Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

Der Vernichtungsfeldzug der Choucas gegen die Farisin.
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Silvano de Mancini
Chevalier
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Die flei├čige Feder in Bronze Rote Laterne

Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#1

Beitrag von Silvano de Mancini » Sa 10. Nov 2018, 00:46

Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

Maximilien Rivenet de Souvagne
Ciel war mit samt der Kriegsbrigg Choucas zur├╝ckgekehrt. Wesentlich fr├╝her als erwartet und es hatte auf dem Schiff einen Zwischenfall gegeben, wie Maximilien informiert worden war. Gemeinsam mit Dreux hatte er sich im Thronsaal eingefunden um genaueres zu erfahren und um ├╝ber jene, die den Zwischenfall verursacht hatten Recht zu sprechen. Ciel, Boldiszar, Davet und Silvano warteten vor dem Thronsaal bis die T├╝r aufging und der Hofmarschall sich vor Prince Ciel verneigte. "Eure Hoheit Prince Ciel Felicien de Souvagne, Euer Vater seine Majest├Ąt Maximilien Rivenet de Souvagne ist bereit Euch zu empfangen. Tretet bitte ein", bat der Mann und machte eine einladende Geste.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat an dem Hofmarschall vorbei und marschierte durch den Thronsaal. Wie immer war der Teppich, der zum Thron f├╝hrte, flankiert von Leibgardisten mit Hellebarden. Das letzte Mal, als Ciel mit seinem Vater gesprochen hatte, war die Unterhaltung etwas angespannt gewesen. Das war sie oft gewesen in letzter Zeit. Ciel verneigte sich vor Maximilien. ┬╗Majest├Ąt┬ź, gr├╝├čte er f├Ârmlich, denn was sie erwartete, war kein privates Gespr├Ąch sondern ein Staatsakt.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Als Ciel vor den gewaltigen Thron der de Souvagnes trat, blickten sein Bruder und sein Vater auf ihn herab. Ciel war vor sie getreten, wie es sonst andere Audienzler taten und er sah seine Familie aus der Perspektive jener, die um etwas baten, Hilfe ben├Âtigten, oder einem Urteil entgegenblickten. Maximilien wie auch Dreux waren in ihr Ornat geh├╝llt, die Gesichter eine unbewegte, fast steinere Miene. Nur an den Augen war ersichtlich, dass es sich sehr wohl um lebende Personen handelte. Dreux musterte seinen Bruder mit neugierigem Blick, w├Ąhrend der seines Vaters neutral blieb. "Erhebt Euch Prince Ciel. Ihr seid heute vor uns getreten, um ├╝ber einen Zwischenfall auf hoher See zu berichten. Wir erwarten Eure Ausf├╝hrungen. Welche genauen Umst├Ąnde erfordern unser Eingreifen?", fragte Maximilien und gab damit seinem Sohn das Wort.

Silvano de Mancini
Silvano war Ciel auf dem Fu├če in den Thronsaal gefolgt. Er ging genau drei Schritte hinter dem Prince. Als dieser vor seinem Vater stehen blieb und sich verneigte, trennte sie immer noch gut ein Schritt, wie es geziemlich war. Dort ging er auf ein Knie und verneigte sich. "Eure Majest├Ąt", gr├╝├čte er respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗... und Archi-Duc. Verzeiht.┬ź Ciel verneigte sich auch vor Dreaux. In seiner Nervosit├Ąt hatte er seinen ├Ąlteren Bruder vergessen zu gr├╝├čen, da er zu sehr auf seinen Vater fokussiert gewesen war. Dreaux w├╝rde sich denken k├Ânnen, dass keine Respektlosigkeit dahintersteckte, denn sie beide verstanden sich gut und es h├Ątte keinen Anlass dazu gegeben. ┬╗Prince Linhard und ich unternahmen mit einigen Begleitern eine Urlaubsreise auf der Kriegsbrigg Choucas. Das Schiff stand zu diesem Zeitpunkt unter dem Kommando von Kapit├Ąn Silvano de Mancini. Es war jene Fahrt, die zu einer Forschungsreise ausgeweitet werden sollte. Die Planungen daf├╝r waren in vollem Gange, doch aus einem mir zu jener Zeit unbekannten Grunde erfolgte die Abreise, ohne dass die erforderlichen Vorbereitungen getroffen worden waren. Wir trafen uns mit zwei anderen Kriegsbriggs, der Mouette unter Kapit├Ąn Rene de Brisay und der Cygnus unter Kapit├Ąn James de Dusolier. Da zwei Hochzeiten an Bord stattfinden sollten, unter anderem meine, beschloss ich, es vorerst dabei bewenden zu lassen, da ich Silvanos Entscheidungen vertraute und davon ausging, er w├╝rde anschlie├čend wieder umkehren, damit wir die n├Âtigen Gelehrten, Priester, Heiler und Magier an Bord nehmen k├Ânnten. Stattdessen fiel ich, so wie Linhard, nach Abschluss der Feierlichkeiten in einen tiefen Schlaf. Als ich wieder erwachte, mussten ein oder zwei ganze Tage vergangen sein und wir lagen vor Farisin vor Anker. Ein erstes Gefecht gegen die Einheimischen hatte stattgefunden, welches von Kapit├Ąn de Mancini er├Âffnet worden war. Ich forderte den sofortigen Abbruch dieser Handlungen und die Heimkehr des kleinen Konvois nach Chevrette. Eine vertrauensw├╝rdige Quelle best├Ątigte meinen Verdacht, dass der Kapit├Ąn meine Bet├Ąubung angeordnet hatte. De Mancini und ich sprachen lange miteinander und ich versuchte ihm auf Basis der Vernunft darzulegen, warum eine Umkehr wichtig sei, doch er beharrte auf seinem Standpunkt und war auch nicht durch das Aufzeigen der m├Âglichen Konsequenzen f├╝r ihn und seine Mannschaft zum Befolgen des Befehls zu bewegen. Der Grund f├╝r den Angriff war seiner Aussage nach Rache f├╝r seinen ersten Partner.┬ź Ciel lie├č eine Pause, um zu sehen, ob sein Vater bereits R├╝ckfragen hatte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien h├Ârte sich den Bericht von Ciel genauestens an, ebenso Dreux. "Mit was wurdet Ihr bet├Ąubt? Wie oft habt habt Ihr Chevalier Mancini um Aufgabe der Kampfhandlungen gebeten? Kam er letztendlich dem Wunsch der R├╝ckkehr nach, oder ging dem eine Inhaftierung voraus, samt Kommandowechsel? Inwieweit waren die beiden Kapit├Ąne der Hilfsschiffe in das Geschehen rund um den Angriff auf die Farisin eingeweiht?", hakte der Duc nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Welches Mittel dies war, habe ich zwar erfragt, aber keine Antwort erhalten. Zust├Ąndig war Costantino Marchesi. Er versicherte mir lediglich, genau zu wissen, was er t├Ąte. Ich habe Silvano einige Male darum gebeten, die Schiffe heimsegeln zu lasen, vielleicht drei oder vier Mal, vielleicht auch f├╝nf. Eine Inhaftierung ging dem nicht voraus, da ich so ehrlich sein muss zu sagen, dass ich Zweifel daran hatte, dass dieser Befehl zu meinen Gunsten ausgehen w├╝rde. Stattdessen wandte ich mich an die Bei├čer, welche als G├Ąste auf der Choucas reisten. Nach kurzen Verhandlungen sicherten sie mir Beistand zu, sollte es erforderlich sein und sie taten fortan alles zu meiner Zufriedenheit. Besonders Kazrars loyales und h├Âfliches Verhalten ist zu loben. Ihr direktes Eingreifen war jedoch nicht notwendig. Silvanos erster Partner, der wider Erwarten noch lebte und zu uns stie├č so wie sein jetziger Mann Boldisz├ár wirkten auf ihn ein und so kam er dem Befehl letztlich nach - allerdings nur mit einem Schiff. Die ├╝brigen liegen nach wie vor vor Farisin, wo ein Teil der Mannschaft zur├╝ckgelassen wurde. Die anderen Kapit├Ąne waren angeblich nicht informiert, aber ihr Verhalten l├Ąsst anderes vermuten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wir ordnen an, dass Costantino Marchesi zu dem Vorfall zu h├Âren ist. Seine Person hat umgehend dar├╝ber Auskunft zu geben, welche Medikation er widerrechtlich zwei Princen ohne deren Wissen verabreichte. Nach Erhalt der Information, ist unser Heiler zu befragen, ob und in welchem Umfang eine Gef├Ąhrdung f├╝r die beiden Princen nach Verabreichung der Medikation ausgegangen ist. Je nach Gef├Ąhrdung f├Ąllt die Strafe f├╝r Costantino Marchesi aus, dies ist zu Protokoll zu nehmen. Wir rekapitulieren, Ihr habt also Chevalier Silvano de Mancini mehrfach - mehr als dreimal, einen ausdr├╝cklichen Befehl erteilt, den dieser rigoros ablehnte und verweigerte? Das sich die Schwerverbrecherbande, genannt die Bei├čer, kooperativ verhalten haben, mag auf den ersten Blick erstaunlich erscheinen, deutet f├╝r unsere Person jedoch nur auf ihr berechnendes Wesen hin Prince Ciel. Lasst Euch von der G├╝te von Verbrechern nicht t├Ąuschen, sie bleiben was sie sind - verbrecherische Menschenfresser. Ob die beiden anderen Kapit├Ąne informiert waren, m├╝ssen wir in Erkenntnis bringen. Wir haben vor Ort noch ein Himmelsauge, dass etwas gut zu machen hat. Fahrt mit Eurem Bericht fort", bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Richtig, er verweigerte den Befehl. Es mag sein, dass dem Verhalten der Bei├čer Berechnung zugrunde lag, dennoch verhielten sie sich f├╝r diesen Zeitraum vorbildlich. Wichtig zu erw├Ąhnen ist, dass mein Schwertmeister Bellamy auf Farisin zur├╝ckgeblieben ist, was mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Ich m├Âchte ihn und die ├╝brigen dort verbliebenen Souvagner gern so schnell wie m├Âglich nach Hause holen. Nachdem wir in Chevrette angelangt waren, schien Silvano zur Einsicht gekommen zu sein, was sein Verhalten anbelangte und wir konnten uns auf dem Heimflug kultiviert unterhalten. Es gibt noch zwei andere Dinge zu berichten, die aber nichts mit dem genannten Vorfall zu tun hatten. Nach Abschluss dieses Gespr├Ąchs bitte ich darum, mir zu diesen ebenfalls Geh├Âr zu schenken.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nickte zustimmend. "Ist sich Chevalier de Mancini bewusst, welche Konsequenzen seine Befehlsverweigerung hat?", fragte Maximilien ruhig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja und nein. Ich habe das Gef├╝hl, dass sein Verstand es erfasst, doch gleichzeitig auch nicht. Er wirkte auf mich wahnhaft, verblendet, war nicht der Silvano, als den ich ihn kennengelernt hatte oder er war all die Zeit ein guter Schauspieler. Ich habe Zweifel an seiner geistigen und seelischen Gesundheit. Er ist im Allgemeinen Jemand, den ich als verantwortungsbewusst und gastfreundlich kennengelernt habe, gegen├╝ber seinem Mann liebevoll und f├╝rsorglich. Auch die Mannschaft sprach stets gut von ihm. Dieser sture und blinde Rachefeldzug passt nicht zu alldem.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Befehlsverweigerung in dieser Vehemenz endet normalerweise mit einem Todesurteil. Allerdings sind auch die Hintergr├╝nde f├╝r ein Urteil ma├čgeblich. Das hei├čt, Ihr haltet ihn nicht f├╝r schuldf├Ąhig? Wir selbst haben ihn bis zu diesem Zeitpunkt als einen zuverl├Ąssigen Streiter Souvagnes kennengelernt. Ferner haben wir Chevalier de Mancini, wie auch andere Agentenkinder r├╝ckwirkend geadelt, zwecks Wiedergutmachung. Eine Adelsenthebung, samt dazugeh├Ârigem Verlust seines Standes als Kapit├Ąn w├Ąre in Erw├Ągung zu ziehen, m├Âglicherweise sogar die Unterbringung in einer Heilanstalt f├╝r geistige Krankheiten mit der dazugeh├Ârigen Entziehung seiner Entscheidungsgewalt und Zuteilung eines Vormundes. Letztendlich k├Ânnte es aber auch auf ein Todesurteil bei bewusster Handlung hinauslaufen. Welchen Eindruck habt Ihr?", fragte Maximilien.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel antwortete nicht sofort. Er hatte lange nachgedacht und dennoch dachte er noch ein weiteres Mal nach. Hier ging es um das weitere Leben eines Menschen, obendrein eines, den er pers├Ânlich kannte - oder um dessen Ende. Weder durfte er sentimental werden aufgrund ihrer pers├Ânlichen Bekanntschaft noch zu einem unmenschlich kalten Apparatus, der blindlings Gesetze anwendete. F├╝r beides war das Leben zu komplex. ┬╗Silvano ist kein von Grund auf b├Âswilliger Mensch┬ź, antwortete er schlie├člich. ┬╗Er handelte in der verdrehten Ansicht, Gutes zu bewirken. Er h├Ąlt die Farisin f├╝r gef├Ąhrlich, das sie einst sein Schiff ├╝berfielen, als dieses die Insel zu kartografieren angereist war. Dabei verlor er fast seinen Partner und sein Auge. Es bleibt die Frage im Raum stehen, warum er mit diesem Anliegen nicht an die Krone herantrat. Ich vermute, da er eine Ablehnung zu sehr f├╝rchtete. Unter Ber├╝cksichtigung aller Umst├Ąnde gehe ich davon aus, dass er nur begrenzt schuldf├Ąhig ist und vermute eine schwere seelische Verletzung aufgrund des vermeintlichen Verlusts seines Partners und der Erlebnisse durch den ├ťberfall der Farisin. Anstelle einer Bestrafung w├Ąre daher ├╝ber eine Wiedergutmachung f├╝r die Familien der gefallenen Matrosen und eine Behandlung seiner verletzten Seele nachzudenken und eine Beurlaubung vom Dienst bis zu seiner durch einen Medicus attestierten Heilung.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das klingt wohl durchdacht, Ihr sagtet er w├Ąre nun mit Boldiszar verheiratet? Entspricht das den Tatsachen? Oder wollten beide Personen erst heiraten? Falls sie bereits rechtskr├Ąftig verbundene Eheleute sind, gew├Ąhren wir Chevalier Boldiszar Bovier ebenfalls die M├Âglichkeit sich zum Vorfall zu ├Ąu├čern. Vor allem dahingehend, ob dieser bereit w├Ąre die Vormundschaft f├╝r seinen Mann zu ├╝bernehmen. Zudem werden wir als Letztes dem Angeklagten die M├Âglichkeit geben, seine Sicht der Dinge darzustellen. Lasst den Chevalier in den Thronsaal rufen", sagte Maximilien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das entspricht den Tatsachen. Die Chevaliers de Mancini und Bovier sind von Kapit├Ąn Rene de Brisay auf der Choucas getraut worden, unmittelbar bevor die Trauung von Francois und mir erfolgte.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dann w├Ąre eine Vormundschaft m├Âglich durch Chevalier Boldiszar Bovier. Ruft den Chevalier in den Thronsaal", befahl der Duc und der Hofmarschall verneigte sich. Er eilte r├╝ckw├Ąrts davon, was bei einem Mann seiner F├╝lle schon erstaunlich war, wie flink er laufen konnte. An der T├╝r drehte er sich um und ├Âffnete diese. "Chevalier Boldiszar Bovier seine Majest├Ąt Maximilien Rivenet de Souvagne befiehlt Eure Anwesenheit im aktuellen Verhandlungsfall. Tretet vor Euren Duc", sagte der Hofmarschall und machte eine einladende Geste.

Boldiszàr
So sehr Boldisz├ár sich bem├╝hte, er konnte nicht verhindern, dass seine Finger zitterten. Er stapfte hinein und kniete dicht neben Silvano nieder. ┬╗Majest├Ąt┬ź, gr├╝├čte er sowohl den Duc als auch den Archi-Duc. Jedes Urteil w├Ąre ihm Recht gewesen, Hauptsache, sie lie├čen Silvano leben. Bei der Schote, die er sich geleistet hatte, hing sein Leben jedoch am seidenen Faden.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Chevalier Boldiszar Bovier uns wurden die Handlungen Eures Ehemannes zugetragen. Unser Verh├Ąltnis war stets von tiefem Vertrauen gepr├Ągt. Unser Leben lag oft in Eurer Hand, folglich werden wir anders ├╝ber Euren Ehemann urteilen, als wir dies ohne Euren Treueschwur getan h├Ątten. Dennoch war auch Euer Ehemann uns stets als treuer Verfechter Souvagnes bekannt. Ihr wie auch er tragt die gleiche schwere B├╝rde Eurer Herkunft und die Eurer geraubten Kindheit. Dies alles mag den Vorfall nicht entschuldigen, was vor Farsin oder auf Farisin geschah - aber wir sind der pers├Ânlichen Ansicht, dass genau jene Vergangenheit ma├čgeblich die Handlungen Eures Ehemannes beinflusst haben. Ferner geh├Ârt er dem Adel an und ist somit anders zu verurteilen als ein Gemeiner. Dort wo der Gemeine glimpflich bestraft wird, kann es f├╝r den gebildeten Adel keine Gnade geben. Dort wo der Adel seinen Stand wahren muss, muss es Gnade f├╝r den Adel geben, nicht jedoch f├╝r den Gemeinen. So h├Âret. Wir geben Euch hiermit die Gelegenheit f├╝r Euren Ehemann zu sprechen. Ihr d├╝rft f├╝r ihn F├╝rsprache halten. Wir tendieren zu dem Entschluss, Euren Gatten in eine geschlossene Geistes-Heilanstalt einweisen zu lassen um genau jene krankhaften Probleme zu beheben, die aus diesem sonst tadellosen Mann unter bestimmten Umst├Ąnden eine nicht tragbare Person formen. Ferner ist es von N├Âten, dass f├╝r die Dauer der Behandlung und m├Âglicherweise dar├╝ber hinaus, Eurer Mann einen gesetzlichen Vormund ben├Âtigt. In dieser Zeit ist er weder gesch├Ąfts- noch rechtst├╝chtig. Dies bedeutet, er untersteht in allen rechtlichen Belangen Euch. Seid gewarnt, dass dies auch f├╝r jene Taten gilt, die unter Strafe fallen. W├Ąrt Ihr unter den vorgenannten Gegebenheiten bereit die Vormundschaft f├╝r Euren Ehemann zu ├╝bernehmen? Nach Beantwortung unserer Frage, d├╝rft Ihr selbstredend direkt im Anschluss F├╝rsprache f├╝r Euren Mann halten. Danach ziehen wir uns mit unseren S├Âhnen f├╝r eine Beratung zur├╝ck. Handhabt dies hier im Thronsaal ebenso. Denn Eurer Gatte wird als Angeklagter als Letzter f├╝r sich sprechen d├╝rfen. In Eurem Interesse, im Interesse Eurer frischen Partnerschaft und Ehe Chevalier Boldiszar Bovier sollte Euer Mann bei seinem einlenkenden Wesen bleiben und nicht Euch oder gar der F├╝rsprache unseres Sohnes Prince Ciel widersprechen. Andernfalls w├╝rde das Urteil dementsprechend ausfallen m├╝ssen. Wir h├Âren Chevalier Boldiszar Bovier, sprecht", erkl├Ąrte der Duc umg├Ąnglich.

Boldiszàr
┬╗Ich w├╝rde die Vormundschaft ├╝bernehmen, Majest├Ąt. Ich hoffe, es h├Ârt sich nicht allzu einf├Ąltig an, was ich sage. Ich kann es nur in den Worten eines Gardisten beschreiben. Vano ist ein durch und durch anst├Ąndiger Kerl. Sonst h├Ątte ich ihn nicht geheiratet. Er hat riesengro├čen Mist gebaut und das hab ich ihm auch gesagt. Aber er tat es nicht aus Bosheit oder weil er die Krone verraten wollte, sondern weil er irgendwie seinen Kopf nicht eingeschaltet gekriegt hat. Er hat mit dem Herzen gedacht und das blutet aus tausend Wunden. Liebe macht blind, Majest├Ąt, genau wie Hass und manchmal geht beides Hand in Hand. Silvano war sehr aufgew├╝hlt aufgrund unserer Hochzeit und weil er Davet wiedertraf, von dem er vierzehn Jahre glaubte, er sei tot und ihm vierzehn Jahre die Treue hielt. Auch wurden kurz zuvor unsere V├Ąter beschworen und ebenso ihr M├Ârder. Wie viel kann ein Mann verkraften, bevor er zusammenbricht? ├äu├čerlich mag Silvano aufrecht stehen und Haltung waren, aber in seinem Inneren liegt eine Scherbenw├╝ste. Das Einzige, was man ihm zum Vorwurf machen kann, wenn Ihr mich fragt, ist, dass er nicht das Kommando abgab, als er es h├Ątte tun sollen und dass er sich Euch nicht anvertraute. Ich bedaure zutiefst, dass es so weit gekommen ist, dass die Schiffe zweckentfremdet worden und Kameraden gestorben sind. Letzteres schmerzt mich besonders. Aber ich frage mich auch, warum nicht mal einer von den vermaledeiten Offizieren Silvano mal ordentlich beriet? Silvano hat sich immer um Gerechtigkeit bem├╝ht, da brauchte man sich nicht f├╝rchten. Aber keiner war da, der sich wagte, ihm die Meinung zu sagen, das ist erb├Ąrmlich in meinen Augen. Sie haben ihn in sein Verderben gehen lassen. Und das nehme ich den Saubr├╝dern verdammt krumm.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte Boldiszar milde. "Selten haben wir eine derart von Liebe, Respekt und Zuneigung getragene F├╝rsprache geh├Ârt. Eine wahre Liebeserkl├Ąrung an Euren Mann. Macht ist meist lieblos, Liebe niemals machtlos. Wollen wir uns dieser weisen Worte erinnern und nach ihnen handeln. Eure F├╝rsprache f├╝r Euren Mann reicht Euch zur Ehre Chevalier Boldiszar Bovier, wir d├╝rfen mit Stolz behaupten, Euch einen unserer Coutilliers genannt zu haben und Euch im Kreise des Adels willkommen hei├čen zu d├╝rfen. Ein Heer von Ja-Sagern sind fatale Wegbegleiter, Berater m├╝ssen auch den Schneid dazu haben, ihrer Beraterfunktion nachzukommen. Darin gehen wir absolut mit Euch konform. Es freut uns, dass Ihr die Vormundschaft f├╝r Euren Ehemann ├╝bernehmen werdet. Prince Ciel, was sagt Ihr zu den Ausf├╝hrungen Chevalier Boldiszar Bovier? M├Âchtet Ihr etwas anmerken?", fragte Maximilien und musterte seinen Sohn freundlich.

Silvano de Mancini
W├Ąhrend Boldiszar neben ihm kniete und f├╝r ihn sprach, schob Silvano seine Hand auf die von Boldi und schenkte ihm ein kaum merkliches, absolut dankbares L├Ącheln.

Boldiszàr
Boldiszàr drehte seine Hand nach oben und umfasste fest die Finger von Silvano. Zwar zitterte er, aber er hoffte, dass sein Mann trotzdem die Kraft spürte, die er für sie beide aufzubringen bereit war.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel verkniff sich die Anmerkung, dass auch Boldisz├ár seinen Mann h├Ątte beraten k├Ânnen. Er tat es zwar am Ende, aber zu sp├Ąt. Allerdings hatte er eine kaum weniger aufw├╝hlende Zeit hinter sich gehabt als Silvano. Boldisz├ár war garantiert niemand, der sich nicht traute, zu sagen, was er von etwas hielt und dass er es nicht rechtzeitig getan hatte, sprach f├╝r die Intensit├Ąt der Ereignisse und damit f├╝r Silvano. ┬╗Ich bin kein Freund geschlossener Sanatorien, wenn sie nicht unmittelbar notwendig sind. Bevor Chevalier de Mancini in ein solches eingewiesen wird, sollte er Benito oder Dantoine vorgestellt werden. Sie haben den n├Âtigen fachlichen Hintergrund, um dies abschlie├čend einzusch├Ątzen. Eine geschlossene Unterbringung im falschen Falle kann das Problem verschlimmern. Dennoch sollte auch im Falle einer offenen Betreuung eine engmaschige Kontrolle durch einen Heiler erfolgen.┬ź

Silvano de Mancini
Silvano ergriff Boldis Hand und verschr├Ąnkte seine Finger fest mit denen seines Mannes. Boldi zitterte, Vano ebenso. Er dachte daran wie sehr er Boldi liebte und hoffte sein Schatz sp├╝rte dies durch ihre Ber├╝hrung.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien h├Ârte seinem Sohn aufmerksam zu. "Wir ziehen uns zur Beratung zur├╝ck. Prince Ciel folgt uns in unsere Amtsgem├Ącher", erkl├Ąrte der Duc. Max stand auf, w├Ąhrend alle anderen Anwesenden auf die Knie gingen. Au├čer selbstvert├Ąndlich jenen, die bereits knieten. In Begleitung von Fabien und Dreux verlie├č der Duc den Thronsaal, um sich unmittelbar in seiner Amtsstube einzufinden. Dort wartete er auf seinen Sohn Ciel, indem er es sich in einem Sessel gem├╝tlich machte, soweit dies das Ornat zulie├č.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel angelte sich in der Amtsstube einen Stuhl und lie├č sich darauf nieder. Abwartend blickte er seinen Vater an, um zu sehen, ob sie noch immer dienstlich sprachen, nur unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit, als Duc, Archi-Duc und Prince oder als Maximilien, Dreaux und Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Zuerst willkommen zur├╝ck daheim, wobei ich mit Dir noch ein H├╝hnchen zu rupfen h├Ątte. Geschenkt, dank Deiner Mutter. Aber umgehend zur├╝ck zu unserem Farisin Vorfall. Du hast weder zu hart noch zu mild geurteilt. Du hast f├╝r Mancini gesprochen, obwohl er sich Dir widersetzt hat. Wir beide haben hier vor gar nicht allzulanger Zeit wegen den Agentens├Âhnen gestanden Ciel. Erinnerst Du Dich? Als wir uns fragten, ob die beiden sich verb├╝ndet h├Ątten zum Verrat? Das hatten sie nicht und wir wissen, wer hinter all dem gesteckt hat. Es hei├čt manche Wunden heilt die Zeit, Kleiner. Dazu kann ich Dir sagen, dass das purer Bl├Âdsinn ist. Die Wunde wird nur ├Ąlter und man gew├Âhnt sich an den Schmerz. Dass kann ich Dir bezogen auf den Verlust von meinem Vater und Pom, wie auch von Leon garantieren. In gewisser Weise kann ich also Mancini verstehen, dass er blind vor Hass wurde. Und zu allem ├ťberfluss ist er fast geblendet. Er hatte keinen Leon, der ihn auffing. Nun das ist keine Entschuldigung andere zu massakrieren, er h├Ątte sich einen Leon suchen k├Ânnen. Denn der Angriff auf die Farisin ergab sich nicht direkt aus seiner Kindheit, sondern aus seiner Partnerschaft. Er verlor seinen Mann der sein Halt war und r├Ąchte diesen. Zieht man einen gro├čen Bogen, hat das schon mit seiner Kindheit zu tun. Er hat sich sehr an ihn geklammert, wie ich an Leon. Das Du ihn heilen statt hinrichten m├Âchtest, gef├Ąllt mir au├čerordentlich gut und zeigt, dass Du den Unterschied zwischen regieren und herrschen begriffen hast. Ich bin stolz auf Dich. Du pl├Ądierst f├╝r eine Unterbringung im offenen Heilvollzug, nehme ich an? Ich m├Âchte von Dir Dein Urteil ├╝ber Silvano Mancini h├Âren Ciel. Wie sieht Dein Urteil aus? Block vermutlich nicht, Entm├╝ndigen samt Vormundschaft. Jemals r├╝ckg├Ąngig zu machen? Ihm seinen Status als Kapit├Ąn belassen nur au├čer Dienst stellen bis zur Heilung, oder Aberkennung seines Amtes?", fragte Max neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Muss das Urteil sofort in seiner G├Ąnze gef├Ąllt werden? Ich w├╝rde auf die Einsch├Ątzung eines Heilers vertrauen wollen, was die Art der Unterbringung angeht. Seelische Erkrankungen sind ein komplexes Thema. Es gibt Heiler, die oft auch Priester sind, die darauf spezialisiert sind. Nein, auf dem Block m├Âchte ich Silvano nicht sehen. Er ist weder ein M├Ârder noch ein Verr├Ąter, er ist schlichtweg krank und ben├Âtigt Hilfe. Ich w├╝rde daher auch sein Amt vorerst nicht aberkennen, sondern ihn nur au├čer Dienst stellen bis zur weiteren Einsch├Ątzung eines Heilers. Ich muss jedoch ehrlich sagen, dass mir das Ganze sehr an die Nieren gegangen ist. Ich erfuhr, dass Agentens├Âhne normalerweise von zwei Personen ├╝berwacht werden, von einem Himmelsauge und einem sogenannten Schatten. Silvanos Himmelsauge ist spurlos verschwunden, was kaum jemanden zu k├╝mmern scheint und nurmehr sein Schatten ist verblieben. Bellamy und Boldisz├ár werden seit Parcivals Tod scheinbar von ├╝berhaupt niemandem mehr ├╝berwacht. Ich bin noch nicht an dem Punkt angelangt, wo ich der Meinung w├Ąre, nach all den Jahren die ├ťberwachung einzustellen, besonders nicht nach dem, was geschehen ist.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Da gebe ich Dir Recht, aber bedenke dabei auch eines, wir haben sie ├╝berwacht, da wir sie f├╝r potentielle Verr├Ąter hielten wie ihre V├Ąter. Aber jene waren keine Verr├Ąter Ciel, eine Person aus unserer Familie samt zwei Mitverschw├Ârer, dass waren die Verr├Ąter. Dennoch oder gerade deshalb kann trotzdem bei einem der Kinder ein Verrat-Gedanke entstehen. Wir sollten sie alle auslesen lassen und dann die ├ťberwachung langsam einstellen. Wir sollten ihnen Vertrauen entgegenbringen, aber kein blindes selbstverst├Ąndlich. Allerdings sind sie unschuldig und d├╝rfen Vertrauen erwarten, wie sie es in uns haben sollten. War das Vertrauen in die alte Duchesse gerechtfertig? Nein. Ich sehe es ebenso, dass wir ihn au├čer Dienst stellen und sobald er f├╝r geheilt gilt, er seinen Beruf wieder antreten darf. Denn zu vermuten ist, nehmen wir ihm seinen Beruf, nehmen wir ihm sein Leben. Er ist mit seinem Schiff und seinem Leben auf dem Meer extrem verbunden. Deshalb bekommt er keine Sonderbehandlung, aber wir k├Ânnen auch nicht auf jemanden treten, der schon in tausend Scherben am Boden liegt um Boldiszars Wortwahl zu gebrauchen. Gut dann f├Ąllen wir ein Teilurteil, Entm├╝ndigung bis auf weiteres, Freistellung vom Dienst bis auf weiteres, Vorstelligwerden bei einem Heiler der sich auf Geisteskrankheiten versteht, Therapie und Zwischenbescheide durch seinen Ehemann. Ich gehe davon aus, dass Boldi froh sein wird, sobald sein Mann wieder gesund ist. Eine Frage bleibt jedoch offen, wie gef├Ąhrlich sind die Farisin f├╝r uns? Du hast erw├Ąhnt, sie haben eines unserer Schiffe grundlos angegriffen. So ganz ist eine Vergeltung dann nicht von der Hand zu weisen", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun┬ź, sagte Ciel langsam und blickte pl├Âtzlich sehr zufrieden drein, ┬╗ich k├Ânnte dir jemanden vorstellen, der dies aus erster Hand berichten k├Ânnte. Jemanden, der den ├ťberfall miterlebte und ├╝berlebte. Wusstest du, das Quennel einen Sohn hatte?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nein das wusste ich nicht Ciel. Und sein Sohn war vor Ort als die Mouette ├╝berfallen wurde? Hat er damit irgendetwas zu tun, dass sie ├╝berfallen wurde? Zuzutrauen w├Ąre es ihm", gr├╝belte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er war ein Opfer des ├ťberfalls so wie Silvano.┬ź Ciel musterte seinen Vater, der mufflig dreinblickte. ┬╗Davet ist der Sohn von Quennel und deiner Mutter┬ź, half er ihm aus. ┬╗Ich habe ihn mitgebracht, f├╝r den Fall, dass wir seine Aussage ben├Âtigen - oder du ihn kennenlernen m├Âchtest.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max starrte seinen Sohn an, Dreux Blick war genauso perplex. "Warte, meine Mutter hatte ein uneheliches Kind mit Quennel? Dann ist Davet mein Halbbruder - m├╝tterlicherseits. Wie alt ist der Mann? Selbstverst├Ąndlich m├Âchte ich ihn kennenlernen, aber nicht im Thronsaal im Ornat, sondern privat", schmunzelte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie alt? Er sieht schon ein wenig wie ein Opi aus, ich denke, er ist in etwa so alt wie du. Etwas ungepflegt, da er ├╝ber keinen Leibdiene verf├╝gt und er ist auch nicht mehr ganz vollst├Ąndig, aber er ist ein netter Mensch und v├Âllig anders, als ich Quennel w├Ąhrend der Beschw├Ârung erlebte. Er verabscheut seinen Vater und hat aus der Not heraus einen interessanten Beruf ergriffen. Aber das sollte er dir vielleicht selbst erz├Ąhlen. Soll ich ihn holen lassen oder m├Âchtest du zun├Ąchst das Urteil sprechen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"M├Âchten Ciel, wir m├╝ssen oder wie lange m├Âchtest Du dort die beiden vor dem Thron knien und zittern lassen? Gewissheit m├╝ssen wir ihnen schon liefern. Gehen wir zur├╝ck, ich spreche das Urteil und dann bereitest Du ein Treffen f├╝r unseren Verwandten vor. Lass etwas sch├Ânes aus der K├╝che holen, er soll wie einer der unseren empfangen werden - privat. Denn er ist einer von uns. Wenn auch Blutlinie Cheverette und nicht Souvagne. Aber Bruder ist Bruder f├╝r mich was das Herz angeht. Auf gehts", sagte Max freundlich und betrat gemeinsam mit Fabien und Dreux erneut den Thronsaal.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wir w├Ąren bereit zur Urteilsverk├╝ndung. Hat der Angeklagte noch etwas zu den ihm vorgeworfenen Delikten zu sagen und hat er sich bereits mit seinem Ehemann besprochen?", fragte der Duc.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel folgte seinem Vater, winkte einen Dienstboten heran und gab ihm leise den Auftrag, die Leckereien aus der K├╝che zu holen und alles vorzubereiten.

Silvano de Mancini
"Nein Eure Majest├Ąt, das hole ich umgehend nach", erkl├Ąrte Silvano mit Blick gen Boden und wandte sich fl├╝sternd an Boldiszar. "Sag mir was ich tun soll. Die wollen mich in ein Irrenhaus sperren, ich werde nie wieder ein Bein auf die Planken bekommen wenn mich jeder f├╝r geisteskrank h├Ąlt. Was soll ich machen", fl├╝sterte Vano Boldi ins Ohr.

Boldiszàr
Boldisz├ár hielt noch immer Silvanos Hand ganz fest. ┬╗Du sollst ihnen vertrauen┬ź, brummte er. ┬╗Hab ich zwei Jahrzehnte lang gemacht. Ich bin bei dir.┬ź

Silvano de Mancini
"Danke Schatz, ich vertraue Dir und vertraue ihnen. Ich wei├č nicht was ich ohne Dich machen w├╝rde. Nun doch, ich wei├č was ich getan h├Ątte. Ich h├Ątte ihnen einen Bericht abgeliefert, der das Gegenteil behauptet. Ich habe es sogar ins Logbuch geschrieben. Jaques hatte das Buch zum Schlu├č und hat es sicher entsorgt", wisperte Vano in Boldis Ohr und k├╝sste ganz sanft drauf. "Eure Majest├Ąt wir haben uns besprochen. Ich m├Âchte den Ausf├╝hrungen meines Mannes nichts hinzuf├╝gen. Allerdings w├╝rde ich einen Bericht ├╝ber den damaligen Angriff der Farisin zur Verf├╝gung stellen, falls ├╝ber diese Kreaturen entschieden werden soll. Sie sind eine Gefahr f├╝r unser Land und Euer Sohn sicherte mir eine Pr├╝fung zu. Befragt dazu bitte meinen ehemaligen Ausbilder Kapit├Ąn Rene Lothair de Brisay oder Davet la Caille. Beide k├Ânnen die Vorkommnisse auf der Mouette bezeugen. Ebenso Sacha einer meiner Matrosen. Ansonsten habe ich zu meinem Vorfall nichts weiter zu sagen. Anmerken m├Âchte ich nur, dass ich meinem Mann und Prince Ciel f├╝r seine F├╝rsprache dankbar bin", sagte de Mancini respektvoll.

Boldiszàr
"Der Empfehlung schlie├če ich mich an. Davet wird es haargenau berichten, die anderen auch. Dann werdet Ihr sehen, dass Silvano nicht allein mit seiner Einsch├Ątzung ist. Die Farisin sind nicht unsere Freunde, sie sind nicht mal neutral." Er umschloss Silvanos Hand noch fester. Er vertraute den Mitgliedern der Krone sonst bedingungslos, doch heute wurde auch seine Gelassenheit arg strapaziert.

Silvano de Mancini
Vano dr├╝ckte die Hand von seinem Mann zum Dank und streichelte mit zwei Fingern dessen Handfl├Ąche.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte Dreux, Ciel und zum Schluss Boldiszar und Silvano. "Euer Einwurf wurde zur Kenntnis genommen Chevalier Bovier. Wir sprechen hier ├╝ber zwei F├Ąlle. Erstens das Verschulden Eures Mannes. Er widersetzte sich klaren Befehlen der Krone, er griff ohne Angriffsbefehl genau jene Kreaturen an. Weshalb er dies tat, haben wir er├Ârtert und er wird hier gleich abgeurteilt. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt sind die Farisin selbst und ihre Gefahr f├╝r uns. Euer Mann Boldiszar, Ihr Silvano h├Ąttet mit dieser Information an uns herantreten m├╝ssen. Ihr h├Ąttet entsprechende Befehle erhalten und dies wird noch folgen. Unges├╝hnt bleibt der Angriff auf die Mouette nicht. Dessen seid versichert, wir akzeptieren keinen t├Âdlichen ├ťberfall auf unsere Landsleute. Unges├╝hnt bleibt jedoch auch nicht Euer eigenm├Ąchtiges Handeln Chevalier de Mancini, ebenso wenig wie Euer Ungehorsam. Dennoch ber├╝cksichtigen wir Eure Vita und Eure Entscheidunggrundlage, sowie die F├╝rsprache Eures Mannes vollumf├Ąnglich. Nun denn.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Wir - Maximilien Rivenet de Souvagne - Duc de Souvagne durch Geburtsrecht verurteilen Euch, Chevalier Silvano Giovanni Delancy Bovier de Mancini-Desnoyer zu einem offenen Aufenthalt in einem Heilsanatorium, spezialisiert auf Geisteskrankheiten. Ferner werdet Ihr bis auf weiteres entm├╝ndigt. Wir erkl├Ąren Euren Ehemann, Chevalier Boldiszar Bovier de Mancini-Desnoyer mit sofortiger Wirkung zu Eurem Vormund. Eure Rechts- und Gesch├Ąftst├╝chtigkeit ist Euch bis zu Eurer Genesung entzogen. Ferner werdet Ihr von uns bis auf Widerruf vom Dienst freigestellt. Dies bedeutet Ihr behaltet Euren Amtsrang als Kapit├Ąn, Euch bleibt weiterhin die Choucas zugeteilt. Ihr werdet Euren Dienst nach Genesung wieder auf Eurem Schiff antreten. Wir erwarten monatlich einen Bericht ├╝ber Euren Gesundheitszustand. Wir merken an,dass wir Euch selbst, sowie Euren Ehemann als treue Landsm├Ąnner Souvagnes kennen- und sch├Ątzengelernt haben. Nutzt die Chance Chevalier de Mancini, die Ihr Dank des Princen und Eures Ehemannes erhalten habt. Zuk├╝nftig, erwarten wir Euren Bericht und Eure bitte um Unterst├╝tzung, anstatt solche Alleing├Ąnge. Unser Urteil ist mit sofortiger Wirkung bindet. Ihr d├╝rft Euch entfernen", entschied der Duc.

