavo.
"Ja... ja dass stimmt und damit hast Du mir das Leben gerettet. Oder besser gesagt ein Leben erm├Âglicht", gab Dave zu.

"Man konnte Dich vorher nicht fragen Dave. Das gleiche galt f├╝r Urako, bevor man mit jemanden sprechen kann, muss dieser bei Sinnen sein, kurzum wach sein. Und daf├╝r wart Ihr beide zu lange zu schwer verletzt. Du wesentlich schlimmer als er, niemand h├Ątte Euch fragen k├Ânnen. Darum bin ich daf├╝r, Hilfebed├╝rftige trotzdem weiter aufzunehmen. Da mag auch mein Beruf aus mir sprechen, aber wir sollten niemanden abweisen. Hat er sich nach der Pr├╝fung als nicht tauglich herausgestellt, oder sagt, dass er nicht bleiben m├Âchte dann soll er gehen", schlug Pavo vor.

"Gut behalten wir das im Hinterkopf, jeder macht sich noch einmal seine eigenen Gedanken dazu. Wir treffen uns in wenigen Minuten unten im Versammlungsraum. Danke f├╝r Euer Erscheinen", antwortete Dave freundlich.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#47

Beitragvon Urako » So 31. Dez 2017, 19:12

Urako nahm die Hand wieder vor die Augen und hielt sie zu. Er konnte Dimicus` vor Selbstgef├Ąlligkeit triefende K├Ârpersprache nicht ertragen. Da l├╝mmelte der Kerl auch noch an Daves Schreibtisch rum wie eine Schreibtante. Fehlte nur noch das zu kurze R├Âckchen. Wahrscheinlich hatte Morasa Urako einen Fluch auf den Hals gehetzt. Er wartete einfach, bis es vorbei war und konzentrierte sich auf Gasmi und Flocke, die bei ihm sa├čen.

Danach stand Urako auf und begab sich wie angewiesen als einer der ersten in den Versammlungsraum, um wieder zwischen Gasmi und Varmi sitzen zu k├Ânnen. Unterwegs dr├╝ckte er Enzo und Distel kurz die Schulter.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#48

Beitragvon Morasa » So 31. Dez 2017, 21:58

Minaddar

unterschrieb dort, wo Anwolf mit seinen Fingern hinzeigte und gab ihm die Feder zur├╝ck. Er h├Ârte zu, was um ihn gesagt wurde. Jetzt war er schlauer und es war klar warum er keine Fragen stellen sollte. Der Lichtalb kam aus Obenza, der dreckigsten, verrufensten und gef├Ąhrlichsten Stadt Naridiens. Er wusste was Leute f├╝r Geld taten.
Ein Tiefling erkl├Ąrte seinen Standpunkt. Er wollte dass die Gruppe wie eine familie aufgebaut blieb. Er erkl├Ąrte seinen Standpunkt sehr nachdr├╝cklich und Minaddar f├╝hlte, dass ihm das Thema sehr nahe ging. Er war fest mit der Gruppe verbunden. Sie waren ihm nahe und drum ging es dem Tiefling so nahe.
Ein Mensch wollte genau das Gegenteil, er wollte aus der Gruppe eine professionelle Gilde machen, wo es nicht um die Leute ging, sondern um den Gewinn. Er stand abseits mit einem gleichg├╝ltigen Gesicht. Seine K├Ârperhaltung war abwehrend. Sogar als er mit dem Chef der Schreibstube sprach, verschr├Ąnkte er w├Ąhrend dem Gespr├Ąch die Arme vor der Brust. Dass h├Ątte er sich mal mit dem h├Âchsten Ordensbruder wagen sollen. Scheinbar wusste der Mensch gar nicht wie unh├Âflich er gerade war. Oder es war ihm gleichg├╝ltig, so wie es sein Gesicht zeigte. Bewusst zeigte er sich distanziert zur Familie, aber verk├╝ndete als erstes dass er bleiben wollte.
Minaddar hatte im Tempel gelernt, dass eine Gemeinschaft besser zusammen arbeitete, als eine lose Gruppe. Zwar wollte er dort nicht bleiben, aber der Grund war ein anderer warum er wechselte.
Der Lichtalb folgte den anderen in den Versammlungsraum. Da in der Schreibstube jeder gesprochen hatte, wollte er genauso etwas dazu sagen.

