Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Morasa

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#191

Beitrag von Morasa » Sa 15. Jul 2017, 15:25

Morasa

hielt sich die verletzte Schulter und biss die Zähne zusammen. Der Schulterschuss schmerzte unglaublich. Dieser dämliche stumpfsinnige Ork, konnte noch nicht einmal zielen. Wieviele Schüsse musste er einstecken, bis er tot war? Wenn dieser Fettsack von einen Stümper seine Hinrichtung übernahm, würde es lange dauern. Ein Profi war der Fettsack nicht und der Trottel hatte nur nach unten zu schiessen.
Das hätte jedes vier jährige Waldalbenkind mit verbundenen Augen hinbekommen, jemand einen Pfeil in den Schädel zu jagen. Aber dieser selbstverliebte, leichenblasse Fleischberg war selber dazu zu dämlich.
Morasa hoffte dass der Fettsack bei seiner Glotzerei den Halt verlor und vom Dach in den Tod stürzte. Dass hatte der Albenhasser verdient. Er sollte sich das Genick brechen, oder sämtliche Knochen zerschmettern. Bei seinen Unglück wusste Mo, wenn der Ork stürzte, würde bestimmt genau in dem Augenblick der Tiefling vorbeifliegen und ihn auffangen. Es konnte nur so sein.
Daves Hund Fedor drückte ihn zu Boden, als er sich gerade aufrichten wollte. Der Hund fletschte die Zähne und drohte seine Kehle zu zerfleischen. Aber der Hund war unschuldig. Fedor war nur der verlängerte Arm von Dave.

"Nichts weisst du und du verstehst nichts. Vielleicht willst du es nicht sehen und verstehen. Ist jetzt auch egal. Bring es zuende. Nur lass es nicht diesen Stümper von einem Ork tun. Der ist zu blöde um ordentlich zu schiessen. Gerade aus nach unten, dass bekommt er nicht hin. So ein schwachsinniger Trottel, ein Wunder das er gerade aus laufen kann. Wer gibt dem bleichen Affen eine Armbrust? Bring es selber zuende, töte mich persönlich mit eigener Hand. Ich gebe dir einen Grund warum. Ich hätte dich getötet Dave."

Morasa starrte Dave in die Augen und wartete ab.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#192

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Sa 15. Jul 2017, 17:24

Dave musterte Morasa kopfschüttelnd.

"Du verstehst nicht worum es hier geht Mo. Wir wollten Dir nicht schaden, wir wollten Dir zeigen wo Dein Platz ist. Zudem sollst Du aufhören, ständig Deine Geschwister zu bedrohen. Sonst ist ein Zusammenleben nicht möglich!

Das führt zum nächsten Punkt.

Seddik hätte Dich töten können, aber er hat es nicht getan. Er hat Dich kampfunfähig gemacht, dass ist ein Unterschied. Damit wir über Dein Leben entscheiden können. Du hast Deinen Boss beleidigt, Deine Geschwister bedroht. Wir müssen über Dich als Bruder entscheiden.

Reden bringt bei Dir leider nichts. Wir alle haben es versucht Mo. Du begreifst nicht, was man von Dir möchte. Du begreifst nicht, dass es in einer Gruppe Regeln gibt, an die sich alle halten müssen, damit alle miteinander auskommen.

Aber Du wirst es begreifen müssen Mo. Es gibt keine Familie ohne ihre eigenen Spielregeln.

Ich habe Dich in die Gilde gebracht, folglich bin ich für Dich verantwortlich und leider auch für Deine Taten und Untaten. Pavo wird Deine Erziehung übernehmen, er hat es sogar geschafft, dass Jozo begriffen hat, was Regeln sind.

Du bist nicht wie Jozo bösartig, Du bist nur... nun nennen wir es mal ungebildet und sehr unwillig, was das Lernen angeht.

Das Angebot von Urako hättest Du annehmen sollen. Das hätte Dir dabei geholfen, weit mehr zu lernen. Lesen und Schreiben wirst Du mit so einer Einstellung ebenfalls nicht lernen, denn zum Lernen gehört versagen. Nur so lernt man. Wenn Du jedes Mal die Fassung verlierst, wird das nichts.

Ich persönlich wünsche nicht Deinen Tod Morasa, auch wenn Du Dir meinen wünscht.
Bedauerlich, aber nichts Neues für mich. Du verhältst Dich im Gegenteil sehr "familiär".

Der Grund weshalb Du meinen Tod wünscht - ob aus Liebe oder Hass ist mir gelinde gesagt gleichgültig. Falls Du die Drohung ernst meintest und das keine Deiner Trotzreaktionen ist.
Ich werde Dich später auslesen, inwieweit Du erziehbar und noch tragbar für uns bist.

Ich persönlich wünschte mir von Dir Freundschaft.

Du angeblich auch, wäre Zeit gewesen es zu beweisen, anstatt selbst im Dreck noch Widerworte zu geben und die Hand zu beißen die Dich füttern wollte.

Nach der Auslesung und eventuellen Erziehung durch Pavo, werde ich nicht über Dein Schicksal entscheiden. Pavo und Aino werden entscheiden, ob Du wieder zu uns gehörst oder unter die Erde",
sagte Dave.

Der Magier griff Fedor behutsam ins Halsband und zog den großen Hund von Morasa herunter.

"Sackt ihn ein und schafft ihn in eine Zelle. Ich möchte ihn nicht mehr sehen. Zumindest heute nicht mehr", sagte Dave tonlos.

Jeelen hängte sich seine Armbrust an seinen Gürtel, schnappte sich sein Fesslungswerkzeug und ging auf den Waldalben zu.


**

[Deine Chance zu reagieren Mo :)]

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#193

Beitrag von Morasa » So 16. Jul 2017, 00:43

Morasa

starrte Dave hinterher.

"Der Grund war Liebe und ich wollte dich behalten."

Die Worte sagte Mo ganz leise, aber Dave konnte sie hören.
Als der Goblin auf Morasa zu kam um ihn zu fesseln, verwandelte sich Mo blitzartig in seine Mardergestalt und flitzte unter die Beine von Kariakin davon. Der Marder rannte so schnell es ihm seine Verletzung erlaubte und verschwand in eine dunklen Ecke. Dort kletterte er so schnell und geschickt er noch konnte die Mauer hoch auf der anderen Seite herunter und flitzte im Zickzackkurs durch die Fussgänger davon bis er nicht mehr zu sehen war.
Morasa hielt erst an, als er einige Häuserblocks weit von den Geisterhaus entfernt war. Seine Brust schmerzte von der Anstrengung und von Daves Worte. Seine Schulter fühlte sich glühend heiss an.
Er hatte alles verloren, seine einzigen Freunde Mauli und Dave, seine Gilde, seinen Bogen, seinen Dolch und sogar seine Kleidung.
Morasa hatte nichts mehr. Sogar die Penner mit ihren Gammelklamotten hatten wenigstens noch das was sie am Leib trugen. Morasa besass nichts.
Die Ohren des Marder zuckten und er drückte sich ganz tief in die dunkle Häuserecke.
Das war der letzte Versuch gewesen, dass schwor sich Mo. Diesmal hatte es ihn einfach zu viel Lehrgeld gekostet. Durch seine eigene Dummheit stand er vor dem Nichts. Er musste zurück zu seine Hütte kommen. Hier in der Stadt würde er nicht überleben und die Geister würden ihn vermutlich schnell finden. Er musste ein Marder bleiben, solange er in der Stadt war. Ein nackter Mann wurde sofort auffallen und bestimmt auch verhaftet werden. Menschen waren da ja ziemlich komisch was das Nacktsein betraf.
Morasa wartete bis er einigermassen Kräfte gesammelt hatte, dann flitzte er erneut los. Er rannte bis seine Lunge vor Erschöpfung brannte. Morasa flitzte als Marder in die Richtung, wo er den Wald in Erinnerung hatte. Als die ersten Bäume in Sicht kamen, fühlte er sich schon erleichert. Trotzdem rannte der Waldalb in seiner zweiten Gestalt weiter. Er rannte tief in den Wald hinein und suchte sich eine Höhle als Versteck wo er auch als Waldalb hinein passte.
Zuerst liess er sich dort als Marder einfach fallen und blieb liegen wo er war. Lang ausgestreckt ohne jede Kraft lag Mo dort und wartete ab.
Seine Schulter fühlte er nicht mehr. Aber das war nicht schlimm. Es war besser so. Als er nochmals Kraft gesammelt hatte und sein Atem wieder normal ging nahm er seine erste Gestalt an.
Er war noch nie so gerannt, dass sein Atem wegblieb. Er war sonst gut in Form und ein sehr guter Läufer. Aber dass war er unverletzt ohne Mörder auf den Fersen die seine Familie sein sollten.
Mo blieb während er sich verwandelte so liegen, wie er als Marder gelegen hatte. Und auch als Waldalb blieb er noch so liegen. Er lag nackt in der Höhle und wünschte er hätte seine Waldhütte und Kalthorst nie verlassen.
Zurück dahin schaffte Mo es bestimmt nicht. Langsam richtete sich Morasa auf und verfluchte den Tiefling und den Ork. Sie hatten was sie wollten.
Morasa wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Irgendwann würde er sich rächen. Falls er die Chance dazu bekam.
Jetzt musste sich Morasa um seine Schulter kümmern. Die Wunde war geschwollen und sah nicht gut aus. Der Armbrustbolzen steckte noch da drin. Ihm entfuhr ein schmerzhaftes Knurren, das nicht zu dem Waldalb aber zu dem Marder passte.

