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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Di 17. Okt 2017, 18:00 
Freiherr
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Volk: Naridier (Almane)
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„Entenbraten ist nicht fettig, sondern nahrhaft“, belehrte Brandur, während er etwas sehnsüchtig die Stockenten betrachtete, die in dem Wasserbecken gründelten. „Dosiert genossen ist Fleisch nicht gesundheitsschädigend, sondern kräftigend.“ Brandur brachte das abgenagte Kerngehäuse, welches unter Rakshanern auch als 'Grieps' bekannt war, auf den Kompost, anstatt es irgendwo auf den Boden zu werfen und achtete darauf, dass auch Lin das tat. Schließlich war er ein alter Mann und musste bei Kräften bleiben. Erst nachdem er auch noch in Ruhe einige Beeren und Nüsse verzehrt hatte, führte Brandur seine beiden Gäste ins Innere der Burg. Er suchte sich zuerst seinen Ersatzgehstock, da ihm inzwischen der Rücken wieder weh tat von dem vielen Gelaufe.

Er begann bei den oberen, freundlichen Etagen, von wo aus er Linhard und Dunwin immer weiter in die Tiefe führte bis zum Allerheiligsten. Oben gab es viel Licht, die Fenster und Türen waren weitestgehend intakt und in den meisten Räumen stand noch das verstaubte Mobiliar.

„Hier trinke ich gern Tee. Ich schätze die wohnliche und freundliche Atmosphäre dieses Raums, auch wenn nach Kasimirs Meinung hier zu viele unterschiedliche Farben und Muster verwendet wurden. Auch gefällt mir die bemalte Tapete mit der Familie im Garten. Ich wüsste gern, ob dies die Familie des ehemaligen Burgherrn ist oder eine fiktive Familie. Ich stelle mir gern vor, dass sie hier einst lebten.“

Im ersten Kellergeschoss zeigte er ihnen den Sezierkeller. Er war sauber und aufgeräumt, es lagen momentan keine Leichen oder Leichenteile hier. Die befanden sich im Lager oder waren bereits verbrannt worden.

„Mein Arbeitszimmer“, sagte er nur und wartete, damit sie sich in Ruhe umschauen konnten. Er zeigte ihnen auch alle anderen Orte, die mir seinen nekromantischen Praktiken verbunden waren. Die Feuerstelle, die er sein Krematorium nannte, die Knochengrube für jene Überreste, die sich nicht verbrennen ließen, das Gerüst zum Trocknen von Fleisch, die Vorräte von Trockenblut für Kasimir.

„Einen Vampir zu ernähren in so einer abgeschiedenen Gegend ist schwierig. Dennoch möchte ich auf Kasimirs Dienste nicht verzichten. Er kann nicht das Blut von Toten trinken, meine Probanden müssen noch leben, wenn sie zu mir kommen. Ich leite ihr Blut aus dem noch lebenden Körper und dies ist gleichzeitig meine Art, sie zu töten. Ich halte es für human, es ist nur ein kleiner Schnitt und sie werden immer müder, vielleicht ist es, als würden sie einschlafen. Trotz allem bevorzuge ich eine ethische Art Nekromantie, auch wenn das paradox klingen mag. Das getrocknete Fleisch spare ich für Ghule auf, als Tauschobjekt für die Rakshaner.“

Nachdem er ihnen alles gezeigt hatte, all die verwinkelten Gänge und Nebenräume, blieb er vor dem einen der einzigen beiden Räume stehen, welchen sie noch nicht gesehen hatten. Der eine war hier, der andere am anderen Ende des Kellers. Diesen würde er ihnen nicht zeigen, denn darin wartete Viola auf seine Rückkehr.

Doch diesen hier …

„Linhard. Nimm die Kette zur Hand. Der Anhänger ist ein Schlüssel. Ich habe ihn und das Schloss dazu aus Knochenschmelz geformt, darum hat er diese ungewöhnliche Form und ist ohne Kenntnis kaum als Schlüssel zu identifizieren. Öffne diese Tür. Zuvor darf ich euch beide um Diskretion bitten. Wer sich dazu nicht im Stande sieht, seinen Humor draußen zu lassen oder unangebrachte Äußerungen zu verkneifen, sollte nun gehen.“

Er sagte dies drohend, denn er war sehr nervös. Brandurs Herz klopfte ihm bis zum Halse. Dieser Raum war nie für andere Augen als die seinen bestimmt gewesen und lediglich Kasimir hatte sonst noch je von ihm wissen sollen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Di 17. Okt 2017, 20:41 
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Linhard aß wie üblich sein Obst komplett auf, das einzige was er wegzuwerfen hatte, war der Stiel der Birne. Während sie durch die Nachtburg schritten, hörte Linhard Brandur aufmerksam zu. Er widersprach seinem Großonkel nicht zu der These, dass Entenfleisch kräftigend sei, er kannte es nur als Dickmacher, also mied er es.

