Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Morasa
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#191

Beitrag von Morasa » Sa 15. Jul 2017, 15:25

Morasa

hielt sich die verletzte Schulter und biss die ZĂ€hne zusammen. Der Schulterschuss schmerzte unglaublich. Dieser dĂ€mliche stumpfsinnige Ork, konnte noch nicht einmal zielen. Wieviele SchĂŒsse musste er einstecken, bis er tot war? Wenn dieser Fettsack von einen StĂŒmper seine Hinrichtung ĂŒbernahm, wĂŒrde es lange dauern. Ein Profi war der Fettsack nicht und der Trottel hatte nur nach unten zu schiessen.
Das hÀtte jedes vier jÀhrige Waldalbenkind mit verbundenen Augen hinbekommen, jemand einen Pfeil in den SchÀdel zu jagen. Aber dieser selbstverliebte, leichenblasse Fleischberg war selber dazu zu dÀmlich.
Morasa hoffte dass der Fettsack bei seiner Glotzerei den Halt verlor und vom Dach in den Tod stĂŒrzte. Dass hatte der Albenhasser verdient. Er sollte sich das Genick brechen, oder sĂ€mtliche Knochen zerschmettern. Bei seinen UnglĂŒck wusste Mo, wenn der Ork stĂŒrzte, wĂŒrde bestimmt genau in dem Augenblick der Tiefling vorbeifliegen und ihn auffangen. Es konnte nur so sein.
Daves Hund Fedor drĂŒckte ihn zu Boden, als er sich gerade aufrichten wollte. Der Hund fletschte die ZĂ€hne und drohte seine Kehle zu zerfleischen. Aber der Hund war unschuldig. Fedor war nur der verlĂ€ngerte Arm von Dave.

"Nichts weisst du und du verstehst nichts. Vielleicht willst du es nicht sehen und verstehen. Ist jetzt auch egal. Bring es zuende. Nur lass es nicht diesen StĂŒmper von einem Ork tun. Der ist zu blöde um ordentlich zu schiessen. Gerade aus nach unten, dass bekommt er nicht hin. So ein schwachsinniger Trottel, ein Wunder das er gerade aus laufen kann. Wer gibt dem bleichen Affen eine Armbrust? Bring es selber zuende, töte mich persönlich mit eigener Hand. Ich gebe dir einen Grund warum. Ich hĂ€tte dich getötet Dave."

Morasa starrte Dave in die Augen und wartete ab.

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Davard von Hohenfelde
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#192

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Sa 15. Jul 2017, 17:24

Dave musterte Morasa kopfschĂŒttelnd.

"Du verstehst nicht worum es hier geht Mo. Wir wollten Dir nicht schaden, wir wollten Dir zeigen wo Dein Platz ist. Zudem sollst Du aufhören, stÀndig Deine Geschwister zu bedrohen. Sonst ist ein Zusammenleben nicht möglich!

Das fĂŒhrt zum nĂ€chsten Punkt.

Seddik hĂ€tte Dich töten können, aber er hat es nicht getan. Er hat Dich kampfunfĂ€hig gemacht, dass ist ein Unterschied. Damit wir ĂŒber Dein Leben entscheiden können. Du hast Deinen Boss beleidigt, Deine Geschwister bedroht. Wir mĂŒssen ĂŒber Dich als Bruder entscheiden.

Reden bringt bei Dir leider nichts. Wir alle haben es versucht Mo. Du begreifst nicht, was man von Dir möchte. Du begreifst nicht, dass es in einer Gruppe Regeln gibt, an die sich alle halten mĂŒssen, damit alle miteinander auskommen.

Aber Du wirst es begreifen mĂŒssen Mo. Es gibt keine Familie ohne ihre eigenen Spielregeln.

Ich habe Dich in die Gilde gebracht, folglich bin ich fĂŒr Dich verantwortlich und leider auch fĂŒr Deine Taten und Untaten. Pavo wird Deine Erziehung ĂŒbernehmen, er hat es sogar geschafft, dass Jozo begriffen hat, was Regeln sind.

Du bist nicht wie Jozo bösartig, Du bist nur... nun nennen wir es mal ungebildet und sehr unwillig, was das Lernen angeht.

Das Angebot von Urako hÀttest Du annehmen sollen. Das hÀtte Dir dabei geholfen, weit mehr zu lernen. Lesen und Schreiben wirst Du mit so einer Einstellung ebenfalls nicht lernen, denn zum Lernen gehört versagen. Nur so lernt man. Wenn Du jedes Mal die Fassung verlierst, wird das nichts.

Ich persönlich wĂŒnsche nicht Deinen Tod Morasa, auch wenn Du Dir meinen wĂŒnscht.
Bedauerlich, aber nichts Neues fĂŒr mich. Du verhĂ€ltst Dich im Gegenteil sehr "familiĂ€r".

Der Grund weshalb Du meinen Tod wĂŒnscht - ob aus Liebe oder Hass ist mir gelinde gesagt gleichgĂŒltig. Falls Du die Drohung ernst meintest und das keine Deiner Trotzreaktionen ist.
Ich werde Dich spĂ€ter auslesen, inwieweit Du erziehbar und noch tragbar fĂŒr uns bist.

Ich persönlich wĂŒnschte mir von Dir Freundschaft.

Du angeblich auch, wĂ€re Zeit gewesen es zu beweisen, anstatt selbst im Dreck noch Widerworte zu geben und die Hand zu beißen die Dich fĂŒttern wollte.

Nach der Auslesung und eventuellen Erziehung durch Pavo, werde ich nicht ĂŒber Dein Schicksal entscheiden. Pavo und Aino werden entscheiden, ob Du wieder zu uns gehörst oder unter die Erde",
sagte Dave.

Der Magier griff Fedor behutsam ins Halsband und zog den großen Hund von Morasa herunter.

"Sackt ihn ein und schafft ihn in eine Zelle. Ich möchte ihn nicht mehr sehen. Zumindest heute nicht mehr", sagte Dave tonlos.

Jeelen hĂ€ngte sich seine Armbrust an seinen GĂŒrtel, schnappte sich sein Fesslungswerkzeug und ging auf den Waldalben zu.


**

[Deine Chance zu reagieren Mo :)]

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Morasa
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#193

Beitrag von Morasa » So 16. Jul 2017, 00:43

Morasa

starrte Dave hinterher.

"Der Grund war Liebe und ich wollte dich behalten."

Die Worte sagte Mo ganz leise, aber Dave konnte sie hören.
Als der Goblin auf Morasa zu kam um ihn zu fesseln, verwandelte sich Mo blitzartig in seine Mardergestalt und flitzte unter die Beine von Kariakin davon. Der Marder rannte so schnell es ihm seine Verletzung erlaubte und verschwand in eine dunklen Ecke. Dort kletterte er so schnell und geschickt er noch konnte die Mauer hoch auf der anderen Seite herunter und flitzte im Zickzackkurs durch die FussgÀnger davon bis er nicht mehr zu sehen war.
Morasa hielt erst an, als er einige HĂ€userblocks weit von den Geisterhaus entfernt war. Seine Brust schmerzte von der Anstrengung und von Daves Worte. Seine Schulter fĂŒhlte sich glĂŒhend heiss an.
Er hatte alles verloren, seine einzigen Freunde Mauli und Dave, seine Gilde, seinen Bogen, seinen Dolch und sogar seine Kleidung.
Morasa hatte nichts mehr. Sogar die Penner mit ihren Gammelklamotten hatten wenigstens noch das was sie am Leib trugen. Morasa besass nichts.
Die Ohren des Marder zuckten und er drĂŒckte sich ganz tief in die dunkle HĂ€userecke.
Das war der letzte Versuch gewesen, dass schwor sich Mo. Diesmal hatte es ihn einfach zu viel Lehrgeld gekostet. Durch seine eigene Dummheit stand er vor dem Nichts. Er musste zurĂŒck zu seine HĂŒtte kommen. Hier in der Stadt wĂŒrde er nicht ĂŒberleben und die Geister wĂŒrden ihn vermutlich schnell finden. Er musste ein Marder bleiben, solange er in der Stadt war. Ein nackter Mann wurde sofort auffallen und bestimmt auch verhaftet werden. Menschen waren da ja ziemlich komisch was das Nacktsein betraf.
Morasa wartete bis er einigermassen KrĂ€fte gesammelt hatte, dann flitzte er erneut los. Er rannte bis seine Lunge vor Erschöpfung brannte. Morasa flitzte als Marder in die Richtung, wo er den Wald in Erinnerung hatte. Als die ersten BĂ€ume in Sicht kamen, fĂŒhlte er sich schon erleichert. Trotzdem rannte der Waldalb in seiner zweiten Gestalt weiter. Er rannte tief in den Wald hinein und suchte sich eine Höhle als Versteck wo er auch als Waldalb hinein passte.
Zuerst liess er sich dort als Marder einfach fallen und blieb liegen wo er war. Lang ausgestreckt ohne jede Kraft lag Mo dort und wartete ab.
Seine Schulter fĂŒhlte er nicht mehr. Aber das war nicht schlimm. Es war besser so. Als er nochmals Kraft gesammelt hatte und sein Atem wieder normal ging nahm er seine erste Gestalt an.
Er war noch nie so gerannt, dass sein Atem wegblieb. Er war sonst gut in Form und ein sehr guter LÀufer. Aber dass war er unverletzt ohne Mörder auf den Fersen die seine Familie sein sollten.
Mo blieb wĂ€hrend er sich verwandelte so liegen, wie er als Marder gelegen hatte. Und auch als Waldalb blieb er noch so liegen. Er lag nackt in der Höhle und wĂŒnschte er hĂ€tte seine WaldhĂŒtte und Kalthorst nie verlassen.
ZurĂŒck dahin schaffte Mo es bestimmt nicht. Langsam richtete sich Morasa auf und verfluchte den Tiefling und den Ork. Sie hatten was sie wollten.
Morasa wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Irgendwann wĂŒrde er sich rĂ€chen. Falls er die Chance dazu bekam.
Jetzt musste sich Morasa um seine Schulter kĂŒmmern. Die Wunde war geschwollen und sah nicht gut aus. Der Armbrustbolzen steckte noch da drin. Ihm entfuhr ein schmerzhaftes Knurren, das nicht zu dem Waldalb aber zu dem Marder passte.