"Hallo in die versammelte Runde, ich bin Minaddar und ich bin der neue Gehilfe von Pavo. Ob die Frage genauso an mich gerichtet war, weiss ich nicht. Meine Stelle bei Pavo in der Heilstube habe ich gerade erhalten und ich habe zugesagt. Als Pavo mir sagte, dass ich manche Dinge nicht hinterfragen soll, hab ich mir gedacht, dass wir gewissen Leuten helfen. Kriminellen oder so, die verletzt wurden. Ich arbeitete bis vor kurzen noch im Tempel und da war es ├╝blich, keine Fragen zu stellen. Wir haben allen geholfen, die Hilfe brauchen.
Ja und deshalb m├Âchte ich auch gerne was zum Thema sagen. In einer Gemeinschaft arbeitet es sich besser als in einer losen Gruppe. Eine Gemeinschaft, wie eine Ordensgemeinschaft h├Ąlt zusammen. Das ist mehr als ein Beruf. Ich war kein M├Ânch, Priester oder Ordensbruder, ich war nur Tempelhelfer. Und mein Weggang hat nichts mit den Leuten dort zu tun.
Die Punkte die der Tiefling angesprochen hat klingen f├╝r mich gut. Ich kenne deinen Namen nicht. Wenn diese Gruppe eine Familie ist, dann kann die nicht zu einen Unternehmen verkommen. Denn dann werdet ihr alles verlieren, was ihr aufgebaut habt. Wenn es euch nur noch ums Geld gehen wird, dann werdet ihr keine R├╝cksicht mehr auf Kranke oder Schwache nehmen. Ihr werdet keine Hilfebed├╝rftigen mehr aufnehmen, denn die kosten Geld. Und Geld wird in Firmen nicht verschleudert, sondern da haben die Specker die Daumen drauf. Eine Familie fragt nicht ob einer gesund oder krank ist, klug oder dumm, n├╝tzlich oder nutzlos. Er geh├Ârt dazu und er wird eine Aufgabe bekommen, die er trotzdem erledigen kann.
Ich bin in Obenza aufgewachsen und meine Mutter lebte im untersten Dreck. Ich hatte keine Familie, wie ihr sie hier haben d├╝rft. Dort bekommt man f├╝r ein Kanten Brot oder f├╝r Drogen und Schnaps ein Messer in den Hals gerammt. Dort herrscht das Recht des St├Ąrkeren. Und das da unten, der ganze Saft der sich da absetzt, das ist keine Familie. Wollt ihr wirklich sowas werden? Wo der Taler mehr z├Ąhlt als der Nebenmann? Wenn ihr doch eine Familie seid, dann muss das doch gar nicht gefragt werden. Bleibt eine und f├╝hlt euch wohl.
Probleme hat jede Gruppe mal, drum redet miteinander.
Falls die Frage genauso an mich gerichtet ist, dann sage ich, ich bleibe. Ich m├Âchte gerne Mitglied in eure Familie sein, aber ich m├Âchte mein Handwerk aus├╝ben. Ich kann zur Not jemand t├Âten, ich habe schon get├Âtet. Nicht weil ich das gewollt habe, sondern weil ich das musste. Aber ich hab mich hier beworben als Gehilfe f├╝r Pavo und das m├Âchte ich gern machen. Wenn jemand verletzt oder krank ist, kann er zu mir kommen. Ich helfe ihm so gut ich kann."

Minaddar ├╝berlegte was er in der Schreibstube gesehen hatte.

