Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm√∂rdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f√ľr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit√§t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
Benutzeravatar
Davard von Hohenfelde
Freiherr
Beiträge: 254
Erhaltene Likes: 2
Auszeichnungen: 6
Guthaben: Gesperrt
Tempel: Gesperrt
Volk: Naridische Almanen

Die Handelsallianz Weltenbastler in Gold Chronist in Silber Die fleißige Feder in Bronze

Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#1

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Mo 22. Mai 2017, 14:14

http://fs5.directupload.net/images/170522/ly728z9n.jpg



Die Reise von Morasa, Varmikan und Dave hatte einige Zeit in Anspruch genommen, aber endlich waren sie wieder in Shohiro. Der Abend dämmerte und die Nacht zog auf.

Ein bunter Mischmasch an Völkern und Mischlingen bevölkerte immer noch die Straßen.

Wie der Frostalb wusste, nahm der Strom der Passanten auch zu dieser Zeit in Shohiro nicht ab. Die Stadt pulsierte vor Leben, sie schlief niemals, es wechselte nur die Schicht, der Schwärmer. Tag- und Nachtfalter, mit den Tieren konnte man die Bewohner Shohiros wohl am Besten vergleichen.

Die meisten Passanten warfen ihnen kurz einen Blick zu. Aber sie schenkten weder Dave noch Morasa besondere Beachtung, sondern Varmikan war Ziel des zweiten Blicks.

Ein Frostalb sah man auch nicht alle Tage im Trubel Shohiros. Zudem war Varmikan so blass, dass er in der Dunkelheit zu leuchten schien. Seine Blässe gab ihm den Anschein von etwas, dass man gegen seinen Willen aus der Dunkelheit gezerrt hatte. Die aufziehende Nacht schien ihn mit diesem Umstand allerdings wieder zu versöhnen.

An dem Waldalben st√∂rte sich niemand. Ob freier Mann oder Eigentum von Varmikan, den Leuten war es gleich. Den Menschen in Shohiro war fast alles gleich, mit einigen Ausnahmen, dem pers√∂nlichen Wohlbefinden und nat√ľrlich auch Geld.

Dave und Varmikan freuten sich wieder zur√ľck Zuhause zu sein. Sie ritten durch breite Stra√üen, vorbei an Verkaufsst√§nden, dann durch schmale Gassen im Geleitschutz der beiden gro√üen Hunde.

Morasa saß hinter Varmikan auf Choco, dem schweren Ross des Frostalben. Sie ritten weiter, bis man einen nahen Bach hörte. Allerdings ritten sie nicht weiter darauf zu, sondern hielten vor der Mauer eines alten Fachwerkhauses.

Dave stieg kurz ab, öffnete das Tor und ließ den Tross bestehend aus Varmikan, Morasa und den beiden Hunden passieren. Dann folgte er selbst mit Rulrot und verschloss das Tor wieder sorgfältig.

Das Haus machte schon von au√üen einen gem√ľtlichen und einladenden Eindruck. Das spitz-zulaufende Dach, die Bleiglasfenster, die dicken dunklen Balken die sich kontrastreich von hellen Putz der Fassade abhoben. Eingefasst von einer hohen Mauer, bot es zudem Sicherheit vor unerwartetem Besuch, wie vor Gefahren jeder Art. Irgendwie hatte das Haus die Optik eines kleinen Bollwerks.

Dave und Varmikan ritten ein St√ľck weiter, stellten die Pferde im Stall ab und machten sich dann gemeinsam mit Morasa auf den Weg ins Haus.

Der Naridier schloss die T√ľr auf und lie√ü Varmikan und Morasa den Vortritt.

"Willkommen im Haus der Geister", sagte Dave freundlich.
"Setzen wir uns ins Wohnzimmer, folg mir einfach. Dort können wir uns gerne unterhalten", bot Varmikan Morasa an.

"Ich trommele die anderen zusammen um Dich vorzustellen Morasa", grinste Dave und verschwand im Haus.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Varmikan Eisseher
Zweitcharakter
Beiträge: 84
Guthaben: Gesperrt

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#2

Beitragvon Varmikan Eisseher » Mo 22. Mai 2017, 17:46

Der Frostalb f√ľhrte Morasa in ihr Wohnzimmer und deutete ihm freundlich an, sich zu setzten. Varmikan kramte eine Dose Kekse aus dem Wohnzimmerschrank und stellte sie auf den Tisch.

"Bedien Dich Morasa", sagte Varmi und nahm sich direkt auch einen Keks.

"Da Dave gerade unterwegs ist die Zunft zusammen zu treiben, fange ich schon mal mit den Formalit√§ten an. Die Leitung der Geister hat Aino inne. Sie ist der Boss der Geister. Eine Menschenfrau, eine Almanin. Gemeinsam mit Dave, den Du schon kennengelernt hast, und Pavo - einem alten Goblin f√ľhrt sie die Geister an. Die drei werden das Tribunal genannt.

Aino ist wie gesagt der Boss. Dave ist ihre rechte Hand und Pavo ist ihr Berater.

Folgende Zunftgeschwister gehören den Geistern an.
Urako, das ist ein Tiefling, mein bester Kumpel und von Gasmi der Mann.
Gasmi geh√∂rt ebenfalls unserer Zunft an, ist ein D√ľsterling und ein sehr guter K√§mpfer.
Jeelen, ein Goblin und ebenfalls ein sehr guter Kämpfer. Er kann auch Spurenlesen.
Dann haben wir da noch Lydia, eine Zwergin und Waffenschmiedin.
Seddik einen gro√üen wei√üen Ork, der Mann f√ľrs Grobe und Daves W√§chter, wenn mein Mann in Trance ist w√§hrend seiner T√§tigkeit.

Und zu guter Letzt Anwolf, genannt Wolfi. Daves Neffe und Azubi. Lass Dich von dem Kerl nicht verarschen. Er zockt Leute gerne zum Spa√ü ab, oder dr√ľckt ihnen mal eben Aufgaben aufs Auge, die sie gar nicht erledigen m√ľssen. Wolfi hat einen sehr schr√§gen Sinn f√ľr Humor.

Dann sind hier noch zwei Centauren, aber ich wei√ü gar nicht ob sie zu uns geh√∂ren oder nicht. Das hat mir bis jetzt noch keiner verraten. Wei√üt Du, so langsam kommt mir da der Verdacht, dass geht allen so wie mir und die zwei schnorren sich hier durch, ohne dass jemand mal nachfragt. Aber wen schert¬īs?

Du hattest in der Gaststätte gefragt, ob das Daves Hunde sind. Ja das sind sie. Der graue Riese heißt Fedor und der braune heißt Brownie. Wie der Schokokuchen",
grinste Varmikan.

"Ich wei√ü nicht wie Du zu Tieren stehst als J√§ger. Siehst Du sie generell nur als Beute, oder auch als Mitgesch√∂pf? Ich habe Tiere haupts√§chlich nur als Nahrung gesehen. Bis Dave mir Choco geschenkt hat, das ist mein Pferd. Ich k√ľmmere mich jeden Tag mehrfach um ihn und das macht echt Spa√ü, kann ich Dir sagen.

Ach und ehe ich es vergesse, drau√üen im Hof lebt auch noch ein Huhn. Es hei√üt Agathe und geh√∂rt ebenfalls Dave. Ich habe es ihm geschenkt, da er sich ein Huhn gew√ľnscht hat. Also wenn Dir Deine Gesundheit und Dein Leben lieb ist, achtest Du auch das Leben von Agathe! Du erkennst sie sofort, sie ist schwarz und hat einen wei√üen Hintern",
erklärte Varmikan und aß noch einen Keks.

"Was den Ork im Schluckspecht anging, den kannten wir nicht. Der Bursche geh√∂rte nicht zu uns. Dave wollte Informationen √ľber Jozo ziehen, aus dem Grund hat er ein Gespr√§ch mit den Orks angefangen. Mit dem d√ľrren Burschen konnte man ganz nett reden und so einiges √ľber Orks in Erfahrung bringen. Wer wei√ü wozu dass einmal n√ľtzlich ist?