Silvano de Mancini
Silvano h├Ârte sich mit mit unbewegter Miene, aber einem gewaltigem Klo├č in der Kehle das Urteil an. Als der Duc verk├╝ndete, dass er seinen Beruf samt Kapit├Ąnsrang und sogar sein Schiff behalten durfte, verkrampften sich seine Finger um Boldis. Er wartete ab bis der Duc geendet hatte, ehe er selbst noch einmal das Wort erhob. "Ich danke Euch aus tiefstem Herzen Eure Majest├Ąt", sagte Vano ger├╝hrt und r├Ąusperte sich.

Boldiszàr
Boldisz├ár h├Ątte genau so vor lauter Aufregung fast die Hand seines Mannes zerdr├╝ckt. Er erhob sich, als Maximilien verk├╝ndete, dass sie sich entfernen durften und zog Silvano hoch. Er verneigte sich tief vor dem Duc. ┬╗Danke, Majest├Ąt und Hoheiten. Danke. Er wird Euch nicht entt├Ąuschen, daf├╝r sorge ich. Notfalls kriegt er den Arsch voll, wie mein kleiner Bruder Robby es ausdr├╝cken w├╝rde.┬ź Er entfernte sich r├╝ckw├Ąrts und zog den zittrigen Silvano mit sich hinaus, um ihn drau├čen vor der T├╝r unter lautem Freudengeschnaufe und Gl├╝cksgegrunze zu umarmen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute Boldiszar und Silvano hinterher. "Den Arsch voll oder eine Tracht Pr├╝gel h├Ątte so manchen noch nicht geschadet...", schmunzelte Max und grinste seinen Sohn Ciel an. "Die Audienz ist f├╝r heute beendet, wir ziehen uns in unsere Gem├Ącher zur├╝ck", sagte Maximilien und verlie├č gemeinsam mit Fabien und Dreux den Thronsaal und ging in seine Amtsstube wo Fabien ihn umzog. "Ich bin gespannt auf unseren Gast, ehrlich gesagt bin ich sogar ziemlich aufgeregt", verk├╝ndete Max was Dreux grinsen lie├č. "Geht mir auch so", stimmte Dreux zu.

Silvano de Mancini
Silvano lie├č sich einfach von seinem Mann mitschleifen. Drau├čen vor der T├╝r umarmte er Boldiszar so fest, als wollte er ihn erdr├╝cken und mit der gleichen Leidenschaft presste er ihm zuerst die Lippen auf den Mund und sich dann der L├Ąnge nach an ihn. "Ich liebe Dich Knubbel. Danke f├╝r alles Schatz", keuchte Vano und k├╝sste ihn erneut.

Davet la Caille
Davet gesellte sich zu den beiden und umarmte Boldi und Vano. "Wie es ausgegangen ist, muss ich bei Eurer Mini-Feier ja nicht fragen", grinste la Caille und k├╝sste zuerst Boldi und dann Vano auf die Wange. "Du hast ihn rausgehauen, gute Arbeit", freute sich Davet und dr├╝ckte beide fester.

Boldiszàr
┬╗Wir alle┬ź, schnaufte Boldisz├ár gl├╝cklich. ┬╗Hab doch gesagt, dass die von der Krone auch nicht alle bl├Âde sind. Keiner von denen ist grausam, wenn es amtlich wird. Sorgen muss man sich h├Âchstens, wenn sie privat w├╝tend werden. Da k├Ânnen die alle vier furchtbare Stinkstiefel werden. Vano muss sich von einem Heiler untersuchen und seine wunde Seele behandeln lassen. Ich denke, das ist eine gute Entscheidung, allein h├Ątte der sich nie zu einem Heiler begeben. Bis dahin hat er Urlaub vom Dienst. Aber er bleibt Kapit├Ąn der Choucas. Und wegen den Farisin wollen sie noch beraten. Conni kriegt vermutlich auch noch auf den Sack.┬ź

Davet la Caille
Davet nickte anerkennend. "Dann kann es gut sein, dass die Farisin doch noch fallen, diesmal mit Befehl vom Duc. Ansonsten bomben wir sie zur├╝ck in die Steinzeit. Ich bin immerhin sowas wie ein unabh├Ąngiger Unternehmer. Wo sollst Du denn geheilt werden?", fragte Davet und knuffte Vano.

Silvano de Mancini
Vano starrte Davet an und grinste breit. "Im Kopf vermute ich, da haben die meisten den Wahnsinn sitzen", lachte Mancini was Davet die Augen verdrehen lie├č.

Boldiszàr
"In einem Sanatorium f├╝r Geisteskrankheiten. Also einem Tempel. Wie das klingt", st├Âhnte Boldisz├ár. "Das mit dem Tempel ist garantiert Ciels Werk. Zum Gl├╝ck habt ihr euch noch vers├Âhnt, bevor es zur Sache ging."

Silvano de Mancini
"Ja da hattest Du v├Âllig Recht. Ihr beiden hattet Recht. In einem Tempel? Schatz darf ich mir den Tempel aussuchen? Ich erinnere mich dunkel, dass James Schiff doch zu einem Schwimmtempel mit Bordbewaffnung umfunktioniert werden sollte. Aber ich glaube der wird nicht gemeint sein. Witz zur Seite geschoben, wo ist so ein Tempel und was machen die dort mit mir?", fragte Vano und hielt Boldis Hand.

Boldiszàr
"Die Idee ist ... gar nicht schlecht!" freute sich Boldisz├ár. "Wenn du dich bei Ciel einkratzen willst um schneller herauszuschinden, dass du wieder fit in der R├╝be bist, dann zeig ihm doch, was f├╝r ein frommer Mann du durch den Akt der Gnade geworden bist. Hilf da in seinem Schwimmtempel aus, geh zu den Messen und s├╝lze von Ainuwar anstatt vom Klabautermann. Was meinst du, wie schnell der kleine Prince dich in sein Herz schlie├čt."

Silvano de Mancini
"Ich bete weder den Klabauter noch Ainu an, sondern Dich und Davet. Reicht das nicht? Wobei Dir schulde ich noch ein Denkmal Boldi. Auf der anderen Seite vielleicht sollte ich es damit wirklich mal versuchen. Man sagt beten w├╝rde einen beruhigen. Gut suchen wir so einen Heiltempel und ich mache, was ich da machen muss. Ich habe so etwas noch nie gemacht, bleibt Ihr bei mir?", fragte Vano verunsichert.

Boldiszàr
┬╗Ich in den Tempel?┬ź Boldisz├ár st├Âhnte gequ├Ąlt. ┬╗In die Schlacht bin ich dir ja noch gefolgt, aber Tempel, das geht zu weit. Nur Spa├č, ja, ich steh dir bei, was auch immer diese M├Ânche dir da antun. Was die da machen, frag am besten Ciel. Der kennt sich mit Pfaffen aus.┬ź

Silvano de Mancini
"Ihr m├╝sst die Behandlungen ja nicht mitmachen, aber sagen wir mal wir gehen zusammen hin und wir gehen zusammen Heim, dass w├Ąre mir wichtig. Irgendwie habe ich Schiss vor dem Tempel, ich wei├č nicht warum. Orkanst├Ąrke 12 klingt nicht so bedrohlich wie Tempel. Kennst Du einen guten Heiler?", fragte Silvano und k├Ąmmte Boldi die Haare nach hinten, was Davet grinsen lie├č. Aber nur f├╝r einen Moment, denn er war das n├Ąchste Opfer.

Boldiszàr
┬╗Gut, dann bringen wir dich fr├╝h hin und holen dich nachmittags wieder ab┬ź, erkl├Ąrte Boldisz├ár. ┬╗Du wirst ganz brav sein und alles machen, was die Heiler dir sagen. Keine Zickereien f├╝r diese Zeit, die darfst du hinterher wieder haben. In klein und weniger verh├Ąngnisvoll. Ein guter Heiler? Etienne schw├Ârt auf Benito.┬ź

Silvano de Mancini
"Dann versuche ich es f├╝r diese Erstuntersuchung mit Benito. Fran m├Âchte ich nicht fragen, er hat im Moment seine eigenen Probleme und braucht nicht noch meine dazu. Absolut nicht, ich werde nicht zicken, Ihr habt mein Wort. Je besser ich mitziehe, je ehr habe ich es ├╝berstanden Schatz. Mal ganz ehrlich Ihr beiden, findet Ihr ich habe die Behandlung n├Âtig? Ich muss das wissen", bat Vano.

Boldiszàr
Boldisz├ár h├Ârte auf rumzubl├Âdeln und blickte Silvano ruhig an. Er streichelte sein Gesicht. ┬╗Durch deine Seele gehen viele Risse. Manche Wunden heilen nicht von allein. Wenn sie im Fleisch sind, muss man sie zun├Ąhen. Wenn sie in der Seele sind ... ja ... ich wei├č nicht, was dann hilft. Da muss ein Heiler ran, wie wenn eine Wunde au├čen zugen├Ąht werden soll. Lass dir helfen, Silvano. Du bist nicht verr├╝ckt, du bist verletzt. Wir zwei sind bei dir und wir machen keinen Unfug. Nimm dir die Zeit f├╝r dich, anstatt immer nur an andere zu denken. Heile. Wir passen auf deine Lady genau so auf wie auf dich und auf deine Mannschaft. Wenn du wieder in See stechen kannst mit der Choucas, und zwar unter eigenem Kommando, wird sie blitzeblank gewienert sein und keine einzige Seepocke mehr haben. Und die Mannschaft wird sich astrein benehmen, alle gewaschen und rasiert und z├╝giges Arbeiten ohne Gemaule. Sie werden auf Knien daf├╝r danken, dass du wieder da bist, um sie von unserem Drill zu erl├Âsen. Und mal als Gast mitzureisen hat dir niemand verboten.┬ź

Davet la Caille
"Liebevoller kann es Dir keiner erkl├Ąren Vano. Passendere Worte als Boldi wird keiner finden. Geh hin, lass Dich auf die Heilung ein und nimm sie an. Wir k├╝mmern uns um alles andere, Dein Schiff ist in den besten H├Ąnden, dass wei├čt Du. Und wie Boldi schon sagt, als Gast darfst Du sie jederzeit besuchen. Die Aquila ebenso, mein Schiff ist Dein Schiff Vano. Wenn Du es gar nicht aush├Ąltst, darfst Du sie segeln. Nur daf├╝r muss ich meine Lady hierher bekommen. Aber das ist das geringste Problem, ich werde ein Himmelsauge bitten. Wir stehen Dir, dass wei├čt Du doch", erkl├Ąrte Davet ernst und lehnte sich gegen Boldi.

Silvano de Mancini
Silvano nahm beide in den Arm. "F├╝r Dein Schiff rede mit Remy. Er ist ein Himmelsauge. F├╝r alles andere - Dankesch├Ân Ihr zwei, ich werde Euch nicht entt├Ąuschen. Ich strenge mich an, dass verspreche ich Euch. Ihr seid die Besten, Ihr wisst was Ihr mir bedeutet", sagte Vano ger├╝hrt.

Costantino Marchesi
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Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#2

Beitrag von Costantino Marchesi » Sa 10. Nov 2018, 21:10

Verhaftung

Aurelien Rineillon war alles andere als zufrieden, zuerst entkam ihm dieser Pattrice und danach hatte er sich bei seinem Vorgesetzen zu verantworten. Als ob er diese kleine Ratte absichtlich entkommen lassen h├Ątte. Aber was n├╝tzte all das Lamentieren?

Der Bursche war ihm und seinen M├Ąnnern entkommen und hatte ihn wie einen unf├Ąhigen St├╝mper aussehen lassen.

Missmutig ritt er die Stra├če entlang, den Kopf tief zwischen die Schultern gezogen. Sein Raubvogel sa├č in gleicher Pose auf seiner Schulter. Mann wie Vogel br├╝teten schweigend vor sich hin w├Ąhrend des Ritts, gleichzeitig rann der Regen in Sturzb├Ąchen an ihnen herab.

Seine M├Ąnner hielten geb├╝hrend Abstand, denn sie wollten sich nicht den Zorn ihres Himmelsauges zuziehen. Endlich kam Cheverette in Sicht.

Die Gruppe ritt zum Hafen hinab, die Pflastersteine gl├Ąnzten vor N├Ąsse, aber am Hafen roch alles etwas moderig. Gesch├Ąftiges Treiben war ├╝berall am Hafen zu sehen, trotz dem miserablen Wetters.

An einem der Piere lag die Choucas. Sie war gr├Â├čer, als sie sich Aurelien vorgestellt hatte. Unter vollen Segeln musste das Schiff sch├Ân aussehen, wie ein dahingleitender Raubvogel, ├╝berlegte das Himmelsauge. Aber f├╝r eine Besichtigung war er nicht hier, sondern f├╝r eine Verhaftung.

Die Gruppe zog den Pier entlang, Aurelien stieg von seinem Pferd und schaute sich um. Seine M├Ąnner riegelten den Kai ab, w├Ąhrend das Himmelsauge kurz nach seinem Ziel tastete. Der Mann war an Bord. Rineillon legte eine Hand auf den Schwertgriff und betrat ├╝ber die Landungsbr├╝cke die Choucas.

"HEY! AUSWEISEN Freundchen! Was wird das wenn das fertig ist? Das ist kein Ausflugsdampfer! Wer bist Du und was suchst Du auf unserem Schiff?", bellte ihn ein Mann mit Backenbart ohrenbet├Ąubend an, genau just in dem Moment wo er einen Fu├č auf das Schiff gesetzt hatte. Der Kerl musste Ohren wie ein Luchs haben. Selbst Auris Adler sch├╝ttelte den Kopf und plusterte die Federn erschrocken auf.

Aurelien lupfte seine schwere, goldene Amtskette mit dem Symbol der Himmelsaugen und hielt es dem Mann unter die Nase.

"Aurelien Rineillon, pers├Ânliches Himmelsauge von seiner Majest├Ąt Maximilien Rivenet de Souvagne. Ich bin hier um im Namen der Krone die Verhaftung von Costantino Marchesi vorzunehmen. Wer seid Ihr?", fragte Aurelien ernst.

Jaques schaute das Himmelsauge an und nickte knapp. Silvano war dem Duc vorgef├╝hrt worden und sollte er sich ebenfalls unkooperativ verhalten, tat er niemandem damit einen Gefallen, Vano am aller wenigsten.

"Ihr sprecht mit Chevalier Jaques de Dusolier, 1. Offizier der Choucas, zur Zeit Kapit├Ąn in Vertretung bis auf Abruf von dieser Kriegsbrigg. Ich f├╝hre Euch zu Costantino, folgt mir bitte", bat Jaques h├Âflich und gab den Weg vor.
"Ihr fragt nicht, was Euer Mann verbrochen hat?", hakte Aurelien nach.

"Nein, die Krone wird Ihre Gr├╝nde haben unseren 8. Offizier verhaften zu lassen. Redet in Ruhe mit ihm, er ist ein umg├Ąnglicher Mensch. Dann wird er Euch folgen, notfalls rede ich mit ihm", erl├Ąuterte Jaques und klopfte an der Kabinent├╝r von Conni, bevor er unaufgefordert eintrat.

Jaques machte direkt Platz, als er die Kabine betreten hatte, so dass Aurelien nachr├╝cken konnte. Das Himmelsauge schaute sich sichernd und argw├Âhnisch in der dunklen Kaj├╝te um. Der Harpyienadler auf seiner Schulter tapste von einem Bein auf das andere, w├Ąhrend sein stechender Blick den Mann auf dem Bett fixierte.

"Costantino Marchesi?", fragte Aurelien den Mann, der geschminkt und im Pyjama um diese Zeit im Bett sa├č. Ein wahrlicher Graus und eine Unding in seinen Augen.
"Mon Dieu, Ihr seht sehr unentspannt aus. Genau jener bin ich, wie kann ich Euch helfen Himmelsauge?", fragte Conni und nippte an seinem Kaffee und legte sein Buch beiseite.

"Costantino Marchesi, im Namen der Krone seid Ihr verhaftet. Folgt mir ohne Widerstand, dann m├╝ssen meine M├Ąnner und ich keine Gewalt anwenden", erkl├Ąrte Aurelien ruhig und abgekl├Ąrt.

Costantinos Blick wanderte hilfesuchend zu seinem Maat und 1. Offizier Jaques. Dieser sch├╝ttelte kaum merklich den Kopf.

"Steh auf Conni und begleite das Himmelsauge, der Krone widersetzt sich niemand. Das ist ein Befehl. Es wird sich alles aufkl├Ąren, ich werde meinen Vater dar├╝ber informieren. H├Âre Dir vor Ort erst einmal an, was Dir vorgeworfen wird. Ich werde Dir einen Advokaten besorgen lassen. Wir alle verlassen uns auf Deine Kooperationsbereitschaft Conni", sagte Jaques beruhigend.

"Mon Dieu, ich habe gar nicht vor mich zu widersetzen. Ich begleite Euch friedlich und erwarte so eine Behandlung von Leuten der Krone oui", sagte Conni, rollte sich auf die Beine und klopfte sich ab. Er packte eine kleine Tasche zusammen, hing sie sich ├╝ber die Schulter und dr├╝ckte Jaques.

"Gr├╝├če Sacha von mir und dr├╝cke mir die Daumen Mon Cher, adieu", sagte Costantino.
"Pass auf Dich auf Conni, Ahoi", sagte Jaques.

Das Himmelsauge f├╝hrte Marchesi vom Schiff zu seinen wartenden M├Ąnner, dann traten sie gemeinsam mit ihrem Gefangenen die R├╝ckreise nach Beaufort an.

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Kazrar
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Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#3

Beitrag von Kazrar » Sa 10. Nov 2018, 23:45

Kollektives Abgammeln im Bugraum


Robere Tekuro Chud-Moreau
Die Choucas lag im Hafen und der Prince hatte das Schiff verlassen. Mit ihm gegangen war der Kapit├Ąn, in der Rolle seines Gefangenen. Still war es auf der Choucas, da die meisten Matrosen sich auf Landgang begeben hatten. Im Bug wohnten die Bei├čer. Tekuro widmete sich seiner momentanen Lieblingsbesch├Ąftigung und verbaute eine weitere Rolle Segeltuch in dem Nest, das inzwischen den Boden des gesamten Bugraums Bedeckte und in der Mitte einen besonders kuscheligen Kreis bildete. Nach vollbrachtem Werk l├╝mmelte er sich hinein, lehnte sich an seinen Vater und zog Patti in seinen anderen Arm. Zufrieden schmatzte er vor sich hin. ┬╗Was wollte der Prince schon wieder von dir?┬ź, fragte Tekuro schlie├člich Kazrar.

Kazrar
Kaz kratzte sich das Bein, dass Dank Ciels Hilfe gar nicht mehr juckte, geschweige denn eine Wunde aufwies. "Du wirst es nicht glauben mein Sohn, er hat mich also uns alle f├╝r unser Verhalten gelobt. Er sagte wir w├Ąren loyal und zuverl├Ąssig. Lass den kleinen Mann sein wie er will, aber er erkennt Loyalit├Ąt und Treue an. Ich frage mich, ob ein wahrer Bei├čer in ihm schlummert und ob er heimlich den ├ältesten anbetet. Suchte er ihn gar um ihn zu huldigen und alles ging schrecklich schief? Oder bekam er Angst vor seiner eigenen Courage und brach dann in aller Hast sein eigentliches Vorhaben ab? Sucht er wohlm├Âglich Ainuwar selbst in der Reinkarnation des weisen ├ältesten? Nicht wissend, dass Ainwuar nur ein anderer ├ältester ist? Ich wei├č es nicht, aber eines wei├č ich sehr wohl mein Sohn, er ├╝berlie├č uns ein sicheres Nest als Zeichen seiner Dankbarkeit. Und das wollen wir genie├čen. Offiziell sind wir Gefangene auf dem Schiff, dass hat er auch extra dem Kapit├Ąn gesagt, also dem ersten Offizier, der nun Kapit├Ąn ist. Ansonsten d├╝rfen wir uns frei bewegen. Er wird sogar versuchen uns an einem Wunschort unserer Wahl abzusetzen. Ich h├Ątte mit einigem gerechnet, damit nicht. Ich bin erstaunt und sehr gl├╝cklich Tekuro", sagte Kaz und schmiegte sich an ihn.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Hab doch gesagt, dass man seinem Wort vertrauen kann┬ź, sagte Tekuro zufrieden und gab Kazrar einen Kuss auf den Scheitel. ┬╗Das hast du gut hingekriegt. Du kannst Leute besser belabern als ich. Ich kann sie nur mit den F├Ąusten ├╝berzeugen. Wenn wir uns frei bewegen k├Ânnen, sollten wir in einem unbeobachteten Moment den ├ältesten ... an Bord holen. Was mit einem Haus funktionierte, wird auch mit einem Schiff funktionieren. Er kann sich hier vollfressen und die Matrosen f├╝r uns arbeiten lassen.┬ź

Kazrar
"Ja ich habe noch besseres vor. Er soll sich nicht in dem Schiff einnisten, sondern er muss bereit bleiben. Der Pirat f├Ąhrt ├Âfter Arashima an, so klang es durch mein Sohn. Arashima! Die Heimat! Sie ├╝berfallen Noraka und fahren dann nach Arashima. Was spricht dagegen, dass er uns mitnimmt und nach Arashima f├Ąhrt? Nichts. Deine Idee dass der ├älteste den Piratenkapit├Ąn besetzt war gut, aber er ist kein Magier. Noch besser w├Ąre, er besetzt einen Magier dort an Bord. Aber vorher, ganz richtig mein Sohn m├╝ssen wir den ├ältesten bergen und verstecken", grinste Kazrar vergn├╝gt.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Patrice ging es heute sehr gut, denn er wurde all die Zeit von Tekuro gekrault, durfte an seiner Seite geschmiegt liegen und hatte bereits mehrere Portionen Essen gebracht bekommen. Er hatte sie nicht selbst geholt - Tekuro hatte sie ihm eigenh├Ąndig gebracht. Sie lagen im Hafen und der Bei├čer wollte nicht, dass sein wertvoller Sklave auch nur daran dachte, erneut fortzulaufen. So lange sie hier vor Anker lagen, w├╝rde es Patrice mehr als gut gehen. ┬╗Er muss den Kapit├Ąn ja nicht besetzen┬ź, sinnierte Tekuro. ┬╗Er kann ihn einfach fernsteuern ... wie die Hohenfeldebrut. Sie gegeneinander ausspielen und sich laben an ihrem Elend. Ansgar und Davard ... wann holen wir sie uns? Nach dem Heimaturlaub?┬ź

Kazrar
"Ja Tekuro nachdem wir in der Heimat Kraft getankt haben f├╝r einen Kampf, mit dem selbst ein Hohenfelde nicht rechnen w├╝rde. Einen Kampf, der sie bis in die tiefsten Festen ihrer schwarzen, reudigen Seelen ersch├╝ttern wird. So hart, brutal, heftig und erbarmungslos, dass selbst ein Hohenfelde ein Wort kennenlernt, dass sie bis dato nicht kannten - ANGST. Und sie werden uns f├╝rchten, jeder dieser verseuchten Bastarde wird vor uns auf dem Boden liegen und uns seinen magischen Arsch wie eine kleine Hure anbieten, nur damit wir von ihnen anderweitig ablassen. Du wirst sehen, auch diese D├Ąmonen kann man an die Kette legen und sie zu Lustsklaven drillen. Mehr noch als alle anderen, weil sie davon ausgehen unbezwingbar zu sein. Und genau das Tekuro, ihre Arroganz und ├ťberheblichkeit bricht ihnen das Genick. Ein Magier ohne Magie ist ein Nichts. Du hast gesehen wie Brandur vor mir winselte und gehorchte. Was n├╝tzt dem alten Mann seine Magie, wenn er zwei t├Âdliche H├Ąnde an seiner Kehle hat? Was n├╝tzt einem Davard seine Magie, wenn er meine H├Ąnde um seine Eier hat? Keiner von beiden wagte es sich, sich mir zu widersetzen. Die Kunst bei diesem Angriff ist, sei ihnen zuerst nahe, dann hast Du sie. Magier sind Fernk├Ąmpfer, sie t├Âten aus der Distanz. Und sie kommen Dir erst nahe, wenn sie ihr Werk vollendet sehen oder es pers├Ânlich beenden wollen. Du musst schlau und listenreich sein, wie die dreimal verfluchte Eisnatter. Dich darf man erst sehen wenn es zu sp├Ąt ist, wenn Du Dein t├Âdliches Gift schon in ihre Venen gepumpt hast Du Deinen eisigen Biss. Dann mein Sohn, werden sie fallen und um Gnade winseln. Ob es Gnade geben wird? Das allein wei├č der ├älteste", sann Kazrar gl├╝cklich.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Du willst die Widerlinge als Lustsklaven halten? Wir sollten sie bei der ersten Runde verrecken lassen, sie sind riskant. Ich mag h├╝bsche und liebe Sklaven, wie meinen Patti. Und du magst bockige Sklaven. Aber diese sind nicht bockig. Sie sind b├Âsartig und h├Ąsslich. Sie kriegen alles und die selben Schnitte und auch die Salami. W├Ąhrend sie noch leben. Und dann von hinten in die Augen fassen und den Kopf abs├Ągen, wie sie es bei dir und Mama taten.┬ź

Kazrar
Kazrar nickte zustimmend. "Aber ich sprach doch nicht davon die alten ausgemusterten Kerle als Lustsklaven zu halten. Sie haben auch frischen, zartes, sehr junges Blut in ihren Reihen. Nicht minder bockig und stur. Ein jeder Ritt wird Dich auf so einem Wildfang durchsch├╝tteln und Du wirst ihn Sto├č f├╝r Sto├č zureiten und z├Ąhmen, bis er eines Tages unter Dir vor Angst wimmert und sich Dir anbietet. Wir hatten doch schon einen von ihnen in unseren Reihen, als Gef├Ą├č f├╝r den ├ältesten. Davard diente Archibald lange und gut, bis zum Zwischenfall. Er diente ihm ├╝ber ein Jahrzehnt, 12 gute Jahre lang", erkl├Ąrte Kazrar zufrieden und rieb sich den Bauch.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗An...wolf┬ź, erinnerte sich Tekuro. ┬╗Der war h├╝bsch. Aber auch ein Magier. Und vielleicht sieht der ├älteste es als Hohn an, ein von ihm benutztes Gef├Ą├č abzurichten. Also willst du Ansgar und Davard tot sehen┬ź, fasste er beruhigt zusammen. ┬╗Nachdem wir in der Heimat waren. Ich freu mich da drauf. Aber Belly wollte auch mit, verdammt und er wollte sich von mir stechen lassen. Und dieser Schei├č Rakshaner hat mir dazwischengefunkt!┬ź

Kazrar
"Wieso l├Ąsst Du Dir Deinen Ohne-Zahn von einem Schokost├Ąbchen wegschnappen? Tekuro was ist los mit Dir? Lauerj├Ąger d├╝rfen auch einmal sprinten. Da rollt so ein liebeskranker W├╝stenwilder nur h├╝bsch mit den Augen und schon ist Dein Ohne-Zahn weg. Was ist das f├╝r eine Art? Du h├Ąttest ihn h├Ąrter anpacken m├╝ssen, ganz entschieden. Und Du h├Ąttest ihn gleich nach dem Angebot stechen sollen. Und wie Du ihn h├Ąttest stechen m├╝ssen. Tag und Nacht h├Ątte Dein Stachel sein Ansporn sein m├╝ssen. Du bist zu weich, zu lieb, zu g├╝tig mein Sohn. Dass muss ein Ende haben. So geht das nicht weiter mit Dir. Wir m├╝ssen Deinen Lehrling retten Tekuro! Bei├čer sind selten, nicht das der Rakshaner ihn zu einem der ihren umformt. Der Piratenkapit├Ąn wurde auch von ihnen assimiliert", gab Kaz zu bedenken.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Kazrar schimpfte selten, aber wenn er es tat, dann in einem fort. Tekuro schlug die Augen nieder, zum Zeichen, dass er die R├╝ge annahm und als Kazrar fertig war, leckte Tekuro ihm beschwichtigend den Hals. ┬╗Ich wusste das nicht. Ich wollt nicht den selben Fehler machen wie bei Patti. Da hast du mich ger├╝gt, dass ich zu hart w├Ąre. Nun bin ich zu weich. Es ist schwierig, Papa. Wir holen ihn zur├╝ck und dann stech ich ihn, wenn er mir nicht aufs Maul haut. Wurdest du auch von deinem Mentor gestochen? Von Archibald?┬ź

Kazrar
Kaz nickte zustimmend. "Nat├╝rlich wurde ich das, frag ihn doch, da h├Ąngt er rum wie ein Pudding in der Kurve. Aber wir taten es freiwillig. Und soweit ich das verstanden habe, wollte Bellamy Dich doch!", erkl├Ąrte Kaz was Archibald leise, tief und kratzend kichern lie├č. Das Kichern von Arch klang wie eigentlich alles an ihm ziemlich bedrohlich w├Ąhrend er Nathan liebkoste.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Ich wurde es nicht ... weil du mein Mentor bist. Woher wei├č man das, wenn einem das keiner sagt oder vormacht? Es sollte in einem Buch stehen ... einem Lehrwerk f├╝r Bei├čer. Weil man manchmal seinen Ohnezahn nicht ficken kann. Du schreibst doch gern, da kann dann drinstehen, dass man das normalerweise macht. Tipps zur Ausbildung. Und auch, wie man Sklaven abrichtet. Und ein Buch des ├ältesten, wie man ihn anbetet und n├Ąhrt. Ich werd`s besser machen, wenn wir Belly wiederhaben. Ich stech ihn ab, bis er winselt. Ich lieb dich, Papa. Aber Archi tut das nicht, er krault nur den Dummen.┬ź

Archibald von Dornburg
"Tekuro, zuerst wirst Du meinen Mann nie wieder dumm nennen, sonst nenne ich Dich Zahnlos-geworden. Nat├╝rlich liebe ich Dich, Du bist so etwas wie mein Enkel. Aber auch ein Meister ben├Âtigt seine Freiheiten. Und wie ich vor einer Ewigkeit schon Deinem st├Ârrischen Vater erkl├Ąrte, wann ich mit wem wieviel Zeit verbringe entscheide ich. Ihr k├Ânnt mich bitten, fragen was auch immer. Aber es ist meine Entscheidung. Frisch Verliebte verbringen viel Zeit miteinander. Aber ich werde gemeinsam mit Deinem Vater so ein Buch verfassen und der Ewigkeit hinterlassen. Wobei ich davon ausgehe, selbst eine Ewigkeit zu leben, zumindest eine kleine. Dein Belly holen wir zur├╝ck. Es ist noch ein Kapit├Ąn an Bord. Wir sollten ihn davon unterrichten, dass noch Kameraden auf der Insel sind!", warf Archibald ein und k├╝sste Nathan.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Das werden die wissen, ein Viertel der Mannschaft fehlt, grob ├╝berschlagen. Sie wissen es und tun trotzdem nichts. Weil der Prince es untersagt hat. Er schafft lieber Silvano auf den Block. Und dar├╝ber werde ich mich nicht beklagen. War ein guter Kamerad, aber ich bin auch nicht b├Âse, wenn Boldi mal wieder was anders macht als ihn zu bet├╝deln. Ihr zwei seid ein beschissenes Paar, Kazrar und Archibald. Paar bedeutet zwei. Wenn Arkan wieder da ist, bist du eh abgeschrieben. Dann kannst du mit Nathan einen Zweierzirkel bilden, wenn dir das besser schmeckt.┬ź

Archibald von Dornburg
"Lass Deine Wut nicht an mir aus, sonst lasse ich meine an Arkan aus. Wir sind eine Gruppe und kein Duo. Und Nathan geh├Ârt fest zu mir, wie Arkan zu Kaz. Das stand nie zur Diskussion", gab Archibald zu bedenken.

Kazrar
"Streitet Euch nicht, ohne Vano w├Ąren wir nicht hier Tekuro und Nathan ist kein Bei├čer Archibald. Er ist Dein Sklave wie Patti der von meinem Sohn. Mach nicht so einen Wind um die Windel und drohe nie wieder meinem Sohn oder meinem Mann", murrte Kaz.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Die Zunge von Tekuro leckte nerv├Âs ├╝ber seine Lippen. ┬╗Wir d├╝rfen nicht ... untereinander drohen. Ich find`s blo├č schei├če. Wenn du einen hier angreifst ... egal wen ... oder ein anderer hier jemanden ... dann bricht der Zirkel auseinander. Ich respektiere dich, Archi. Du bist der ├ältere und Erfahrenere und hast mich nach Hause geholt. Ich sag dir trotzdem, wenn ich was schei├če finde. Aber drohen, nein. Lasst uns lieb sein miteinander.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald zeigte Tekuro und Kaz seine offenen Handfl├Ąchen, auch wenn das mit seinen messerscharfen N├Ągeln etwas anders wirkte als bezweckt. "Du hast Recht Tekuro, jeder sollte das Recht haben zu sagen was ihm nicht passt. Aber ein Zirkel ist nur so stark wie sein schw├Ąchstes Mitglied und haltbar wie sein Zusammenhalt. Ich nehme meine Worte zur├╝ck. Wir haben alle unterschiedliche R├Ąnge und doch sind wir eine Familie. Ihr bedeutet mir viel und so etwas sage ich selten", sagte Arch freundlich.

Kazrar
"So ist es, mein Sohn hat Recht. Eine Familie muss eine un├╝berwindbare Einheit sein, in Geist, K├Ârper und Zusammenhalt. Sonst ist es keine Familie und auch kein Zirkel. Nur daran kann man sich messen lassen, an sonst nichts. Friede Archi und Friede mein kleiner Liebling Teku", sagte Kaz und k├╝sste ihn liebevoll auf die Wange.

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Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#4

Beitrag von Davet la Caille » So 11. Nov 2018, 22:46

Familienzusammenf├╝hrung im Palast

Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem das Urteil ├╝ber Kapit├Ąn Silvano gesprochen war und dieser zusammen mit Boldisz├ár den Thronsaal verlassen hatte, wartete Ciel noch einen Augenblick, damit sie sich von der T├╝r entfernten. Dann begab er sich pers├Ânlich zur T├╝r und holte seinen verlorenen und wiedergefundenen Halbonkel herein. "Wir treffen uns in der Amtsstube, nicht im Thronsaal, Davet", sagte Ciel. "Komm, ich f├╝hre dich zu deinem Halbbruder und dem ├Ąltesten deiner Neffen, Dreaux. Beide freuen sich sehr auf dich. Ich hoffe, Gregoire und Olivie sto├čen auch noch hinzu." Er brachte seinen Onkel zur Amtsstube und hielt ihm die T├╝r auf, ehe er auch eintrat und sie hinter sich zuzog. "Vater, dein Halbbruder Davet. Dreaux, dein Onkel. Onkel Davet - willkommen in der Familie."

Davet la Caille
Davet wartete ab bis Boldiszar und Vano gegangen waren und hoffte sie w├╝rden drau├čen warten. Ansonsten war davon auszugehen, dass sie nach Mancini aufbrechen w├╝rden. Wo Boldi in Beaufort wohnte, wusste er nicht. Zur Not musste er sich durchfragen. Aber nun galt es zuerst, seinen Halbbruder kennenzulernen und Davet wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Am besten den Protokoll entsprechend, sonst gab es gleich eine zweite Verhandlung, schoss es ihm durch den Kopf. Solange der Duc nichts anderes sagte, galt das was man gelernt hatte. Ciel trat aus dem Thronsaal und kl├Ąrte ihn dar├╝ber auf, dass sie sich in der Amtsstube treffen w├╝rde. Gerade als er vorsorglich fragen wollte, wo diese sei, kl├Ąrte ihn Ciel gl├╝cklicherweise bereits auf und f├╝hrte ihn postwendend sogar hin. Davet musterte kurz die Anwesenden, ehe er auf ein Knie ging, wie es offiziell erwartet wurde. "Eure Majest├Ąt, Hoheit", gr├╝├čte er Maximilien und Dreux.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Br├╝der knien nicht voreinander, steh bitte auf", sagte Maximilien freundlich und deutete Davet wie auch Ciel an Platz zu nehmen. Mit dankbarem Nicken kam Davet der Aufforderung nach, w├Ąhrend Max ihn unverholen, offen und extrem neugierig anstarrte. "Die ├ähnlichkeit ist unverkennbar, wir beide haben die Nase von den Cheverettes und die Augenfarbe. Das ist Dreux, mein ├Ąltester Sohn, Ciel hast Du schon kennengelernt. Ich habe noch einen Sohn namens Gregoire und eine Tochter namens Olivie. M├Âglicherweise ist Dir das bekannt, falls nicht, dass sind Deine vier Neffen und Du hast drei Schw├Ągerinnen. Das vorneweg als Erl├Ąuterung. Willkommen in der Familie Davet, sch├Ân dass Du da bist", sagte Max, stand auf und dr├╝ckte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wartete, bis die zwei Br├╝der sich begr├╝├čt hatte, dann dr├Ąngelte er sich vor - das Protokoll war aufgehoben und er durfte dem ├Ąlteren Dreaux eine lange Nase drehen - und legte ebenso die Arme um den Piraten. Ein L├Ącheln umspielte Ciels blasse Lippen, als er vorsichtig auch den Kopf auf Davets Schulter bettete, auf der Seite, wo der Arm fehlte. Er wollte zeigen, dass er den Armstumpf nicht scheute, sondern auch dieses Fehlen ein Teil von Davet war. Davet f├╝hlte sich warm an und strahlte eine Ruhe und Gelassenheit aus, die Ciel nur von wenigen Menschen kannte. Manche Leute waren wie die Glut eines w├Ąrmenden Lagerfeuers und Davet war einer von ihnen. Er freute sich auf die Geschichten von fernen Gestaden, die sein Onkel ihm erz├Ąhlen w├╝rde, auf die Weisheit, die ein langes und hartes Leben mit sich brachte und darauf, ihm seinerseits ihr Leben bei Hofe zu zeigen und, wenn Davet es wollte, ihn daran teilhaben zu lassen. Ciel lie├č ihn wieder los, trat einen Schritt zur├╝ck und sah sehr gl├╝cklich aus.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux lie├č Ciel den Vortritt und wartete schmunzelnd ab. "Da Dich mein Bruder schon f├╝r zwei zerquetscht, auch von mir herzlich willkommen. Du und Papa Ihr seht Euch wirklich ├Ąhnlich und die Geschichte, wie alles aufgedeckt wurde ist haarstr├Ąubend genug", grinste Dreux mit dem Blick auf Davet Haare und dann Ciels. "Nebenbei, kurz ein anderes Thema, es geht dabei um Haare, ich spendiere Dir die H├Ąlfte meiner Haare Ciel. Sag wann wo und wie, dann wird ein Termin ausgemacht, damit sie vor der Verarbeitung abgeschnitten werden. Solange bleiben sie noch dran. Ich hoffe Ihr verzeiht mir den Scherz", sagte Dreux gut gelaunt und knuffte beide liebevoll.

