Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

Der Vernichtungsfeldzug der Choucas gegen die Farisin.
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Silvano de Mancini

Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne
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Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#1

Beitrag von Silvano de Mancini » Fr 2. Nov 2018, 02:24

Leinen los

Silvano de Mancini
Die drei Kriegsschiffe lagen immer noch als Päckchen in souvagnischen Küstengewässern. Die Festlichkeiten waren beendet, so feucht-fröhlich wie gefeiert worden war, zeigte sich die See. Am 21.10.203 waren die Kriegsschiffe entgegen ihrer eigentlichen Verwendung, weder in den Krieg gezogen, sondern hatten die Grundlage für den Hafen der Ehe geboten. Einmal für Silvano und Boldiszar und ebenso für Ciel und Francois. Dort wo alles für beide Paare begann wurden auch die Ehen geschlossen und besiegelt - auf der Choucas. Der Morgen der ersten Betriebsamkeit nach den dreitägigen Feierlichkeiten zeigte sich noch etwas verschlafen. Die Matrosen machten klar Schiff, die Mannschaften zogen sich auf ihre eigenen Schiffe zurück, die letzten Reste der Feierlichkeiten wurden beseitigt und die Schiffs-Damen von denen jede den Namen eines Vogel trug, wurden aus dem Päckchen gelöst. Müde aber glücklich betrat Silvano das Deck und wurde wie üblich von Jaques angekündigt. Foufou begleitete sein Herrchen und konnte es kaum abwarten. Der uralte Pudel liebte das Meer genauso wie sein Herr. Wenn die Choucas mit vollen Segeln über die Wellenkämme dahinschoss, klemmte er seine schwarze Nase zwischen die Reelingsstreben, so dass der Wind seine schwarzen Locken durchwirbelte. Im Moment wirbelte Foufou aber selbst und zwar um die Beine von Vano. Mancini blieb kurz stehen, kraulte den alten Hundeopa zwischen den Ohren und übernahm das Steuer. Fou schaute mit treuem Blick zu seinem Herrn auf. In den brauen Augen lag ein "na los mach schon, schnell" als er Vano betrachtete. "ANKER AUF!", befahl Mancini und der Befehl wurde sofort in die Tat umgesetzt. "Anker auf- und eingehievt Käptn", kam die Meldung. Silvano schaute wie weit Rene und James mit ihren Vorbereitungen waren. Er hatte es etwas leichter, da die Choucas das größere und damit auch das höhere der drei Segelschiffe war. Er gab seinen Kollegen das Zeichen dass sie aufbrechen würden und er die Führung übernahm. "Volle Segel setzen, direkter Kurs auf Farisin", brüllte Mancini. Die Matrosen kletterten flink und sicher, so wie es Rene und James ebenfalls von ihrer eigenen Mannschaft gewohnt waren. Die Segel der Choucas breiteten sich aus und fingen aufbauschend den Wind mit einem Knarzen ein. Die Brigg setzte sich mit einem Ruck in Bewegung, dass von Foufous Freudengeheul untermalt wurde.

Rene Lothair de Brisay
Rene war als ältester der drei Kapitäne gleichzeitig auch einer der ältesten Anwesenden auf den drei Schiffen überhaupt. Die Doppelhochzeit hatte ihn erschöpft. Wobei weniger die Trauung daran Schuld trug als vielmehr die anschließende Feier. Er vertrug einfach nicht mehr so viel wie früher. Der Kater quälte ihn mit Kopfschmerzen, Übelkeit und eine furchtbar zerknautschen Antlitz, das auch die Perücke und der perfekt gezwirbelte Bart nicht kaschieren konnten. Dennoch war er guter Dinge und wenn sich daran noch etwas ändern sollte, hatte er seine Offiziere. »Segel setzen, Choucas folgen«, brüllte er. Einen Anker gab es nicht zu lichten, da die Mouette an der größeren Brigg festgetäut gewesen war. Die Matrosen kletterten überall herum, um die eingerollten Stoffbahnen zu lösen. Unten fixierten die anderen Matrosen die Taue und zogen sie straff. Die Segel blähten sich und die kleinere Mouette sauste ihrer großen Schwester hinterher. Diejenigen Matrosen, die noch oben waren, wurden ordentlich durchgeschüttelt. Es wurde noch hier und da nachkorrigiert, dann kletterten auch die letzten Seemänner hinunter, vom Ausguck abgesehen, der es sich im Krähennest gemütlich machte. Rene stand am Steuerrad und lenkte die Mouette mit sicherer Hand und sie folgte der Choucas in den Sonnenaufgang hinein.

James de Dusolier
James stand am Morgen auf dem Achterdeck an der Reeling, gönnte sich eine Pfeife und unterhielt sich gut gelaunt mit seinem Bruder Jaques, der auf der Choucas an der Reeling stand. Wer immer neben den beiden gestanden hätte, hätte nach Wochen noch klingende Ohren gehabt. Aber für Seemänner und besonders für die Offiziere war es Normalität in einer Lautstärke zu sprechen die Wind, Sturm und auch Entfernungen mühelos überbrückte. Und zwei Dusouliers benötigten niemals einen Grund miteinander zu sprechen, wenn mussten sie ehr einen suchen um nicht zusammen zu kleben. Von der für sie minimalen Entfernung von einigen Metern Luftlinie ließen sie sich jedenfalls nicht abschrecken. James hatte die Feier gut überstanden und so manchen Schnaps genossen, den er doch lieber hätte stehen lassen sollen. Aber wenn ein Verwandter heiratete, und er wertete Vano als Verwandten, dann gab man sein Bestes und feierte bis die Schwarte krachte. Jedenfalls war es so bei ihnen Brauch. Als sich die Choucas startklar machte, die Vertäuungen gelöst und die Fender eingeholt wurden, machte er sich ebenfalls auf zum Steuerrad. Er gab der Choucas und der Mouette einigen Vorsprung um sich dann mit der Cygnus den beiden Schwesterschiffen anzuschließen. Er folgte ihnen aber nicht direkt im Kielwasser sondern zog versetzt zu ihnen auf, so dass sein Klüverbaum neben dem Heck der Mouette auftauchte. So konnten sie besser die See im Auge behalten und schneller auf mögliche Feinde reagieren, als wenn sie im "Gänsemarsch" übers Wasser schossen. Gut gelaunt machte es sich James am Steuer gemütlich, Ciel schien dank seiner Hochzeit die Pfaffenpläne vergessen zu haben. Für Sekunden schloss er die Augen und ließ die aufgehende Sonne sein Gesicht bescheinen, ehe er sich wieder voll und ganz der Fahrt widmete.

Bellamy Bourgeois
Bellamy trat hinaus aufs Deck und wunderte sich. Dann wurde ihm schlagartig klar, was ihn verwunderte, das Schiff segelte. Gebannt starrte er zu den vollen Segeln hoch und hinaus aufs Wasser. Er hatte sich die Fahrt eigentlich wie ein sanftes Dahingleiten vorgestellt, aber das Schiff war gewaltig schnell und seltsame Geschöpfe sprangen an der Seite aus dem Wasser, keckerten und verschwanden wieder. Ob die Biester gefährlich waren? Warum schwammen die neben ihnen? Er beobachtete die Wesen misstrauisch, aber sie schienen Spaß an der Welle zu haben, die das Schiff erzeugte. Er stellte sich an die Reeling und schaute ihnen bei ihrem seltsamen Wellentanz zu und so langsam fing er auch an die Fahrt zu genießen. Er hielt für einen Moment das Gesicht in den Wind, und ließ sich die kurzen Stoppeln zerstrubbeln. Seine Frisur wurde nicht davon ruiniert. Er betrachtete die Wesen noch eine Weile und sah, dass es ganz schön viele unter Wasser waren, wie ein Rudel Wölfe, das war seine Schätzung. Aber niemand schien sich an ihnen zu stören, dann tat er es auch nicht. Sein Augenmerk galt nun seiner Aufgabe. Er schlenderte zu Remys Kabine, klopfte kurz und trat ein. "Remy ich muss Dich darum bitten den Duc eine Botschaft zukommen zu lassen. Sie ist sehr privat, aber ich finde er muss vorgewarnt werden, damit es nicht zu unnötigem Familienstreit kommt. Um wen es geht dürfte klar sein, CIEL", sagte Bell.

Remy de Remuer
Maurice durfte die Tür öffnen und Bellamy erblickte seine Hoheit Prince Remy de Souvagne, Chevalier de Remuer, in Unterhose in seiner Koje herumlümmelnd, eine Schüssel mit Knabbereien in Griffreichweite, genau wie einen Weinkrug, den er festhielt, damit er bei dem momentanen Geschaukel nicht herunterrutschte. Maurice sah genau so aus, nur setzte er sich nun wieder in der Koje gegenüber. »Lass mich raten«, erklärte Remy und entgegen dem, wie er aussah, klang er vollkommen nüchtern. Er hatte beständig getrunken, aber immer nur kleine Mengen, da er den Geschmack genoss. »Ciel hat einen Plan, nicht wahr?«

Bellamy Bourgeois
"Einen grauenvollen Plan, ja den hat er. Und ich weiß dass Du ein Himmelsauge bist und Dich sehr gut mit dem Duc verstehst. Ciel übertreibt es leider wieder mit seiner Moral, an die er sich selbst leider nur selten hält. Er meint es wie immer gut - diesmal für seine Mutter. Aber er wird damit das Verhältnis zu seinem Vater einäschern. Also müssen wir ihn warnen", gestand Bellamy.

Remy de Remuer
Remy angelte nach einer Gabel, spießte einen Shrimp auf, tunkte ihn in Soße und verzehrte ihn. »Du bist ja völlig aus dem Häuschen, entspann dich mal, Belly, ich dachte, du hast Urlaub. Soll ich dich mit seiner Majestät verbinden oder soll ich etwas ausrichten? Oh und Maurice, sei so freundlich und fütter mich mit den Shrimps, ich möchte meine Hände hinter dem Kopf verschränken, während ich arbeite.«

Bellamy Bourgeois
Belly blinzelte in Zeitlupe, während Maurice anfing seinen Herrn mit der Gabel voller Shrimps zu füttern. "Ich habe Urlaub, sobald ich diese Information losgeworden bin. Nein Du wirst sie Maximilien vortragen, denn zu Dir hat er ein anderes Verhältnis. Also - es geht los. Ciel hat herausgefunden, dass sein Vater ein Verhältnis hat. Er hat eine Affäre, mit wem, dass wollte Ciel mir nicht verraten. Jedenfalls hatte Ciel wohl bereits zweimal mit seinem Vater darüber gesprochen und verlangt, dass Maximilien seine Mutter über die Affäre aufklärt. Sprich entweder Max gesteht selbst seiner Frau, dass er ein Verhältnis hat, oder Ciel tut es! Du verstehst die Brisanz der Sache? Wenn Ciel seiner Mutter steckt, dass sein Vater ein Verhältnis hat, wird das in einer Katastrophe enden, für Ciel! Warum er so stur ist, kann ich nur vermuten. Er liebt seine Mutter und möchte sie nicht hintergangen wissen. Aber sind wir ehrlich, Ciel war mit Olivie verheiratet und war Nathan sehr zugetan. Ciel ist heute mit Francois verheiratet und ist Ferrau sehr zugetan. Und soweit ich das beurteilen kann, ist Ciel seinem Bruder Greg und seinem Schwager Linhard ebenfalls sehr zugetan. Gehen wir davon aus, dass auch nur mit einem der Genannten etwas läuft, dann lebt Ciel selbst dass, was er seinem Vater ankreidet. Der einzige Unterschied ist wohl, dass seine Affären voneinander wissen. Das vermute ich jetzt mal, denn sonst würde er sich nicht aufregen. Meine Bitte an Dich ist also etwas pikant. Du sollst Maximilien bitten seine Affäre selbst seiner Minette zu gestehen, damit dies nicht Ciel übernimmt. Früher hätte ich ihm dies selbst sagen können, aber nun nicht mehr. Erstens natürlich aufgrund der Entfernung. Ich bin kein Magier, aber ich habe schon genug Schande über mich gebracht und zu Dir hat er ein anderes Verhältnis. Bitte richte ihm das aus", bat Bell.

Remy de Remuer
Remy kaute eine Gabel voller Shrimps mit Soße herunter. Er reichte auch einen Shrimp ohne Soße an seinen Habicht weiter, der auf einer Stuhllehne saß. »Vermutlich ist er wütend, weil seine eigene Frau ihn auch hintergangen hat und daher nun etwas empfindlich. Dabei konnte sie nichts dafür, ich bin einfach in den Raum gekommen, sie hat mich gesehen und war hin und weg. Ist doch klar, dass Ciel dagegen nicht anstinken kann. Also gut, ich richte Max deine Bitte aus.« Remy schloss die Augen und sperrte seinen Mund auf, damit Maurice ihn weiter fütterte, während er sich im Nexus bei den Himmelsaugen einklinkte. Zunächst wurde er geblockt. ›Ich muss mit Max reden! Dringend, es ist ein Notfall, stellt mich durch!‹ Erst jetzt ließen die Himmelsaugen ihn wieder an ihrer Schwarmseele teilhaben. Es fühlte sich an, als würde Remy nach einem Ausritt im Winter in eine warme Badewanne eintauchen. ›Tut uns leid‹, hörte er wehmütige Stimmen. ›Aber das Verbot, Mitglieder der Krone auszulesen und so.‹ - ›Ich mach eine Blase um mich‹, antwortete Remy. ›Aber pikst sie nicht durch. Oh wie habe ich euch vermisst! Ich bin so allein!‹ Er heulte sich mental bei den Himmelsaugen aus, die ihn tröstend mit ihren Seelenfäden berührten. Die Blase lag wie eine Folie zwischen ihnen und es war nicht so schön wie sonst. Dennoch nahm Remy sich die Zeit, einige Minuten in der Gesellschaft der Himmelsaugen zu verweilen und mit ihnen Informationen auszutauschen, ehe er sich mit demjenigen verband, der am nächsten bei Maximilien befindlich war. Der klopfte nun an der Tür der Gemächer. »Majestät, Remy möchte Euch mental sprechen. Darf ich eine Verbindung herstellen?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja lasst die Verbindung zu, wir sprechen mit ihm", antwortete Maximilien freundlich.

Remy de Remuer
Das Himmelsauge blickte Maximilien in die Augen und kurz darauf hörte er ein vertrautes Plärren in seinem Kopf. 'Hallo Max! Ich habe ein guuuute Nachricht, eine sehr gute! Du wirst dich wie verrückt freuen, so wie ich dich kenne, du solltest dir schon mal Gedanken machen, womit du anstößt und dich heute abend volllaufen lässt. Es ist meeeega! Ich hab aber auch eine schlechte Nachricht, die jedoch winzig ist und die Freude über die gute Nachricht nicht zu trüben vermag. Welche willst du zuerst hören?'