Wie steht es mit Dir?
Hast Du einen Partner oder eine Partnerin?
Hast Du irgendwelchen Anhang von dem wir wissen sollten?
Irgendwelche Hobbys, mit Ausnahme der Jagd?
Das Du tauglich bist und zu den Geistern passt, hat mein Mann bestätigt.

Aber wer bist Du?
Ich w√ľrde gerne was aus Deinem Mund h√∂ren. Nur zu",
forderte Varmikan Morasa auf.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Morasa
MOhikaner
Beiträge: 175
Gegebene Likes: 1
Auszeichnungen: 6
Guthaben: Gesperrt
Volk: Waldalb

Die Freien V√∂lker Die flei√üige Feder in Bronze Rote Laterne Schl√ľsselloch

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#3

Beitragvon Morasa » Di 23. Mai 2017, 10:12

Morasa
 
reiste mit Varmikan und Dave ab. Mo verabschiedete sich nicht von den zwei Frauen. Von so etwas w√ľrden sich seine zwei Begleiter nicht beeindrucken lassen, er ¬†w√ľrde sich l√§cherlich machen und Schw√§che zeigen. Varmikan nahm ihn mit auf seinen Pferd. Es war riesig und schwer wie ein Schlachtross. Morasa war sonst zu Fuss unterwegs. Auf dem Pferd zu reiten war angenehm.
Die Stadt in der sie ankamen, war gross und √ľberlaufen. So viele Leute auf einem Haufen war Mo nicht gew√∂hnt. Ein buntes Durcheinander von Stimmen, V√∂lkern und Farben die seine Nerven √ľberanstrengten. Dabei war es schon fast Nacht. Er war froh, dass Varmikan vor ihm sass. Manche Leute schauten ihnen hinterher, aber ihr Blick meinte nicht ihn, sondern den Frostalb. Morasa √ľberpr√ľfte diese Blicke schnell, ob eine Gefahr darin lag, sonst h√§tte er mit einen Pfeil geantwortet. Die Reise endete vor einem riesigen, steinernen Haus. Die Mauer drumherum sah massiv aus. Dave liess sie durch das Tor hinein und als sie die Pferde abgestellt hatten, gingen sie gemeinsam ins Haus. Morasa folgte Dave und Varmikan wortlos. Hier war seine neue Gilde und sein Zuhause. Morasa wollte gerne mit Dave sprechen, aber der Magier verabschiedete sich um die Gilde zu holen.
Varmikan bat ihn ins Wohnzimmer, also ging der Waldalb hinter dem Frostalb hinterher. Sie setzten sich und Varmikan stellte Kekse f√ľr sie hin. Er ass gleich los, was Morasa leicht l√§cheln liess. Der Frostalb schien eine Menge Hunger zu haben. Vorhin im Schluckspecht hatte er auch gegessen, als wollte er einen neuen Rekord aufstellen. Morasa nahm sich einen Keks und ass ihn. Er war lecker, drum nahm er sich gleich eine Handvoll von Keksen und ass sie langsam auf.
Varmikan schwatzte mit guter Laune los und erz√§hlte ihm, wer alles zu der Gilde geh√∂rte. Eine Almanin mit dem Name Aino war der Boss, Dave war ihre rechte Hand und ein Goblin mit dem Name Pavo war der Berater. Die drei bildeten die F√ľhrung und nannten sich das Tribunal. Dann z√§hlte Varmikan die anderen Mitglieder auf. Morasa versuchte sich gut zu merken, wer alles Mitglied der Gilde war. Seinen eigenen Posten hatte Varmikan nicht genannt. Morasa war gespannt auf die anderen Mitglieder. Sogar ein Familienmitglied von Dave arbeitete in der Gilde. Sein Neffe Anwolf und man sollte ihm besser nicht trauen, riet ihm Varmikan. Morasa beschloss, sich den Kameraden selber anzugucken,¬† bevor er ein Urteil √ľber den Menschen f√§llte. Das sich zwei Centauren heimlich bei der Gilde eingenistet hatte, fand Morasa lustig. Centauren waren nicht klein, wie konnte man die Pferdemenschen √ľbersehen? Er grinste heiter und ass noch einen Keks.
 
‚ÄěFrag die Pferdemenschen doch einfach. Wenn sie nicht zu uns geh√∂ren kann man aus ihrem Fleisch guten Sauerbraten machen‚Äú.
Morasa grinste und bliess sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
 
‚ÄěJ√§ger achten Wild, die meisten glauben dass nat√ľrlich nicht, weil wir manches Wild t√∂ten. J√§ger sind nicht nur Alben, dazu z√§hlen genauso die Raubtiere. Denen wirft man nicht vor, Wild zu jagen. Warum mir? Ich nehme mir nur meinen Anteil. Manches Wild ist besonders, es zu jagen ist eine Ehre und so l√§sst man ihn auch Ehre zu Teil werden. Man t√∂tet es nicht sofort, sondern zeigt sich ihm. Damit es weiss, wer es geholt hat. Wer besser war in diesem Spiel. Die beste Jagd ist die einen anderen J√§ger zu jagen. Je gef√§hrlicher das Wild, je gr√∂sser der Erfolg und je wertvoller die Beute. Wenn mir so ein Wild entkommt, weil es auf der Jagd besser war als ich, jage ich es nicht erneut. ¬†Manches Wild dreht die Jagd um und der J√§ger wird zum Gejagten. Dann muss ich besser sein, als mein J√§ger. Es ist einfach, Fressen oder gefressen werden.
Dein Pferd ist ein sch√∂nes Tier, genauso die Hunde von Deinen Menschen. Sie erinnern mich an W√∂lfe, dass gef√§llt mir gut. Wozu hat sich Dave ein Huhn gew√ľnscht? Nein ich habe kein Anhang. Kein Partner, keine Partnerin, kein Anhang, kein Haustier und kein Hobby. Jedenfalls keine Hobbys wie die Menschen es verstehen. Ein J√§ger ohne Jagd gibt es nicht Varmikan. Es geht nicht um das T√∂ten, es geht um alles.¬† Die Beute finden, sie aufsp√ľren, sich so weit heranschleichen dass du sie erschiessen kannst. Oder so weit, dass du das Wild ber√ľhren kannst. Dann t√∂test du es, wenn du sein Fleisch, sein Fell oder seine Knochen brauchst. Wenn nicht, ber√ľhrst du es nur. Das zu schaffen ist vielleicht mein Hobby. Wettrennen mache ich gerne. Wer ich bin? Frag deinen Mann.¬† Ich zeige dir was, du hast mich in dein Haus eingeladen und vorher an deinen Tisch. Erschreck dich nicht‚Äú.
 
Morasa setzte sich neben Varmikan auf einen Stuhl. Er wollte, dass der Frostalb genau sehen konnte, was er machte und sich nicht bedroht f√ľhlte. Der Waldalb rief seine zweite Gestalt auf. Morasa schrumpfte, Fell wuchs √ľber seinen K√∂rper und auf einmal sass dort ein Baummarder wo vorher noch der Waldalb gesessen hatte. Mit dunkle Augen schaute er Varmikan an. Morasa sprang auf den Tisch, schnappte sich einen Keks und ass ihn schmatzend auf. Dann sprang er zur√ľck auf den Stuhl und verwandelte sich wieder in den Waldalb den Varmikan aus der Spelunkte kannte.
 
‚ÄěDas bin ich‚Äú.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Varmikan Eisseher
Zweitcharakter
Beiträge: 84
Guthaben: Gesperrt

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#4

Beitragvon Varmikan Eisseher » Di 23. Mai 2017, 13:29

Varmikan hörte Morasa aufmerksam zu.

‚ÄěTja f√ľr den einen ist die Jagd einfach ein Beruf. F√ľr andere, wie f√ľr Dich, ist sie eine Lebenseinstellung. Ein Lichtalb w√ľrde Dir vermutlich vorhalten, dass Du ein M√∂rder bist und unschuldige Tiere jagst, wo Du Dich doch auch von Gr√ľnzeug ern√§hren kannst.