"Ich schwöre bei Ardemia, wenn ich das überstehe werde ich den Tiefling und den Ork das wegnehmen was sie lieben. Damit sie sich Scheisse fühlen.
Damit sie wissen wie es ist einsam zu sein diese Albenhasser."

Morasa legte seine Lippen an das Loch in seiner Schulter. Er biss in die Haut und etwas Fleisch rings um die Wunde raus und saugte Blut aus. Er spuckte die Haut, die Fleischfetzen und das Blut weg. Er wiederholte den Vorgang immer wieder.
Sein Mund war voller Blut, aber er hatte kein Messer um sich zu helfen. Nach einigen Bissen erwischte er zusammen mit dem Blut etwas Hartes. Beinahe hätte er sich einen Zahn abgebrochen. Er biss vorsichtig weiter und unterdrückte sein Kotzgefühl. Morasa spuckte das Harte auf den Höhlenboden. Dabei musste er doch von seinem eigenen Blut würgen und kotzen.
Der Armbrustbolzen lag zwischen Blut und Kotze auf dem Boden. Morasa angelte ihn heraus und wischte ihn so gut es ging am Boden ab. Er würde den Bolzen als Faustpfand aufheben. Mo wollte ihn erst dann wegwerfen, wenn er seinen Schwur geleistet hatte.
Der Waldalb schaufelte Erde über sein Blut und Gebrochenes und rutschte ein Stück von der Stelle weg. Dort legte er sich auf seine gesunde Seite und versuchte seine Gedanken zu ordnen und seine Schmerzen zu ignorieren.
Nach einer Runde Schlaf wollte er sich blutstillende Pflanzen suchen um sie zerkaut in die Wunde zu drücken. Wenn das nicht helfen sollte, wusste er keinen Rat mehr. Bis zu seiner Hütte war es ein zu weiter Weg. Das würde Morasa niemals schaffen. Die Pflanzen waren seine einzige Chance. So schlecht war es ihm noch nie ergangen. Morasa wollte nicht heulen, aber unter der Erde sah es niemand und er konnte es nicht verhindern, dass ihm die Tränen kamen.
Mo strich sich eine Haarsträhne hinter sein Ohr. Was passieren würde lag jetzt in Ardemias Hand. Wenigstens war er im Wald falls er für immer einschlief.
Der Gedanke beruhigte Morasas durchgewirbelte Nerven und er schlief ein.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#194

Beitrag von Aino » So 16. Jul 2017, 09:15

Aino hatte genau wie alle anderen die Worte des Waldalben gehört, auch wenn er sie leise gesprochen hatte. Der ganze Streit, die ganze Eskalation, weil Mo Dave liebte, weil er ihn zum Freund wollte...

Im Grunde war die Tatsache ehr zum heulen, anstatt zum streiten und das für alle beide. Aino hätte ihnen beiden die Freundschaft gegönnt und gewünscht.

Für einen Moment hatte Aino gehofft, dass gerade deshalb Morasa den Hinweis von Dave begreifen würde.

Kurz auf den Punkt gebracht hatten alle versucht Mo eines zu erklären - kapituliere, dann bleibst Du in der Familie.

Keiner von ihnen wollte Mo tot sehen oder verbannen, gut vielleicht bis auf zwei Ausnahmen. Aber der Großteil ihrer Gilde hatte sich mit Mo verstanden.

Das der Waldalb immer genau das Gegenteil von dem verstand, was ihm wirklich gesagt wurde, war schon eine harte Nuss. Das Kapitulation für ihn nicht in Betracht kam, war im Grunde kein schlechter Wesenszug, hieß es doch zeitgleich, dass er genauso für sie kämpfen würde.

Das er aber gar nicht gegen seine Gilde kämpfen musste, dass sah Mo nicht.
Er begriff nicht, dass er sich hier nicht zu verteidigen hatte.

Nur durch seine ständige Verteidigungsbereitschaft, die er leider jedem unter die Nase rieb, war es erst soweit gekommen. Dave hatte mit seinem Hinweis Recht. Mo hätte das Angebot Selbstbeherrschung zu erlernen annehmen sollen. Das hätte ihn weiter gebracht, als sich der Waldalb vermutlich vorstellen konnte.

So blieb er bissig wie ein Frettchen bis zum letzten Atemzug.

Das Dave bei Morasas Info noch ruhig blieb, verwunderte Aino nur einen winzigen Moment. Jeder andere wäre wohl Mo an die Gurgel gegangen, aber Dave blieb wie immer ruhig. Das der Waldalb ihn aus purer Zuneigung bedroht hatte, machte die Sache nicht besser, aber sie machte die ganze verrückte Handlungsweise von Mo verständlich.

So profan es auch klang, Morasa und Dave hätten einfach mal miteinander reden sollen. Jeder hätte auf den Tisch packen sollen, was er dachte und fühlte ohne den anderen dabei zu verurteilen. Ganz ohne die anderen dabei hinzu oder zu Rate zu ziehen. So hätten sie Ihr Problem allein unter sich geklärt.

Aber genau lag das Problem.
Mo konnte scheinbar über Probleme nicht sprechen, da er es nicht gewöhnt war.
Und Dave zog es vor zu Schweigen oder zu fliehen.

Als beide dann miteinander gesprochen hatten, hatte es folglich geknallt, da sich beide vom anderen angegriffen fühlten.

Das war die eine Seite der Medaille. Die andere Seite war, dass Morasa überhaupt kein Gespür dafür hatte, wie er sich eine Gruppe oder Familie zu intrigieren hatte. Er wollte dazugehören, dass merkte man dem Waldalb an. Er sehnte sich nach Gesellschaft und der Geborgenheit einer Gruppe.

Zeitgleich sah er überall Feinde und verspürte den Zwang, sofort die Fronten klären zu müssen bei der geringsten Unstimmigkeit.

Das und wie er sich einzufügen hatte, hatten zig Leute versucht Mo zu erklären. Der Waldalb hatte es einfach nicht begriffen. Vielleicht hatte Morasa es auch begriffen, da er bei Belehrungen öfter zugestimmt hatte, nur konnte er scheinbar seine uralten Verhaltensmuster nicht ablegen.

Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Waldschrat.
Ein Eigenbrötler, ein Eremit der alleine eine Ewigkeit im Wald gelebt hatte.
Der Alb kannte kein Miteinander und dessen Umgangsformen.
Aber sie waren bereit gewesen, ihm dies beizubringen und hatten ihn dennoch aufgenommen.

Aino schaute genau wie alle anderen perplex dem Marder hinterher.

Sie wie jeder andere hätte vermutlich auch jetzt noch zur Armbrust oder zum Bogen greifen können und Morasa wäre eventuell auch in dieser kleinen Gestalt gestorben, aber wie Dave schon richtig angeführt hatte, niemand hatte den Tod von dem Holzkopf gewollt.

Aino blickte ihm noch eine Sekunde nach, ehe sie ihren Bogen auf dem Rücken verstaute.

Es war bedauerlich, dass es so enden musste, gerade weil Morasa seit langer Zeit ein freiwilliger Bewerber gewesen war. Nun war es nicht mehr zu ändern, er hatte gewählt. Auch wenn er in Ainos Augen falsch gewählt hatte.

"Dave, gib Morasa seine 12 Stunden. Dann such ihn und sag mir wo er sich befindet", befahl Aino.
"Verstanden, ich kümmere mich drum", antwortete Dave.

"Abrücken Leute, lasst uns zurück ins Haus gehen. Hier gibt es nichts mehr zu sehen. Tja und was machen wir jetzt mit Dir?", fragte Aino Kariakin.

"Vielleicht möchte er auf den Schreck erst mal hier bleiben. Er könnte sich ausruhen und sich mit den Centauren was unterhalten. Und vielleicht könnte ich ihn dann vermessen und untersuchen", schlug Pavo vor.

"Du hast das Angebot von Pavo gehört, überleg es Dir", sagte Aino zu dem Greif.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#195

Beitrag von Gasmi » So 16. Jul 2017, 09:28

Zuerst hatte Puschel in umarmt und dann natürlich ganz wie es Puschels Art war, angemeckert. Er hatte ihn sogar geohrfeigt, aber Gasmi hatte es sich nicht gefallen lassen und Puschel die Wahrheit gesagt.

So konnte sich der Tiefling nicht verhalten und wenn er ihm dafür in aller Öffentlichkeit den Arsch versohlen musste, dann tat er das auch.

Aber Puschel fauchte nicht erneut zurück, sondern er entschuldigte sich auf Knien. Gasmi zerrte seinen Mann wieder auf die Beine.

"Was soll denn das?", flüsterte er leise und wuchtete Urako wieder in die Höhe.

"Wie ich sagte, es sollte eine Überraschung für unsere Hochzeit werden. Diese Überraschung werde ich Dir verraten. Ich suche einen Tätowierer, damit wir unsere Hochzeitsschwüre für immer auf der Haut tragen.

Schmuck kann man verlieren oder er wird gestohlen. Manche Leute machen auch ihre eigenen Dinge kaputt, hab ich gehört. Aus dem Grund dachte ich, dass wir uns unsere Ringe, oder etwas anderes als ewiges Zeichen unserer Verbundenheit in die Haut tätowieren lassen.

Seemänner sind soweit ich weiß, tätowiert. Also muss es doch am Hafen auch die Leute geben, die ihnen die Tätowierungen unter die Haut stechen Puschel.

Was sagst Du zu meiner Idee? Bist Du damit einverstanden? Eigentlich wollte ich Dich damit überraschen, aber es ist vielleicht doch besser, wenn Du vorher in Ruhe darüber nachdenkst. Falls Du nichts in Deiner Haut haben möchtest oder Angst vor Nadeln hast.

Aus dem Grund wollte ich nach Obenza zum Hafen. Falls Du einverstanden bist und einen Tätowierer in der Nähe kennst, dann lass und dahin fliegen. Ich habe hier keinen gefunden",
erklärte Gasmi und krabbelte auf Urakos Rücken.

"Flieg los", lachte der Düsterling.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#196

Beitrag von Crize » So 16. Jul 2017, 09:47

<< Von hier kommen sie.

Nach langem Flug landeten sie vor einer verlassenen Scheune. Aksoy musste völlig erledigt sein, aber Crize spürte, dass sein Baby hier drin sein musste und wollte nur noch hinein. Die Tür war verschlossen, also kletterte der dürre Rakshaner hinauf bis zu dem Loch im Dachstuhl und stieg hinein. Drinnen roch es nach Heu und nach Verwesung, dass es jedem anderen den Atem rauben würde. Oben auf dem Heuboden, gegenüber der Öffnung, in einem Joch an der Wand hing ein Bild des Jammers und Crize musste anfangen zu weinen, als er Mauli in so einem Zustand sah. Sein Gesicht war quasi nicht mehr vorhanden und er lag ihm Sterben. Weinend band Crize ihn los. Mauli war nur noch Haut und Knochen und reagierte nicht auf seine Anwesenheit. Er zog ihn zum Loch im Dachstuhl. Mauli wog im gut genährten Zustand viel zu viel, als dass der dürre und unmuskulöse Crize ihn auch nur eine handbreit hätte bewegen können, doch jetzt war er federleicht. Crize ließ ihn aus dem Loch fallen und Mauli landete in einer unnatürlichen Verrenkung unten im Gras.

Crize schnitt ein Stück von der mitgebrachten Leiche ab. Sie stank inzwischen, aber er war diesen Geruch gewohnt und zerkaute das verwesende Fleisch, um den Brei Mauli mit zwei Fingern in seinen ebenso verwesenden Rachen zu stopfen. Da er Angst hatte, dass das zu wenig war, schnitt er Maulis Bauch vorsichtig auf und machte ein Loch in den Darm, wo er so viel Leichenfleisch reinstopfte, wie es ging. Und endlich zeigte Mauli eine Reaktion. Das Fleisch direkt in den Verdauungstrakt zu stopfen war eine effektive Hilfemaßnahme für einen Ghul und bald war sein Gesicht wieder so rekonstruiert, dass er allein essen konnte. Auch das Loch im Bauch schloss sich wieder. Crize war all die Zeit bei ihm. Nachdem Mauli sich sattgegessen hatte, wurde er unruhig.

"Wo ist Mo?", fragte er. "Er ist in Gefahr! Wir müssen sofort zum Geisterhaus!"

Da Aksoy so erschöpft unmöglich alle beide und dann noch die angenagte Leiche schleppen konnte, gingen sie zu Fuß durch die Stadt. Sie versuchten, sich in unbelebten Straßen zu halten, denn Aksoy und Crize sah man das Chaos schon von weitem an und auch die Toleranz der Handelsallianz hatte ihre Grenzen. Bald kamen sie unter Maulis Führung in die Nähe des Geisterhauses.

"Hier war ich schon mal", verkündete Crize. "Die sind echt nett da!"

Doch Mauli hielt inne und witterte. "Mo", sagte er und machte auf dem nicht vorhandenen Absatz kehrt. Auf allen Vieren schnüffelte er die Pflastersteine an und folgte der Spur. Crize guckte etwas verstört, weil sie den ganzen Weg wieder zurückgingen, nur eine Straße daneben und auch in einiger Entfernung an der Scheune wieder vorbeikamen. Er führte sie in den Wald, vorbei an hohen Fichten, dunklen Tannen und moosbewachsenen Eichen. Crize mochte keine Wälder, er hatte das Gefühl, dass hinter jedem Baum und Strauch ein gefährliches Raubtier lauern konnte. Viel lieber war ihm die weite, überschaubare Steppe, doch Mauli folgte der Spur über Stock und Stein immer tiefer in den Wald hinein. Irgendwann kroch er kopfüber in eine unheimliche Höhlenöffnung.

"Mooooooooo", heulte er auf. "Was habe sie mit dir gemacht?!" Mit ungschickten Händen patschte er auf dem Verletzten herum. Dann zog er ihn an den Füßen heraus, weil sie nicht alle in die Höhle passen würden. Der arme Mo hatte nicht einmal mehr Kleider am Leib, war blutverschmiert und sah sehr blass aus. Wahrscheinlich hatte er auch geweint, denn seine Augen waren rot und seine Wimpern nass.