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musste bei Remys Begrüßung unweigerlich grinsen. Normalerweise ließ er sich nicht zu so einer Geste herab, aber heute hatte er keine Verpflichtungen, saß gerade gemütlich im Wohnzimmer bei einem Kaffee und somit konnte er seiner Mimik freien Lauf lassen, ohne ein steinernes Gesicht tragen zu müssen. Remy war zwar manchmal eine Nervensäge ohne gleichen, aber er war auch von einem seltsamen sonnigen Gemüt, dass geradezu ansteckend war. Und eines vergaß Max ihm nie, die Aufmunterung in Ehveros. Gleich was manchmal zwischen ihnen gestanden hatte, das Heimweh dass er damals verspürt hatte, war tatsächlicher Schmerz und Remy hatte ihm diesen genommen. Jedenfalls größtenteils und dafür war ihm Max dankbar. Ehveros, nun er hatte versucht für andere Frieden zu vermitteln, die kein Interesse an Frieden gehabt hatten. Letzendendlich waren der einzig Aufrichtigen der scheinbar verlogene Rakshaner und der Tiefling gewesen. Beiden hatte am Frieden gelegen, die anderen waren scheinbar nur erschienen um sich vor der Weltelite mal richtig auskotzen zu können. Max dachte kurz an Tarkan, der irgendwo herumspukte und sich erholte und er dachte an den Fürsten Lyridima. Dann konzentrierte er sich auf Remy. "Remy?", fragte er in Gedanken.

Remy de Remuer
›Ich bin hier, Max! Also ich fang mit der guten Nachricht an, ja? Weil die ist wirklich toll, wir haben drei Tage durchgefeiert! Stell dir vor, Max, dein lieber Sohn Ciel hat auf dem Schiff still und heimlich seinen Fran geheiratet! Und nicht nur das, auch Silvano und Boldiszàr sind nun offiziell vermählt. Das ist so niedlich!‹ Remy musste mental schluchzen, während sein Körper weiter einen Shrimp nach dem anderen verzehrte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Verheiratet? Na schau einer an, Ciel und verheiratet. Das er sich jemals trauen würde, habe ich nie geglaubt. Und dann heiratete er zuerst Olivie, wovon wir beide wissen, dass er das nur tat um sie vor einem Zwerg zu beschützen. Gut und rechtschaffen aber nicht nötig. Aber Fran ist eine gute Wahl. Sobald er heimkehrt, werden wir hier am Hof eine weitere Feier für ihn abhalten. Das Mancini irgendwann Boldiszar heiraten würde, war mir bewusst. Und ich wünsche den beiden alles Glück von Herzen, nun da ich weiß, dass sie keinen Verrat geplant haben und ihre Väter keinen begingen. Ich hoffe sie finden jenes Glück, dass ihren Eltern verwehrt blieb. Richte ihnen meine besten Wünsche aus. Beide haben einen Wunsch frei, als Hochzeitsgeschenk. Nun bitte den Klopper - ich sitzte gerade´, bat Max.

Remy de Remuer
›Oh, bitte, Max, das ist kein Klopper, nur eine Winzigkeit. Ein kleiner Kritikpunkt von eurem Sohn, der sich Sorgen um deine Ehe macht. Er denkt darüber nach, seine Mutter, äh, das ist jetzt etwas brisant, also es handelt sich natürlich nur um unbestätigte Gerüchte, totaler Tratsch, dass du noch irgendwo eine Affäre am laufen hättest. Geht mich nichts an, ist menschlich, kommt in der besten Ehe vor! Ciel ist jedoch in Sorge und gedenkt aufgrund des Tratsches mit seiner Mutter zu reden.‹

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schnaubte wütend und das bekam Remy genauso mit, da er in Max Gedanken war. `Ich habe keine Affäre ich habe genau dreimal - ich wiederhole DREIMAL mit Fabien Sex gehabt. Und ich wüsste nicht, seit wann sich der Duc vor seinem Sohn oder überhaupt irgendwem rechtfertigen muss. Ich könnte Fabien heiraten, ich kann jeden heiraten oder verheiraten den ich möchte. Zudem ist das doch wohl meine Sache. Ich habe drei Frauen. Wunderbar. Was habe ich denn von denen? Die könnten auch auf dem Mond leben, da sähe ich sie vermutlich öfter und hätte mehr von ihnen. Ciel hat überhaupt keine Ahnung davon wie es ist ein isoliertes Leben zu führen. Sicher kann man aufführen, was jammert der Kerl auf hohem Niveau. Er besitzt alles, Reichtümer jenseits der Vorstellungskraft, Macht, Ländereien, ein Land, Menschen, alles - ja aber einige Dinge lassen sich nicht kaufen. Zuneigung zum Beispiel, als Duc muss ich mich verhalten wie ein Wesen jenseits dieser Welt. Ich stehe über allen Dingen und so habe ich zu entscheiden. Ich bin aber keine Statue - folglich nicht aus Stein! Ich habe ebenso Gefühle wie jeder Mensch. Und ich habe ebensolche Bedürfnisse, auch wenn das mein Sohn nicht glaubt, oder die Bevölkerung. Ich esse, schlafe, gehe aufs Klo und muss mal einen wegstecken bei Ainuwar!´, übermittelte Max stinksauer.

Remy de Remuer
›Es lag mir fern, dich zu verurteilen‹, wandte Remy schnell ein und bohrte einen Faden mit positiven Gefühlen in Maximiliens Seelenessenz. ›Es geht mich alles gaaar nix an! Und ich bin wohl der Letzte, der sich beschweren dürfte, nicht wahr? Ciel ist nur, hm, ich glaube, er hat wieder einen moralischen Tag!‹

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Meine Wut gilt auch nicht Dir, sondern meinem neunmal klugen Sohn. Ob Dich das was angeht entscheide ich und sonst keiner. Zudem habe ich schon alles ausgeplaudert und das Du mich verstehst, weiß ich. Seinen moralischen Tag, aha. Wie ist seine Frau schwanger geworden? Handauflegen, ein Tanz im Mondschein, mit Schnaps gegurgelt? Wie?´, fragte Max brummig.

Remy de Remuer
›Na ja, vielleicht haben sie Mittel und Wege gefunden? Francois ist Heiler, er wüsste sicher einen Weg, den Samen des Mannes ohne Kontakt in die Höhle der Fruchtbarkeit zu bringen! Ich wollte dich nicht erbosen, soll ich Ciel irgendwas ausrichten?‹

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Oh nein, dass wird seine Mutter tun, ich nicht. Ich lasse mich von meinem eigenen Sohn nicht erpressen und von meinen Frauen auch nicht. Was will er? Das ich Fabien abgebe? Das ich das keusche Leben lebe, dass er sich für sich wünscht, aber niemals umsetzt? Ist ja auch zum verzweifeln blöde so ein Mönchsleben. Kein Sex, keine Leibdiener, keine Privilegien, kein Geld, keine teure Gewandung - alles muss man hinter sich lassen. Weil ein armes Leben - Achtung tatata... Richtig ARM ist. Das hat Ciel in seinem Plan von ich lebe als Einsiedler nicht bedacht. Er hätte gerne als Einsiedler in einer Luxusmansarde gelebt, mit Leibdienerstamm, Seidenroben und dreimal täglichem Sex - so stellt er sich keusches Dasein vor. Oh ich vergaß die zwei knusprig brauen Rakshaner Leckerchen die ihm mit Palmwedeln Wind zufächern, damit er beim Poppen nicht ins Schwitzen kommt...´, knurrte Max.

Remy de Remuer
›Ich glaube, dein Sohn ist noch in der Selbstfindungsphase‹, versuchte Remy zu beschwichtigen. ›Pubertät! Bei manchen dauert die ziemlich lange! Ich glaube, er meint es gar nicht böse und das Mönchsleben sollte er in Ainuwars Namen doch einfach mal ausprobieren, finde ich, dann wären wir ihn, ähm, also wir hätten eine Weile Ruhe vor ihm und vielleicht würde es ihm auch gut tun‹, schlug Remy vor. ›Max, du kannst Leute begatten wo und wann du willst und auch wen du willst, aber ich vermute, dein Sohn hat damit ein ernstes Problem!‹

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Das kann gut sein, er verhält sich wie ein Vierjähriger! Also ich wusste das mein Vater Sex hat und? Ohne gäbe es mich wohl kaum. Kein guter Gedanke, jetzt an meinen Vater zu denken. Gut und welches ernste Problem? Ich werde wohl kaum mit dem nächsten Sex warten, bis er sich damit abgefunden hat, da ist mein Schwanz vertrocknet, dass schwöre ich Dir. Aber er wünscht eine Konsequenz? Die kann er haben, was er kann, kann ich auch. Ich drehe den Spieß um. Welches Problem meinst Du?´, fragte Max.

Remy de Remuer
›Vielleicht fühlt er sich unangenehm daran erinnert, dass Olivie Gefallen an mir fand. Oder vielleicht fürchtet er, dass seine Mutter ihren Platz als deine Lieblingsfrau einbüßen muss. Vielleicht ist er auch neidisch. Oder eifersüchtig. Oder vielleicht meint er es schlicht und einfach wieder mit allen gut‹, schlug Remy vor.

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Was denkt sich der Bengel? Klar kann man so fühlen, aber fühlen und nachdenken sind zwei Paar Schuhe. Meint er vielleicht ich habe nicht dran zu knabbern gehabt, keinen gehabt zu haben um irgendwas zu fragen? Wer fragt seine Amme nach Sex? Er? Lächerlich. Ich hätte meinen Vater gefragt, aber der war tot! Da bekommt man selten eine Antwort und Tipps noch weniger. Das ist nicht nur traurig, sondern auch frustierend und ja so habe ich manchmal auch reagiert. Zu verdenken? Bitte. Ich nahm es mir heraus, wieso auch nicht? Ich war 17 Jahre und hatte keine Sau, die mir irgendwas sagte, aber ich besaß ein ganzes Land. Toll, ich hätte ja mal bei einem Bauern klopfen können - huhu ich bin Dein Duc. Erklär mir mal wie man eine Alte klarmacht. PS das ist ein Befehl. So stellt er sich das vermutlich vor. So lief es aber nicht. Denn gleich was ich tat, eine Nation schaute zu. Wunderbar nicht wahr? Poppen auf politische Art, mal gemacht? Gleich, Du kannst nichts dafür und ich schaukele mich gerade hoch, weil ich mich selbst runterziehe. Vergiss den Ton. Aber eines noch. Wenn er es meinen Frauen sagt, dann haben die mich in der Hand. Momentan bin ich erpressbar was Ciel angeht - mach dies oder ich sage es ihnen. Dazu wird er keine Gelegenheit erhalten. Ich werde es ihnen selbst sagen. Der nächste Schritt ist, sie könnten sagen - mache dies oder das - oder wir gehen. Kein gutes Bild in der Öffentlichkeit. Also werde ich dem auch vorbeugen. Ich werde also in nächster Zeit öfter heiraten - zumindest einmal´, erklärte Max.

Remy de Remuer
›Und wen willst du heiraten? Fabien?‹, erkundigte sich Remy so neugierig wie besorgt und musste sich arg zusammennehmen, die gewünschte Information nicht einfach aus Maximiliens Geist zu entnehmen, wie er es gewohnt war. ›Wie ist das denn damals gelaufen, dein erstes Mal, weil du es gerade ansprichst, so ganz ohne dass es dir jemand beigebracht hat? Bei mir war das einfach! Ich war betrunken und wurde von der Dame zugeritten und als ich wieder zu mir kam, war mein Geld weg.‹ Remy feixte. ›Oh, da war ich noch jung‹, schmachtete er.

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Leicht erklärt, mit einem Wort MERDE! Vermutlich ganz ähnlich, Leon hat eine "Dame" angeschleppt, die mich angelernt hat, was das anging. In unseren Kreisen ist das keine Hure vom Hafen oder sowas, dass sind Frauen die vögeln Dich um die Besinnung, so ist auch die Bezahlung - astronomisch. Nur sowas darfst Du leider nicht heiraten. Sonst machts noch Spaß. Spaß beiseite. Gezeigt bekommen wie es geht, heißt Du weißt ab dato was Du im Bett so tun kannst, was Spaß macht. Damit wäre das Problem ja auf leckere Art behoben. Die Frage die bleibt ist, wie bekommst Du eine ins Bett? Wie nannte Leon es? Charmantes Gesülze. Ich war auch noch jung, aber ich vermute für einige war ich da trotzdem schon alt. Ginge es nach mir wäre es nicht erst mit 17 passiert, aber ich hatte das leider nicht zu bestimmen. Besoffen? Na wunderbar für nichts bezahlt´, lachte Max mental.

Remy de Remuer
›Und wie ist es ausgegangen?‹, fragte Remy neugierig. ›Ich meine, irgendwie bist du ja doch unter die Haube gekommen. Weißt du, wen du da jetzt zusätzlich heiraten willst oder war das erstmal nur so eine Idee? Oh, sag nichts, ich weiß es! Du willst die Dame von damals heiraten!‹, rief er triumphierend.

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Das wäre nur mit Nekromantie möglich, sie war um einiges älter als ich. Aber das wäre es gewesen. Nein ich weiß nicht wen, vielleicht Francesca de Cheverette. Sie hat Interesse bekundet, somit wäre sie dann zwar meine vierte Ehefrau, aber gen Stand meine Nummer eins. Oder ich werbe öffentlich um eine Frau. Das ist möglich, genauso könnte ich um einen Mann werben´, lachte Max.

Remy de Remuer
›Dann mach es doch‹, frohlockte Remy. ›Mir selber ist ja leider die Hose zugebunden per Dekret, ich hab Domi nicht vergessen, aber ich helf gern mit Rat und Tat aus!‹

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Welches Dekret?´, fragte Max, `Ich weiß von keinem Dekret, Du etwa?´

Remy de Remuer
›Na dass ich Olivie zur Treue verpflichtet bin! So lange sie da war, war das auch üüüüberhaupt kein Problem, sie ist ja charmant und witzig und ein absoluter Traum! Und sie hat Jeanne! Aber ich hab leider nur Maurice, der mich zwar gut mit Shrimps füttert, aber kein sehr liebreizender Anblick ist.‹

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Du hast Wort gehalten, dann halte ich es auch. Wenn Du zurück bist, vergiss das Dekret. Du hast von mir die Erlaubnis weitere Partner heiraten zu dürfen. Solange Du Deine Pflichten gegenüber Oli nicht vernachlässigst. Immerhin verstehe ich Dein Dillema, Du bist auch nur ein Mann. Der einzige in der Familie der keiner ist - ist Ciel´, knurrte Max.