Davet la Caille
"Ich danke Euch f├╝r die herzliche Aufnahme, wie ich Dich zu begr├╝├čen hatte konnte ich nicht wissen Maximilien. Ich darf Dich doch so nennen oder? Das kommt mir irgendwie total seltsam vor den Duc beim Vornamen zu nennen. Danke daf├╝r. Nun meine oder besser gesagt unsere Mutter habe ich pers├Ânlich nie kennengelernt um zu der Geschichte etwas beizutragen. Und mein Vater den Ihr als Quennel kennt, war zum Gl├╝ck nicht so oft zu Hause, dass ich ihn ertragen musste. Dann auch kurz etwas zu meiner Vita. Aufgewachsen bin ich bei meinem Onkel Enrico Timeo la Caille. Mein Vater brachte mich direkt nach meiner Geburt zu ihm, damit er mich aufziehen sollte. Was Onkel Enrico auch getan hat. Ein guter und lieber Mann, der sich aber nicht gegen meinen Vater durchsetzen konnte. Mein Vater war allerdings auch ein Kaliber f├╝r sich und kaum jemand konnte sich gegen ihn durchsetzen. Was und wer er war, dass muss ich Euch allen nicht beschreiben, er war ein Himmelsauge und er war ein Verr├Ąter. Um es mit den Worten meines Gef├Ąhrten zu sagen, bis auf die Haare habe ich nichts von meinem Vater und darauf bin ich stolz. Von klein auf war es mein Wunsch zur See zu fahren. Ich sah damals die Schiffe im Hafen weiter unten in Cantillion, als ich mit meinem Onkel dorthin reiste und seitdem waren Schiffe meine Leidenschaft. Ein Traum den mir mein Vater auspr├╝geln wollte. Er hat mich aus dem Haus gepr├╝gelt, mehr nicht. Ich habe keine Sekunde bereut, dieses Haus verlassen zu haben. Manchmal habe ich zwar an meinen Onkel gedacht und wie gesagt, er war ein bis zu einem gewissen Grad sogar ein guter Vater. Aber zu einem Vater geh├Ârt f├╝r mich weitaus mehr, als ein paar liebevolle Worte. Worte sch├╝tzen nicht vor Schl├Ągen, Tritten oder dergleichen. Und das nehme ich dem Mann sehr wohl ├╝bel. Wer nicht bereit ist sein Kind zu sch├╝tzen, der sollte keines haben. Gleich ob adoptiert, angenommen oder als St├Âppken, also als Lehrling zum Beispiel. So etwas ist mir wichtig. Ich habe jetzt einfach mal drauf los erz├Ąhlt, da ich nicht wei├č, was Euch interessiert", sagte Davet freundlich und legte einen Arm um Ciel. "Sei vorsichtig mit dem Haken, er ist im Inneren messerscharf, verletze Dich daran nicht".

Ciel Felicien de Souvagne
Fasziniert nahm Ciel Davet bei seinem verst├╝mmelten Arm, bog diesen nach oben und untersuchte den Haken mit Augen und Fingern, besah sich die sichelartige Innenklinge, die gebogene Spitze und wie der Haken unter dem ├ärmel befestigt war, zumindest so weit, wie er es vermochte, ohne den ├ärmel hochzuschieben. "Enrico war vielleicht der Ansicht, ihm erginge es wie dir, wenn er sich zwischen euch stellte. Und zerschlagen h├Ątte er noch weniger f├╝r dich tun k├Ânnen. War Quennel nicht auch zeitgleich ein Agent der Autarkie?"

Davet la Caille
"Du bist ganz sch├Ân neugierig, da kenne ich noch so jemanden. Warte mal und halt meinen Jacken├Ąrmel auf der Seite fest", bat Davet und zog den Rock aus. So dass Ciel sich den Haken in Ruhe angucken konnte. "Es gibt mehrere Aufs├Ątze, ich zeige sie Dir mal bei Gelegenheit, mehrere f├╝r den Kampfeinsatz, einen Kneifer und einen der ├Ąhnlich wie eine Harpune mit Widerhaken ist, also was f├╝r die ganz schweren F├Ąlle", erl├Ąuterte Davet Ciel als spr├Ąche er mit Bevis. Irgendwie waren beide gleich neugierig und nur wer fragte, lernte auch etwas. "Ciel f├╝r eine derartige Feigheit gibt es keine Entschuldigung. Sicher h├Ątte Enrico von Quennel m├Âglicherweise ebenfalls Schl├Ąge kassieren k├Ânnen. Aber ob ein Erwachsener einen Schlag einsteckt oder ein Kind ist ein gravierender, machmal sogar fataler Unterschied. W├╝rde ein Erwachsener ein Kind noch schlagen, wenn es die gleichen Kr├Ąfte wie er h├Ątte? Nein. Was lernt das Kind durch einen Hieb? Papa ist st├Ąrker. Was n├╝tzt ihm dieses Wissen? Nichts, dass hat es schon vorher gewusst. Anstatt die Hand zu heben und zuzuschlagen, k├Ânntest Du die gleiche Zeit benutzen um in Ruhe zu erkl├Ąren was falsch lief, wie es richtig geht. Dein Kind lernt wirklich etwas, bestenfalls wiederholt es den Fehler nicht mehr und eines wei├č es genau - nicht Papa ist st├Ąrker, Papa hat mich lieb. Das sollte ein Vater. Von daher wie ich sagte Enrico ist eine Seele von Mensch, aber feige bleibt er trotzdem. Und ob er tats├Ąchlich eine von Quennel gefangen h├Ątte, sei dahin gestellt. Vermutlich nicht einmal dass, denn als Corentin - so hei├čt Quennel wirklich, mir die Z├Ąhne ausschlug, da konnte er ihn aus dem Haus werfen. All die Jahre vorher nicht. Warum das so gewesen ist, werde ich nicht er├Ârtern, ich m├Âchte es auch gar nicht wissen. F├╝r mich ist die Sache durch. Ich bin ein erwachsener Mann, mehr noch ich bin mittlerweile ein alter Mann und in meinem Rahmen mache ich es einfach besser, als ├╝ber alten K├Ąse zu lamentieren, den ich nicht mehr ├Ąndern kann. Lass Enrico Enrico sein, mit all seinen Fehlern und guten Seiten. Was mir nicht gepasst hat, mache ich besser. Das reicht mir aus. Ich habe niemals meinen Partner geschlagen, ich habe niemals einen Schiffsjungen geschlagen, ich habe niemals einen meiner Hunde geschlagen, ich habe nie eine Frau geschlagen. Es geht in meinem Leben um mich, das ist mein Buch des Lebens und nicht das von Enrico Ciel. Merk Dir das, der Protagonist in Deiner Chronik bist Du. Jetzt zu Quennel. Dazu muss ich Dir sagen, soweit hat mich mein Vater niemals interessiert. Ich wusste er wollte stets das sein Vater ein Himmelsauge wird, aber der Mann hat es nicht geschafft. Mal davon ausgehend er hat es versucht, sein Bestes gegeben, aber nicht bestanden. Das ist nicht verwerflich, die Himmelsaugen k├Ânnen schlie├člich nicht jeden nehmen und wir w├╝rden ja auch nur die Besten f├╝r den Job einstellen. Corentin nahm ihm das aber pers├Ânlich ├╝bel. So als h├Ątte sein Vater bewusst versagt um ihn zu ├Ąrgern. Eine sehr verdrehte Sicht, Du fragst Dich was das mit mir zu tun hat - wir kommen gleich drauf. Mein Vater selbst hatte die Gabe von seinem Vater geerbt und er war m├Ąchtig. Der zweite Mann hinter Parcival war er eines Tages. Ob er ebenfalls ein Agent war, dass wei├č ich nicht Ciel. Ich erbte die Gabe ebenso und er wollte das ich ein Himmelsauge werde, angeblich w├Ąre meine Macht gro├č und so weiter, keine Ahnung der magische K├Ąse hat mich nie interessiert. Es ist da, manchmal meldet es sich wie juckender Fu├čpilz und ist recht l├Ąstig. Mal ist es ganz n├╝tzlich wenn ich was "sehe". Geschult bin ich nicht, ich habe auch kein Interesse daran. Und als er das mitbekam und ich es ihm auch erkl├Ąrte, ab dato war der Abgrund los. Ich war f├╝r ihn ein rotes Tuch, vermutlich blutrot, da ich die Gabe hatte und sie nicht wollte. Opa war nur zu unf├Ąhig. Mein Vater wollte im Grunde durch die anderen leben, dass was er nicht erreichte, da kein Mensch an zwei Orten zeitgleich sein kann, dass sollten seine Leute f├╝r ihn erreichen. Nur wei├čt Du Ciel, er behandelte niemanden so, dass man gerne einer seiner Leute gewesen w├Ąre", erk├Ąrte Davet liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fiel auf, dass er vor lauter Aufregung wegen des Hakens seinen gro├čen Bruder ├╝bergangen hatte. Er wandte sich Dreaux zu. ÔÇ×Wegen der Haare ÔÇŽ das ist eine so liebe Geste, dass mir fast die Worte fehlen. Aber ├╝berlege es dir gut, es dauert mindestens f├╝nf Jahre, um sie wieder auf die derzeitige L├Ąnge zu bringen. Und ich beginne, mich an die Glatze zu gew├Âhnen. Zur Hochzeit habe ich ein buntes Kopftuch getragen und dar├╝ber meinen Dreispitz. Auch ansonsten waren wir ganz schlicht gekleidet, in helle und freundliche Sachen, die Fran ausgesucht hat. Das bunte Tuch hat das kahle Haupt nicht nur kaschiert, sondern die Tracht komplettiert. Und letztlich sind es nur ├äu├čerlichkeiten.ÔÇť Er strich Dreaux durch den Schleier seiner stei├člangen, wei├čblonden Haare, ehe er sich wieder Davet zuwandte, der zulie├č, dass Ciel den Haken weiter untersuchte ÔÇô was er sofort tat. Seine Finger tasteten die Konstruktion ab wie die H├Ąnde eines Blinden. ÔÇ×Auf die anderen Aufs├Ątze bin ich gespannt. Tut es dir nicht weh, wenn du Kraft auf den Stumpf dar├╝ber aus├╝bst? Wir beide teilen die Ansicht zur Kindererziehung ÔÇŽ mein Kind werde ich gleichsam niemals z├╝chtigen oder z├╝chtigen lassen. Du magst recht haben mit deiner Einsch├Ątzung Enricos oder auch nicht, aber in jedem Falle hast du Recht damit, nicht in der Vergangenheit zu leben, sondern in der Gegenwart. Dass Quennel ein Agent war, sagte ÔÇŽ Vater? Oder war Quennel das pers├Ânlich, als Brandur ihn beschwor?ÔÇť Ciel ├╝berlegte. ÔÇ×Ich glaube, Vater vermutete es und Quennel brachte die Best├Ątigung. Wenn ja ÔÇŽ dann w├Ąrst du ein weitere Agentensohn, der aus dem Schleier des Vergessens ans Licht getreten ist.ÔÇť

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux machte es sich gem├╝tlich und h├Ârte genauso aufmerksam zu wie sein Vater Maximilien. Es gab keinen Zweifel, selbst wenn es beide geleugnet h├Ątten, sie waren Br├╝der. Und Davet war der ├Ąltere der beiden. Aber die unterschiedlichen Haare fand Dreux witzig. Der eine dunkel mit Mega-Locken, der andere blond und glatt. Das hatte was. Dreux schenkte seinem Bruder ein liebevolles L├Ącheln. "Nat├╝rlich wei├č ich wie lange so etwas dauert Ciel, drum ist es ja eine Spende die von Herzen kommt. Aber falls Du sie gar nicht ben├Âtigst oder w├╝nscht, sag mir das bitte vorher. So ein Tuch tragen viele, auch um Haare zu sch├╝tzen. ├ťberlege Dir das gut, f├╝r uns beide. Ich w├╝rde sie Dir spenden, aber wenn ich es nicht muss, werde ich meine Haare auch nicht abschneiden. Die Feier mit Fran holen wir hier nach. So dass wir als Familie Deine Hochzeit ebenfalls gefeiert haben. Auf einem Schiff ist schon etwas Besonderes dass muss ich Dir lassen. Ach nebenbei Onkel Davet, mein Bruder Greg besitzt auch ein Schiff. Die Xavier, ein Forschungsschiff der Souvagnischen Marine, dass habe ich ihm zu seinem Hochzeitstag geschenkt. Den Greg liebt die Forschung und Reiseberichte, sitzt aber meist nur in seiner B├╝cherei und erlebt nichts real. Selbst wenn er das Schiff nicht pers├Ânlich nutzt, kann er es zu Forschungszwecken los schicken und hat somit selbst auch etwas entdeckt. Eure Erziehungsmethoden teile ich ebenso, genau wie Vater. Nur leider habe ich noch keinen Nachwuchs und unterwegs ist auch nichts. Tja ├╝ber Quennel w├Ąre er dann ein Agentensohn, ein Himmelsaugensohn und er geh├Ârt zu uns. Wobei zu uns durch Oma ma├čgeblich ist w├╝rde ich sagen. Der Haken sieht auch schon aus wie eine Waffe die man nicht im Balch haben m├Âchte, die anderen muss ich nicht sehen", grinste Dreux.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Richtig, ich habe die Vermutung ge├Ąu├čert. Offiziell war Quennel ein Himmelsauge, aber er war ein Doppelagent. Wenn er beschworen wurde, hat er das vermutlich best├Ątigt. Ich hatte es Dir bei dem Verh├Âr von der alten Duchesse gesagt Ciel, also bei dem Verh├Âr unserer Mutter Davet. Ja mit so einem Haken ist nicht zu spa├čen. Weder als Handwaffe noch als Prothese. Das ich nichts weiter einwerfe ich keine Unfreundlichkeit, ich h├Âre Euch einfach gen├╝sslich zu. Mein Leibdiener Fabien kann Dir das best├Ątigen, er muss mir abends auch allerei erz├Ąhlen, damit ich mich wohlf├╝hle. Zudem lass die Jungs Dich ausquetschen, wir haben heute Abend noch genug Zeit unter Br├╝dern verschworen zu reden, ober die K├╝ken", grinste Max was auch Davet grinsen lie├č.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ×Was die Per├╝cke betrifft, wie w├Ąre es mit einer, die nur einen ganz kleinen Zopf hat? Dann m├╝sstest du nicht so viel abschneiden. Ich w├╝rde sie mir f├╝r besondere Anl├Ąsse aufbewahren. Ich brauche sie vielleicht nicht unbedingt, aber den Gedanken, ein St├╝ck von dir bei mir zu tragen, ein Geschenk, was so von Herzen kam, w├╝rde mich ├╝ber manch dunkle Zeit hinwegtr├Âsten. Wenn du dazu bereit w├Ąrst, w├Ąre es mir eine Ehre, Dreaux. Ich glaube, ich schlafe heute bei dir, wir haben uns seit Monaten kaum gesehen und wenn, dann nur dienstlich.ÔÇť Er fingerte noch immer an Davets Hakenhand herum. ÔÇ×Wie sieht es mit dir aus, soll dir ein Quartier bereitet werden und wenn ja, wo?ÔÇť

Dreux Gifford de Souvagne
"Mein Angebot steht, die Haare geh├Âren Dir, ich lasse Dir eine Perr├╝cke fertigen. Freut mich dass Du ein St├╝ck von mir in Ehren halten m├Âchtest und vielleicht gibt es Anl├Ąsse wo Du sie wirklich ben├Âtigst. Nur zu, Du kannst gerne bei mir ├╝bernachten, dass freut mich", grinste Dreux und man sah ihm an, dass seine Aussage absolut ernst gemeint war.

Davet la Caille
"Ein Quartier w├Ąre sehr freundlich, da mein Schiff immer noch Farisin liegt. Jedenfalls vermute ich das und ich sonst hier an Land keine ├ťbernachtungsm├Âglichkeit habe, au├čer ich nehme mir ein Zimmer oder ich folge Boldiszar und Silvano nach Mancini. Die beiden sollten bitte dar├╝ber informiert werden, dass ich hier ├╝bernachte und sie nicht auf mich warten m├╝ssen. Ich folge ihnen, oder die beiden ├╝bernachten ebenfalls hier. Anders geht es nicht, denn sie stehen vor dem gleichen Problem. Bezogen auf Deine Frage wegen den Schmerzen, ja je nach Bewegung schmerzt mich der Stumpf und der Unterarm. Stell es Dir wie ├ťberanstrengung vor Ciel. So als w├╝rdest Du alle Sehnen in der Hand brennen sp├╝ren, hoch bis zum Ellenbogen. Zudem ist es nicht gerade angenehm, das Geschirr ├╝ber der Brust zu tragen. Aber daran habe ich mich gew├Âhnt und es ist das Beste was es gibt. Also bequemer geht es nicht, es sei denn ich laufe v├Âllig ohne Hilfsmittel herum, was nat├╝rlich m├Âglich ist. Sprich einfach Hand los. Wo w├Ąre denn eine ├ťbernachtung m├Âglich und w├Ąre es erlaubt, das Vano und Boldi mit├╝bernachten?", fragte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel k├Ąmmte Dreaux` Haar mit den Fingern. Sie waren weich wie Seide, Nicolas verstand sich gut auf die Kunst der Haarpflege, so wie sein Sohn, der die Haare des Prince vor ihm gepflegt hatte. ÔÇ×Sicher k├Ânnen die beiden mit dir ├╝bernachten, dann wird eben ein Dreierbett zusammengeschoben oder vielleicht findet sich auch ein Doppelbett, welches breit genug ist. Boldisz├ár hat eine Kammer im Gesindefl├╝gel, aber da wird wohl nur ein Bett f├╝r eine Person befindlich sein. Nicht alle Gardisten wohnen au├čerhalb der Dienstzeit hier, manche brauchen dann Abstand zum Palast, aber er geh├Ârt zu jenen, die auch in der Freizeit in der N├Ąhe ihrer Kameraden bleiben wollen. Vielleicht zeigt er euch seine Kammer ja mal.ÔÇť Ciel erhob sich und verlie├č die Amtsstube. Kurz darauf kam er wieder. ÔÇ×Das Quartier wird vorbereitet und ein Dienstbote gibt Silvano und Boldisz├ár Bescheid. Ihr k├Ânnt euch sp├Ąter dort treffen. Dreaux und ich werden dich und Vater nun allein lassen. Ihr habt euch viel zu erz├Ąhlen. Und Dreaux und ich uns auch.ÔÇť Er blinzelte seinem Bruder freundlich zu.

Davet la Caille
"Ich Danke Euch. Dann w├╝rde ich sagen, ich ziehe mich ebenfalls zur├╝ck, mache mich frisch und wir treffen uns irgendwo in einigen Stunden f├╝r ein nettes Gespr├Ąch", bot Davet an. Immerhin waren sie die ganze Zeit auf den Beinen gewesen und er wollte nicht gerade wie ein Schwei├člappen oder wie ein toter Iltis stinken, wenn er sich privat mit dem Duc traf. Bruder hin oder her, auch der hatte eine Nase.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Mach Dich in Ruhe fertig, Deine beiden Begleiter haben dort ebenso die M├Âglichkeit. Falls Ihr etwas Essen m├Âchtet, nur zu. Ich stelle Euch einen Diener ab. Du bist Mitglied der Krone Davet, Du bist mein Bruder. Was die Anerkennung angeht, dass besprechen wir heute Abend im Vorfeld und sp├Ąter gemeinsam mit der gesamten Familie. Also genie├č den Aufenthalt mit Deinen G├Ąsten. Ich werde Dir hier ein festes Quartier zuteilen lassen. Sobald es soweit ist, was das abendliche Treffen anbelangt, wird Fabien Dich abholen. Du hast also ausreichend Zeit Dich frisch machen zu lassen, zu essen, noch etwas auszuruhen und dann machen wir uns einen sch├Ânen Abend", sagte Max.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux verneigte sich zum Abschied. "Ciel und ich ziehen uns zur├╝ck. Ihr solltet dar├╝ber reden, wie wir mit seinen beiden Gef├Ąhrten umgehen. Denn soweit ich es in Erinnerung habe, war er laut den Statuten mit Silvano verlobt. Und Silvano ist mit Boldi verheiratet. Das hei├čt, ├╝ber die Verlobung geh├Âren beide zum Hof. Bedenkt das bitte. Komm Ciel, wir machen uns auch einen sch├Ânen Abend", sagte Dreux, legte seinem Bruder einen Arm um die Schulter und schlenderte mit ihm davon.

Fabien Lacomb
Fabien begleitete Davet nach drau├čen und f├╝hrte ihn zu Boldiszar und Silvano. "Ich gr├╝├če Euch", sagte Fabien h├Âflich. "Davet wird heute hier im Palast ├╝bernachten und ihm wird gerade ein Quartier hergerichtet. Sobald es soweit ist, werdet Ihr abgeholt. Ihr k├Ânnt Euch dort frisch machen, etwas zu Essen wird Euch ebenfalls gebracht und am Abend hat Davet noch einen Termin bei seiner Majest├Ąt. Das Quartier wird Davet vermutlich dauerhaft zur Verf├╝gung stehen, falls er nicht ein anderes zugeteilt bekommt. Das wird sich noch zeigen. Boldiszar Du kennst Dich am Hofe aus, sei bitte so freundlich und f├╝hre Deine beiden Gef├Ąhrten in die Representanten-Suite. Ich w├╝nsche den Herrschaften einen angenehmen Aufenthalt", sagte Fabien respektvoll, verneigte sich und kehrte zu Maximilien zur├╝ck.

Boldiszàr
Boldisz├ár schaute Fabien verwundert nach. Offenbar hatte der es sehr eilig, zu seinem Herrn zur├╝ckzukommen. ÔÇ×Komm VanoÔÇť, murmelte er, griff seine Hand und brachte ihn in das vorbereitete Quartier. ÔÇ×Essen hat er gesagtÔÇť, stellte er fest und analysierte das Dreierbett. ÔÇ×Gem├╝tlich. Wir werden eine angenehme Nacht haben. Besser als Knast, was?ÔÇť Er k├╝sste Silvano mit einem Sabberkuss. Dann bef├Ârderte er ihn schwungvoll ins Bett. ÔÇ×AusruhenÔÇť, befahl Boldisz├ár und legte sich neben ihn, schloss die Augen, legte ein Bein auf Silvano und begann sofort zu schnarchen.

Davet la Caille
Davet schmunzelte Boldiszar gut gelaunt an und w├Ąhrend er Vano hinter sich her zog, schob Davet von hinten, damit es schneller ging. "Geh schon Vano", lachte Davet leise. Als sie das Quartier betraten widmente Boldi sich sofort dem Essen. "Besser als Knast alle Male und zum Knast wird es garantiert nicht kommen. Dreux sagte, ihr geh├Ârt zur Krone da ich mit Vano verlobt war vor meinem Unfall. Folglich z├Ąhlt Ihr beiden dazu, als meine Familie. Was mich ziemlich freut. Macht es Euch gem├╝tlich, ich muss nachher noch einmal weg", erkl├Ąrte Davet freundlich, nahm sich selbst etwas zu essen und beobachte die beiden dann wie sie sich schlafen legten, jedenfalls einer legte sich schlafen, der andere wurde geworfen.

Silvano de Mancini
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Die flei├čige Feder in Bronze Rote Laterne

Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#5

Beitrag von Silvano de Mancini » Di 13. Nov 2018, 00:59

Prinzenrolle und Kuschelspeck


Davet:
gut zugegeben er ist ein bisschen verbissen, aber hey was solls. Sobald wir verheiratet sind geh├Ârt er zur Krone :D

Vano:
ja genau... das stimmt, heirate zuerst Boldi das ist sicherer :D
Bei Bellamy :/ und seinem Schokoriegel gg
Boldi keine Panik, guck mal wenn mir einer bl├Âde kommt, habe ich schon wieder ein Feind-Volk. Sagen wir ein Lichtalb rempelt mich an, dann m├╝ssen wir los Du verstehst schon

Davet:
etwas Manie braucht jeder klar, wir verstehen...

Vano:
Manie klingt krankhaft, sagen wir doch lieber Hobby Schatz. Ich habe eben viele Hobbys. Angeln, Massenmord, ich sammele Rum gg

Davet:
Erinnere mich daran Dich nie anzurempeln gg

Vano:
Die Erkenntnis kommt sp├Ąt, Du hast mich schon geschupst gg

Davet:
:D

Vano:
wen halte ich noch f├╝r v├Âllig ├╝berfl├╝ssig? Mal ├╝berlegen... Goblins oder?

Davet:
nein die sind klug

Vano:
klug... naja wie man es nimmt. Ich glaube ich mag keine Vampire

Davet:
Der Bruder Deines Mannes ist ein Vampir und er mag ihn

Vano:
Vampire waren schon immer knorcke, wie ich sagte. Wie stehts mit Frostalben?

Davet:
gg die wohnen weit oben ├╝berhalb Arashima und sind sehr gef├Ąhrlich

Vano:
oh ja k├Ânnen sie Schiffe versenken?

Davet:
jupp klar und entern und Stunk machen und rumkaspern und sie reden sehr wenig

Boldi:
Mein Bruder hasst sie, glaub ich. Zumindest aber sein Vater.

Vano:
Du bist ihnen also feindlich gesinnt?

Davet:
:mecker:

Vano:
Dann hassen wir sie auch?

Davet:
Wenn der Vater seines Bruders sie hasst und er seinen Bruder liebt, dann m├╝ssen wir sie hassen. H├Âr mal zu Vano echt gg

Boldi:
Ja und wie!

Vano:
:verdutzt: oooooookayyyyyyyyyy
41
Davet:
na bitte

Vano:
alles klar danke :D

Boldi:
Oder magst du Robby nicht? :-(

Davet:
sie haben Schiffe. Vermute ich jedenfalls denn manchmal m├Âchtest Du was in Arashima verkaufen, schwups wie Pilze aus dem Boden sind sie da. Meist wenn Schneesturm herrschte und dann kann man von Gl├╝ck sagen wenn die Mannschaft Rakshaner sind. Dunkel verschonen, wei├č abstechen gg

Vano:
oh das ist praktisch, ich werde rote Tieflinge ordern als Mannschaft und meine Segel passend aufziehen gg

Davet:
Wer beim Abgrund ist denn Robby?

Vano:
Das ist der Tekuro, der Sohn von Kazrar das ist Robere, der hat jede Woche neue Namen keine Ahnung. Ist so ein Spleen von ihm gg

Boldi:
Na mein Bruder Tekuro. Der hei├čt richtig Robby.

Davet:
sfg :D

Vano:
hast Du mal Tekuro nackt gesehen?

Davet:
:misstrauisch: sollte ich?

Vano:
ja er sieht aus wie ein... vergiss es

Boldi:
Wie ein schwarzer Panther. *g*

Davet:
bei dem Satz vergiss es, kann ich es garantiert nicht vergessen.

Vano:
ich h├Ątte ehr Teddy gesagt gg

Davet:
zwischen Panther und Teddy ist ein Unterschied Leute gg

Boldi:
Das k├Ânnte er dir krumm nehmen, gib ihm nur b├Âse Namen.

Vano:
ich sehe nur eine H├Ąlfte, von daher mir darf man da nicht vertrauen. Aber seine Haare wuchern wie Deine wie Unkraut eben allerdings woanders gg

Davet:
Was hei├čt Tekuro?

Vano:
Wanderer, so sagen sie

Davet:
Passt Tarka hei├čt Wasserwanderer

Vano:
dann hei├čt er an Bord bei uns Tarka

Davet:
:D

Vano:
Boldi m├Âchtest Du Davet heiraten? :liebe2: :kuss:

Davet:
sollte ich das nicht fragen?

Vano:
Calli Du kennst Dich doch, ehe Du soweit bist, sind Boldi und ich schon ├╝ber alle Berge und in Ledwick

Davet:
:erstaunt:

Boldi:
Nein. Wir kennen uns ja kaum.

Vano:
keine Ahnung, aber ich mag die Antwort

Davet:
ja danke mich blamieren und die Antwort noch geil finden gg

Vano:
wollte Tekuro nicht nach Arashima? Nur Spa├č meine S├╝├čen gg

Davet:
wird er immer noch wollen, er wollte seinem Sohn seine Heimat zeigen

Vano:
der hat es aber eilig, der Wurm ist nicht mal geboren und schon gehts auf Weltreise gg

Boldi:
Der hat noch nen gro├čen Sohn, deinen Sacha.

Davet:
Der ist schwer in Ordnung, Sacha hat fr├╝her f├╝r Rene gearbeitet :)

Vano:
Ja erstklassiger Mann, ich mag ihn :)

Davet:
Boldi hast Du an Deine Dokumente gedacht aus der Seemannskiste von Vano?

Boldi:
Robby hat den gebastelt. Die wollen alle nach Arashima, sein Vater auch. Und Belly wollen sie mitnehmen. Find ich nicht so gut.

Vano:
aber warum denn nicht Schatz? Was spricht dagegen Knubbel hm? :kuss:

Davet:
Weil dann seine beiden Br├╝der abgereist sind

Boldi:
Eben. Und an die Dokumente hab ich nicht gedacht, was steht da drin?

Vano:
Das sind die Papiere der Tordalk und der Caretta, Deine Eignerpapiere. Sprich dass Dir diese Schiffe geh├Âren Schatz :)

Davet:
eine Dschunke f├╝r zig Mille wow :)

Boldi:
Mir geh├Âren die Schiffe? Das gro├če Auch? Oh Mann! Vano! Jetzt komme ich mir schei├če vor mit meinen Sinnlosgeschenken f├╝r dich.

Vano:
ja da verlie├čen sie ihn Calli, sonst h├Ąttest Du Deinen Glattdecker, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und wenn wir wirklich zur Forschungsreise aufbrechen nach Arashima, werden wir genug andere ├╝berfallen um den Glattdecker zu kaufen. Boldi nat├╝rlich geh├Âren sie Dir, ich habe gesagt, dass ich Dich absichere. Ich habe Dir gesagt Du bekommst ein Zuhause, einen Job, ein Auskommen, Du bekommst sogar zwei Zuhause. Dein Geschenk ist nicht Sinnlos sondern von Herzen. Und jeder wie er kann. H├Ątte ich die Asche nicht gehabt, h├Ątte ich es nicht gekonnt. Und mit zu Davy kann ich keinen einzigen Kupferling nehmen. Also ist es f├╝r Dich kapiert? Man kann Liebe zwar nicht in Geld messen, aber Geld verschafft Sicherheit und ich verschaffe sie Dir. Du l├Ąsst mich ja mit dort wohnen oder? gg

Boldi:
Ja klar, Mann! Da passen sogar die Bei├čer mit drauf! Wir sollten das Monster einweihen. Und alle zusammen nach Arashima fahren.

Vano:
Da passen alle mit drauf, sie hat 60 Offizierskabinen Boldi - SECHZIG! Und eine Ladefl├Ąche da wirst Du feucht an der Nudel, man k├Ânnte sie nicht nur mit Gew├╝rzen oder so beladen. Mit was auch immer, man kann vom Laderaum immer noch Wohnraum abzwacken, was nicht n├Âtig ist momentan, aber man kann. Sie hat kaum Tiefgang, wie sagt man so sch├Ân, die Lady kannst Du ├╝ber ne nasse Wiese sto├čen sfg

Davet:
Ferkel gg aber bei Dschunken stimmt das, aber Ihr m├╝sst umdenken, was das Segeln angeht, f├╝r Dschunken reichen weniger Mann. Und kaum Kletterei, einerseits seltsam, andererseits super sicher. Das sind Dschunken generell. Du k├Ânntest den Riesenklopper sogar in einem Flu├čarm parken. Wieviel knoten macht die Dicke?

Vano:
4,8 bis 5 Maximal bei dem Eigengewicht. Aber das ist wie eine Stadt auf Wasser, sie ist gigantisch. Und dort k├Ânnten die Bei├čer leben, wenn sie wollen. Ist Deine Wahl, das Schlafzimmer ist sch├Ân. Wir haben da nicht nur eine Kaj├╝te, sondern eine komplette Wohneinheit mit Schlafzimmer und so weiter. Und es hat ein Bett. Weil Du Betten liebst und ich Dich

Boldi:
Ein Bett! Und, ├Ąh, wie viel Mann passen da insgesamt drauf? Segeln kann ich gar nicht, Davet. Ihr m├╝sst da den Kapit├Ąn mimen.

Davet:
das ist kein Problem, wir bringen es Dir bei. Du musst Dein Schiff befehligen k├Ânnen und Du lernst es von uns. :) Keine Angst

Boldi:
Das riesen Ding ... ich kann ja nicht mal ein Dingi befehligen.

Vano:
gro├č, zur Not k├Ânnen wir dort zu dritt schlafen, aber so war es nicht konzipiert, da wusste ich noch nichts von Davet und ich plante ihn anders ein. Also als ich sie in Auftrag gab. Ein Dingi muss gerudert werden, da br├╝ll lieber zum Segeln Schatz gg
https://www.imagebanana.com/s/1239/hS9nxYtW.html

Boldi:
Das Bett. *-*

Vano:
Und wir werden es einweihen, Du stehst ja nicht so auf Matte gg und Du sollst Dich da rundum wohl und sicher f├╝hlen. Also musste ein Bett her. Zur Not kannst Du auch quer drin schlafen oder wir k├Ânnten einen Ringkampf abziehen, was immer Du m├Âchtest. Und zufrieden? gg

Boldi:
Zufrieden? Ich bin sprachlos. Und ich will wissen, wie viel Mann da insgesamt draufpassen. Sag doch mal ne Zahl!

Vano:
auf die Dschunke insgesamt?

Davet:
oder ins Bett?

Boldi:
Ins Bett nur drei. Auf der Dschunke!

Vano:
Achso lol die Besatzung zum Segeln wird mit 200 bis 300 Mann angegeben. Meine Choucas hatte 142 Matrosen als Mannschaft. Du siehst also wie sparsam sie ist. Zuladen kann sie extrem viel, da m├╝sstest Du die Tonnen Traglast als Menschen ausrechnen. Aber ungef├Ąhr 600 Mann k├Ânnen an Bord mitgef├╝hrt werden, so sagt man

Davet:
also wie eine gro├če Galleone, nur mit mehr Stauraum f├╝r Deine Gesch├Ąfte, was immer Du transportieren m├Âchtest. Man tritt sich nicht auf die F├╝├če

Boldi:
Also ist anzunehmen, dass wir alle unterkriegen, die wir mitnehmen wollen. Da kann Belly sein Schokost├Ąbchen auch dabeihaben. Ist einer von deinen Leuten, Davet. Die scheinen sich zu m├Âgen oder zumindest gegenseitig scharf zu finden. Ich kauf ihn dir ab. Wie viel willst du?

Davet:
Rakshaner mein Bruder sind freie Leute. Du kannst ihn abwerben, aber nicht abkaufen. Er geh├Ârt mir nicht Boldi. Aber wenn er Dir folgt, soll er bei Dir dienen. Ich hatte vor Euch zu begleiten, wenn Ihr pers├Ânlich den Handel aufzieht, als Geleitschutz. Auf dem Schiff k├Ânnt Ihr jeden mitnehmen. Da habt Ihr genug Platz und ich w├╝rde auch sagen, wenn den Bei├čern ihre Sicherheit wichtig ist, je n├Ąher wir am Frostalbenreich sind, je sicherer ist es auf See zu ├╝bernachten. Sie greifen einen nur auf Land an. Drum auf der Dschunke sind sie sicher

Vano:
Nimm mit wen Du m├Âchtest Schatz. Hast Du das Steuerrad samt H├Ąuschen gesehen? Man steuert im Sitzen, total heftig. Im Sitzen und ├╝berdacht. Total gem├╝tlich

Boldi:
Ich dachte, der Schoko ist dein Sklave! Na, mal sehen, ob der sich ├╝berzeugen l├Ąsst. Ich will ihn f├╝r Belly. Ist er in Ordnung, der Rakshaner? Im Sitzen steuern, das hat was! Ihr k├╝mmert euch um das Segeln und Lenken und ich sitze und esse.

Davet:
alle meine Leute sind in Ordnung, aber jeder hat seine Eigenarten Boldi. Das kennst Du doch von Dir aus der Truppe oder? Wir wechseln uns ab und Du lernst, beim Essen und sitzen gg Ich freue mich drauf. Ambar wird wenn ich bei Euch an Bord bin die Aquila befehligen. Guter Mann, sehr zuverl├Ąssig. Sherkal ist der Mann den Du meinst Boldi. Ein kleiner Wildfang der es faustdick hinter den Ohren hat. Aber eine gute Seele


Boldi:
Wildfang, das vertr├Ągt mein Belly. Tut ihm vielleicht sogar gut. Euch als Geleitschutz, das gef├Ąllt mir. Wir werden eine sch├Âne Zeit haben, freu mich drauf!

Davet:
Das werden wir, darauf kannst Du Dich verlassen. Und ich denke Deinen Bei├čern wird eine Heimat gut tun. Keiner wei├č warum sie sind wie sie sind. Aber Tekuro bleibt trotzdem Dein Bruder. Und sogar Ciel hat Kazrar anerkannt nicht wahr?

Boldi:
Ja, der hat ein Faible f├╝r merkw├╝rdige Leute ... wobei Kaz in Ordnung zu sein scheint. Wenn wir alle zusammen fahren ... die Bei├čer, wir und alle, die wir mitnehmen wollen ... das w├Ąre ein kleines Paradies f├╝r uns alle.

Vano:
Ciel kommt nicht mit, er hasst mich und ich ben├Âtige keinen Hasser an meiner Seite, er will mich tot sehen :/

Boldi:
Hat er dir nicht soeben erst den Arsch gerettet?

Davet:
Das m├Âchte er nicht. Zudem bist Du nicht tot, er hat Dich vor dem Block bewahrt. Gleich was Du denkst, solange Du lebst Vano, solange kannst Du handeln und Dein Leben ├Ąndern sprich den Kurs. Dann doch besser ein bisschen Scheintot als ganz tot oder? Denk nach Vano, was Boldi sagt ist die absolute Wahrheit. Was immer Du tats├Ąchlich vorab befohlen hast - dreimal nein, ist einmal R├╝be runter. Deine R├╝be sitzt wo sie soll. Mach keinen Quatsch Kleiner

Boldi:
Du bist nichtmal im Knast. Er hat sogar was Nettes gesagt, wo wir von der Choucas runter sind. Aber was jetzt mit Conni geschieht ...