Zwar hatte sein Vater seine Hand schützend über ihn gehalten, aber dennoch war Lin in eine Welt aufgewachsen, wo ein Gramm zu viel auf den Rippen den Tod bedeuten konnte.

Entweder, da er dann zu unbeweglich war unter all den anderen Meuchlern, oder da er zu schwerfällig war um die nötige Flucht zu bewerkstelligen. Dass er über eine gute Kondition verfügte hatte er eindeutig bewiesen, ihm war es gelungen seinen Vater in Schach zu halten und sogar niederzuschlagen und die anschließende Flucht war ihm ebenso geglückt.

Ging es also nach Linhard, würden die Enten höchstens an Altersschwäche sterben, aber nicht als Braten auf seinem Teller landen.

Brandur führte sie durch die Burg, führte sie durch sonnengefluteten Räumen in denen verstaubte Möbel standen. Der Staub tanzte in der Luft und kitzelte in der Nase. Brandur erklärte ihnen, dass er hier gerne Tee trank und die bunten Farben ihn nicht störten. Lin sah es ebenso, etwas Farbe im meist trüben Alltag konnte nicht schaden. Sie hob die Stimmung.

Auf den Hinweis Brandurs hin, musterte Linhard die Familie im Garten, welche die Tapete schmückte. Sie sahen glücklich aus, vielleicht hatten sie hier einst gelebt, bevor der Krieg sie vertrieben oder ihnen das Leben genommen hatte.

Linhard hoffte, dass es die Familie tatsächlich gab, so glücklich wie sie aussah und dass sie ohne in die Wirren des Krieges zu geraten hatten fliehen können. Lautlos wünschte er ihnen wo immer sie waren unbekannterweise viel Glück.

Sie blieben nicht lange in den oberen Etagen, sondern stiegen in der Burg hinab. Es war eine seltsame Marotte seiner Familie sich in dunkeln Gemäuern niederzulassen. Vielleicht wurden Nekromanten von düsteren Orten angezogen, Lin wusste es nicht mit Gewissheit zu sagen, aber sein Vater und sein Großonkel schienen genauso gerne in der Dunkelheit zu leben, wie der restliche Großteil ihrer sehr seltsamen Familie.

Der vampirische Leibdiener war bei diesem Lebensstil schon fast eine Normalität.

Ein gewaltiger Unterschied bestand allerdings zwischen Brandur und Ansgar, Brandurs Arbeitszimmer war sauber und aufgeräumt, während das Arbeitszimmer von Linhards Vater aussah wie ein Schlachhof.

Brandur erklärte wofür die einzelnen Apparaturen nötig waren, aber Linhard wusste damit nichts anzufangen. Dunwin schien es ähnlich zu ergehen, er musterte die meisten Dinge interessiert aber er schien keine Ahnung zu haben, worum es sich dabei handelte.

"Kann ein Vampir Blut von Tieren trinken? Dann solltet Ihr hier vielleicht Kaninchen züchten, die Kasimir als Nahrung dienen könnten. Das Fleisch wäre doch immer noch genießbar, dass vermute ich jedenfalls", erklärte Lin freundlich.

Sie wanderten weiter, bis Brandur vor einem Raum stehen blieb und sie sehr gewichtig musterte. Lin schaute ebenso ernst zurück, denn Brandur würde nicht grundlos so eine ernste Miene aufsetzen. Sein Großonkel bat ihn darum die Tür mit dem Knochenschlüssel zu öffnen.

"Wie Du wünscht Brandur", sagte Lin und zog den Schlüssel unter seinem Hemd hervor.

Doch bevor er aufschloss, wies Brandur sie darauf hin, dass bezogen auf den Inhalt dieses Raumes diskret sein sollten. Nun was immer es war, Linhard würde ganz gewiss nicht darüber lachen. Jeder hatte so seine kleinen Geheimnisse, er hatte diese ebenso wie Brandur oder wie sie Dunwin zu Lebzeiten ebenfalls gehabt hatte.

"Diskretion ist Dir gewiss Bruder... Wir wissen zu Schweigen Brandur...", antwortete Dunwin.
"Du hast unser Wort Brandur, wir lachen nicht, wir schweigen", stimmte Linhard Dunwin zu.

Der junge Naridier steckte den knöchernen Schlüssel ins Türschloss, schloss den Raum auf und öffnete die Tür.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Di 17. Okt 2017, 21:13 
Freiherr
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Volk: Naridier (Almane)
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Brandurs sonst sehr neutraler Gesichtsausdruck hatte sich geändert, als er das Geräusch des Schlüssels vernahm. Er entfachte mehrere Kerzen, keine Öllampe, um eine andächtige Atmosphäre zu schaffen. Danach verschränkte er die Hände hinter dem Rücken, damit man keine eventuellen nervösen Bewegungen seiner Finger sah.