Remy de Remuer
›Danke, Max‹, keuchte Remy erleichtert. ›Aber muss es stets in Heirat enden? Ich meine, man kann doch nicht jede heiraten, mit der man sich ein paar vergnügliche Stunden bereitet, oder nicht? Ciel ist kein Mann?‹ Remy feixte. ›Das soll ich ihm vermutlich nicht ausrichten. Also, wie verbleibt ihr zwei? Wen wirst du heiraten?‹

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Wäre dem so, dann hätte ich am Palast anbauen lassen müssen für meine Frauen. Nein Du sprichst von Mätressen? Oder einfach für eine Nummer? Du richtest Ciel gar nichts aus. Erst muss ich etwas erledigen, dann kannst Du Ciel ausrichten, was ich getan habe. Und das wird ihm den Boden unter seinen Füßchen weghauen, aber wer Wind sät wird Sturm ernten. Er hat das Messer gezückt, bitteschön´, erklärte Max.

Remy de Remuer
'Ich meinte Nummern, oder muss ich jedes Mal Mätressen nehmen? Das gibt doch nur Ärger, die sind im Palast unterwegs! Sie werden sich in mich verlieben und mich verfolgen! Momentan hat Ciel noch gar nichts gezückt, sondern rasselt noch mit den Säbeln - munkelt man. Also schön. Was wirst du erledigen?'

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Nein musst Du nicht, aber wenn sie schon bei der ersten Nummer überzeugt, wäre es dämlich sie zu teilen oder? Ich war mal jung, Du bist noch jung. Muss ich Dir sowas vorkauen Remy? Dein Ruf ist wohl doch nicht sooo gerechtfertigt was, dass der zahme Max Dir das sagen muss. Kleiner Scherz, also wen ich wirklich heirate und ob, kann ich Dir nicht sagen. Sobald ich es weiß, sage ich es Dir. Ist ja dann kein Geheimnis mehr. Ich habe nur noch niemanden ins Auge gefasst, die mir gefallen könnte. Ich werde mich von meinen drei Frauen selbstverständlich trennen, damit sie sich nicht von mir trennen können. Genialer Plan, nur leider auch schmerzlich. Ich liebe Min und Josy und mit Nat hatte ich mich arangiert. Naja irgendwas ist ja bekanntlich immer´, übermittelte Max.

Remy de Remuer
'Kann ich Minette haben?', fragte Remy interessiert.

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Du widerliche, kleine, dreckige Made bist so gut wie tot, wenn ich Dich in die Finger bekomme dann nagele ich Dir Deine winzigen Klöten an die Stirn, wie redest Du über meine Frau?´, bellte Max Remy an. Er beruhigte sich einen Moment, ehe er sich erneut an Remy wandte `Hm hm entschuldige meinen kleinen Ausbruch, ich meinte natürlich - nein!´.

Remy de Remuer
›Ahhhhh‹, kreischte Remy mental aufgebracht und seine Abwehr fühlte sich für Max an wie ein Bohrer in seiner Seele. Dann hatte auch Remy sich wieder gefangen, aber seine Seele zitterte. Sein Körper würgte derweil eine Handvoll Shrimps wieder hervor und kotzte sich damit voll. ›Max‹, keuchte Remy und seine Seelenfäden wuselten beschwichtigend umher, da er fürchtete, nun auch noch einen mentalen Angriff angekreidet zu bekommen. ›Ich sollte jetzt besser gehen und nie wieder zurückkehren, oder?‹, fragte er und Maximilien spürte Remys Angst. ›Ich dachte nur, wenn du Minette nicht mehr haben willst, dann wäre es doch Vergeudung‹, versuchte er sich zu erklären.

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Nein schon gut, es tut mir leid. Sie ist neben Fabien meine einzige Vertraute, jemand mit dem ich in Liebe und in Vertrauen verbunden bin. Das Ciel das zerstört hat, wird er bereuen. Aber trotzdem kann ich sie Dir nicht überlassen. Wenn sie Dich wählt, sei dem so. Aber Du wirst nicht um sie werben. Allerdings werde ich Dir auch nicht Deine Hoden an die Frontallappen nageln, das war nur ein Rückblick, betrachte es als Geschichtsstunde, ich war auch mal jung und etwas ungestüm. Friede Remy´, bat Max.

Remy de Remuer
'Wem ... wem hast du die Klöten an die Stirn genagelt?', fragte Remy entsetzt und bereute, jemals nach Minette gefragt zu haben.

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Sage ich Dir nicht, aber er hat sich etwas gewagt, was er nicht sollte. Kurzum um jene Frau geworben, die mir gefiel. Das Werben war danach unnötig´, gestand Max freundlich.

Remy de Remuer
'Aber er ist doch eh tot', wunderte sich Remy. 'Oder etwa nicht?'

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Sicher ist er tot, verblutet. Mausetot, ich habe ja keinen transportablen Block dabei´, lachte Max.

Remy de Remuer
'Und warum verrätst du dann nicht, wer es war? Komm schon, Max, ich bin neugierig! Du kannst mich danach auch nach irgendeinem Geheimnis fragen, so wie bei Tat oder Wahrheit! Das, wo man die Flasche dreht, dieses Spiel, weißt du?'

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Weil ich nicht möchte, darum. Vielleicht später, jetzt möchte ich aber nicht, da ich mich selbst ständig immer nur an schlimme Gegebenheiten erinnere, nie an die Guten. An die wenigen schönen Dinge, wie die Scheiße die ich mit Pom verzapft habe. Pom war mein Bruder. Also pass auf, wenn Du zurück bist und wir privat etwas trinken gehen, erzähle ich Dir im Vertrauen die ganze Geschichte - samt Namen´, bot Max an.

Remy de Remuer
'Na gut', bedauerte Remy. 'Ich geh dann mal weiter Shrimps essen, ja? Ich sag niemandem irgendwas, oder sollte ich doch was sagen? Und du bist sicher, dass ich nicht auf einer einsamen Insel verschwinden sollte?'

Maximilien Rivenet de Souvagne
`Remy entspann Dich, ich habe mit Dir privat geredet und da vergreift man sich mal im Ton, schraubt sich hoch oder runter und wenn ich meine dass Du die Verbannung antreten sollst, würde ich Dir das sagen. Denn sind wir ehrlich, gleich wo Du Dich versteckst, ich würde Dich selbst noch im Abgrund finden und aus dem Loch zerren lassen. Aber wir beide verstehen uns gut, ich habe keinen Grund Dich zu verbannen. Im Gegenteil, mein Ton tut mir leid. Das sage ich nicht oft, sogar sehr selten und ich meine es ernst. Danke für die Warnung. Ich weiß nicht warum Ciel mir immer das Leben schwer machen muss, aber er hat scheinbar Spaß dran gefunden. Was nicht Dein Problem ist, Du hattest den Anstand es mir selbst zu sagen. Er wählt scheinbar gerne andere Wege. Nur leider zwingt er mich damit auch zu handeln und zwar so, wie ich nicht handeln möchte. Pass auf Dich auf´, antwortete Max.

Remy de Remuer
'Mach ich, Max und macht nix, also ich bin dir nicht böse, ich war nur erschrocken! Ich lass die Finger von Minette, vielleicht kannst du dir meinen Fehltritt ja irgendwie als Kompliment schönreden. Und wegen Fabien, da mach dir keine Gedanken, das bleibt alles unter uns und der Mann ist freundlich und angenehm, also Ciel soll sich mal nicht so haben. Mach`s gut, Max, und mach bitte keine allzugroßen Dummheiten, nur weil dein Sohn stänkert, ja? Wenn was ist, kannst du mich jederzeit durch ein Himmelsauge kontaktieren!' Remy umwuselte Maximilien noch einmal mit seinen nervösen Seelenfäden wie ein wildgewordenes Tentakelmonster, dann glibberte er davon und zurück in seinen Körper. Er schlug die Augen auf und entdeckte die Misere auf seiner Brust. "Um es mit Max seinen Worten zu sagen: Merde."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien rieb sich über das Gesicht. Sein Sohn bereitete ihm auch dann noch den größten Ärger, wenn er sich meilenweit entfernt auf dem Meer befand. Wenigstens hatte Remy den Anstand gehabt, ihn vor Ciels Vorhaben zu warnen. Das machte die Sache natürlich nicht leichter, denn auch damit hatte ihm sein Sohn unbewusst die Armbrust auf die Brust gesetzt. Selten war er in einer derart ausweglosen Situation gewesen. Max konnte nur zwischen Pest und Cholera wählen. Entweder er gestand seinen Frauen, seine Seitensprünge mit Fabien und beendete damit selbst seine Beziehungen oder er wartete auf die Heimkehr seines Sohnes und Ciel würde dies für ihn übernehmen.

Gleichgültig welche Wahl er traf, das Endergebnis war das gleiche.
Seine Ehen hatten nur noch auf dem Papier Bestand.

Der Mann war in Souvagne das unumstößliche Familienoberhaupt. Er führte die Familie und innerhalb seiner Familie war sein Wort Gesetz. Er konnte seinen Frauen Befehle erteilen, er konnte sich mehrere Ehefrauen oder Ehepartner nehmen, er konnte seine Ehefrauen sogar verstoßen. Aber eines konnte kein Mann dieser Welt, einer Frau befehlen ihn zu mögen oder gar zu lieben. Entweder ergab sich dies von allein, oder die Ehe war eine Zweckgemeinschaft, die bestenfalls von Respekt oder Freundschaft getragen wurde.

Weshalb Ciel dermaßen Freude daran hatte, ihm das Leben schwer zu machen, wusste Maximilien nicht. Und so langsam hatte er auch keine Lust mehr dazu, dies ständig zu hinterfragen. Er war sicher nicht der beste Vater gewesen, aber er war zumindest einer. Er hatte seine Kinder stets gut behandelt, ihnen alles ermöglicht was sie sich wünschten und nie gegen sie die Hand erhoben. Er hatte sie stets beschützt, notfalls sogar mit seinem eigenen Leben und dem Schwert. Und er hatte Ciel vollumfänglich anerkannt.
Er hatte seinen Söhnen all die Liebe gegeben, die er gerne von seinem Vater gehabt hätte.

Aber das war scheinbar nicht genug.

Leider war sein eigener Vater früh verstorben. Dafür hatte seine Mutter mit ihren beiden Liebhabern gesorgt. Die 17 Jahre die ihm Etienne ein Vater gewesen war, waren schöne Jahre gewesen. Die Familie der de Souvagnes hatte im Grunde keine Mütter. Jedenfalls nicht im üblichen Sinne. Der Duc hatte eine Hauptfrau und mehrere Nebenfrauen. Diese gebaren ihm seine Söhne und gemeinsam mit Ammen zog der Duc seine Kinder auf. Die Frauen, jedenfalls die Erstfrau also die Duchesse, war meist Mittel zum Zweck. Es galt die Blutlinie fortzuführen.

Ciel unterstellte ihm etwas Ähnliches bezogen auf seine Mutter Minette, da er von dem Vergnügen mit Fabien erfahren hatte. Nun welcher Sohn hörte schon gerne, dass sein Vater das Bett mit anderen teilte. Allerdings galt Ciels Eifersucht seltsamerweise weder der Duchesse Nathalie, noch seiner Beifrau Josette. Maximilien hätte die Wut sogar nachvollziehen können, hätte sein Sohn nach seinen eigenen Maßstäben gelebt. Aber dies tat er nicht. Ciel hatte Olivie mit Nathan geteilt und nun teilte er Francois mit Ferrau. Das was ihm einmalig zur Last gelegt wurde, eine Liaison mit seinem Leibdiener hatte Ciel tatsächlich zweimal gelebt und lebte es immer noch aus.

Nun der Umstand behob natürlich nicht sein Problem. Denn im Gegensatz zu Ciels Partnern wussten seine Ehefrauen nichts von den Intimitäten.

Handelte er jetzt nicht, hatte ihn sein Sohn stets in der Hand. Und das dieser nicht gerade zimperlich mit ihm umging, hatte er schon mehrfach bewiesen. Allen voran seinerzeit mit seinen Selbstverstümmelungsfantasien gepaart mit einem kargen, keuschen Mönchsleben. Diese Ideen hatten sich ganz schnell verflüchtigt, als Ciel feststellte, dass ein armes Leben ohne Leibdiener und Kleidung stattfinden konnte.

Ein Spruch den Max noch nie im Leben beherzigt hatte hieß, Angriff war die Beste Verteidigung.
Heute würde er das erste Mal in seinem Leben nach diesem Grundsatz handeln.

Er würde seinem Sohn und seinen Ehefrauen zuvorkommen.
Er würde ihnen gestehen was vorgefallen war und er würde im Anschluss daran genau das tun, was von seinen Frauen zu erwarten war – er würde sich von ihnen lossagen.

Maximilien fühlte sich wie ein Verräter.

Erst vor kurzem hatte er sich mit Nathalie ausgesprochen. Max wollte nicht, dass seine Frau zu einem Abklatsch seiner verbitterten Mutter wurde. Dass sie kein Liebespaar waren, war ihnen beiden bewusst. Dennoch sprach nichts gegen ein freundschaftliches Verhältnis, indem sie gut miteinander umgingen. Und er hatte sich wirklich um genau jenes Verhältnis zu Nathalie bemüht. Minette hatte er aus einem anderen Grund geheiratet, er liebte diese Frau. Ebenso lag ihm Josette am Herzen, auch wenn er sich nicht auf die gleiche Weise liebte wie Minette.

Am liebsten hätte Maximilien seine Ehefrauen zu sich zitiert und in seinen Privatgemächern empfangen. Fabien dabei wie üblich an seiner Seite. Aber jene Dinge die ihm im privaten Umfeld Sicherheit gaben, waren heute tabu. Seine Frauen würden das völlig falsch verstehen und dies zu Recht. Er musste sich auf unbekanntes Terrain wagen und etwas tun, was er sonst niemals tat – ein Geständnis ablegen und sich rechtfertigen.

Maximilien hatte seine drei Ehefrauen in den Salon bitten lassen. Er schaute auf die Uhr, die drei mussten schon dort sein. Er selbst hatte nicht im Salon gewartet, denn dies war keine Audienz wo sie bei ihm vorstellig wurden.

Mit einem ziemlich flauen Gefühl im Magen marschierte Maximilien zum Salon und betrat diesen. Wie erwartete saßen seine drei Frauen abwartend nebeneinander. Maximilien neigte leicht zum Gruß das Haupt und nahm gegenüber von seinen Frauen Platz.

„Nathalie, Minette, Josette – ich habe Euch zu einer persönlichen Aussprache hierher gebeten. Diese Aussprache fällt mir nicht leicht. Ich habe Euch über einen Umstand aufzuklären, da dies ansonsten eine andere Person übernimmt.

Hört Euch bitte kommentarlos an was ich zu sagen habe.
Ich werde mit Euch nicht über das Gesagte diskutieren, sondern danach gehen.

