Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Khawa

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#11

Beitrag von Khawa » Mi 2. Mai 2018, 22:01

Nicht nur der Duc erreichte noch rechtzeitig zur Hochzeit der Prinzen Souvagen. Auch Jules und Khawa gelangten zu dieser Zeit in Beaufort an. Das große Schlachtross, auf dem sie hintereinander saßen, bahnte ihnen einen Weg durch die angereisten Bevölkerungsscharen. Khawa war überglücklich. Er fühlte, dass er nach Hause kehrte. Seine Heimat war längst nicht mehr die Steppe, auch wenn der Nordwind hin und wieder seinen Namen rief - er würde dem Ruf nicht folgen. Sein Platz war hier. Selten war er so rundum zufrieden wie an jenem Tage.

"Das haben sie aber schön für uns geschmückt", fand er. "Aber woher wussten die nur, dass wir heiraten werden?" Sie drängten sich mit dem Pferd weiter durch die Menge auf der Suche nach bekannten Gesichtern.
"Guter Kaffee ist schwarz wie die Nacht, heiß wie die Liebe und bitter wie das Leben."

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Remy de Remuer
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#12

Beitrag von Remy de Remuer » Mi 2. Mai 2018, 22:17

Man sah die Staubwolke, noch bevor man ihren Ursprung erahnen konnte. Dann erscholl Hufgetrappel. Vier feurige souvagnische Rösser, rabenschwarz mit weißen Mähnen, zogen im gestreckten Galopp eine Kutsche in Richtung Beaufort. Die Menschen sprangen in die Straßengräben, denn die Kutsche machte nicht den Eindruck, als würde sie Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer nehmen. Das Gefährt war flach, breit und schwarz lackiert. Ein weißer Streifen verlief von vorn nach hinten darüber, passend zu den Farben der Pferde. In Rekordgeschwindigkeit erreichte die Kutsche ihren Zielort. Remy stieg aus und hielt zuvorkommend die Tür auf.

"Na, Tano, hab ich zuviel versprochen?", rief er begeistert. "Wenn man einmal eine Audeaux gefahren ist, will man keine andere mehr, oder?" Er half dem Comte, mit dem er sich ohne dessen Einverständnis angefreundet hatte, auszusteigen. "Mann, wir sind gerade noch pünktlich! Guck dir das Luftschiff an!"
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Jules de Mireault
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#13

Beitrag von Jules de Mireault » Mi 2. Mai 2018, 22:45

Jules grinste Khawa über die Schulter an und ließ die Augenbrauen hüpfen. Der Chevalier war froh gesund und an einem Stück gemeinsam mit Khawa wieder in der Heimat zu sein. Selbst sein Pferd Vernon schien beschwingter zu laufen. Sie alle waren einfach froh, wieder Souvagnischen Boden unter den Füßen oder Hufen zu haben.

"Glaub es oder lass es Kaffeeböhnchen, aber die Begrüßung ist nicht für uns. Überall Wimpel und Banner, überall Blumen, Aushänge und Girlanden, das kann nur eines bedeuten - eine großherzogliche Hochzeit steht an. Unsere eigene Hochzeit wird vielleicht nicht so bombastisch ausfallen, aber die Feier danach zwischen uns beiden schon", antwortete Jules grinsend.

Jules lenkte Vernon Richtung Hof und musterte mit stockendem Atem das Luftschiff.

"Schau Dir das Luftschiff an Khawa, die Form hat was oder? Erinnert mich an etwas, aber ich weiß nicht genau was", lachte Jules leise, während Gufo sich auf seiner Schulter mit einem Krallenfuß putzte. Der Uhu drehte seinen Kopf um 180 Grad und starrte Khawa in die Augen, ehe er sich wieder umdrehte und seine Federn aufplusterte.

"Oh dabei fällt mir ein, wir sollten dem Duc noch einmal persönlich Bericht erstatten. Zwar habe ich alles Relevante übermittelt, aber ein persönlicher Bericht macht sich gut in Deiner Laufbahn Khawa. Neu-Souvagne wurde von den Luftstreitkräften des Chaos verlassen, die Sicherung der Schollen ist im vollen Gange, die Rückführung der Bauern zurück auf ihre Schollen ebenfalls.