Dieser Raum war eingerichtet wie ein Wohnzimmer, sehr viel wohnlicher und üppiger ausgestattet, als man in diesem finsteren Keller erwartet hätte. Das Bemerkenswerte waren jedoch die Gestalten, welche auf mehreren Sofas und Sesseln um einen Tisch saßen. Darauf stand ein Teeservice. Auch ein Stubenwagen mit Himmelchen war in dem Raum.

„Tretet ein“, sagte Brandur mit belegter Stimme. "Es gibt keinen Anlass zu schweigen. Ich spreche hier sehr oft.“

Es waren aus Knochen geformte Puppen, so lebensecht, wie es nur ging. Man sah, dass er sehr viel Zeit für ihre Gesichter genommen hatte. „Darf ich vorstellen, meine Familie. Meine Frau Magdalena. Aster, meine Geliebte. Meine Kinder. Das hier ist Gerwolf, lieber Linhard. Nun siehst du, wie ähnlich du ihm siehst. Solveig, mein liebes Mädchen. Und Ragnvald.“ Er nahm vorsichtig die Puppe eines kleinen Kindes aus dem Stubenwagen, hielt sie so im Arm, als wäre sie lebendig und trug sie mit sich, während er langsam durch den Raum schritt. „Ragnvalds Amme, damit er nicht so allein ist. Und hier drüben, das sind Kunwolf und du, Dunwin.“

Die beiden Brüder saßen nebeneinander, beide hatten so offene und freundliche Gesichtszüge, wie keiner von ihnen sie je als Erwachsener zur Schau getragen hatte. Ansonsten waren sie ausgesprochen lebensnah dargestellt. Ein dritter Platz auf ihrem Sofa war leer.

Man sah Brandur an, dass er sehr um seine Beherrschung rang. In der Nähe von Dunwin und Kunwolf waren ihre Ehefrauen, soweit bekannt auch die Geliebten, und auch ihre Kinder. Brandur stellte sie der Reihe nach vor. „Ansgar. Davard. Anwolf. Linhard.“ Anwolf und Linhard waren als Kinder dargestellt.

Jede der Puppen trug standesgemäße Kleidung und hatte bewegliche Gelenke bis hin zu den Fingern. Die Körper waren weich und ausgestopft, nur die Gliedmaßen und freundlich lächelnden Gesichter aus weißem Knochenschmelz. Sie alle trugen Perücken, die ihre natürlichen Haare imitierten.

Brandur setzte sich hin, mit Ragnvald auf dem Arm, auf den freien Platz neben Kunwolf und Dunwin.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Mi 18. Okt 2017, 09:06 
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Linhard betrat gemeinsam mit Dunwin den Raum. Zeitgleich hatte er das surreale Gefühl überhaupt nicht einen Raum zu betreten, sondern ein Gemälde oder eine uralte Erinnerung.

Dabei handelte es sich nicht um die Spiegelung oder Wiedergabe einer tatsächlichen Begebenheit, sondern dieses Stillleben zeigte ein Abbild dessen, wie es hätte sein können... hätte sein sollen.

Brandur sagte ihnen, dass sie hier durchaus sprechen durften, aber Lin hielt das im ersten Moment für unangemessen. Fast so, als könnte ein einziges falsches Wort die Szenerie zerstören, die er sich selbst stets für seine Familie gewünscht hatte.

Alle waren im Einklang beisammen und sie sahen so glücklich aus, wie er die meisten nie zu Lebzeiten gesehen hatte. Als saßen hier in diesem Raum jene Teile der Seele der Personen, die man ihnen geraubt oder stets vorenthalten hatte.

Linhard trat neben Brandur und lauschte den Namen und schaute sich jede einzelne Person ganz genau an. Er konnte sich an die meisten gar nicht erinnern, dabei musste er einige zu Lebzeiten gekannt haben, wenn auch als kleiner Junge.

Er unterdrückte den irrationalen Drang die Abbilder seiner Verwandten zu grüßen. Linhards Blick blieb an Gerwolf hängen.

Gerwolf sah ihm dermaßen ähnlich, dass sie gut als Brüder durchgegangen wären. Lin verstand warum Brandur seinen Sohn in ihm sah. Nun sie sahen sich alle recht ähnlich, aber dies war dem Umstand geschuldet, dass sich seine Familie stets in einem sehr eng begrenzten Personenkreis kreuzte.

Sie konnten dabei von Glück sagen, dass weder in ihrer Familie noch Sippe anatomische oder optische Anomalien gab. Das Gegenteil war der Fall, ihre Angehörigen waren meist schlank und hochgewachsen. Man konnte die meisten durchaus als gutaussehend bezeichnen.

So wie man bei einigen Sippen sofort an bestimmten deformierten Körpermerkmalen erkannte, welchem Adelsgeschlecht sie angehörten, so sah man dies ebenso bei den von Hohenfelde, von Wigbergs und von Eibenbergs. Sie ähnelten sich zu sehr, als dass dies einem Zufall hätte entspringen können.

Die Anomalie ihrer Sippe war weitaus gravierender als jede optische Dysgenesie. Ihre Abnorm lauerte als tödliche Gefahr in ihrem Blut und zeichnete krankhaft ihren Geist.