Vano:
Du hast mir den Arsch gerettet Boldi, Du hast f├╝r mich gesprochen. Was Du sagst stimmt schon Calli, aber seid mal ehrlich Leute. Wieso lie├č er mich lieben? Beantwortet mir mal einige Fragen. W├╝rdet Ihr unter einem Kapit├Ąn dienen der es schriftlich hat irre zu sein? Nein. W├╝rdet Ihr so einen Mann einstellen? Nein. W├╝rdet Ihr ihn zivil einstellen? Nein. W├╝rdet Ihr ihn zur Not als Matrosen einstellen? Nein. Also kann ich entweder die See an den Nagel h├Ąngen oder mich selbstst├Ąndig machen mit Boldi. Um mich selbst├Ąndig zu machen und eine Reederei f├╝r Logistik anzumelden muss ich wieder gesch├Ąftsf├Ąhig werden. Also bem├╝he ich mich darum und mache das mit der Heilung mit so gut ich kann. Ich kann Euch nicht h├Ąngen lassen und mich selbst auch nicht. Ich muss eben nur wieder von Null anfangen. Schei├če, aber gut ich bin auf Stand Null gesetzt - Havarie

Davet:
keine Ahnung was genau hat Conni denn verbrochen?

Vano:
er hat Prince Ciel und Linhard die Dr├Âhnung gegeben, so dass sie geschlafen haben, w├Ąhrend des Erstschlags. Und sie sollten drei volle Tage weiterschlafen. Sie sollten erst erwachen wenn alles gelaufen ist. Hat aber leider nicht so ganz geklappt. Was hat er denn Nettes gesagt? Ich glaube so langsam aber sicher werde ich paranoid echt :/

Boldi:
Wei├č ich nicht mehr, was Nettes auf jeden Fall. Sag mal, Conni ist doch sonst so gut, sagst du. Ob das Absicht war?

Davet:
Du bist etwas paranoid Vano, Du denkst jeder m├Âchte Dir etwas. Manchmal stimmt es und da ist Vorsicht angebracht. Aber doch nicht immer. Du lebst, Du wurdest nur verhaftet, Du wurdest zur Heilung verurteilt und Du hast doch noch Dein Amt. Das hast Du gesagt. Es ist also gar nichts geschehen. Und keiner w├╝rde eine Person einstellen die verbrieft wahnsinnig ist. Allerdings w├╝rde ich Dir empfehlen es niemandem zu erz├Ąhlen. Sieh zu dass Du gesund wirst und damit ist der Wahnsinn von Tisch. Zudem ist eine seelische Wunde kein Wahnsinn, Drama K├Ânigin gg

Vano:
Du meinst das er mich verraten und hintergangen hat, damit ich auffliege und hingerichtet werde?

Davet:
:(

Boldi:
*schulterzuck* War nur eine Idee. Ist doch unnormal, dass er sonst als Experte gilt und bei so was Wichtigem baut er Schei├če. Vielleicht wollte er auch einfach die Mission scheitern sehen und es ging nicht gegen dich.

Vano:
Keine Ahnung, das ergibt Sinn Boldi. Du hast Recht all die Jahre hat er nie einen Fehler gemacht und dann auf einmal wo es so wichtig ist, passiert ihm das. Seltsam, ├Ąu├čerst seltsam und ich glaube nicht an Zuf├Ąlle meine S├╝├čen. Er k├Ânnte es auch f├╝r Fran getan haben, damit sie nicht vor Farisin liegen muss. Oder weshalb auch immer. Aber Du hast Recht, dass stinkt Boldi


Boldi:
Lass ihn doch von Remy dem Rammler auslesen. Dann wei├čt du es. Wo ist Conni ├╝berhaupt?

Davet:
Die Mission scheitern sehen um irgendwen zu besch├╝tzen, das w├Ąre eine logische Erkl├Ąrung. Und wenn die Mission an Ciel scheitert, hat er Dich nicht verraten. Es hat nicht sollen sein. So sieht es dann aus. Und vielleicht wollte er sogar Dich besch├╝tzen. War er dabei als Du das erste Mal auf Farisin warst?

Vano:
Ja er war dabei, als ich fast gestorben bin, ebenso Fran. Jeder der Offiziere, das war 193, meine Mannschaft stand dort, genau wie heute. Nur sind 49 Maaten der Matrosen gefallen, wie vor Kurzem 14 Maaten. Die Offiziere sind die alte Garde wisst Ihr? Also ja alle 8 Offis waren 193 dabei, so wie Ihr sie kennt. Fran war ebenso dabei, er hat mich damals versorgt. Sie haben mich nach Hause gebracht und sogar dort hat sich Fran um mich gek├╝mmert. Santo und Jaques haben das Rechtliche geregelt w├Ąhrend meiner Krankheit. Ich war nur noch Haut und Knochen, ich konnte ja nichts mehr regeln. Meinst Du Remy w├╝rde das f├╝r uns tun? Ich habe keine Ahnung wo Conni ist Boldi. Ich habe Dir noch etwas gekauft f├╝r unser Wohnzimmer, damit Du auch etwas Deko hast. Das bekommst Du dann an Bord. Ich k├Ânnte Remy daf├╝r bezahlen

Boldiszàr
Ach was, Remy wird froh sein, wenn er was zu tun bekommt. Der ist noch nicht wirklich in seiner Rolle als Prince angelangt. Sonst k├Ânnen wir auch Maurice fragen, das ist ein alter Haudegen, sehr guter Mann und der hilft uns auf jeden Fall. Deko? Deko wird die Bude gem├╝tlich machen, aber bitte keinen toten Hund im Tonmantel.

Davet:
LOL :D ;)

Silvano de Mancini
"Nein kein Hund in Tonmantel, Danke Calli. Etwas aus Glas. Warte ich zeige es Dir. Nun aber er ist doch ein Prince, der Ehemann von Olivie. Fragen wir ihn. Wo ist der Mann ├╝berhaupt? Mal eine Frage, hatte er seinen blinden Freund mit an Bord? Ich habe mich das schon die ganze Zeit gefragt und bef├╝rchtet er ging ├╝ber Bord".

Silvano de Mancini
Das Geschenk :)
https://www.imagebanana.com/s/1239/L4L9hW10.html

Boldiszàr
"Das sieht neckisch aus. Und sogar n├╝tzlich. Hm, eine Rumflasche? Danke, Vano!" Er gab ihm einen Sabberkuss. "Du meinst Gaetano! Den wollte er mitnehmen, aber ob er das hat? Ich glaub, den hat er vergessen im Palast oder der ist ihm davongestapft. Der hat die Angewohnheit, rumzulaufen, anstatt stehen zu bleiben und dann verirrt er sich. Meine M├Ąnner haben ihn schon an den unm├Âglichsten Orten eingesammelt, im Verlies, in der W├Ąscherei und sogar im geheiligten Bereich eines Tempels. Remy m├╝sste noch auf der Choucas sein. Oder wir fragen ein Himmelsauge hier im Palast."

Silvano de Mancini
Vano k├╝sste Boldiszar fest und liebevoll zur├╝ck und wischte ihm z├Ąrtlich den Mund sauber. "Wenn er einfach ruml├Ąuft ist das extrem gef├Ąhrlich, ich wei├č wie das ist, wenn man mal nichts sehen kann. Du wei├čt wovor ich Angst habe und kannst es Dir denken Davet. Also Spa├č beiseite, wenn er an Bord war und auf dem Kl├╝verbaum spazieren ging, ist irgendwann Ende der Fahnenstange und das ist w├Ârtlich zu nehmen. Gehen wir zum Himmelsauge Boldi, wir ben├Âtigen Remy hier. Ich ben├Âtige ein neues Himmelsauge an Bord. Also wenn ich wieder ein Bord habe. Und wir ben├Âtigen auch eines f├╝r die Tordalk, oder einen freien Magier, der das f├╝r uns ├╝bernimmt, sprich die Kommunikation mit anderen. Was sagst Du dazu Boldi?".

Boldiszàr
"Aber wie haben sie das Schiffchen in die Flasche gekriegt?" Boldiszàr drehte sein Geschenk hin und und versuchte, herauszufinden, wie das gehen sollte. "Es ist aus Glas, irgendwie geblasen", murmelte er. "Wie kriegen wir Remy hierher? Unter den Himmelsaugen gibt es einige gute Kameraden. Mir würde Jules am besten gefallen. Der hat auch einen Rakshaner, einen Khawa. Wegen Gaetano, da frag am besten Remy."

Silvano de Mancini
Davet: "Das Schiff wurde zuerst hergestellt und die Flasche drumherum gezogen, wie eine gro├če Blase und so ist es nun innen drin. Ganz ├Ąhnlich der Essig- und ├ľlflaschen, wo Du ein Fl├Ąschchen in der Flasche siehst um zwei Fl├╝ssigkeiten getrennt von einander aufzubewahren. Dann lass uns Remy suchen. Oder ein anderes Auge bitten, ihn hierher zu bestellen. Vielleicht ist er so freundlich und kommt einer Bitte nach", schlug Davet vor.

Silvano de Mancini
"Mir hat die Flasche einfach so gut gefallen, wie die Schiffe in der Boddel, aber es ist aus Glas und Du kannst Rum reinf├╝llen oder was immer Du m├Âchtest. Und das Holz passt zu den Schlafzimmerm├Âbeln. Drum habe ich es gekauft. Mein Hang zum Kitsch k├Ânnte man sagen, aber ich mag so kleine Dinge die zeigen dass man wen ganz doll lieb hat", grinste Vano und k├╝sste Boldi. "Davet wei├č sowas, wei├č er fast immer", grinste er.

Boldiszàr
"Na, worauf warten wir dann noch? Einer muss Remy herholen!", befahl Boldisz├ár. "Mach du das, Davet! Vano muss sich noch schonen." Er t├Ątschelte ihm den Allerwertesten. "Ich mag deinen Kitsch. Geh├Ârt zu dir. Nur den toten Hund, das fand ich geschmacklos, aber der war auch von Davet."

Davet la Caille
"Da ist kein toter Hund drin, ich habe Vano nur ein bisschen auf die Sch├╝ppe genommen wegen meinem Fl├╝gel. Na ich lass Euch mal allein, immerhin braucht Ihr auch Eure Zeit. Also macht es Euch gem├╝tlich und viel Spa├č dabei. Kann was dauern, ich gehe langsam, versprochen", grinste Davet breit und machte sich auf den Weg.

Boldiszàr
Boldiszàr sprang auf und rannte zur Tür. "Du wirst dich beeilen", bellte er. "Gibt`s das!"

Silvano de Mancini
Silvano starrte Boldi an und musterte ihn irritiert. "Sag mal habt Ihr mich gesperrt? Na von mir aus, verdient habe ich es ja. Komm her", bat Vano.

Boldiszàr
Boldisz├ár kroch wieder zu ihm ins Bett. "Wieso sollten wir dich gesperrt haben? Der soll sich einfach beeilen! Du willst doch wissen, ob Conni ein Verr├Ąter ist, oder nicht? Ich will das." Er streichelte Silvanos Hintern.


├ť18 Story-Teil
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Silvano de Mancini
"Gut wenn es nie eine Sperre gab, ich h├Ątte das auch nicht l├Ąnger ausgehalten. Keine Ahnung, manchmal glaube ich dass sie es wussten. Irgendwie war das eine Mischung zwischen jeder tut es, ich brauche es auch und es war mir peinlich. Manche meinten such Dir doch jemand, aber das konnte ich nicht. Also habe ich es eben auf die Art getan, wie Du. Wir haben auf uns gewartet. Freut mich, dass Ihr es versucht. Ich wei├č gar nicht was ich dazu sagen soll Boldi, Danke klingt so billig f├╝r das was ich Dir sagen m├Âchte. Du m├Âchtest mich mal dabei erwischen? Du darst zugucken, Du bist mein Mann und Du darfst mir dann gerne zur Hand gehen. Du hast einen knallharten Griff Schatz, hat Dir das mal wer gesagt? Ich mache es mal f├╝r Dich und ich mache genau dass, was Du mir sagst. Damit Du so richtig Genuss dran hast Knubbel. Schlaf Sch├Ątzchen Du f├╝hlst Dich gut an. Schlaf und schnarch Boldi", schmunzelte Vano gl├╝cklich und dr├╝ckte ihn an sich, w├Ąhrend er seinen Kopf auf den von Boldi ablegte. Entgegen seinem Vorhaben war Vano direkt eingeschlafen.

Boldiszàr
"Ich wollt doch extra noch schnarchen", sagte Boldisz├ár leise und k├╝sste seinen schlafenden Mann vorsichtig. "Schlaf sch├Ân, du hast dir den Mittagsschlaf verdient. Und heute Abend s├Ągen Davet und ich im Duett f├╝r dich." Er schloss seine Augen und kurze Zeit sp├Ąter hallte sein Schnarchen durch den Raum.

Jaques Philipp de Dusoulier
Chevalier
Beitr├Ąge: 5
Registriert: Do 13. Sep 2018, 13:36

Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#6

Beitrag von Jaques Philipp de Dusoulier » Di 13. Nov 2018, 23:45

Hochzeit und Tr├Ąnen


Nathan:
Ich m├Âchte kein Menschenblut trinken

Arch:
Das verstehe ich, Dir ist eben sehr wichtig was Dir Dein Freund Ciel sagte Nathan das achte ich. So wie Dich Ciel achtete und ohne mit der Wimper zu zucken entsorgte. Wie er Dir die Treue hielt und Dich einfach wie einen Gegenstand verschenkte. Dich wegwarf, verschenkte und sich nicht einmal nach Dir umdrehte. Er hatte Dich schon vergessen, als Dein Bett noch nicht einmal kalt geworden war und bette die fette Wanze Ferrau hinein. Nathan... wer war denn Nathan...? Ferrau sein kleiner Spieli durfte ihm ab dato belustigen und wurde fettgef├╝ttert. Nat├╝rlich verstehe ich, wenn man von so einem Mann das Wort achtet. Ewige Treue... wie ewig ist seine Treue? F├╝nf Minuten, f├╝nfzehn oder zwanzig? Meine Liebe ist unendlich, immerw├Ąhrend so wie ich selbst, wie der ├älteste. Aber Nathan ich verstehe dass, dass Dir Ciel mehr bedeutet als ich. Ich der immer Wort hielt, Dich besch├╝tzte, Dich liebt und ehrt... ja ich verstehe dass Du f├╝r Ciel kein Blut trinken m├Âchtest... weil er auch in allem anderen richtig lag oder?", l├Ąchel.

Nathan:
Aber Archi. :verdutzt: Du bedeutest mir mehr als alle anderen. Sogar mehr als meine Chevaliers und der Minifabs. Aber ich kann kein Blut trinken, wo soll ich das denn hernehmen? Dann verhungere ich ja.

Arch:
ich habe schon f├╝r ganz andere St├╝mper gejagt mein kleiner Liebling, ich werde Dich ern├Ąhren, verlass Dich auf mich und ich werde Dir das Jagen beibringen :)

Nathan:
M├╝ssen daf├╝r Menschen sterben? :-(

Arch:
nein ach was, Du kannst auch einfach nur einen Schluck aus ihnen trinken und sie dann liegen lassen. Du musst sie nicht austrinken. Dann haben sie zwei kleine L├Âcher, einen Schreck und bleiben am Leben :D

Nathan:
W├╝rdest du das machen? Und ihnen eine Entschuldigung da lassen? Ein wenig Geld oder so?

Arch:
ja dass mache ich, ich lasse ihnen immer ein Geschenk da :D

Nathan:
Aber Archi. *fl├╝ster* Ist das nicht verboten, Blut aus Menschen zu trinken?

Arch:
Nein dann w├╝rde es ja irgendwo in einem Gesetz stehen. Es ist auch nicht verboten Pipi zu trinken, machen auch manche. Wir nicht. Niemals *sch├╝ttel

Nathan:
Aber Ciel hat so was gesagt. *gr├╝bel* Ich glaube, ich glaube Vampire sind verboten. Und tut das Bei├čen nicht weh? :-(

Arch:
Wie oft habe ich Dich schon gebissen? Tat das weh? Verboten? Man kann Personen nicht verbieten mein lieber Natty.

Nathan:
Muss ich keine Angst haben? Wirst du mich besch├╝tzen?

Arch:
Das tue ich jetzt schon Nathan oder?

Nathan:
Ja, das machst du. Dann darfst du mich bei├čen, zu unserer Hochzeitsnacht. M├Âchtest du mich noch heiraten?

Arch:
eine sehr sch├Âne Idee, wir heiraten :) und dann bei├če ich Dich :) Du wirst ein wundersch├Âner Vampir werden Nathan Garcia

Nathan:
Und au├čerdem haben wir uns sehr lieb. Wir k├Ânnten hier auf dem Schiff heiraten ... wie Vano und Boldi und Fran und Ciel. Wo ich gesungen habe, wei├čt du?

Arch:
Das gef├Ąllt mir, immerhin wurden wir hier besch├╝tzt. Das wird ein gutes Omen sein und uns Gl├╝ck bringen. Wir m├╝ssen einen der Kapit├Ąne fragen.

Nathan
Und ich hab sogar mein Kleid dabei!

Archibald von Dornburg
Welches Kleid denn? *neugierig guck*

Nathan
Hast du das nicht gesehen, als ich f├╝r Ciel gesungen habe? Ach nein, geht ja gar nicht! Da war die Sonne am Himmel! Das rosafarbene, was zu kurz ist. Ciel hat es unten umn├Ąhen lassen und gedacht, ich merke es nicht.

Archibald von Dornburg
Er hat Dich sogar bei dem Saum um Dein Kleid betrogen Nathan und Du wolltest immer noch auf ihn h├Âren. Du bist zu gut f├╝r diese Welt

Nathan
Ach, mich hat das nicht gest├Ârt. Ich glaube, er wollte nur gucken. Aber wollte nicht, dass ich das merke. Das Kleidchen war mal bis zu den Knien und wurde immer k├╝rzer. Jetzt guckt unten meine Spitze raus.

Archibald von Dornburg
Du meist er wollte spannen? das ist gut m├Âglich, Du kannst ja etwas l├Ąngeres drunterziehen, falls es Dir unangenehm ist. Mich st├Ârt es nicht gg

Nathan
Oh, ach nein, du darfst auch gucken. Ich hab da eigentlich gar nichts drunter, weil ich das so gewohnt bin. Und was ziehst du an?

Archibald von Dornburg
Ich habe nur die Dinge die ich angezogen habe Nathan. Wir waren nicht mehr Zuhause, wo mein ganzes Zeug liegt. Also werde ich genau das tragen. Tut mir leid :(

Nathan
Das macht nichts, du bist immer sch├Ân. *ein K├╝sschen geb* Wo fahren wir jetzt ├╝berhaupt hin? Haben wir eine Wohnung?

Archibald von Dornburg
Also Kazrar wollte Teku Arashima zeigen und hatte vor, dass uns der Piratenkapit├Ąn dorthin f├Ąhrt. Er f├Ąhrt scheinbar ├Âfter dahin um die Beute zu verkaufen. F├╝r die ├ťberfahrt w├╝rden wir an Bord arbeiten und dort erstmal wohnen. Und in Arashima, keine Ahnung. Vielleicht ergibt sich dort etwas neues. Was hast Du vor? Hast Du eine Idee Natti?

Nathan
Ich mach das, was du machst, Archi. Ich m├Âchte immer bei dir sein. Du brauchst einen Leibdiener, du bist doch so was wie ein naridischer Chevalier. Jemand muss darauf achten, dass du immer ordentlich bist, damit du auf die anderen Dinge achten kannst, wei├čt du?

Archibald von Dornburg
Ja ein Junker ist ein Chevalier, dass ist richtig. Ich hatte ewig keinen Leibdiener. Aber Du bist mein Mann und k├╝mmerst Dich dann als mein Kleiner um mich, nicht als mein Diener. Zur Not kann ich mir einen Sklaven daf├╝r fangen. Wir werden schon was finden Nathan, dass habe ich immer. Warum sollte es jetzt anders sein? Dort in Arashima leben auch Leute und die wohnen ja auch nicht auf B├Ąumen. Mach Dir keine Sorgen Nat

Nathan
So machen wir das, du musst dir keine Sorgen machen! Ich bin immer f├╝r dich da. Wo ist Arashima? Und haben wir auf dem Schiff wieder einen Bugraum? Mir hat das nicht so gefallen, was die mit Patti machen.

Archibald von Dornburg
Das ist dort, wo die Arashi herkommen. Also ihr Heimatland. Ich vermute dass wir dort wieder den Bug beziehen. Wobei wenn wir f├╝r den Mann arbeiten, k├Ânnten wir auch einen anderen vern├╝nftigen Raum beziehen. Wir werden mit ihm reden Nathan. Wer kann uns hier denn trauen? Hast Du eine Ahnung Nat?

Nathan
Na, der Kapit├Ąn kann das machen! Silvano oder wenn er jetzt weg ist, der neue Kapit├Ąn. Ich glaube, Jaques muss das machen. Ich dachte immer, Arashi kommen aus Arashiland. So hab ich das immer gespielt. Aber eine eigene Kaj├╝te w├Ąre viel sch├Âner als der doofe Bug mit den b├Âsen M├Ąnnern.

Archibald von Dornburg
Dann fragen wir ihn danach ist es drau├čen Tag oder Nacht Natty?

Nathan
"Vorhin war es Tag, also ist es jetzt bestimmt Nacht. Es wird ja schon zeitig dunkel mittlerweile. Ich geh aber mal gucken." Nathan verschwand und kam kurz darauf wieder. "Es ist schon ganz dunkel!"

Archibald von Dornburg
"Dann sollten wir zu Jaques gehen und ihn um unsere Trauung bitten. Und ihn darauf ansprechen, dass wir sp├Ąter mit dem anderen Schiff abreisen. Wei├čt Du wo er wohnt? Komm", sagte Archibald und betrat das Deck der Choucas. Er schaute zum Hafen und sein Magen knurrte vernehmlich. "Wir sind an Land, also fast", grinste er. "Aber zuerst m├╝ssen wir Jaques bitten uns zu trauen", sagte Arch und l├Ąchelte Nathan freundlich an.

Nathan
"Er hat eine Kaj├╝te", sagte Nathan aufgeregt und knetete seine F├Ąuste. "Oder er l├Ąuft rum und schreit. Schau, da ist er! Er ist nicht freundlich, immer br├╝llt er die Seeleute so an. Dabei guckt er so lieb. Ich glaube, ich glaube er schwindelt."

Archibald von Dornburg
Archibald ging gemeinsam mit Nathan zu Jaques und machte eine einladende Handgeste, dass Nathan fragen sollte. "Hallo, wir w├╝rden Dich gerne etwas fragen. Nathan Du hast die Ehre, es war Deine Idee", grinste Arch und legte ihm liebevoll einen Arm um die Schulter.

Jaques Philipp de Dusoulier
"Hallo. Was m├Âchtest Du mich denn fragen?", hakte Jaques freundlich nach.

Nathan
"Wir, wir m├Âchten, also mein Archi und ich, wir m├Âchten sehr gern heiraten, weil wir uns so lieb haben. Darum wollten wir fragen, ob, ob, ob du uns trauen k├Ânntest, lieber Jaques."

Jaques Philipp de Dusoulier
"Nat├╝rlich, dass mache ich sehr gerne. Ist meine erste Trauung, wie habt Ihr Euch dass denn vorgestellt? Habt Ihr irgendwelche W├╝nsche? Die Trauung muss aber auf dem Schiff stattfinden, sonst geht es nicht", erkl├Ąrte er gut gelaunt.

Nathan
"Also ich muss noch mein Kleidchen anziehen, damit ich sch├Ân bin. Archi ist schon sch├Ân. Und wir m├Âchten gern alle G├Ąste einladen, also alle die da sind! Aber wir haben kein zu Essen f├╝r sie", gr├╝belte Nathan.

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques schaute auf die Uhr und dachte kurz nach. "Nun wenn Ihr dem Smut eine Stunde gebt, ziehen wir das Abendbrot vor und er kann etwas zus├Ątzliches zum Abendbrot reichen. Als Festbeilage kann es Kuchen geben, Schnaps sowieso, oder andere leckere Dinge. Wir haben ja schlie├člich Verpflegung an Bord. Was magst Du denn gerne?", hakte Jaques nach.

Nathan
"Oh, oh, das ist so lieb!", freute Nathan sich und t├Ąnzelte herum. "Ich mag Kuchen sehr gerne, S├╝├čspeisen und Desserts! Aber keinen toten Fisch. Also nicht f├╝r mich zumindest. Wir brauchen noch Trauzeugen! Wer darf dein Trauzeuge sein, Archi?"

Jaques Philipp de Dusoulier
"Keinen toten Fisch, gut dann eingelegtes Fleisch. Das bekommen wir hin. Zumindest ben├Âtigt jeder einen Trauzeugen, so verlangt es die Tradition", erkl├Ąrte Jaques.

Archibald von Dornburg
Archibald ├╝berlegte einen Moment. "Tekuro wird mein Trauzeuge, er verbindet uns alle. Durch Kaz, durch Nori, durch Arbo - Tekuro soll mein Trauzeuge werden. Zudem habe ich ihn unbewusst beschenkt, da ist es nur fair, dass er mein Trauzeuge sein darf. Und er ist Kazrars Sohn. Wen w├Ąhlst Du?", fragte Arch neugierig.

Nathan
"Ich wollte eigentlich meinen Ciel haben, aber der ist gar nicht da. Darum nehme ich Patti, der ist mein Freund geworden. Er darf mein Trauzeuge sein."

Archibald von Dornburg
"Das wird Tekuro besonders freuen und vermutlich sogar Kazrar, er hat im Moment einen Narren an Patti gefressen. Nur weil er sich ins Bein bei├čen lie├č. Nat├╝rlich nicht von Patti, sondern von dem schwarzen Hund vom Kapit├Ąn. Was ├Ąrgert er auch st├Ąndig die Hunde? Immer hat er die Hunde am Bein. Ich vermute das ist so ein Arashi-Ding, was kein normaler Mensch versteht. Die Hunde r├Ąchen sich vermutlich f├╝r die verspeisten Artgenossen", grinste Arch.

Nathan
"Ich mag keine Hunde essen", sagte Nathan kopfsch├╝ttelnd. "Kazrar hat Patti auf einmal lieb, vorher war er sehr b├Âse. Genau wie Tekuro und der b├Âse Belly. Ich mache mir Sorgen um Patti. Sie d├╝rfen ihm nicht mehr so weh tun." Er griff nach Archibalds Hand. "Eine Stunde, da kann ich mein Kleidchen anziehen! Willst du noch was vorbereiten?"

Archibald von Dornburg
"Ja ich gebe Dir meine Kleidung mit zum aufbewahren Nathan. Ich fliege noch einmal kurz weg. Nimm meine Kleidung bitte mit", bat Arch. Er hockte sich auf dem Boden, nahm Fledermausgestalt an und flatterte dann von Bord, so dass seine Kleidung in sich zusammensank.

Nathan
"Oh", sagte Nathan verbl├╝fft, sch├╝ttelte die Kleider aus und legte sie ordentlich zusammen. "Hoffentlich kommt mein Archi p├╝nktlich zur├╝ck. Ich glaube manchmal, der kann gar keine Uhr lesen. Er kommt immer zu sp├Ąt."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques starrte der Fledermaus hinterher und musterte dann argw├Âhnisch die Kleidung. "Falls er die Uhr diesmal falsch liest, hat das fatale Folgen. Ich hoffe er macht keine Dummheiten. Nun ich werde zum Smut gehen und Du musst Dich auch noch vorbereiten. Ich werde mit Remy sprechen, das Himmelsauge m├╝sste hier noch an Bord herumtaumeln. Bis sp├Ąter Nathan, sagen wir 19 Uhr", sagte Jaques und marschierte zur Kabine von Remy. Er h├Ąmmerte kurz dagegen.

Remy de Remuer
"Herein, die T├╝r ist offen", kr├Ąhte es.

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques betrat die Kaj├╝te und schaute sich um, ehe er Platz nahm und Remy ernst anschaute. "Wir haben keinen eigenen Bordmagier, also ben├Âtige ich Deine Hilfe. Nathan und Archibald werden heiraten, Du wei├čt wer die beiden sind? Der Vampir ist noch einmal losgeflogen. Warne die B├╝ttel und Deine Kollegen in Cheverette, sie sollen mit sofortiger Wirkung eine Ausgangssperre verh├Ąngen. Wenn er Blut trinken m├Âchte, dann von mir aus Arashi-Blut in Arashima aber keines in Souvagne. Dann haben wir noch ein Problem, zwei Schiffe befinden sich noch vor Farisin. Sag meinem Bruder James und Rene bescheid, dass sie ebenfalls abr├╝cken. Ebenso sollte die Aquila dort abr├╝cken, damit es nicht zu weiteren, unn├Âtigen ├ärger kommt. Dar├╝ber solltest Du dann Ciel oder sogar den Duc in Kenntnis setzen. W├╝rdest Du das f├╝r mich erledigen?", bat Jaques.

Remy de Remuer
"Ja klar, das mache ich sofort!" Remy legte seine Sch├╝ssel mit den gesalzenen Krabbenchips beiseite, legte sich aufs Bett und schloss die Augen. Sein Geist l├Âste sich vom K├Ârper und tauchte in den Nexus. Er suchte nach einem bei den B├╝tteln stationierten Himmelsauge in Chevrette.'Alarm!' kreischte Remy mental. 'Vampir in Chevrette auf Jagd. Sofortige Ausgangssperre verh├Ąngen! Wenn vorhanden, Bluthexer zur Vampirabwehr hinzuziehen!' Seit offiziell bekannt war, dass Nekromanten, die zur Bluthexerei umgeschult wurden, staatliche Unterst├╝tzung erhielten, war der Orden der Bluthexer kaum noch die Unbekannte, die er vorher war. Remy sah es als wichtiger an, die Bev├Âlkerung zu sch├╝tzen, als sich jetzt noch zu informieren, ob er die Bluthexer erw├Ąhnen durfte. 'Weiterleiten an alle Himmelsaugen der Umgebung und Verteilung der Information auch auf die umliegenden Bereiche.' Er wartete auf Best├Ątigung.

Jaques Philipp de Dusoulier
Emilie de Souneil: `Ich habe verstanden und alles in die Wege geleitet. Der Vampir wird kein Opfer in Cheverette und Umgebung finden. Sei wachsam Bruder und Danke f├╝r die Warnung┬┤, kam einige Minuten sp├Ąter die mentale Antwort einer Kollegin aus Cheverette. Remy sp├╝rte, dass viele seiner Ordensbr├╝der hinter dem Hauptbewusstsein von Souneil standen und nun jeder dort wachsam Ausschau nach einem Vampir hielt.

Remy de Remuer
'Es handelt sich um den gesuchten Archibald von Dornburg', verk├╝ndete Remy. 'Auf ihn steht der T├Âtungsbefehl durch seine Majest├Ąt den Duc. Der Vampir darf und soll nach M├Âglichkeit eliminiert werden. Optisch etwa mitte 50, schwarzes Haar, an den Schl├Ąfen angegraut, helle Augen von graugr├╝ner Farbe, markante Gesichtsz├╝ge. Klein gewachsen, von muskul├Âser Statur. Als Fledermaus zweifarbig schwarz und grau. Deutlicher naridischer Dialekt, manipulativ. Guter K├Ąmpfer, Vorsicht walten lassen', gab Remy alles Preis, was er aufgrund des T├Âtungsbefehls ├╝ber den Mann wusste. 'Bevorzugte Opfer sind Kinder. ├ťbertragung Ende!' Remy zog sich zur├╝ck und suchte nach einem Geistmagier auf der Aquila. 'Hallo? Kollege?'

Jaques Philipp de Dusoulier
Alruna Haberland: `Hier Alruna Haberland, Schiffsmagierin der Aquila. Wer bist Du und was m├Âchtest Du von uns?┬┤, fragte die Magierin Retour.

Remy de Remuer
'Prince Remy de Souvagne, Chevalier de Remuer und Himmelsauge au├čer Dienst! Ich befinde mich momentan auf der Choucas unter Jaques de Dusolier, sicher bin ich dir aufgefallen, ich bin der gutaussehende Typ mit der schwarzen Dienstkapuze der Himmelsaugen. Kapit├Ąn Silvano wurde in Gewahrsam genommen, begleitet vom Boldi und Davet. Seine Vertretung l├Ąsst ausrichten, dass die vor Farisin verbliebenen Schiffe nach Chevrette kommen sollen! Die Mouette, die Choucas und die Aquila!'

Jaques Philipp de Dusoulier
Alruna Haberland: `Ich werde es unserem ersten Offizier ausrichten, denk bitte einmal an Cheverette, von uns war noch niemand dort. Wir fahren das erste Mal auf der Arzursee. Es geht unserem Kapit├Ąn doch gut? Keine Ahnung, ich bin nicht bei Euch an Bord gewesen um Dich gesehen zu haben Prince Remy. Aber vielleicht sehen wir uns ja sp├Ąter in Cheverette┬┤.

Remy de Remuer
'Oh, ich falle dir bestimmt auf.' Remy schickte der Dame einen sehr vorteilhaften Gedanken von sich selbst, wie er auf seinem edlen wei├čm├Ąhnigen souvagnischen Streitross posierte, das feurig mit wehender M├Ąhne stieg, w├Ąhrend er edelm├╝tig in die Runde blickte. Dann baute er die Kulisse von Chevrette drumherum auf und gab die Koordinaten her├╝ber. 'Ist das verst├Ąndlich oder brauchst du mehr Infos?', fragte er.

Jaques Philipp de Dusoulier
Alruna Haberland: `├ťber Cheverette oder ├╝ber Dich Prince Remy?┬┤, kam die mentale Lache von der Magierin. `Reitet Ihr auch nackt durch Nacht und Wind? Ich werde nach Euch Ausschau halten. Wir sind so gut wie fast unterwegs! Haltet Ausschau nach einer gutaussehenden blauen Lady mit wei├čen H├╝ften, dass ist die Aquila. Wir sehen uns┬┤, lachte sie gut gelaunt.

Remy de Remuer
Remy feixte. 'Ich werde Ausschau halten und die Besatzung pers├Ânlich willkommen hei├čen', versprach er. 'Gute Fahrt!' Dann lie├č er die Dame wieder in Ruhe und schlug die Augen auf. Er setzte sich hin. "Alles ausgerichtet!", grinste er. "Ach nein!" Er st├Âhnte. "Prince Ciel hab ich vergessen ... oder ich kontaktiere doch lieber den Duc." Er legte sich wieder hin und nahm einen weiteren Anlauf. 'Auuuuriiiii', hallte es durch den Nexus. 'Auuuuriiii!'

Jaques Philipp de Dusoulier
Aurelien Rineillon: `Hier bin ich, was schreist Du denn durch den Nexus als w├Ąrst Du allein da drau├čen? So allein bist Du doch nicht. Ich war unterwegs, musste bei Euch einen Costantino Marchesi verhaften. Er wollte den Prince vergiften. Ich kann Dir sagen, zum Gl├╝ck ist das glatt gegangen. Letztens sollte ich so einen Patrice verhaften, der war eine Mischung aus Ghul und Rennmaus, echt nicht lustig. Aber Costantino war kooperativ und ist freiwillig mitgekommen. Da war ich schon froh, noch ein Versagen h├Ątte ich mir vor dem Duc nicht leisten k├Ânnen. Das erste war schon schlimm genug und das war meine zweite Chance. Was kann ich f├╝r Dich tun?┬┤

Remy de Remuer
'Patrice? Der ist hier, in Chevrette, wenn du Patrice Vertcuis von der Leibgarde meinst! Wieso soll der verhaftet werden, der tut doch keiner Fliege was! Jetzt jedenfalls musst du bitte mal dem Duc und seinem liebensw├╝rdigen Sohn Ciel ausrichten, dass die Schiffe von Farisin zur├╝ck nach Chevrette kehren. Und dass Archibald von Dornburg, der gesuchte Vampir, hier auf Jagd gegangen ist, aber wir haben schon alle Sicherheitsma├čnahmen eingeleitet! Sonst alles gut bei dir, Auri? Du wirkst etwas gestresst!'

Jaques Philipp de Dusoulier
Aurelien Rineillon: `Weil er verr├╝ckt ist und in einen Tempel gebracht werden sollte. Aber als ich ihn traf war er schon tot, oder untot. Wo ist er genau bei Euch? Dann komme ich nochmal vorbei und sack ihn ein. So kann ich meinen Schnitzer beim Duc ausb├╝geln. Ich werde beiden Bescheid sagen, keine Sorge. Wo genau ist dieser Patrice? Da will man einmal nur jemanden helfen und dann das. Er hat meinen Adler beworfen, dieser Unhold┬┤

Remy de Remuer
'Den Adler beworfen?', rief Remy emp├Ârt. 'Dieser Vogelqu├Ąler! Wenn er Dorian was tut, kann er was erleben, ich schicke ihm Alptr├Ąume von Lawinen, so dass er es sich zwei Mal ├╝berlegt, ob er das noch einmal macht. Er ist hier im Hafen, an Bord der Choucas, unten im Bugraum meist, wird aber schwer bewacht.'

Jaques Philipp de Dusoulier
`Ja er hat meinen Adler mit einem Gurkenglas beworfen und mit einem Stoffballen. Wer ist so widerlich und bewirft einen Harpyienadler? Dieser Patrice. Zum Gl├╝ck ist ihr nichts passiert, au├čer dass sie sich erschrocken hat. Aber stell Dir vor sie h├Ątte sich ein Bein oder schlimmer noch einen Fl├╝gel gebrochen. Beim n├Ąchsten Mal lernt er ihre Krallen kennen. Und die sind nicht zu knapp. Dann sieht er mal wie schmerzhaft es ist, so mit anderen Gesch├Âpfen umzugehen. Wobei, nein das sieht er nicht. Er ist untot, ich habe ihn abgetastet mental. Total tot, da ist nichts. Nicht mal der Hauch eines Gedanken┬┤.

Remy de Remuer
'Untot? Warte.' Remy tastete nach den Menschen im Bugraum. Er sp├╝rte Tekuro nicht, das war normal, aber auch Patrice war nicht zu erkennen. Remy stand auf. "Entschuldige, Jaques." Er ging in den Bugraum, machte die T├╝r auf, stellte fest, dass Patrice darin war - und sp├╝rte noch immer nichts. Er kehrte zur├╝ck. 'Heilige Schei├če, du hast Recht, Auri! Hoffentlich nicht noch ein Vampir.'

Jaques Philipp de Dusoulier
Aurelien Rineillon: `Was habe ich Dir gesagt? Tot, oder Untot! Vorher war er noch am Leben und als ich ihn beeinflussen wollte um ihn zu einer Kapitulation zu bewegen, da sp├╝rte ich nichts! Er muss irgendwie unterwegs zum Ghul geworden sein. Ein Nekro? Keine Ahnung, ich glaube so schnell geht das nun nicht, aber ich war wirklich schockiert. Ich war sogar bereit ihn sofort zu richten, aber da gab dieser Unhold Fersengeld. Ein Vampir ist er nicht, ich habe mit ihm am hellichten Tag gesprochen und w├Ąre er einer, w├╝rde er jetzt Dienst in einer Eieruhr als Asche schieben mein Freund┬┤.

Remy de Remuer
'Dann muss er ein Ghul sein! Das kann man an der K├Ârpertemperatur ├╝berp├╝fen! Warte kurz!' Remy setze sich wieder auf. "├äh, hallo Jaques. Auftrag ausgef├╝hrt. Aber wir haben ein Problem! Patrice scheint ein Ghul zu sein! K├Ânnte bitte jemand seine K├Ârpertemperatur ├╝berpr├╝fen?"