Das Hochzeitsfest kommt zu einem passenden Zeitpunkt. Wobei für eine Hochzeit gibt es vermutlich keinen unpassenden Zeitpunkt. Finstere Zeiten erhellt sie und lichte Zeiten bringt sie zusätzlich zum Strahlen. Ich freue ich auf das Fest Khawa. Ich hoffe Du gewährst mir den ersten Tanz",
schmunzelte Jules und ritt in den Hof ein.

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Gaetano de la Cantillion
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#14

Beitrag von Gaetano de la Cantillion » Mi 2. Mai 2018, 22:55

Gaetano genoss die wilde Fahrt mit der außergewöhnlichen Kutsche. Vermutlich gerade deshalb, weil er kaum etwas sah, ansonsten hätte er sich um die versprengten Fußgänger gesorgt. Aber so schaute er aus dem Fenster, sah nichts als vorbeihuschende Schemen und genoss den Fahrtwind. Viel zu schnell war die aufregende Fahrt zu Ende. Er hörte das Remy die Tür öffnete und stieg vorsichtig aus. Remy half ihm wie selbstverständlich dabei, was Tano dankbar lächeln ließ.

Tano kam sehr selten aus dem Haus, eigentlich gar nicht. Umso mehr freute er sich, dass er mit seinem Freund Remy endlich mal die Gelegenheit hatte, die Umgebung kennenzulernen. Der junge Mann stand eines Tages vor ihrer Tür, musste scheinbar die Zwerge vor der Grenze inspizieren und dabei hatten sie sich angefreundet. Gaetano war froh, einen so guten Freund wie Remy gefunden zu haben. Jemand der sich nicht über ihn lustig machte, ihn aber auch nicht in Watte packte. Remy hakte ihn einfach unter und zeigte ihm auf seine Art die Welt. Und dafür war ihm Tano überaus dankbar.

Das Himmelsauge hatte sogar versprochen, sich um eine Frau für ihn zu kümmern. Gaetano glaubte da zwar noch nicht so Recht daran, aber er ließ alles auf sich zukommen. Denn vor einiger Zeit hätte er auch nicht erwartet, ohne seinen Vater in eine Kutsche zu steigen und nach Beaufort zu fliegen. Fahren konnte man dazu schon nicht mehr sagen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl allein mit Remy unterwegs zu sein. Tano fühlte sich fast verwegen. Dies war sein großes Abenteuer.

"Danke Remy. Die Fahrt in Deiner Audeaux-Kutsche war wirklich sagenhaft, ich kann es nicht anders beschreiben", antwortete der junge Comte und grinste dabei von einem Ohr zum anderen.

Angestrengt schaute er zum Himmel. So groß wie das Luftschiff war, war es kaum zu übersehen. Aber die Einzelheiten blieben Gaetano leider verborgen. Dennoch nickte er anerkennend.

"Gewaltig", war sein gut gelaunter Kommentar, ehe er sich bei Remy unterhakte.
"Führe uns aufs Fest", bat Tano freundlich, "vielleicht lernen wir ja hier eine Dame kennen".

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Davard von Hohenfelde

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#15

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 2. Mai 2018, 23:18

Olivie Solain de Souvagne

Olivie Solaine de Souvagne saß in ihren Gemächern und zählte die Minuten, die sie von ihrem zukünftigen Ehemann Ciel noch trennten. Fast wäre sie sich nervös durch die Haare gefahren, aber ihre Zofe Jeanne Briard hielt sie sanft davon ab.

"Nicht Herrin, es gibt keinen Grund nervös zu sein. Euer zukünftiger Gemahl könnte kein besserer Mann sein", sagte Jeanne und lächelte ihrer Herrin über die Schulter zu, so das Olivie es ihm Spiegel sah.
"Meinst Du er ist genauso aufgeregt wie ich Jeanne?", fragte Olivie, stand auf und betrachtete sich glücklich im Spiegel.