Ein Frostalb h√§lt Dir sowas nicht vor. Bei uns w√§chst nichts Gr√ľnes in der Art und Menge, dass wir uns davon ern√§hren k√∂nnten. Jeder der ein bisschen Grips zwischen seinen spitzen Ohren hat, wei√ü dass man auf die Jagd gehen muss um zu √ľberleben.

Gut bei uns macht das nicht jeder Alb pers√∂nlich. Daf√ľr gibt es Versorger. Ihre Aufgabe ist es Nahrung heranzuschaffen.

Jeder hat seine sie ihm zugedachte Aufgabe. Gef√ľhrt und geleitet wird unser Volk vom Regent. Unsere Gesellschaft ist in Kasten eingeteilt. Die h√∂chste Kaste ist die der Magier, der ich einst angeh√∂rte.

Naja keinem versch√ľtteten Schnaps hinterher heulen. Die zweite Kaste unter den Magiern sind die Handwerker. Darunter folgen die Krieger und zum Schluss, wie k√∂nnte es anders sein, dass Fu√üvolk.

Magie ‚Äď in Form von Geistmagie und Nekromantie, wie auch die Jagd haben einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft.

Das mit der Jagd kann ich pers√∂nlich nicht nachempfinden, ich habe nie etwas jagen m√ľssen. Also keine Nahrung, meine ich damit. Andere Personen schon, aber das unter meinem alten Volk unter altem Banner, wenn Du so m√∂chtest.

Das andere was unser Volk ausmacht ist großer Zusammenhalt und dass wir uns eigentlich wortlos verstehen.

Kurzum normalerweise redet ein Frostalb nicht viel.
Korrekterweise k√∂nntest Du jetzt auff√ľhren, dass ich vermutlich nach meinem Mundwerk kein Frostalb w√§re.

Aber das ist den Umständen geschuldet und nicht mir persönlich Morasa.

Fakten bed√ľrfen keiner Worte, hei√üt es bei uns.
Nur hier ist nichts Fakt, weil jeder grundsätzlich von seinen eigenen Gedanken ausgeht und nicht von seiner Wahrnehmung, oder der des Kollegen.

Gut hier leben die meisten auch irgendwie autark f√ľr sich anstatt als feste Gruppe, die einen festen Zusammenhalt ben√∂tigt. Allein um zu √ľberleben ben√∂tigen wir das Zusammengeh√∂rigkeitsgef√ľhl.

Wenn ich bei uns Zuhause in eine Richtung schaue, hei√üt das f√ľr alle die mich als Magier begleiten, da gibt es was zu sehen, schaut hin.

Hier sind solche Gesten bedeutungslos.

Du musst den Personen sagen, schaut mal nach rechts!
Sonst schaut niemand dahin.
Es sei denn aus reiner Neugier, rein zufällig.

Wenn wir Zuhause etwas reparieren w√ľrden, sagen wir, wir beide zimmern etwas zusammen, und ich halte die Hand auf nachdem ich einen Nagel aufs Holz gesetzt habe, w√ľrdest Du mir als Artgenosse wortlos den Hammer reichen.

Hier musst Du das Deinem Hiwi sagen, sonst wartest Du bis Du schwarz bist!

Es sei denn, Du hast jemanden an Deiner Seite der Dich genauso versteht, oder ähnlich denkt.

Mein Mann denkt ganz √§hnlich. Zudem ist er Magier und wir k√∂nnen uns nonverbal √ľber Gedanken unterhalten. Dass ist schon was ganz anderes als jemandem haargenau erkl√§ren zu m√ľssen, was Du erwartest oder nun gerade m√∂chtest.

Genauso ist es mit Gef√ľhlen. Die hat man und die hat man seinem Partner schlie√ülich gesagt. Man zeigt sie t√§glich durch seine F√ľrsorge.
Wenn Dave sagt, ich liebe Dich, erschrecke ich mich jedes Mal f√ľr einige Sekunden.

Da denke ich dann f√ľr einen Augenblick noch im alten Schema. Warum sagt er mir das jetzt? Was hat er angestellt, dass er DAS erw√§hnen muss, was wir beide doch wissen?

Er sagt es nicht, weil er etwas angestellt hat, er sagt es nicht um mich zu beschwichtigen oder sich herauszureden, er sagt es mir als Liebesbeweis.
Als Demonstration seiner Liebe.

F√ľr mich ist das jedes Mal kurz ein Schock.
F√ľr ihn ist es ein Schock, wenn er es sagt und ich es nicht erwidere.

Also sage ich ihm was ich f√ľhle, damit er sich wohlf√ľhlt. Immerhin ist er mein Mann und meine Aufgabe.

Auch wenn er es wissen muss, da wir oft mental verbunden sind oder ich es ihn mental sp√ľren lasse, was ich f√ľr ihn empfinde. Er muss es h√∂ren. Dann soll er es h√∂ren.

Ebenso steht hinter der Wortkargheit der Frostalben kein Sprach-Unwille, sondern Logik. Das begreifen die meisten Völker nur nicht.

Hier kann ich sprechen bis mir die Zunge aus dem Hals hängt.
Zuhause kann ich das nicht.

Der Grund ist einfach, jede körperliche Aktivität kostet Energie.
Energie ist Nahrung.
Und Nahrung ist bei uns Mangelware.

Es ist also eine logische Anpassung an unseren Lebensraum, so wenig Körperenergie wie möglich zu verschwenden und Nahrung so effektiv wie möglich zu nutzen.

Dazu gehört jede Aktivität, eben auch das Sprechen.

Das gilt auch f√ľr die meist feindliche Einstellung der Frostalben Fremden gegen√ľber. Ehrlich gesagt, gibt es sehr viele Traditionalisten, die einfach andere V√∂lker als minderwertig ansehen.

Und der Logik geschuldet, sind das einige Völker auch. Schau Dir nur die Orks oder die Arashi an.

Andere Frostalben sehen es rein pragmatisch, anderen V√∂lkern feindlich gesinnt zu sein. Es hat weder mit Hass, noch Verachtung zu tun, oder damit sich f√ľr wertvoller zu erachten.

Es hat einfach damit zu tun, dass es Fremde sind.

Ein Fremder hat nichts f√ľr die Frostalbische Gesellschaft geleistet.
Warum sollte ihm also ein Frostalb entgegenkommen?

Mir hat mein Volk erm√∂glicht Magier zu werden. W√§hrend ich studiert habe, haben andere f√ľr mich gearbeitet. Sie haben mich mit Nahrung versorgt und allem was ich ben√∂tige. Und ich? Ich hatte mich nur auf mein Studium zu konzentrieren.

Folglich hat mein Volk auf etwas verzichtet, mich in meinem Studium durchgef√ľttert, damit ich sp√§ter meinen Anteil an meinem Volk leisten kann.

Sobald ich ausgelernt war, hatte ich meinen Anteil zu leisten. Ab dato war ich an der Reihe, meine Arbeit zu leisten, damit ein anderer Frostalb seine Bestimmung in unserer Gesellschaft erlernen kann.

Irgendwann, wenn dieser Alb ausgelernt ist, wird auch er seine Aufgabe erf√ľllen und andere ern√§hren oder ihnen das Lernen erm√∂glichen. So wird es von Generation zu Generation gehalten.

Wenn plötzlich ein Fremder erscheint und von uns eine Leistung erbittet, wird er abgewiesen oder sogar getötet.

Nicht weil wir ihn hassen, oder weil wir uns f√ľr besser erachten als ihn.
Nein. Seine pure Existenz gefährdet mindestens einen von uns.

Er w√ľrde unsere Nahrung essen.
Er w√ľrde unser Wasser trinken.
Er verlangt eine Leistung wof√ľr andere Frostalben verzichteten.

Worauf verzichtete der Fremde f√ľr unser Volk?
Auf Nichts, also wird er sterben.

Das ist der einfache, logische und pragmatische Grund.
So hat es mir damals mein erster Mann erklärt. Er hatte große Weitsicht in solchen Dingen. Um solche Dinge machen sich aber auch nur Magier Gedanken.

F√ľr das einfache Volk ist es ausreichend, wenn sie wissen, dass Fremde sofort zu vernichten sind. Denn tief im Innersten sp√ľrt man jene Gefahr von ihnen ausgehen - wo nur einer satt werden kann, darf es nur einen geben.