Meine Konsequenz aus der Angelegenheit ist, dass ich unsere Verbindung hiermit löse, das geht nicht gegen Euch, wie Ihr gleich feststellen werdet, ich greife Eurer Entscheidung vorneweg.

Welche zusätzlichen Konsequenzen Ihr daraus zieht, überlasse ich Euch.

Ihr könnt am Hofe bleiben, wenn Ihr dies wünscht.
Ihr könnt auf eines unserer anderen Anwesen fortziehen, sollte dies Eure Wahl sein.
Ihr könnt selbstverständlich auch eine rechtliche Annullierung unserer Ehe verlangen, in dem Fall würdet Ihr allerdings Euren Stand samt Titel und der damit verbundenen Privilegien verlieren.

Die Entscheidung liegt bei Euch, wie Ihr die Trennung wünscht.
Ich werde keine von Euch verstoßen, ebenso wenig werde ich eine Ehe aufheben lassen.
Euch trifft keine Schuld, sie liegt rein bei mir, ferner ist dies eine reine private Angelegenheit und kein Staatsakt.

Nun ich rede nicht länger drum herum.
Ich habe Euch drei betrogen.

Ich war mit meinem Leibdiener Fabien intim.
Wir beide haben dreimal das Bett geteilt, kurzum wir hatten Sex.

Das erste Mal in Ehveros, als wir in einer Taverne übernachteten.
Das zweite Mal in Ehveros, in der Burg von Felipe in meinem Gästezimmer.
Das dritte Mal hier Zuhause bei mir in meinem Gemach zu meinem Geburtstag.

Das erste Mal in Ehveros hat sich nach einem Ausflug der zu einer Sauftour wurde schlichtweg so ergeben. Wir haben in der Taverne übernachtet und als ich am Morgen aufgewacht bin, lag er sehr nah hinter mir. Fabien war zärtlich zu mir und ich ging darauf ein und bot mich ihm an. Der Grund war Neugier und Lust, daran gibt es nichts zu beschönigen, es ging also von mir aus. Das zweite Mal in Ehveros in unserem Gästezimmer ging von Fabien aus und ich bin darauf eingegangen. Wir lagen im Bett haben uns über die Politik in Ehveros unterhalten und uns gegenseitig gewärmt. Dabei ist er mir näher gekommen und hat mir durch die Blume den Beischlaf angeboten. Ich habe das Angebot angenommen. Das dritte Mal in meinem privaten Quartier zu meinem Geburtstag ging von mir aus.

Unsere Intimität war im gegenseitigem Einvernehmen und wir sind respektvoll und liebevoll miteinander umgegangen. Fabien hat mich nicht dazu erpresst und ich habe ihn nicht dazu genötigt. Ebenso hat er mich auch nicht zu diesem Geständnis veranlasst, sondern das war Ciel.

Er hat darauf bestanden, dass ich Dich aufkläre Minette oder er hätte es an meiner Stelle getan, da er nicht wollte dass ich seine Mutter weiter belüge. Aus dem Grund habe ich Euch alle in Kenntnis gesetzt.

Danke für die gemeinsamen Jahre, Euer Erscheinen und für Euer Ohr. Adieu“, sagte Maximilien, dem das Geständnis sichtlich schwer gefallen war.

Der Duc stand auf, deutete eine knappe Verbeugung an und verließ ohne jeden weiteren Kommentar den Raum.

Der Tag war für Max gelaufen, seinen Frauen erging es vermutlich nicht besser jetzt wo sie sich neu orientieren mussten. Falls eine von ihnen beschließen sollte, den Hof umgehend zu verlassen, wollte er ihr nicht im Wege stehen. Immerhin war dies anzunehmen. Vermutlich waren alle drei ausgezogen, sobald er zurückkehrte.

Maximilien holte seine beiden Hunde Kuno und Juno aus seinem Gemach, ging in den Stall und ließ Alcanterra satteln. Er streichelte den schwarzen Hengst, schwang sich in den Sattel und ritt vom Hof. Er hatte kein festes Ziel, er würde sich einen einsamen Platz suchen um den Kopf freizubekommen. Irgendwo würde er schon für eine Nacht oder zwei unterkommen. Land und Platz hatte er genug, wenn er von allem so viel hätte wie vom Land.

Maurice de la Cantillion
Maurice reinigte Remy so gut er konnte von seinen hochgewürgten Schrimps und musterte ihn aufmerksam. "Ist alles in Ordnung mit Dir? Man Du warst einen Moment so blass wie Dein Laken und dann sprudelten die Schrimps schon rückwärts".

Remy de Remuer
»Abgesehen davon, dass Max mir in einem Anfall von Vertraulichkeit androhte, die Eier an die Stirn zu nageln, ist, äh ... nein, es ist gar nichts in Ordnung. Aber es besteht dennoch keine Veranlassung zum Handeln! Nicht für uns, uns geht das gar nichts an, soll Ciel sich um alles Kümmern, er ist schließlich hier der richtige Prince und ich muss meinem Ruf als Taugenichts alle Ehre machen, nicht wahr?« Aufgelöst griff Remy nach einer Schale gerösteter Kartoffelecken.

Maurice de la Cantillion
Maurice befühlte unnötigerweise die Stirn von Remy, nahm ihm die Schale weg und zog ihm das eingesaute Hemd aus. "Was hat der Prince diesmal wieder angestellt?", fragte er und schaute seinem Kollegen genau in die Augen, damit dieser mental antwortete. Er nahm das vollgekotzte Hemd weg, wusch Remy mit einem Lappen sauber und zog ihm etwas Frisches an. "So mein Bester", sagte er aufmunternd.

Remy de Remuer
›Er hat nichts getan, aber er hat damit gedroht! Max hatte wohl eine Affäre - weiß inzwischen scheinbar sowieso jeder - und Ciel wollte das seiner Mutter zustecken, weil Max sich gescheut hat! Und nun ist der Abgrund entfesselt!‹ Remys Seelenfäden begannen wieder herumzuwuseln wie fünfzig aufgebracht herumwedelnde Arme. ›Er wollte sich von seinen ganzen Frauen lossagen deswegen! Aber dafür hat er mir zugestanden, dass ich wieder rumvögeln darf. Anschließend wollte er meine Eier an meine Stirn nageln und dann wieder doch nicht und es tat ihm leid. Es ist alles so furchtbar kompliziert mit den de Souvagnes, Maurice!‹

Maurice de la Cantillion
`Wenn Du Dich den ganzen Tag dermaßen zusammenreißen musst, dann platzt Dir beim Platzen richtig der Arsch. Wie sagte Parcival einmal? Das ist keine Gewitter, das ist keine Explosion, dass ist ein Vulkanausbruch und der äschert wirklich alles ein. Mache ihn niemals wirklich wütend. Scheint zu stimmen. Zum Glück warst Du hier, aber Ciel hat auch Nerven! Wie kann er wieder so rumzicken. Wer ist die Affäre, sag, welche Schnecke?´, grinste Maurice.

Remy de Remuer
›Fabien‹, kreischte Remy. ›Ich dachte sonstwer, dass Ciel da so ein Theater macht, aber nö, es ist nur der gute, harmlose, freundliche Fabien! Wo liegt eigentlich überhaupt das Problem? Maurice, wo?! Aber das braucht nicht unsere Sorge sein, wir dürfen uns vergnügen, ab jetzt, ab heute und ich glaube, im Bugraum ist eine Kirsche, die viel zu wenig umkümmert wird von ihrem Holden‹, flötete Remy.

Maurice de la Cantillion
`Die Kirsche hat Reißzähne sei bloß vorsichtig. Fabien, sein Leibdiener? Vielleicht stört Ciel dass sein Vater es mit einem Mann getan hat. Wie auch immer, oder Max hat es sich besorgen lassen und genau dass stört unseren Princen, wer weiß das schon? Wobei die beiden immer sehr freundlich miteinander umgehen, aber so geht Max auch mit seiner Frau Minette um. Und wie Du schon sagst, was geht es ihn an? Er hat Leibdiener, er hat Männer, was will der Bub?´, fragte Maurice.

Remy de Remuer
›Oh, sie ist vielleicht wild, das kann spaßig werden. Sie muss ihren Mund ja nicht an meinem Prachtleib benutzen, sie kann ihn zu lassen und einfach hübsch lächeln! Vermutlich wird sie dankbar sein, wenn wir beide uns um sie kümmern, sie wirkt gelangweilt. Mach uns beide schick und dann gehen wir nachsehen, wie unsere Chancen stehen! Und Ciel ist einfach mitten in der Pubertät stecken geblieben, wenn du mich fragst! Oder noch früher! Vielleicht im Alter von vier!‹ Sein Blick wanderte zu Bellamy. "Oh Belly, verrate mir doch, ob die Dame im Bugraum offen ist für ein Abenteuer."

Maurice de la Cantillion
Maurice nickte knapp. `Das ist möglich, oder es ist ganz einfach. Er liebt Mama und Papa zu sehr. Er will nicht, dass da ein Fremder mit einem von beiden rummacht. Vielleicht denkt Ihr mal daran. Warum sollten Max und Minette nicht als Duo glücklich sein? Liebt der die Duchesse? Nein. Er achtet sie. Liebt er Josette? Ich denke nicht, er mag sie. Was spricht dagegen, mit Minette zusammen zu ziehen und beide werden glücklich? Nichts! Das könnte er auch meinen. Anstatt sich überall die Bröckchen Zuneigung abzuholen, mach mal eine klare Ansage hier. Oder?´, schlug Maurice vor und machte geschwind Remy zu Recht, so dass er noch einen besseren Eindruck machte als schon üblicherweise. Man konnte einiges über ihn sagen, aber das er verdammt gut aussehend war, stand fest. Maurice grinste seinen Herrn breit an.

Bellamy Bourgeois
Bellamy starrte Remy entgeistert an. "Du meinst Nori? Ja sie liebt Abenteuer, aber die enden meist tödlich für ihre Spielkameraden, zudem ist sie die Frau von Tekuro. Lass es sein Remy, Du machst Dich unglücklich, ich warne Dich", stöhnte Bell.

Remy de Remuer
»Das habe ich schon mitbekommen, aber der interessiert sich doch sowieso nicht für sie. Ich darf ja nicht, aber ich lese trotzdem hier manchmal mit, wenn es sich ergibt. Und wenn ich das nicht tun würde, würde ich es trotzdem wissen, dass er sich für die arme, arme Frau nicht die Bohne interessiert, die vermutlich heimlich vor lauter Einsamkeit und ungestilltem Verlangen in ihre Kissen weint! Ich bin ja nicht blöd und blind auch nicht! Apropos blind, wo ist überhaupt Gaetano? Egal, erstmal klären wir das hier! Sie kann mich nicht töten, ich bin ein Prince und sicher hat sie mal wieder dringend Aufmerksamkeit durch fachkundige Hand nötig!«

Bellamy Bourgeois
Bellamy musste bei der Erklärung von Nori schlucken. Er wusste nicht ob er lachen, oder vor Verzweiflung kreischen sollte. Beides wäre auch nicht schlecht, ließe sich nur nicht umsetzen. "In ihre Kissen weint sie vermutlich nicht, jedenfalls habe ich sie dabei noch nicht beobachten können. Aber Bedürfnisse hat sie sicher. Sie sieht nicht wie ein Kostverächter aus und was man so von ihrem Vater hört ist ein Satz... OH ARCHI.... und das von dem Barden des Abgrunds. Also wenn der Vater schon einen Prügel aus Gold hat, wer weiß wie das Pfläumchen der Tochter ist? Aber unter uns beiden, darauf das Du Prince bist, wird weder Tekuro, noch Kazrar noch Archibald Rücksicht nehmen. Die futtern dann halt die Krönung, Du verstehst?", fragte Bell besorgt.

Remy de Remuer
"Die Herausforderung macht es gerade nicht besser! Eine verbotene Frucht, die sich vor Verlangen verzehrt, gefangen von einem Rudel widerlicher Menschenfresser, die sie aus Gier und Eigensucht behalten, aber nicht ihre Bedürfnisse achten! Sie ist wie die Prinzessin im Elfenbeinturm, die endlos auf ihren Geliebten wartet!" Remy seufzte theatralisch. Dann grinste er breit. Bellamy sah ihm gerade in die Augen. Er packte Bellamys Geist an den Eiern und plötzlich wurde es Bellamy sehr warm in diesen Regionen, angenehm warm. Ihm fiel auf, dass Remy eigentlich ziemlich hübsch war und eine einladende Figur hatte. Er fragte sich, wieso ihm das nicht früher aufgefallen war und fühlte den tiefen Wunsch, Remy in die Arme zu schließen, ihn zu küssen und sich ihm hinzugeben. Er stellte fest, dass er sich in Remy verliebt hatte, ohne es all die Zeit über zu merken und wollte ihm gerade das Geständnis bringen, als der Zugriff des Geistmagiers endete. Das warme Gefühl war fort und Remy war wieder einfach nur eine vorlaute Nervensäge. "Was hältst du davon, es auf diesem Wege zu versuchen? Meinst du nicht, dass sie das überzeugen sollte?"

Bellamy Bourgeois
Remy hatte kaum ausgesprochen, da hatte er beide Hände von Bellamy um den Hals, die ihm die Luft abdrückten. Einen Sekundenbruchteil später, donnerte ihm der Ellenbogen von Bell vor den Kopf, dass sich seine Birne wie hohl anfühlte. Fast im gleichen Wimpernschlag wurde ihm das Hemd zerfetzt und die Hose vom Arsch gerissen. Die fließende Bewegung ging weiter, Remy wurde herumgewirbelt und lag nun bäuchlings auf seinem Bett, entdeckte eine seiner ausgekotzten Krabben, als sich ein schraubzwingenartiger Griff in sein Haar verkrampfte und sein Gesicht in die Kissen drückte, während sich zeitgleich ein steinharter, muskelbepackter Körper auf ihm mit aller Gewalt ablegte und seinen Nacken hochleckte. "Du kleine geile Sau willst es oder?", keuchte Bellamy erregt, ehe er verwirrt inne hielt.

Maurice de la Cantillion
Maurice klappte der Kiefer auf, so baff war er von dem was schlagartig geschah. Aber so schnell wie der Abgrund losbrach, so schnell war er abgeebt. "Remy alles in Ordnung?", fragte Maurice. Er konnte schlecht Belly angreifen, während dieser am Gehänge von seinem Herrn spielte.

Remy de Remuer
Remy drehte mit klopfendem Herzen den Kopf, der sich anfühlte wie ein dröhnender Glückenturm und äugte Bellamy mit dem ihm zugewandten Auge an. »Das war mein bestes Hemd!«, beschwerte er sich mit schlotternden Beinen. Offenbar hatte er es gerade ein wenig übertrieben. »Sind die da unten im Bugraum alle so drauf?«, erkundigte er sich. Wenn Nori genau so reagierte, würde das die beste Nummer seines Lebens werden.