"Natürlich Eure Hoheit. Jeder Mann, was sage ich generell jeder ist vor seiner Hochzeit aufgeregt. Allein schon, ob man seinem Bräutigam gefällt, was er selbst tragen wird, ob alles reibungslos abläuft. Vermutlich treiben einen hunderte Gedanken um. Aber Ihr müsst Euch nicht sorgen, alles wurde vorzüglich geplant. Und habt Ihr schon einen Blick aus dem Fenster geworfen? Der Himmel selbst verkündet Euren Hochzeitstag. Allerdings verrät er nicht, wer heute die glücklichen Brautpaare sind", warf Jeanne mit einem liebevollen Lächeln ein.
"Der Himmel selbst verkündet es?", echote Olivie erstaunt und ihre Zofe nickte mit einem leichten Schmunzeln.

Olivie schritt zum Fenster und zog die schweren Samtvorhänge zur Seite. Über dem Hof schwebte ein gewaltiges Luftschiff, dass bis zum Bersten mit Rosen geschmückt war. Rosen unterschiedlichster Farben ließen den Giganten wie eine gewaltige, himmlische Blumeninsel erstrahlen. Und der Clou an der ganzen Sache war, dass die Seiten des Luftschiffes das Datum den 01.05.203 wiederspiegelten in weißen, edlen Rosen auf einem Bett von rose´ farbenen Blüten.

Gebannt schaute die junge Frau nach oben und fasste sich ans Herz. Wer immer sich diese Dekoration hatte einfallen lassen, hatte damit genau ins Schwarze getroffen. Geradezu euphorisch drehte sich Olivie zu Jeanne um.

"Einfach fantastisch! Ich hoffe ein Künstler wird meinen Ehemann und mich auf einem Gemälde verewigen mit dem Rosenluftschiff im Hintergrund. Eine Rosenwolke über unsere Hochzeit, wer immer das von den drei Lausbuben meiner Brüder war, er verdient einen besonderen Dank", freute sich Olivie.
"Das kann ich Euch leider nicht verraten Herrin, aber möglich wäre auch, dass sie alle drei dahinter stecken. Sie sind und waren schon immer ein eingeschworenes Trio", antwortete Jeanne freundlich und genoss ebenfalls den Anblick des Luftschiffes.

Olivie drehte sich einmal um sich selbst und schaute dann Jeanne fragend an.

"Was meinst Du? Kann ich so vor den Traualtar treten? Wird ihm das Kleid gefallen? Ich habe versucht zu wählen, was seine Sicht auf die Welt wiederspiegelt. Schlicht, klar, strukturiert und hell. Ciel ist nicht nur ein aufopfernder, liebender und behütender Bruder, er ist auch sehr selbstlos. Er wird keinen Pomp wählen und ich möchte als seine Braut seine Robe unterstreichen. Was sagst Du Jeanne?", fragte Olivie nervös.
"Ihr habt gut gesprochen und weise gewählt Herrin, Euer zukünftiger Gemahl wird dieses Kleid lieben. Ihr seht wundervoll aus", erklärte Jeanne entzückt, was Olivie strahlen ließ.

"Wie ich hörte, hat es Vater den Göttern sei Dank rechtzeitig und wohlbehalten nach Hause geschafft?", fragte Olivie ihre Zofe.
"Ja Herrin, dass hat er fürwahr. Euer Vater wird auf der Trauung anwesend sein", sagte Jeanne.

"Damit ist es perfekt, die Familie ist wieder vereint. Mehr noch, heute werden die Bande enger geschmiedet denn je", erklärte Olivie und strich sich glücklich das Kleid glatt.

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Gregoire Verrill de Souvagne

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#16

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 3. Mai 2018, 00:02

Ähnlich seiner Schwester Olivie betrachtete sich auch Gregoire zum selben Zeitpunkt im Spiegel. Nathan war ein erstklassiger Leibdiener, er hatte seine Arbeit perfekt verrichtet. Verrill war hochzufrieden wie er aussah. Sein Haar fiel frisch und locker, eine kleine Strähne hatte ihm Nathan geflochten und hinters Ohr geklemmt, ganz so wie es Greg liebte.