√Ąhnlich verh√§lt es sich mit den Kasten oder der Bestimmung.
Wieso glauben andere Völker wir behandeln niedere Kasten schlecht? Das tun wir nicht. Jede Kaste hat ihren Wert! Ich weiß einen Handwerker zu schätzen, ich kann seine Leistung nicht erbringen. Ebenso kann er meine Leistung nicht erbringen.

Jeder hat seinen angestammten Platz. Dies betrifft auch Frauen.
Bei uns wechselt niemand die Kaste um etwas Besseres zu werden. Niemand arbeitet sich in eine Kaste hoch. Man ist was man ist.

Ich bin geboren ein Magier zu sein, sonst hätte ich die Gabe nicht.
Eine Frau ist geboren um später Kinder zu bekommen, sonst wäre sie keine Frau.

Ihr Platz ist an der Seite ihres Mannes, damit er sie leitet und f√ľhrt.
Nat√ľrlich darf sie trotzdem einen Beruf aus√ľben. Das kommt der gesamten Familie zu Gute.

So einen Unsinn wie bei den Menschen, wo die Frauen die gleichen Rechte haben wollen wie M√§nner, aber die damit unangenehmen verbundenen Aufgaben nicht √ľbernehmen wollen, das gibt es nicht bei uns.

Was Du bist, bist Du durch Geburt.

Aus diesem Grund werden Frauen auch keine Krieger. Das ist nicht ihre Aufgabe, sie sind Frauen. Sie können sich dazu ausbilden lassen um im schlimmsten Notfall sich und die Kinder zu verteidigen, aber in die Schlacht werden sie nicht ziehen. Im Kampf haben sie nichts verloren.

Sie k√∂nnen weder so hart noch so logisch, kalt und rational entscheiden wie M√§nner. Vermutlich h√§tten sie sogar Mitleid. M√§nner sehen √ľber sowas hinweg, Frauen fangen in dem Moment an zu diskutieren. Darum gibt es keine Frauen unter den Kriegern. Unter bestimmten Orden sowieso nicht.

Was die Rakshaner da treiben ist f√ľr mich v√∂llig unverst√§ndlich und zeitgleich selbst erkl√§rend.

Wir sind das Chaos.
Ja logisch, Ihr lasst Euch ja von Euren Frauen f√ľhren.
Lasst mal einen Mann an die F√ľhrung ‚Äď ab dato seid ihr die Fraktion der Zucht und Ordnung.

Manche Frostalben leben unter Rakshanern. Keine Ahnung wieso. Ich h√∂rte dass Rakshanerinnen M√§nner von uns attraktiv finden. Ich finde es eine grauenvolle Vorstellung im gl√ľhend hei√üen Sand zu leben und einer Frau gehorchen zu m√ľssen. So muss der Abgrund aussehen.

Andere V√∂lker wiederum halten es f√ľr seltsam, wenn zwei M√§nner als Paar zu einander finden. Daran ist nichts seltsam. Begehren ist Begehren, wo die Liebe eben hinf√§llt.

Ein Mann wird Dein Mann in drei Schritten.

Um ihn kämpfen.
Gegen ihn kämpfen.
F√ľr ihn k√§mpfen.

Um ihn k√§mpfen ‚Äď indem Du um ihn wirbst.
Gegen ihn k√§mpfen ‚Äď damit er sich Dir f√ľgt und Dir folgt.
F√ľr ihn k√§mpfen ‚Äď damit er gl√ľcklich ist und sich wohl f√ľhlt.

Nach der Feststellung verliebt zu sein, wird es erst schwierig. Das hat aber nichts mit den anderen Frostalben zu tun, oder was diese eventuell zu Deiner Beziehung zu sagen h√§tten. Die Schwierigkeit besteht darin den Kerl, den Du umwerben willst von Dir zu √ľberzeugen.

Hast Du ihn √ľberzeugt, wird es nicht leichter.
Eine Frau zu f√ľhren ist gro√üe Verantwortung, machen wir uns nichts vor.

Einen Mann zu f√ľhren, ist knallharte Arbeit. Zuerst musst Du ihm zeigen, dass Du ihn umwirbst und wie wichtig er Dir ist. Hat er Dich bemerkt und wei√ü, was Du willst, dann folgt der wirklich harte Part.

Du musst ihm zeigen, dass Du die F√ľhrung wert bist. Bei Akt zwei der Balz haben sich schon einige die ein Liebespaar werden wollten die Sch√§del eingeschlagen, weil keiner der beiden Kerle nachgeben wollte. Beide k√§mpften um die F√ľhrung in der Beziehung.

Hast Du Dir die F√ľhrung erk√§mpft, ist das kein Luxusleben wo Du von vorne bis hinten bedient wirst.

Es ist Deine Aufgabe, Deine Pflicht, Dein Stress, Deine Planung, Deine Bewachung, Deine F√ľhrung, Dein Verst√§ndnis, Dein Argwohn. Letztendlich Dein Bestehen oder Dein Versagen ‚Äď es liegt in Deiner Hand.

Klingt nicht nach Spaß, drum heißt es auch Pflicht.
Lebenspflicht.

Eine Frau lernt von klein auf was ihre Pflichten in einer Beziehung sind.

Einen Mann zu f√ľhren ist 10 mal schwieriger und kostet Dich 100 mal mehr Nerven, als eine Frau Dich je kosten k√∂nnte.
Sag das bitte nicht Dave.

Aber ein guter Kerl an Deiner Seite ist nicht einfach nur unheimlich geil, weil Männer wesentlich attraktiver sind als Frauen. Es ist Prestige!

Wenn sich Dir ein guter Mann beugt und von Dir f√ľhren l√§sst, was musst Du dann f√ľr ein Kerl sein? Wenn es ein attraktiver, etwas √§lterer Magier ist, ist er nicht einfach Dein Mann. Er ist Dein Statusobjekt!

Dein Mann beugt sich Dir nicht aufgrund seiner Erziehung, er beugt sich freiwillig. Die Form von freiwilliger Unterwerfung hat einen ganz anderen Stellenwert.
Sie bedeutet absolute Liebe und absolutes Vertrauen in Dich und Deine Fähigkeiten.

So etwas wollte ich von Dir und Deinem Volk wissen“,
erklärte Varmikan gut gelaunt.

Der Frostalb grinste den Waldalben an.

‚ÄěDie Gestalt wechseln zu k√∂nnen hat echt Vorteile, Du k√∂nntest jeden heimlich belauschen oder in Geb√§ude eindringen. Hey Du k√∂nntest unsere Kunden durch die Katzenklappe besuchen und auf die gleiche Weise wieder verschwinden. Verwandele Dich noch mal, ich m√∂chte Dich gerne mal als Marder streicheln.

Wozu Dave ein Huhn haben wollte? Frag Dave.
Ehrlich gesagt, ich habe keinen blassen Schimmer!

Hat mich auch nicht sonderlich interessiert. Er wollte es haben, er bekommt es von mir geschenkt. Er hatte erkl√§rt, dass man ein Huhn f√ľr das Fr√ľhlingsfest braucht, weil H√ľhner das Leben anzeigen oder sowas.

Ich hab das leider irgendwie nicht so ganz begriffen, was er mir da erkl√§rt hat. Ich hab allerdings auch nicht nochmal nachgefragt, sondern ich hab mir nur die Eckdaten gemerkt. Mein Mann will ein Huhn ‚Äď er bekommt ein Huhn‚Äú,
lachte Varmikan.

‚ÄěDu sagtest Du h√§ttest keinen Partner und keine Partnerin, aha.
Ich bin neugierig.
Was soll es denn sein?
Was bevorzugst Du?
Männer, Frauen oder kommt beides in Betracht?

Hier in Shohiro kannst Du nach Deinem Gusto leben, auch was Partnerschaften anbelangt. Sogar die V√∂lker sind gleichg√ľltig. Wenn Du Dich also in einen Tiefling vergucken solltest, sage ich Dir gleich, der ist an Gasmi vergeben‚Äú,
gibbelte Varmi.