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques schaute Remy ernst an. "Ich ├╝berpr├╝fe es selbst und rede mit der Kreatur. Hast Du alle informiert? Den Duc, die Aquila, die Mouette - Rene und die Cygnus - meinen Bruder James? Falls nicht, mach das bitte. Ich gehe derweil nach der Kreatur gucken. Wir treffen uns in ein paar Minuten wieder hier", sagte Dusolier und winkte einige Matrosen zur Unterst├╝tzung heran. Er ging kurz in seine Kaj├╝te und holte die Repetierarmbrust. Gemeinsam mit seinen M├Ąnnern betrat er den Bugraum. "Patrice? Komm her. Ich habe zu ├╝berpr├╝fen ob Du ein Untoter bist, zwei Himmelsaugen haben erkl├Ąrt dass es sich bei Dir um ein Ghul handelt. Und so langsam haben wir zuviele Untote an Bord. Also bist Du ein Ghul, ja oder nein? Ich hoffe Du sagst die Wahrheit und wirst es auch beweisen k├Ânnen", sagte Jaques und legte den Finger auf den Abzug. "Reine Vorsichtsma├čnahme. Also wie stets?", fragte der Kapit├Ąn.

Patrice Vertcuis
Patrice hob die H├Ąnde und stand sehr langsam auf. "Ich bin kein Ghul. Alle Vitalfunktionen verlaufen v├Âllig normal f├╝r einen lebenden Menschen. Es gibt f├╝r die Wahrnehmung der Himmelsaugen eine Erkl├Ąrung."

Jaques Philipp de Dusoulier
"Die finden wir zwei H├╝bschen jetzt gemeinsam heraus Patrice. Lass Deine Hose runter und dreh Dich mit dem R├╝cken zu mir. Und dann beug Dich ganz weit nach vorne", befahl Jaques.

Patrice Vertcuis
Tekuro gab ein m├╝rrisches Schnauben von sich, aber im Angesicht von so vielen Repetierarmbr├╝sten hielt er den Mund. Patrice ging auf Jaques zu, drehte sich mit dem R├╝cken zu ihm, ├Âffnete seinen G├╝rtel und lie├č die Hose herunter. Er beugte sich nach vorn, wobei wei├če Fl├╝ssigkeit aus seinem wunden Hinterteil herauslief.

Jaques Philipp de Dusoulier
"Bei den gr├╝nen Z├Ąhnen des Klabauter, womit habe ich das verdient", st├Âhnte Jaques und nickte knapp Richtung Patrice Hinterteil. "Gustavo schieb ihm den Finger in den Arsch und hoffe beim Klabauter dass er sich warm anf├╝hlt und nicht nur feucht wie die M├Âse einer Hafenhure", befahl Jaques. "K├Ąptn?!? Mit welchem Finger denn? In den sein Loch?", fragte Gustavo angewidert. "Von mir aus nimm den Elften, aber f├╝hl jetzt ob sein Arsch Zimmertemperatur hat wie guter Chianti, mach! Unser Leben h├Ąngt davon ab und Fran mit dem Zauberfinger ist nicht hier. Der Kerl muss ja nicht husten!", bellte Jaques. Gustavo nickte eingesch├╝chtert und n├Ąherte sich mit ausgestrecktem Finger und leicht gr├╝nlichem Gesicht Patrice Hintern, w├Ąhrend die anderen Kameraden kicherten. Selbst Jaques hatte alle M├╝he damit sein Gesicht unter Kontrolle zu halten.

Patrice Vertcuis
In dem Moment musste Patrice niesen und sp├╝rte, dass es feucht von ihm heruntertropfte. Es h├Ątte ihm peinlich sein k├Ânnen, aber stattdessen war er schadenfroh.

Jaques Philipp de Dusoulier
Wimmernd n├Ąherte sich Gustavo und schob Patrice dann seinen dicken, schwieligen, rauen, Teer-Finger in den Hintern. Er w├╝rgte einige Male, als m├╝sste er sich gleich ├╝bergeben, k├Ąmpfte den Drang zu speien aber tapfer nieder und starrte seinen Kapit├Ąn an. "Ja und? Warm,kalt, was? Mach Meldung!", blaffte Jaques, den das grausame Schauspiel die letzten Nerven kostete.

Patrice Vertcuis
Patrice ├Ąchzte geq├Ąlt. Sein Hintern war so schon wund und nun bekam er auch noch den unangenehmsten Finger, den sie in der Mannschaft hatten finden k├Ânnen, in den Allerwertesten geschoben. "Du h├Ąttest dir den Finger ruhig vorher waschen k├Ânnen", murrte er, nicht minder angewidert. Wenn er Pech hatte, war der Finger so schmutzig, wie er sich anf├╝hlte und er bekam auch noch eine Infektion.

Jaques Philipp de Dusoulier
Gustavo: "Is nur Teer man, der gute Teer h├Ąlt alles zusammen. Kann ich f├╝r Deinen dreckig Po? K├Ąptn ich glaub er lebt. Er f├╝hlt sich warm und widerlich an. Und wer w├╝rde schon nen Ghul knattern K├Ąptn? Sie nich wa, ich och nich und niemand der keine Leichen mag. Kann ich mein Finger wieder rausziehen?", bat Gustavo mit so elendem Blick, dass seine Kameraden in schallendes Gel├Ąchter ausbrachen.

Jaques Philipp de Dusoulier
"RUHE!", donnerte Jaques. Was es hie├č, wenn der Mann br├╝llte, erfuhren die Bei├čer nun an den eigenen Ohren. "Sicher zieh ihm den Finger aus dem Arsch und er hat ganz Recht, geh Dir die H├Ąnde waschen, nicht das Du krank wirst Gustavo. Nebenbei niemand knattert Leichen! Ist es wahr. Gut richte Dich auf Patrice, kneif die Arschbacken zusammen und zieh Dich wieder an. Was bist Du? Ein Vampir?", fragte Jaques, w├Ąhrend Gustavo schnell das Weite suchte, ehe er nochmal zum f├╝hlen verdonnert wurde. Wer wusste schon welche K├Ârpertemperatur Vampire haben sollten.

Patrice Vertcuis
Patrice zog sich wieder an, verschloss den G├╝rtel ein Loch enger als n├Âtig und drehte sich wieder zu dem vertretenden Kapit├Ąn. "Ich bin auch kein Vampir, ich bin ein normaler Lebender. D├╝rfte ich das bitte mit dir unter vier Augen besprechen?"

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques zog minimal eine Augenbraue hoch und nickte dann knapp. "Folge mir Patrice. Ihr wartet hier auf weiteres, wir sind auf dem Achterdeck. Nachr├╝cken in 15 Minuten, Tote-Mann-Schaltung", befahl Jaques seinen M├Ąnnern gab die F├╝hrung. Der ehemalige erste Offizier betrat dass Deck und f├╝hrte Patrice dann zum Achterdeck hinauf. Er lehnte sich mit dem R├╝cken an die Reling und schaute dem seltsamen Mann entgegen. Die so entspannt wirkende Geste, war genau das Gegenteil. So war Jaques R├╝cken gedeckt, denn dort endete auch das Schiff. Wollte Patrice ihm in den R├╝cken fallen, musste er schon fliegen k├Ânnen. Sie standen sich somit beide von Angesicht zu Angesicht gegen├╝ber. Jaques wusste die absonderliche Situation nicht einzusch├Ątzen. Er senkte die Armbrust minimal als Zeichen, dass er friedlich zuh├Âren w├╝rde. Dennoch war die Waffe, geladen und entsichert, sein Daumen lag auf dem Abzug. Was immer Patrice war, Jaques wollte nicht in eine dieser Kreaturen verwandelt werden. "Also was bist Du?", fragte er leise.

Patrice Vertcuis
"Ich bin ein Antimagier", wisperte Patrice, der misstrauisch auf die Armbrust schaute. "Das Ph├Ąnomen ist selten, aber der Duc wird dir best├Ątigen, dass es die meinen gibt, wir sind der Krone bekannt. Ich bin ein normaler Lebender, jedoch immun gegen magische Abtastung und magische Beeinflussung. Darum werden wir oft f├Ąlschlicherweise von Geistmagiern oder Bluthexern f├╝r Untot gehalten."

Jaques Philipp de Dusoulier
"Wie kann ich das ├╝berpr├╝fen? Ich meine sind wir ehrlich, eine Leiche in der Sonne w├Ąre auch warm, dennoch tot. Gib mir etwas, womit Du beweist dass Du lebst Patrice. Die Armbrust ist meine Lebensversicherung. Tust Du mir nichts, tue ich Dir nichts. Ich habe von Magie keine Ahnung, also wenn Du es mir erl├Ąuterst bitte so, dass es auch ein Nichtmagier nachvollziehen kann. Was unterscheidet Euch von Magiern? Was ist dieses Anti? Ihr hebt Magie auf oder wie? Oder jagt und t├Âtet Ihr abtr├╝nnige Magier?", fragte Jaques.

Patrice Vertcuis
"Nicht alle Antimagier arbeiten automatisch auch in dem Bereich. Es ist einfach eine Eigenschaft. So, wie auch nicht alle Geistmagier auch als Himmelsaugen arbeiten. Manche haben die Gabe einfach und benutzen sie nicht weiter. Ich kann dir nicht beweisen, dass ich lebe, Jaques ... ich kann dir nur die R├╝cksprache mit dem Duc anbieten."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques dachte eine lange Zeit ├╝ber das Gesagte von Patrice nach. "Bluten Ghule oder Vampire? Falls nicht, w├Ąre das ein Beweis. Falls doch, nun dann k├Ânnen wir uns den Test sparen, oder ich kann ihn Dir ersparen. Leider ist unser Heiler nicht mehr an Bord. Allerdings sind drei Schiffe auf dem Weg hierher unter anderem das meines Bruders. Sein Bordheiler k├Ânnte ├╝berpr├╝fen ob Du lebst. Haben Ghule oder Vampire einen Herzschlag?", fragte Jaques.

Patrice Vertcuis
"Ja, sie bluten auch. Ebenso schl├Ągt ihr Herz. Man merkt es nur anhand ihrer K├Ârpertemperatur, dass sie nicht leben, wenn eine magische ├ťberpr├╝fung ausf├Ąllt und im Falle der Vampire auch an den Z├Ąhnen und der Wandlungsf├Ąhigkeit. Ich kann es wirklich nicht sagen ... Jaques ..." Er krallte seine Finger in die Schl├Ąfen. "Ich ... muss dringend ... zur├╝ck zum Palast!", flehte er.

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques musterte Patrice noch argw├Âhnischer aus er sich die Finger in die Schl├Ąfen krallte. "Was ist mit Dir los? Eine Passage nach Beaufort dauert nicht lange, ist nur die K├╝ste lang runter. Also was hast Du? Komm mit mir mit Patrice", sagte Jaques und gab den Weg vor.

Patrice Vertcuis
"Ich ... darf es nicht sagen! Ich arbeite f├╝r den Duc, aber ich kann nicht mehr, ich muss mit ihm sprechen!" Er blieb stehen. "Das hatte ich doch schon ... wieso bin ich wieder hier?!" Verzweifelt blickte er sich um.

Jaques Philipp de Dusoulier
"Setzt Dich mal im Schneidersitz auf den Boden und atme tief durch. Du bist zur├╝ck gekommen, vor einiger Zeit. Wann war das genau? Kann ich aus dem Stehgreif nicht sagen, da m├╝sste ich ins Logbuch schauen, aber leider ist es mir ├╝ber Bord gefallen. Bei all der Aufregung war sogar ich mit den Nerven am Ende. Zuerst bekleckere ich es, dann f├Ąllt es mir noch ins Meer. Naja, ich lege ein neues an und melde das alte verlustig - kann ich nichts dran ├Ąndern. Den Tadel schreibe ich mir zur Not selbst, aber hier ging es mehr als hoch her und besser wir verlieren ein Buch als einen Mann nicht wahr? Also, Du bist die Tage mit Prince Ciel auf seinem Drachenhuhn zur├╝ckgekehrt. Er und Benito haben Dich mitgebracht. Ist Benito noch an Bord? Der alte Zausel ist ein Heiler, er k├Ânnte es best├Ątigen und auch mal nach Dir schauen. Nimmst Du Drogen, bist Du Alkohol abh├Ąngig oder so etwas? Du hast gewaltige Stimmungsschwankungen und das kenne ich von Leuten die zu tief in die Boddel gucken oder sich was anderes einwerfen", mahnte Jaques.

Patrice Vertcuis
Er lie├č sich auf den Hintern plumsen und zitterte. "Ich wei├č nicht mehr, wann und wie ich hier her gekommen bin. Oder was Benito auf einem Schiff macht! Ich trinke nur wenig und nehme keine Drogen ... ich bin einfach ├╝berarbeitet. Der Job macht mich fertig, ich muss hier weg! Du hast meinen Hintern gesehen! Niemand hat verdient, so behandelt zu werden und ich schei├č auf den Auftrag!"

Jaques Philipp de Dusoulier
"Ja ich habe Deinen Hintern gesehen und ich wei├č dass Ihr dort Tage lang Rudelbumsen gefeiert habt, das die Nudeln und S├Ącke gl├╝hten. Begleite mich zu Remy, komm. Steh auf", forderte Jaques und nahm Patrice mit. Er klopfte und trat sofort ein. "Hallo. Er ist kein Ghul, er ist etwas anderes und er ben├Âtigt eine schnelle Heimreise. Kannst Du jemanden mit einem Flugtier herbeordern? Andernfalls m├╝ssten wir ihn nach Beaufort schippern, aber dazu musst Du die Erlaubnis von Prince Ciel einholen. Er gab mir direkte Order hier zu liegen. Sprich frag den Mann bitte. Hast Du James und Rene informiert?", hakte Jaques nach.

Remy de Remuer
"Nicht n├Âtig, Auri holt ihn ab. Er hatte Befehl, ihn zu verhaften, aber unser Patti ist ziemlich flink zu Fu├č. Wir m├╝ssen also nur gaaanz bequem hier auf meinen Kollegen warten." Remy besah sich seine Fingern├Ągel. "Rene und Jamie wissen Bescheid. Alle drei Schiffe sind auf dem Weg nach Chevrette."

Jaques Philipp de Dusoulier
"Danke, ich hoffe es ist alles gut gegangen. Kannst Du in Erfahrung bringen, ob sie den Br├╝ckenkopf evakuiert haben und ob die Maaten abgezogen wurden, oder ob sie die Landungsbr├╝cke bestehen lie├čen? Hat mein Bruder noch irgendwas gesagt?", fragte Jaques und setzte sich genau vor die Kaj├╝tent├╝r. "Mach es Dir gem├╝tlich Patrice, Du wirst scheinbar gleich von einem Himmelsauge abgeholt. Naja gleich in Anf├╝hrungszeichen. Etwas wird es schon dauern. Setz Dich, entspann Dich", bat Jaques.

Patrice Vertcuis
Patrice setzte sich bei Maurice auf die Matratze, um seinen Hintern zu schonen, lehnte sich an und schloss die Augen. Er wirkte entspannter, aber sein Zittern blieb.

Remy de Remuer
"Äh, die haben gar nichts gesagt. Warte, ich kontaktiere sie erneut." Remy versank in Trance und meldete sich erneut beim Himmelsauge an Bord der Cygnus. 'Hallo? Hier Prince Remy schon wieder! Wurde der Brückenkopf evakuiert und die Maaten abgezogen oder ist die Landungsbrücke belassen worden? Jacky will es gern wissen.'

Jaques Philipp de Dusoulier
Mathieu Dugnoun: `Br├╝ckenkopf wurde nicht evakuiert, keine Handlungsgrundlage. Geordneter R├╝ckzug auf die vorhandenen Schiffe Mouette und Cygnus. Mouette und Cygnus haben vor kurzem den R├╝ckzug angetreten, sind in Begleitung der Aquila unter Kommando eines Wilden namens Ambar. Scheinbar hat eine Frau zeitgleich das Kommando oder glaubt es, Tara der Name der Wilden. Bei der Witterungslage Ankunft in 22 Stunden. Gr├╝├če von Kapit├Ąn James an seinen Bruder Jaques┬┤.

Remy de Remuer
'Was hei├čt, keine Handlungsgrundlage? Wie viele M├Ąnner sind noch auf der Insel?', hakte Remy nach.

Jaques Philipp de Dusoulier
Mathieu Dugnoun: `Nach einem vollst├Ąndigen R├╝ckzug keiner, so war es doch gew├╝nscht oder nicht?┬┤, hakte der Magier nach und fragte sich, was Remy da eigentlich von ihm wollte. Der Mann verwirrte ihn.

Remy de Remuer
'Jetzt hab ich`s kapiert, red doch gleich Asameisch mit mir! Ich richte es aus, danke und gute Fahrt!' Er schlug die Augen auf. "Gr├╝├če von James an seinen Bruder Jaques. Au├čerdem wurde der Br├╝ckenkopf nicht evakuiert, sondern es erfolgte ein geordneter, vollst├Ąndiger R├╝ckzug auf die Mouette und die Cygnus. Diese samt Aquila werden in etwa 22 Stunden hier eintreffen. Die Aquila wird ebenso dabei sein, kommandiert von einer holden Lady namens Tara und einem weniger interessanten Ambar, beides Wilde."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques grinste Remy an. "Ja beides sind Rakshaner, ich habe sie gesehen. Tara hat zudem eine sehr eigenwillige Art zu sprechen. Man muss schon genau hinh├Âren, was einem die Frau sagen m├Âchte. Aber was solls, wer h├Ârt sch├Ân hin was eine Frau einem zu sagen hat, wenn sie so aussieht. Jedenfalls hat sie irgendwelches Zeug gefaselt, dass ganz nett klang. ├ťbersetzt habe ich das so, Hallo wo ist Silvano? Jetzt muss ich zu Tekuro. Machts mal gut. Nur hat sie dabei was von W├╝ste, Wind und Witterung gefaselt was auf dem Meer sehr ungew├Âhnlich ist oder es ging um etwas das sie damit ausdr├╝cken wollte. Frauen reden ja manchmal sehr lange um den hei├čen Brei herum, ich hatte keine Zeit f├╝r das Spielchen rate was ich Dir sagen m├Âchte. Drum habe ich einfach nur freundlich geguckt", grinste Jaques.

Remy de Remuer
"Das ist das Beste, was man machen kann", best├Ątigte Remy weise. "Du h├Ąttest ihr auch ein genau so kryptisch verpacktes Kompliment erwidern k├Ânnen."

Jaques Philipp de Dusoulier
"Was? Sch├Âne Quarktaschen?", lachte Jaques sich schlapp, "das verkneife ich mir besser. Reicht wenn zwei von uns ├ärger haben oder etwa nicht?", grinste er breit.

Remy de Remuer
Remy r├Ąusperte sich, legte Daumen und Zeigefinger aufeinander und zog ein charmantes Gesicht. "Dort, wo dein zarter Fu├č den Sand der W├╝ste teilt, ergr├╝nt diese in Fruchtbarkeit und sogar der Wind singt das Lied deiner Sch├Ânheit."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques musterte Remy wie ein Wesen von einer fremden Welt oder wie einen Geist. "Hast Du einen von ihnen verschluckt? Irgendso etwas hat sie auch gesagt. Nur weniger poetisch glaube ich. Was immer das hei├čen mag, es klingt ganz.... charmant. Aber nichts was man mir abkaufen w├╝rde", grinste Jaques.

Remy de Remuer
"Ja, weil du falsch dreinblickst! Lies 'Die Kunst der Verf├╝hrung', ein illustriertes Standardwerk und f├╝r den Einstieg in die Materie bestens geeignet. Mein Exemplar hat mein Vater leider dem Kamin ├╝berantwortet, aber es ist auch in jeder gut sortierten B├╝cherei zu finden."

Jaques Philipp de Dusoulier
"Remy, das ist etwas f├╝r Princen wie Dich. Ich bin zwar auch Adliger, aber ich bin meist auf See. Da habe ich kaum ein Opfer f├╝r diese Art zu sprechen. Und wenn wir auf Landgang sind, habe ich keine Tage Zeit um etwas in die Wege zu leiten. Sondern dass was andere sonst in Wochenlangem Balzen hinbekommen, m├╝ssen wir an einem Abend rei├čen. Also sind die Tavernen gut, der Rum teuer, die Weiber billig. Du willst sie nicht heiraten, Du willst einfach nur kommentarlos abspritzen. Hei├čt sie stechen, bevor Du wieder in See stichst. Oder meist Du ich bin grundlos alleinstehend? Das hat schon einen Grund. Meine Eltern w├╝rden mich im Garten aufkn├╝pfen, w├╝rde ich mich so verhalten mit einer Frau oder einem Mann an meiner Seite. Hei├čt machst Du sie Dir eigen, werden es Deine Ehepartner. Ich hab mir niemand eigen gemacht. Aber vielleicht lese ich das Buch einfach mal rein aus Neugier", grinste Jaques.

Remy de Remuer
Remy starrte ihn an. "Mein lieber Jaques, du verstehst mich falsch. Diese Verf├╝hrungsk├╝nste SIND f├╝r kurzfristige Freuden ausgelegt, mit dem einzigen Unterschied, dass ich daf├╝r nicht bezahlen muss, wenn ich ein paar nette Worte von mir gebe, vielleicht werde ich sogar eingeladen, wenn ich zuf├Ąllig meine Geldkatze vergessen habe. Nebenbei bin ich erst seit einem Monat Prince und vorher war ich Chevalier, ganz so wie du."

Jaques Philipp de Dusoulier ÔÇó
Bei der Erkl├Ąrung wurde Jaques hellh├Ârig. "Und das funktioniert wie schnell, wenn Du eine Frau so ansprichst? Rein gesch├Ątzt, also wie hoch ist die Trefferchance? Wie hoch ist Deine Erfolgschance? Gib mal ein Beispiel, wie so ein Abend abl├Ąuft?", fragte Jaques.

Remy de Remuer
"Ein wenig l├Ąnger, als sich eine professionelle Dame zu bestellen, dauert es schon, sagen wir drei oder vier Stunden muss man rechnen, ehe es zur Sache geht. Zun├Ąchst muss man eine geeignete Lokalit├Ąt kennen, in der das Beuteschema verkehrt, also in unserem Falle bezaubernde, alleinstehende oder ungl├╝ckliche Frauen, welche es wagen, allein au├čer Haus zu gehen. Schau dich gut um, wenn sie einen Bruder dabei hat oder einen anderen Aufpasser, mach einen Bogen oder freunde dich zuerst mit diesem an, ehe du deine Chancen bei ihr auslotest. Ist sie allein, ist es das Beste, was dir passieren kann. Beginne mit einer unverf├Ąnglichen Frage, damit sie dir antworten muss und ihr ins Gespr├Ąch kommt. Behaupte, du bist neu in der Gegend oder auf der Reise und dann quetsche sie zu allen m├Âglichen Banalit├Ąten aus. Welches Getr├Ąnk sie empfehlen w├╝rde, wo der Markt ist, ob es hier in der Stadt eine Universit├Ąt gibt. Das alles interessiert dich nicht die Bohne, aber so schaust du, wo ihre Interessen liegen, wo sie besonders gern dr├╝ber spricht und dort setzt du nat├╝rlich an. Wichtig ist, dass sie ├╝berhaupt ersteinmal mit dir sprechen m├Âchte. Weist sie dich schon an diesem Punkt ab, vergeude deine Zeit nicht, sondern schaue nach der n├Ąchsten. Angenommen, sie geht auf dein Gespr├Ąch ein, dann beginnst du, dich f├╝r ihre Interessen zu interessieren. Wenn sie von Blumen schw├Ąrmt, die es auf dem Markt gibt, erkundige dich nach ihrem Garten und berichte, was f├╝r ein leidenschaftlicher Hobbyg├Ąrtner du bist und dass deine Familie f├╝r ihre preisgekr├Ânten Dahlien ber├╝hmt ist. Eine gute Allgemeinbildung ist also von Vorteil. Wenn sie beginnt, von sich zu erz├Ąhlen, steige darauf ein und langsam werden die Fragen pers├Ânlicher. Du ber├╝hrst sie scheinbar beil├Ąufig, wenn du kurz aufstehst um was vom Tresen zu holen oder dir f├Ąllt etwas herunter. Wenn sie diesen Ber├╝hrungen nicht ausweicht, werden es mehr. Von Vorteil ist, wenn die Dame leicht angetrunken ist, du solltest aber n├╝chtern sein. Und irgendwann zeigst du ihr deine Kutsche, erst von au├čen und dann von innnen." Remy strahlte bei der Erinnerung. "Maurice, einen Tintenfischring, bitte."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques grinste ├╝ber beide Ohren, als er Remys Jagdschilderung h├Ârte. Das klang ziemlich fundiert, fast wie flirten f├╝r etwas Festes. Er angelte nach Hintergrundwissen und dieses Wissen setzte er als K├Âder ein und hang ihn an die Angel um die Frau an den Haken zu bekommen. Sollte sie Haken samt K├Âder schlucken zog er sie an Land, er zog sie ins Bett. Und er angelte keine Frauen, die nur auf die Taler aus war, sondern er musste nicht mal die Geldkatze z├╝cken. Vielleicht wurde er am Ende sogar ausgehalten und zu was auch immer eingeladen. Das war eine F├Ąhigkeit f├╝r sich, seine lagen auf einem anderen Gebiet. Er glaube nicht, dass er das selbst derma├čen hinbekommen w├╝rde. Vor allem musste er die ganze Zeit der Frau die komplette Aufmerksamkeit schenken. Ab einem Gespr├Ąch von f├╝nf Minuten durfte er nicht abgleiten, sich Meeresrauschen oder Brandungsger├Ąusche vorstellen und einfach nur freundlich L├Ącheln, wie er es sonst oft bei belanglosen Gespr├Ąchen tat. Nein, das hier war ein eigener Kampf, mit skurilen Waffen - Komplimenten. Man durfte den Feind keine Sekunde aus dem Ohr lassen. Eine scheinbar unbedeutende Bemerkung konnte das Balzen von zig Stunden zu nichte machen. Und manche Frauen legten sogar schon die Worte bei einer normalen Unterhaltung auf die Goldwaage. Das war ein Gebiet voller Brandf├Ąsser in den Gew├Ąssern, wo Remy fischte. Jaques blinzelte und sch├╝ttelte den Kopf. "Ich denke nicht, dass ich das derma├čen hinbek├Ąme, soviel dazu. Aber es klingt sehr interessant und ist sicher gut zu beobachten", grinste Jaques.

Remy de Remuer
"Alles eine Frage der ├ťbung, mein Lieber. Glaub nicht, dass ich von Anfang an eine so exorbitante Erfolgsquote hatte wie heute, wo sogar die Prinzessin in meiner Kutsche gelandet ist und sich die Federung hat zeigen lassen. Sag niemals nie, wenn ich da an meinen Freund Gaetano denke, der ..." Remy sp├╝rte und verzog seine Brauen. "... gerade im Kr├Ąhennest sitzt?!"

Jaques Philipp de Dusoulier
"Ja da sitzt er, ich dachte mir noch, oha ziemlich mutig f├╝r eine Landratte, nicht mal jede Teerjacke oder jeder Salzbuckel traut sich da ohne weiteres hoch. Aber er flink wie ein Wiesel und mutig wie ein Bullenhai, einfach immer weiter hoch und nicht nach unten geschaut. Ist aber auch eine super Aussicht immerhin fast gute 50 Meter ├╝ber der See mein Freund. Lass ihm den Spa├č, er hat gut geklettert".

Remy de Remuer
"Gute Aussicht? Der Mann ist blind!", rief Remy entsetzt und riss die T├╝r auf - in der Tekuro stand, der gerade anklopfen wollte. Remy dr├Ąngelte sich an ihm vorbei und rannte in Richtung Mast. Der Gardist trat derweil ein und sein Gesicht erhellte sich, als er Patrice entdeckte.

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques musste erst Remy ausweichen, der pl├Âtzlich rausrannte und dann Tekuro der hineinst├╝rmte. Was war denn hier los. Er sprang auf die Beine und starrte Remy hinterher. So wie Gaetano geklettert war, konnte er nicht blind sein. Oder doch, da er die H├Âhe ├╝berhaupt nicht mitbekam. Jaques packte Tekuro am Arm und schob ihn wieder nach drau├čen. "Was m├Âchtest Du? Hilf mal dem Kollegen seinen Bruder aus dem Kr├Ąhennest zu holen. Du bist ein Vampir. Flieg hoch und klettere mit ihm runter", befahl Jaques.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuros Kopf verlie├č als letztes die Kaj├╝te, als er hinausgeschoben wurde. "Was wollt ihr von Patti?", fragte er misstrauisch. "Was habt ihr mit ihm gemacht, er sieht fertig aus."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques starrte Tekuro an. "Nicht wurde mit ihm gemacht, er hatte Kopfschmerzen und ich habe ihm gesagt, er soll sich einen Moment hinsetzen und sich ausruhen. Und das tut er hier auch. Und nun bitte, ab mit Dir auf den Mast, aufmasten und Gaetano den Weg nach unten weisen, aber bitte so, dass der Mann gl├╝cklich ├╝berlebt. Du hast es am einfachsten", erkl├Ąrte Jaques.

Robere Tekuro Chud-Moreau
"Patti soll sich dort ausruhen, wo er sich wohlf├╝hlt, in unserem Nest", murrte Tekuro. "Ich hol dir den Dicken runter. Danach h├Ąltst du mich nicht l├Ąnger von Patti getrennt, wir sind deine G├Ąste, vergiss das nicht." Vor Jaques Augen schrumpfte Tekuro und verschwand in seiner Kleidung, die zu einem Lumpenhaufen zusammensackte. Darunter wackelte eine Beule, die in Richtung der Hals├Âffnung des Pullovers krabbelte. Eine schwarze Fledermaus schob ihren Kopf hervor. Sie piepste Jaques mahnend an und flatterte dann in einer Schl├Ąngellinie hinauf zum Kr├Ąhennest. Tekuro war bislang nur wenig geflogen, da er lieber die Bei├čer im Bug bewachte und sich bislang von Spenden hatte ern├Ąhren k├Ânnen. Im Kr├Ąhennest setzte er sich neben Gaetano und verwandelte sich. Pl├Âtzlich sa├č ein gro├čer nackter Mann neben Gaetano. "Wir klettern jetzt zusammen runter", befahl er. "Wehe du zappelst."

Gaetano de la Cantillion
"Ach hallo, genie├čen Sie auch die Luft? Herrlich nicht wahr? Ich habe gar nicht gewusst, dass immer ein leichtes L├╝ftchen auf See weht. Aber endlich bin ich oben an Deck. Die Leiter bis rauf aufs Schiff kam mir erstaunlich lang vor. Aber ich bin so eine Kletterei auch nicht gew├Âhnt. Wie steht es mit Ihnen? Oh wie unh├Âflich, Comte Gaetano de la Cantillion und Ihr werter Name? Reine Neugier trieb mich zu diesem Abenteuer mit meinem Freund Remy. Er ist glaube ich noch nicht an Bord. Was meinen Sie?", fragte Gaetano und schaute Tekuro mit gro├čen Augen an. Durch die Brille wirkten sie nicht nur gro├č sondern riesig. Wie menschliche Insektenaugen die ihn freundlich anblinzelten.

Robere Tekuro Chud-Moreau
"Du bist in der falschen Etage, Comte de la Cantillion. Ich bring dich runter zu deinem Freund. Pass auf. Ich kletter hinter dir, so kannst du nicht abst├╝rzen. Ich bin wie ein lebender Fangkorb. Mach keine Zicken und steig einfach Schritt f├╝r Schritt nach unten. Ich lotse dich. Alles klar? Dann los. Hier geht es runter. Ich kletter jetzt ├╝ber dich. Ich hab keine Klamotten an, aber da m├╝ssen wir beide jetzt durch. Der Kapit├Ąn will es so." Er kletterte sehr langsam hinter Gaetano, so dass er Bauch an R├╝cken mit ihm war. "F├╝├če jetzt hier runter. Dann ganz langsam gerade nach unten." Er selber klammerte sich so stark fest, dass seine Kn├Âchel wei├č hervor traten. Er war dankbar, dass er schon tot war. Wie sein Sohn hier so flink herumklettern konnte, war ihm ein R├Ątsel.

Gaetano de la Cantillion
"Welche falsche Etage denn? Und wieso seid Ihr nackt? Das geziemt sich eigentlich nicht, oder wart Ihr baden? Vielleicht sollte ich das auch einmal ausprobieren, was meint Ihr? Ihr wirkt ein wenig verspannt, verschnupft mein Herr", erkl├Ąrte Gaetano und kletterte flink und ohne jede Angst in einer Geschwindigkeit nach unten, die jedem klar machte, der Mann wusste nicht was er tat.

Robere Tekuro Chud-Moreau
"Ja, ich war baden", log Tekuro, als Gaetano ihm in Windeseile davonkletterte. "Langsam", flehte er, um dann zu verstummen. Keinesfalls durfte er den Blindflansch jetzt ablenken. Er verharrte und sah ihm best├╝rzt hinterher.

Gaetano de la Cantillion
Getano kletterte auf Deck und schaute sich um. "Dann gehe ich mal in meine Kabine. Danke junger Mann", sagte er freundlich und marschierte schnurstracks auf die Reeling zu. Selbstverst├Ąndlich auf die v├Âllig falsche Seite, welche Kabine er auch immer meinte, er w├╝rde in Davys landen.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro verwandelte sich rasch wieder in die Fledermaus, vor Schreck klappte es nicht auf Anhieb und er wurde zu etwas Gr├Ąsslichem, ehe es ihm gelang, eine flugf├Ąhige Gestalt anzunehmen. Wie ein schwarzer Pfeil schoss er hinab und auf Gaetanos Gesicht zu. Kurz davor bremste er ab und krallte sich an der Brille fest. "Falsche Richtung!", piepste er und f├╝r ein so possierliches Gesch├Âpf klang er sehr missgestimmt.

Gaetano de la Cantillion
Gaetano stoppte prompt und pfl├╝ckte das kleine, weiche, flauschige Gesch├Âpf von seiner Brille. "Du hast Dich verflogen? Ein sprechendes, ja was bist Du denn nur? Na komm ich bringe Dich zum Kapit├Ąn", sagte Tano und k├╝sste die Kreatur auf den Kopf und stopfte sie in seine Brusttasche. "Hach, das wird ein Urlaub", grinste Tano. "REMY?", rief er etwas desorientiert.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Die Fledermaus kletterte wieder hervor und an seiner Kleidung hinab. Gaetano merkte, wie etwas auf seinem Schuh schwer wurde, als w├╝rde da ein Ziegelstein drauf liegen, aber es wurde noch schwerer und pl├Âtzlich stand vor ihm wieder Tekuro, der mit einem Fu├č auf seinem Schuh stand. Er nahm den Fu├č weg und packte Gaetano am Arm. "Ich bring dich zu Remy. Jetzt bleib hier oder ich nehm dich im Sicherungsgriff mit!", schnauzte er. Seine Haare klebten feucht. Er f├╝hrte Gaetano zur├╝ck zur Kaj├╝te von Jaques, wo auch Remy wartete. "Auftrag ausgef├╝hrt."

Gaetano de la Cantillion
"Sowas k├Ânnt Ihr? Das klingt wahrlich interessant, ein Sicherheitsgriff. Aber seid unbesorgt, mein Stand ist fest wie der einer Souvagnischen Salzeiche, mich weht so schnell nichts um guter Mann. Nur mit meinen Augen habe ich leichte Probleme wisst Ihr? Remy? Ja geleitet mich zu Remy, ein feiner Kerl und mein bester Freund", freute sich Tano.

Remy de Remuer
"Tano", rief Remy erfreut und nahm den blinden Comte in die Arme. "Was machst du nur f├╝r Sachen ... ich sollte dir eine Trillerpfeife um den Hals binden, damit du dich bemerkbar machen kannst, wenn du verloren gegangen bist. Ich hatte mir Sorgen gemacht. Musst du aufs Klo oder was essen oder trinken? Mein Leibdiener ist dein Leibdiener, Maurice wird sich ganz hervorragend um dich k├╝mmern, nicht wahr, Maurice?"

Gaetano de la Cantillion
"Aber wieso denn? Dieser charmante junge Herr hat sich mir angeschlossen", erkl├Ąrte Tano und deutete auf Tekuro mit dem Finger, dabei stach er ihm fast ein Auge aus. "Er hat mich sogar extra sicher verwahrt, dabei war ich sicher. Ich habe keine Seekrankheit entwickelt, sp├╝re kaum Schaukeln. Ich werde Seemann, das werde ich Vater sagen. Meine neue Passion, ich bin daf├╝r geboren Remy, ich sp├╝re es", erkl├Ąrte Tano und atmete einige Mal tief durch.

Maurice de la Cantillion
Maurice der gerade knusprige Tintenfischringe verspeist hatte, hielt mitten in der Bewegung inne und musterte seinen Neffen streng. "Tano seekrank ist noch keiner im Hafen geworden. Und als Seemann sollte man sehen k├Ânnen. Wo hast Du ├╝berhaupt Deinen Leibdiener gelassen? Von mir aus, es schadet nicht, ich kenne seinen nackten Hintern, ich bin sein Onkel Remy!", erkl├Ąrte Maurice de la Cantillion.

Remy de Remuer
"Ach ... ach ja", sinnierte Remy. "Das ist dann wohl eher ung├╝nstig. Er kriegt einen eigenen!"

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques schaute sich das Schauspiel an, er wusste nicht ob er lachen, weinen oder fliehen sollte. "Richtig, Seekrank wird man nur auf hoher See und nicht w├Ąhrend man im Hafen liegt. Ich denke am besten werter Comte bleibt Ihr in der Kaj├╝te Eures Onkels und wandert bitte nicht die Masten hoch und runter, dass ist etwas heikel. Patrice folge mir", sagte Jaques und f├╝hrte Patti hinaus.

Patrice Vertcuis
Patrice erhob sich und folgte Jaques. Er ging dabei an Tekuro vorbei, ohne ihn eines Blickes zu w├╝rdigen, was diesen verst├Ârt dreinblicken lie├č. Patrice hielt sich an den Kapit├Ąn. "Wohin?", fragte er. "Ist das Himmelsauge da?"

Jaques Philipp de Dusoulier
"Wir gehen in meine Kaj├╝te, da drin ist zuviel Trubel und Dir ging es eben schon schlecht. Das Himmelsauge wird etwas ben├Âtigen, aber er ist sicher schon unterwegs. Entspann Dich bei mir, warte auf die Abholung. Und bitte bleib friedlich", bat Jaques.

Patrice Vertcuis
"Ich bin friedlich ... nur ersch├Âpft", erkl├Ąrte er. "Und ziemlich deprimiert, aber das braucht nicht deine Sorge sein. Ich beneide dich um dein Leben, Jaques."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques schloss hinter Patrice die Kaj├╝tent├╝r, als sie seine Kabine betraten und deutete ihm an sich zu setzen. "Worum beneidest Du mich? Um das Leben auf See oder um meine Mannschaft? Weshalb bist Du depremiert? Ich bin auch ab und an deprimiert, aber immer nur dann wenn ich alleine bin. Drum kommt das so gut wie nie vor. Zuhause habe ich im Grunde auch eine Mannschaft, meine Familie ist gro├č. Tja irgendwie k├Ânnte man sagen, ich gehe gerne in der Masse auf. Ich geh├Âre gerne etwas Gr├Â├čerem an, etwas dass die eigene Existenz ├╝bersteigt. Klingt religi├Âs, ist es aber nicht. Oder vielleicht auf andere Art. Ich meine damit, meine Familie sind ├╝ber 60 Personen, aber die 60 Personen allein machen die Gr├Â├če nicht aus, sondern die Liebe, der Zusammenhalt, das Haus - all das ist Familie und macht es zu etwas besonderem. Und ├Ąhnlich ist es hier an Bord. Nun, so war es bis sie uns Vano und Conni genommen haben. Ich kann nur hoffen dass es ihnen gut geht, aber ich wei├č es leider nicht", gestand Jaques und goss ihnen beiden einen Becher Rum ein.