"Ich schwöre bei Ardemia, wenn ich das ĂŒberstehe werde ich den Tiefling und den Ork das wegnehmen was sie lieben. Damit sie sich Scheisse fĂŒhlen.
Damit sie wissen wie es ist einsam zu sein diese Albenhasser."

Morasa legte seine Lippen an das Loch in seiner Schulter. Er biss in die Haut und etwas Fleisch rings um die Wunde raus und saugte Blut aus. Er spuckte die Haut, die Fleischfetzen und das Blut weg. Er wiederholte den Vorgang immer wieder.
Sein Mund war voller Blut, aber er hatte kein Messer um sich zu helfen. Nach einigen Bissen erwischte er zusammen mit dem Blut etwas Hartes. Beinahe hĂ€tte er sich einen Zahn abgebrochen. Er biss vorsichtig weiter und unterdrĂŒckte sein KotzgefĂŒhl. Morasa spuckte das Harte auf den Höhlenboden. Dabei musste er doch von seinem eigenen Blut wĂŒrgen und kotzen.
Der Armbrustbolzen lag zwischen Blut und Kotze auf dem Boden. Morasa angelte ihn heraus und wischte ihn so gut es ging am Boden ab. Er wĂŒrde den Bolzen als Faustpfand aufheben. Mo wollte ihn erst dann wegwerfen, wenn er seinen Schwur geleistet hatte.
Der Waldalb schaufelte Erde ĂŒber sein Blut und Gebrochenes und rutschte ein StĂŒck von der Stelle weg. Dort legte er sich auf seine gesunde Seite und versuchte seine Gedanken zu ordnen und seine Schmerzen zu ignorieren.
Nach einer Runde Schlaf wollte er sich blutstillende Pflanzen suchen um sie zerkaut in die Wunde zu drĂŒcken. Wenn das nicht helfen sollte, wusste er keinen Rat mehr. Bis zu seiner HĂŒtte war es ein zu weiter Weg. Das wĂŒrde Morasa niemals schaffen. Die Pflanzen waren seine einzige Chance. So schlecht war es ihm noch nie ergangen. Morasa wollte nicht heulen, aber unter der Erde sah es niemand und er konnte es nicht verhindern, dass ihm die TrĂ€nen kamen.
Mo strich sich eine HaarstrĂ€hne hinter sein Ohr. Was passieren wĂŒrde lag jetzt in Ardemias Hand. Wenigstens war er im Wald falls er fĂŒr immer einschlief.
Der Gedanke beruhigte Morasas durchgewirbelte Nerven und er schlief ein.

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Aino
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#194

Beitrag von Aino » So 16. Jul 2017, 09:15

Aino hatte genau wie alle anderen die Worte des Waldalben gehört, auch wenn er sie leise gesprochen hatte. Der ganze Streit, die ganze Eskalation, weil Mo Dave liebte, weil er ihn zum Freund wollte...

Im Grunde war die Tatsache ehr zum heulen, anstatt zum streiten und das fĂŒr alle beide. Aino hĂ€tte ihnen beiden die Freundschaft gegönnt und gewĂŒnscht.

FĂŒr einen Moment hatte Aino gehofft, dass gerade deshalb Morasa den Hinweis von Dave begreifen wĂŒrde.

Kurz auf den Punkt gebracht hatten alle versucht Mo eines zu erklÀren - kapituliere, dann bleibst Du in der Familie.

Keiner von ihnen wollte Mo tot sehen oder verbannen, gut vielleicht bis auf zwei Ausnahmen. Aber der Großteil ihrer Gilde hatte sich mit Mo verstanden.

Das der Waldalb immer genau das Gegenteil von dem verstand, was ihm wirklich gesagt wurde, war schon eine harte Nuss. Das Kapitulation fĂŒr ihn nicht in Betracht kam, war im Grunde kein schlechter Wesenszug, hieß es doch zeitgleich, dass er genauso fĂŒr sie kĂ€mpfen wĂŒrde.

Das er aber gar nicht gegen seine Gilde kÀmpfen musste, dass sah Mo nicht.
Er begriff nicht, dass er sich hier nicht zu verteidigen hatte.

Nur durch seine stÀndige Verteidigungsbereitschaft, die er leider jedem unter die Nase rieb, war es erst soweit gekommen. Dave hatte mit seinem Hinweis Recht. Mo hÀtte das Angebot Selbstbeherrschung zu erlernen annehmen sollen. Das hÀtte ihn weiter gebracht, als sich der Waldalb vermutlich vorstellen konnte.

So blieb er bissig wie ein Frettchen bis zum letzten Atemzug.

Das Dave bei Morasas Info noch ruhig blieb, verwunderte Aino nur einen winzigen Moment. Jeder andere wĂ€re wohl Mo an die Gurgel gegangen, aber Dave blieb wie immer ruhig. Das der Waldalb ihn aus purer Zuneigung bedroht hatte, machte die Sache nicht besser, aber sie machte die ganze verrĂŒckte Handlungsweise von Mo verstĂ€ndlich.

So profan es auch klang, Morasa und Dave hĂ€tten einfach mal miteinander reden sollen. Jeder hĂ€tte auf den Tisch packen sollen, was er dachte und fĂŒhlte ohne den anderen dabei zu verurteilen. Ganz ohne die anderen dabei hinzu oder zu Rate zu ziehen. So hĂ€tten sie Ihr Problem allein unter sich geklĂ€rt.

Aber genau lag das Problem.
Mo konnte scheinbar ĂŒber Probleme nicht sprechen, da er es nicht gewöhnt war.
Und Dave zog es vor zu Schweigen oder zu fliehen.

Als beide dann miteinander gesprochen hatten, hatte es folglich geknallt, da sich beide vom anderen angegriffen fĂŒhlten.

Das war die eine Seite der Medaille. Die andere Seite war, dass Morasa ĂŒberhaupt kein GespĂŒr dafĂŒr hatte, wie er sich eine Gruppe oder Familie zu intrigieren hatte. Er wollte dazugehören, dass merkte man dem Waldalb an. Er sehnte sich nach Gesellschaft und der Geborgenheit einer Gruppe.

Zeitgleich sah er ĂŒberall Feinde und verspĂŒrte den Zwang, sofort die Fronten klĂ€ren zu mĂŒssen bei der geringsten Unstimmigkeit.

Das und wie er sich einzufĂŒgen hatte, hatten zig Leute versucht Mo zu erklĂ€ren. Der Waldalb hatte es einfach nicht begriffen. Vielleicht hatte Morasa es auch begriffen, da er bei Belehrungen öfter zugestimmt hatte, nur konnte er scheinbar seine uralten Verhaltensmuster nicht ablegen.

Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Waldschrat.
Ein Eigenbrötler, ein Eremit der alleine eine Ewigkeit im Wald gelebt hatte.
Der Alb kannte kein Miteinander und dessen Umgangsformen.
Aber sie waren bereit gewesen, ihm dies beizubringen und hatten ihn dennoch aufgenommen.

Aino schaute genau wie alle anderen perplex dem Marder hinterher.

Sie wie jeder andere hĂ€tte vermutlich auch jetzt noch zur Armbrust oder zum Bogen greifen können und Morasa wĂ€re eventuell auch in dieser kleinen Gestalt gestorben, aber wie Dave schon richtig angefĂŒhrt hatte, niemand hatte den Tod von dem Holzkopf gewollt.

Aino blickte ihm noch eine Sekunde nach, ehe sie ihren Bogen auf dem RĂŒcken verstaute.

Es war bedauerlich, dass es so enden musste, gerade weil Morasa seit langer Zeit ein freiwilliger Bewerber gewesen war. Nun war es nicht mehr zu Àndern, er hatte gewÀhlt. Auch wenn er in Ainos Augen falsch gewÀhlt hatte.

"Dave, gib Morasa seine 12 Stunden. Dann such ihn und sag mir wo er sich befindet", befahl Aino.
"Verstanden, ich kĂŒmmere mich drum", antwortete Dave.

"AbrĂŒcken Leute, lasst uns zurĂŒck ins Haus gehen. Hier gibt es nichts mehr zu sehen. Tja und was machen wir jetzt mit Dir?", fragte Aino Kariakin.

"Vielleicht möchte er auf den Schreck erst mal hier bleiben. Er könnte sich ausruhen und sich mit den Centauren was unterhalten. Und vielleicht könnte ich ihn dann vermessen und untersuchen", schlug Pavo vor.

"Du hast das Angebot von Pavo gehört, ĂŒberleg es Dir", sagte Aino zu dem Greif.

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Gasmi
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#195

Beitrag von Gasmi » So 16. Jul 2017, 09:28

Zuerst hatte Puschel in umarmt und dann natĂŒrlich ganz wie es Puschels Art war, angemeckert. Er hatte ihn sogar geohrfeigt, aber Gasmi hatte es sich nicht gefallen lassen und Puschel die Wahrheit gesagt.

So konnte sich der Tiefling nicht verhalten und wenn er ihm dafĂŒr in aller Öffentlichkeit den Arsch versohlen musste, dann tat er das auch.

Aber Puschel fauchte nicht erneut zurĂŒck, sondern er entschuldigte sich auf Knien. Gasmi zerrte seinen Mann wieder auf die Beine.

"Was soll denn das?", flĂŒsterte er leise und wuchtete Urako wieder in die Höhe.

"Wie ich sagte, es sollte eine Überraschung fĂŒr unsere Hochzeit werden. Diese Überraschung werde ich Dir verraten. Ich suche einen TĂ€towierer, damit wir unsere HochzeitsschwĂŒre fĂŒr immer auf der Haut tragen.

Schmuck kann man verlieren oder er wird gestohlen. Manche Leute machen auch ihre eigenen Dinge kaputt, hab ich gehört. Aus dem Grund dachte ich, dass wir uns unsere Ringe, oder etwas anderes als ewiges Zeichen unserer Verbundenheit in die Haut tÀtowieren lassen.

SeemĂ€nner sind soweit ich weiß, tĂ€towiert. Also muss es doch am Hafen auch die Leute geben, die ihnen die TĂ€towierungen unter die Haut stechen Puschel.

Was sagst Du zu meiner Idee? Bist Du damit einverstanden? Eigentlich wollte ich Dich damit ĂŒberraschen, aber es ist vielleicht doch besser, wenn Du vorher in Ruhe darĂŒber nachdenkst. Falls Du nichts in Deiner Haut haben möchtest oder Angst vor Nadeln hast.

Aus dem Grund wollte ich nach Obenza zum Hafen. Falls Du einverstanden bist und einen TĂ€towierer in der NĂ€he kennst, dann lass und dahin fliegen. Ich habe hier keinen gefunden",
erklĂ€rte Gasmi und krabbelte auf Urakos RĂŒcken.

"Flieg los", lachte der DĂŒsterling.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#196

Beitrag von Crize » So 16. Jul 2017, 09:47

<< Von hier kommen sie.

Nach langem Flug landeten sie vor einer verlassenen Scheune. Aksoy musste völlig erledigt sein, aber Crize spĂŒrte, dass sein Baby hier drin sein musste und wollte nur noch hinein. Die TĂŒr war verschlossen, also kletterte der dĂŒrre Rakshaner hinauf bis zu dem Loch im Dachstuhl und stieg hinein. Drinnen roch es nach Heu und nach Verwesung, dass es jedem anderen den Atem rauben wĂŒrde. Oben auf dem Heuboden, gegenĂŒber der Öffnung, in einem Joch an der Wand hing ein Bild des Jammers und Crize musste anfangen zu weinen, als er Mauli in so einem Zustand sah. Sein Gesicht war quasi nicht mehr vorhanden und er lag ihm Sterben. Weinend band Crize ihn los. Mauli war nur noch Haut und Knochen und reagierte nicht auf seine Anwesenheit. Er zog ihn zum Loch im Dachstuhl. Mauli wog im gut genĂ€hrten Zustand viel zu viel, als dass der dĂŒrre und unmuskulöse Crize ihn auch nur eine handbreit hĂ€tte bewegen können, doch jetzt war er federleicht. Crize ließ ihn aus dem Loch fallen und Mauli landete in einer unnatĂŒrlichen Verrenkung unten im Gras.

Crize schnitt ein StĂŒck von der mitgebrachten Leiche ab. Sie stank inzwischen, aber er war diesen Geruch gewohnt und zerkaute das verwesende Fleisch, um den Brei Mauli mit zwei Fingern in seinen ebenso verwesenden Rachen zu stopfen. Da er Angst hatte, dass das zu wenig war, schnitt er Maulis Bauch vorsichtig auf und machte ein Loch in den Darm, wo er so viel Leichenfleisch reinstopfte, wie es ging. Und endlich zeigte Mauli eine Reaktion. Das Fleisch direkt in den Verdauungstrakt zu stopfen war eine effektive Hilfemaßnahme fĂŒr einen Ghul und bald war sein Gesicht wieder so rekonstruiert, dass er allein essen konnte. Auch das Loch im Bauch schloss sich wieder. Crize war all die Zeit bei ihm. Nachdem Mauli sich sattgegessen hatte, wurde er unruhig.

"Wo ist Mo?", fragte er. "Er ist in Gefahr! Wir mĂŒssen sofort zum Geisterhaus!"

Da Aksoy so erschöpft unmöglich alle beide und dann noch die angenagte Leiche schleppen konnte, gingen sie zu Fuß durch die Stadt. Sie versuchten, sich in unbelebten Straßen zu halten, denn Aksoy und Crize sah man das Chaos schon von weitem an und auch die Toleranz der Handelsallianz hatte ihre Grenzen. Bald kamen sie unter Maulis FĂŒhrung in die NĂ€he des Geisterhauses.

"Hier war ich schon mal", verkĂŒndete Crize. "Die sind echt nett da!"

Doch Mauli hielt inne und witterte. "Mo", sagte er und machte auf dem nicht vorhandenen Absatz kehrt. Auf allen Vieren schnĂŒffelte er die Pflastersteine an und folgte der Spur. Crize guckte etwas verstört, weil sie den ganzen Weg wieder zurĂŒckgingen, nur eine Straße daneben und auch in einiger Entfernung an der Scheune wieder vorbeikamen. Er fĂŒhrte sie in den Wald, vorbei an hohen Fichten, dunklen Tannen und moosbewachsenen Eichen. Crize mochte keine WĂ€lder, er hatte das GefĂŒhl, dass hinter jedem Baum und Strauch ein gefĂ€hrliches Raubtier lauern konnte. Viel lieber war ihm die weite, ĂŒberschaubare Steppe, doch Mauli folgte der Spur ĂŒber Stock und Stein immer tiefer in den Wald hinein. Irgendwann kroch er kopfĂŒber in eine unheimliche Höhlenöffnung.

"Mooooooooo", heulte er auf. "Was habe sie mit dir gemacht?!" Mit ungschickten HĂ€nden patschte er auf dem Verletzten herum. Dann zog er ihn an den FĂŒĂŸen heraus, weil sie nicht alle in die Höhle passen wĂŒrden. Der arme Mo hatte nicht einmal mehr Kleider am Leib, war blutverschmiert und sah sehr blass aus. Wahrscheinlich hatte er auch geweint, denn seine Augen waren rot und seine Wimpern nass.