"Oh nein", rief nun auch Crize aus, sogleich von tiefstem Mitleid erfüllt. Morasa sah aus, als wäre er nicht nur körperlich verletzt, sondern auch seelisch. Sie mussten umgehend erste Hilfe leisten! "Aksoy, mach uns bitte sofort einen Kaffee! Die Zutaten sind hier." Er reichte ihm eine kleine Messingkanne und Kaffeepulver. Wasser gab es sicher in der Nähe in einem Bach. Auch Feuersteine und Zunder hatte Crize wie jeder Rakshaner bei sich, um im Notfall Kaffeewasser kochen zu können. Wie man Wunden versorgte, wusste Crize nicht. Aber er war sicher, dass es Mo gut tun würde, wenn man ihn mit frisch gebrühtem Kaffee versorgte und einfach bei ihm war. Niemand sollte allein sein und noch weniger sollte jemand allein und verletzt in einem Erdloch im Wald stecken!

Crize zog eine seiner zahllosen Kleiderschichten aus und quetschte Mo hinein. Es war ein kunterbunter dünner Pullover und eine rot-grün-geringelte lange Hose, beides für Crize weit und bequem, bei Mo allerdings recht eng. Crize zog das immer zu Hause in seiner Freizeit an oder als Schlafanzug. Aber immerhin musste Mo nun nicht mehr nackt sein und würde sich dadurch sicher gleich ein Stück besser fühlen. Die bunten Farben munterten ihn bestimmt auch auf.

Mitfühlend streichelte Crize über Mos Wunde, während Mauli klagend und heulend um ihr Lager kroch und Urako verfluchte. Er war sicher, dass der grausame Tiefling, der ihn selbst fast umgebracht hatte, auch Schuld an dem Zustand seines neuen Freundes war.

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Morasa

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#197

Beitrag von Morasa » So 16. Jul 2017, 13:32

Morasa
 
war in eine Art Dämmerschlaf gesunken, als er dachte er hörte Maulis Stimme. Zuerst dachte Mo, er hätte Fieber und die Stimme hörte er, weil er Mauli so vermisste. Doch plötzlich war sein Gul bei ihm in der Höhle und weinte, als er sah was ihm passiert war. Schon dafür hätte Morasa ihn gerne gedrückt und musste sich selber die Tränen verkneifen.
Bevor der Waldalb seinen Arm um seinen Gulfreund legen konnte zog er ihn an den Füssen aus der Höhle raus. Aber wo war Mauli gewesen und was war ihm passiert?
Draussen zuckte Morasa erschrocken zusammen. Dort stand ein Rakshaner. Und eine Wand aus Tiefling. Mo schluckte jeden Kommentar herunter der ihm zu dem Rakshaner einfiel. Der Tiefling würde Mauli und ihn sofort töten. Die Pranken waren wie die von einen Bär und er hatte bestimmt so eine Kraft.
Aber dann beklagte auch der Rakshaner Morasa seinen Zustand und sagte den Tiefling er sollte Kaffee kochen. Mo erkannte sofort die Stimme. Das war der Mann der ihm Mauli geschenkt hatte. Das war kein Feind. Er schämte sich, als ihm einfiel dass er ihn damals vergiften wollte. Er war wirklich ein Idiot. Der Mann hatte ihn freundlich behandelt. Er hatte ihm sogar Mauli geschenkt. Mauli war ein echter Freund, er hatte nach ihm gesucht und ihn sogar unter der Erde gefunden. Das würde Morasa ihm niemals vergessen.
Und Mo schämte sich, dass es ein Rakshaner und ein Tiefling war die ihm halfen. Der Rakshaner gab ihm sogar von seiner Kleidung ab, was ihn noch mehr beschämte. Der Waldalb befühlte die Kleidung und wusste nicht was er sagen sollte.
 
"Danke dass du mich gerettet hast Mauli, du bist ein echter Freund. Was haben sie mit dir gemacht? Varmikan hat gesagt, sie hätten dich. Was meinte er damit? Was ist passiert? Was haben sie dir angetan Mauli?."
 
Morasa lehnte sich erschöpft an den Rakshaner an und liess ihn die Wunde anschauen.
 