Gregoire trug ein schwarzes Hemd, darüber ein schwarzes verziertes Wams mit dunklen Perlen-Applikationen. Genau wie sein Vater bevorzugte er zu besonderen Anlässen dunkle Kleidung die seine helle Haut und Augen zusätzlich betonten. Da niemand weiter in seinen Gemächern anwesend war, schenkte er sich selbst ein strahlendes Lächeln.

Linhard musste auch jeden Augenblick fertig sein. Verrill machte es sich vor dem Ofen mit einem guten Buch bequem und stellte dabei fest, dass er noch Linhards Verlobungsring am Finger trug. Liebevoll strich er darüber. Er würde ihn Lin heute erneut an den Finger stecken, abziehen würde er ihn nicht noch einmal.

Greg ließ sich behaglich in seinem Sessel heruntersinken und schnappte sich das Buch, dass ihm Linhard geschenkt hatte. Mit einem wehmütigem Schmunzeln las er die Widmung, seine Liebeserklärung und betrachtete die Zeichnung seines Bruders.

Verrill nahm die Feder zur Hand, schlug die nächste Seite des Buches auf und schrieb.

Du hattest oft Heimweh nach einem Ort, von dem Du nicht wusstest ob er existiert.
Ein Ort wo Dein Herz erfüllt, Deine Seele verstanden und Dein Körper geliebt wird.
Der Ort existiert Lin - in meinem Herzen.
Dein~e Verrill


Gregoire klappte das Buch zu, stand auf und legte es liebevoll auf Linhards Kopfkissen. Nun hieß es warten.

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Ciel Felicien de Souvagne

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#17

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Do 3. Mai 2018, 06:30

Vor der Aufstehzeit, die sein Bruder ihm zwangsverordnet hatte, damit er überhaupt schlief, schlug Ciel die Augen auf. Entsetzt stellte er fest, dass er entgegen seines Plans tatsächlich eingeschlafen war. Dreaux hatte ihre Arme miteinander verhakt, damit Ciel sich nicht heimlich hinausstehlen konnte. Ciel befreite vorsichtig seinen Arm, richtete sich in eine sitzende Position auf und schwang in der gleichen Bewegung die Beine über die Bettkante und kam auf die Füße. Er taumelte, weil er zu schnell aufgestanden war und musste sich einen Moment am Pfosten des Himmelbetts abstützen. Dreaux regte sich im Schlaf, schien aber nicht aufzuwachen.

Ciel nahm das Päckchen mit dem blauen Pulver, das auf dem Nachttisch lag, steckte es in seine Tasche und pochte leise an die Tür der Kammer von Dreaux` Leibdiener. Ein verquollen aussehender Nathan öffnete ihm. Er war trotz der Uhrzeit vollständig bekleidet, nur seine Haare würde er kämmen und sich vor der Hochzeit noch einmal rasieren müssen. Entweder hatte er in Kleidern geschlafen oder überhaupt nicht.

"Kein Nachthemd heute?", fragte Ciel freundlich.

Als er den versöhnlichen Tonfall hörte, zog Nathan für einen Moment eine Grimasse, in dem Versuch, seine Gefühle zu verbergen und fuhr sich mit dem Unterarm übers Gesicht. Mit diesem kurzen Satz hatte Ciel bewusst an einem empfindlichen Punkt gerürt. Wenn sie früher vor dem Schlafengehen noch etwas Freizeit miteinander verbracht hatten, war Nathan immer im Nachthemd gewesen. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum er nun keines mehr trug. Nathan schüttelte den Kopf.

"Nein, Herr. Kein Nachthemd. Wie kann ich Euch helfen?"

"Nur etwas ausrichten. Ich bin in meinen Gemächern, falls Dreaux fragt." Ciel blinzelte ihm zum Abschied zu. "Wir sehen uns auf der Feier."

Damit ging er, bevor er selbst allzu rührselig darüber wurde, dass sich ihre Versöhnung anbahnte. Ganz bewusst hatte er nicht 'Hochzeit' gesagt, sondern nur 'Feier', denn Nathan würde zu denjenigen gehören, die keine Freude an dem Umstand hatten, dass Ciel seine Halbschwester ehelichte. Zurück in seiner Wohnung schaute Ciel, was seine zwei eigenen Diener trieben.