"Oh nein", rief nun auch Crize aus, sogleich von tiefstem Mitleid erfĂŒllt. Morasa sah aus, als wĂ€re er nicht nur körperlich verletzt, sondern auch seelisch. Sie mussten umgehend erste Hilfe leisten! "Aksoy, mach uns bitte sofort einen Kaffee! Die Zutaten sind hier." Er reichte ihm eine kleine Messingkanne und Kaffeepulver. Wasser gab es sicher in der NĂ€he in einem Bach. Auch Feuersteine und Zunder hatte Crize wie jeder Rakshaner bei sich, um im Notfall Kaffeewasser kochen zu können. Wie man Wunden versorgte, wusste Crize nicht. Aber er war sicher, dass es Mo gut tun wĂŒrde, wenn man ihn mit frisch gebrĂŒhtem Kaffee versorgte und einfach bei ihm war. Niemand sollte allein sein und noch weniger sollte jemand allein und verletzt in einem Erdloch im Wald stecken!

Crize zog eine seiner zahllosen Kleiderschichten aus und quetschte Mo hinein. Es war ein kunterbunter dĂŒnner Pullover und eine rot-grĂŒn-geringelte lange Hose, beides fĂŒr Crize weit und bequem, bei Mo allerdings recht eng. Crize zog das immer zu Hause in seiner Freizeit an oder als Schlafanzug. Aber immerhin musste Mo nun nicht mehr nackt sein und wĂŒrde sich dadurch sicher gleich ein StĂŒck besser fĂŒhlen. Die bunten Farben munterten ihn bestimmt auch auf.

MitfĂŒhlend streichelte Crize ĂŒber Mos Wunde, wĂ€hrend Mauli klagend und heulend um ihr Lager kroch und Urako verfluchte. Er war sicher, dass der grausame Tiefling, der ihn selbst fast umgebracht hatte, auch Schuld an dem Zustand seines neuen Freundes war.

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Morasa
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#197

Beitrag von Morasa » So 16. Jul 2017, 13:32

Morasa
 
war in eine Art DĂ€mmerschlaf gesunken, als er dachte er hörte Maulis Stimme. Zuerst dachte Mo, er hĂ€tte Fieber und die Stimme hörte er, weil er Mauli so vermisste. Doch plötzlich war sein Gul bei ihm in der Höhle und weinte, als er sah was ihm passiert war. Schon dafĂŒr hĂ€tte Morasa ihn gerne gedrĂŒckt und musste sich selber die TrĂ€nen verkneifen.
Bevor der Waldalb seinen Arm um seinen Gulfreund legen konnte zog er ihn an den FĂŒssen aus der Höhle raus. Aber wo war Mauli gewesen und was war ihm passiert?
Draussen zuckte Morasa erschrocken zusammen. Dort stand ein Rakshaner. Und eine Wand aus Tiefling. Mo schluckte jeden Kommentar herunter der ihm zu dem Rakshaner einfiel. Der Tiefling wĂŒrde Mauli und ihn sofort töten. Die Pranken waren wie die von einen BĂ€r und er hatte bestimmt so eine Kraft.
Aber dann beklagte auch der Rakshaner Morasa seinen Zustand und sagte den Tiefling er sollte Kaffee kochen. Mo erkannte sofort die Stimme. Das war der Mann der ihm Mauli geschenkt hatte. Das war kein Feind. Er schĂ€mte sich, als ihm einfiel dass er ihn damals vergiften wollte. Er war wirklich ein Idiot. Der Mann hatte ihn freundlich behandelt. Er hatte ihm sogar Mauli geschenkt. Mauli war ein echter Freund, er hatte nach ihm gesucht und ihn sogar unter der Erde gefunden. Das wĂŒrde Morasa ihm niemals vergessen.
Und Mo schĂ€mte sich, dass es ein Rakshaner und ein Tiefling war die ihm halfen. Der Rakshaner gab ihm sogar von seiner Kleidung ab, was ihn noch mehr beschĂ€mte. Der Waldalb befĂŒhlte die Kleidung und wusste nicht was er sagen sollte.
 
"Danke dass du mich gerettet hast Mauli, du bist ein echter Freund. Was haben sie mit dir gemacht? Varmikan hat gesagt, sie hÀtten dich. Was meinte er damit? Was ist passiert? Was haben sie dir angetan Mauli?."
 
Morasa lehnte sich erschöpft an den Rakshaner an und liess ihn die Wunde anschauen.
 