Bellamy Bourgeois
Bellamy richtete Remys Hemd, versuchte zu richten, was nicht mehr zu richten war. "Entschuldige, für einen Moment dachte ich... fühlte ich... mich zu Dir hingezogen. Ich bin da ehr der etwas stürmische, direkte Typ. Nicht wundern. Im nächsten Hafen kaufe ich Dir ein neues Hemd, nichts für ungut. Keine Ahnung wie Nori drauf ist, dass ist mir jetzt etwas peinlich. Ich hoffe Du sagst das nicht dem Duc, weil ich wollte Dir wirklich nicht zu nahe treten, ich hatte nur aufeinmal das Gefühl, dass ich von Dir naschen wollte", gestand Bell grinsend.

Remy de Remuer
»Ich hab dir eine Kostprobe meiner Magie gezeigt«, erklärte Remy, dem noch immer die Beine zitterten, der aber schon wieder grinsen konnte. Der Hemd hing auf halb Acht von seinen Schultern. »Das war Absicht, ich wusste aber nicht, dass du so gut darauf anspringst! Lass stecken, ich kauf mir selber ein Hemd und warum sollte ich dem Duc petzen, was ich selber verzapft habe?«

Bellamy Bourgeois
"Keine Ahnung, ja Deine Magie funktioniert einwandfrei, genau wie meine Reflexe Remy. Belassen wir es dabei, aber mach das bitte nie wieder. Ich bin manchmal dabei ein wenig unbeherrscht und ich möchte Dir nicht versehentlich wehtun in Ordnung?", sagte Bell freundlich.

Remy de Remuer
»Ich wollte es bei Nori ausprobieren«, gestand Remy. »Mich hat noch nie eine Frau vor lauter Lüsternheit gewürgt, halb bewusstlos geschlagen und mir die Kleider vom Leib gerissen! Die Vorstellung hat was!« Er rieb sich seine schmerzende Kehle.

Bellamy Bourgeois
Bellamy musste tief und brummend auflachen. "Ja und mich hat noch niemand für eine lüsterne Frau gehalten, witzig", sagte er und schaute Remy dann genau ins Gesicht. "Du bist wirklich ein seltsamer Vogel, ich habe Dich gewarnt, aber beschwer Dich dann nicht wenn sie mit Deinen Eier Ping Pong spielt. Ihre Schwester beißt gerne Schwänze ab, ließ ich mir sagen", lachte Bell.

Remy de Remuer
»Wir sind zwei Geistmagier, zwei! Himmelsaugen sogar!« Remy stützte sich kumpelhaft mit dem Ellbogen auf Maurices Schulter ab. »Wir müssen die Wildkatze nur magisch unter Kontrolle halten und bei Berührung benötigt es nichtmal Blickkontakt. Du bist keine Frau, Belly, eindeutig nicht!« Remy lachte verkrampft.

Bellamy Bourgeois
"Na dann viel Spaß aber sie ist schwanger. Wenn dem Kind was passiert, wird Euch Teku an den Eier herumwirbeln und sie Euch nicht nur in den Rachen stopfen. Ich warne Euch, mehr kann ich für Euch nicht tun. Ihr solltet vielleicht lieber eine andere Frau in Betracht ziehen. Wir schippern doch zu einer Insel, da wird es Frauen geben, wie Sand am Meer. Oh der war gut. Da könnt Ihr doch eine bezirzen", schlug Bellamy vor.

Remy de Remuer
»Schwanger? Das sagst du mir jetzt, nachdem meine Fantasie mit mir einen wilden Ausritt durchgeführt hat? Damit hat sich das alles erledigt, ich rühre keine Schwangere an, sofern sie nicht von mir selber schwanger ist, das ist mir zu heikel, nein, besser nicht. Da hat Tekuro ausnahmsweise recht!« Remy seufzte und klang nun wirklich betrübt. »Wir müssen uns gedulden, Maurice!«

Bellamy Bourgeois
"Nun mal unter uns, wir sind doch auf einem Rachefeldzug weil diese widerlichen Einheimischen Souvagner auf Erkundungsfahrt angegriffen und ermordet haben. Soweit ich weiß, wollten unsere Leute damals nur Karten zeichnen und wurden angegriffen und ermordet. Glaubst Du wir fahren diese Insel an, um das mit denen auszudiskutieren? Dafür drei bis an die Zähne bewaffnete Kriegsschiffe? Kriegsschiffe, heißt auch Kriegsgefangene, und da werden doch ein paar Pussys dabei sein, die befragt werden wollen. Das ist doch Eure Aufgabe oder?", hakte Bellamy nach.

Remy de Remuer
»Kriegsgefangene benötigen Trost«, sinnierte Remy. »Es ist ja nichts Gewaltsames, sie werden sich wohl fühlen in unseren Armen, dafür wird unsere Magie sorgen. Wozu gibt es diese Zauber schließlich? Sie werden all ihr Leid vergessen, genau wie ihre gefallenen Ehemänner.« Vor Remys geistigem Auge schmiegten sich von allen Seiten halbnackte exotische Schönheiten an ihn. »Wie weit ist es eigentlich noch?«

Bellamy Bourgeois
"Ja so gesehen hast Du Recht, wozu die guten Frauen verschwenden? Wir sollten sie uns mit nach Hause nehmen, als Sklavinnen. Da wäre ich auch direkt dabei. Fragen wir doch einfach mal nach", bot Bellamy an, da er nicht sagen wollte dass er keine Ahnung hatte. Aber bei der Vorstellung sich als Souvenir ein, zwei, drei praktische Weibchen ins Haus zu holen, hellte sich seine Laune schlagartig auf.

Remy de Remuer
»Du fragst, Maurice und ich müssen uns erholen, um uns auf die Schlacht vorzubereiten, nicht wahr, Maurice?« Remy zog sich seine Hose hoch, da Bellamy ihm zwar das zerfetzte Hemd, aber nicht die heruntergerissene Hose gerichtet hatte und legte sich in Maurices Bett. Seins war immer noch vollgekotzt mit Shrimps und Krabben.

Bellamy Bourgeois
"Alles klar, ich bin gleich wieder da", sagte Bellamy stand auf und verließ kurz die Kabine.

Bellamy Bourgeois
Bellamy ging schnurstracks zu Vano und räusperte sich, damit dieser auf ihn aufmerksam wurde. "Wir lange brauchen wir bis zur Insel?", fragte Bell freundlich.

Silvano de Mancini
"Bis nach Farisin sind es ungefähr 500 Kilometer, wir machen 12 Knoten, dass sind 22 Kilometer pro Stunde. Dass heißt 500 Kilometer Entfernung durch 22 Kilometer die wir pro Stunde bei guten Wetter fahren wir sind in knapp 23 Stunden dort. Also nicht ganz einen Tag. Allerdings nur wenn das Wetter weiterhin gut mitspielt, wovon ich ausgehe. Der Himmel verspricht nichts anderes - ein Tag und wir sind dort", antworte Vano und Bellamy nickte dankbar.

Bellamy Bourgeois
"Danke, ich richte es Remy aus", sagte Bell und verabschiedete sich mit knappen Nicken, ehe er wieder zurück zu Remy ging. "Gute Botschaft, also es ist ungefähr 500 Kilometer weit weg, die wir in einem Tag zurücklegen werden. Wenn das Wetter so bleibt, dass hat Silvano so erklärt. Also einen Tag müsst Ihr Euch noch gedulden, dann treffen wir auf die Schönheiten des Inselreichs", grinste Bell und ließ die Augenbrauen hüpfen.

Remy de Remuer
"Einen Tag ... halten wir das aus, Maurice?", fragte er seinen Leibdiener und angelte sich eine getrocknete und gezuckerte Dattel aus einer der vielen Schüsseln.

Maurice de la Cantillion
Maurice räkelte sich und streckte sich lang und genüsslich aus. "Wir müssen, wir tun das für ein höheres Wohl", grinste er gut gelaunt. "Stell Dir die Einheimischen dort nur vor. Kleine, braungebrannte Frauen, mit nachtschwarzen wallenden Haaren, blutroten Lippen und total ausgehungert nach Liebe. Sie warten nur dass wir kommen und uns ihrer annehmen, nun wo sie ohne Männer sind. Und gleich was immer der Befehl des Kapitäns ist, er wird doch sicher ein Herz haben und uns einige Frauen aufheben lassen. Eigenbedarf, dass kann er nicht ablehnen, er ist doch quasi auf Hochzeitsreise, da wird er wissen, das auch wir Bedürfnisse haben. Wir werden in einer exotischen Landschaft herumwandern, neue Dinge entdecken, neues Essen kosten, neue Frauen unser Eigen nennen, all das in nur 24 Stunden Remy", freute sich Maurice.

Remy de Remuer
Remy verspeiste die Dattel und grinste genießerisch. "24 Stunden", wiederholte er. "Wir werden ihnen zeigen, warum wir Souvagner den Ruf als hervorragende Liebhaber genießen. Falls noch welche von ihren braunen, haarigen und überaus unappetitlichen Männern übrig bleiben, werden sie diese vergessen, wenn wir mit unserer porzellangleichen Haut, unseren blauen Augen und unseren lichtblonden Haaren aufkreuzen." Remy selber hatte graue Augen und schwarzes Haar.

Maurice de la Cantillion
"Souvagner sind bekannt für ihre scharfe Zunge - im Streit wie im Bett. Und was man sonst noch so über uns sagt, warum haben die meisten von uns wohl mehrere Ehefrauen? Oder generell mehrere Partner? Und wir können spucken wie kein zweites Volk, unsere Küche sucht ihres gleichen und wir sehen super aus", lachte Maurice.

Remy de Remuer
"Und wie wir super aussehen", rief Remy fröhlich, schleuderte ihm ein Kissen ins Gesicht und kuschelte sich in seine Koje. "Schlaf!", befahl er. "Und lass dir nicht einfallen, früh aufzustehen, um zu arbeiten oder mich zu wecken! Wir brauchen morgen all unsere Kräfte!" Er rückte sich zurecht und schloss die Augen, zufrieden vor sich hinlächelnd.

Maurice de la Cantillion
"Genau lass uns Schlaf für den Beischlaf tanken. Und iss was eiweißhaltiges, die Schrimps sind ja leider wieder draußen. Bis morgen Belly, wir schlafen jetzt erstmal eine Runde um für die Inselschönheit bereit zu sein", freute sich Maurice und machte es sich neben Remy richtig gemütlich.

Bellamy Bourgeois
"Na dann wünsche ich Euch eine angenehme Bettruhe, ich wecke Euch sobald wir da sind", grinste Bell, den selbst die Vorfreude gepackt hatte. Gut gelaunt schlenderte er nach draußen und zog die Tür leise hinter sich zu. Er marschierte nach vorne zum Bug und klemmte sich dort wieder an die Reeling. Die seltsamen Wesen waren wieder zurück und sprangen durch die Wellen die das Schiff verursachte. Bell wertete sie als ein gutes Zeichen.
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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#2

Beitrag von Davet la Caille » Fr 2. Nov 2018, 19:39

Blutrote Flaggen

Die Aquila hatte Kurs auf Farisin gesetzt. Das einzige was das Piratenschiff von Kapitän la Caille und die Azursee trennte, war eine schmale Landzunge zwischen dem Nebelwald und dem Racongebirge.

Ein Schiff von der Größe der Aquila über Land zu transportieren, war mit einigen Schwierigkeiten verbunden, wenn man nicht genug helfenden Hände hatte. Aber Rakshor lächelte heute auf sie herab. Denn genau just zu dem Zeitpunkt, als die Aquila bewusst ganz langsam auf Grund lief um ihren ersten Landgang anzutreten, befand sich eine gewaltige rakshanische Streitmacht vor Ort.

Tara Niral fo Shamon übernahm die Verhandlungen für die Mannschaft, da bei Rakshanern Frauen mehr Macht zugesprochen wurde als Männern.

Sie erläuterte die Dringlichkeit, denn laut Ihrer Aussage musste die Aquila noch an diesem Tag die Landzunge passieren, so dass ihr Bruder den Tod seiner über alles geliebten Ehefrau Vano rächen konnte. Die Rache musste an den auf der Insel Farisin lebenden Echsen vollzogen werden und man wollte sie bis auf die schuppige Haut ausrauben.

Dass es sich bei der Frau Ihres Bruders um einen Mann handelte und ihr Bruder ein Ex-Souvagner war, störte weder Tara, Davet, noch irgendeinen anderen Rakshaner.

Die ausgeborgten Krieger der rakshanischen Armee machten sich daran, im nahegelegenen Wald Bäume zu fällen um diese zur Aquila zu schleifen.

Davet gab seinen rakshanischen Brüdern Anweisungen, wie sie weiter zu verfahren hatten.

"Wir müssen einen Schlitten für das Schiff bauen. Kleine Schiffe kann man kurze Strecken von der Besatzung auf Rudern in Trageschlingen schleppen lassen. Bei größeren ist das rein von Eigengewicht nicht mehr möglich. Also nutzen wir die Logik und die zur Verfügung stehenden Mittel. Wir legen frisch gefällte Baumstämme vor und unter den Kiel und das Schiff gleitet wie auf Schmierseife dahin. Grund ist der frische Saft unter der Rinde der Stämme. Die Rinde wird vom Kiel weggerissen und das Schiff gleitet saftgeschmiert über die Baumstämme", erklärte Davet.

Und so glitt das Segelschiff Aquila durch viele Hände Arbeit von der Skallischen See in die Azursee an nur einem einzigen Tag. Unter Jubel der Rakshaner wurde es in der Azursee zu Wasser gelassen.

Noch während die Helfer und die Besatzung einander zum Abschied zuwinkten, nahm das Schiff direkt Kurs auf Farisin.

Die Flaggen der Aquila waren blutrot gehisst.

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Silvano de Mancini

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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#3

Beitrag von Silvano de Mancini » Fr 2. Nov 2018, 23:43

Anlanden

"Land in Sicht!", bellte es aus dem Krähennest und Silvano griff zu seinem Fernrohr.
"Segel einholen, raus aus dem Wind! Steuerbord, vier Strich“, befahl Mancini seinem Steuermann.
"Steuerbord, vier Strich Käptn“, bestätigte Valter und setzte seine Worte sofort in die Tat um.

In den stetig flacher werdenden Gewässer konnte man die Fische erkennen, während Jaques ordnungsgemäß bereits die Tiefe mit dem Lotblei maß um einen geeigneten Ankerplatz zu finden.

"Tiefe Erster?", fragte Mancini gut gelaunt.
"Tiefe gute vier Meter, Untergrund Sand Käptn", kam die Information vom 1. Offizier.