"Ich wünsche einen guten Morgen", sagte Ciel deutlich in den Raum hinein, obwohl er sich selbst nur teilweise gut fühlte. Er freute sich zwar auf seine Hochzeit, nicht jedoch auf die dazugehörige Nacht, die er am liebsten einfach überspringen würde. Er versuchte, die anstehende Herausforderung auszublenden und sich ganz auf das schöne Davor zu konzentrieren. Er trat ans Fenster, zog die Vorhänge beiseite, öffnete es und ließ das Licht und die frische Morgenluft herein.

Der Himmel war rosè gefärbt. Vor der aufgehenden Sonne schwebte ein Luftschiff, das, mit zehntausenden oder noch mehr Rosenblüten dekoriert, den Tag ihrer Hochzeit begrüßte. Der Anblick war überwältigend. Seine Braut würde sich freuen, sie liebte Rosen über alles. Ciel drehte sich langsam um.

"Ferrau?", fragte er langsam. "Ist das da am Himmel dein Verdienst?"
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#18

Beitrag von Ferrau Du Trieux » Do 3. Mai 2018, 14:38

Ferrau trat an die Seite von Ciel und grinste ihn an.

"Nein Herr, der Rosenfarbene Morgenhimmel ist das Werk Ainuwars. Ein kleiner Scherz meinerseits. Herr das Luftschiff ist das Werk Eures Bruder Dreux, aber die dazugehörige Rosendekoration ist mein Werk. Ich war bei Eurem Bruder um bezüglich der Dekoration mit ihm zu sprechen. Ich weiß, Ihr hattet mir dies eigentlich verboten, aber ich musste Euer Gebot missachten Herr.

Schaut, ich habe alle Vorbereitungen treffen müssen und dafür benötigte ich den Beistand und die Erlaubnis Eures Bruder Dreux. Ich hoffe Ihr seid nicht allzu böse auf mich. Das Luftschiff birgt noch eine Überraschung, wartet ab Herr. Bald werdet Ihr mehr erfahren.

Eure Gewandung und Eure Eheringe liegen ebenfalls bereit. Ich hoffe ich habe damit Euren Geschmack getroffen. Wenn Ihr mir bitte folgen würdet",
sagte Ferrau glücklich und führte Ciel ins Ankleidezimmer. Er deutete auf einen Diwan, wo er Ciels Hochzeitsrobe fein säuberlich ausgebreitet hatte.

Ciels Hochzeitsrobe:
Link:
http://www.diegewandschneidervonavalon. ... 9x1356.jpg

"Ich hoffe Euch gefällt Eure Robe. Sie ist aus den feinsten Stoffen und ist Eurer Stellung würdig Herr. Und hier schaut, dies sind Eure Hochzeitsringe, wo Eure Frau doch so sehr Rosen liebt, bin ich selbstverständlich gleich bei dem Thema geblieben", erklärte der Leibdiener gut gelaunt.

Ciel & Olivies Eheringe:
Link:
https://www.fischer-trauringe.de/wp-con ... 70-rgb.jpg

"Vor jeden Ehering gehört ein Vorsteckring mit einem Diamanten, so habe ich es mir sagen lassen. Natürlich muss Eure Frau diesen Ring nicht vor ihrem Ehering tragen. Sie könnte ihn auch wunderbar separat tragen, da er einiges her macht Herr. Hier der Vorsteckring für Eure Frau", schmunzelte Ferrau.

Vorsteckring für Olivie:
Link:
https://ae01.alicdn.com/kf/HTB1I2hjcrsT ... -Ringe.jpg

"Und jetzt folgt etwas Feines für Eure Frau. Eine große Kleinigkeit nebenbei, die hoffentlich Ihr Herz berühren wird. Ein goldener Anhänger, ebenfalls treu dem Thema Rosen geschuldet. Aber er ist weitaus mehr, als einfach eine Rose in Schmuckform Herr. Die Rose des Anhängers besteht aus echten Rosenblütenblättern. Diese wurden gepflückt, getrocknet und konserviert. Sie wurden erneut zu einer Rose zusammengesetzt, lackiert und mit Gold verziert. Ihr schenkt Eurer Frau also eine echte rote Rose, ein Zeichen der Liebe. Und diese Rose wird Eure Liebe ewig zum Ausdruck bringen, denn sie wird niemals vergehen", erzählte Ferrau ergriffen und zeigte Ciel den Rosenanhänger.