"Danke fĂŒr alles. DafĂŒr dass du mir Mauli geschenkt hast und dafĂŒr dass du mich gerettet hast und das du sogar mit mir deine Kleidung teilst. Meine Gedanken ĂŒber dich waren völlig falsch, du bist ein guter Mann. Leider hab ich deinen Namen vergessen. Ich hab dich eben nicht direkt erkannt. Erst an deine Stimme hab ich dich erkannt Rakshaner.
Wir haben uns bei den Geistern kennengelernt. Dort hatte ich mich auf einen Job beworben und ich dachte dort wird alles gut. Nichts wurde gut, alles lief schief. Direkt von Anfang an. Nicht von ganz Anfang an. In eine Taverne habe ich Varmikan und Dave kennengelernt. Die haben mich angeworben und ich hab den Job angenommen. Dann sind wir zu denen nach Hause ins Gildenhaus. Und als ich mich vorgestellt habe, da gings schief. Ein Ork und ein Tiefling haben mich direkt beschimpft.
Der Streit ging durch die ganze Gilde, so als hĂ€tte eine Familie Streit. Dave war zuerst auf meine Seite. Er hat mich verteidigt. Und danach war er so wĂŒtend, dass er sich besoffen hat. Er wollte nicht in dem Haus bleiben. Dave wollte besoffen alleine nach Hause gehen in sein Haus dort in der Stadt. Ich wollte ihn nicht allein gehen lassen. Es kann viel passieren und er war besoffen. Ganz gewaltig besoffen.
So wie ein Kamerad es tun wĂŒrde, habe ich ihn nach Hause gebracht. Da haben wir weiter getrunken und geredet. Er war ganz nett zu mir und wir haben dort geschlafen. Als er geschlafen hat, hab ich ihn in den Arm genommen. Er ist echt heiss und ich wollte ihn gerne als Freund. Darum hab ich ihn gestreichelt. Er war am schlafen, aber das war Scheisse von mir.
Sein Mann und sein Neffe kamen am Morgen vorbei und waren sauer. Varmikan sein Mann hat Dave mitgenommen. Dave sein Neffe ist mit mir nach Hause gegangen. Wolfi heisst er. Er hat mir erklÀrt, warum alle sauer auf mich sind.
Das war so, der Tiefling Urako hat mich zu Anfang genau wie der Ork beleidigt. Da habe ich ihm gesagt, dass es bedauerlich um ihn ist. Als er mich angreifen wollte, habe ich ihm gesagt greif mich an und stirbt. So war das. Darf ich mich nicht verteidigen?
Weisst du, Wolfi hat Recht. Alle anderen auch. Man soll Frieden halten. Aber nur ich? Soll ich mich bedrohen und töten lassen? Ich hab nichts getan, ich hab es angedroht. LÀsst mich Urako in Ruhe, dann ich ihn genauso.
Dann war eine Zeit Ruhe. Wolfi gab mir meine Lampe die ich fĂŒr mein Quartier brauchte. So ein dunkles Kellerloch von einem Scheissquartier, dass sonst niemand wollte.
Wir haben geredet und seine Meinung war verstÀndlich. Und trotzdem hat er mich bedroht. Er sagte, wenn ich nicht tue was er sagt, wird sein Vater mich umbringen. Netter Junge.
SpÀter kam Lydia in mein Quartier. Eine kleine fette Zwergin. Sie ist nett, ich mochte sie. Sie sagte ich soll mich mit den anderen versöhnen, weil Zusammenhalt muss sein. Das klang gut.
Urako der Tiefling hatte Dave in die Zellen gesperrt. Aber er wollte nicht befreit werden, Pavo wollte sich mit ihm aussprechen. Verwirrend alles oder?
Das habe ich gehört, die sind in der NĂ€he. Da bin ich gucken gegangen. Ich habe mich bei Dave versteckt und Pavo und er haben geredet und sich versöhnt. Danach ging der alte Goblin weg. Er hatte sich mit dem Goblin wegen mir und Urako gestritten. Der Goblin hatte Urako beschĂŒtzt. Jedenfalls haben Dave und ich nochmal geredet. Dave sagte das gleiche wie Lydia und Wolfi.
Er sagte versöhn dich mit Urako. Versuch es wenigstens. Entschuldige dich bei ihm fĂŒr mich. Das wollte ich tun, da ich Dave mag. Ich hab ihn in der Taverne gesehen und ich wollte ihn gerne haben. Er ist klasse.
Ich hab mein Wort gegeben, drum bin ich zu Urako und hab mich entschuldigt. Er hat es abgelehnt. Er wollte keine Entschuldigung. Der Tiefling wollte einen Beweis. Und dann sagte er zu mir, dass ich meine Wut unter Kontrolle bekommen muss. Er wollte mir das beibringen.
Irgendwie habe ich ihm geglaubt, aber er hatte gelogen. Da ich kein Geld hatte, habe ich ihm mein Dolch als Pfand gegeben. So blöde muss man sein was? Aber ich war so ein Idiot. Eine Schande fĂŒr jedes Spitzohr bin ich.
Sein Wunsch fĂŒr den Beweis war ein Versöhnungsessen dass ich kochen sollte. Das war ein guter Wunsch, denn ich kann gut kochen. Fleisch esse ich gerne und ich wollte Hirschgullasch kochen fĂŒr alle.
Ich bekam auch die Erlaubnis von Dave im Wald jagen zu dĂŒrfen, aber das ist gleich. FĂŒr einen Moment habe ich geplant, sein Gullasch zu vergiften mit Durchfallmittel um mich zu rĂ€chen. Aber das wollte ich nicht. Ich habe nachgedacht und gedacht, dann wĂ€re die Versöhnung sofort tot.
Das habe ich Lydia gestanden und danach Urako. Jetzt kannst du denken, so doof muss man erstmal sein. Ja ich war so doof.
Ich dachte, wenn ich es gestehe, dann kann ich es in Wut nicht doch noch machen. Ich wollte dass die Versöhnung klappt.
Dave wollte fĂŒr sein Mann in der Stadt was einkaufen und ich bin mitgegangen, weil ich von da aus die Beute fĂŒr das Versöhnungsessen jagen wollte.
Dave hat mir in der Stadt ein Reittier geschenkt. Ein Hirsch. Cervini heisst er. Vermutlich ist er schon tot. Kann sein, er gehört nun wem anders. Keine Ahnung. Jedenfalls hab ich mich so darĂŒber gefreut, weil neben dir hat mir noch nie wer was geschenkt hat. Die einzigen die mir was geschenkt haben bist du und Dave. Und da dachte ich er mag mich auch.
Ich bot ihm an, sein Mann zu sein, weil noch ist er nicht verheiratet. Wenn er nicht will, sind wir Freunde.
Meinst du jemand kann noch dĂŒmmer sein? Ich kann das. Ich war noch dĂ€mlicher als ein Stein. Ich habe Dave dann gestanden was ich getan habe. Weil ich dachte wir stehen anders zueinander, wenn er mich doch beschenkt. Ich habe ihn gesagt, dass ich ihn gestreichelt habe. Er hat mir dafĂŒr aufs Maul gehauen. War sein Recht und ich dachte dann wir sind quitt.
Aber er hat einfach eine Ruhe gegeben. Er wollte es Varmikan sagen. Weisst du wie Varmikan ist? Ich verstehe nicht warum er diesen Mann liebt. Varmikan schlĂ€gt ihn, er ist frech und faul und feige. Er frisst den ganzen Tag und kommandiert alle rum. Selber rĂŒhrt er kein Finger. Ein Frostalben Pantoffelheld.
Bei mir hĂ€tte Dave es gut gehabt. Aber er wollte nicht und wollte alles Varmikan gestehen. Da habe ich gesagt, ich rede mit ihm und so getan als wĂ€re ich nach Hause geritten und zurĂŒck gekommen. Ich habe Dave belogen, dass Varmikan nichts von dem Thema  hören will, dann verzeiht er ihm.
Dave hat gewusst dass ich lĂŒge. Seine Familie und er sind ProfilĂŒgner. Sie lĂŒgen stĂ€ndig. Sie belĂŒgen alle. Darum wusste er es sofort.
Trotzdem bin ich in den Wald gegangen und habe den Hirsch fĂŒr das Versöhnungsessen gejagt. Und dort wĂ€re ich beinahe verreckt, weil ich das Tier nicht richtig getroffen habe. Ich war durcheinander und ich war nicht aufmerksam. Ich wollte mich mit mein Dolch verteidigen, aber der war nicht da. Der Tiefling hatte ihn als Pfand. Er war nicht dabei, aber er hĂ€tte mich wieder fast getötet.
Vielleicht glaubst du mir nicht, aber ein Greif rettete mein Leben. Er fing den Hirsch. Er hat das nicht absichtlich getan, sondern wollte ihn fressen.
Wir haben uns unterhalten und dann habe ich den letzten Fehler gemacht. Ich habe Kariakin gebeten mich nach Hause zu fliegen. Das hat er gemacht und war voll nett von ihm. Aber die Geister dachten ich greife sie an.
Aino der Boss, sagte ich hĂ€tte vorher bescheid sagen mĂŒssen. Damit sich keiner erschreckt. Und sie hat zu Kariakin gesagt, besser ein Fremder guckt zweimal in eine Waffe anstatt das einen aus der Familie was passiert.
Ich sass auf dem RĂŒcken von Kariakin. Ich habe auch in die Waffen geguckt. Das heisst, fĂŒr die war ich niemand von der Familie. Ich war ein Feind. Und sie hat zu Kariakin vorher gesagt, dass man bei mir das nicht genau wĂŒsste, da ich ein sprunghaftes Verhalten habe. Das habe ich nicht."
 
Morasa schwieg ein Moment.
 
"Was schwatz ich soviel. Egal was ich gemacht habe, es war immer falsch. Hab ich das genauso gemacht wie die anderen, war meins falsch. Bei alle anderen war es richtig.
Das ich mich nicht bedrohen lasse, ist klar. Sie haben mich mit ArmbrĂŒste bedroht, ich hab mein Bogen genutzt. Ich sagte ihnen, dass sie mich umbringen werden. Dass wollten sie und ich weiss das. Aber ich habe ihnen auch gesagt, dass ich nicht alleine gehen werde. Das ich einen mitnehmen werde. Dann hat mich dieser fette StĂŒmper von einen Ork angeschossen.
Angeblich hat er mich nur kampfunfÀhig gemacht. HÀtte ich noch mein Dolch gehabt, wÀre ich nicht kampfunfÀhig. Ich hab zwei Arme. Der Trottel von einem Fettsack hatte nur nach unten und gerade aus zu schiessen und ich wÀre tot gewesen.
Wo trifft der Idiot? In meine Schulter.
Er hat mich so gehasst, er wollte mich töten. Aber er war zu dÀmlich, er ist nur ein bleicher Affe mit einer Armbrust. Und darum hat er mir in die Schulter geschossen und nicht in den Kopf. Nicht weil er gnÀdig ist, sondern weil er ein Idiot ist.
Das Ende war, dass Dave sagte ich sollte mich ergeben. Dann wĂŒrde ich bestraft und die wĂŒrden entscheiden ob ich in der Familie bleiben darf oder umgebracht werde. Und er wĂŒrde nicht meinen Tod wollen. Er wollte mein Freund sein.
NatĂŒrlich und ab morgen kacken wir alle unsere Lieblingseiscremesorte oder was? Vielleicht hĂ€tte er mir nicht sagen sollen, dass er und seine Sippschaft stĂ€ndig lĂŒgt, dann hĂ€tte ich das geglaubt.
Ich wĂŒnschte er hĂ€tte nicht gelogen und hĂ€tte es ehrlich gemeint. Aber wenn dir ein Haufen Killer sagt, sie bringen dich nicht um, weisst du genau die lĂŒgen.
Ich bin zwar nicht so klug und gebildet wie er und ich kann nicht lesen und so eine Scheisse, aber ich kann mir schon Dinge merken die man mir erzÀhlt. Und das habe ich mir gemerkt.
Dann sollte mich Jeelen fesseln und gefangen nehmen.
Da war es vorbei. Ich sterbe wenn ich eingesperrt werde. Ganz schnell habe ich die Gestalt gewechselt und bin als Marder abgehauen. Sie haben mich nicht fangen können. Sie können es versuchen, aber dann quetsche ich mich in ganz kleine Ecken, da kommen sie nicht hinterher."
 