Patrice Vertcuis
Patrice zog seine Kampfstiefel aus. Er stellte sie ordentlich nebeneinander vor das Bett und zog die Beine hoch zum Schneidersitz. "Um Alles, aber um deine Mannschaft und deine Familie besonders. Das muss wundervoll sein. Bei mir geht es schon damit los, dass ich dir nicht sagen kann, was mich bedr├╝ckt, au├čer, dass es eine tiefe Einsamkeit bis zum Grunde meines Seins ist. Ich kann mit niemandem reden, Jaques. Jene, mit denen ich reden m├Âchte, sind mir verboten. Und jene, die mir nicht verboten sind, denen traue ich so weit, wie ich spucken kann. Es kann sein, dass ich dir in einer Stunde das Gegenteil erz├Ąhle. Dass ich aufstehe und zu Tekuro will. Und dann behaupte, vorher h├Ątte ich Bl├Âdsinn erz├Ąhlt. Ich wei├č nicht einmal mehr, wer ich bin und was ich will. Mir fehlen ganze Tage und Wochen an Erinnerung! Die Wechsel werden immer heftiger."

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques trank einen gro├čen Schluck Rum und musterte dabei Patrice. "Das klingt nach Kriegsverletzung. Manche fahren hinaus in den Krieg und kehren niemals wieder heim, obwohl zur├╝ck nach Hause kehren. Sie bleiben f├╝r immer mit dem Kopf dort. Wer nicht spricht, stirbt sagt mein Vater. Wenn Du niemanden hast dem Du Dich offenbaren kannst, wird die Leere in Deinem Inneren so gro├č, dass sie Dich von innen nach au├čen verschlingt. Man kann nicht ├╝ber alles wirklich reden. Manche Dinge sind gro├č, zu gro├č um sie aussprechen zu k├Ânnen. Mein Vater ist ein alter Haudegen, ein Soldat der ersten Stunde wie man sagt. In der Schlacht m├Âchte ihn keiner zum Feind. Als Vater k├Ânnte ich mir keinen besseren Mann als ihn w├╝nschen. Mit der Intensit├Ąt mit der er uns liebt, mit der gleichen H├Ąrte bek├Ąmpft er unsere Feinde. Das hat Silvano mit ihm gemein, vielleicht bin ich ihm deshalb so nah. Und so verr├╝ckt das klingt, beiden fehlt ein Auge. Vano tats├Ąchlich, wirklich, also da ist nichts mehr. Das meines Vaters ist zwar noch da, aber es ist wei├č. Manchmal muss man auch Dinge besprechen, die man nicht ausspricht. Manchmal hat man Dinge getan, f├╝r die man sich sch├Ąmt. Dann gehe ich entweder zu meinen Leuten hier, oder wenn ich Zuhause bin zu meinen Br├╝dern oder zu Paps. Und wenn es etwas ist, dass ich nicht aussprechen kann, dann gehe ich zu meiner Mutter. Sie wei├č sowas, sie guckt mich an, nimmt mich in den Arm und dr├╝ckt mich. Dann habe ich auch geredet, nur halt kein Wort dabei gesagt. Solche Momente sind zum Gl├╝ck selten, wo ich ohne ihren Halt nicht existieren kann. Aber es gab sie. Ansonsten ist sie einfach unsere Ma und man wird auch mal so umarmt. Aber falls Du eine Ma hast, wei├čt Du welche Form von Umarmung ich meine. Die einer Mutter, die jeden Deiner Feinde in den Abgrund schicken w├╝rde ohne zu z├Âgern. Eine Mama, ein uralter Spruch den jeder kennt. Das gef├Ąhrlichste Gesch├Âpf das je auf einer Welt wandelte? Eine w├╝tende Mutter. Gleich von welcher Art, eine w├╝tende Mutter h├Ąlt nichts auf. Schau Dir eine B├Ąrenmutter an die ihre Junge verteidigt, so ist unsere Mutter. Nur nicht so behaart, aber so rund. Hier der Bruder von Boldi sagte es ├Ąhnlich, eine gute Frau eine Mama sucht er. Tja aber die sind rar ges├Ąht und meist schnell vergriffen. Gl├╝cklich ist wer eine hat, muss nicht mal eine Frau sein. Wie steht es mit Dir? Hast Du wirklich niemanden? Reise mit dem Himmelsauge in den Palast und sag denen dort, dass Du nicht aus dem Einsatz zur├╝ck kommen kannst im Kopf. Sag dass Du festh├Ąngst, ein guter Heiler sollte wissen was los ist. Er wird Dich einfach erz├Ąhlen lassen, aber Du musst hin. Mein Vater musste es auch schon, dass ist keine Schande, einige meiner Br├╝der, Vano sollte, ich war und musste zum Gl├╝ck noch nicht. Jetzt entspann Dich und trink. Solange das nicht gekl├Ąrt ist, bleibst Du hier. Versprochen", versicherte Jaques.

Patrice Vertcuis
Patrice nahm den Rum und trank einen kleinen Schluck. "Ich habe keine Mutter, keinen Vater, keine Geschwister, keine Tanten, keine Onkel, ich habe niemanden. Wirklich absolut gar niemanden auf dieser ganzen Welt. Nur Auftraggeber und Ziele. Meine Familie lebt vermutlich noch, aber ich wei├č nicht, wer sie sind und ich habe auch keine Chance, das herauszufinden. Drum, selbst wenn ich den Auftrag k├╝ndige - wo soll ich hin? Zum n├Ąchsten Auftrag. Mehr gibt es nicht f├╝r mich. Und das ist, wie es funktioniert. Das ist, warum ein Teil von mir bei Tekuro bleiben will ... man kann von ihm halten, was man will, aber er ist eine Konstante. Er ist wie ein Turm, geradlinig, aufrichtig. In einem Leben, das sonst einem herumtrudelnden Schiffchen gleicht, das hin und her geschubst wird von den Gezeiten und nicht die Koordinaten noch den Namen seines Heimathafens wei├č, wirkt so etwas verlockend. Vergiss niemals, wo dein Heimathafen liegt, Jaques ... egal, ob ihr Streit hattet oder einen schlechten Tag, halte deine Familie und deine Freunde fest und lasse sie nicht mehr los. Es mag Zeiten geben, da bist du verloren, wenn du nicht wei├čt, wohin und der einzige Ausweg direkt in den Abgrund f├╝hrt."

Jaques Philipp de Dusoulier
"Deine Ermahnung hast Du sehr sch├Ân gesagt Patrice. Wir beherzigen dies schon immer, kein Streit darf jemals so gro├č werden, dass man sich von der Familie abwendet. Allerdings habe ich das auch noch nie erlebt. Neuen Familienmitgliedern, also den angeheirateten, ist es am Anfang oft zu nah. Aber dann gehen ihnen nicht alle auf den Keks, sondern einige Frauen k├╝mmern sich um die neue oder einige M├Ąnner um den neuen Mann. Aber wenn sie gelernt haben, dass wir im Pulk existieren und sie merken dass sie ein Teil davon sind und dass dies wirklich sch├Ân ist, wenn sie es zulassen dann sind sie dabei. Wenn wir Streit haben, dann fast nur mit Au├čenstehenden. Aber das ist selten ein Problem. W├Ąrst Du eine Frau und ein Mann kr├Ąnkt Dich, ist das schon was anderes wenn da um die 30 Kerle anr├╝cken und fragen ob er rauskommen m├Âchte um die Sache zu bereden. Meist reden sie nicht sehr viel, sie entschuldigen sich direkt. Aber auch das kommt nicht so oft vor. Wir sind eine ganz umg├Ąngliche Truppe. Streiten ist k├Ąmpfen, f├╝r etwas das Dir wichtig ist. Deine Familie, Dein Land, Deine Leute. Das ist Streit - Krieg. Das hat Zuhause nichts verloren, man streitet mit Fremden auch nicht auf dem eigenen Grundst├╝ck, sondern tr├Ągt es zu ihnen und zankt da. Wie sagt mein Vater immer? Keiner schei├čt sich ins Wohnzimmer", grinste Jaques und knuffte Patrice. "Du musst Dir einen anderen Fels in der Brandung suchen. Einen der Fels sein m├Âchte, Du ben├Âtigst eine Familie. Muss keine eigene sein, kann auch eine Truppe, eine Mannschaft oder ein Verein sein, aber Du verreckst an Einsamkeit Patrice. Daf├╝r ist kein Mensch geschaffen f├╝r die Einsamkeit".

Patrice Vertcuis
"Ich kann keine Familie haben. Da niemand wei├č, wer 'ich' wirklich bin. Ich k├Ânnte mich noch nicht einmal mit dem korrekten Namen vorstellen, da ich ihn selber nicht kenne. Mein ganzes Leben ist eine einzige, riesige L├╝ge und es gibt nicht einen Funken Wahrheit darin, denn selbst das, von dem ich selber glaubte, dass es die Wahrheit sei, hat sich als L├╝ge entpuppt. Sobald ich den Mund aufmache, l├╝ge ich! Sogar dieses Gesicht ist eine L├╝ge, oder glaubst du, ich hatte von Geburt an solche Lippen?" An diesem Punkt brach Patrice in Tr├Ąnen aus.

Jaques Philipp de Dusoulier
Jaques verharrte einen Moment, da er nicht wusste wie Patrice reagierte. Dann nahm er ihn zuerst an den Schultern und zog ihn ganz in seine Arme. "Lass die Schei├če raus. Keine Ahnung Patrice, aber ich verstehe. Jedenfalls kenne ich ├Ąhnliche Schicksale wie Deines. Dir fehlen die Wurzeln, Du wei├čt nicht woher Du stammst, drum wei├čt Du nicht wer Du bist. Das ist Dein Problem und Dein Schmerz. Ich bin da", sagte Jaques ruhig, so wie er auch f├╝r jeden aus seine Familie da w├Ąre, gleich ob Bruder, Schwager oder Freund.

Patrice Vertcuis
Patrice z├Âgerte noch einen Moment, ehe er sich an Jaques festklammerte, wie ein Ertrinkender an einem St├╝ck Treibholz und seinen Gef├╝hlen zum ersten Mal seit sehr langer Zeit freien Lauf lie├č. Er wusste, er hatte schon zu viel gesagt und konnte nur hoffen, dass der Orden davon keinen Wind bekam. Denn auch darin, sich gegenseitig zu ├╝berwachen, waren die St├Ąhlernen Lotos hervorragend. Er weinte in Jaques Schulter, bis er keine Tr├Ąnen mehr hatte und nur noch schluchzte. "Danke", sagte er, gab ihn wieder frei und trank den Rest des Rums aus seinem Glas.

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Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#7

Beitrag von Silvano de Mancini » Mi 14. Nov 2018, 23:32

Das heilsame Wort


Silvano wachte am Morgen auf, sch├Ąlte sich vorsichtig aus dem Bett und deckte Boldiszar wieder richtig zu. Die Choucas lag in Cheverette, an Bord befand sich immer noch sein Hund Foufou, die Unterlagen f├╝r Boldi und einige andere Dinge die er ben├Âtigte.

Zudem hatte ihm der Marquis de Cheverette angeboten, die Choucas kostenlos mit einem Rammsporn ausstatten zu lassen. Da sie bereits im Hafen von Cheverette lag, konnte man den erzwungenen Zwischenstopp auch mit etwas N├╝tzlichem verbinden.

Vano beobachtete kurz voller Liebe seinen schlafenden Ehemann.

Ausgeruht und fern von Farisin hatte er noch einmal ├╝ber das Gesagte von Prince Ciel nachgedacht. Ebenso ├╝ber Boldis und Davets erkl├Ąrende Worte.

Auf der Choucas hatte ein Wort das andere ergeben und im Gefecht z├╝ckte man auch schmutzige Waffen. Letztendlich ging es darum dem Gegner zu schaden und da hatte weder Ciel noch er selbst R├╝cksicht genommen.

Was sagte der Prince im Thronsaal?

...Ich habe das Gef├╝hl, dass sein Verstand es erfasst, doch gleichzeitig auch nicht. Er wirkte auf mich wahnhaft, verblendet, war nicht der Silvano, als den ich ihn kennengelernt hatte oder er war all die Zeit ein guter Schauspieler. Ich habe Zweifel an seiner geistigen und seelischen Gesundheit. Er ist im Allgemeinen Jemand, den ich als verantwortungsbewusst und gastfreundlich kennengelernt habe, gegen├╝ber seinem Mann liebevoll und f├╝rsorglich. Auch die Mannschaft sprach stets gut von ihm. Dieser sture und blinde Rachefeldzug passt nicht zu alldem...

...Unter Ber├╝cksichtigung aller Umst├Ąnde gehe ich davon aus, dass er nur begrenzt schuldf├Ąhig ist und vermute eine schwere seelische Verletzung aufgrund des vermeintlichen Verlusts seines Partners und der Erlebnisse durch den ├ťberfall der Farisin...

...Anstelle einer Bestrafung w├Ąre daher ├╝ber eine Wiedergutmachung f├╝r die Familien der gefallenen Matrosen und eine Behandlung seiner verletzten Seele nachzudenken und eine Beurlaubung vom Dienst bis zu seiner durch einen Medicus attestierten Heilung...


Die Worte waren anders gew├Ąhlt, aber sie sagten das Gleiche aus, was Boldi ihm erkl├Ąrt hatte. Nat├╝rlich war er verantwortungsbewusst, dass Leben aller auf der Choucas hing von seinen Entscheidungen ab. Und Gastfreundschaft war eines der obersten Gebote, die ihm seine Mutter Leala beigebracht hatte. Nichts war schlimmer als Geiz und Raffgier, die wahren ├ťbel eines jeden Menschen. Als er an Leala dachte, wurde ihm warm ums Herz und er vermisste die kleine liebevolle Frau schlagartig.

W├Ąre sie Ciel f├╝r diese Worte b├Âse? Oder w├Ąre Santo dar├╝ber erbost?
Waren Boldi oder Davet b├Âse? Nein.

Der Prince sprach sich daf├╝r aus, seine Verletzungen heilen zu lassen, ihm sein Schiff zu belassen und ihn bis zur Genesung zu beurlauben. Wor├╝ber regte er sich eigentlich auf? War wahnhaft wahr? Vano wusch und rasierte sich, machte sich fertig und zog leise hinter sich die T├╝r zu, um seinen Mann nicht zu wecken.


****


Zuerst hatte suchte er Benito auf. Der Heiler stellte ihn einmal komplett auf den Kopf, machte irgendetwas Magisches mit ihm. Er verfasste einen Bericht und schrieb ihm dann die Adresse eines Tempels auf, beides dr├╝ckte er Vano in die Hand.

Der Tempel des heilsamen Wortes.

Das klang nach Magie! Vielleicht konnte ihm dort jemand sofort helfen. Konnte die Wunden, die auf seiner Seele lagen verarzten, so wie man eine k├Ârperliche Wunde n├Ąhte oder sie per Magie verschloss, so behandelten sie in diesem Tempel vielleicht Seelenwunden ganz ├Ąhnlich.

Vano steckte gut gelaunt und mit neuer Hoffnung den Zettel ein und machte sich direkt auf den Weg.


****


Der Tempel war klein und etwas verborgen in einer Seitenstra├če in Beaufort. Vano w├Ąre fast daran vorbeigelaufen. Mancini blieb vor der T├╝r stehen und schaute zu dem Schild auf. Etwas z├Âgerlich trat er ein und schaute sich um.

"Komm nur herein, hab keine Angst", sagte ein alter Mann in einer Robe freundlich.
"Hallo", gr├╝├čte Vano, trat an den Empfang und reichte dem Mann den Bericht von Benito.

Der alte Heiler las ihn sich aufmerksam durch und nickte wohlwollend.

"Willkommen im Tempel des heilsamen Wortes Silvano, folge mir bitte", sagte der Priester.
"Ist das heilende Wort Magie?", fragte Silvano hoffnungsvoll und folgte dem alten Mann.

"Das heilsame Wort sprichst Du Silvano. Indem Du mit den Worten erfasst was Dich krank macht und es so hinaus bef├Ârderst. Du wirst schon sehen", l├Ąchelte der alte Mann.

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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

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Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Sa 17. Nov 2018, 12:45

Anerkennung


Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hatte mit seinem Bruder einen angenehmen Abend verbracht. Zuerst hatte Max die Bef├╝rchtung, dass er nicht wusste, was er sagen sollte. Sie waren zwar verwandt, aber das hie├č nicht, dass man einen Nenner oder ein Gespr├Ąchsthema fand. Was in seinem Amt kein Problem war, konnte privat eines werden. Betretenes Schweigen war das Letzte was Maximilien sich f├╝r diesen Besuch w├╝nschte. Seine Sorge war unbegr├╝ndet. Davet war nicht nur freundlich und unbefangen, er hatte auch eine Menge zu erz├Ąhlen und nach der ersten anf├Ąnglichen Zur├╝ckhaltung hatten sie einen sie einen sch├Ânen Abend verbracht. Sie hatten sich alles m├Âgliche erz├Ąhlt, angefangen von ihrer Kindheit bis hin zu ihren alten Tagen. Auch das Thema rund um ihre Mutter lie├čen sie nicht aus. Sie lachten und sie ├Ąrgerten sich gemeinsam. Als Davet mitten in der Nacht die Gem├Ącher von Max verlie├č, war beiden gar nicht aufgefallen wie sp├Ąt es bereits war. Die Zeit war verflogen. Sie hatten sich etwas unbeholfen begr├╝├čt, aber sie verabschiedeten sich wie Br├╝der. Vermutlich h├Ątten sie sogar die ganze Nacht durchgemacht und einfach nur erz├Ąhlt, h├Ątte Max nicht am n├Ąchsten morgen andere Verpflichtungen gehabt. Mit einer sehr freundlichen aber bestimmten Erinnerung hatte Fabien dass seinem Herrn in Erinnerung gebracht. Als Davet gegangen war und Fabien Maximilien bettfertig gemacht hatte, legte sich dieser noch nicht schlafen, sondern setzte die Anerkennungsurkunde von Davet auf. All das was sie einst getrennt hatte, war damit vom Tisch gewischt. Im Grunde konnte sich sogar Quennel im Grabe vor Freude umdrehen, sein Sohn war nun ein Teil der Krone. Ganz so wie er es wollte. Oder vermutlich genaus so wie es Quennel nicht wollte - als Familienmitglied, als Bruder. Quennel hatte sicher ganz andere Pl├Ąne mit Davet gehabt. Nun Quennel war tot, die Duchesse war tot, Davet und er lebten und das wollte Max gew├╝rdigt wissen, gerade so kurz vor dem Fest des Lebens. Er war froh und gl├╝cklich nach all der Zeit einen Bruder erhalten zu haben. Wie sehr er Pom vermisst hatte, konnte er nicht beschreiben. Es war zwar leicht gesagt, aber Worte gaben die Gef├╝hle nicht wieder, die in seinem Inneren tobten. Und nun hatte sein kleiner Ciel Davet angeschleppt. Max wusste nicht, wie er das geschafft hatte und es war ihm auch gleich. Wichtig war ihm nur, dass dem so war. Es warf ein ganz anderes Licht auf Ciel. Oder auf die letzte Zeit zwischen ihm und seinem Sohn. Max besiegelte die Urkunde, legte sie beiseite und sich selbst ins Bett. "Fabs, bestellte Ciel morgen fr├╝h zu mir ein, damit er die Urkunde seinem Onkel pers├Ânlich ├╝berreichen kann", bat Maximilien gut gelaunt. Einige Minuten sp├Ąter war er eingeschlafen.

Fabien Lacomb
Fabien ging am n├Ąchsten Morgen in aller Fr├╝he zu Ciels Gemach und klopfte. Ferrau sprang aus dem Bett, schwankte als er mit seinen Puschen weiterschlitterte und kam vor der T├╝r zum stehen. So liebte er es. "Morgen", gr├╝├čte er etwas zerzaust und musterte Fabien der wie aus dem Ei gepellt aussah. "Morgen Ferrau, richte Deinem Herrn aus, dass sein Vater ihn umgehend sehen m├Âchte. Es geht um etwas sehr wichtiges. Es wird Ciel freuen", erkl├Ąrte Fabs und machte sich umgehend wieder auf den Weg, w├Ąhrend Ferrau sein Haar richtete.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schloss die T├╝r, eilte zum Schlafgemach und klopfte. Er wartete nicht ab, sondern st├╝rmte herein. "Herr, Ciel, aufwachen! Euer Vater m├Âchte Euch ganz dringend sprechen. Es sagt es sei was Gutes. Also Fabien sagt das. So wache doch auf", bat Ferrau und r├╝ttelte Ciel sanft, w├Ąhrend Fran Ferrau verschlafen beobachtete.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel, der stets einen leichten Schlaf hatte, war schon wach geworden, als es drau├čen geklopft hatte. Um seine vom Schlaf noch verschwommene Sicht zu kl├Ąren, blinzelte er ein paar Mal. Er strich Fran ├╝bers Haar und gab ihr einen Kuss. ┬╗Schlaf noch ein wenig, Tinchen, ich komm dann wieder zu dir ins Bett.┬ź Er setzte sich auf, streckte die Arme, rieb seinen Nacken und stand auf, damit Ferrau ihn vorzeigefertig machen konnte. ┬╗Wieso hast du ├╝berhaupt in einem gesonderten Bett geschlafen?┬ź, fragte er g├Ąhnend. ┬╗Schmollst du?┬ź

Francois Grimard
Fran genoss die Z├Ąrtlichkeit und grinste breit bei dem Kuss. "Versuch Dich nicht mit Deinem Vater zu streiten Ciel, vielleicht m├Âchte er sich mit Dir vers├Âhnen. Gute Idee, wir ruhen uns noch etwas aus. Ach und Danke dass Du Vano den alten Querkopf verschont hast, hatte noch gar nicht die Gelegenheit Dir das zu sagen. Vielleicht bin ich nachher mal unten bei Dan, ich wollte mich mit ihm treffen. Falls Du mich suchst, dann bin ich dort", g├Ąhnte Fran und mummelte sich wieder in die Decke.

Ferrau Du Trieux
Ferrau zog Ciel aus, f├╝hrte ihn zum Waschtisch und rasierte ihn ordentlich, ehe er ihn komplett wusch und einkleidete. "Schmollen? Ich schmolle doch nicht, ich bin auf meinem Bett beim Lesen einfach eingeschlafen. Und ich wollte Fran nicht st├Âren, weil er schon schlief. Man muss R├╝cksicht nehmen. Aber wenn Du magst schlaf ich bei Euch", grinste Ferrau Ciel an und band ihm ein Tuch um den Kopf, so dass er aussah wie ein Pirat. "Du brauchst noch so ein Ohrring wie Dein Onkel", lachte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, ich mag, dass du bei uns schl├Ąfst. Du geh├Ârst dazu, Ferrau, du warst sogar zuerst da. Meinst du, ich habe dich aus Spa├č um deinen Segen gebeten?" Er begutachtete sich im Spiegel. "Das Tuch gef├Ąllt mir, aber ob mir ein Ohrring stehen w├╝rde ... ich wei├č nicht."

Ferrau Du Trieux
"Doch damit ist die Optik perfekt. Dein Onkel tr├Ągt auch einen und Du dann auch. Frag ihn doch, wer ihn den gestochen hat. Dann l├Ąsst Du Dir das auch machen. Das tut sicher nicht weh. Gut dann schlafe ich wieder bei Dir, was ist wenn ich Fran ber├╝hre im Schlaf? Bekomme ich dann ├ärger?", fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Auf welche Weise?", fragte Ciel nach. "Meinst du bewusst oder wenn du dich im Schlaf an sie klammerst oder wenn beispielsweise einfach dein herumliegender Arm sie ber├╝hrt?"

Ferrau Du Trieux
"Wenn ich mich im Schlaf bewege und sie ber├╝hre. So versehentlich. Ich hab Angst gegen ihren Bauch zu sto├čen und sie zu verletzten Ciel", gestand Ferrau ├Ąngstlich und versuchte ins Schlafzimmer zu sp├Ąhen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das ist doch ganz einfach - ich liege in der Mitte. Ich schlage im Schlaf nicht um mich, sondern liege ganz still und schon hast du eine Sorge weniger." Er hielt Ferrau am Kinn fest und k├╝sste ihn. "Ich schulde dir noch ein Tattoo."

Ferrau Du Trieux
"Einen Goldfisch, einen roten, gl├╝ckbringenden Goldfisch und Du bekommst den Ohrring. Du musst zu Deinem Vater. Das Du in der Mitte liegst ist besser. Und wir ben├Âtigen so ein langes Kissen f├╝r die Seitenschl├Ąfer f├╝r Fran. Dass klemmt sie vor ihren Bauch", schlug Ferrau vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musterte Ferrau mit zusammengekniffenen Augen. "Willst du mich loswerden? Damit ich nicht merke, dass du meiner Frage ausgewichen bist?"

Ferrau Du Trieux
"Wie loswerden? Du hast doch einen Termin, dass hat Fabien gesagt. Ich l├╝ge nicht, er stand vor der T├╝r und hat gesagt Du sollst zu Deinem Vater kommen!", versuchte Ferrau Ciel zu beruhigen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff Ferrau bei den Schultern und sah ihn ernst an. "Ich wollte wissen, ob du glaubst, dass ich dich aus Spa├č um deinen Segen gebeten h├Ątte."

Ferrau Du Trieux
Ferrau schaute Ciel tief in die Augen und sch├╝ttelte ganz langsam den Kopf. "Nein, dass hast Du nicht. Weil wir uns was bedeuten. Warum sorge ich mich um Dein Baby und Deine Fran? Was denkst Du wohl?", fragte er und k├╝sste Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und was glaubst du, h├Ątte ich getan, h├Ąttest du Nein gesagt?", fragte er und knetete Ferraus Schultern.

Ferrau Du Trieux
"Wie glaubst Du h├Ątte ich nein sagen k├Ânnen? Du liebst sie, Du liebst das Baby, Du liebst mich. Wie kann ich da nein sagen? H├Ąttest Du f├╝r mich Dein Baby versto├čen? Falls Du ja sagen willst, sag nichts. Das will ich nicht h├Âren, mein Ciel macht sowas nicht", fl├╝sterte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich h├Ątte dir erkl├Ąrt, warum es wichtig ist, dass das Baby anerkannt wird. Und dann h├Ątte ich Francois nur auf dem Papier geheiratet, ohne mit ihr wirklich ein Paar zu sein. Denn du warst zuerst da. Ich liebe dich, Ferrau. Du warst und bleibst meine Nummer eins, v├Âllig egal, was auf irgendeinem Zettel steht", sagte er so leise, dass Francois nebenan ihn nicht h├Âren konnte. Ciel k├╝sste Ferrau voller Liebe.

Ferrau Du Trieux
"Das hast Du lieb gesagt, ich liebe Dich auch Ciel", antwortete Ferrau genauso leise, umarmte Ciel und schmiegte sich an ihn. "Aber ich habe nicht nein gesagt, Du kannst mit uns allen gl├╝cklich sein und ich mit Euch. Ich bin immer zu besorgt. Geh zu Deinem Vater Ciel und h├Âr Dir an was er zu sagen hat. Fran hat Recht, streite nicht. Denk an Dein Baby", wisperte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff an Ferraus Hintern und gab ihm einen Abschiedskuss. ┬╗Es ist die Wahrheit. Wir streiten nicht und wenn doch, wird Fran nichts davon erfahren.┬ź Er klapste ihn auf die Pobacke und marschierte zu seinem Vater. Dort klopfte er nachhaltig und trat ein. "Guten Morgen. Du wolltest mich sprechen?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schmunzelte seinen Sohn gut gelaunt an. "Richtig, dass wollte ich. Es geht um Deinen Onkel Davet. Du hast mir meinen verschollenen Bruder zur├╝ckgebracht und ich habe ihn, genau wie Dich vollumf├Ąnglich anerkannt. Wir hatten einen sehr sch├Ânen Abend und ich habe gestern noch die Anerkennungsurkunde aufgesetzt. Ich m├Âchte dass Du sie ihm ├╝berreichst", erkl├Ąrte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, bei ihm hattest du dich etwas schneller entschieden als bei mir.┬ź Er blinzelte seinem Vater zu. ┬╗Danke, dass ich sie ihm ├╝berreichen darf. Er wird sich freuen. Ich habe ein paar Stunden bei Dreaux verbracht, aber dann hat es mich doch zu meinen zwei Lieben gezogen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Rede keinen Unsinn, Du warst ein Bastard, aber kein Kegel oder? Zudem mit dem Alter wird man schlauer, dass wirst Du in ein paar Jahren auch feststellen. Jedenfalls habe ich es r├╝ckblickend schon einige Male feststellen d├╝rfen und heute s├Ąhe manche Entscheidung anders aus Ciel. Es freut mich, dass Du Dich mit Deinem Bruder so gut verstehst. Geht es Fran gut? Ich hoffe doch sehr. Bezogen auf Davet, ich habe mich sehr ├╝ber ihn gefreut. Was hast habe, ich tue es immer noch. Du kannst die Urkunde gerne lesen. Ich empfand es nur als fair und ein sch├Ânes Zeichen, dass Du sie ├╝bergeben darfst. Du hast ihn zur Familie gef├╝hrt, dann sollst auch Du die Urkunde ├╝bergeben", erkl├Ąrte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich konnte mir die Stichelei nicht verkneifen, sie war aber nicht b├Âs gemeint. Ich bin froh, dass er da ist. Er kann Onkel Pomy nicht ersetzen, aber ein Onkel Davet hat doch auch was, meinst du nicht? Da f├Ąllt mir ein, mir wurde gesagt, ich h├Ątte anl├Ąsslich der Hochzeit einen Wunsch frei. Wann darf ich diesen ├Ąu├čern?┬ź Er schaute sich nach der Urkunde um, die er seinem Onkel ├╝berreichen durfte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien grinste Ciel an. "Nein ersetzen kann er Pom nicht, aber mir ein Bruder sein. Davet hat eine Menge vor allem hat er eine Menge zu erz├Ąhlen und mit ihm wird es nicht langweilig. Dass kann allerdings auch gef├Ąhrlich werden, wenn man am anderen Morgen fr├╝h raus muss. Wir haben uns etwas verquatscht, aber ich bin froh drum. Hier", sagte Max freundlich und reichte Ciel die Urkunde. "Richtig, Du kannst mir Deinen Wunsch nennen, wann immer Du m├Âchtest. Oder Du einen Wunsch gefunden hast Kleiner".

Anerkennungsurkunde
Link:
viewtopic.php?f=67&t=1793

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das verstehe ich nur zu gut. Mit einem Bruder an der Seite lebt es sich sch├Âner und ich bin froh, dass du mir gleich zwei geg├Ânnt hast sowie eine bezaubernde Schwester, auch wenn sie einen grauenvollen Geschmack hat, was M├Ąnner anbelangt.┬ź Er nahm die Urkunde entgegen. ┬╗Mein Wunsch ist zweigeteilt. Er betrifft Unit├Ę B. Zum einen w├╝rde ich mir Unit├Ę B als meine private Truppe w├╝nschen, die nur mir unterstellt ist. So wie du deine pers├Ânliche Schutztruppe hast w├╝nsche ich mir die meine. Da dies aber wom├Âglich zu Engp├Ąssen in der Palastsicherung f├╝hrt, sobald ich unterwegs bin, w├╝rde ich eine f├╝nfte Unit├ę vorschlagen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun aber mal ehrlich, so grauenvoll warst Du doch gar nicht als Ehemann", lachte Max und knuffte Ciel. "Wir k├Ânnten die Unite B komplett neu besetzen und Du ├╝bernimmst die alte Garde als Deinen pers├Ânlichen Stab. So wie Linhard auch seinen Stab hat. Ich werde den Hofmarschall um eine sofortige Ausschreibung bitten, die Unite B geh├Ârt Dir. Eine f├╝nfte Unite kann nicht schaden, generell auch f├╝r den Wach- und Wechseldienst und f├╝r Urlaubs- und Krankheitsf├Ąlle", stimmte Max zu.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Scheinbar war ich sehr wohl grauenvoll, andernfalls h├Ątte sie sich nicht in die Arme Remys fl├╝chten m├╝ssen. Fran geht es allerdings gut, um deine vorherige Frage aufzugreifen, sie scheint sich wohlzuf├╝hlen. Ferrau wirkt noch etwas unsicher, er muss sich an die Umstellung erst einmal gew├Âhnen. Er ist entz├╝ckend in seiner Sorge. K├Ânnte ich Unit├Ę B unter diesem Namen bei mir behalten? Ich glaube, sie k├Ânnen sich damit gut identifizieren.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wenn Du das m├Âchtest, beh├Ąlt sie den Namen Unite B, damit habe ich keine Probleme. Ein Baby ist immer eine Umstellung. Meist sogar mehr f├╝r alle Umstehenden, als f├╝r die direkten Betroffenen. Gib Ferrau seine Zeit. Nur weil Du nicht mit Olivie zusammenpasst, hei├čt dass nicht, dass Du ein schlechter Ehemann w├Ąrst oder generell ein schlechter Mann bist. Ihr habt einfach nicht zusammen gepasst. Mit Ferrau und Fran l├Ąuft es doch. Mach Dir keine Sorgen", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mit Fran l├Ąuft es traumhaft harmonisch und mit Ferrau ja sowieso. Kein Streit in all der Zeit, nicht den allerkleinsten. So k├Ânnte es bleiben, so m├Âchte ich gern alt werden. Bez├╝glich Unit├Ę B komme ich nun zum zweiten Teil meines Wunsches.┬ź Ciel guckte seinen Papa an. ┬╗D├╝rfte ich die Bei├čer rekrutieren?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien starrte Ciel durchdringend an. "Wenn Du mir einen guten Grund lieferst ja, bis auf zwei Ausnahmen", sagte Max ernst. "Nenne mir Deine Gr├╝nde Ciel, wie kommst Du auf diese Idee?"

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es sind hervorragende K├Ąmpfer┬ź, schw├Ąrmte Ciel, ┬╗und sie haben mich durch ihr h├Âfliches, geradezu professionelles Auftreten ├╝berzeugt, ebenso durch ihre Zuverl├Ąssigkeit. Sie machen Eindruck. Eine bessere Leibgarde kann man sich kaum w├╝nschen!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dass stimmt. Du vergisst nur, dass Dich Ihr Oberhaupt fast ermordet h├Ątte und das Deine Leibwache Deine Untertanen verspeist Ciel. Was sagst Du dazu?", hakte Max nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn der Lich Geschichte ist, sind die Bei├čer f├╝hrerlos. Ich habe sie noch nicht gefragt, da ich erst einmal mit dir sprechen wollte. Was ihnen fehlt, ist eine starke Hand und die M├Âglichkeit, ihr betr├Ąchtliches Potenzial auf legalem Wege auszu├╝ben. Meines Wissens nach haben sie bislang ausschlie├člich in Naridien Verbrechen begangen. Die Vampire unter ihnen m├╝sste man mit den Blutspenden von Gefangenen f├╝ttern.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich h├Âre Dir zu Ciel. Was sie in Naridien getan haben, interessiert uns nicht. Bis auf Archibald von Dornburg. Vergiss nicht wessen Tochter es war, die Deinen Freund Alex so grauenvoll verst├╝mmelt hat. Ob die gleiche Grausamkeit in ihnen allen schlummert, kann ich Dir nicht sagen. Aber den Lich wirst Du nicht b├Ąndigen k├Ânnen. Er ist au├čen vor, dass wissen wir beide. Er muss fallen. Bei den anderen lasse ich mit mir reden, solange kein Souvagnisches Blut an ihren H├Ąnden klebt", gestand Max seinem Sohn zu.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann blieben Tekuro, der als Robere Moreau schon in Unit├Ę B gedient hat, und sein Vater Kazrar. Auch Patrice h├Ątten wir auf diese Weise zur├╝ck nach Hause geholt und er m├╝sste nicht in der Fremde umherreisen. Bellamy bleibt nat├╝rlich ebenso in meinen Diensten, sobald sein Urlaub zu Ende ist. Die anderen Bei├čer scheiden wohl aus, es sei denn, sie schaffen es, Arbogast in eine andere Form zu bringen", ├╝berlegte Ciel. "Nori, die Frau - ist eine Frau. Und hat die n├Ąchsten Monate mit ihrer Schwangerschaft zu tun."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Arbogast untersteht Dir bereits als Spitzel mein lieber Ciel. M├Âchtest Du ihn dann h├Ąngen lassen, wo Du der Gruppe quasi eine Daseinsberechtigung gibst und zwar eine offizielle? ├ťberleg Dir das gut. Der Mann war zwar nicht sonderlich n├╝tzlich, aber er hat Dir auch nicht im Weg gestanden", gab Max zu bedenken.