Rosenanhänger, Geschenk für Olivie:
Link:
https://images-na.ssl-images-amazon.com ... US500_.jpg

"Ich hoffe Ihr seid mit meiner Auswahl zufrieden Herr. Für Euren Bruder habe ich ebenfalls ein kleines Schmuckstück ausgesucht, dass seinen Geschmack ganz genau treffen dürfte. Gemeinsam von Euch mit Dreux erhält er zudem etwas, dass die Abenteuerbücher seiner Bibliothek füllen könnte. Aber dazu später mehr. Hier schaut, diese Anhänger habe ich für Euren Bruder in Eurem Namen erworben. Wählt selbst, welchen Ihr ihm schenken mögt. Oder schenkt ihm alle. Vielleicht heute das Buch mit dem Herzen und die anderen beiden Anhänger zu einem anderen Anlass", schlug Ferrau vor.

Buchanhänger, Geschenke für Gregoire:
Link:
https://img.etsystatic.com/il/0a495a/11 ... ?version=0

https://img.etsystatic.com/il/cb7bde/99 ... ?version=0

https://i.pinimg.com/originals/ad/db/da ... 0b9f3f.jpg

"Für Euren Schwager habe ich Schmuck und einen zusätzlichen Reitsattel für sein Drachenhuhn in Auftrag gegeben. Welche Art von Schmuck er bevorzugt, oder welche Hobbys er hat, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Soweit ich herausfinden konnte, liebt er Pferde und sein Drachenhuhn. Da erschien mir dieses Geschenk in Eurem Namen sehr passend.

Möchtet Ihr vielleicht Euren Vater besuchen, sobald ich Euch eingekleidet habe? Euer Vater ist rechtzeitig zurückgekehrt und freut sich sehr auf die bevorstehende Hochzeit", schlug Ferrau vor und wartete gespannt ab, ob sein Herr mit seiner Arbeit zufrieden war.

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Ciel Felicien de Souvagne

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#19

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Do 3. Mai 2018, 18:41

Ciel ließ sich alles zeigen. Seine Gewandung, die Eheringe, den Vorsteckring, den Rosenanhänger und jene Halsketten mit den Büchern. Er sagte während dessen kein Wort. Ferrau kam aus dem Plaudern nicht mehr heraus, während Ciel einfach nur guckte. Am Ende erklärte Ferrau noch, dass er ebenfalls ein Geschenk für Linhard organisert hatte und fragte, ob sein Herr nicht seinen Vater besuchen wollte. Ciel blickte ihn einfach nur an, unfähig, ein Wort zu sagen. Jedes Wort kam ihm banal, geradezu vulgär vor in Anbetracht der Mühe, die sein Diener sich gemacht hatte und der Liebe, die er in die Auswahl der Geschenke für seinen vielbeschäftigten Herrn hatte fließen lassen.

»Stell dich da hin«, befahl Ciel und zeigte auf eine Stelle auf dem Teppich. Er wartete, bis Ferrau an dem gezeigten Punkt stand. Dann legte er die Arme um ihn und drückte ihn lange.

»Es tut mir leid, dass ich körperlich werden muss, aber mir fehlen die Worte. Darauf war ich nicht vorbereitet. Es ist überwältigend. Was für eine charmante Idee mit dem rosengekrönten Luftschiff. Olivie wird bezaubert sein, wenn sie es sieht. Ich bin gespannt, was sich darin befinden wird. Die Kleider, die du für mich ausgewählt hast, gefallen mir nicht nur, ich bin begeistert. Sie sind auf der Skala zwischen verspieltem Prunk und geradliniger Eleganz genau am richtigen Punkt platziert. Die dunkelviolette Farbe gefällt mir ausgesprochen gut und der Samt mit den hellen Borten sieht edel aus. Die Ringe werden Olivie gefallen und der Anhänger vermutlich noch mehr. Was für eine wunderbare Idee mit der echten Rose darin. Greg werde ich den ersten Buchanhänger schenken, den weißen mit dem Herz. Dieser Anhänger passt am besten zu ihm. Ich denke, er wird die Geste verstehen. Die anderen beiden werde ich aufheben und zu anderen Zeitpunkten verschenken. Der grantige Linhard wird sich über ein praktisches Geschenk sicher am meisten freuen, das hast du gut erkannt.«

Er küsste Ferrau auf die Wange, ehe er ihn wieder losließ.