"Dann noch etwas. Der Chef der Schreibstube hat gesagt, dass Kassenbuch liegt allein bei ihm. Der Mensch aber sagte, er kennt die B├╝cher nicht gut genug, um daraus das Vorgehen der Geister absch├Ątzen zu k├Ânnen. Ist das nicht eigentlich so, dass der die B├╝cher ├╝berhaupt nicht kennt? Oder ist der vom Fiskus?
Dann m├Âchte ich von dem Mensch gerne wissen, wieso er sich so gleichg├╝ltig gibt. Eine Familie ist was sch├Ânes und es ist ein ernstes Thema. Aber er schaut als geht ihn das alles nichts an. Er verschr├Ąnkt die Arme vor seinem Chef, dass sollte ich mich mal im Tempel bei unserem Chef trauen. Er zeigt offen, dass er an der Familie kein Interesse hat. Trotzdem sagt er als erster, er will bleiben. Wieso will er in eine Familie bleiben die ihn nicht interessiert?
Da stimmt doch was nicht. Dass will ich gerne wissen.
Wieso will er bleiben, wenn ihn die Familie nicht interessiert? Und wenn er nicht mal genug Respekt vor dem Chef hat um nicht an der Wand rumzul├╝mmeln oder die H├Ąnde ordentlich zu halten? Was will er hier? Geh├Ârt er zu eine anderen Gilde? Geh├Ârt er als verdeckter Ermittler zum Fiskus oder haben wir aus einen anderen Grund aufzupassen, dass er einen nicht im R├╝cken steht? Sein Verhalten widerspricht sich und das macht mir Sorgen. Ich komme aus seinen Arbeitsbereich wo sich Leute mit Bruder und Schwester anreden. Sicher ist da nicht alles super, sonst w├╝rde ich ja da bleiben, aber so ein seltsames Verhalten hab ich noch nicht gesehen. W├Ąre gut, wenn er das mal vor uns allen hier aufkl├Ąren w├╝rde. Das sind meine Fragen."
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#49

Beitragvon Marcella » So 31. Dez 2017, 22:13

Marcella

schwirrte der Kopf. Dar├╝ber schwatzten nur Leute, die keine Ahnung von Familien hatten. Vorsorglich zog Marcella das Kassenbuch weg und legte es in den Tresor. Sie warf die T├╝r mit einem Scheppern zu, dass jeder bescheid wusste.
Der Meister w├╝rde ihr dankbar sein.
Heute war wirklich kein guter Tag. Alles ging drunter und dr├╝ber. Urako verteidigte die Familie mit seinen weissen Krallen und der neue schaute total gelangweilt. Solche Leute kannte Marcella, sie versteckten hinter ihre Langeweile und ihr Desinteresse, dass sie nichts konnten. Auf dem Markt waren dass die ganz faulen Verk├Ąufer. Die es nicht n├Âtig hatten zu rufen, die Kunden kamen auch so. Das waren dann die, die fast alles wieder mit nach Hause schleppen mussten, und kein einziges Federvieh verkauft hatten.
Wie Wolfi ihr einmal gesagt hatte, alles was einer gut konnte, sah leicht aus. Wenn sich einer einen abbrechen musste, dann konnte er es nicht. Er strengte sich an, weil er kein Wissen davon hatte. Marcella nahm den Schuldschein und legte ihn in Wolfis Kasse und knallte sie zu. Damit jeder wusste, dass sie die Finger davon lassen mussten.

"Meister, Wolfi, Varmi, Urako und alle anderen ich bleibe. Ich w├╝rde euch niemals verlassen, denn ihr seid meine zweite Familie. Wir haben schon so viel miteinander durchgestanden. Ihr habt mich aufgenommen, mir Kleidung und M├Âbel geschenkt, ihr habt mir sogar eine Reitziege und einen Hund geschenkt. Und wenn ihr mir gar nichts geschenkt h├Ąttet, ich hab euch lieb und ich halte immer zu euch wie ihr zu mir. So wie ich zu euch gehalten habe, als der abscheuliche Geist euch bedrohte, so werde ich immer zu euch halten. Dein Vater hat mich besch├╝tzt Wolfi, du hast mich besch├╝tzt und Dave genauso. Ihr habt gesagt ich geh├Âre zu eure Familie und ihr seid meine. Ich bleibe, darauf k├Ânnt ihr euch verlassen."

Marcella nahm Wolfis Hand und dr├╝ckte sie.
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Re: Wie die Rose zu den Geistern fand

#50

Beitragvon Dimicus » Mo 1. Jan 2018, 13:02

Anscheinend musste Dimicus erneut genauestens abw├Ągen, ob er wirklich in dieser ÔÇ×FamilieÔÇť bleiben wollte oder nicht. Letzten Endes verhielten sie sich im genauen Gegensatz zu dem, wovon sie sprachen. Er sollte ein neuer Teil der Familie sein? Doch stattdessen wurde ├╝ber sein Gesagtes nicht ansatzweise nachgedacht, noch wurde es verstanden. Im Gegenteil. Er wurde gedem├╝tigt und bevormundet, wurde auf Kleinigkeiten hingewiesen, die f├╝r den Sachverhalt keinerlei Belang hatten. Sie nahmen ihn nicht ernst und wieso sollte er dann ihnen entsprechenden Respekt entgegenbringen?