Ciel Felicien de Souvagne
"Eigentlich war er ├╝berhaupt nicht n├╝tzlich. Aber er scheint nach meinen Beobachtungen eine positive Wirkung auf die Gruppendynamik zu haben. Auch sollte man ihn in seinem desolaten Zustand nicht aus seinem Umfeld rei├čen und sich selbst ├╝berlassen, das hat er nicht verdient. Du hast Recht, er sollte ebenso dabei bleiben. Die Bei├čer m├╝ssten dann mit Unit├Ę B kooperieren, man sollte sie vermutlich nicht mischen", ├╝berlegte Ciel. "Danke, dass du mir diesen Wunsch gew├Ąhrst", freute er sich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Langsam Ciel, Du hast da glaube ich einen ganz entscheidenden Punkt vergessen. Was ist mit Nathan? Wie m├Âchtest Du die Bei├čer dazu bekommen dem ├ältesten abzuschw├Âren? Gut sobald er tot ist, werden sie das vermutlich tun. Aber wieviele gibt es von denen in Naridien? Und bist Du sicher, dass Du sie auf Spur bekommst?", fragte Max f├╝rsorglich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nathan ist kein Bei├čer und er geh├Ârt zu Archibald┬ź, antwortete Ciel mit sichtlicher Trauer. ┬╗Auf meiner Hochzeit hat er das Lied von den drei jungen Seem├Ąnnern gesungen und trug sein rosa Nachthemd. Es ging mir sehr nahe. Aber was soll man machen? Was soll ich, machen, Papa? Man m├╝sste Archibald beikommen, aber ich gab Kazrar mein Wort, die Bei├čer au├čerhalb von Souvagne abzusetzen und entkommen zu lassen, damit sie mir beistehen gegen Silvanos Mannschaft. Ich w├╝rde mir die Treue der Bei├čer verspielen, wenn ich allzu offensichtlich wortbr├╝chig werde. Alex k├Ânnte Archibald demontieren ... aber dann darf ich nicht anwesend sein. Dann w├Ąre Nathan wieder frei┬ź, ├╝berlegte er. ┬╗Sie m├╝ssen dem ├ältesten nicht abschw├Âren - wir m├╝ssen ihn einfach beseitigen. Dann sollen sie anbeten, auf wen sie Lust haben. Meinst du, es gibt noch mehr Bei├čer in Naridien?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich wei├č es Ciel, es gibt noch sehr sehr viele Bei├čer. Nun nicht diese Bei├čer, sondern Menschenfresser. Die Bei├čer an sich, sind ja Deine Dir bekannte Gruppe. Eine Bei├čerin ist Derya die Alex verst├╝mmelte. Nein, damit hast Du wohl Recht, wenn Du Archibald offen t├Âtest, hast Du Wortbruch begangen. Sie werden sich nicht an ihr Wort gebunden f├╝hlen, wenn Du Deines brichst. Tja was Nathan Dir bedeutet hat, habe ich verstanden und Fabien ebenso Ciel. Aber ich denke, Du musst niemanden haben, der Dir gegen Silvano beisteht. Er selbst w├╝rde Dir beistehen, wenn er klar sieht. Dass was Du mir in der Amtsstube gesagt hast, dass solltest Du Dich trauen ihm offen zu sagen. Einerseits f├╝r Euer Verh├Ąltnis. Du musst das nicht als Prince. Aber dennoch ist es immer sch├Ân, wenn Du Leute hast auf die Du Dich verlassen kannst. Wenn er sieht, auch Du bist Dir nicht zu schade, mal etwas zu erkl├Ąren. Das festigt Vertrauen und schafft Loyalit├Ąt. Im Thronsaal hatte der Mann nur Angst. Letztendlich als er ging flackerte so etwas wie erstes Verst├Ąndnis auf. Gew├Ąhre es ihm ganz. Zudem ist Dein Onkel mit diesem Mann verlobt. Was Silvano Davet bedeutet wei├čt Du und Du w├╝rdest Deinem Onkel damit eine gro├če Freude machen. Stell Dir vor die beiden heiraten, was dann? Dann geh├Ârt auch Silvano zur Familie. Und ich m├Âchte, dass Du auf diesen Mann dann z├Ąhlen kannst. Zudem ganz nebenbei bemerkt, war es sehr sch├Ân was Du gesagt hast. Das Leben ist zu komplex um einfach nach Gesetzen zu entscheiden. Das stimmt. Und ebenso hast Du Recht damit, dass er nicht b├Âse ist, sondern verletzt. Wie ich h├Ârte ist er der Aufforderung nachgekommen, war bei Benito und ist wohl in einen Heiltempel gegangen. Den Tempel des heilsamen Wortes. Er versucht es. Ich hoffe er schafft es. F├╝r ihn selbst und f├╝r Davet. Wegen den Menschenfressern in Naridien, da kann Dir vermutlich sogar Dreux mehr sagen als ich. Nur soviel, dort gibt es einen Zirkel - den Zirkel der Menschenfresser. Wenig origineller Name f├╝r so eine Gruppe, aber so wenig originell sie auch sind, es sind hochgef├Ąhrliche Personen. Und dort in diesem Zirkel gibt es wohl jede Ausrichtung, die es unter Menschenfressern gibt. Wie sie sich genau unterscheiden, ist etwas schwammig. Manche essen nur Kinder, manche nur Innereien, mache essen Leute nur zubereitet, manche nur roh. Aber denke da besser nicht dr├╝ber nach, sonst wird Dir schlecht. Geleitet wird der Zirkel von einer Frau namens die Baronin. Die Infos hat Dreux von Marquis Davard von Hohenfelde, sie werden den Zirkel ausl├Âschen".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Du hast Recht, ich werde mit Silvano reden. F├╝r ihn, f├╝r Onkel Davet und f├╝r dich. Auch ich w├╝nsche ihm nur das Beste, aber als er gegen mich den Aufstand probte, war ich mir nicht sicher, wie weit er in seinem Fanatismus zu gehen bereit war. Die Bei├čer waren auf meiner Seite. Davard kennt den Zirkel der Menschenfresser? Gut, er war ja Naridier. Ich werde mit Dreaux reden. Gut, dass die Fantomes sich diesem Hort der Abscheulichkeit annehmen! Aber meine Bei├čer ... sollten davon vielleicht besser nichts wissen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich werde schweigen, Davard dient uns, nicht wir ihm. Also warum sollte ich ihm davon erz├Ąhlen oder Deinen Bei├čern? Jenen Zirkel auszurotten ist sein Job. Damit muss er sich abfinden, auch wenn ich den Mann sch├Ątze. Deine Einsch├Ątzung kann ich verstehen, ich h├Ątte vermutlich ganz ├Ąhnlich gehandelt. Zwar richtete sich Silvano nicht gegen Dich, sondern es ging ihm um seine Sache - sprich die Farisin zu t├Âten. Dir wollte er nicht schaden, aber er h├Ątte Dir versehentlich schaden k├Ânnen. Oder um Dich daran zu hindern ihn zu behindern. Ich habe mit Davet bez├╝glich der Mouette und dem damaligen Vorfall gesprochen. Es ist Fakt, dass sie nur Karten erstellen wollten und dass die Farisin eine friedliche souvagnische Einheit angriffen. Gleich ob sie Marine oder Milit├Ąr sind, sie hatten weder Waffen gez├╝ckt noch angewandt. Sie stellen keine Bedrohung dar. Meiner Meinung nach haben sich die Farisin damit mit der souvagnischen Marine angelegt und folglich somit mit der Krone. Ich erwarte noch die Best├Ątigung von Aurelien, denn auch Davet kann sich irren oder sich falsch erinnern aus Hass und Verzweifelung. Jeder von uns kennt es, sch├Âne Dinge werden in der Erinnerung so sch├Ân, dass sie kaum mehr Realit├Ąt sind und Grauen wird ├╝berm├Ąchtig. Wie siehst Du das?", fragte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn die Farisin ein Schiff angegriffen haben, welches nur kartografierte und sich bis heute nicht entschuldigten und um eine Wiedergutmachung aufgrund eines Versehens ersuchten, darf man davon ausgehen, dass Vorsatz dahintersteckte. Inzwischen ist der gesamte Rat der Farisin ausgel├Âscht. Sie sind ohne handlungsf├Ąhige Regierung. Die Insel besteht aus einem aktiven Vulkan. Was, wenn aus Versehen ein mit Schwarzpulver beladenes Luftschiff in den Krater st├╝rzte?┬ź, fragte Ciel mit Unschuldsmiene.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dann h├Ątten wir die Insel pulverisiert", lachte Max. "Aber was w├Ąre wenn wir Silvano genau das schenken, was er sich am meisten w├╝nscht? Im Grunde ihm und Davet. Daf├╝r dass er sich behandeln l├Ąsst. Du hast selbst gesagt, er ist ein guter Kapit├Ąn. Was spr├Ąche dagegen dass er mit einer Armada die Farisin besucht? Samt Deinem sch├Ânen Luftschiff, aber nicht zu voll beladen, denn ein Vulkan ist nicht nur Bedrohung. Er schenkt auch lebensspendende Asche. Wir k├Ânnen den Farisin zeigen, was wir davon halten, wenn man unsere Leute angreift. Und sind wir ehrlich, dass sollten wir auch. Silvano hin, Davet her, mit uns spielt man nicht. Wir greifen niemanden an. Aber wer uns angreift, wer uns zum Tanz auffordert, der muss wissen, welche M├Ąchte er damit heraufbeschworen hat. Nicht umsonst haben wir mehr als nur eine Endl├Âsung f├╝r alle m├Âglichen V├Âlker, Probleme und so weiter. Wenn wir jemals gehen, gehen wir erhobenen Hauptes, gemeinsam und mit einem gewaltigen Knall. Wir beugen uns niemandem und wir lassen uns nicht versklaven. Verarschen lassen wir uns allerdings auch nicht von einem Haufen Geckos. Deine Meinung dazu", schmunzelte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Insel w├Ąre nicht pulverisiert, aber wir h├Ątten ein sch├Ânes Atoll. Ich liebe Atolle, leider habe ich noch keins sehen k├Ânnen, aber der Dhunik ist voll davon. Aber wenn du das nicht w├╝nschst, dann eben eine kleinere Sprengladung. Ich sehe es wie du, niemand t├Âtet unsere Leute ungestraft. Silvano h├Ątte nicht im Alleingang handeln d├╝rfen, aber im Grunde hat er recht. Das Ganze etwas h├Âherwertiger aufgezogen ... w├Ąre das nicht ein sch├Ânes Hochzeitgeschenk f├╝r Onkel Davet?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Was ist ein Atoll? Ein erloschener Vulkan? Ganz genau, darum ging es. Das er Recht hat, hat sich erwiesen. Er hatte nur kein Recht zum Alleingang. Es ist nicht seine Marine, sondern genau wie Davard geh├Ârt er zu uns. Ein Hochzeitsgeschenk f├╝r Davet? Das ist eine sehr gute Idee, da es Deine war, darfst Du es ihm ├╝berreichen. Du scheinst Dich in letzter Zeit gut zu machen. Was ist los mit Dir Ciel? Positiv gemeint? Das Baby? Die Hochzeit? Einfach gl├╝cklich? Was ist los?", hakte Max neugierig nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ein Atoll ist eine ringf├Ârmige Insel, mit einer Lagune in der Mitte. Das Wasser im Inneren ist warm wie ein Zuber aufgrund des Vulkanes darunter. Muscheln, Korallen und allerlei buntes Getier finden dort ihre Kinderstube. So etwas findet man sonst nur bei den Rabeninseln im Dhunik bei S├╝dnaridien, aber ich kann mir vorstellen, dass wir so etwas auch in der Azursee haben k├Ânnten. Man muss ja auch nicht den ganzen Vulkan wegsprengen, aber wenn die Sprengung tief genug erfolgt, w├╝rde in der Mitte zumindest ein sch├Âner Kratersee entstehen. Warum ich so gut drauf bin? Ich habe einen Onkel geschenkt bekommen! Ich hatte Urlaub, in dem ich auf wundervolle und abenteuerliche Weise geheiratet habe. Ich hatte sehr angenehme Gespr├Ąche an Bord, besonders mit meiner zuckers├╝├čen Fran, mit Linhard und mit Conni, auch wenn der mich anschlie├čend vergiften wollte. Ich werde Vater eines s├╝├čen Kindes. Mich wollte ausnahmsweise kein Lich bei lebendigem Leib mumifizieren und wir scheinen eine gute L├Âsung f├╝r das Bei├čerproblem gefunden zu haben. Und sogar du bist heute ausgesprochen gut gelaunt. Wie sollte ich da nicht gl├╝cklich sein?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Doch und ich g├Ânne es Dir von ganzem Herzen. Wir sollten viel ├Âfter gl├╝cklich sein, bei dem was wir unser eigen nennen d├╝rfen. Interessant, also eine Insel um einen See. Klingt wie ein Urlaubsparadies. Sage Deinem Onkel was wir ihm gew├Ąhren, sprich als Hochzeitsgeschenk ├╝berreichen. Da ihm die Lehnsf├Ąhigkeit zusteht, sollte er ├╝ber das Lehen entscheiden d├╝rfen. Da Silvano und Boldiszar zu ihm geh├Âren, kann man sich denken wie er es aufteilen wird, aber die beiden hatten die Verluste erlitten und sie sollen es gerade ziehen. Unter Federf├╝hrung von Davet. Von mir aus darf Vano die Operation leiten, aber gemeinsam mit Davet und vor allem Boldiszar. Die Zustimmung seines Mannes ist erforderlich. Also keine verr├╝ckten Alleing├Ąnge. Er darf, er hat uns aber zu informieren und vor allem Boldi und Davet. Was Deine Hochzeit angeht, wir sollten auch hier im privaten Rahmen feiern also Deine Hochzeit nachholen", schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Im privaten Rahmen sehr gern, mit der Familie und einigen engen Freunden, aber Hof und Volk sind ausgeladen. Du glaubst nicht, wie wundervoll die Feier auf der Choucas war, wie mir die kleine rustikale Runde gefallen hat, die einfache Kleidung und von jedem einfach nur mit Ciel angesprochen zu werden. Nat├╝rlich geht das nicht immer, aber dort, zu jener Zeit, war das Schiff wie eine Oase, in der ich den Prince einfach einmal ruhen lassen konnte, ohne mich daf├╝r in meinen vier W├Ąnden verschanzen zu m├╝ssen. Leider hat Silvano es etwas verdorben. Ich wei├č noch nicht einmal, ob Davet und er heiraten werden, drum kann ich ihnen kein Hochzeitsgeschenk ├╝berreichen. Aber falls, w├Ąre dies doch ein gutes.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich verstehe was Du meinst, keinen Pomp. Es ist Deine Feier Ciel, die wird hier nach Deinen W├╝nschen ausgerichtet. Bezogen auf Davets eventuelle Hochzeit. Sei so lieb, frag ihn ob die Verlobung noch G├╝ltigkeit hat. Falls ja, ob und wann er heiraten m├Âchte. Manche bleiben auch Dauerverlobt, dass gibt es auch. Vano k├Ânnte sich etwas zur Wiedergutmachung ausdenken. Aber bis zum Vorfall, scheint Dir die Reise auf dem Schiff gut getan zu haben. Eine tats├Ąchliche, wahrhaftige Forschungsreise sollte stattfinden Ciel. Mit alle dem, was Du geplant hattest. Schreib auf wie Du Dir die Feier w├╝nscht, lade ein wen Du einladen m├Âchtest. Und vergiss nicht Fran zu fragen. Vielleicht hat sie auch spezielle W├╝nsche. Und denk dran, ihr etwas Umstandskleidung zu besorgen. Besonders auch Nachtw├Ąsche, darin soll sie sich wohl f├╝hlen. Ich kann auch Fabien damit beauftragen", bot Max an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde sie fragen bez├╝glich der Feier. Auch, was ihre Kleidung betrifft, werde ich mich erkundigen, mit wem sie dar├╝ber sprechen m├Âchte, sie muss sich erst daran gew├Âhnen, dass ihre Besonderheit kein Geheimnis mehr ist. Sie k├Ânnte sich mit Verrill austauschen. Nathan kannte sich mit Kleidern aus, aber ich sollte nicht so oft an ihn denken. Ich w├╝rde Tini jedenfalls gern einmal im Kleid sehen. Sie trug zur Hochzeit offenes Haar uns sah damit so bezaubernd aus┬ź, schmachtete Ciel voller Verz├╝ckung und seine Wangen ergl├╝hten. ┬╗Die Forschungsreise w├Ąre mein gro├čer Traum! Linhard sollte mich begleiten, er hat leider Conni sei dank unseren Urlaub v├Âllig verschlafen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wie lang hat denn Linhard geschlafen? Kann man ├╝berhaupt unbeschadet so lange schlafen? Ich wei├č nicht, aber dieser Conni macht mich gerade sehr w├╝tend und das ist keine gute Idee, gleichg├╝ltig f├╝r wen. Fran sollte sich mit Verrill austauschen, dass passt. Nathan hat Verrill einst zu einem Kleid verholfen und sie hat es geliebt. Es ist etwas Besonderes f├╝r sie. Ferrau ist Dein Leibdiener, er soll Dich in Kleiderfragen bez├╝glich Fran beraten. Oder Du fragst eine der Zofen. Sie k├Ânnten Dir Tipps geben. Nun die Haare von Fran, gleichg├╝ltig ob als Mann oder Frau m├╝ssen sehr gut ausgesehen haben. Bei der L├Ąnge und nachtschwarz. Das Gegenteil von uns Ciel. Die Forschungsreise wirst Du bekommen. Mancini wird sie mit Dir durchf├╝hren. Er hat sie versaut, er wird sie Dir gew├Ąhren. Daf├╝r bekommt er immerhin die Farsin. In einer Familie sollte das selbstverst├Ąndlich sein. Bedenke Verrill hat auch noch die Xavier. Sie ist ein Forschungsschiff. Vielleicht m├Âchte er es unter Kommando von wem auch immer mitschicken? Das Schiff h├Ątte ja Begleitschutz. Linhard kann Dich jederzeit begleiten, ich sehe da gar kein Problem. Lade ihn doch einfach dazu ein".

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mich macht Conni auch w├╝tend, aber er sagte, er w├Ąre einer der Schatten und alles h├Ątte seine Richtigkeit. Was kannst du mir dazu sagen, Papa? Sprach er wahr oder war das eine L├╝ge? Linhard schlief Tage und hatte danach gro├čen Durst und ben├Âtigte eine neue Hose. Ich freue mich, dass die Forschungsreise doch noch stattfinden kann! Ich denke schon, dass Linhard mich begleiten wird, er scheint Abwechslung zu m├Âgen. Ich werde ihn fragen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Beides Kleiner. Er ist ein Schatten, aber er hat kein Recht Dich zu bet├Ąuben. Seine Aufgabe ist die der aller Schatten. Der st├Ąndige Schutz der Krone, stets anwesend, nicht auszumachen, aber sofort da wenn man einen ben├Âtigt. Wenn aber der Sch├╝tzende Schatten zur Bedrohung f├╝r die Krone wird, kann das nicht geduldet werden. Wir m├╝ssen klar erfahren warum er Dich bet├Ąubte. Aus Eigensucht oder zum Schutz? Falls zum Schutz, h├Ątte er Dich informieren m├╝ssen. Auch so einer. Und dann ist es noch wichtig zu erfahren, war das Mittel gef├Ąhrlich? H├Ątte er Dich damit versehentlich sch├Ądigen oder sogar t├Âten k├Ânnen? Weshalb ist er die Gefahr eingegangen? Vielleicht sogar v├Âllig gedankenlos? Dann kann er sich auf etwas gefasst machen", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wie kann er ein Schatten sein, wenn er doch sein halbes Leben auf einem Schiff verbrachte? Das ergibt keinen Sinn. Auch sprach er davon, dass alle Agentens├Âhne von zwei Schatten ├╝berwacht werden, einem Himmelsauge und einem anderen Schatten. Bellamy und Boldisz├ár wurden wohl von Parcival ├╝berwacht - und seither von ├╝berhaupt niemandem!"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ciel Du verstehst das falsch. Viele Schatten sind am Hof, aber sie sind ├╝berall in Souvagne verteilt. In der Armee, bei der Marine, in den Orden, jeder kann ein Schatten sein. Reist Du nach Cheverette und gehst in eine Taverne, k├Ânnte dort ein Schatten sein. Ein Marineoffizier der dort isst, eine Bedienung, ein Kutscher, gleich wer. W├Ąren sie nur bei uns direkt im Dunstkreis, w├Ąren sie Leibw├Ąchter. Gleich wo Du hinkommst, kann es in Deiner N├Ąhe einen Schatten geben, der Dir beisteht. Sie sind ├╝berall. Manche haben sogar Berufe wie Conni, sprich sie geh├Âren auch offiziell der Krone an, dem Milit├Ąr, den B├╝tteln, der Leibgarde und so weiter. Das Himmelsauge von Belly und Boldi war Parcival. Ein weiterer Beobachter ist vor Ort, aber nicht mehr Herr seiner Sinne, sondern er steht zur Verhaftung aus. Aurelien hat diesen Mann zu verhaften zu seiner eigenen Sicherheit Ciel. Boldi war auch ohne Parcival die ganze Zeit unter Beobachtung, von einem Ordensmitglied der zeitgleich als Schatten vor Ort fungierte. Der Schatten der nebenbei als Klinge der Dunkelheit arbeitet ist Conni. Er besch├╝tzte damit seine Mannschaft und damit die Krone. Wir sollten uns zusammensetzen und die wichtigsten Orden einmal ergr├╝nden Ciel. Du, Deine Br├╝der und ob wir Davet einweihen sollten wir ├╝berlegen. Ich w├Ąre daf├╝r, wenn er sich als vertrauensw├╝rdig erweist. Das machen wir von der Insel abh├Ąngig. Boldi zum Beispiel hat sich einiges erlaubt, aber in seinem Wegschauen hat er Personen bestraft, die es tats├Ąchlich verdient haben. Manchmal ist das Gesetz zu schwach, aber Du kannst nicht jeden Wennfall abdecken Ciel. F├╝r solche Probleme ben├Âtigt man Leute die etwas ├╝ber die Str├Ąnge schlagen und eigenm├Ąchtig handeln, einen Boldi oder einen Bellamy. Jemanden der wei├č, manchmal ist eine Frist├Âse f├╝r die M├Âse, verstanden?", grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Woher wei├čt du von der Fritteuse!", keuchte Ciel und sein Kopf wurde knallrot. Er versuchte, sich wieder zu sammeln. "Die Klingen der Dunkelheit sind also ein solcher Orden, ja? Oder war der Name rein metaphorisch? Und habe auch ich jemanden auf den Fersen, der dich ├╝ber meine neuesten Papal├Ąsterstunden auf dem Laufenden h├Ąlt?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Selbstverst├Ąndlich hast Du denn, Dich. Du l├Ąsterst ja st├Ąndig bei mir ├╝ber mich. Also wozu die Verschwendung von Steuergeldern? Deine ├ťberwachung ist nicht n├Âtig. Du schmierst mir ja alles selbst aufs Brot", lachte Max und musterte Ciel dann ernst. "Ciel Du bist mein Sohn und Du hast die "Frit├Âse" nicht erfunden. Du hast sie nur benutzt. So wie ich. Und ich habe sie auch nicht erfunden, nicht mal mein Vater. Er hat sie auch nur benutzt. Du hast Bellamy, ich hatte Bellamy. Und davor hatte ich Leon, der sehr ungem├╝tlich werden konnte, wenn mir jemand sehr dumm kam. Privat wohlgemerkt oder jemandem weh tat der mir etwas bedeutete. Ich wei├č mehr als Du denkst, aber ich muss nicht alles kommentieren. Es sei denn Du w├Ąrst so dumm gewesen, die Fett-Temperatur mit dem eigenen Finger zu messen. Manche Dinge kann man nur auf diese Art kl├Ąren. Darum hei├čt es auch, manches kl├Ąrt sich selbst. Es besteht oft kein Unterschied zwischen seelischer und k├Ârperlicher Grausamkeit. Ebenso ist doch eine Seelische Wunde eine Wunde wie eine k├Ârperliche. Also wie oft hat sie Ferrau verletzt und kam davon? Diesmal war sie zu langsam und es erwischte sie. Ausgleichende Gerechtigkeit nennt man so einen Fall".

Ciel Felicien de Souvagne
"Trotzdem wollte ich gern wissen, wie du davon in Kenntnis gelangt bist", rief Ciel aufgebracht. "Belly sollte Diskretion walten lassen. Und wieso ... wieso klaust du mir meine Ideen?" Er schmunzelte angespannt.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Bellamy war diskret, aber hier am Hof haben die W├Ąnde Augen und Ohren mein lieber kleiner Ciel. Und ich erfahre einiges. Ich kann vermutlich nicht mit dem Lich mithalten, aber was unseren Palast angeht, da k├Ânnen wir auch ├╝berall h├Âren, ganz ohne Magie", antwortete Max mit einem Zwinkern. "Deine Idee? Die Idee ist so alt, es wei├č keiner mehr wer zuerst die Frit├Âse erfand, um mal bei der Umschreibung zu bleiben. Bleib locker, es ist alles in Ordnung. Ich habe Dich nicht gescholten oder?", fragte Max. "Geh Deinem Onkel eine Freude machen und frag ihn bitte wegen der Verlobung und eventuellen Hochzeit", bat Maximilien seinen Sohn.

Ciel Felicien de Souvagne
"Eine Frage, gibt es ├╝berhaupt irgendeinen Ort, wo einem nicht bei den aller privatesten Dingen zugeschaut wird?", murrte Ciel verstimmt. "Kein Wunder, dass ich mich auf dem Schiff so viel wohler gef├╝hlt habe. Wahrscheinlich bist du bestens dar├╝ber im Bilde, wie grauenhaft ich mich bei Olivie angestellt habe - und vermutlich auch dar├╝ber, wie viel fachkundiger Remy am Werke ist. Ich m├Âchte nicht streiten, aber das ist mir jetzt doch etwas unangenehm."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max stand auf und nahm Ciel in den Arm. "Mal ├╝berlegt warum ich mich ├╝ber manche Staatsakte beschwert habe? Manches muss aus den unm├Âglichsten Gr├╝nden ├╝berwacht werden, anderes wiederum nicht. Es hat aber nichts damit zu tun Dich in Misskredit zu bringen, sondern um Dich zu sch├╝tzen. Manchmal auch durch Wissen zu sch├╝tzen. Wenn man Dich bei einem Akt beobachtet, m├Âchte man wissen ob die Ehe vollzogen wurde. Solche Dinge verstehst Du? Aber Du wurdest nicht beobachtet, dass ist etwas, dass ich ge├Ąndert habe. Untersucht wird man vorher und nachgepr├╝ft wird nachher. Wir m├╝ssen sicher sein, dass unsere Kinder von unserem Blut sind. Aber nicht alles muss gesehen werden. Denn w├╝rden wir es wissen wollen, ein Himmelsauge kann auch die Gedanken der Gegenseite von uns auslesen, also der Frau. Das hebt sich allerdings auf, wenn es das Himmelsauge ist, dass Dich betr├╝gt - siehe meine Mutter und Quennel. Wer also Quennel fragt, ob die Duchesse treu war, wird wohl kein nein h├Âren. Einen Ort wo Dich keiner bewacht ist in der Natur, falls Du allein hinkommst und kein Vogel Dir folgt. Sei nicht verstimmt, Dein Gl├╝ck stand Dir besser", sagte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Im Palast gibt es nicht eine einzige nicht dauerhaft ├╝berwachte Ecke?", fragte Ciel nach. "Mein Schlafzimmer h├Ątte ich schon gern f├╝r mich, auch auf das Risiko hin, dass Ferrau mich im Schlaf erdolcht. Und meine Toilette bitte auch, wenn es sich einrichten l├Ąsst."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das l├Ąsst sich einrichten, aber Ferrau w├╝rde Dich niemals erdolchen. Das solltest Du wissen", grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Es war ironisch gemeint. Von den Schatten wusste ich, aber nicht von ihrer Penetranz. Warum kann ich die ├ťberwachung meiner eigenen Bereiche nicht selbst organisieren?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das kannst Du gerne ├╝bernehmen, aber bis dato hat es Dich nicht interessiert, aus dem Grunde blieb alles wie es war, seit dem Du ein Kind bist. Mein Kind bleibst Du immer Ciel. Gleich wie alt Du bist oder ├╝ber welche F├Ąhigkeiten Du verf├╝gst", sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann m├Âchte ich, dass diese gr├Ąsslichen Leute sofort aus meinem Fl├╝gel abgezogen werden. Bitte bis auf die letzte Unperson. Ich m├Âchte auch eine Karte ├╝ber die doppelten W├Ąnde und Geheimg├Ąnge einsehen d├╝rfen f├╝r die Planung, zumindest eine f├╝r meinen Fl├╝gel. So, und nun gehe ich zu Onkel Davet. Danke f├╝r mein Hochzeitsgeschenk, ich bin gespannt, wie Kazrar und seine Bei├čer das Angebot auffassen werden.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Bitte bitte Kleiner. Gr├╝├č Deinen Onkel von mir. Es sind keine gr├Ąsslichen Leute, sie w├╝rden Ihr Leben f├╝r Dich geben Ciel. Wir werden die G├Ąnge entlang gehen und Du wirst sie kennenlernen. Freut mich, wenn Dir Deine Geschenke gefallen, ich w├╝nsche Dir er nimmt Dein Angebot an. Mach es ihm schmackhaft. Wenn er ablehnt Ciel war er nicht so clever wie Du dachtest. Aber ich denke, dass Angebot von Dir, wird er sich nicht entgehen lassen. Viel Spa├č Dir und Davet, den werdet Ihr sicher haben", w├╝nschte Max und dr├╝ckte Ciel zum Abschied.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte seinen Papa zur├╝ck. ┬╗Du hast gar nichts zu meinem schicken Kopfputz gesagt, den Ferrau mir verpasst hat. Ich glaube, das Tragen von Kopft├╝chern gew├Âhne ich mir an, es gef├Ąllt mir und ist eine sch├Âne Erinnerung an den verpatzten und doch gelungenen Urlaub, in dem ich meinen Onkel kennenlernte. Denk bitte daran, die Schatten noch heute abzuziehen, ich kann mich sonst nicht mehr entspannen in meinen vier W├Ąnden.┬ź Da er gerade guter Stimmung war, gab er Maximilien ein K├╝sschen auf die Wange und verschwand erhobenen Hauptes mit der Urkunde, um sie Davet zu ├╝berreichen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute seinem Sohn gl├╝cklich hinterher und wandte sich seinem Adler zu. Er lie├č die Schatten umgehend abziehen.
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Re: Blutrote See - Kapitel 11 - Thronsaal der Entscheidung

#9

Beitrag von Davet la Caille » So 18. Nov 2018, 13:15

Die Anerkennung von Onkel Davet


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel begab sich zur Repr├Ąsentantensuite, wo Davet zusammen mit seinen beiden Begleitern Unterkunft bezogen hatte. Er klopfte und trat ohne auf die Aufforderung zu warten ein. Er schaute sich um, was die drei gerade so trieben. ┬╗Onkel Davet?┬ź, fragte er in den Raum.

Davet la Caille
Davet hatte es sich im Wohnzimmer der Suit gem├╝tlich gemacht und hatte sich etwas zu Essen kommen lassen. Er stand auf und ging Ciel entgegen. "Hallo, sch├Ân Dich wiederzusehen. Silvano ist ausgeflogen, vermutlich kommt er seiner Aufforderung nach. Sicher wei├č ich das nat├╝rlich nicht, aber ich kenne ihn lange genug um zu wissen, was er tun w├╝rde. Er bat zwar darum, dass Boldi und ich ihn begleiten. Aber letztendlich geht es ihm meist nur um die Zusage und er macht es doch allein um einem nicht zur Last zu fallen, oder einen nicht zu nerven. Wie er stets sagt. Und was hat Dich hierher verschlagen? Du siehst gut aus mit dem Tuch, aber man bindet es anders. Warte", sagte Davet, nahm Ciel das Kopftuch ab und schlug es als Dreieck, ehe er es mit den Spitzen einmal um Ciels Kopf band, hinten einmal und vorne zweimal verknotete und vorne etwas mehr Umschlag lie├č. "So rutscht es nicht und f├Ąngt den Schwei├č auf, daf├╝r ist es da. Und dass Deine Haare Deine Klamotten nicht versauen, falls Du sie ge├Âlt oder gar geteert hast", erkl├Ąrte Davet und deutete aufs Essen. "Setz Dich dazu und iss mit, ist genug f├╝r Drei da, so habe ich es bestellt".

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, ich muss es Ferrau ansehen lassen, wenn er mich heute Abend bettfertig macht, damit er es k├╝nftig richtig zu binden wei├č. Er meint, mir fehlt noch ein Ohrring, so wie du einen tr├Ągst. Wer hat dir deinen denn gestochen?┬ź Er setzte sich, aber essen wollte er nicht. Boldisz├ár schnarchte nebenan laut vernehmlich, vermutlich hatte er die H├Ąlfte bereits vertilgt.

Davet la Caille
"Ich kann es ihm erkl├Ąren. Wer mir meinen Ohring gestochen hat, spielt erstmal keine Rolle Ciel. Wichtig ist warum. Ein Grund ist die Ohrakupunktur. Hierbei wird nur die H├Ârmuschel, auf die alle K├Ârperteile projiziert werden, behandelt. Auch Augenbeschwerden k├Ânnen hiermit behandelt werden. Auch in der Volksmedizin wird empfohlen, einen goldenen Ring durch das Ohr zu tragen, um Augenbeschwerden zu heilen und sogar zu verhindern. Das kennst Du vielleicht. Seem├Ąnner sind ├╝berzeugt davon, auf offener See so eine bessere Sicht zu haben. Nur dazu geh├Ârt es, absolut exakt diesen Akkupunkturpunkt beim Stechen zu treffen. Der Juwelier oder wer auch immer sticht, kennt den Punkt im Normalfall nicht. Deshalb musst Du Dich von einem alten Salzbuckel stechen lassen, am besten einer Teerjacke, also einem altverdienten Matrosen. Sie kennen den Punkt. Eine weitere Bedeutung die goldenen Ohrringe hat mit dem hohen Risiko zu tun, auf See zu sterben. Wem sage ich das. Es ist eine Art Versicherung f├╝r Piraten und andere Seefahrer. Wenn sie irgendwo ertrinken und an Land ansp├╝len, konnte der Verkauf der goldenen Ohrringe ihre Bestattung finanzieren. Aber ob das tats├Ąchlich so passiert, keine Ahnung. Mich fanden Rakshaner, sie halfen mir selbstlos, ich hatte meinen Ohrring, meine Kette und meine Kleidung noch. W├Ąre das in Naridien auch passiert? Das wage ich mal zu bezweifeln. Also falls Du m├Âchtest, steche ich Dir einen Ohrring, allerdings ben├Âtigst Du ihn direkt, damit wir ihn durchschieben k├Ânnen. Gold, nicht vergoldet, richtiges Gold Ciel", grinste Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte aufmerksam zu. ┬╗Nat├╝rlich haben wir hier goldene Ohrringe im Palast, warte!┬ź Er verlie├č Davet und kam etwa eine halbe Stunde sp├Ąter mit zwei schlichten goldenen Herrenohrringen wieder. ┬╗Bittesehr, f├╝r jedes Ohr einen. Ich h├Ątte es gern symmetrisch. Schlie├člich m├Âchte ich, dass beide Augen gut bleiben und nicht nur eines. Gl├╝cklicherweise bin ich ja in der Lage, mir zwei Ohrringe leisten zu k├Ânnen.┬ź

Davet la Caille
Davet grinste Ciel an und nickte mit nicht zu deutender Geste. "Ob man sich die leisten kann, spielt manchmal keine Rolle. Sie sind wichtig, oder fragst Du danach, ob Du Dir eine Decke oder Schuhe leisten kannst? Nein, aber wenn Du sie Dir kaufst bist Du stolz drauf. Na dann hock Dich vor mir und wisch Dir die Ohrl├Ąppchen mit Alkohol ab, damit sie desinfiziert sind. Ich steche Dir keine Ohrl├Âcher wie sie die Damen tragen, mit einem runden Loch, sondern ich steche sie mit einem Messer, es wird also ein kleiner Schlitz. Der w├Ąchst soweit wieder zu, wie Dein Ohrring im Fleisch steckt. Damit er sich nicht festsetzt, musst Du ihn mehrmals am Tag bewegen und mit Alk abreiben. Das musst Du regelm├Ą├čig machen, sonst wird das schmerzhaft. Sag wenn Du soweit bist", sagte Davet freundlich und z├╝ckte sein Messer. "Desinfiziere es bitte gleich mit", bat er.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm etwas von dem Rum, der bei dem Essen stand und eine Serviette. Damit rieb er sowohl seine Ohren als auch das Messer ab. ┬╗Ich bin so weit┬ź, sagte er erwartungsvoll.

Davet la Caille
Davet packte Ciels Gesicht und richtete es aus, so dass er ihm genau auf die Nasenwurzel schauen konnte. Das Messer hatte er in der Hand nach hinten weggeklappt, um Ciel nicht zu verletzen. Mit dem Zeigefinger strich er ihm die Nase entlang nach unten und schaute ob Ciels Mundwinkel symetrisch waren. Er zog mit dem Finger eine Linie vom Mundwinkel bis zur Mitte des weichen Ohrl├Ąppchen und genau dort stach er zu. "Setz den Ohring ein", bat er Ciel und verfuhr mit der anderen Seite ebenso. "Fertig. Ein Schnitt verheilt schneller als ein Stich, da das Gewebe zerteilt und nicht zur Seite verdr├Ąngt wird. Die Ohrakupunktur beruht auf der Erkenntnis, dass die gesamte Ohroberfl├Ąche eine Reflexzone darstellt, auf die alle Organe des K├Ârpers reagieren. F├╝r die Ohrakupunktur werden d├╝nne Nadeln wendet. Dank der kurzen Reflexwege vom Ohr zum Gehirn tritt die erw├╝nschte Reaktion sehr schnell ein. Nach einer halben Stunde, wenn Du aufgeh├Ârt hast zu bluten, solltest Du schon eine Besserung merken. Und im Gegensatz zur Ohrakupunktur oder der Akupressur bleiben die Ohrringe drin. Du nimmst sie nicht mehr raus. Nur wenn Du musst. Alles gut?", fragte Davet freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zuckte und jammerte nicht bei den beiden Stichen, er war als Bluthexer Schlimmeres gewohnt. Er fummelte die Ohrringe durch die L├Âcher und wischte seine blutbesudelten Finger an der Serviette ab. ┬╗Dankesehr, ich bin gespannt, ob ich einen Unterschied merken werde. Und wenn nicht, dann ist dies eine sch├Âne Erinnerung an unsere Zeit auf See und ein ewiges Andenken an meinen Onkel. Ich habe auch ein Geschenk f├╝r dich!┬ź Ciel wischte seine Finger noch ein zweites Mal sauber und ├╝berreichte Davet die Anerkennungsurkunde.