Lin fragte sich, wie diese Verwandten wirklich gewesen waren und ob sie diesen Zustand jemals würden erreichen können, den diese Puppenfamilie einem unerfüllten Traum gleich widerspiegelte.

Linhard hoffte es sehr.

Der Anblick dieser Familie, die die seine hätte sein sollen, schmerzte ihn sehr.
Lin streckte die Hand nach dem Kleinen auf Brandurs Arm aus, hielt aber mitten in der Bewegung inne - dies war nicht sein Abbild oder sein Traum, die Berührung stand ihm nicht zu.

Linhard musterte sie alle ganz genau und blieb einen Moment vor seinem Vater stehen. Er spürte einen Stich im Herzen, ihm hier gegenüber zu stehen.

Es war eigentlich alles so einfach und dennoch war es so unsagbar schwer - wie sollten sie die Mauer aus Generationen von Schweigen, Hass und Morden durchbrechen?

Er schenkte dem Abbild seines Vaters ein kurzes Schmunzeln, ebenso dem von Dave. Sein Onkel hatte sich auf seine Art stets um ihn bemüht, hatte sich letztendlich aber doch seinem Bruder gebeugt und ihn angegriffen.

Unbewusst fiel Linhards Blick erneut auf Ansgar und er ballte ohne es zu merken eine Faust in der Tasche, ganz so als hätte er vor auch der Puppe einen Kinnhaken zu verpassen, der sie zu Boden schicken würde.

Lin schüttelte den Kopf und war damit wieder im Hier und Jetzt, obwohl dieser Ort völlig aus der Zeit losgelöst zu sein schien.

Er stellte sich neben Dunwin der stumm und mit starrem Blick seinen ältesten Bruder musterte. Linhard konnte den Blick nicht deuten, er versuchte Dun eine Hand auf die Schulter zu legen, aber sie glitt einfach durch den Geist hindurch.

Dunwin wandte ihm das Gesicht zu, etwas Wehmütiges lag in seinem Blick. Entschuldigend zuckte Lin die Achseln.

"So hätte es sein können nicht wahr?", flüsterte der Geist und machte eine allumfassende Geste.
"Ja. So hätte es sein sollen", antwortete Linhard.

Dunwin nickte zustimmend, wandte sich von Kunwolf ab und wandte sich seinen Kindern, seiner Frau und seiner Geliebten zu. Er strich Ansgar und Dave über die Wange und musterte Melisande eine Zeit lang.

"Ich war ungerecht zu ihr... schlimmer noch als ihr eigener Vater...", sagte er tonlos.
"Ich weiß, sie fürchtet Dich noch heute", gab Linhard zurück.

"Diese Melisande nicht... was mich seltsam berührt...
Sie wurde von ihrem Vater genauso verkauft wie ich es wurde...
Sie trägt keine Schuld... sie trug meine Kinder aus...
Meine Kinder... ich nannte sie nie so...
Ich wünschte sie hätten die Gabe nicht besessen... es wäre anders gekommen...
Seltsam... wo ich Euch als Kinder sehe... Anwolf war nie ein Enkel für mich...
Aber Du Lin... schon immer... das weißt Du... Du hast es gefühlt... so wie ich...",
erklärte Dunwin erstaunlich sachte.

"Irgendwann wird es so sein, zwar werden wir nicht als Vorbild für diese Abbilder dienen, aber wir haben ihnen den Weg bereitet, dann wird dass nicht ein Abbild oder ein Gemälde sein, sondern es wird Tatsache sein... die Wahrheit.
Wir können nur nach vorne schauen Dun, was bleibt uns anderes übrig?

Keiner von uns wünscht sich die Dunkelheit in der wir leben und dennoch leben wir in ihr und leben sie aus. Das ist nicht nur verrückt, dass ist paradox. So wie hier gezeigt kann es doch werden, wenn wir nur wollen",
antwortete Linhard und schaute sich Brandurs Familie an.

"Nun deshalb bist Du hier...
Damit es so wird und kein Traum bleibt...
Gleichgültig ob dieser Wunsch in Form von Statuen Gestalt annahm...
Oder von Zeichnungen... nicht wahr?",
schmunzelte der Geist.

"Richtig, aber die Zeichnungen sind verloren. Sie liegen Zuhau... bei Ansgar.
Er hat sie vermutlich ohne es zu wissen in den Kamin geworfen. Sie lagen zwischen meinen Trainingsaufzeichnungen. Er wird vermutlich alles verbrannt haben, was mir gehörte, bis auf meine Pferde... Das hoffe ich für die Tiere. Es waren gute Wesen, treue Tiere. Sobald mein Geld für ein Pferd ausreicht, werde ich mir eines kaufen",
flüsterte Linhard.