Mo machte einen Moment Pause und untersuchte selber seine Schulter.
 
"FrĂŒher habe ich in Kalthorst gelebt. Da habe ich im Wald eine HĂŒtte. Könnt ihr mich dahin bringen? Und hat jemand ein Messer fĂŒr mich? Ich zahle es zurĂŒck. Ohne Messer kann man in der Wildnis nicht ĂŒberleben. Die haben mein Dolch, mein Bogen und als ich als Marder geflohen bin sind meine Klamotten da geblieben. Ich hab nichts mehr.
Danke fĂŒr die Kleidung Rakshaner, du bist grosszĂŒgig. Ich hab dich damals fĂŒr ein Feind gehalten, dass tut mir leid."
 
Morasa wunderte sich warum es in seiner Hand drĂŒckte. Der Waldalb schaute nach. In seiner HandflĂ€che lag noch der Armbrustbolzen.
 
"Guck der Armbrustbolzen hat in meiner Schulter gesteckt. Mein Faustpfand meiner Rache. Ich wollte nur eine Familie und einen Freund. Mehr nicht. Am Ende hatte ich nichts, nicht mal Kleidung. Hilft Kaffee bei Verletzungen? Hat die Pflanze HeilkrÀfte?".
 
Nachdem Mo alles dem freundlichen Rakshaner erzĂ€hlt hatte fĂŒhlte er sich etwas besser. Sonst fragte niemand nach seinen Gedanken. Das hatte der Rakshaner auch nicht, aber Mo vermutete, dass er zuhören wĂŒrde.
 
"Was ist mit Mauli geschehen? Wo hatten die ihn hingebracht?."
 
Morasa wartete ab, was der Rakshaner zu erzÀhlen hatte, dabei schaute er nach Mauli.
 
 

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#198

Beitrag von Aksoy » So 16. Jul 2017, 15:02

Aksoy folgte Crizes Anweisungen und bald hatten sie seinen Ghul Mauli gefunden. Crize ging sofort zu einer Rettungsaktion, der Aksoy total baff beiwohnte. Aber sie zeigte Wirkung. Mauli war kaum wieder bei KrÀften, da mussten sie schon zur nÀchsten Rettung eilen.

Mo sein Freund war in Gefahr und Mauli fĂŒhrte sie so gleich an den Ort des Geschehens.

Kaum dort angekommen, drehte der Ghul sofort wieder um, ging die gleiche Strecke zurĂŒck die sie gekommen waren um dann mit der Nase am Boden die Spur seines Freundes aufzunehmen.

Aksoy kamen erste Zweifel ob der Ghul wusste was er dort tat. Er fĂŒhrte sie bis in den Wald hinein und er spĂŒrte das gleiche Unbehagen bei Crize, dass er selbst verspĂŒrte. Zwischen BĂ€umen umherzuwandern, war fĂŒr ein geflĂŒgeltes Wesen seiner GrĂ¶ĂŸe keine angenehme Sache. Was ihm sonst schnell das Leben retten konnte, nĂ€mlich seine FlĂŒgel, wĂŒrden dann seine Flucht behindern.

Zum Erstaunen des Tiefling fand Mauli seinen Freund.
Der Waldalb steckte in einer Höhle tief im Boden, so dass der Ghul gezwungen war, ihn an den FĂŒĂŸen herauszuziehen.

Der Mann war nackt, verdreckt und Blut besudelt. Seine Schulterwunde sah grÀsslich aus. Total ausgefranzt und stark geschwollen.

Ob da wirklich ein Kaffee half?

Aksoy glaube zwar nicht daran, aber ein Magier der so mÀchtig war wie Crize, jemand der nicht nur Krankheiten sondern sogar den Tod selbst heilen konnte, der musste einfach wissen, was man in so einem Fall zu tun hatte.

Und auch wenn Kaffee in seinen Ohren klang, war es eventuell genau dass, was den Waldalben rettete. Wer war er schon Crize in Frage zu stellen? Er konnte nicht mal eine Schnittwunde verarzten und dieser weise Mann erweckte Tote!

Schleunigst machte sich Aksoy daran, sofort den gewĂŒnschten Kaffee zuzubereiten. Er hoffte, dass er alles richtig machte. Zeitgleich teilte Crize mit dem Waldalben sogar seine Kleidung. Aksoy war gerĂŒhrt, aber anders hatte er Crize auch nicht kennengelernt. Er war immer freundlich und hilfsbereit.

Das schien auch der verletzte Waldalb zu spĂŒren, denn die anfĂ€ngliche Angst die man in seinem Blick sah, genau wie das Misstrauen verschwanden und er begann zu erzĂ€hlen. Er erzĂ€hlte einfach drauf los, ließ alles raus was ihm wiederfahren war und Aksoy hatte arge Probleme dem Burschen bei seiner ErzĂ€hlung zu folgen.

Eines stand fest, was es auch gewesen war, es hatte den Waldalben ganz schön aus der Bahn geworfen.

Was sagte er? Er hatte sich nur eine Familie und einen Freund gewĂŒnscht. Daran war nichts falsch. Aksoy drĂŒckte dem Waldalben den Kaffee in die Hand.

"Hier trink, dass wird Dir helfen. Vertrau Crize, er kann sogar den Tod heilen, er bekommt Dich wieder hin", sagte Aksoy mit seiner tiefen Stimme aufmunternd.

"Ich konnte nicht allem folgen, was Du gesagt hast Mo, aber sich eine Familie und einen Freund zu wĂŒnschen, daran ist nichts verkehrt. Am Ende war vielleicht alles nur ein dummes MissverstĂ€ndnis. Bei mir war es öfter so, oder ich war tollpatschig", grinste der Tiefling Mo an.

"Dank Mauli bist Du jetzt erst mal nicht mehr alleine. Dank Crize hast Du Kleidung und schon bald wird es Dir auch gesundheitlich besser gehen. Vertrau uns. Mauli wurde gefangen gehalten. Crize musste ihn ebenfalls heilen.

Er musste ihn operieren, seinen Darm, damit sein Gesicht abheilen konnte. Frag mich nicht wie und warum, dass kann Dir nur Crize beantworten. Aber es war knapp.

Sehr knapp. Mauli sagte uns, dass Du in Gefahr schwebst und schon sind wir mit dem frisch geretteten und geheilten Mauli losgezogen um Dich ebenfalls zu retten und zu heilen",
erklÀrte Aksoy und setzte sich neben Crize.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#199

Beitrag von Morasa » Mo 17. Jul 2017, 09:06

Morasa

nahm den Kaffeebecher entgegen und trank einen Schluck. Der dritte Kaffee in seinen Leben. Man sagte doch aller guten Dinge sind drei, vielleicht brachte der dritte Kaffee den er trank ja GlĂŒck und seine Wunde heilte schneller ab. Oder er linderte die Schmerzen, das wĂŒrde Mo schon ausreichen. Der riesige Tiefling war ganz nett und nicht so ein Widerling wie Urako.
Es rĂŒhrte Mo, dass sie zu seiner Rettung gekommen waren. Dabei kannten sie ihn nicht. Mauli hatte fĂŒr seine Rettung gesorgt. Was sie Mauli angetan hatten, dass er am Darm und im Gesicht operiert werden musste, konnte sich Morasa nicht vorstellen. Aber er hatte schon die HeilkrĂ€fte von Mauli erlebt, als er fast verhungert war und dann nach einen guten Essen wieder in Form war. Mauli sah wieder gut aus, aber das war egal. Er wĂŒrde Mauli rĂ€chen. So ging niemand mit seinen Freund um. Mauli hatte nichts mit ihren Streit zu tun, warum hatten sie ihm das angetan? Aber das konnte er ebenso. Auch Morasa konnte ungerecht werden und die Lieben von anderen bestrafen. FĂŒr Morasa war das unverstĂ€ndlich. Wenn sie ihn so sehr loswerden wollten, mussten sie nicht Mauli quĂ€len. Sie hĂ€tten ihn einfach rauswerfen sollen. Er wollte doch mit Mauli gehen, dann hĂ€tten sie ihn gehen lassen sollen. Mo verstand es nicht. Aber er verstand so vieles nicht. Das immer die Unschuldigen aufs Maul bekamen, hatte er schon bemerkt. Warum das so war, wusste er nicht.