"Danke für alles. Dafür dass du mir Mauli geschenkt hast und dafür dass du mich gerettet hast und das du sogar mit mir deine Kleidung teilst. Meine Gedanken über dich waren völlig falsch, du bist ein guter Mann. Leider hab ich deinen Namen vergessen. Ich hab dich eben nicht direkt erkannt. Erst an deine Stimme hab ich dich erkannt Rakshaner.
Wir haben uns bei den Geistern kennengelernt. Dort hatte ich mich auf einen Job beworben und ich dachte dort wird alles gut. Nichts wurde gut, alles lief schief. Direkt von Anfang an. Nicht von ganz Anfang an. In eine Taverne habe ich Varmikan und Dave kennengelernt. Die haben mich angeworben und ich hab den Job angenommen. Dann sind wir zu denen nach Hause ins Gildenhaus. Und als ich mich vorgestellt habe, da gings schief. Ein Ork und ein Tiefling haben mich direkt beschimpft.
Der Streit ging durch die ganze Gilde, so als hätte eine Familie Streit. Dave war zuerst auf meine Seite. Er hat mich verteidigt. Und danach war er so wütend, dass er sich besoffen hat. Er wollte nicht in dem Haus bleiben. Dave wollte besoffen alleine nach Hause gehen in sein Haus dort in der Stadt. Ich wollte ihn nicht allein gehen lassen. Es kann viel passieren und er war besoffen. Ganz gewaltig besoffen.
So wie ein Kamerad es tun würde, habe ich ihn nach Hause gebracht. Da haben wir weiter getrunken und geredet. Er war ganz nett zu mir und wir haben dort geschlafen. Als er geschlafen hat, hab ich ihn in den Arm genommen. Er ist echt heiss und ich wollte ihn gerne als Freund. Darum hab ich ihn gestreichelt. Er war am schlafen, aber das war Scheisse von mir.
Sein Mann und sein Neffe kamen am Morgen vorbei und waren sauer. Varmikan sein Mann hat Dave mitgenommen. Dave sein Neffe ist mit mir nach Hause gegangen. Wolfi heisst er. Er hat mir erklärt, warum alle sauer auf mich sind.
Das war so, der Tiefling Urako hat mich zu Anfang genau wie der Ork beleidigt. Da habe ich ihm gesagt, dass es bedauerlich um ihn ist. Als er mich angreifen wollte, habe ich ihm gesagt greif mich an und stirbt. So war das. Darf ich mich nicht verteidigen?
Weisst du, Wolfi hat Recht. Alle anderen auch. Man soll Frieden halten. Aber nur ich? Soll ich mich bedrohen und töten lassen? Ich hab nichts getan, ich hab es angedroht. Lässt mich Urako in Ruhe, dann ich ihn genauso.
Dann war eine Zeit Ruhe. Wolfi gab mir meine Lampe die ich für mein Quartier brauchte. So ein dunkles Kellerloch von einem Scheissquartier, dass sonst niemand wollte.
Wir haben geredet und seine Meinung war verständlich. Und trotzdem hat er mich bedroht. Er sagte, wenn ich nicht tue was er sagt, wird sein Vater mich umbringen. Netter Junge.
Später kam Lydia in mein Quartier. Eine kleine fette Zwergin. Sie ist nett, ich mochte sie. Sie sagte ich soll mich mit den anderen versöhnen, weil Zusammenhalt muss sein. Das klang gut.
Urako der Tiefling hatte Dave in die Zellen gesperrt. Aber er wollte nicht befreit werden, Pavo wollte sich mit ihm aussprechen. Verwirrend alles oder?
Das habe ich gehört, die sind in der Nähe. Da bin ich gucken gegangen. Ich habe mich bei Dave versteckt und Pavo und er haben geredet und sich versöhnt. Danach ging der alte Goblin weg. Er hatte sich mit dem Goblin wegen mir und Urako gestritten. Der Goblin hatte Urako beschützt. Jedenfalls haben Dave und ich nochmal geredet. Dave sagte das gleiche wie Lydia und Wolfi.
Er sagte versöhn dich mit Urako. Versuch es wenigstens. Entschuldige dich bei ihm für mich. Das wollte ich tun, da ich Dave mag. Ich hab ihn in der Taverne gesehen und ich wollte ihn gerne haben. Er ist klasse.
Ich hab mein Wort gegeben, drum bin ich zu Urako und hab mich entschuldigt. Er hat es abgelehnt. Er wollte keine Entschuldigung. Der Tiefling wollte einen Beweis. Und dann sagte er zu mir, dass ich meine Wut unter Kontrolle bekommen muss. Er wollte mir das beibringen.
Irgendwie habe ich ihm geglaubt, aber er hatte gelogen. Da ich kein Geld hatte, habe ich ihm mein Dolch als Pfand gegeben. So blöde muss man sein was? Aber ich war so ein Idiot. Eine Schande für jedes Spitzohr bin ich.
Sein Wunsch für den Beweis war ein Versöhnungsessen dass ich kochen sollte. Das war ein guter Wunsch, denn ich kann gut kochen. Fleisch esse ich gerne und ich wollte Hirschgullasch kochen für alle.
Ich bekam auch die Erlaubnis von Dave im Wald jagen zu dürfen, aber das ist gleich. Für einen Moment habe ich geplant, sein Gullasch zu vergiften mit Durchfallmittel um mich zu rächen. Aber das wollte ich nicht. Ich habe nachgedacht und gedacht, dann wäre die Versöhnung sofort tot.
Das habe ich Lydia gestanden und danach Urako. Jetzt kannst du denken, so doof muss man erstmal sein. Ja ich war so doof.
Ich dachte, wenn ich es gestehe, dann kann ich es in Wut nicht doch noch machen. Ich wollte dass die Versöhnung klappt.
Dave wollte für sein Mann in der Stadt was einkaufen und ich bin mitgegangen, weil ich von da aus die Beute für das Versöhnungsessen jagen wollte.
Dave hat mir in der Stadt ein Reittier geschenkt. Ein Hirsch. Cervini heisst er. Vermutlich ist er schon tot. Kann sein, er gehört nun wem anders. Keine Ahnung. Jedenfalls hab ich mich so darüber gefreut, weil neben dir hat mir noch nie wer was geschenkt hat. Die einzigen die mir was geschenkt haben bist du und Dave. Und da dachte ich er mag mich auch.
Ich bot ihm an, sein Mann zu sein, weil noch ist er nicht verheiratet. Wenn er nicht will, sind wir Freunde.
Meinst du jemand kann noch dümmer sein? Ich kann das. Ich war noch dämlicher als ein Stein. Ich habe Dave dann gestanden was ich getan habe. Weil ich dachte wir stehen anders zueinander, wenn er mich doch beschenkt. Ich habe ihn gesagt, dass ich ihn gestreichelt habe. Er hat mir dafür aufs Maul gehauen. War sein Recht und ich dachte dann wir sind quitt.
Aber er hat einfach eine Ruhe gegeben. Er wollte es Varmikan sagen. Weisst du wie Varmikan ist? Ich verstehe nicht warum er diesen Mann liebt. Varmikan schlägt ihn, er ist frech und faul und feige. Er frisst den ganzen Tag und kommandiert alle rum. Selber rührt er kein Finger. Ein Frostalben Pantoffelheld.
Bei mir hätte Dave es gut gehabt. Aber er wollte nicht und wollte alles Varmikan gestehen. Da habe ich gesagt, ich rede mit ihm und so getan als wäre ich nach Hause geritten und zurück gekommen. Ich habe Dave belogen, dass Varmikan nichts von dem Thema  hören will, dann verzeiht er ihm.
Dave hat gewusst dass ich lüge. Seine Familie und er sind Profilügner. Sie lügen ständig. Sie belügen alle. Darum wusste er es sofort.
Trotzdem bin ich in den Wald gegangen und habe den Hirsch für das Versöhnungsessen gejagt. Und dort wäre ich beinahe verreckt, weil ich das Tier nicht richtig getroffen habe. Ich war durcheinander und ich war nicht aufmerksam. Ich wollte mich mit mein Dolch verteidigen, aber der war nicht da. Der Tiefling hatte ihn als Pfand. Er war nicht dabei, aber er hätte mich wieder fast getötet.
Vielleicht glaubst du mir nicht, aber ein Greif rettete mein Leben. Er fing den Hirsch. Er hat das nicht absichtlich getan, sondern wollte ihn fressen.
Wir haben uns unterhalten und dann habe ich den letzten Fehler gemacht. Ich habe Kariakin gebeten mich nach Hause zu fliegen. Das hat er gemacht und war voll nett von ihm. Aber die Geister dachten ich greife sie an.
Aino der Boss, sagte ich hätte vorher bescheid sagen müssen. Damit sich keiner erschreckt. Und sie hat zu Kariakin gesagt, besser ein Fremder guckt zweimal in eine Waffe anstatt das einen aus der Familie was passiert.
Ich sass auf dem Rücken von Kariakin. Ich habe auch in die Waffen geguckt. Das heisst, für die war ich niemand von der Familie. Ich war ein Feind. Und sie hat zu Kariakin vorher gesagt, dass man bei mir das nicht genau wüsste, da ich ein sprunghaftes Verhalten habe. Das habe ich nicht."
 
Morasa schwieg ein Moment.
 
"Was schwatz ich soviel. Egal was ich gemacht habe, es war immer falsch. Hab ich das genauso gemacht wie die anderen, war meins falsch. Bei alle anderen war es richtig.
Das ich mich nicht bedrohen lasse, ist klar. Sie haben mich mit Armbrüste bedroht, ich hab mein Bogen genutzt. Ich sagte ihnen, dass sie mich umbringen werden. Dass wollten sie und ich weiss das. Aber ich habe ihnen auch gesagt, dass ich nicht alleine gehen werde. Das ich einen mitnehmen werde. Dann hat mich dieser fette Stümper von einen Ork angeschossen.
Angeblich hat er mich nur kampfunfähig gemacht. Hätte ich noch mein Dolch gehabt, wäre ich nicht kampfunfähig. Ich hab zwei Arme. Der Trottel von einem Fettsack hatte nur nach unten und gerade aus zu schiessen und ich wäre tot gewesen.
Wo trifft der Idiot? In meine Schulter.
Er hat mich so gehasst, er wollte mich töten. Aber er war zu dämlich, er ist nur ein bleicher Affe mit einer Armbrust. Und darum hat er mir in die Schulter geschossen und nicht in den Kopf. Nicht weil er gnädig ist, sondern weil er ein Idiot ist.
Das Ende war, dass Dave sagte ich sollte mich ergeben. Dann würde ich bestraft und die würden entscheiden ob ich in der Familie bleiben darf oder umgebracht werde. Und er würde nicht meinen Tod wollen. Er wollte mein Freund sein.
Natürlich und ab morgen kacken wir alle unsere Lieblingseiscremesorte oder was? Vielleicht hätte er mir nicht sagen sollen, dass er und seine Sippschaft ständig lügt, dann hätte ich das geglaubt.
Ich wünschte er hätte nicht gelogen und hätte es ehrlich gemeint. Aber wenn dir ein Haufen Killer sagt, sie bringen dich nicht um, weisst du genau die lügen.
Ich bin zwar nicht so klug und gebildet wie er und ich kann nicht lesen und so eine Scheisse, aber ich kann mir schon Dinge merken die man mir erzählt. Und das habe ich mir gemerkt.
Dann sollte mich Jeelen fesseln und gefangen nehmen.
Da war es vorbei. Ich sterbe wenn ich eingesperrt werde. Ganz schnell habe ich die Gestalt gewechselt und bin als Marder abgehauen. Sie haben mich nicht fangen können. Sie können es versuchen, aber dann quetsche ich mich in ganz kleine Ecken, da kommen sie nicht hinterher."
 