"Unsere Finanzen mögen das nicht hergeben, aber die von Wolfram gewiss...
Ich werde ihn darum bitten... für Dich...
Ergeht es Dir auch so, dass Du Dich selbst nicht anschauen kannst? Irgendwie bin ich mir unheimlich... nicht zu fassen
", sagte Dun.

Linhard musste trotz der Situation lachen. Das Lachen tat gut und befreite ihn von seiner inneren Anspannung. Er grinste seinen gespenstischen Großvater breit an.

"Ja das ist komisch, aber dann lass es doch und hör auf Dich selbst anzustarren", gab Linhard gut gelaunt zurück und stellte sich neben Brandur, der mit dem Kleinen Platz genommen hatte.

"Danke für Dein Vertrauen, es ist wunderschön...so hätte es sein sollen", sagte Lin ergriffen.
"Ich schließe mich seiner Beurteilung an...", stimmte Dunwin zu.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Do 19. Okt 2017, 21:55 
Freiherr
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Volk: Naridischer Almane
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Wolfram aß schweigend seinen Eintopf, während Marlo seine Gedanken mit Kasimir und ihm teilte. Kasimir verabschiedete sich und machte sich auf den Weg in den Keller.

"Eine Liebesehe mag das Non-Plus-Ultra aller Beziehungen sein Marlo, aber ich werde mich dazu nicht äußern, geschweige denn mir Gedanken darum machen. Das ist ein Thema zu dem ich leider nichts dazu beitragen kann. Dir sei es von Herzen gewünscht und gegönnt.

Da wir morgen nichts zu erledigen haben, kannst Du gerne ausschlafen. Ich werde mich wie immer um meinen Garten kümmern. Du kannst mir ja später dabei etwas Gesellschaft leisten, falls Du möchtest. Ich wünsche Dir eine angenehme Nachtruhe, bis morgen früh Marlo",
sagte Wolfram freundlich.

Wolf stand auf und begab sich an der kleinen Küche vorbei in sein angrenzendes Schlafzimmer. Müde und etwas verwirrt von dem Gespräch setzte er sich aufs Bett. Er hatte Kasimir versprochen seinem Herrn Bescheid zu geben, dass er sich in Sicherheit befand und diese Bitte würde Wolfram auch erfüllen.

Wolfram machte es sich in seinem Bett gemütlich, mummelte sich in die Decken ein und ließ sich in den Nexus fallen. Er suchte Brandurs Farben und nach einiger Zeit hatte er sie auch gefunden.

`Grüße Brandur, ich bin es Wolfram. Dein Leibdiener Kasimir befindet sich in meiner Obhut. Bei Deiner Flucht hast Du den guten Kasimir leider vergessen. Ich habe mich seiner angenommen und ihn gerettet, da er sich gerade an Ansgars Leibdiener gütlich tat.

Wie dem auch sei, Kasimir ist bei mir in Sicherheit. Wir konnten gemeinsam fliehen, ich allerdings nur indem ich mir ein Pferd aus Ansgars Stall ausgeliehen habe. Keine Ahnung wem das Pferd gehörte, aber es ist ein gutes Tier. Vielleicht vergesse ich meine gute Kinderstube und dass ich es mir geborgt habe und behalte es.

Marlo hat sich uns unterwegs angeschlossen. Wo Massimo abgeblieben ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Einladung steht noch immer, Du kannst uns also gerne besuchen kommen. Pass auf Dich auf. Grüße von Kasi, Marlo und mir´,
übermittelte Wolfram.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2017, 19:48 
Junker
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Die Handelsallianz (1) Rote Laterne (1)
Marlo