"Das stimmt schon, wĂŒnschen darf man sich alles. Nur muss man erstmal begreifen, dass man nicht alles bekommt, was man sich wĂŒnscht. Falsch von mir war, dass ich gesucht habe. WĂŒnschen oder zusammenspinnen kann man sich alles. Im Kopf klappt auch immer alles. Aber im Leben hat das nie geklappt, manches vergisst man besser wieder, bevor es in einer Katastrophe endet."

Der Waldalb genoss den warmen Kaffebecher in der Hand und nahm noch einen Schluck Kaffee.

"Wobei dass stimmt gar nicht, ihr drei seid hier und habt mich gerettet. Sowas tun nur Freunde und Mauli ist ein echter Freund. Der Fehler könnte sein, dass ich falschen Ort gesucht habe."

Morasa stellte den Becher neben sich und legte sich auf seine gesunde Seite.

"Ich bin geschafft, mir tut alles weh und ich bin mĂŒde. Mein Magen schmerzt und ich musste brechen, weil ich zuviel von meinen eigenen Blut geschluckt hab. Das ist ein Schutz vom Körper, also die Reaktion."

Mo hielt inne und dachte nach.

"Die Geister werden bald hier sein. Meine Gilde. Nein, meine ehemalige Gilde. Keine Ahnung, wie ich sie nennen soll. Sie haben noch mein Blut, damit werden sie mich finden. Sie werden mich töten, weil ich geflohen bin. Ich denke sie werden euch ebenfalls töten, wenn sie euch bei mir erwischen. Besser ihr verschwindet mit Mauli. Das mein Fehler so ein Rattenschwanz bekommt.
Hört das nie auf? Was soll ich denn jetzt machen? Ich hab Angst dass sie mich umbringen und ich hab nichts um mich zu wehren. Ich hab da so getan als wÀre es mir egal. Die lassen sich von Angst nicht beeinflussen. Die hÀtten mich sofort erlegt."

Der Waldalb schaute Crize an und hoffte er wusste einen Rat.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#200

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mo 17. Jul 2017, 11:27

Dave ging Seddik entgegen und passte den Ork ab.

„Ich muss mit Dir reden“, sagte der Naridier.
„Du bist doch jetzt hoffentlich nicht beleidigt, wegen Deinem Fan“, antwortete der Ork.

„Du hast da oben nicht gehört, wen er umlegen wollte – mich. Soviel zum Thema Fan“, hielt Dave dagegen.
„Treue ĂŒber den Tod hinaus oder sowas in der Art faselt Varmikan immer ĂŒber Dich. Das ist auch ein Alb, so unterschiedlich sind die nicht, glaub mir“, gab Sed zu bedenken.

„Absolut falsch, Du kannst Dir gar nicht vorstellen in welchem Ausmaß. Treue ĂŒber den Tod hinaus, bedeutet fĂŒr Varmikan, dass er zu Lebzeiten sogar vorplant, dass es mir nach seinem Ableben gut geht. Dass er sogar fĂŒr den Zeitpunkt vorsorgt.

Damit mein Varmikan nicht, dass er mich mit in den Tod reißen wĂŒrde. Selbst wenn ich freiwillig mitgehen wĂŒrde. Und fĂŒr den Satz hĂ€tte ich mir von ihm was anzuhören, er verbietet es. Ob Du es glaubst oder nicht, er sieht das Leben wesentlich positiver als ich, oder mein Fan.

Und im Vergleich zu meinem Fan hatte Varmikan wenigstens den Verstand, bei der Wahl zwischen Kooperation oder Hinrichtung die Kooperation zu wÀhlen. Was hat mein Fan denn erreicht? Irgendwas von dem, was er gewollt hat? Nein, er hat auf voller Linie versagt, zu seinem eigenen Nachteil.

Aber wie jeder hat er seine 12 Stunden bekommen. Keine Ahnung ob Aino reine 12 Stunden Vorsprung gemeint hat, bevor wir ihm jemanden hinterher schicken, oder ob sie ihm die 12 Stunden generell gewĂ€hrt. Sprich wenn er in den nĂ€chsten 12 Stunden hier erscheint, sich entschuldigt und seine Aussage revidiert, dann wird völlig anders ĂŒber ihn entschieden.

Wohlwollend, weniger strafend und schon gar nicht tödlich. Der Bruder hatte dann schließlich trotz allem noch ein Einsehen und fand zurĂŒck in die Familie. Ich kann es nicht sagen, ich habe auch nicht nachgefragt. Auch meine Gelassenheit hat Grenzen. Anstatt aus Liebe zu meucheln, hĂ€tte er sich versöhnen sollen. Sei es drum, es ist wie es ist.

Wobei, wo wir schon beim Thema sind, Du und Urako, Ihr seid an der ganzen Sache auch nicht unschuldig. Mein Fan hatte vor sich tatsÀchlich zu versöhnen, er wollte das Versöhnungsessen kochen und er hat gehofft, dass es zum Gildenfrieden beitrÀgt. Das habe ich ihm geglaubt.

Sicher mĂŒsst Ihr nicht jeden Bruder mit offenen Armen empfangen, aber Ihr mĂŒsst ihn auch nicht reißen bis auf Blut, dass er keinen Ausweg mehr sieht. Dies gilt nicht allein fĂŒr meinen Fan, dass gilt fĂŒr jeden Neuzugang. Das heißt, ob Dir Varmikan passt oder nicht, oder jeder zukĂŒnftige andere Alb, ist irrelevant Du hast ihn wie einen Bruder zu behandeln.

Varmikan hat sich Dir gegenĂŒber bis jetzt nicht schlecht verhalten, also lass zukĂŒnftig Deine Kommentare ihn betreffend, dort wo sie sind. Das gilt ebenso fĂŒr Pavo. Ihr könnt halten und denken von ihm was Ihr wollt, aber behaltet es fĂŒr Euch“,
erklÀrte Dave tonlos.

„Dave, Varmikan ist nicht so ein Unschuldslamm wie Du vermutest. Du hast keine Ahnung wie sich der Kerl verhĂ€lt, wenn Du nicht dabei bist“, erklĂ€rte Seddik.
„Das stimmt. Und es interessiert mich auch nicht, ich vertraue ihm“, hielt Dave dagegen.

„Ich habe auch nicht gesagt, dass er Dich betrĂŒgt. Wohl eher das Gegenteil, er begluckt Dich und teilt jedem mit, der es nicht hören will, dass Du sein Kerl bist und niemand sonst Dir etwas zu sagen hat – außer er, versteht sich.

Und er spricht in Deinem Namen! Dave hat gesagt Du sollst dies, Dave hat befohlen Du sollst das! Ich glaube kaum, dass Du ihn als Deinen persönlichen Boten losschickst. Er ist zwar Dein Mann und Du liebst diesen Tropf, aber ob Varmikan dass nun wahr haben will oder nicht, er ist kein Teil von Dir oder nicht Du persönlich. Er ist bleibt Dein Mann und ist nicht Dave zwei. Vor allem Pavo gegenĂŒber verhĂ€lt er sich so. Das kann ja auch nicht in Deinem Interesse sein“,
antwortete der Ork.
„Pavo weiß sich schon zu verteidigen. Zudem wer austeilt muss auch einstecken können. Ihr seid alle erwachsen, wenn Du ihm seine Ansage nicht glaubst, ist es Dein gutes Recht in der Schreibstube oder bei Aino nachzufragen ob der Befehl oder der Auftrag den Tatsachen entspricht. Wolfi spricht in Vertretung auch in meinem Namen Sed“, gab Dave zu bedenken.

„Ja aber Varmikan vertritt Dich sogar dann, wenn Du da bist“, versuchte Seddik zu erklĂ€ren.
„Schau einer an
 fĂŒr so dienstbeflissen und fleißig hĂ€tte ich ihn gar nicht gehalten“, grinste Dave.

„Warte nur ab, bis Du mit ihm verheiratet bist, dann wirst Du schon noch merken wo der Hase lang lĂ€uft, glaub es mir. Du findest das im Moment noch lustig oder aufmerksam, aber das ist kein Spaß von dem Kerl. Das ist ein Frostalb. Mit Deinem Ja wirst Du zu seinem Eigentum und so wird er Dich auch behandeln. Ihre Optik tĂ€uscht“, warnte der Ork.
„Das macht er doch schon, er beschĂŒtzt mich, er behĂŒtet mich, er sorgt dafĂŒr dass mir nichts passiert, dass es mir an nichts mangelt – wenn er so mit seinem Eigentum um geht, habe ich nichts dagegen.