‚ÄěMal eine Frage, bei uns haben einige erz√§hlt, dass Ihr Waldalben sozusagen die Ur-Alben aller Alben seid. Stimmt das?‚Äú, fragte Varmikan.

Der Frostalb machte es sich gem√ľtlich, lie√ü sich im Stuhl heruntersinken und nahm sich noch einige Kekse die er sich in den Mund stopfte.

"Bereite Dich gedanklich schon mal drauf vor, zur Ader gelassen zu werden. Pavo ist nicht zimperlich", grinste Varmikan breit.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Morasa
MOhikaner
Beiträge: 175
Gegebene Likes: 1
Auszeichnungen: 6
Guthaben: Gesperrt
Volk: Waldalb

Die Freien V√∂lker Die flei√üige Feder in Bronze Rote Laterne Schl√ľsselloch

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#5

Beitragvon Morasa » Mi 24. Mai 2017, 10:07

Morasa
 
"Bist du neugierig oder interessiert? Ich soll mich verwandeln, weil du mich streicheln willst? Das soll ich bestimmt nicht Dave sagen“.

Morasa grinste k√ľhn √ľber die Frage des Frostalben und langte bei den Keksen noch einmal zu.
 
‚ÄěWir sind nicht die affigen Vorfahren von allen anderen Alben, du stellst nette Fragen. Wir haben gemeinsame Vorfahren Varmikan. Unsere gemeinsamen Vorfahren teilten sich in drei Gruppen auf. In die Waldalben, die Frostalben und in die Lichtalben. Jedes von den drei Albenv√∂lker w√§hlte seinen Lebensweg. Ihr und die Lichtalben habt den gr√ľnen Weg der Natur verlassen, die Waldalben wandern noch heute auf dem gr√ľnen Weg. Mehr kann ich Dir nicht zu unseren Vorfahren sagen. ¬†Das ergibt Sinn, was du erkl√§rt hast. Wenn man dar√ľber nachdenkt, dass man f√ľr jede Bewegung vorher Nahrung braucht und man mit Nahrung sparsam sein muss, muss man auch mit den Bewegungen sparsam sein.¬† Dass andere euer Verhalten schief auffassen ist normal. Sie verstehen es nicht, darum ist das so. Der b√∂sartige B√§r im Wald der direkt angreift, ist in Wahrheit eine B√§renmutter die die H√∂hle mit ihren Jungen besch√ľtzt. Die Katze die du ber√ľhrt hast und sich vor Ekel danach sofort putzt, liebt dich in Wahrheit und verteilt deinen Geruch auf ihren Fell damit sie nach dir riecht. Die falsche Schlange die im Gras liegt und heimlich t√∂tet, ist ein J√§ger auf der Lauer der Hunger hat. Sie kann nicht anders jagen. Verr√ľckte H√ľhner rennen auf der Flucht alle kopflos durcheinander weg, in Wahrheit rennt jedes Huhn in eine andere Richtung davon, so kann der J√§ger nicht alle H√ľhner verfolgen und t√∂ten. Nichts ist wie es scheint Varmikan. Ich kann dir viele Beispiele erz√§hlen, die Natur gibt dir f√ľr solche Beispiele immer die Antwort. Hinter den Behauptungen steckt eine ganz andere Wahrheit, wenn du sie kennst. So ist das auch mit den Frostalben. Weder der B√§r noch der Frostalb ist b√∂se. Das sind von Menschen geformte Begriffe um ihre Welt zu begreifen. Menschen m√ľssen alles bezeichnen und mit Namen versehen, du besitzt einen.
Waldalben haben einen grossen Familienzusammenhalt. Da leben wir fast so wie ihr. Die meisten leben in Grossfamilien zusammen und teilen untereinander die Arbeit auf. Eine Grossfamilie umfasst mehrere Generationen von Waldalben, es ist angenehm so zu leben, wenn man zu der Familie geh√∂rt und ein Teil von ihr ist. Die meisten Waldalben sehen zuerst das gute in Fremden. Ich sehe das anders. Fremde haben uns fast ausgerottet, ich kann nicht verstehen, warum meine Leute dann immer noch so friedlich mit ihnen umgehen. Ich verlange nicht, dass sie wie Frostalben jeden Fremden sofort erlegen. Aber ein gutes Misstrauen sollten sie haben. Wenn ein Fremder das Vertrauen von den Waldalben nicht verdient hat, soll er es nicht bekommen. Wozu soll man Vertrauen als Vorschuss verschenken? Wir haben nichts zu verschenken, wir haben immer f√ľr uns gelebt. Mehr wollten die Waldalben nicht. Sie wollen f√ľr sich in Ruhe und Frieden leben. Aber das hat man ihnen nicht erlaubt. An vielen Orten wurde uns Volk gejagt und get√∂tet. Wie kann man dann ohne Vorsicht Vertrauen verschenken? Ich sage ein Pfeil zuviel ist besser als ein Pfeil zu wenig. Ich sage h√§tten wir wie dein Volk gehandelt Varmikan, dann h√§tten die Rakshaner uns nicht abgeschlachtet. Die Rakshaner w√§ren in unsere W√§lder gestorben, nicht unsere Leute. Meine Meinung war meiner Familie zu hart. Waldalben sind friedlich, offen und warmherzig. Dagegen habe ich nichts, dass bin ich auch. Aber erst dann, wenn ich eine Person kennengelernt habe und meine, die Person hat das verdient. Wie mein Volk handelt, ist sehr gef√§hrlich. Sie unterstellen niemand feindliche Absichten. Und was ist passiert? Die Rakshaner haben mein Volk fast ausgerottet. Die Frostalben von denen du erz√§hlt hast, werden da nicht freiwillig leben. Keiner lebt freiwillig bei den Rakshanern. Die leben in einer endlosen W√ľste. Wenn du da lebst ist¬† das dein Gef√§ngnis. Es gibt da bestimmt kein Baum, kein Wild nichts lebendiges was dich umgibt und dich vor ihren Blicken besch√ľtzt, wenn du fliehen willst. Es werden Gefangene sein, also Sklaven. ¬†
Siehst du im Wald einen Turban jag sofort einen Pfeil hinein. Tod den Turbanen. Der Pfeil muss zwei Finger breit √ľber den Ansatz von dem Wickelstoff, sonst hat er ihn nur in der M√ľtze und der W√ľstenmensch √ľberlebt den Schuss. Glaub mir, diese Rakshaner tragen Stoffbahnen auf ihren K√∂pfen, das ist kaum zu glauben.
Bei unserem Volk ist die Naturmagie weit verbreitet und auch die Gestaltwandler. Gestaltwandler beherrschen keine Magie. Durch eine Katzenklappe in ein Haus hineinschl√ľpfen und wieder hinaus kann ich machen. Dass ist kein Problem f√ľr mich. Ich kann auch sehr gut klettern. Wenn jemand ein Fenster offen l√§sst, kann ich mich da durch zw√§ngen.
Zusammenhalt wird bei uns durch gemeinsame Feiern gezeigt. Wir haben viele Feste. Das Fest der Freude, das Fr√ľhlingsfest, das Fest der Liebe und das Fest des Herbstes. Welche Feste feiert dein Volk Varmikan? Bei mir Zuhause w√ľrde man dir freundlich¬† begegnen, baust du Mist und verlierst das Vertrauen der Waldalben, bekommst du es sehr schwer zur√ľck. Bei mir ist es so, du musst dir mein Vertrauen verdienen, dann bekommst du es von mir. Du hast mich an deinen Tisch eingeladen und in dein Haus, du hast mich in deine Familie eingeladen. Dass ist ein Zeichen von Vertrauen und du hast von sogar von deinem Volk erz√§hlt. Darum schenke ich dir mein Vertrauen. Ich habe dir meine zweite Gestalt gezeigt, jetzt will ich von dir wissen, welche Aufgabe oder welchen Rang du hier in der Gilde hast Varmikan. Und sag mir bitte, wie viel Blut dieser Pavo von mir abzapfen will. Weil du es bist‚Äú.
 
Morasa rief noch einmal seine zweite Gestalt auf und blieb auf dem Stuhl als Baummarder hocken. Seine Nase zuckte in Varmikan seine Richtung.
 