»Magst du Tätowierungen? Dreaux und Greg sind undankbare Narren, was ihre Domestiken anbelangt. Aber ich werde mich sicher nicht darüber beklagen, dass du nun in meinem Dienst stehst. Ich bin froh, dass ich dich habe. Am Ende habe ich mit Zerbino genau so einen Glücksgriff gelandet. Ich bin gespannt, was er noch an versteckten Talenten offenbaren wird. Du für deinen Teil bist wie ein Magier mit einem Zauberhut, jeden Tag ziehst du eine neue Überraschung hervor. Oh und die paar zusätzlichen Kilo stehen dir gut. Komm bloß nicht auf die Idee, eine Diät zu machen, falls jemand was sagt. Du darfst mich nun für die Hochzeit fertig machen und dann gehen wir zu meinem Vater. Ah, moment.«

Er suchte kurz Zerbino in seiner Kammer auf.

»Bitte geh nach Alexandre schauen. Du darfst ihn in meinem Namen herbeordern lassen und ihn hier in meinen Gemächern auf die Hochzeit vorbereiten, während ich mit Ferrau bei meinem Vater bin.«
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Linhard von Hohenfelde

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#20

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Do 3. Mai 2018, 18:56

Linhard hatte eigentlich vor zu Kasimir zu gehen um sich für seinen Hochzeitstag zurecht machen zu lassen. Aber vorher hatte er noch jemand anderen aufzusuchen. War ihr neues Motto nicht, niemand wandte sich gegen die Familie, sonst wandte sich die Familie gegen Dich? Genau gegen den Grundsatz den er selbst aufgestellt hatte, hatte er verstoßen. Zwar wusste Archibald nicht dass er ein Familienmitglied war, aber Linhard wusste es.

Die Eheschließung wollte Linhard auf alle Fälle noch vollziehen, danach würde er Archibald die Wahrheit darüber erzählen, was er getan hatte. Sollten die Götter entscheiden, was danach geschah. Wenn Archibald ihn holte, dann war dies nur gerechtfertigt. Dann hätte die Familie Hohenfelde ein weiteres ihrer Mitglieder als Opfer verschlungen.

Linhard war das Lügen, das Verschweigen und die langen Messer leid.

Brandur sein Paps hatte Recht damit, dass der alte Weg völlig vernichtet werden musste. Aber das Gespräch mit Ciel hatte ihm offenbart, dass der Weg genauso in ihm weiterlebte, wie in fast jedem anderen Hohenfelde. Es war nicht das übermächtige Grauen dass von manchen einzelnen Familienmitgliedern ausging, nein vielmehr war es das kleine versteckte Böse, über dass die Hohenfelde hinter vorgehaltener Hand sogar noch lachten, während anderen schon längst das Lachen vergangen war.

Er musste als Familienoberhaupt als Erster den Arsch in der Hose haben, zu seinen Taten zu stehen und vor der Familie völlig offen und ehrlich zu sein.

Die Zeit der Lügner, Verschweiger, Schleicher und Betrüger war vorbei. Es war an der Zeit sich ein Rückgrat zuzulegen. Einfach würde er es Archibald nicht machen, aber das Ergebnis eines ernsten Kampfes zwischen ihnen beiden stand fest. Sollte er daran scheitern und Archibald ihn dafür umbringen, dann sollte es so sein. Entweder starb der alte Weg durch seine Ehrlichkeit oder er selbst starb und mit ihm der neue Weg.

Es blieb schließlich in der Familie... wie seit Angebinn ihrer Zeit.