schlang seine Suppe herunter, aber nicht weil er so hungrig war, sondern um sich selber das Maul zu stopfen. Die Worte und Wahl von Wolfram waren aus einer Einsamkeit geboren, die sich Marlo nicht vorstellen konnte. Alles was er ihn jetzt sagen würde, würde die Sache entweder viel schlimmer machen, oder ihre Freundschaft zerstören. Beides wollte Marlo nicht. Aber Marlo wusste, egal was er gleich tun würde, die Worte von Wolfram würden ihn verfolgen. Und wenn er sie zur Seite schob, dann sah er Wolf in den Zuber sitzen und fragte sich wie es sich anfühlte ihn in die Laken zu drücken und ihm zu zeigen was er verpasst hatte. Aber genau dass war die Lüge. Er würde eine Frau heiraten und eine Familie gründen damit seine Linie erhalten blieb. Genau dass hatte er bis vor kurzen noch vorgehabt. Bis zu den Tag, wo er auf die Hochzeit eingeladen worden war.
Wolfram war die freundlichste Person die Marlo kannte. Er war friedlich, er war freundlich und er war alles andere als verrückt. Er war durch und durch ein guter Kerl, keinen den sich einer nebenbei halten sollte. Und das was Wolfram sagte, machte Marlo klar, dass Wolf das selber nicht dulden würde. Er entsagte lieber allen, anstatt sich mit Reste zufrieden zu geben, die ihm dann irgendwer noch wegnahm. Das war wahre Würde und Marlo kam sich schäbig dabei vor überhaupt an sowas gedacht zu haben. Er sollte sich eine Scheibe von Wolframs Stolz abschneiden.
Marlo fühlte sich von Wolframs Worte nicht abgeschreckt. Er fühlte sich herausgefordert von Wolf. Einerseits selber völlig zu sich zu stehen und andererseits diesen Mann zu erobern und zu behalten. Marlo lag ein Fluch den Lippen, für den ihn Wolfram vermutlich über die Felsenabsperrung geworfen hätte. Aber das war gleichgültig, er würde kämpfen. Und kämpfen konnte Marlo, er war hartnäckig was das anging. Er musste es vorsichtig angehen wie bei einen scheuen Tier, da Wolfram vermutlich überhaupt nichts wusste. Zuerst musste er ihn dazu bringen seine Nähe zu dulden.
Wenn das klappte, dann konnte Marlo weitersehen.
Marlo dachte gerade nach, da stand Wolfram auf und ging. Weit lief er nicht. Er drehte sich um, ging links an den Küchenkamin vorbei und schon stand er in seinen winzigen Schlafzimmer. Marlo wartete geduldig, mindestens eine Viertelstunde wartete er ab. Dann folgte er Wolfram ins Schlafzimmer. Der Magier hatte es sich im Bett bequem gemacht.
Da er sich mitten ins Bett gelegt hatte, schob Marlo Wolf einfach ein Stück zur Wand und legte sich neben ihn. Vorsichtig kroch er mit unter die Decke und zog sie dann über sie beide hoch. Wolfram rührte sich kein Stück, er tat gar nichts. Vorsichtig strich Marlo ihm über den Kopf und in dem Moment fing er an zu schnarchen. Super.
Marlo sprang aus dem Bett, kramte ein dicken Überwurf aus seine Sachen, zog es an und schlüpfte wieder unter die Decke. Dann verbrachte er eine Ewigkeit damit, neben Wolfram zu liegen und an die Decke zu starren, ohne dass er einschlafen konnte. Seine Wärme machte es Marlo nicht leicht einfach einzuschlafen.

"Ist nicht deine Schuld Wölfchen. Die Scheiss Kälte vom Herbst und die lange Reise hat uns fertig gemacht. dazu sagt man wohl unglückselige Verbindung. Ab Morgen wird alles besser für dich, du wirst es schon sehen. Es kann für immer halten. Versprochen. Schlaf schön."

Marlo wälzte sich herum. Es gelang ihm ein Stückchen Platz im Bett zu finden, ohne an Wolfram gequetscht zu liegen, obwohl er dabei aus dem Bett herauszufallen drohte. Wolf sollte es bequem haben und sich nicht bedrängt fühlen.
Wolf wälzte sich im Tiefschlaf herum, rammte Marlo dabei seinen Ellenbogen ins Brustbein und schmiegte sich dann sabbern an ihn. Marlo bracht der Schweiss aus. Er konnte es echt nicht glauben, nachdem er den grössten Teil vom Tag in Vorfreude auf so ein Augenblick gewartet hatte, passierte ihm sowas.
Marlo wechselte die Position und rieb sein Brustbein. Einst fürchtete er Wolfram, bevor er ihn persönlich kennenlernte. Die Verwandten hatten viel Scheisse über Wolfram geschwatzt. Aber jetzt nachdem er ihn so persönlich kennengelernt hatte, wollte er ihn gerne zum Gefährten haben. Marlo war bereit für einen Kampf ohne Waffen nur mit Überzeugung. Und er hoffte inständig, dass Wolfram sich besiegen lassen würde und seinen Widerstand aufgab. Ein schmerzendes Brustbein war gar nicht so schlimm, wenn man an einen heißen dampfenden Zuber dachte.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2017, 22:47 
Freiherr
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Volk: Naridischer Almane
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Wolfram wachte mitten in der Nacht auf. Ihm war viel zu warm und er hatte überhaupt keinen Platz in seinem eigenen Bett. Grantig wälzte er sich mit Schwung herum und knallte mit dem Gesicht vor Marlos Brustmuskeln.

Die erste Reaktion die ihm einfiel war, Marlo mit Schwung aus dem Bett zu stoßen, so dass der dreiste Kerl sehr unsanft auf dem Arsch oder Kreuz landen würde. Allerdings war Wolfram niemand, der anderen bewusst schadete. Und da Marlo schlief, war er momentan nicht nur wehrlos, sondern auch völlig arglos.

Er musterte seinen Zaungast, der es sich in seinem Bett gemütlich gemacht hatte. Marlo hatte bewusst etwas Abstand zu ihm gelassen und lag so gerade noch auf der Bettkante. Zudem hatte er sich in einen Überwurf gehüllt um ihm genug Decke zu lassen, oder sogar um ihn mitzuwärmen. Wolfram konnte nur spekulieren, aber gleichgültig zu welchem Ergebnis er kam, Marlo hatte für ihn mitgedacht und sich gekümmert.