Silvano schaute sich die Küste an und überprüft die Windrichtung. Vano schaute zum Hauptmast auf, an dessen Spitze der Kieker befestigt war. Der breite und mehrere Meter lange Stoffstreifen zeigte einem die Windrichtung und ebenso die Windstärke an.

Mancini entschied sich vor Ort zu ankern. Der Ankerplatz war eine Stelle mit ablandigem Wind und im Lee der Küste, also der Wind abgewandten Seite.

"Anker fällt", kam der Befehl von Silvano.
"Anker fällt!“, kam die Bestätigung des Matrosen.

Man konnte die Fische im Wasser sehen und am Himmel kreisten Sturmvögel auf der Suche nach Nahrung. Vano grüßte sie mit kaum merklichen Nicken. Laut einer alten Legende lebten die Seelen verstorbener Seemänner in Sturmvögeln weiter.

Mancini blickte auf die See hinaus, sie war ruhig, spiegelglatt und kein Wölkchen trübte den Himmel. Das Wasser schimmerte türkisblau und der minimale Wellengang wurde von einem Hauch weißer Gischt gekrönt.

Der Duft der See hing in der Luft - ein leichtes, verführerisches Parfüm gewürzt mit einer Duftnote von Salz und Freiheit. Dieser Duft, war das Odeur des Meeres.

Nicht die nach Brackwasser, Abfall und verrottendem Unrat stinkende Jauche die im Hafenbecken gegen die Planken der Schiffe schwappte und Landraten fälschlicherweise für Seeluft hielten, wenn sie sich an die Küste verirrten.

Costantino gesellte sich zu Silvano und schenkte ihm ein freundliches Lächeln.

"Achter", grüßte Silvano.
"Käptn, habe Anweisung erteilt, die Beiboote mit Wasser zu füllen, damit sich das Holz wieder ausdehnt und dicht wird. Die Aufgabe wurde wohl während der Feier vernachlässigt die Boote gewässert zu halten um das Austrocknen zu verhindern", erstattete Costantino Bericht.

"Krähennest Ablöse rauf, einen ausgeruhten Mann, der die Gegend im Auge behält und Ankerwache abstellen Achter", befahl Vano.
"Aye Käptn", bestätigte der 8. Offizier und wollte sich gerade zum Gehen wenden, als ich Silvano am Ärmel festhielt.

"Schläft er?", flüsterte Vano.
"Mon Cher, Prince Ciel schläft wie ein Baby. Tief und fest, mit rosigen Wangen", lächelte Conni zuckersüß.
"Die Seeluft...", schmunzelte Silvano, "Erholung für Körper und Geist."

"Boote schnellstmöglich klar machen, rüsten und bewaffnen, wir landen an", befahl Vano und schenkte Conni ein Raubtiergrinsen, ehe er in seiner Kajüte verschwand um sich selbst vorzubereiten.

Boldiszar betrat gemeinsam mit Silvano das Deck. Die Mannschaft war bereits versammelt. Das erste Mal sah Boldi die gesamte Truppe kampfbereit. Sie waren in leichten Lederrüstungen gehüllt, die schützten, aber auch genügend Bewegungsfreiheit boten. Die gleiche Kluft trug sein Ehemann und Vano lief ebenso barfuß wie seine Mannschaft. Sie waren mit allem bewaffnet was das Waffenlager der Choucas hergab.

Mancini schnappte sich zwei der rasiermesserscharfen Harpunen und drückte eine davon Boldiszar in die Hand, während er ihm zeitgleich einen Kuss auf den Mund drückte. Vano wandte sich der Mannschaft zu und hob seine Harpune wie ein Zepter.

"Zahltag!", brüllte er und die Mannschaft stimmte donnernd ein.
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Silvano de Mancini

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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#4

Beitrag von Silvano de Mancini » Fr 2. Nov 2018, 23:45

Die Statue

Sie betraten einen großen, kreisrunden Raum der von hunderten Kerzen erhellt wurde. Der tanzende Schein der Flammen spiegelte sich an den dunklen Wänden. Wie alle Behausungen der Farisin war auch dieses Gebäude einst aus flüssiger Lava geformt worden und zu schwarzem Basalt erstarrt.

Doch dies alles verblasste hinter einer mehrere Meter hohe Statue, die den Raum mittig dominierte.

Die Statue stellte einen Mann dar, der locker auf seinen Säbel gestützt in die Ferne blickte. Sein Gesicht war freundlich und entspannt. Seine Wangen zeigten Grübchen, aber ob er tatsächlich schmunzelte, verbarg sein Bart. Ein Teil seines Gesichts lag in Schatten, aufgrund des großen, breitkrempigen, federgeschmückten Huts den er trug. Seine langen lockigen Haare fielen seine Schultern herab.

Der Mann war ein Krieger, ein Soldat all dies spiegelte seine aufrechte Körperhaltung wieder. Die Statue verriet jedoch wesentlich mehr als dies. Das Gesicht gab den Ausdruck wieder, mit dem dieser Mann in Liebe einen anderen angeschaut hatte.

Link:
https://www.imagebanana.com/s/1187/rIFSQUCE.html

Boldiszar kannte diesen Mann. Allerdings kannte er ihn nur von einem Gemälde, er hatte ihn nie zu Lebzeiten kennengelernt.

Davet La Caille.

Laut Remy Information lebte Davet noch und war mit seinem eigenen Schiff in der Skallischen See zu finden. Aber Silvano schien nicht so recht daran zu glauben, beziehungsweise daran glauben zu können. Vierzehn endlos lange Jahre hatte er um diesen Mann getrauert und ihm die Treue gehalten. Nun stand er als Ehemann an Boldiszars Seite.

Wie ernst Vano Treue und Loyalität nahm, ragte als steinerne Statue vier Meter vor ihnen in die Höhe. In den Sockel der Statue waren 49 Namen eingraviert, Boldiszar wusste, wer diese 49 Männer waren, derer hier gedacht wurde. Es waren jene die bei der ersten Rachefahrt der Choucas ums Leben gekommen waren.

Direkt unter dem Gesicht der Statue war ein riesiger Tisch aufgebaut worden, ebenso waren im ganzen Raum Tische verteilt. Es war eindeutig, dass hier gleich ein Festbankett abgehalten werden würde.

Vor dem Tisch kniete eine Reihe von Farisin, gesichert in schweren Fesseln und Ketten aus Eisen.

Vano trat neben Boldiszar, so dass für Sekunden seine Flanke an der von seinem Schatz entlang strich. Er war weder geschminkt, noch trug er seine Augenklappe. Er trug sogar die Haare offen, was ein ziemlich seltener Anblick war. Silvano hakte sich bei Boldi ein und schritt flankiert von seinem Mann und seinem treuen Hund Foufou in den Saal.

"Käptn betritt Festdeck", rief Jaques, aber sein Ruf ging im donnernden Applaus und Tosen der Mannschaft der Choucas unter.

Silvano verneigte sich in einer perfekten Geste, ehe er allein weiterschritt und vor der gewaltigen Statue stehen blieb.

Vor ihm hockten der Rat der Farisin.

"Ich bin hier um Dir meinen Mann vorzustellen - Boldiszar", sagte Vano und deutete liebevoll auf seinen Mann.

"Und ich stehe heute vor Dir um meinen Schwur einzulösen Davet. Ich schwor Blutrache und heute vollende ich sie. Der Rat zu Deinen Füßen, der Anfang vom Ende unserer Feinde. In Deinem Namen reiche ich Dir folgende Opfer dar", erklärte Vano und Jaques stellte sich mit einer Kiste neben seinen Kapitän.

"Kein Seefahrer sollte ohne seine Instrumente die Reise in die unendliche See antreten, denn ohne Navigation ist keine Seefahrt möglich. Deshalb Deine Instrumente für Dich, ich habe sie gut gehütet, sie sind intakt", erklärte Silvano liebevoll und entnahm aus der Kiste Davets Sextant, Astrolabium, Taschenuhr, Längenuhr, Kompass und Fernglas.

Mancini legte die Instrumente vorsichtig vor sich auf den Tisch.

"Eine Glashohlkugeln, damit Du immer wieder auftauchst, egal wie tief es abwärts geht, denn dafür sind Schwimmer da", schmunzelte Vano und nahm bedächtig eine grüne Glaskugel aus der Kiste, die in ein braunes Seil eingeflochten war.

Link:
https://us.123rf.com/450wm/shihina/shih ... .jpg?ver=6

"Fünf Sandtaler, für jedes unserer gemeinsamen Jahre einen Taler", sagte Vano. Er nahm sie behutsam aus der Kiste und legte sie nebeneinander auf ein großes, silbernes Tablett.

Link:
https://cdn.patchcdn.com/users/139795/2 ... 2a3da3.jpg

"Eine braune Orage-Oiseau-Feder für Deinen Hut, Dein Geburtstagsgeschenk. Ich weiß wie sehr Du diese Federn liebst", erklärte Silvano. Er entnahm der Kiste eine Schachtel, öffnete sie und legte sie behutsam zu den Strandtalern. Gut und sicher auf Samt gebettet lag dort die besagte Feder.

Link:
https://eysenhut.de/bilder/produkte/gro ... Laenge.jpg

"Und nun zu meinem Schwur Mon Amour", lächelte Silvano die Statue an, während Jaques die Kiste verschloss und wegstellte. Stattdessen reichte er mit beiden Händen seinem Kapitän einen Säbel. Jenen Säbel auf den sich die Statue stützte.

Vano nahm den Säbel, entgegen und zog den Stahl blank. Er küsste die Klinge und hielt sie nach oben, so dass Davet auf seine Waffe blicken konnte.

"En votre nom cherie - in Deinem Namen Schatz", flüsterte Vano und stellte sich hinter den Rat der Farisin die vor der Statue knieten.

Er verneigte sich kurz und schlug dann dem ersten Kroko ohne zu zögern den Kopf ab und zwar so, dass das Blut auf die Säule der Statue spritzte. Im Saal brach Jubel aus, während Vano den abgeschlagenen Schädel mit dem Säbel aufspießte und auf den Tisch vor sich legte. Mit den anderen 11 Ratsmitgliedern verfuhr er ebenso.

Ohne das geringste Zögern schlug er einen Schädel nach dem anderen von den Schultern, spießte ihn auf den Säbel und drapierte ihn auf dem Tisch. Nachdem alle 12 Ratsmitglieder erschlagen in ihrem Blut vor der Statue lagen wischte er den Säbel sauber, verneigte sich ehrfürchtig und legte ihn dazu.

"49 Fässer Rum für 49 gefallene Kameraden - trinkt Männer! Ab heute gehört die Insel der Landkrokodile uns! Und morgen beginnt die große Reinigung!", bellte Vano ohrenbetäubend und seine Männer fielen in das Gejohle mit ein.

Silvano packte Boldiszar um die Hüfte und küsste ihn lange und leidenschaftlich.
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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#5

Beitrag von Davet la Caille » Sa 3. Nov 2018, 00:12

Die Statue im Original

Auf dem Gang ertönte Lärm von einer Armee von Füßen. Foufou sprang auf, bellte wie von Sinnen, wedelte mit dem Schwanz und stürmte davon.

Einen Augenblick später waren die Mannschaften der Choucas, Mouette und Cygnus mit blankgezogenen Waffen auf den Beinen. Zeitgleich erschien in dem großen Raum ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der wohl ebenfalls eine Mannschaft darstellte.

"Schöne Statue", brummte eine tiefe Stimme.
"Was beim Abgrund", zischte Vano und zückte seinen Haken.

Aus der Mitte des bunten Haufens schälte sich ein Mann.

Groß, erstklassig gekleidet, langes Haar das einer dunkelbraunen Mähne glich. Foufou treu an seiner Seite. Er starrte gebannt zur Statue auf, ehe er Vano erblickte.

Beide musterten sich stumm.

Einen Wimpernschlag später flogen sie sich regelrecht in die Arme, umarmten und küssten sich dermaßen hart und innig als gäbe es kein Morgen. Vano kämmte Davet mit den Fingern die Haare aus dem Gesicht und küsste ihn etwas zärtlicher.

Davet packte Vanos Hände, überlegte es sich aber schlagartig anders und ließ ihn gewähren. Er hob mit einem Finger Vanos Kopf an und schob ihm die Augenklappe von dem zerstörten Auge. Behutsam strich er ihm über die Narbe.

"Wer war das?", fragte Davet mit kaum unterdrücktem Zorn.
"Dein Mörder, der Dich aufgeschlitzt hat. Er ist tot, abgeschlachtet und gehäutet in Deinem Namen. Das war sein letztes Aufbäumen. Deine Hand?", fragte Silvano und ergriff den Haken, wo einst Davets rechte Hand gewesen war.

"Dein Mörder, der Dir die Knochen gebrochen und Dich ertränkt hat. Ich habe ihn kalt gemacht in Deinem Namen. Dabei hat mir das Vieh die Hand abgebissen. Ich hätte nie gedacht, dass ich Dich wiedersehe. Ich hab gesehen wie das Drecksvieh mit Dir das Deck gewischt hat, wie es Dir die Knochen brach. Du hast Dich gut geschlagen, aber dann war es vorbei. Du warst ohnmächtig oder Schlimmeres... und das Vieh schmiss Dich ins Wasser. Und ich lag sterbend da und konnte Dir nicht mehr helfen. Wie hast Du überlebt?", fragte Davet, küsste Vano erneut und schob ihm die Augenklappe wieder über das zerstörte Auge.

"Jemand hat mich aus dem Wasser gefischt, vermutlich Sacha und sie haben mich durchgebracht. Im Jahr 193 bekam ich mein eigenes Schiff und rächte mich, dabei starb Dein Mörder und ich verlor das Auge und fast mein Leben. Aber ich konnte scheinbar so wenig gehen wie Du, da wir beide eine Aufgabe zu erfüllen hatten. Die gleiche ohne es zu wissen. Du bist eine treue Seele. Wie hast Du es geschafft?", flüsterte Vano.

"Nun bei mir war es ähnlich, mich hat auch wer aus dem Wasser gefischt. Als ich aufwachte, starrte ich in dunkle, freundliche Gesichter, die mir den Arsch gerettet hatten. Irgendwer hat mein Innerstes wieder dahin gepackt, wohin es gehörte und mich dann der See übergeben.

Aber ich war nicht tot, jedenfalls nicht ganz. Was zwischen dem Augenblick der Schwärze auf der Mouette und dem Erwachen bei den Rakshanern geschah, kann ich Dir nicht sagen. Ich weiß es selbst nicht Vano. Ich weiß nur, dass mich die Rakshaner aufgenommen, geheilt und gepflegt haben, als wäre ich einer der ihren. Und das wurde ich auch. Sie müssen mich irgendwie mit Heilmagie gerettet haben. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Über zwei Jahre lebte ich bei ihnen, wurde ein Teil von ihrem Volk, Teil einer Familie und schmiedete Rachepläne gegen die Handtaschen, die mir meinem Mann geraubt hatten.