Wo wir gerade beim Thema sind, ich werde mit Varmikan ausziehen. Genauer gesagt, werde ich mit Varmikan, Urako und Gasmi ausziehen, wenn es bei unserer Vereinbarung bleibt. Ich kaufe das Haus gegenĂŒber des Seitenausgangs und das Haus neben dem Geisterhaus. Nebenan ziehen wir ein. Pavo muss ich auch noch informieren und die anderen, wobei Pavo wohl die schwierigste Nummer wird. Aber ich denke unsere Entscheidung ist auch verstĂ€ndlich“,
sagte Dave.

„Eure? Du meinst Varmikans Entscheidung. Er buxiert Dich damit aus jeglichem anderen Einflussbereich, kurzum er hat Dich völlig unter der Fuchtel“, stöhnte Sed.
„Genau er mag PrivatssphĂ€re, hat ja auch was fĂŒr sich, wenn man morgens im Zuber alles tun und lassen kann, wozu man so Lust hat
“, grinste Dave.

„Komm mir nicht eine Woche spĂ€ter an und heul mir die Ohren voll, dass er Dich wie eine Dienstmagd behandelt oder schlimmeres. Na von mir aus, komm doch, wenn er sich so verhĂ€lt. Aber sei vorsichtig.

Falls ich mich irre und er es tatsĂ€chlich aufrichtig gut mit Dir meint, wĂŒnsche ich Dir das Beste Davy. Falls er es nicht so meint, verpass ihm einen Tritt. Lass Dich von ihm nicht unterbuttern. Du weißt wie ich das meine“,
erklÀrte Seddik.

„Das weiß ich Großer und ich weiß es zu schĂ€tzen. Varmi meint es absolut ehrlich und aufrichtig, ich bin öfter mit ihm verbunden. Er kann in dem Zustand nicht lĂŒgen.

Gedanken verschweigen oder verbergen ja, lĂŒgen nicht. Und er ĂŒbermittelt mir was er fĂŒr mich empfindet. Folglich weiß ich, dass er die Wahrheit denkt und spricht. Und so weit bin ich nun auch nicht entfernt, dass Du Abends nicht auf ein Bier rĂŒber kommen könntest, oder zum FrĂŒhstĂŒck.

Abends können wir dann auf Pavos oder meiner Treppe sitzen, ganz wie ihr wollt. Nebenbei ich hatte vor einiger Zeit Wolfi eine Ausschreibung machen lassen, bezĂŒglich eines Lehrlings, also falls mal ein Bewerber kommen sollte, bitte benehmt Euch anstĂ€ndig und vergrault ihn nicht“,
bat Dave.

„Du kennst uns doch“, grinste Sed.
„Ja eben, drum weise ich noch einmal extra drauf hin. Der bekommt noch den Schock fĂŒrs Leben. Wo war ĂŒberhaupt Tsounai? Wurde er mir nicht geschickt um mich zu beschĂŒtzen? Ein schöner LeibwĂ€chter ist das. Fedor war sofort an meiner Seite, nach Dir. Du hast mich sogar noch vor Fedor beschĂŒtzt“, grinste Dave zurĂŒck.

„Na ich dachte ehe Du Albenfutter wirst, hol ich den Kerl vom Greif. Tsounai hat im Wohnzimmer gewartet. Er hat gesagt, wenn was ist, wĂŒrdest Du schon nach ihm rufen.

Er blieb völlig entspannt und hat seinen Kaffee getrunken. Rakshaner sind kaum aus der Ruhe zu bringen. Wann bei denen Alarmzustand herrscht, weiß keiner. Vermutlich gibt’s den gar nicht“,
lachte Sed.
„Doch, wenn der Kaffee alle ist, dann ist Alarmstufe Rot“, gibbelte Dave.

„Wie bei Dir“, stichelte Seddik.
„Ich bin flexibel, ich kann zur Not auf Bier, Wein oder Schnaps umsteigen. Kein Problem. So Spaß beiseite, ich wollte mit Dir ĂŒber den Greif reden.

Du solltest doch Sancillo abholen und zu Tarkan bringen. Der Vorschlag war, das Du Nachtmahr nutzt. Ebenso hĂ€ttest Du einen der Centauren bitten können. Ich wĂŒrde vorschlagen, ich frage Kariakin, ob er sich bereit erklĂ€rt Dich zu Tarkan zu fliegen. Du wĂ€rst wesentlich schneller unterwegs. Sancillo abholen und bei Tarkan abliefern per Greif. Traust Du Dich das? Falls nicht, frage ich Kariakin, ob er den Goblin allein abholen und fĂŒr mich zu Tarkan bringen wĂŒrde“,
erklÀrte Dave.

„Wie sagst Du immer? Ich kĂŒmmere mich drum. Was ist im Wenn-Fall, wenn Dein Fan nicht innerhalb von 12 Stunden hier aufschlĂ€gt? Wer wird ihm nachgeschickt?

Sonst wĂŒrde ich die Zeit abwarten, ungefĂ€hrlich war der Bursche ja nicht. Zudem ist er nun wĂŒtend und verzweifelt, da rasten manche Leute extrem aus. Und Dein Fan war keine ruhige Natur, der ist sofort auf Angriff gepolt“,
gab Sed zu bedenken.

„Das ist korrekt, der Fan hat ziemlich gekonnt Jozo in seine Schranken verwiesen. Ich persönlich wĂŒrde mich mit ihm Mann gegen Mann auch unbewaffnet nicht messen wollen. Ich wĂŒrde den KĂŒrzeren gegen ihn ziehen, das ist Fakt.

Ergo wĂŒrde ich Gasmi und Jeelen schicken. Jozos Meister und Jozos SchĂŒler. Ich gehe davon aus, dass Gasmi und Jeel auf alle FĂ€lle mit dem Fan fertig werden. Zudem ist er verletzt. Ich glaube nicht daran, dass er dermaßen ein Einsehen hat oder die Traute, zurĂŒck zu kommen.

Soweit geht seine Zuneigung dann doch nicht. Scheiße gelaufen, ich hĂ€tte es mir auch anders gewĂŒnscht. Aber was ĂŒber verschĂŒtteten Schnaps klagen. Wie heißt es so schön? Da hilft kein Fluch und kein Gebet, wenn es heißt vorbei – zu spĂ€t.
Gut, frag Kariakin und wenn er sich einverstanden erklĂ€rt, brichst Du umgehend auf. Und Danke nochmal fĂŒr Deine SchĂŒtzenhilfe.

Cervini, der Hirsch von dem Fan, bleibt unangetastet. Das Tier kann nichts fĂŒr den ganzen Streit und da ich den Burschen gekauft habe, werde ich ihn selbst behalten. Falls der Fan widererwartend reumĂŒtig zurĂŒckkehrt, bekommt er sein Tier zurĂŒck. Ich werde ihm nicht sein Geschenk vorenthalten, sonst hĂ€tte ich es ihm nicht schenken mĂŒssen.

Auf der anderen Seite, werde ich allerdings auch Cervini nicht schlachten lassen, nur weil sein Herr sich nicht unter Kontrolle hat. Beides wĂ€re sehr kleingeistig und ehrlich. Ich vermute keine NiedrigtrĂ€chtigkeit hinter dem Verhalten des Fans, sondern reinen Trotz und Angst. Immerhin bot er an, friedlich abzuziehen unter der PrĂ€misse Mauli und seinen Dolch ausgehĂ€ndigt zu bekommen. Da er sich der ÜberprĂŒfung oder besser gesagt der NachprĂŒfung entzogen hat, kann das nicht zu Lasten des Hirsches gehen“,
sagte Dave.

„Ihr zwei hattet es miteinander oder? Dir stinkt das gewaltig, dass merke ich. Was ist zwischen Euch gelaufen Dave?“, fragte Seddik ganz leise.
`Nichts was Dich was angeht... ich hab schon genug Probleme, als dass Du auch noch tratscht...ÂŽ, dachte Dave.

„Nichts ist zwischen uns gelaufen Sed. Ich hab den Kerl nur verdammt nochmal gemocht! Ich bin die nĂ€chsten Stunden nicht zu erreichen oder im Haus. Wolfi ist Euer Ansprechpartner fĂŒr die Zeit. Wie zu Anfang erwĂ€hnt kĂŒmmere ich mich um den Hauskauf von zwei HĂ€usern und den dazugehörigen Umzug“, sagte Dave freundlich, knuffte Sed und machte sich auf den Weg.

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