Mo machte einen Moment Pause und untersuchte selber seine Schulter.
 
"Früher habe ich in Kalthorst gelebt. Da habe ich im Wald eine Hütte. Könnt ihr mich dahin bringen? Und hat jemand ein Messer für mich? Ich zahle es zurück. Ohne Messer kann man in der Wildnis nicht überleben. Die haben mein Dolch, mein Bogen und als ich als Marder geflohen bin sind meine Klamotten da geblieben. Ich hab nichts mehr.
Danke für die Kleidung Rakshaner, du bist grosszügig. Ich hab dich damals für ein Feind gehalten, dass tut mir leid."
 
Morasa wunderte sich warum es in seiner Hand drückte. Der Waldalb schaute nach. In seiner Handfläche lag noch der Armbrustbolzen.
 
"Guck der Armbrustbolzen hat in meiner Schulter gesteckt. Mein Faustpfand meiner Rache. Ich wollte nur eine Familie und einen Freund. Mehr nicht. Am Ende hatte ich nichts, nicht mal Kleidung. Hilft Kaffee bei Verletzungen? Hat die Pflanze Heilkräfte?".
 
Nachdem Mo alles dem freundlichen Rakshaner erzählt hatte fühlte er sich etwas besser. Sonst fragte niemand nach seinen Gedanken. Das hatte der Rakshaner auch nicht, aber Mo vermutete, dass er zuhören würde.
 
"Was ist mit Mauli geschehen? Wo hatten die ihn hingebracht?."
 
Morasa wartete ab, was der Rakshaner zu erzählen hatte, dabei schaute er nach Mauli.
 
 

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#198

Beitrag von Aksoy » So 16. Jul 2017, 15:02

Aksoy folgte Crizes Anweisungen und bald hatten sie seinen Ghul Mauli gefunden. Crize ging sofort zu einer Rettungsaktion, der Aksoy total baff beiwohnte. Aber sie zeigte Wirkung. Mauli war kaum wieder bei Kräften, da mussten sie schon zur nächsten Rettung eilen.

Mo sein Freund war in Gefahr und Mauli führte sie so gleich an den Ort des Geschehens.

Kaum dort angekommen, drehte der Ghul sofort wieder um, ging die gleiche Strecke zurück die sie gekommen waren um dann mit der Nase am Boden die Spur seines Freundes aufzunehmen.

Aksoy kamen erste Zweifel ob der Ghul wusste was er dort tat. Er führte sie bis in den Wald hinein und er spürte das gleiche Unbehagen bei Crize, dass er selbst verspürte. Zwischen Bäumen umherzuwandern, war für ein geflügeltes Wesen seiner Größe keine angenehme Sache. Was ihm sonst schnell das Leben retten konnte, nämlich seine Flügel, würden dann seine Flucht behindern.

Zum Erstaunen des Tiefling fand Mauli seinen Freund.
Der Waldalb steckte in einer Höhle tief im Boden, so dass der Ghul gezwungen war, ihn an den Füßen herauszuziehen.

Der Mann war nackt, verdreckt und Blut besudelt. Seine Schulterwunde sah grässlich aus. Total ausgefranzt und stark geschwollen.

Ob da wirklich ein Kaffee half?

Aksoy glaube zwar nicht daran, aber ein Magier der so mächtig war wie Crize, jemand der nicht nur Krankheiten sondern sogar den Tod selbst heilen konnte, der musste einfach wissen, was man in so einem Fall zu tun hatte.

Und auch wenn Kaffee in seinen Ohren klang, war es eventuell genau dass, was den Waldalben rettete. Wer war er schon Crize in Frage zu stellen? Er konnte nicht mal eine Schnittwunde verarzten und dieser weise Mann erweckte Tote!

Schleunigst machte sich Aksoy daran, sofort den gewünschten Kaffee zuzubereiten. Er hoffte, dass er alles richtig machte. Zeitgleich teilte Crize mit dem Waldalben sogar seine Kleidung. Aksoy war gerührt, aber anders hatte er Crize auch nicht kennengelernt. Er war immer freundlich und hilfsbereit.

Das schien auch der verletzte Waldalb zu spüren, denn die anfängliche Angst die man in seinem Blick sah, genau wie das Misstrauen verschwanden und er begann zu erzählen. Er erzählte einfach drauf los, ließ alles raus was ihm wiederfahren war und Aksoy hatte arge Probleme dem Burschen bei seiner Erzählung zu folgen.

Eines stand fest, was es auch gewesen war, es hatte den Waldalben ganz schön aus der Bahn geworfen.

Was sagte er? Er hatte sich nur eine Familie und einen Freund gewünscht. Daran war nichts falsch. Aksoy drückte dem Waldalben den Kaffee in die Hand.

"Hier trink, dass wird Dir helfen. Vertrau Crize, er kann sogar den Tod heilen, er bekommt Dich wieder hin", sagte Aksoy mit seiner tiefen Stimme aufmunternd.

"Ich konnte nicht allem folgen, was Du gesagt hast Mo, aber sich eine Familie und einen Freund zu wünschen, daran ist nichts verkehrt. Am Ende war vielleicht alles nur ein dummes Missverständnis. Bei mir war es öfter so, oder ich war tollpatschig", grinste der Tiefling Mo an.

"Dank Mauli bist Du jetzt erst mal nicht mehr alleine. Dank Crize hast Du Kleidung und schon bald wird es Dir auch gesundheitlich besser gehen. Vertrau uns. Mauli wurde gefangen gehalten. Crize musste ihn ebenfalls heilen.

Er musste ihn operieren, seinen Darm, damit sein Gesicht abheilen konnte. Frag mich nicht wie und warum, dass kann Dir nur Crize beantworten. Aber es war knapp.

Sehr knapp. Mauli sagte uns, dass Du in Gefahr schwebst und schon sind wir mit dem frisch geretteten und geheilten Mauli losgezogen um Dich ebenfalls zu retten und zu heilen",
erklärte Aksoy und setzte sich neben Crize.

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Morasa

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#199

Beitrag von Morasa » Mo 17. Jul 2017, 09:06

Morasa

nahm den Kaffeebecher entgegen und trank einen Schluck. Der dritte Kaffee in seinen Leben. Man sagte doch aller guten Dinge sind drei, vielleicht brachte der dritte Kaffee den er trank ja Glück und seine Wunde heilte schneller ab. Oder er linderte die Schmerzen, das würde Mo schon ausreichen. Der riesige Tiefling war ganz nett und nicht so ein Widerling wie Urako.
Es rührte Mo, dass sie zu seiner Rettung gekommen waren. Dabei kannten sie ihn nicht. Mauli hatte für seine Rettung gesorgt. Was sie Mauli angetan hatten, dass er am Darm und im Gesicht operiert werden musste, konnte sich Morasa nicht vorstellen. Aber er hatte schon die Heilkräfte von Mauli erlebt, als er fast verhungert war und dann nach einen guten Essen wieder in Form war. Mauli sah wieder gut aus, aber das war egal. Er würde Mauli rächen. So ging niemand mit seinen Freund um. Mauli hatte nichts mit ihren Streit zu tun, warum hatten sie ihm das angetan? Aber das konnte er ebenso. Auch Morasa konnte ungerecht werden und die Lieben von anderen bestrafen. Für Morasa war das unverständlich. Wenn sie ihn so sehr loswerden wollten, mussten sie nicht Mauli quälen. Sie hätten ihn einfach rauswerfen sollen. Er wollte doch mit Mauli gehen, dann hätten sie ihn gehen lassen sollen. Mo verstand es nicht. Aber er verstand so vieles nicht. Das immer die Unschuldigen aufs Maul bekamen, hatte er schon bemerkt. Warum das so war, wusste er nicht.