0 x
Bild

Benutzeravatar
Varmikan Eisseher
Zweitcharakter
Beiträge: 84
Guthaben: Gesperrt

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#6

Beitragvon Varmikan Eisseher » Mi 24. Mai 2017, 14:05

Der Frostalb musterte den Baummarder ganz genau, ehe er ihn streichelte und kraulte.

‚ÄěDu fasst Dich flauschig an Morasa. Nur w√ľrde ich mich an Deiner Stelle nicht in einen Marder verwandeln, wenn Fedor und Brownie in der N√§he sind. Das sind Jagdhunde, keine Ahnung ob sie auch Marder jagen, drum sei besser vorsichtig.

Keine Frage Du siehst gut aus, aber ich bin nur neugierig, denn ich bin verheiratet und zwar mit Dave.

Mit mein Mann, meinte ich nicht, dass er mein Eigentum ist, sondern mein Ehemann.

Dann ist die Lebensweise der Wald- und Frostalben gar nicht so unterschiedlich, was die Einstellung von Familie und Zusammenhalt angeht.

Was die Einstellung Fremden gegen√ľber angeht, k√∂nnte die Einstellung allerdings nicht unterschiedlicher sein.
 
Oh, ehe ich es vergesse, Du hast nach meiner Aufgabe hier gefragt.

Ich arbeite mit meinem Mann zusammen. Mein Mann ist hier der ‚ÄěMagier vom Dienst‚Äú, die rechte Hand vom Boss und der Kassenwart.

Normalerweise arbeitet er tags√ľber in der Schreibstube und k√ľmmert sich um die Annahme und Verteilung der Auftr√§ge, regelt die Finanzen und fragt zudem Informanten wie auch Neuzug√§nge mental aus.

Er f√ľhrt Verh√∂re auf magischer Ebene. In der Schreibstube arbeite ich mit ihm zusammen, gemeinsam mit seinem Neffen Wolfi.

Wenn Dave nicht da ist, k√ľmmern sich Wolfi und ich um die Auftragsverteilung und die Finanzen der Gilde. Und wenn wir im Haus unterwegs sind, k√ľmmern wir uns im Namen¬† von Dave um die Dinge, die ihm sonst entgehen w√ľrden.

Die Antwort hätte ich Dir sonst beinahe wieder unterschlagen.
 
Also falls Dave mal nicht Zuhause ist und Du eine dringende, finanzielle Sache geklärt haben musst, fragst Du am besten mich.

Genauso ist es mit der Auftragsverteilung. Ist Dave nicht da, bin ich sein Vertreter.

Kleinere Nebenaufträge, die jetzt keinen endlosen Rattenschwanz nach sich ziehen, findest Du am schwarzen Brett.

Soweit ich weiß, sind das Aufgaben die man neben seinem Auftrag erledigen kann um sich ein paar Taler dazu zu verdienen. Einen Auftrag habe ich noch nicht am schwarzen Brett gelesen, aber ich glaube so Kleinaufträge kommen auch selten rein.
 
Wenn Du einen Auftrag von Dave erh√§ltst, wird Dich wer zu ihm zitieren und er √ľberreicht Dir dann alles in einem Pamphlet, in dem alle wichtigen Eckdaten Deiner Zielperson drin stehen.

Manchmal ist auch eine Zeichnung dabei, von einem Steckbrief oder etwas ähnlichem.

Wolfi hat mal unseren Gasmi veräppelt, indem er dem armen Kerl einen Auftrag mit vermeintlichen 10 Zielpersonen gab.

Der arme Gas wusste aber nicht, dass diese Zielpersonen nur auf Wolfis pers√∂nlicher Hassliste standen. Wolfi ist wirklich ein zuckers√ľ√ües Kind.
 
Es gab also f√ľr die Erledigung von dem Job nicht mal einen m√ľden Taler.

Und pass auf, jetzt kommt der Knaller!
Gasmi hat nat√ľrlich irgendwann Dave gefragt, als er wieder hier im Dienst war und hat ihm den ‚ÄěAuftrag‚Äú gezeigt.

Weißt Du was im Auftrag gestanden hat?
Nichts!
 
Es waren zehn Schlangenlinien ‚Äď mit Schlangen-Grinse-Gesichtern! ¬†

Seit dem heißt Wolfi bei Gasmi nur noch Windel-Willi. Wolfi hat den armen Gasmi total verarscht, nur weil der nicht Lesen und Schreiben kann.

Und ganz nebenbei haben 10 Leute ins Gras gebissen. Sie wurden von unserem besten Assassinen gemeuchelt, f√ľr was? Kein Mensch hier aus der Gilde wei√ü, weshalb Windel-Willi sie holen lie√ü.

Vielleicht hat ihn einer davon versehentlich beim Bäcker geschubst, oder ist ihm beim Metzger auf dem Fuß getreten. Keiner weiß es. Vielleicht hat Wolfi auch einfach deren Nase nicht gepasst. Drum, sei vorsichtig mit dem Killer-Knirps.

Der macht das meiner Meinung nach nicht mal absichtlich mit bösartigem Gedanken, der findet dass lustig.
 
Warte mal, der sagt immer irgend so einen Spruch…
 
Genau!
ICH LIEBE DIESEN JOB!!!
 
Das ist Wolfis Leitspruch. Oder frag mal die Centrauren drau√üen, was der denen abkn√∂pfen wollte, f√ľr eine Behandlung. Die w√§ren bis in die zehnte Generation verschuldet gewesen.

Wolfi rechnet Dir alles sch√∂n, also da musst Du aufpassen wie ein Luchs. Wenn Du Dir nicht sicher bist, frag Dave. Mich darfst Du da nicht fragen, mich hat der Knirps auch schon abgezockt. Ich wollte nur einen winzig kleinen Liebestrunk, frag nicht wof√ľr, und er zieht mir 10 Taler aus der Tasche und verkauft mir Abf√ľhrmittel!

H√§tte es mich und Puschel nicht getroffen, h√§tte ich die Sache nach noch komisch gefunden, aber so war das √ľberhaupt nicht witzig. Und das Schlimme war, er wusste dass ich ihn bei Dave nicht anschei√üen konnte. Ich hab meinen Mann nicht beschei√üen wollen oder so, ehrlich nicht. Es war f√ľr ein Verh√∂r gedacht Mo.

Aber meinst Du dass hätte mir Dave geglaubt?
Und die ganze Geschichte hätte doch gestunken. Klar nach Scheiße, aber im Ernst, sie hätte doch drei Meilen gegen den Wind gestunken.
 
Was hätte ich auch sagen sollen?
 
Dave stell Dir vor, als ich einen Liebestrunk f√ľr ein geheimes Verh√∂r brauchte, da wurde ich von Wolfi betrogen, ich bekam Abf√ľhrmittel und mein Opfer hatte D√ľnnpfiff statt Plauderlaune?

Statt Infos in meiner Hand, hatte unser Opfer Schei√üe in der Buxe? Wir konnten froh sein, dass wir √ľberhaupt noch was anderes aus dem rausbekommen haben!
 
Dave hätte doch vor Lachen unter dem Tisch gelegen, weil ich so bescheuert war, Wolfi zu glauben.

Ich hätte mich doch vor meinem Mann bis auf die Knochen blamiert!

Das hei√üt, wenn Dave mir die Geschichte √ľberhaupt abgekauft h√§tte. Als Magier h√§tte ich mich normalerweise mit ihm verbunden und ihm die Wahrheit gesagt. Aber die Wahrheit kann ich ihm in dem Fall nicht sagen, weil das Opfer jemand war, den er vermutlich nicht verh√∂rt haben wollte.

Mein Mann ist manchmal etwas eigen. Drum h√§tte ich ihm nur mein Wort geben k√∂nnen. Und h√§tte er mir geglaubt?¬† So oder so h√§tte es √Ąrger gegeben. Entweder weil ich ein Fremdg√§nger bin oder strunz-d√§mlich und ich vermute, weder das eine noch das andere m√∂chte Dave zum Ehemann.
 
Drum genieß Wolfi mit Vorsicht, er sieht lieb und völlig harmlos aus. Aber das ist er nicht.
 