Linhard begab sich zum Stall und ritt mit Noir ein Stück nach Beaufort hinein, da die Vampire in einer Pension untergebracht worden waren. Den Vampiren war der Aufenthalt am Hofe verwehrt geblieben. Lin schaute sich den geschmückten Ort an, die Wimpel und Banner, die Menschenmassen die bereits um diese Zeit unterwegs waren um einen guten Platz zu erhaschen und bewunderte das Luftschiff das über dem Hof schwebte.

Lin betrat das finstere Quartier von Archibald. Seine Augen benötigten einen Moment um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Verdutzt schaute sich Linhard um, da Archibald nicht anwesend zu sein schien, er lag nicht im Bett und sonst war er auch nicht zu sehen. Im selben Moment spürte er wie jemand hinter ihm stand.

"Guten Morgen... Li-La...", säuselte Archibald in Linhards Ohr.

In dem Augenblick war Linhard froh über seine Glatze, ansonsten hätten ihm die Nackenhaare zu Berge gestanden, als er Archibalds eisigen Atem auf der Haut spürte. Er fragte sich, wie sich Archibald in so einem winzigen Raum verstecken konnte. Zudem bewegte sich der Kerl dermaßen leise, dass es schon eine Frechheit war.

Aber Lin ließ sich nichts anmerken, sondern drehte sich mit einem strahlenden Lächeln um. Soviel zum Thema Heuchler, schoss es ihm durch den Kopf.

"Morgen Archi...", gab Linhard gut gelaunt zurück.
"Was treibt Dich her? Doch wohl nicht die Sehnsucht nach mir...", gibbelte Arch und setzte sich aufs Bett.

"Jein, könnte man sagen. Ich möchte mit Dir nach meiner Hochzeit über etwas Vertrauliches reden. Aber erst danach. Du musst mir versprechen, mir bis zum Ende zuzuhören", bat Linhard ernst.
"Ich bin Dein erster Mann, ich höre Dir zu. Was hast Du angestellt?", schmunzelte Arch.

"Nichts! Nicht was Du vermutest Arch", gab Lin zurück und hockte sich neben ihn.
"Oh... ich verstehe! Nach der Hochzeit! Ist noch früh am Morgen, da bin ich noch nicht wach! Du möchtest dass die Erbfolge greift! Hohenfelde-Gedanken, ganz der Opa... würdige Li-La, absolut würdig, mein Kleiner! Das hätte ich Dir gar nicht zugetraut, schau an....

Dein Mann soll Duc werden richtig? Ich soll die Linie runter bis auf Greg bereinigen. Ich denke mir einen schönen Unfall für die Familie aus, wo sie alle den Arsch zu machen, so dass nur Dein Liebster übrig bleibt... Keine Sorge... in sowas bin ich Profi... dauert aber was... gedulde Dich. Ein Jahr Minimum Li-La, ansonsten fällt der Plan auf Dich zurück... Ungeduld rächt sich bei solchen Großeinsätzen immer...",
grinste Arch und entblößte dabei seine messerscharfen Zähne.

"Was?!? NEIN! Du sollst mir nur versprechen, dass wir zwei uns zu einem vertraulichen Gespräch zusammensetzen und Du mir von Anfang bis zum Ende zuhörst, bevor Du handelst. Und das Thema Duc, vergiss so schnell wie es Dir gekommen ist Archibald. Nebenbei eine Aufgabe habe ich für Dich. Du wirst Greg vor jedem beschützen, gleichgültig ob ich da bin oder nicht. Du wirst ihn mit Deinem Leben verteidigen. Habe ich Dein Wort darauf?",
fragte Linhard.
"Das klingt alles sehr theatralisch... Mach es nicht so spannend Lin. Aber von mir aus... reden wir und ich höre mir komplett an was Du zu sagen hast Lin. Bezogen auf Deinen Mann - geschworen. Ich werde ihn beschützen", stimmte Archibald zu.

"Gut, Danke", sagte Linhard.

Er stand auf, drückte Archibald kurz, so dass dieser ihn verdattert anstarrte und verließ das Quartier wie die Pension. Nun galt es sich für die Hochzeit fein zu machen.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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