Davet la Caille
Davet schmunzelte Ciel verlegen an. "Gern geschehen. F├╝r mich? In Ordnung", sagte la Caille und nahm die Urkunde entgegen. Er rollte sie auf und las sie sich durch. Davet runzelte die Stirn und las sie erneut, er las sie sogar ein drittes Mal und starrte dann Ciel blass und baff an. "Meint er das ernst?!?", fragte Davet tonlos.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nat├╝rlich, mit so etwas macht man keine Scherze. Nun ist es offiziell, du bist Teil der Familie de Souvagne┬ź, freute sich Ciel und dr├╝ckte den alten Mann, wobei sein Kopf halb unter dessen braunen Lockenbergen verschwand. ┬╗Noch ein weiteres Mal: Willkommen in der Familie. Willkommen zu Hause, Onkel Davet. Ich bin froh, dass du hier bist.┬ź

Davet la Caille
"Ja... ehm ja, ja", grinste Davet total durch den Wind. "Da steht, ...die aus dieser Anerkennung hervorgehenden Ehe/n, sowie die daraus hervorgehenden Kinder erhalten die Titel Prince/Prinzessin de Souvagne und werden mit Hoheit angesprochen. Mit Verleihung wird dem Vorgenannten die Wappens- sowie die Lehensf├Ąhigkeit zugesprochen. Das hei├čt, wenn ich heirate geh├Ârt mein Mann oder meine Frau ebenfalls zu uns? Also er w├Ąre der Schwager von Max? Was hei├čt Wappensf├Ąhig? Was hei├čt Lehensf├Ąhig? Was soll ich damit machen? Mein Vater w├╝rde sich in den Allerwertesten bei├čen, w├╝sste er wie man mich ansprechen muss. Ich habe da aber ein kleines Problem, wie benimmt sich ein Prince? Ihr habt doch so Verhaltensregeln, wo lerne ich die Ciel? Wir auf See haben ebenfalls unsere Traditionen und man merkt sofort wer nicht dazugeh├Ârt. Ich m├Âchte Euch ja nicht versehentlich in Grund und Boden blamieren. Und was ben├Âtige ich? Also falls ich offiziell mal wohin muss? Muss ich da was bestimmtes tragen wie die Kapit├Ąnsuniform? Falls nicht, trage ich die, die steht mir. Fragen ├╝ber Fragen, erstmal Danke", sagte Davet und dr├╝ckte seinen Neffen ganz fest an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel knuddelte seinen Onkel, wobei er heimlich dessen Haken anschaute, bis Davet ihn wieder loslie├č. Ciel r├╝ckte sein Kopftuch wieder zurecht. ┬╗Es gibt einen riesigen Berg an Verhaltensregeln, Kodizes, Konventionen. Auch ich beherrsche sie nicht alle, aber daf├╝r hat man seinen Leibdiener, der einem vorsagt und einem die richtige Kleidung anzieht. Sie wissen am ehesten, was gerade in Mode ist, womit man sich der L├Ącherlichkeit preisgibt und so weiter. Leibdiener sind auch ansonsten sehr n├╝tzlich. Und ja, dein angeheirateter Partner w├Ąre des Ducs Schwager oder Schw├Ągerin. M├Âchtest du denn heiraten?┬ź

Davet la Caille
"Zivil trage ich sonst den Kneifer, aber der ist auf meinem Schiff und das liegt vor Farisin. Von daher, keine Angst. Ich habe noch niemanden versehentlich aufgeschlitzt", grinste Davet bei Ciels vorsichtigem Blick, ehe er wieder ernst wurde. "Wo bekomme ich einen guten Leibdiener her? Bezogen auf die Hochzeit, ja. Bevor mich die Echse abschlachtete, hatte ich vor zu heiraten, es war alles geplant, meine Schwiegermama in Spee hatte alles organisiert und ich habe mich drauf gefreut. Sie hei├čt Leala und ist Silvanos Mutter. Eine total liebe Frau mit dem Hang dazu jeden der in ihre Reichweit kommt fett zu f├╝ttern. Eine Woche in ihrer Obhut sind 5 Kilo, man kann also an seinem ├ťbergewicht abz├Ąhlen, wie viele Wochen man bei ihr gewohnt hat. Folglich bin ich immer noch mit Silvano verlobt, wir haben die Verlobung niemals aufgehoben. Wenn er noch m├Âchte, w├╝rde ich ihn gerne heiraten. Aber das ist nicht mehr abh├Ąngig von ihm allein, sondern auch von seinem Ehemann Boldi. Nur dann wird etwas draus. Und ich hatte vor, sobald ich mich zur Ruhe setzte, vielleicht Bev anzunehmen. Er ist auch eine geschundene Seele die niemanden hat. Er gibt sein Bestes, arbeitet hart und versorgt sich im Grunde selbst. Und er tr├Ągt als Schiffsjunge Schuhe, die hat er sich erspart. Das sagt einiges ├╝ber den kleinen Kerl aus. Er hilft mir morgens aus oder Ambar, mein erster Offizier. Tja wo bekomme ich einen Leibdiener her der all das wei├č was man wissen muss? Kl├Ąr mich auf Neffe", antwortete Davet gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Einen guten und erfahrenen Leibdiener kannst du hier bei Hofe finden. Man kann auch unausgebildetes Personal w├Ąhlen, wenn man die Herausforderung liebt, wie ich meinen Rakshaner Khawa Steppensturm einst, aber f├╝r dich ist ein erfahrener Leibdiener die bessere Wahl, da du ja von ihm lernen und ihm weniger etwas beibringen willst. Schau dich einfach bei den Dienern hier um, ob dir wer sympathisch ist. Ansonsten k├Ânnen Vater oder ich dir auch jemanden aussuchen und du testest, ob derjenige zu dir passt. Boldisz├ár macht alles kompliziert┬ź, lachte Ciel. ┬╗Der kleine Bevis h├Ârt sich nach einem guten und klugen Jungen an. Wie alt ist er denn?┬ź

Davet la Caille
"Das w├Ąre mir lieb, wenn Ihr mir einen Diener aussuchen und empfehlen w├╝rdet. Nun Bevis behauptet stand und fest er w├Ąre 10 Jahre alt. Das k├Ânnte hinkommen, aber er kann auch etwas j├╝nger sein. Er ist knappe 140cm hoch, also ├Ąlter ist er auf keinen Fall. Er hat braune Haare und gr├╝ne Augen und irgendwie schlackert immer alles an seinem K├Ârper, was die Kleidung angeht. Er tr├Ągt meist die alten Sachen von Matrosen auf, die sie ihm abgeben um seinen Gewinn zu sparen. Er spart f├╝r sp├Ąter. Ein kluger Junge und meist brav, so brav wie es in dem Alter m├Âglich ist. Falls die Aquila hier anlegen darf, wirst Du ihn kennenlernen", bot Davet an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann werden wir jemanden f├╝r dich aussuchen. M├Âchtest du deinem Bruder vielleicht danken? Ich kann dich zu ihm bringen, er hat heute seinen guten Tag! Mir hat er zur Hochzeit die Bei├čer geschenkt, stell dir das vor┬ź, freute er sich. ┬╗Ich muss nur noch fragen, ob sie sich ├╝berhaupt verschenken lassen wollen. Nat├╝rlich darf die Aquila hier anlegen."

Davet la Caille
"Dann muss jemand Kontakt zu ihnen aufnehmen. Ein Himmelsauge muss sich an meine Bordmagierin wenden. Dein Vater erschl├Ągt mich, wenn ich schon wieder bei ihm auftauche. Wir haben uns vielleicht verquatscht, dass sage ich Dir. Ich werde ihm heute Abend danken, wenn er seinen Tag hinter sich hat. Auf ein Bier oder zwei hat er sicher Zeit. Von gestern Abend auf heute fr├╝h haben wir die ganze Zeit nur geredet und das dann fast noch die ganze Nacht durch, bis uns sein Leibdiener daran erinnerte, dass Max morgen fr├╝h raus muss. So jemand w├Ąre gut, der an alles mitdenkt, was ich vergessen k├Ânnte. Was Boldi angeht, er macht nichts kompliziert. Er war da, als ich fehlte, was soll ich ihm vorwerfen? Er macht meinen Mann gl├╝cklich und das ist eigentlich alles was z├Ąhlt. Wir veruschen es zu dritt, also mehr als man nach so einer langen Zeit erwarten k├Ânnte. Und ich bin ehrlich, ich habe nicht gedacht, dass ich Vano jemals wiedersehen werde. F├╝r mich war er fort. So wie Bevis nach M├Âwen und Sturmv├Âgeln schaut, habe ich es auch oft genug getan und mich gefragt, wenn einer bei uns landete, ob er es ist. Aber ich danke den G├Âttern auf Knien, dass er lebt. Selbst wenn er mir nie wieder geh├Âren sollte. Er ist ein guter Kerl, sein Problem ist nur er ist verdammt einsam. Drum braucht er jemanden, dem er sich komplett anschlie├čen kann und Boldi gibt ihm das. Wei├čt Du es freut mich und schmerzt mich zugleich sie so zu sehen. Jedenfalls als ich noch au├čen vor war. Wie steht es mit Dir und der Liebe?", fragte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mein Herz ist gro├č und ich trage viel Liebe darin, die ich gern teile. Ich liebe Ferrau, der mein Geliebter und Leibdiener ist, ihn an erster Stelle. Vater schlug vor, ihn zu heiraten, aber ich w├╝rde ihn dadurch als Leibdiener verlieren. Das w├╝nsche ich nicht und es w├╝rde nichts zum Besseren f├╝r uns wenden. Auch liebe ich Fran, den ich auf der Choucas ehelichen durfte. Und noch einige andere Menschen, bei denen es jedoch m├╝├čig f├╝r dich w├Ąre, dir ihre Namen zu merken. Die M├Âwen stehen f├╝r die Verstorbenen, nicht wahr? Ein sch├Âner Gedanke.┬ź

Davet la Caille
"Ja die M├Âwe und den Sturmv├Âgeln sagt man nach, dass sie die wiedergeborenen Seelen von ertrunkenen und gefallenen Seem├Ąnnern w├Ąren. Deshalb h├Ąlt man nach ihnen Ausschau und sie weisen einem den Weg zum Land. Dann hast Du ebenfalls zwei Leute, die Dich durchs Leben begleiten. Geh├Ârst Du auch zu jenen die Angst vor einer Hochzeit haben, weil sie meinen es k├Ânnte sich etwas ├Ąndern? Ciel, wenn Du jemanden wirklich liebst, dann ohne oder mit Papier. Falls Dich jemand verlassen m├Âchte, wird er es auch so tun. Aber wenn Du jemanden wirklich liebst und er Dich, ist eine Hochzeit etwas sehr sch├Ânes. Man zeigt damit der Welt, wir geh├Âren zusammen. Darum war mir das stets wichtig. Vielleicht spielt sogar Besitzdenken mit hinein, dass gebe ich zu. Aber ich f├╝r mich konnte fr├╝her nie sagen, dass ich Familie habe. Ich hatte keine mehr, als ich meinen Onkel und den Hof verlie├č. Als Vano mein Freund wurde, war es was anderes. Er mochte es genauso eng und nah wie ich. Mein Mann sagen zu d├╝rfen, ist schon was anderes. Denn zu ihm geh├Ârt ja auch sein Anhang, sein Vater, seine Mutter. Und wir alle geh├Âren dann zusammen. F├╝r Vano war es wichtig mir zu sagen, dass ich sein Mann w├Ąre. Trotzdem wollte ich ihn heiraten. Und er selbst hat seine Meinung ebenfalls ge├Ąndert und zugestimmt. Sonst w├Ąren wir nicht verlobt. Und er w├Ąre nicht mit Boldi verheiratet. Hast Du die Ringe gesehen? Wundersch├Ân, ich habe Boldis Ring bewundert. Drum wenn Du Ferrau heiraten m├Âchtest und er Dich liebt, wird er nicht damit aufh├Âren nur weil ihr geheiratet habt. Manche lassen dann einfach mit ihren Bem├╝hungen um den Partner nach. Das ist wohl wahr. Aber dass muss bei Dir doch nicht der Fall sein. Wie verstehst Du Dich mit Deinen Geschwistern?", fragte Davet neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wieso, gibt es da irgendwelche Ger├╝chte?┬ź, fragte Ciel argw├Âhnisch. ┬╗Wir verstehen uns bestens, zumindest meine Br├╝der und ich. Was Olivie anbelangt, habe ich nichts mehr von ihr dank ihres neuen Mannes. Unser Verh├Ąltnis hat sich daher wohl leider ziemlich abgek├╝hlt. Wenn ich Ferrau heiraten w├╝rde, w├Ąre er ein Prince. Und dann kann er nicht die Arbeiten eines Leibdieners ausf├╝hren, da dies nicht standesgem├Ą├č w├Ąre, sondern ben├Âtigt selbst einen.┬ź

Davet la Caille
"Nein keine Sorge, keinerlei Ger├╝chte nur meine pers├Ânliche Neugier um Deine Geschwister besser kennenzulernen ├╝ber Dich. Vielleicht solltest Du Dich mit Deiner Schwester aussprechen. Leider meinen manche Ehepartner, ihre M├Ąnner oder Frauen von der alten Familie fernhalten zu m├╝ssen. Sprich sie isolieren sie, damit sich die Person ganz auf sie fokussiert. Ob das was mit Liebe zu tun hat, wage ich zu bezweifeln. Ist etwas ├Ąhnliches wie sich ein Papageik├╝ken anzuschaffen und es auf den Menschen falsch zu pr├Ągen. Du bist niemals Partner von dem Tier und es wird Dich vermutlich ├╝berleben, wenn Du es nicht in den Suppentopf haust. Jedes Wesen hat seine Grundfreiheit und seine Verpflichtungen. Eine Partnerschaft hei├čt nicht, v├Âllig in dem anderen aufzugehen. Das w├Ąre Unsinn, denn gerade vom Austausch und vom gegenseitigen Lernen, erz├Ąhlen lebt eine Beziehung und macht sie voll. Genauso ist es verkehrt, jemanden derma├čen an sich zu binden, dass er nur noch Dich hat und Dir aus Angst folgt sonst v├Âllig vereinsamt zur├╝ckzubleiben. Dann sollte man sich besser einen Hund anschaffen. Wobei einen als Stofftier, denn auch ein Hund hat Bed├╝rfnisse. Das mit Leibdiener habe ich nicht bedacht, siehst Du mal. Hast Du Haustiere? Wir haben einen Hund. Foufou, ein schwarzer Pudel, eine liebe Socke, ein bisschen verpeilt, aber treu wie Gold und Z├Ąhne wie bester Souvagnischer Stahl. Und er bei├čt auch zu. Ich meine, daf├╝r hat man schlie├člich einen Hund. Es gibt nicht viel, was mich aufregt oder aus der Ruhe bringt. Aber Fuchtler tun es. Also bei├čt Fou hinein", lachte Davet und knuffte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oh, das erkl├Ąrt, warum der arme Kazrar gebissen wurde┬ź, sinnierte Ciel. ┬╗Er muss gefuchtelt haben. Gl├╝cklicherweise geht es ihm wieder gut. Ich habe auch ein Haustier - Quennel.┬ź Ciel grinste breit. ┬╗Remy isoliert meine Schwester, indem er sie tagein tagaus begattet! Die machen nichts anderes!┬ź, ├Ąrgerte er sich.

Davet la Caille
"Quennel? Dein Drachenhahn, ich erinnere mich. Warum hast Du ihn nach Quennel benannt? Nun sind wir ehrlich, Begattung macht auch Spa├č, solange es nicht zum Pflichtprogramm wird oder zum Hochleistungssport", erkl├Ąrte Davet und zog Ciel verschw├Ârerisch zu sich heran und fl├╝sterte ihm dann ins Ohr. "Boldi macht es jeden Morgen und ich glaube es ihm. Jeden Tag, jeden Morgen, ich frage mich was er isst, dass er DAS hinbekommt. Drachenhuhneier im Sechser-Pack zum Fr├╝hst├╝ck? Heftig, ich wusste nicht ob ich neidisch sein soll, oder mich wie ein Tattergreis f├╝hlen. Wobei unter uns beiden Kleiner, dann war ich schon mit 25 ein Tattergreis. Heftig. Da fragte ich mich auch, ob Vano ├╝berhaupt mit mir zufrieden war, was das anging. Beschwert hat er sich nie. Das hei├čt leider nur nichts, weil er sich sonst auch nicht beschwert und einem absolut weit entgegenkommt. Ich k├Ânnte also total die Zumutung gewesen sein und er h├Ątte nichts gesagt aus Liebe. Ich habe mich aber auch nicht getraut zu fragen. Gut das ist nicht das erste was man fragt, aber als ich das h├Ârte musste ich mir verkneifen Boldi in den Schritt zu starren...", wisperte Davet, so das Boldi blo├č nichts h├Ârte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was er isst? Alles┬ź, st├Âhnte Ciel. ┬╗Man muss aufpassen, dass er nicht den Tisch mit auffrisst. Er sollte bei meiner Hochzeit das Areal um das Buffet sichern. Ich wei├č nicht, wie oft ich ihn dabei beobachtet habe, wie er da reingelangt hat, anstatt seiner Arbeit nachzukommen. Man muss dazu sagen, dass das Buffet f├╝r die Hochzeitsg├Ąste gedacht war und nicht f├╝r die Domestiken! Delikatessen wie Kaviar und Lerchenzungen l├Âffelte er wie Pudding. Etienne hat ihm ins Gewissen geredet, da er meinen Blick bemerkte, aber es hat nichts gebracht, so dass sie dann irgendwann die Posten mit einer anderen Unit├Ę getauscht haben. Zuvor hat Boldisz├ár sich die Taschen mit gekochten Wachteleiern vollgestopft. Der Mann kann einfach nicht aufh├Âren! Und du bist kein Tattergreis, Onkel Davet, manche Menschen kennen einfach kein Ma├č und Boldisz├ár und Remy geh├Âren dazu. Ich hatte meinen Drachenhahn Quennel genannt, da mir der Mann doch irgendwie sympathisch erschien mit seiner Gerissenheit. Ich wusste damals noch nicht, was er dir angetan hatte und wie weit seine Bosheit reichte. Ich wusste nur, dass er zu schlau war, um weiterleben zu d├╝rfen und der Gedanke gefiel mir. Auch war der Name eine Erinnerung an meinen Freund und Kameraden Parcival. Aber vermutlich mochten die beiden sich nicht besonders.┬ź

Davet la Caille
"Quennel war nicht b├Âsartig, er war ein armes, kleines W├╝rstchen mit Minderwertigkeitskomplexen die h├Âher als die Wychtlgebirge. Deshalb war er derma├čen verbittert und verbiestert. Aber weder sein Vater, noch sein Bruder noch ich konnten etwas f├╝r seinen H├Âhenkoller. Er lie├č andere leiden, weil er sich selbst f├╝r nichts wert hielt. Und genau aus dem Grund war er auch nicht den Dreck unter dem Fingernagel wert. Ein Mann mit Schneid versucht das Beste aus seiner Situation zu machen, oder sich zu verbessern. Er versucht nicht, andere dahin zu pr├╝geln, damit er durch sie seinen vermeintlich verdienten Erfolg einheimst. Denn st├Ąnde ihm der Erfolg zu, h├Ątte er ihn erreicht. Was hat er denn erreicht? Was wurde er, worauf er mit Gl├╝ck und Stolz zur├╝ckblicken kann? Ich k├Ânnte vor Ainuwar behaupten, ich wurde geliebt und ich habe geliebt. Ich habe einigen Menschen das Leben ein bisschen ertr├Ąglicher gemacht, anderen auch zum Abgrund. So ehrlich muss ich sein. Aber das waren nicht meine Leute, nicht meine Landsleute und keiner meiner "Familie". Wenn ich behaupte ich liebe Silvano, wie k├Ânnte ich ihn dann schlagen, das er Angst vor mir bekommt? Wie k├Ânnte ich als Vater mein Kind schlagen, dass es w├╝nscht ich w├╝rde im n├Ąchsten Einsatz fallen? Quennel war nicht b├Âse Ciel. Er war nur ├Ąu├čerst dumm und leider sehr stark und m├Ąchtig. Keine gute Kombi. Aber Quennel war auch nicht sein Name - es war nur eine Bezeichnung. Eine Tarnung. Die Scheu├člichkeit hie├č Corentin. Parcival und er waren befreundet, t├Ąusch Dich da nicht. Ich kannte sogar Parcival als Kind. Er war einige Male bei uns. Ich kannte ihn noch, als sein Bart noch braun war", schmunzelte Davet und blickte Richtung Boldi. "Ja das hat sich so bei ihm eingebrannt Ciel. Kein Essen bedeutet kein Leben. Nahrung ist Leben und Nahrung war Mangelware im Heim. So ist es immer, leider. Wo kann man Nahrung sicher verwahren? Nirgendwo, au├čer im Magen. Boldi wollte Dir nicht die Hochzeit ruinieren oder ist s├╝chtig nach Engelszungen, ich meine Lerchenzungen, sondern er tat was er von klein auf lernte. Das hat er so drin, das bekommt er auch nie wieder raus. Das sind ganz tief verankerte Verhaltensweisen. Er frisst wie ein ausgehungertes Tier, er k├Ąmpft genauso. Vano ist in dem Sinne kein K├Ąmpfer, er versucht an den Napf zu kommen und geht es nicht gibt er auf. Bei anderen Dingen k├Ąmpft er wie besessen, so hart dass man vermutet er ist wahnsinnig. Klappt es nicht - gibt er erstmal auf. Genauso v├Âllig, wie er in den Kampf zog. Er isst nicht mehr, er liegt rum, er tut nichts - hat eh keinen Sinn. Wozu dann die M├╝he. Das ist genauso wenig lustig mit anzusehen wie Boldis Fressorgien, wenn man wei├č woher es kommt und warum sie es tun. ├ťbersetzt ist das Todesangst, also schei├č auf die Lerchenzungen und Wachteleier, g├Ânn sie ihm. Du kannst doch drauf verzichten und er kann sie gebrauchen. Sowas sieht man dann einfach nicht. Genau wie wenn bei mir urpl├Âtzlich wie durch Geisterhand der Nachtkakao leer ist und Bev hat einen Schnurrbart. Muss ich schon getrunken haben. Oder falls er sich nicht getraut hat, lass ich ihm was drin, weil es viel zu viel ist. Dass schaffe ich eh nicht alles zu trinken. Kapiert? Denn selbst wenn Du etwas gibst, kannst Du dem kleinen Mann nicht seine W├╝rde nehmen. Das gleiche gilt f├╝r Boldi und alle anderen Heimkinder, egal wie alt sie nun sind. Merk Dir das Ciel, ich wei├č Du bist ein guter Kerl. Sowas geh├Ârt dazu, dass musst Du sehen. Du bist der Kapit├Ąn von diesem Schiff hier. Jeder muss in seiner Aufgabe funktionieren und zufriedene Mannschaften leisten mehr als unzufriedene. Jeder Mann wird Dich achten, wenn Du ihm auch etwas Achtung entgegenbringst. Das Du das kannst habe ich am Urteil von Vano gesehen. Was mich ├╝brigens sehr gefreut hat. Danke f├╝r seine Rettung Ciel", fl├╝sterte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe es getan, weil ich an das Gute in ihm Glaube. Du bist ein guter Mensch, Onkel Davet. Wir sehen viele Dinge ├Ąhnlich. Falls es dir etwas bedeutet, das zu h├Âren: Boldisz├ár hat nie eine R├╝ge daf├╝r erhalten, dass er die Delikatessen wegfra├č oder die Teller vom Geschirrwagen ableckte und dort nach Resten suchte. Ich wusste nicht, warum er das tut, aber ich fand es lustig. Darum habe ich ihn machen lassen. Robere war kaum besser, auch wenn er das Buffet in Ruhe lie├č, aber wei├čt du, was der gemacht hat? Er hat Ungeziefer gegessen. Ratten, M├Ąuse, Tauben, sogar Spinnen und Insekten! Ich dachte, er tat das, um Aufmerksamkeit zu erlangen, da er sich gern einen Spa├č daraus gemacht hat, die lebenden Tiere herumzuzeigen und dann den Kopf abzubei├čen. Aber wahrscheinlich war das r├╝pelhafte Verhalten nur die Tarnung, um einen Grund daf├╝r zu haben, sie zu fangen, denn er hat sie hinterher aufgegessen. Wenn ich h├Âre, was du erz├Ąhlst, wird der Wunsch, sie zu essen die Ursache gewesen sein, den er mit seinem Gehabe nur legitimierte, damit man seinen Appetit nicht bemerkt und glaubt, er w├╝rde dies nur zum morbiden Spa├č tun. Interessant┬ź, sinnierte Ciel. ┬╗Meinst du, dass Silvano und Boldi Bevis akzeptieren werden?┬ź

Davet la Caille
"Das freut mich sehr zu h├Âren Ciel. Ja das meinte ich damit, dass jeder seiner W├╝rde hat. Was sollte Robere sagen? Ich habe immer und permanent Hunger, so dass ich sogar Ungeziefer fresse? Weil ich es vor lauter Hunger und Verzweiflung fressen muss? Da h├Ątten andere ├╝ber ihn gelacht. Guck ihn Dir an den Tropf, das W├╝rstchen, den Penner. So aber war er der Typ, der sich einen Spa├č draus machte alles runterzubekommen. Der harte Kerl, der sogar Spinnen fra├č vor denen sich andere ekeln. F├╝r ihn ein Klacks. Beide tun das gleiche - sie essen Ungeziefer. Aber beide werden v├Âllig anders wahrgenommen, der Tropf oder der Stahlfresser, richtig? Wie mein alter Ausbilder immer sagte, man darf einem Mann alles nehmen, nur nie seinen Stolz. Offen zu sagen, warum Robere das tut, w├╝rde ihn blo├čstellen. Es bleibt immer noch dabei, er futtert Ungeziefer. Aber pl├Âtzlich w├╝rden ihn die Leute anders sehen. Und meinst Du so ein Mann m├Âchte Mitleid im Blick anderer sehen? Dann doch lieber Angst und Ekel. Lass ihm seine Auff├╝hrung, die braucht er f├╝r sich selbst Ciel. Ja wir sehen viele Dinge ├Ąhnlich, was mich freut. Und ich unterhalte mich sehr gerne mit Dir. Ob Boldi und Vano Bev akzeptieren w├╝rden, ist eine schwierige Frage. Sie m├╝ssen ihn erstmal kennenlernen. Ich habe Boldi gefragt wie er zu Kindern steht, er steht ihnen neutral gegen├╝ber. Und bei Vano macht es die Sympathie aus, aber generell hat er nichts gegen Kinder. Ich hoffe sie m├Âgen Bev. Falls nicht, bleibt er trotzdem mein Schiffsjunge. Zumindest das, damit er sein gesichertes Einkommen hat. Ich wei├č von Kabir und ich wei├č, dass Deine Frau Kabir ist. Hat sie auch derartige Angewohnheiten?", fragte Davet f├╝rsorglich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bis jetzt ist mir nichts aufgefallen. Sie ist ruhig und klug, sehr besonnen. Ihr Wunsch ist es, Menschen zu helfen, sie zu heilen. Man k├Ânnte meinen, alles ist spurlos an ihr vor├╝bergezogen, aber das wird t├Ąuschen. Sie vergr├Ąbt es, ganz tief unten. Es scheint da zu bleiben, zumindest, so lange ich in der N├Ąhe bin. Sie zeigt keine Schw├Ąche, ist stolz und sch├Ân und eine sehr w├╝rdevolle Erscheinung. Es m├╝sste aber mit dem Rakshor zugehen, wenn derartige Erlebnisse sich nicht tief in ihr Herz gebrannt h├Ątten. Nur wo ... das ist sie in der Lage, sehr gut zu verstecken.┬ź

Davet la Caille
"Nun vielleicht hast Du auch einen Schatz gefunden. Es gibt Personen, die lassen es hinaus, tagt├Ąglich aber im Guten. Sie sagen dass was mir passiert ist, passiert keinem mehr. So ├Ąhnlich denke ich auch, aber ich muss gestehen, immer kann ich nicht im Guten handeln. Ich denke mir bei manchen Leuten auch Dir w├╝rde ich am liebsten einen Regenschirm in den Arsch schieben und ihn aufspannen. Aber manche haben nicht mal das Ciel. Sie haben eine wirklich edele, reine Seele und wo andere schreien, toben, fressen oder provozieren, da helfen sie. Das ist ihr Schrei nach Hilfe - sie helfen selbst und helfen damit sich. Vielleicht ist sie so. Auf meinem Ausbildungsschiff hatten wir einen Arzt der aussah wie ein Wrack, als Schiff w├Ąre er wohl abgewrackt worden. Aber auch da hatte mein Ausbilder einen klugen Spruch parat, nur ein verletzter Arzt kann wahrlich heilen. Als junge Sprotte wusste ich nicht, was das bedeutet. Aber sp├Ąter begriff ich, ein Arzt der selbst einiges durchgemacht hat auch an Kriegsverletzungen, der wei├č wovon der spricht, wenn er die Maaten heilt. Deine Fran ist vermutlich so jemand. Du musst sehr gut auf sie aufpassen Ciel", antwortete Davet und sch├╝ttete ihm ein Glas Rum ein, ehe er sich selbst nachschenkte. "Prost Kleiner, sch├Ân Dich zu kennen. Was sagen Deine Ohren zu Deinen Augen?", grinste Davet und trank einen Schluck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde auf sie aufpassen, ich liebe sie sehr, obgleich wir uns erst wenige Wochen kennen. Sie ist ein wundervoller Mensch und ich habe mich in ihrer Gegenwart sofort gut gef├╝hlt. Ich dachte zun├Ąchst, es sei ihr bet├Ârender Duft, der mich in himmlische Sph├Ąren entschweben l├Ąsst, doch es war ihre reine Seele, die an meiner r├╝hrte, die so viel schmutziger ist. Und Ainuwar lie├č es geschehen, dass der eine Tag, der nur ein kurzfristiges Vergn├╝gen bleiben sollte, in neues Leben m├╝ndete. Nur vor der Entbindung ... habe ich gro├če Angst. Sie ist so schmal und in ihrer Anatomie vor allem m├Ąnnlich. Sie hasst Benito und ich versprach ihr, dass er sie nie wieder anr├╝hren wird, doch in dem einen Punkt habe ich sie belogen. Benito wird zur Geburt dabei sein. Er mag viele Verfehlungen haben, doch in Sachen Heilmagie reicht ihm niemand das Wasser, auch nicht sein Bruder Dantoine. Was ist aus deinem Arzt geworden, der so ├╝bel aussah? Dient er noch auf der Aquila? Meine Ohren pochen ziemlich, aber ich finde das Gef├╝hl angenehm, es kl├Ąrt den Geist.┬ź

Davet la Caille
"Der Arzt ist vermutlich schon lange tot, er war schon ein alter Haudegen auf der Avaler - der Schwalbe. Das war als ich meine Ausbildung zum Matrosen machte. Nicht auf der Mouette und nicht auf der Aquilla, ganz zu Anfang Ciel, da war ich im Grunde noch ein Backfisch. Die Arbeit war hart, unheimlich hart, manche Leute an Land k├Ânnen sich das nicht vorstellen, aber es war trotzdem eine sch├Âne Zeit und ich w├╝rde keinen Tag vermissen wollen. Ich habe viel gelernt, ├╝ber Schiffe und vor allem ├╝ber Menschen und auch so einige andere Dinge, sonst h├Ątte ich die Laufbahn zum Offizier nicht antreten d├╝rfen. Benito ist ein Heilmagier? Normale Heiler sind schon ehrenwert und ihr Beruf verdient gewaltigen Respekt, aber ein Heilmagier ist etwas anderes. Die L├╝ge ist keine L├╝ge, ich w├╝rde es als Vorsorge werten. Denn Dir geht es nicht darum sie zu bel├╝gen, sondern um ihr Leben zu sichern. Warum hasst sie den Mann? Hat er sich ├╝ber sie lustig gemacht? Manche M├Ąnner sind solche Trottel. Aber eines kann ich Dir versichern, was mich die Rakshaner lehrten, eine Frau kann wissenschaftliche Dinge genauso gut wie jeder Mann. Das eine Frau nicht alles gleich kann wie ein Mann ist Fakt, daf├╝r fehlt ihr die Muskelmasse. Aber an Hirnschmalz mangelt es keiner Frau, jede Frau in Rakshanistan steht mehr ihren Mann als hier einer glauben w├╝rde. Und es sind gute Frauen, die sich genauso um das Wohl ihrer Familie scheren wie hier die m├Ąnnlichen Oberh├Ąupter. Man tut ihnen oft Unrecht, sie sind nicht schlechter als wir Ciel, Rakshaner sind nur anders. Das ist alles. Deine Ohren m├╝ssen auch pochen, sonst w├Ąre was mit Dir nicht in Ordnung", gibbelte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er hat es mit seiner medizinischen Neugier etwas zu weit getrieben, mehr muss dar├╝ber nicht gesagt werden. Er hat es wieder gut gemacht und sein Verhalten aufrichtig bereut. Jeder hat eine zweite Chance verdient, sagt mein Vater, und so halte auch ich es. Benito wird die seine nutzen. Was Rakshaner anbelangt, hatte ich das Gl├╝ck, viel von dem schon erw├Ąhnten Khawa lernen zu d├╝rfen. Sie sind schlau auf ihre Weise, auch wenn sie weder Fuhrwerke noch Schiffe bauen k├Ânnen, ich glaube, sie haben noch nicht einmal das Rad erfunden. Sie k├Ânnen keine Stoffe Weben und beherrschen keine T├Âpferei, ihr Geschirr fertigen sie aus Tiersch├Ądeln. Aber sie haben sehr viel Wissen, was Menschlichkeit betrifft. Da k├Ânnen wir Souvagner uns oft eine Scheibe abschneiden. Egal, wie finster der Tag war, Khawa hat es vermocht, ihn mit guter Laune zu beginnen und ebenso zu beenden und sein Umfeld damit anzustecken. Er hat sogar einen alten, verbitterten und verkauzten Chevalier namens Jules geknackt und ihm auf seine alten Tage Schmetterlinge in den Bauch gezaubert.┬ź

Davet la Caille
"In Ordnung, mit der Erkl├Ąrung kann ich zwar nichts anfangen, aber ich lasse es einfach so stehen, weil ich Dir im Umgang mit Deiner Frau und diesem Benito vertraue. Aber rein f├╝r Dich, frag sie einmal in einer sehr stillen Stunde, ob er sie... nun wie sage ich dass... ob er ihr zu nahe getreten ist. Falls ja, suche Ihr bitte einen neuen Heiler. Gleichg├╝ltig wie gut er ist. Wenn nicht, freue ich mich f├╝r sie, dass sie so etwas nicht ertragen musste und ich w├╝nsche Euch f├╝r Euer Kind alles erdenklich Gute. Ich werde ihm eine Boddel Rum spendieren und ins Meer werfen", sagte Davet leise und sehr ernst. "Ciel in einer Welt wo es nichts gibt, kannst Du auch aus nichts etwas herstellen. Ton findet sich an Gew├Ąssern, dort entsteht er. Gew├Ąsser haben sie in dieser Form nicht. Weben, dazu ben├Âtigst Du Wolle. Die bekommst Du von Tieren oder von Pflanzen. Rakshaner haben keine Viehhaltung und sind nicht sesshaft f├╝r den Pflanzenanbau. Sie leben in der W├╝ste, weil ihre Vorfahren Kriminelle waren und man sie in die W├╝ste trieb. Und sie sind heute noch kriminell, weil sie es sein m├╝ssen. Das ist eine selbst erf├╝llende Prophezeiung. Jeder meint Rakshaner sind Diebe, aber sie k├Ânnen dort nur ├╝berleben wo sie sind weil sie stehlen. Wieviele Rakshaner stehlen als Naridier? Keine Ahnung, aber vermutlich nicht jeder, da er es zum ├╝berleben nicht muss. Und wenn es nur einer ist. Hat Khawa hier gestohlen? Dort wo Du im Nichts lebst, sind Deine Familienangeh├Ârigen Dein wichtigstes Gut. Das sind sie hier auch, ohne Familie ist man verloren hei├čt es in Souvagne. Das stimmt, wenn man mit niemanden Schulterschluss beziehen kann, ist man schlecht dran. In einer Welt da drau├čen, wo jeder den anderen tats├Ąchlich zum nackten ├ťberleben braucht, weil jeder andere F├Ąhigkeiten hat, da kann es keinen Platz f├╝r dumme Streitereien geben. Manchmal muss man ├╝ber etwas hinwegl├Ącheln f├╝r die Gruppe. Und so b├╝rgerte sich ein, nicht alles auf die Goldwaage zu legen. Den Streit, Stolz und Uneinsichtigkeit k├Ânnen der Tod bedeuten im n├Ąchsten Sandsturm. Manche Rakshaner k├Ânnen keine Schiffe bauen, meine Familie kann es, sie lernte es von mir. Und ich lernte es vor langer Zeit und musste beim Bau auch stets neu dazu lernen. Es lief gut, wir waren flei├čig und keiner h├Ątte wohl geglaubt, dass die Aquila dort von Rakshanern in Stand gesetzt wird. Man h├Ârte meist lachen, einige Fl├╝che und dennoch ging es gut voran. Ohne festen Zeitplan, irgendwo arbeitete immer irgendwer und schau Dir mein Schiff an. Es geht, wenn man lernt dass nicht alles nach der Stoppuhr funktionieren muss. Ebenso hat aber auch meine Familie gelernt, dass manches sofort sein muss - wenn ein Feind oder ein Sturm aufzieht. Und dass dann alle zeitgleich arbeiten m├╝ssen. Ein Segel kann nicht auf Halbmast h├Ąngen, wenn man ein volles braucht weil ein Maat gerade noch raucht. So haben wir voneinander gelernt. Und ich habe gelernt, nicht alles zu ernst zu nehmen, mal locker zu lassen. Manche Dinge sind wie sie sind. Heute, morgen und den Rest ihrer Existenz. Warum also sich ├Ąrgern oder sich stressen? Damit reibst Du Dich auf und es ├Ąndert sich doch nichts. Das hat mir einst Ambar gesagt, Recht hat der Mann. Khawa w├╝rde ich gerne kennenlernen", antwortete Davet freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du kannst ihn kennenlernen, sobald er wieder in Beaufort ist, falls er ├╝berhaupt zur├╝ckkehrt. Momentan ist er in Mancini, zusammen mit Jules und den ├╝brigen Streitern unter Massimo, die den Lich jagen. Khawa wird dir sicher gefallen. Er hat nicht direkt gestohlen, aber er verstand unsere Art der Zuweisung von Besitz nicht. Er unterschied das je Haushalt. In einem rakshanischen Zelt darf jeder alles gleicherma├čen verwenden, der in diesem wohnt. Nun begriff er nicht, dass er zwar in meinen Gem├Ąchern leben sollte, sich aber nicht in mein Bett zu legen hatte, meine Kleider f├╝r ihn tabu waren und mein Kamm. Drum versuchte ich ihm es begreiflich zu machen, indem er ein eigenes Zimmer bekam - was er sich aber mit meinem anderen Diener Nathan teilen musste. Nun verging er sich an dessen Habseligkeiten, aber Nathan hat die Gabe, stets freundlich zu bleiben und irgendwann hatte Khawa es weitestgehend begriffen, wie das souvagnische Leben funktioniert. Mein Vater schenkte ihm die souvagnische Staatsb├╝rgerschaft und nobilitierte ihn sogar zum Chevalier. Damit ist Khawa ein absoluter Vorzeigerakshaner geworden - Khawa Steppensturm, den ich fing und z├Ąhmte┬ź, br├╝stete Ciel sich stolz. ┬╗Du meinst, Benito hat meine Tini gesch├Ąndet?┬ź, rief er dann fassungslos. Er stand auf. ┬╗Ich werde das sofort in Erfahrung bringen!┬ź

Davet la Caille
"Das was Du Khawa abtrainiert hast, haben mir die Rakshaner beigebracht. Alles was eine Familie besitzt, geh├Ârt ihnen auch gemeinsam. Das was man im Moment nicht ben├Âtigt, legt man ins Zelt. Braucht es ein anderer, nimmt er es sich und legt es auch wieder zur├╝ck. Wozu sollte man in einer Welt wo alles Mangelware ist auch doppelt und dreifach horten? Sagen wir T├Âpfe, oder Scheren, sowas was selten ist. Es muss nicht jeder eine Schere haben, eine reicht und wer sie ben├Âtigt nimmt sie sich und legt sie auch wieder zur├╝ck. Sie geh├Ârt nat├╝rlich wem, der Familie. So habe ich es beigebracht bekommen von Tara. Sie ist mit auf meinem Schiff unterwegs, Du wirst sie kennenlernen. Das wollte ich damit ausdr├╝cken ja, hat er sie vergewaltigt? Soll ich Dich begleiten?", bot Davet an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, das kl├Ąre ich mit Benito pers├Ânlich unter vier Augen! Und zwar sofort! Ich komme dann wieder. Ich ben├Âtige einen Geistmagier!┬ź Ciel marschierte nach drau├čen und fragte einen Diener: ┬╗Ist Himmelsauge Auri schon wieder zur├╝ckgekehrt? Falls nicht, muss ich seine Vertretung sprechen!┬ź

Davet la Caille
Davet ging Ciel hinterher und hielt ihn fest. "Frag sie, er wird m├Âglicherweise l├╝gen. Und versichere ihr, dass er ihr nichts tun kann. Sie kann sich Dir anvertrauen. Ich h├Ątte Dir geholfen, h├Ątte ich eine Ausbildung genossen. Bis sp├Ąter und sei vorsichtig, bei der Frage. Aber frag Deine Fran Ciel", bat Davet.

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