"Das stimmt schon, wünschen darf man sich alles. Nur muss man erstmal begreifen, dass man nicht alles bekommt, was man sich wünscht. Falsch von mir war, dass ich gesucht habe. Wünschen oder zusammenspinnen kann man sich alles. Im Kopf klappt auch immer alles. Aber im Leben hat das nie geklappt, manches vergisst man besser wieder, bevor es in einer Katastrophe endet."

Der Waldalb genoss den warmen Kaffebecher in der Hand und nahm noch einen Schluck Kaffee.

"Wobei dass stimmt gar nicht, ihr drei seid hier und habt mich gerettet. Sowas tun nur Freunde und Mauli ist ein echter Freund. Der Fehler könnte sein, dass ich falschen Ort gesucht habe."

Morasa stellte den Becher neben sich und legte sich auf seine gesunde Seite.

"Ich bin geschafft, mir tut alles weh und ich bin müde. Mein Magen schmerzt und ich musste brechen, weil ich zuviel von meinen eigenen Blut geschluckt hab. Das ist ein Schutz vom Körper, also die Reaktion."

Mo hielt inne und dachte nach.

"Die Geister werden bald hier sein. Meine Gilde. Nein, meine ehemalige Gilde. Keine Ahnung, wie ich sie nennen soll. Sie haben noch mein Blut, damit werden sie mich finden. Sie werden mich töten, weil ich geflohen bin. Ich denke sie werden euch ebenfalls töten, wenn sie euch bei mir erwischen. Besser ihr verschwindet mit Mauli. Das mein Fehler so ein Rattenschwanz bekommt.
Hört das nie auf? Was soll ich denn jetzt machen? Ich hab Angst dass sie mich umbringen und ich hab nichts um mich zu wehren. Ich hab da so getan als wäre es mir egal. Die lassen sich von Angst nicht beeinflussen. Die hätten mich sofort erlegt."

Der Waldalb schaute Crize an und hoffte er wusste einen Rat.

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Davard von Hohenfelde

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#200

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mo 17. Jul 2017, 11:27

Dave ging Seddik entgegen und passte den Ork ab.

„Ich muss mit Dir reden“, sagte der Naridier.
„Du bist doch jetzt hoffentlich nicht beleidigt, wegen Deinem Fan“, antwortete der Ork.

„Du hast da oben nicht gehört, wen er umlegen wollte – mich. Soviel zum Thema Fan“, hielt Dave dagegen.
„Treue über den Tod hinaus oder sowas in der Art faselt Varmikan immer über Dich. Das ist auch ein Alb, so unterschiedlich sind die nicht, glaub mir“, gab Sed zu bedenken.

„Absolut falsch, Du kannst Dir gar nicht vorstellen in welchem Ausmaß. Treue über den Tod hinaus, bedeutet für Varmikan, dass er zu Lebzeiten sogar vorplant, dass es mir nach seinem Ableben gut geht. Dass er sogar für den Zeitpunkt vorsorgt.

Damit mein Varmikan nicht, dass er mich mit in den Tod reißen würde. Selbst wenn ich freiwillig mitgehen würde. Und für den Satz hätte ich mir von ihm was anzuhören, er verbietet es. Ob Du es glaubst oder nicht, er sieht das Leben wesentlich positiver als ich, oder mein Fan.

Und im Vergleich zu meinem Fan hatte Varmikan wenigstens den Verstand, bei der Wahl zwischen Kooperation oder Hinrichtung die Kooperation zu wählen. Was hat mein Fan denn erreicht? Irgendwas von dem, was er gewollt hat? Nein, er hat auf voller Linie versagt, zu seinem eigenen Nachteil.

Aber wie jeder hat er seine 12 Stunden bekommen. Keine Ahnung ob Aino reine 12 Stunden Vorsprung gemeint hat, bevor wir ihm jemanden hinterher schicken, oder ob sie ihm die 12 Stunden generell gewährt. Sprich wenn er in den nächsten 12 Stunden hier erscheint, sich entschuldigt und seine Aussage revidiert, dann wird völlig anders über ihn entschieden.

Wohlwollend, weniger strafend und schon gar nicht tödlich. Der Bruder hatte dann schließlich trotz allem noch ein Einsehen und fand zurück in die Familie. Ich kann es nicht sagen, ich habe auch nicht nachgefragt. Auch meine Gelassenheit hat Grenzen. Anstatt aus Liebe zu meucheln, hätte er sich versöhnen sollen. Sei es drum, es ist wie es ist.

Wobei, wo wir schon beim Thema sind, Du und Urako, Ihr seid an der ganzen Sache auch nicht unschuldig. Mein Fan hatte vor sich tatsächlich zu versöhnen, er wollte das Versöhnungsessen kochen und er hat gehofft, dass es zum Gildenfrieden beiträgt. Das habe ich ihm geglaubt.

Sicher müsst Ihr nicht jeden Bruder mit offenen Armen empfangen, aber Ihr müsst ihn auch nicht reißen bis auf Blut, dass er keinen Ausweg mehr sieht. Dies gilt nicht allein für meinen Fan, dass gilt für jeden Neuzugang. Das heißt, ob Dir Varmikan passt oder nicht, oder jeder zukünftige andere Alb, ist irrelevant Du hast ihn wie einen Bruder zu behandeln.

Varmikan hat sich Dir gegenüber bis jetzt nicht schlecht verhalten, also lass zukünftig Deine Kommentare ihn betreffend, dort wo sie sind. Das gilt ebenso für Pavo. Ihr könnt halten und denken von ihm was Ihr wollt, aber behaltet es für Euch“,
erklärte Dave tonlos.

„Dave, Varmikan ist nicht so ein Unschuldslamm wie Du vermutest. Du hast keine Ahnung wie sich der Kerl verhält, wenn Du nicht dabei bist“, erklärte Seddik.
„Das stimmt. Und es interessiert mich auch nicht, ich vertraue ihm“, hielt Dave dagegen.

„Ich habe auch nicht gesagt, dass er Dich betrügt. Wohl eher das Gegenteil, er begluckt Dich und teilt jedem mit, der es nicht hören will, dass Du sein Kerl bist und niemand sonst Dir etwas zu sagen hat – außer er, versteht sich.

Und er spricht in Deinem Namen! Dave hat gesagt Du sollst dies, Dave hat befohlen Du sollst das! Ich glaube kaum, dass Du ihn als Deinen persönlichen Boten losschickst. Er ist zwar Dein Mann und Du liebst diesen Tropf, aber ob Varmikan dass nun wahr haben will oder nicht, er ist kein Teil von Dir oder nicht Du persönlich. Er ist bleibt Dein Mann und ist nicht Dave zwei. Vor allem Pavo gegenüber verhält er sich so. Das kann ja auch nicht in Deinem Interesse sein“,
antwortete der Ork.
„Pavo weiß sich schon zu verteidigen. Zudem wer austeilt muss auch einstecken können. Ihr seid alle erwachsen, wenn Du ihm seine Ansage nicht glaubst, ist es Dein gutes Recht in der Schreibstube oder bei Aino nachzufragen ob der Befehl oder der Auftrag den Tatsachen entspricht. Wolfi spricht in Vertretung auch in meinem Namen Sed“, gab Dave zu bedenken.

„Ja aber Varmikan vertritt Dich sogar dann, wenn Du da bist“, versuchte Seddik zu erklären.
„Schau einer an… für so dienstbeflissen und fleißig hätte ich ihn gar nicht gehalten“, grinste Dave.

„Warte nur ab, bis Du mit ihm verheiratet bist, dann wirst Du schon noch merken wo der Hase lang läuft, glaub es mir. Du findest das im Moment noch lustig oder aufmerksam, aber das ist kein Spaß von dem Kerl. Das ist ein Frostalb. Mit Deinem Ja wirst Du zu seinem Eigentum und so wird er Dich auch behandeln. Ihre Optik täuscht“, warnte der Ork.
„Das macht er doch schon, er beschützt mich, er behütet mich, er sorgt dafür dass mir nichts passiert, dass es mir an nichts mangelt – wenn er so mit seinem Eigentum um geht, habe ich nichts dagegen.