Wolframs Ärger verflog bei dem Anblick des schlafenden Marlo. Er gähnte lautlos und presste sich eine Hand auf den Mund um Marlo nicht zu wecken. Die Gesellschaft von Marlo war nicht unangenehm, auf alle Fälle fror er nicht.

Marlo hatte sich keine Dreistigkeit erlaubt, er war anständig und fürsorglich gewesen, es gab keinen Grund ihn aus dem Bett zu schmeißen, dachte sich Wolfram. Im Gegenteil, es sprach nichts dagegen, dass er die Wärme genoss. Wolfram gähnte erneut, schmatzte müde und legte sich wieder hin. Dabei deckte er Marlo mit zu.

Er musterte noch einen Moment den anderen und fragte sich, weshalb dieser eine Hand auf sein Brustbein gepresst hielt. Einen weiteren Augenblick später war Wolfram wieder eingeschlafen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: So 22. Okt 2017, 10:19 
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Volk: Vampir [Lichtalb]
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Kasimir, dem mit seinem Fledermausgehör selbstredend nichts entging, flatterte durch die Gänge. Jemand hatte von außen das Schlafgemach des Herrn Wolfram geöffnet, schleichend. Er musste sofort nach dem Rechten sehen! Noch bevor Marlo die Tür hinter sich schloss, flutschte die Fledermaus hochkant durch den Spalt und klemmte sich über dem Schrank an die Zimmerdecke. Wenn Marlo den freundlichen Herrn bedrohte, würde er eingreifen! Marlo legte sich unverschämt in dessen Bett, aber er berührte ihn nicht. Trotzdem blieb Kasimir da hängen und wachte.

Irgendwann öffnete Wolfram von selbst die Augen, bemerkte Marlo und es schien für ihn in Ordnung zu sein, dass er da lag. Nun gut, Kasimir konnte ja nicht wissen, was sie besprochen hatten.

Waren die Vorhänge eigentlich zu? Das waren sie, aber sie waren nicht lichtdicht. Es war vohin schon spät gewesen, er musste zurück in den Keller! Er flog zur Tür und hängte sich an die Klinke. Er war zu leicht, nichts passierte. Er flatterte auf die Oberseite und hüpfte auf der Klinke herum, doch nichts geschah.

Kasimir blieb nichts anderes übrig, als sich unhöflicher Weise in einen unbekleideten Lichtalben zu verwandeln, die Klinke mit der Hand herunterzudrücken, rasch aus der Tür zu treten und sie hinter sich wieder zu schließen, um sich erneut in eine Fledermaus zu verwandeln und zurück in den Keller zu fliegen. Leider lagen seine Kleider noch in Shohiro und man hatte ihm bislang keine neuen angeboten, so dass er die ganze Zeit in dieser tierischen Gestalt verweilen musste.

Dem Diener von Wolfram jedenfalls würde er die Rüge seines Lebens erteilen, weil er nicht bemerkt hatte, dass jemand unbefugt ins Quartier seines Herrn eingedrungen war! Eigentlich gehörte er gebissen und ausgesaugt!

Kasmir fiel fast zu Boden, als ihm bewusst wurde, wie schrecklich ihm seine Gedanken entglitten waren. Sein Bäuchlein knurrte. Aber es war zu spät, um das Haus zu verlassen. Es würde bals dämmern. Er würde nicht weit kommen. Die Fledermaus bekam vor lauter Hunger schlechte Laune. Die Fledermaus flatterte noch einige Male im Kreis, dann raste sie zum Quartier des Dieners. Sie nahm die Gestalt des Lichtalben an, dem inzwischen vor lauter Appetit der Speichel aus dem Mund lief. Er drückte leise die Klinke. Jeglicher Scham und Anstand waren verschwunden. Er sah nur noch den Diener dort liegen und friedlich schlummern. Kasimir schloss die Tür hinter sich, drehte den Schlüssel herum und trat auf leisen Sohlen näher. Der Mann lag auf der Seite. Seinen Namen hatte Kasimir vergessen und er interessierte ihn auch nicht mehr. Er trat von hinten an ihn heran, strich Haar und Kleidung von seinem Hals und biss kraftvoll zu.

Seine Zähne fuhren wie zwei Dolche durch die Halsschlagader des Mannes, sofort schmeckte er Blut. Der Mann schrie auf und gebärdete sich, doch die Zähne hingen fest und der Vampir hatte mehr Kraft als er und spürte, außer was Sonnenlicht anbelangte, keine Schmerzen. Bald wurden die Bewegungen ruhiger. Kasimir saugte ihm das Leben bis auf den letzten Tropfen aus den Adern. Er würde keinen weiteren Vampir in seinem Jagdrevier dulden. Als der Körper blutleer war, warf Kasimir ihn aus dem Bett. Er schloss die Fensterläden, so dass kein Licht hereinfallen würde und legte sich selber in die Schlafstätte, die noch schön körperwarm war, wo er ruhte. Er hatte mehrere Liter Blut getrunken und war überfressen, sein Bauch verdickt und er träge und noch immer im Jagdfieber und nicht klar bei Verstand. Alles, was momentan für ihn zählte, war, dass er gejagt hatte und satt war. Ob Marlo bei Wolfram im Bett lag und sonstwas mit ihm anstellte, war völlig gleichgültig, genau wie der bleiche Leichnam.