Genauso wenig Pavo unser Heiler. Ein ehemaliger Priester des Ainuwar und hier unser Heiler. Das ist der Goblin der Dir gleich Blut abnehmen wird.

Wie viel, kann ich nicht genau sagen. Eine Spritze voll, dann kommt es in eine Phiole und wird weggeschlossen. Du siehst es nie wieder.

In so eine Spritze gehen schätzungsweise so 100 bis 200 Milliliter rein, nach meiner Vermutung.

Ich habe mich danach schlecht gef√ľhlt, drum iss am besten noch einige Kekse. Irgendwie komme ich mir komisch vor so mit Dir zu reden, wo Du ein Marder bist. Verwandele Dich zur√ľck Mo‚Äú,
lachte Varmikan und kraulte den Mo-Marder weiter.
 
0 x
Bild

Benutzeravatar
Morasa
MOhikaner
Beiträge: 175
Gegebene Likes: 1
Auszeichnungen: 6
Guthaben: Gesperrt
Volk: Waldalb

Die Freien V√∂lker Die flei√üige Feder in Bronze Rote Laterne Schl√ľsselloch

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#7

Beitragvon Morasa » Mi 24. Mai 2017, 19:42

Morasa
 
verwandelte sich wieder zur√ľck in den Waldalb.
 
"Wenn Wolfi ein Kind ist und Blödsinn anstellt, dann muss er von der Familie erzogen werden. Der Neffe von Dave sagst du. Warum hast du ihn nicht selber bestraft? Er gehört zu deiner Familie Varmikan. Ihr könnt ihm nicht alles durchgehen lassen, dann ändert er sich nicht.
Lesen und schreiben kann ich auch nicht. Kann Dave mir die Auftr√§ge nicht sagen? Was soll ich mit einen Brief? Das Bild ist n√ľtzlich, aber mit den Rest kann ich nichts anfangen. Falls dein Mann mir einen Brief gibt, liest du mir den vor? Deine Warnung werde ich im Kopf behalten.
Das klingt nach einer Menge Blut die Pavo mir abnehmen wird. Ich kann nicht lesen, aber ich weiss das ein kleiner Becher 200 ml enthält. Soviel darf er mir nicht abnehmen.
Das du sehr neugierig bist, ist mir aufgefallen. Und sehr zutraulich bist du, so wie du mich gekrault hast. Dave ist deiner, wenn er dein Ehemann ist. Dann ist dein Mann dienstlich dein Boss. Er behandelt dich nicht so, er achtet dich. Er ist nett, du hast dir einen guten Mann ausgesucht. Er h√§tte dich nicht ausgelacht, du wurdest betrogen genau wie Gasmi. Wenn ihr alle st√§ndig schweigt, passiert nichts. Dann bleibt alles beim alten und Wolfi spielt euch weitere seine Streiche. Das m√ľsst ihr selber wissen. Von mir bekommt er dann was hinter die Ohren".
0 x
Bild

Benutzeravatar
Aino
Zweitcharakter
Beiträge: 19
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Die Handelsallianz

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#8

Beitragvon Aino » Mi 24. Mai 2017, 20:33

Dave kehrte gemeinsam mit den Geistern zur√ľck. Er schritt neben einer Frau her, lie√ü ihr aber bewusst den Vortritt in den Raum. Es war eine gro√üe, schlanke, glatzk√∂pfige Frau und sie musterte Morasa.

‚ÄěWillkommen bei den Geistern Morasa. Ich bin Aino ‚Äď Anf√ľhrerin der Geister, also dieser Gilde.

Gemeinsam f√ľhre ich die Geister mit Dave und Pavo. Dave hast Du schon kennengelernt, er ist meine rechte Hand und Pavo ist mein Berater.

Wir hatten schon lange keinen freiwilligen Neuzugang mehr.

Die meisten hat es hierher verschlagen, auf die eine oder andere Art und Weise, aber eine Bewerbung hatten wir wie gesagt schon lange nicht mehr. Was die Sache umso erfreulicher macht.

Zudem hatten wir bis vor einiger Zeit noch nie einen Alben in unseren Reihen und nun haben wir gleich zwei von Euch im Team.

Dennoch hoffe ich und ich gehe davon aus, dass Du Dich mit all Deinen Zunftgeschwistern gut stellen wirst. Bei uns gibt es keine Splittergruppen nach Tätigkeiten oder Völkern. Weder bleiben die Magier unter sich, noch die Alben oder Dämonen. Wir alle sind Geister, dies solltest Du Dir von Anfang an merken und danach sollst Du hier auch leben. Dave sagte mir, dass Du als Jäger und Kopfgeldjäger gearbeitet hast.

Zudem w√§rst Du in Kalthorst Jozo begegnet und h√§ttest die Begegnung nicht einfach nur √ľberlebt, sondern dem gelben Goblin Paroli geboten. Das ist etwas, dass nicht jeder von sich behaupten kann. F√ľr die meisten endet eine Begegnungen mit Jozo t√∂dlich.

Einst war Jo ein Zunftbruder dieser Gilde.

Unser Gasmi war sein Lehrmeister und sein Partner. Aber Jozo hat uns alle verraten, einschlie√ülich seines Partners. Von daher ist es sicher verst√§ndlich, dass wir auf Jozo nicht gut zu sprechen sind und uns freuen, dass jemand den Gelben im wahrsten Sinne des Wortes in den Arsch getreten hat. Das der Kerl noch lebt, ist uns erst seit kurzem bekannt. Er wollte eine Zunftschwester verkaufen um an Geld f√ľr Drogen zu kommen. Dabei wurde er von Jeelen erschossen. Jedenfalls gingen wir davon aus, dass der Kopfschuss Jozo get√∂tet hat.

Wie uns unser Heiler Pavo berichtete, ist es wohl tats√§chlich m√∂glich, so eine Verletzung zu √ľberleben. Frag nicht warum, Jozo hat sie ebenfalls √ľberlebt.

Jozo ist nicht einfach ein Assassine der seinem blutigen Handwerk nachgeht und dies als Beruf versteht. Der Goblin leidet unter einer Malgorischen Krankheit. Kurzum der Gelbe ist verr√ľckt.

Als wir ihn hier von der Straße holen mussten, damit der Kerl keine unliebsame Aufmerksamkeit auf uns zieht, hatte er in einer Woche 12 Leute ermordet.

Leider hielten wir Jozo f√ľr h√§ndelbar √ľber seine Sucht. Letztendlich hat sich aber gezeigt, dass dieser Kerl weder Freund noch Feind kennt, sondern in seiner Welt gibt es nur n√ľtzliche Werkzeuge und Opfer.

Der Rest den er nicht beachtet, nennt er Statisten. Solltest Du ihm erneut begegnen, sch√§tze Dich gl√ľcklich, wenn Du ein Statist f√ľr ihn bist. Seine Opfer wie auch seine Werkzeug jagt er. Die einen um sie sich komplett anzueignen und auch teilweise zu fressen, die anderen um sie als pers√∂nliche Sklaven zu halten.

Auch wenn Bruder Gasmi es abstreiten wird, Jozo hatte Macht √ľber ihn. Jo ist manipulativ und er kann sich so verhalten, dass Du glaubst er mag Dich. Er kann Dich f√ľhlen lassen, Du w√§rst sein bester Freund.

Aber all das ist nur Fassade hinter der ein gähnender Abgrund lauert. Solltest Du auf ihn reinfallen, wird Dich der Abgrund verschlingen. Wir sind mit ein paar Kratzern davon gekommen. Die meisten Blessuren trug Lydia davon, da sie sein ausgewähltes Opfer war.

Wenn wir die Jagd auf Jozo er√∂ffnen, dann hoffe ich stehst Du an unserer Seite. Keiner unserer Br√ľder und Schwestern wird alleine losziehen und den Goblin jagen. Wir jagen in ihn wenn in Vierer-Teams, gemischt aus Fern- und Nahk√§mpfern. Aber dies geht f√ľr den Anfangplausch zu sehr ins Detail.

F√ľrs erste teile ich Dich Jeelen zu.
Er ist ein Nahkämpfer, unser Scout und Fährtenleser. Ihr werdet Euch gut ergänzen.