Es dauerte, aber ich fand ein Schiff, sie war mehr tot als lebendig. So wie ich einst. Wir bauten sie wieder auf, wir zogen mit ihr durch die Meere und wir machten reichlich Gewinn. Und so konnte ich mir die erste Rache leisten.

Ich weiß nicht wie viele Handtaschen wir ausgeschaltet haben, aber einige. Dabei verlor ich einige gute Männer und meine Hand. Und heute war der Tag der Abrechnung. Nur erstaunlicherweise war keine Handtasche hier in Sicht. Ich vermutete, sie hätten sich in die Kuppel verzogen. Aber stattdessen finde ich da einen Schatz und zwar meinen", grinste Davet.

"Schmeichler. Wo liegt Dein Schiff?", fragte Vano.

"Gegenüber von Farisin. Die Bucht zwischen dem Racongebirge und dem Nebelwald, normalerweise auf der anderen Seite der Azursee. Aber wir haben die Aquila in die Azursee gewuchtet. Gibt dort genug Baumstämme um sie in die Azursee zu ziehen, den gleichen Weg geht sie wieder Retour, nach... nach unserem Sieg und nachdem ich Dich gerächt habe... ", erklärte Davet.
"Aquila - Adler? So heißt auch das Flugvieh von Linhard. Wunderschönes Tier", schmunzelte Silvano.

Davet musterte Vano und grinste breit.

La Caille überblickte die Mannschaft von Silvano. Er musste sich korrigieren, die Mannschaften! Er sah seinen alten Kapitän Rene und grüßte diesen mit einer tiefen Verbeugung, ehe er James mit einer etwas knapperen Begrüßung bedachte.

"Rene schön Dich alten Haudegen wohlbehalten wiederzusehen.
Dich ebenso James, jetzt scheinbar mit eigenem Schiff - wie die Zeit vergeht.
Lasst uns unser Wiedersehen gebührend feiern", erklärte Davet glücklich.

"Alles Gute zum Hochzeitstag Wuschel", sagte Silvano.
"Alles Gute zum Hochzeitstag Vano", antwortete Davet liebevoll.

"Setz Dich zu uns an den Tisch und feiere mit uns. Feiern wir das Fest des Lebens", forderte Vano.
"Wer ist der Mann der die ganze Zeit rüber starrt?", hakte Davet nach.
"Meiner", grinste Vano, "Genauer gesagt mein Ehemann. Du wirst ihn mögen".

"Wenn er Dich so zum Lächeln bringt, bestimmt. Hat er auch einen Namen?", fragte Davet.
"Natürlich. Er heißt Boldi - Chevalier Boldiszar Bovier de Mancini-Desnoyer", antwortete Mancini stolz, ergriff Davets Hand und kehrte mit ihm gemeinsam an die Seite seines Ehemannes zurück.

"Wenn ich Euch beide bekannt machen dürfte. Boldi - Davet, Davet - Boldi", stellte Silvano sie einander vor und legte Boldiszar einen Arm um die Hüfte.

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James de Dusolier
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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#6

Beitrag von James de Dusolier » Sa 3. Nov 2018, 13:39

Der Schwan

Stolz schoss das Schiff mit dem Namen Cygnus über die Wellen. Der Bugspriet, auf dem der Klüverbaum ruhte und der einem Horn ähnlich gemeinsam mit diesem nach vorne ragte, trug einen geschnitzten, weißen Schwan als Galionsfigur.

Dass Schiff legte dabei die gleiche Anmut an den Tag, wie der namensgebende Vogel - der Schwan. Jedoch nicht nur die Anmut, Gracie und Schönheit teilte das Schiff mit dem Vogel, sondern auch dessen Kampfgeist.

Drang jemand in das heimische Gewässer eines Schwans ein, wurde er vehement bekämpft. Ob Mensch oder Tier, jeder Eindringling musste sich im Klaren darüber sein, dass ein Schwan zur Not sogar zu tödlicher Gewalt griff. Seine Flügelbugschläge waren legendär.

Mit der gleichen Heftigkeit mit der ein Schwan sein Revier verteidigte, beschützte er auch seine Lieben. Und die Cygnus tat genau dies, sie beschützte ihr Land und ihre Leute.

James hatte dort, wo sich das große Steuerrad seines Schiffes befand, ein verglastes Brückenhaus anfertigen lassen. Das Brückenhaus bot Schutz vor Witterung, ebenso vor der Sonne. Das Kompasshaus hatte er in dem Brückenhaus intrigieren lassen.

Normalerweise befand sich das Steuerrad auf offenem Deck. Das Kompasshaus bot somit nicht nur dem Kompass selbst Schutz, sondern auch zusätzlich Platz für andere Navigationsutensilien und dem Logbuch. Man trat in das Brückenhaus ein und hatte das Steuerrad samt Kompasshaus vor sich.

James genoss die Annehmlichkeiten, die das kleine Brückenhaus bot. Bei schönem Wetter konnte man die Doppeltür offen stehen lassen, bei Schietwetter musste man sich nicht zwangsläufig einen nassen Buckel holen.

Aber jeder Kapitän hatte dazu seine ganz eigene, spezielle Meinung. Andere wiederum benötigten geradezu die Gezeiten und die Witterung um sich herum. Genossen sie sogar, wie der Kapitän ihres Flaggschiffes, der Choucas.

Als die Insel der Echsen in Sicht kam, verlangsamten die Schiffe ihre Fahrt.

Auch die Brigg von Kapitän James Dusoulier machte nur langsame Fahrt, um sich dem Flaggschiff der Choucas anzuschließen und zu ankern. Auf einem Flaggschiff fuhr der Befehlshaber der Flotte. Üblicherweise war dies ein Admiral, der über mehrere Schiffe gebot, aber ihre Flotte war ein Freundschaftsverband.

Auf dem Schwesternschiff der Choucas begann geschäftiges Treiben.

James schaute kurz durch sein Teleskop und ließ ebenfalls ankern, dann wandte er sich seinem Logbuch zu. Ein Schatten fiel auf ihn durch das Glas des Brückenhäuschens. Die stämmige Gestalt seines 1. Offiziers Vittorio Melachetti schob sich ins Häuschen hinein.

"Käptn, die Choucas liegt vor Anker, wir ebenso. Geschützte Bucht, wir sind verborgen. Wir müssen dennoch den Strand im Auge behalten. Denke diesmal haben die Echsen keine Chance. Zu dritt ist was anderes", grinste der Offizier.
"Solange wir wie stets gut aufeinander aufpassen, Rücken an Rücken kämpfen und einander beistehen, wird diese Vergeltung einen anderen Ausgang nehmen. Davon bin ich überzeugt", stimmte James zu und zückte erneut sein Teleskop.

"Die Choucas lässt Boote zu Wasser, wir ziehen gleich. Fertig machen zum Anlanden, Boote bereit, Ankerwache, Krähennest Du kennst das Prozedere", schmunzelte James, machte einen letzten Eintrag ins Logbuch und schlug es zu.

"Aye Käptn", bestätigte Melachetti.

Eine halbe Stunde später stießen die Boote von der Cygnus ab und ruderten in Richtung des Strandes. Die Ruder hoben und senkten sich wie Schwanenflügel und trugen die bis an die Zähne bewaffneten Insassen dem ausgemachten Ziel entgegen - Farisin.

In den Booten wurde so gut wie gar nicht gesprochen, dann endlich wurde das Wasser flacher, der Grund war hier bedeckt mit kleinen runden Steinen, Muscheln und anderem Getier. Die ersten Männer sprangen aus den Booten und zogen sie an den Strand.

Sie betraten die Insel ihrer Feinde.

James stakste lautlos fluchend zu Silvano und stellte sich neben ihn. Wie jeder Seemann der den Großteil seines Lebens auf See verbrachte, hatte er im ersten Moment Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten.

Die Zeit auf See hatten seinen Körper und besonders seinen Gleichgewichtssinn daran gewöhnt, die Schwankungen seines Schiffes auszugleichen. Nun da die Schwankung fehlte, benötigte er einen Augenblick, bis sich sein Körper an den unbeweglichem Untergrund angepasst hatte.

So wie Silvano ihn angrinste, hatte dieser genau das gleiche Problem.

Die Offiziere und die bewaffneten Matrosen schauten sich mit angelegten Waffen misstrauisch in der Gegend um, während Silvano eine Karte entrollte auf der er Boldi, James und Rene den Weg zur Kuppel zeigte.

Die Kuppel war der Sitz des Rates der Farisin, ihr Regierungssitz.
Diesmal hatte Silvano vor, der Schlange sofort den Kopf abzuschlagen, bevor er sich um den Rest kümmern würde.

Der Strand war feiner Sandstrand, der regelrecht zum Rasten einlud. Eine Mischung aus zarten, weißen Körnern durchsetzt mit einigen Muscheln und runden Steinen. Sogar einige Sandthaler waren hier und dort zu finden.

Gute hundert Meter vom Ufer entfernt begannen die Bäume. Hohe Palmen, Farne und andere Sträucher bildeten eine Wand aus undurchdringlichem Grün. Die ersten Metern konnte man noch in den Wald hinein sehen, aber ein tieferer Blick blieb ihnen verwehrt.

James Bruder Jaques, 1. Offizier auf der Choucas, schaute zurück zur Bucht, wo ihre drei Schiffe lagen. Er zückte seine Repetierarmbrust und ging wachsam auf den Waldesrand zu. Gründlich hielt er Ausschau nach Spuren, entdeckte aber keine - weder von Mensch, noch Tier oder Farisin.

Jaques gab das Zeichen zum Aufbruch - die Jagd auf den Echsen-Rat begann.

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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#7

Beitrag von Davet la Caille » So 4. Nov 2018, 01:20

Gespräch zwischen Davet und Boldi


Boldiszàr
Boldiszàr hatte schweigend mit angesehen, wie Silvano und Davet sich zur Begrüßung nicht nur küssten, sondern regelrecht abknutschten. Lustig fand er das nicht. Er reagierte nicht, als Silvano ihm den Arm um die Hüfte legte und ihn mit Davet bekanntmachte. Er blickte Davet fest in die Augen, sehr fest. »Wir sollten mal unter vier Augen reden«, fand er und erhob sich. Er wies mit dem Kopf zu einem Seitengang der Höhle. Tekuro nahm das zum Zeichen, ebenfalls aufzustehen, wobei er Bellamy einen eindeutigen Blick zuwarf. »Vier Augen reichen«, stellte Boldiszàr klar. Das Letzte, was er gebrauchen konnte, war eine Massenschlägerei oder Schlimmeres.

Silvano de Mancini
Silvano musterte seinen Mann mit betretenem Blick und konnte sich denken was ihm sauer aufstieß. Bei der Begrüßung hatte er nicht drüber nachgedacht, wie sich Boldi fühlen würde. Nun eigentlich hatte er überhaupt nicht gedacht, sondern sich einfach gefreut. Nun standen sich die beiden Männer wie Kontrahenten gegenüber, die er liebte. Sein Ex und sein Ehemann. Als sich Boldi erhob, gab ihn Vano etwas widerwillig frei, aber er verstand auch, was sein Mann bezweckte. Er wollte die Fronten klären und da er sich gerade danebenbenommen hatte, hatte er nun die Schnauze zu halten. Vano strich ihm trotzdem übers Kreuz, als Zeichen, dass sein Verhalten nicht böse oder gar gegen Boldi gemeint war und wartete ab. Er schaute zu Tekuro rüber und schüttelte minimal den Kopf.

Davet la Caille
Davet erwiderte den Blick ohne mit der Wimper zu zucken, aber sein Blick war nicht grimmig, wütend, oder gar feindseelig, sondern freundlich neutral. Als Boldi ihn zu einem Vier-Augen-Gespräch aufforderte, wollte Tara Einwände erheben, aber Davet hob minimal die Hand. Er würde Boldi folgen und mit dem Mann reden, zu dem Silvano nun gehörte. "Ihr wartet hier", befahl er seiner Mannschaft und schritt zu dem Seiteneingang der Höhle, auf den Boldi verwiesen hatte. Dort wartete gegen die Wand gelehnt.

Boldiszàr
»Ich würd gern mal wissen, wie du dir das in Zukunft vorstellst«, knurrte Boldiszàr. Seine Körpersprache war nicht unmittelbar offensiv, aber verriet eindeutige Bereitschaft, die Sache notfalls auch mit den Fäusten auszutragen. Als Leibgardist war er es gewohnt, mit seiner bloßen Anwesenheit einzuschüchtern, besonders, wenn er unter Adrenalin stand.

Davet la Caille
Davet behielt seine entspannte Körperhaltung bei, ließ Boldi allerdings nun keine Sekunde mehr aus den Augen. Die Spannung lag fast greifbar in der Luft und so wie der Mann gebaut war und sich aufbaute, wusste er knallhart auszuteilen und sich zu verteidigen. Das wusste Davet selbst auch, aber ihn und Boldi trennten vermutlich mindesten 15, wenn nicht sogar 20 Jahre zu seinem Nachteil, was die Schnelligkeit und Kampfkraft anging. Dafür hatte er so manche Schlacht geschlagen, von der Boldi nichts wusste und kannte auch den einen oder anderen dreckigen Trick, Dank seiner rakshanischen Familie. Und ein Enterhaken war im Faustkampf noch immer eine tödliche Waffe. Allerdings war genau dass das Letzte was la Caille wollte. Er wollte weder Boldi schaden, verletzen oder ihn gar töten. Der wütende Stier vor ihm war der Ehemann von Silvano. Und grundlos war er das sicher nicht. Nur weil er selbst beschlossen hatte, nicht erneut einen Partner zu wählen, musste das noch lange nicht für Vano gelten. Er war 17 Jahre jünger und etwas anders gestrickt, wenn auch treuer als Gold. Aber vermutlich war Mancini genauso davon ausgegangen dass er tot war, wie er glaubte dass Mancini tot war. Niemand konnte Treue gegenüber einem Toten voraussetzen oder gar verlangen. Die Lebenden hatten stets Vorrang vor den Toten und seine Wahl, war seine private Angelegenheit. Irgendwie musste er es dem Mann vor sich der gerade vor Wut schnaubte verständlich machen, dass er überhaupt keine Konkurrenz war. Wenn es Boldi zuließ, wären sie zu dritt, aber er würde sich nicht zwischen ihn und Vano stellen. "Hallo erstmal Boldiszar. Ich habe mir bis vor fünf Minuten gar nichts vorgestellt, sondern ich hatte vor meinen verstorbenen Mann zu rächen. Das er noch am Leben ist, habe ich nicht gewusst. Hätte ich es gewusst, dann hätte ich ihn vermutlich gesucht und nicht 14 Jahre bis zum ersten Wiedersehen gewartet. Das erstmal dazu. Vorneweg, ich habe nicht vor Dir Deinen Mann streitig zu machen. Silvano hat Dich geheiratet und das wird einen guten Grund haben. Er ist ein guter Mann, ein erstklassiger Partner und ich denke, wenn er Dich gewählt hat, erfüllst Du die gleichen Bedingungen. Ich würde lügen, würde ich sagen, es trifft mich nicht ihn an der Seite eines anderen zu sehen. Ich war ihm bis zum heutigen Tag treu. Vielleicht dumm oder unsinnig in Deinen Augen, aber so ticke ich. Wir war ein verschworenes Duo, dass immer zusammenhielt und nicht zur Seite schielte. Die Lebenden vor den Toten Boldi, drum bin ich Silvano nicht böse, dass er sich einen anderen Mann suchte. Vielleicht tut es auch etwas weh, weil er denn Mumm dazu hatte weiterzuleben, während ich in der Vergangenheit stehengeblieben bin. Jedenfalls was unsere Beziehung angeht. Für mich war er bis vor fünf Minuten immer noch mein Ehemann, auch wenn wir offiziell niemals verheiratet waren. Aber wenn man lebt, geht das Leben wohl weiter. Was soll ich Dir sagen?", fragte Davet ruhig.