Zufrieden vor sich hinlächelnd starrte er an die Wand und wartete darauf, dass das heftige Druckgefühl in seinem Magen sich auflösen und das Blut von seinem Körper verdaut werden würde.

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"Herr, wer euch dient für Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen fällt, läßt euch im Sturm allein." - William Shakespeare
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: So 22. Okt 2017, 20:34 
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Volk: Naridischer Almane
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Wolfram wachte wie jeden Tag in aller Frühe auf. Meist wurde er von Beaunois gegen 05:00 Uhr geweckt, trank eine Tasse Kaffee und ging bereits zu so früher Stunde in den Garten.

Heute allerdings wachte Wolfram von alleine auf. Beaunois schien verschlafen zu haben, oder hatte ihn schlichtweg vergessen. Beides konnte sich Wolfram eigentlich nicht vorstellen, denn Beaunois war ein zuverlässiger Diener.

Müde schälte sich Wolf aus der Decke und warf einen Blick auf den schlafenden Marlo. Der Mann war wirklich dreist. Wolfram hatte ihm eindeutig gesagt, was er von einer Verbindung zwischen ihnen hielt. Aber scheinbar war er nicht deutlich genug geworden.

Marlo verstand nicht, dass er jede Wahl hatte, während Wolf überhaupt keine besaß. Oder vielleicht hatte Marlo ihn auch sehr gut verstanden und einfach nur nicht auf dem Boden schlafen wollen. Vielleicht bildete er sich im Moment mehr ein, als tatsächlich los war.

Aber darüber konnte er sich später immer noch Gedanken machen, nun hatte er erst einmal mit Beaunois ein ernstes Wort zu reden.

Wolfram schmiss die Decke über Marlo und deckte den dreisten Kerl wieder richtig zu. Gähnend schlurfte er Richtung Beaunois Zimmer und trat ohne Anklopfen ein. Er hatte vor seinen Diener wider seiner sonstigen Art unsanft aus dem Schlaf zu reißen.

Bei Wolf gab es zwar kaum Regeln und nicht sehr viel Arbeit, aber die Regeln, die er aufgestellt hatte, auf die bestand er auch und dazu gehörte seine Weckdienst. Als er das Zimmer von Beaunois betrat, lag allerdings nicht sein Diener im Bett, sondern ein vollgefressener Kasimir!

Wolfram blinzelte erstaunt in der Hoffnung, dass er immer noch schlafen würde. Aber er schlief nicht, sondern das Bild war grausamer Fakt!

Kasimir schlief in Beaunois Bett und so kugelrund wie sein Bauch war, konnte nur eins geschehen sein - Beaunois war Geschichte. Diesen Verdacht bestätigte auch der blutverschmierte Mund von Kasimir.

Die Augen von Wolfram verengten sich zu schmalen Schlitzen.

"Ich hoffe Du hast dafür eine gute Erklärung!", donnerte der Magier Kasimir an.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: So 22. Okt 2017, 21:10 
Junker
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Die Handelsallianz (1) Rote Laterne (1)
Marlo

hörte Wolfram brüllen. Er sprang aus dem Bett, verhedderte sich in der Scheissdecke und kam gerade so auf die Füsse ohne sich langzulegen. Er fluchte, schnappte sich direkt seine Repetierarmbrust und rannte zu Wolfram. Marlo bremste ab um Wolf nicht über den Haufen zu rennen und riss ihn schützend hinter sich.

"Was schreist du so rum Wölfchen? Was ist los?."

Dann sah Marlo den zum Bersten aufgedunsenen Kasimir. Wie ein Ball war sein Bauch gewölbt, so als würde er jeden Moment laichen. Marlo musste loslachen. Er konnte es sich nicht verkneifen. Der edle Alb mit Hang zur Bevormundung hatte scheinbar den Diener von Wolfram das Licht ausgeknipst und sich einen Schluck zuviel gegönnt.

"Sag mal Kasimir, was sagt das Buch denn über Masslosigkeit und Gier?."

Marlo grinste wie eine fette Katze die gerade einen Fisch verputzt hatte und legte Wolfram einen Arm um die Schulter. 

"Sowas kommt von sowas sagte mir mal wer. Wir zwei müssen reden Wolf. Ich wollt eigentlich nicht mit dir in nächste Zeit über das Thema reden, aber wenn ich dich sehe muss ich ständig dran denken. Lass uns reden gehen, während Kasimir seinen Rausch ausschläft. Setzen wir uns draussen hin."

Marlo ging nach draussen und hockte sich auf einen Stuhl in der Sitzecke.
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