ÔÇ×Wie Ihr w├╝nscht, Davard von HohenfeldeÔÇť, erwiderte Dimicus h├Âflich auf die Worte des Geistmagiers, wobei er eine h├Âfliche Verneigung vor der gesamten Gruppe vollf├╝hrte. Zumindest das konnte er ihnen entgegenbringen, auch wenn er es am liebsten nicht getan und sie wie jeden anderen auf der Stra├če behandelt h├Ątte. Doch dies stand nicht zur Debatte, im Gegenteil. Jetzt hatte er keinerlei M├Âglichkeit einen Streit anzufangen, der mit Sicherheit f├╝r ihn t├Âdlich enden w├╝rde. Diese Grollen in seinem Bauch dr├╝ckte mehr als genug aus, was er in diesem Moment h├Ątte tun wollen. Doch sp├Ątestens nach zwei Toten durch seine Wurfmesser w├Ąre er ├╝bermannt und abgeschlachtet wurden. Das w├Ąre es nicht wert. Also schluckte Dimicus seine Wut herunter und blieb h├Âflich.

Ehe Dimicus jedoch ging, blickte er allem voran Davard an. Mit ruhigen und h├Âflichen Ton f├╝gte er schlie├člich noch an: ÔÇ×Mit Verlaub, aber ich werde auf die Versammlung verzichten. Zu Eurer Kenntnis werde ich in die Stadt gehen und sie auf eigene Faust erkunden. Wenn Ihr mich ausfindig machen m├Âchtet ÔÇô Ihr seid im Besitz meines Blutes. Ich empfehle mich.ÔÇť Eine erneute Verbeugung fand seitens Dimicus statt, ehe er aus der T├╝r hinaus ging und keinerlei Anstalten machte, in die Richtung des Versammlungsraumes zu gehen. Stattdessen nahm er seine restlichen Sachen und verlie├č ohne Umschweife das Gel├Ąnde der Geister. Sein Ziel sollte die Stadt sein.

Kaum dort angekommen, erwartete ihn eine Gro├čstadt, wie sie mit Drakenstein vergleichbar war. Reges Treiben in den Stra├čen, H├Ąndler die ihre Waren an jeder Ecke feilboten und die ├╝bliche Teilung von Arm und Reich. Bettler, Arbeiter und Leibeigene wandelten durch die Stra├čen, nur wenige Adlige oder Reiche waren zu sehen, zumeist mit bewaffneten Eskorten. Zu schade. Dann musste Dimicus mit den Mittelst├Ąndlern Vorlieb nehmen, die keine Eskorte besa├čen.

Ohne Umschweife erleichterte er ein paar Kaufm├Ąnnern des mittleren Standes um ihre Gelds├Ąckel und schob sich das Geld selbst zu, nachdem er es dummerweise versoffen hatte. Das Dimicus einmal so tief fallen w├╝rde ÔÇô damit h├Ątte er nie gerechnet. Doch die Zeiten waren grausam. Zuerst verlor er seine Liebste, dann seine Arbeit und schlie├člich seine Seele an diese Gilde. Soweit wollte er es nicht kommen lassen. Entweder nahm man ihn ernst oder er musste gehen. Letzteres w├╝rde nur mit Vorkehrungen m├Âglich sein.

Mit dem beschafften Geld setzte sich Dimicus vorerst in eine Taverne, orderte Speis' und Trank, woraufhin er sich zu st├Ąrken begann. Er musste seine Wege g├Ąnzlich neu planen und vorsichtig bleiben. Das Blut, welches die Geister von ihm hatten, machte ihn verwundbar. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Was war nur aus ihm geworden? F├╝r einen kurzen Moment atmete er tief durch, schloss die Augen und hatte schlie├člich nur einen Gedanken im Kopf: Sein Genie musste wiederauferstehen.
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Vielen Dank an Sanni der Avatarschmiede f├╝r das schicke Profilbild!