Er ist Dein persönlicher Ansprechpartner. Einen Leitwolf benötigst Du nicht, Du wirst also nicht sein Welpe. Dennoch bist Du neu in der Stadt und neu in der Gilde. Jeelen wird Dich beobachten, mit Dir gemeinsam arbeiten und Dir stets zur Seite stehen bei Deinen ersten Aufträgen.

Im zweiten Keller kannst Du Dir ein Quartier aussuchen und Dir entsprechend herrichten, ganz nach Deinen W√ľnschen. Hier oben sind alle Quartiere belegt und sie stehen den ‚Äěalten Hasen‚Äú zu. Es sei denn nat√ľrlich, Du m√∂chtest mit einer Person sp√§ter aus welchen Gr√ľnden auch immer zusammenziehen.

Ich erzähle Dir dies alles offen und ehrlich, denn Du hast um die Aufnahme in unsere Gilde gebeten Morasa.

Pavo wird Dir jetzt Blut abnehmen.
Dein Blut besiegelt Deinen Eintritt in unsere Familie",
sagte Aino gewichtig.

"So ist es. Du musst keine Angst haben", sagte der alte Goblin freundlich.

Der alte Heiler packte eine große Spritze aus. Er band den Arm von Morasa ab, klopfte nach einer Ader und schon wurde dem Waldalben Blut abgenommen. Nachdem Pavo sein Werk vollendet hatte, löste er das Band um Morasas Arm, verstaute die Spritze in der Tasche und nickte knapp Dave und Aino zu. Dann verließ der Goblin den Raum.

Jeelen musterte Morasa und grinste ihn kurz gut gelaunt an.

"Von mir ebenfalls willkommen in der Familie. Du hast unseren Boss geh√∂rt. Wann immer Du Deinen ersten Auftrag erh√§ltst, ziehen wir gemeinsam los. Du kannst mich nat√ľrlich auch alles andere rund um unsere Zunft fragen. Am besten setzten wir uns heute Abend auf ein Bier zusammen, oder Du setzt Dich einfach zu uns hier ins Wohnzimmer. Hier treffen sich Abends all die, die noch nicht schlafen k√∂nnen oder wollen um sich zu unterhalten", erkl√§rte der Goblin freundlich.

Wolfi stellte sich neben Dave, lehnte sich gegen seinen Onkel und musterte den Waldalben. Seddik tat es Anwolf gleich, nur lehnte sich der große Ork gegen Daves andere Seite.

"Noch ein Spitzohr. Ich hoffe Du weißt Dich besser zu benehmen als der Frostalb. Ich behalte Dich im Auge Freundchen", sagte Seddik mit seiner tiefen, brummenden Stimme.
"Der Frostalb heißt Varmikan und er benimmt sich", warf Dave ein.

"Willkommen Morasa. Kommt nur drauf an, wie er sich benimmt Davy, ob gut oder schlecht", lachte Lydia, was die anderen ebenfalls loslachen ließ.

"Du geh√∂rst jetzt zum Rudel!", rief Gasmi, grabschte Urako am Arm und sch√ľttelte ihn leicht durch.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Urako
Zweitcharakter
Beiträge: 181
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Tiefling

Die Freien Völker

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#9

Beitragvon Urako » Do 25. Mai 2017, 09:26

Urako be√§ugte argw√∂hnisch die Runde. Jeder hie√ü den Neuling sofort aufs Herzlichste willkommen, sogar Varmikan! Gasmi verk√ľndete gar, er w√§re nun Rudelmitglied! Waren die alle bescheuert? War ihre Zuneigung denn so billig zu haben? Was hatte der Alb, was Urako nicht hatte, dass sie ihn alle so verg√∂tterten und wahrscheinlich am liebsten gleich umarmen wollten oder schlimmeres? War er selber auch so herzlich begr√ľ√üt worden? Nein! Mitnichten!

Unwirsch sch√ľttelte Urako den treulosen D√ľsterling ab, der vor lauter Aufregung seinen Arm sch√ľttelte. Er trat vor Morasa und betrachtete ihn unversch√§mt langsam von Kopf bis Fu√ü, wobei er nicht vers√§umte, den Blick auf H√ľfth√∂he etwas l√§nger weilen zu lassen. Immerhin war der Typ pragmatisch gekleidet und kein eitler Gockel wie Dave, sondern trug waldtaugliche Kleidung. Auch pr√§sentierte er seinen K√∂rper nicht schlampig, so dass er auf Urakos Potenzieller-Konkurrent-Liste einen halben Millimeter nach unten rutschte. Aber mehr auch nicht.

Dass Gasmi so begeistert von dem Typen war und Varmi ebenso, machte Morasa in Urakos Augen kreuzgef√§hrlich. Wenn er nicht aufpasste, w√ľrde er selbst in k√ľrzester Zeit einsam in einer Ecke versauern, w√§hrend die neuen besten Freunde miteinander tranken und scherzten und Gasmi dem Kerl sch√∂ne Augen machte. Und Urako w√§re wieder das, was er den Rest seines Lebens gewesen war, ein ungeliebter Au√üenseiter, gerade mal gut genug, um seinen Job als Scharfrichter auszuf√ľhren. Einsam mit seiner Flasche in irgendeiner finsteren Ecke, w√§hrend nebenan das Leben tobte und er das Lachen durch die steinernen W√§nde vernahm.

Urako beschloss, sofort die Fronten zu klären, ehe der Waldalb sich als Keil zwischen sie alle drängen konnte.

"H√∂r zu, Baumknutscher", begann er seinen ersten Dialog mit Morasa mit einer Beleidigung, "Wenn Varmi dich auch nur einmal eine Sekunde zu lange anschaut, verarbeite ich dein Gesicht zu einer Fleischpastete. Wenn Gasmi dich eine Sekunde zu lange anschaut, verarbeite ich nicht nur dein Gesicht, sondern deinen ganzen erb√§rmlichen Rest zu einer Fleischpastete." Dass Morasa in beiden F√§llen keine Schuld tragen w√ľrde, sondern jene, die ihn anschauten, war Urako egal. Sollte der Alb halt daf√ľr sorgen, sich selber unbeliebt bei den wichtigsten beiden M√§nnern in Urakos Leben zu machen und sich vor allem stets bis zum Hals zugeschn√ľrt kleiden!

Urakos Herz schlug so heftig, dass es sich anf√ľhlte, als w√ľrde jemand rhytmisch die Faust gegen seine Brust schlagen und er ballte die F√§uste. Ein Gef√ľhl schmerzhafter Leere breitete sich in seinem Brustraum aus, wie ein Vakuum und ein tr√ľber Schleier legte sich √ľber seine Wahrnehmung. Das Einzige, was er noch klar und deutlich sah, war die drohende Gefahr vor seinen Augen in Gestalt des Waldalben.
0 x
Bild

"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter

Benutzeravatar
Varmikan Eisseher
Zweitcharakter
Beiträge: 84
Guthaben: Gesperrt

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#10

Beitragvon Varmikan Eisseher » Do 25. Mai 2017, 12:47

Varmikan musterte Urako erstaunt und stupste den Tiefling mental an. Es freute Varmi, dass Urako ihn so sehr mochte, dass er einen anderen daf√ľr sogar bedrohte. Bei dem Blick in den Schritt von Morasa, musste sich Varmikan ein Grinsen verkneifen.

`Wahre Freundschaft, Urako muss Frostalbenblut haben¬ī, dachte Varmikan gut gelaunt.

"Wo wir gerade so gem√ľtlich beieinander sind, muss ich Dich dringend was fragen Urako. M√∂chtest Du mein Trauzeuge werden, wenn Dave und ich heiraten? Bitte sag ja", sagte Varmikan.

Der Frostalb schlenderte zu Dave und quetschte sich bewusst zwischen seinen Mann und Seddik.

"Hier steht der Frostalb, nicht der Ork", stellte Varmikan klar, w√§hrend Dave ihm einen Arm um die H√ľfte legte.

"Was sagst Du Puschel? Machst Du mir die Freude?", hakte Varmi nach.
0 x
Bild