Wo wir gerade beim Thema sind, ich werde mit Varmikan ausziehen. Genauer gesagt, werde ich mit Varmikan, Urako und Gasmi ausziehen, wenn es bei unserer Vereinbarung bleibt. Ich kaufe das Haus gegenüber des Seitenausgangs und das Haus neben dem Geisterhaus. Nebenan ziehen wir ein. Pavo muss ich auch noch informieren und die anderen, wobei Pavo wohl die schwierigste Nummer wird. Aber ich denke unsere Entscheidung ist auch verständlich“,
sagte Dave.

„Eure? Du meinst Varmikans Entscheidung. Er buxiert Dich damit aus jeglichem anderen Einflussbereich, kurzum er hat Dich völlig unter der Fuchtel“, stöhnte Sed.
„Genau er mag Privatssphäre, hat ja auch was für sich, wenn man morgens im Zuber alles tun und lassen kann, wozu man so Lust hat…“, grinste Dave.

„Komm mir nicht eine Woche später an und heul mir die Ohren voll, dass er Dich wie eine Dienstmagd behandelt oder schlimmeres. Na von mir aus, komm doch, wenn er sich so verhält. Aber sei vorsichtig.

Falls ich mich irre und er es tatsächlich aufrichtig gut mit Dir meint, wünsche ich Dir das Beste Davy. Falls er es nicht so meint, verpass ihm einen Tritt. Lass Dich von ihm nicht unterbuttern. Du weißt wie ich das meine“,
erklärte Seddik.

„Das weiß ich Großer und ich weiß es zu schätzen. Varmi meint es absolut ehrlich und aufrichtig, ich bin öfter mit ihm verbunden. Er kann in dem Zustand nicht lügen.

Gedanken verschweigen oder verbergen ja, lügen nicht. Und er übermittelt mir was er für mich empfindet. Folglich weiß ich, dass er die Wahrheit denkt und spricht. Und so weit bin ich nun auch nicht entfernt, dass Du Abends nicht auf ein Bier rüber kommen könntest, oder zum Frühstück.

Abends können wir dann auf Pavos oder meiner Treppe sitzen, ganz wie ihr wollt. Nebenbei ich hatte vor einiger Zeit Wolfi eine Ausschreibung machen lassen, bezüglich eines Lehrlings, also falls mal ein Bewerber kommen sollte, bitte benehmt Euch anständig und vergrault ihn nicht“,
bat Dave.

„Du kennst uns doch“, grinste Sed.
„Ja eben, drum weise ich noch einmal extra drauf hin. Der bekommt noch den Schock fürs Leben. Wo war überhaupt Tsounai? Wurde er mir nicht geschickt um mich zu beschützen? Ein schöner Leibwächter ist das. Fedor war sofort an meiner Seite, nach Dir. Du hast mich sogar noch vor Fedor beschützt“, grinste Dave zurück.

„Na ich dachte ehe Du Albenfutter wirst, hol ich den Kerl vom Greif. Tsounai hat im Wohnzimmer gewartet. Er hat gesagt, wenn was ist, würdest Du schon nach ihm rufen.

Er blieb völlig entspannt und hat seinen Kaffee getrunken. Rakshaner sind kaum aus der Ruhe zu bringen. Wann bei denen Alarmzustand herrscht, weiß keiner. Vermutlich gibt’s den gar nicht“,
lachte Sed.
„Doch, wenn der Kaffee alle ist, dann ist Alarmstufe Rot“, gibbelte Dave.

„Wie bei Dir“, stichelte Seddik.
„Ich bin flexibel, ich kann zur Not auf Bier, Wein oder Schnaps umsteigen. Kein Problem. So Spaß beiseite, ich wollte mit Dir über den Greif reden.

Du solltest doch Sancillo abholen und zu Tarkan bringen. Der Vorschlag war, das Du Nachtmahr nutzt. Ebenso hättest Du einen der Centauren bitten können. Ich würde vorschlagen, ich frage Kariakin, ob er sich bereit erklärt Dich zu Tarkan zu fliegen. Du wärst wesentlich schneller unterwegs. Sancillo abholen und bei Tarkan abliefern per Greif. Traust Du Dich das? Falls nicht, frage ich Kariakin, ob er den Goblin allein abholen und für mich zu Tarkan bringen würde“,
erklärte Dave.

„Wie sagst Du immer? Ich kümmere mich drum. Was ist im Wenn-Fall, wenn Dein Fan nicht innerhalb von 12 Stunden hier aufschlägt? Wer wird ihm nachgeschickt?

Sonst würde ich die Zeit abwarten, ungefährlich war der Bursche ja nicht. Zudem ist er nun wütend und verzweifelt, da rasten manche Leute extrem aus. Und Dein Fan war keine ruhige Natur, der ist sofort auf Angriff gepolt“,
gab Sed zu bedenken.

„Das ist korrekt, der Fan hat ziemlich gekonnt Jozo in seine Schranken verwiesen. Ich persönlich würde mich mit ihm Mann gegen Mann auch unbewaffnet nicht messen wollen. Ich würde den Kürzeren gegen ihn ziehen, das ist Fakt.

Ergo würde ich Gasmi und Jeelen schicken. Jozos Meister und Jozos Schüler. Ich gehe davon aus, dass Gasmi und Jeel auf alle Fälle mit dem Fan fertig werden. Zudem ist er verletzt. Ich glaube nicht daran, dass er dermaßen ein Einsehen hat oder die Traute, zurück zu kommen.

Soweit geht seine Zuneigung dann doch nicht. Scheiße gelaufen, ich hätte es mir auch anders gewünscht. Aber was über verschütteten Schnaps klagen. Wie heißt es so schön? Da hilft kein Fluch und kein Gebet, wenn es heißt vorbei – zu spät.
Gut, frag Kariakin und wenn er sich einverstanden erklärt, brichst Du umgehend auf. Und Danke nochmal für Deine Schützenhilfe.

Cervini, der Hirsch von dem Fan, bleibt unangetastet. Das Tier kann nichts für den ganzen Streit und da ich den Burschen gekauft habe, werde ich ihn selbst behalten. Falls der Fan widererwartend reumütig zurückkehrt, bekommt er sein Tier zurück. Ich werde ihm nicht sein Geschenk vorenthalten, sonst hätte ich es ihm nicht schenken müssen.

Auf der anderen Seite, werde ich allerdings auch Cervini nicht schlachten lassen, nur weil sein Herr sich nicht unter Kontrolle hat. Beides wäre sehr kleingeistig und ehrlich. Ich vermute keine Niedrigträchtigkeit hinter dem Verhalten des Fans, sondern reinen Trotz und Angst. Immerhin bot er an, friedlich abzuziehen unter der Prämisse Mauli und seinen Dolch ausgehändigt zu bekommen. Da er sich der Überprüfung oder besser gesagt der Nachprüfung entzogen hat, kann das nicht zu Lasten des Hirsches gehen“,
sagte Dave.

„Ihr zwei hattet es miteinander oder? Dir stinkt das gewaltig, dass merke ich. Was ist zwischen Euch gelaufen Dave?“, fragte Seddik ganz leise.
`Nichts was Dich was angeht... ich hab schon genug Probleme, als dass Du auch noch tratscht...´, dachte Dave.

„Nichts ist zwischen uns gelaufen Sed. Ich hab den Kerl nur verdammt nochmal gemocht! Ich bin die nächsten Stunden nicht zu erreichen oder im Haus. Wolfi ist Euer Ansprechpartner für die Zeit. Wie zu Anfang erwähnt kümmere ich mich um den Hauskauf von zwei Häusern und den dazugehörigen Umzug“, sagte Dave freundlich, knuffte Sed und machte sich auf den Weg.

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