Boldiszàr
Boldiszàr drehte sich erst einmal eine dicke Rauchstange aus starkem Pfeifenkraut, zündete sie an und verpestete seine Lunge ebenso wie die Luft seiner näheren Umgebung. »Hättet ihr nicht vor meinen Augen geknutscht, hätte ich dich wie einen Bruder willkommen geheißen. Nicht wie meinen, aber wie den von Vano.« Er redete, während er noch die Lunge voller Rauch hatte, so dass er beim Sprechen aus Mund und Nase qualmte. »Dir kann ich nicht mal `nen Vorwurf machen, wenn ich es mir recht überlege. Woher solltest du wissen, dass Silvano verheiratet ist. Du hast dich einfach gefreut, ihn wieder zu sehen. Aber Silvano sollte sich eigentlich daran erinnern, immerhin ist die Hochzeit erst wenige Tage her.« Knurrig betrachtete Boldiszàr seinen Ring an der Hand, in der er die Rauchstange hielt.

Davet la Caille
Davet schaute Boldi beim Rauchen zu und verkniff sich seinen Schmacht. Das Boldiszar beim Rauchen sprach und dabei Rauch ausatmete verlieh ihm das Aussehen eines Drachen oder Dämons. Aber die Worte die folgten waren versöhnlich, jedenfalls ihm gegenüber. La Caille stutzte, als sein Gegenüber erzählte, dass sie erst einige Tage verheiratet waren. "Bekomm ich auch eine?", fragte er freundlich und deutete auf die Rauchstange. "Danke für die versöhnlichen Worte. Ich mische mich nicht in Deine Ehe, aber soviel sei gesagt - Wiedersehensfreude Boldi, 14 Jahre sind eine lange Zeit. Silvano hatte nicht vor Dich zu betrügen, oder Dich bloßzustellen. Ich habe keine Ahnung wie lange Ihr beiden Euch kennt, wenn Ihr gerade frisch verheiratet seid. Vermutlich einige Jahre, aber er hat gerade doch selbst gemerkt was er getan hat. Sonst hätte er Dich nicht demonstrativ umarmt oder gestreichelt. Das sage ich für Euch beide, nicht um ihn allein zu schützen. Du bedeutest ihm soviel, dass er Dich geheiratet hat, kapiert? Also stehst Du auch mit unter meinem Schutz, auch wenn Du aussiehst als hättest Du ihn nicht nötig und kannst Dich verdammt gut selbst verteidigen. Aber ich achte seine Wahl, denn ich achte ihn. Einst war er alles was ich hatte. Jetzt gehört er Dir, pass gut auf ihn auf. Falls nicht, nun dann sehen wir uns wieder. Nun malen wir mal die Untiefen nicht an die Wand. Trotz des unglücklichen Anfangs zwischen uns, herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit für Euch beide. Darf ich den Ring mal sehen?", fragte Davet freundlich.

Boldiszàr
Boldiszàr drehte Davet eine Rauchstange, während er seine zwischen den Zähnen hielt und weiterqualmte. Er entzündete sie und reichte sie ihm. Es war ein Monstrum und sehr fest gerollt, daran würde Davet eine gute Stunde zu qualmen haben. »Den Ring nehm ich nicht ab, du kannst ihn so anschauen.« Er hielt ihm die Faust hin, so dass er gucken konnte. »Klar liebt Vano mich, das kann ich dir versichern. Aber ob er es wollte oder nicht, er hat mich bloßgestellt, vor den Mannschaften der Choucas, der Mouette, der Cygnus und sogar vor deiner mit den ganzen Rakshanern. Sich selber hat er damit auch keinen Gefallen getan, es gibt außer mir noch andere Leute, die das nicht toll fanden. Egal, ist nicht zu ändern.«

Davet la Caille
Davet nahm dankbar die Rauchstange entgegen und nahm einige tiefe Züge. "Guter Tabak, stark", schmunzelte er und schaute sich den Ring an. "Du musst den Ring nicht abnehmen um ihn zu zeigen, dass macht man nicht. Gewaltig teuer und das Meeresblau hat Deine Augenfarbe. Sieht sehr gut aus. Ja damit hat sich Vano einen Schnitzer geleistet, den kannst Du ihn aber korrigieren lassen. Er kann sich bei Dir genauso öffentlich entschuldigen wie er Dich bloßgestellt hat. Das wird er tun, er ist niemand der sich dessen schämt oder zu eitel dafür wäre. Wenn Dir daran etwas liegt, tue ich es auch. Meine Rakshaner sind mit die beste Mannschaft die man haben kann Boldiszar. Lass andere über diese Menschen lästern was sie wollen, ich verdanke ihnen meinen Leben und noch weitaus mehr. Freunde, Familie, ein Volk, hätten das Souvagner für einen Fremdling getan, oder hätten sie ihn am Strand verrotten lassen, wo er schon halbtot ist? Wobei, die Überlegung ist genauso ungerecht. Nicht jeder Souvagner ist ein Corentin und nicht jeder Rakshaner eine Tara oder ein Sherkal. Freut mich für Dich dass Vano Dich liebt und Du ihn dermaßen, dass Dir so der Hut hochgeht. Verlange doch von ihm eine Entschuldigung, meine gibt es gratis dazu. Wer war der Arashi, der sofort Stellung bezog? Und seit wann bist Du verheiratet?", hakte Davet nach.

Boldiszàr
»Der Arashi ist ein Souvagner und mein Bruder. Er heißt Robby, will aber neuerdings Tekuro genannt werden. Den viertel Arashi in seinem Blut nimmt er sehr ernst. Für mich wird er aber immer Robby bleiben. Er ist ein guter Kamerad und als solcher kann er auch austeilen. Es ging nicht gegen dich persönlich, er wollte mich einfach unterstützen.« Boldiszàr rauchte und beruhigte sich langsam. »Silvano und ich kennen uns, seit wir Babys waren. Verheiratet sind wir seit drei Tagen. Die Entschuldigung werde ich einfordern! Mit Rakshanern habe ich an und für sich kein Problem, so lange die respektvollen Abstand zur Mauer einhalten.«

Davet la Caille
"Mauer? Welche Mauer?", fragte Davet etwas verwirrt. "Wir befinden uns meinst auf See, Skallische See, Besitzumverteilung was Norakaeigentum angeht, aber auch gegen andere Besitztümer hegen wir keine Allergie. Manchmal fahren wir auch hoch bis zum Eismeer. Wunderschöne Landschaft, Du solltest einmal hinfahren, dann verstehst Du die Heimatliebe Deines Freundes Robby oder Tekuro. Ihr Land ist in einigen Regionen sogar mit der Wüste oder dem Meer zu vergleichen. Auf den ersten Blick eine Einöde, aber wer sich die Zeit und die Muße nimmt, natürlich auch den Mumm hat, der wird Schönheit entdecken wo er sie nie vermutet hat. Das Land ist von einer kargen, wilden Schönheit, seine Bewohner ebenso. Harte, ehrliche und aufrichtige Menschen. Geplagt von den Weißhäutern, den Bleichen, den Geistern - damit meinen sie Frostalben. Der weiße Tod, ich dachte damit meinen sie Schneestürme, sie meinen die Alben. Sehen aus wie Wasserleichen ohne Grünstich", erklärte Davet, spuckte aus und trat mit dem Stiefel drauf um seinen Unmut zu unterstreichen. Eine absolut Souvagnische Geste, die wohl kein Rakshaner verstand. "Gerade oben in den kalten Gefilden kann man sehr gute Tauschgeschäfte abwickeln, oder sein Zeug verhökern. Also wer hat wo eine Mauer gebaut? Wasser hat keine Balken", grinste Davet während er genüsslich rauchte. "Du kennst Vano aus dem Kinderheim? Das erklärt einiges", sagte er betrübt.

Boldiszàr
»Ich kenn ihn aus der Zeit davor, als wir noch bei unseren Eltern lebten. Aus der Zeit vor dem Heim. Wir verloren uns aus den Augen und trafen uns wieder. Unser Unterbewusstsein muss sich erinnert haben, wir mochten uns auf Anhieb und drum sind wir nun verheiratet. Souvagne ist seit einiger Zeit zum Großteil von einer schönen fetten Mauer umgeben, die immer weiter wächst. Robby war nie in Arashima ... sein Vater hat ihm den Floh ins Ohr gesetzt.«

Davet la Caille
Davet schaute Boldi unverwandt an und suchte nach einem Anzeichen für eine Lüge, für einen Scherz um ihn aufs Glatteis zu führen aber da war nichts. Nichts außer aufrichtiger Liebe zu Silvano und der Ärger der Begrüßung die sich für ihn wie eine schallende Ohrfeige angefühlt haben musste. "Ihr kennt Euch weit länger, als wir uns kannten oder liebten. Einschließlich der 14 Jahre Trockendock. Du hast somit sogar die älteren Rechte", gestand Davet Boldi nachdenklich zu. Er dachte einen Moment lang nach, fügte aber nichts weiter an. Was hätte er auch zu dem Thema sagen sollen? Falls Boldi darüber sprechen wollte, hätte er es getan. Er war für ihn ein völlig Fremder, warum sollte er sein Leben vor ihm ausbreiten? Dazu hatte dieser Mann keinen Grund. Also wechselte Davet das Thema. "Was immer der Vater von Robby erzählt hat, wenn es nur halb den Tatsachen entspricht, würdest Du sogar selbst hinfahren. Glaub mir das. Eine Mauer um ein Land, dass hat was. Jedenfalls ist es damit wesentlich besser zu verteidigen. Aber für jene die die Weite des Meeres lieben, die endlose See ist eine Mauer etwas Unnatürliches, etwas Einengendes. Gut Ihr seid sesshaft und lebt auf Eurem Fleck glücklich und zufrieden. So ging es meinem Onkel auch. Ich bevorzuge heute hier und morgen da. Wie verbleiben wir?", fragte Davet.

Boldiszàr
»Ich bin nicht mehr sesshaft, ich leb nun auf der See. Ich muss nur noch meine Sachen aus Beaufort holen, mein Zimmer abmelden und mich von der Leibgarde abmelden. Ich hoffe zumindest, der Duc lässt mich ohne viel Gezetere gehen. Mich hält da nichts mehr, seit Robby dort weg ist und ich Vano habe. Wie wir verbleiben, das wollte ich dich und Vano fragen. Ich kann schlecht allein was festlegen und außer mir hält sich keiner dran. Genau genommen hab ich nix zu melden. Ihr seit die Capitaines auf den Schiffen, was soll ich da sagen«, murrte er.

Davet la Caille
Davet grinste breit über beide Ohren und zog fragend eine Augenbraue hoch. "Du hast nichts zu melden? Ich dachte Du wärst Silvanos MANN, oder habe ich da was missverstanden? Das Du auf dem Schiff nichts zu melden hast - logisch. Das Du auf meinem Schiff nichts zu melden hast - noch logischer. Aber in Eurer Ehe wirst Du das Sagen haben, so war er immer, so liebt er es und so benötigt er es. Jemand der ihn liebt, behütet und führt. Privat verlässt er sich absolut auf seinen Partner. Er ist nicht unselbstständig oder so, im Gegenteil. Falls er unnützes Wissen wissen möchte, hüte Dich es ihm preiszugeben, es sei denn Du stehst drauf dass einer hinterrücks kalt gemacht wird. Natürlich rein aus Liebe, da er die Person für eine Bedrohung für Dich hält. Sag es ihm und die Person lebt keine 48 Stunden mehr, wenn er es hinbekommt. Wer? Du wirst es erfahren, sobald er es Dir sagt, wenn er "weggewischt" hat in Deinem Namen. Aber was alles andere angeht, Du führst er folgt. Das hat auch nichts mit Sex zu tun, oder dass er devot oder dumm wäre, er liebt es einfach seinen Mann zu folgen, ihn zu verwöhnen und ihm beizustehen. Das ist seine Art jemandem zu zeigen, dass er ihm bedingungslos liebt und vertraut. Also privat wirst Du eine Menge zu sagen haben, sogar alles. Du könntest ihm sogar verbieten mich jemals wieder zu sehen und er würde es befolgen. Das ist eine Tatsache Boldi. Leibgarde? Dann tut man gut dran Dich nicht zu verärgern, was? Ein Bonzen-Büttel", grinste Davet, "dafür hätte ich Dich nicht gehalten. Meine Vermutung war Söldner, aufgrund Deiner Narbe".

Boldiszàr
»Die Narbe hab ich mir nicht in einer ruhmreichen Schlacht zugezogen, sondern als Kind! Eine Rotzgöre war das in dem drei mal verfluchten Heim. Gar nix hab ich zu melden, hast du ja vor fünf Minuten gesehen. Lass uns rübergehen, ich will meine Entschuldigung haben.«

Davet la Caille
"Was ich gesehen habe, hatte ich Dir gesagt Boldiszar. Aber die Entschuldigung steht Dir zu. Darf ich die Narbe mal berühren?", fragte Davet neugierig und deutete mit dem Haken an, dass Boldi vorgehen sollte.

Boldiszàr
"Wieso wollen alle die dumme Narbe antatschen? Gut, fass sie an - und danach darf ich deine anfassen." Boldiszàr blieb stehen, wo er war. Die Narbe, die Davet hatte, musste Silvanos Schilderung nach schrecklich sein. Er wollte sehen, inwieweit der Kerl ihm entgegenzukommen gewillt war.

Davet la Caille
"Weil man kaum glauben kann, dass Du so eine Narbe überlebt hast und sich zwangsläufig fragt, wie sie sich wohl anfühlt. Ich jedenfalls frage mich dann sowas und Du hättest selbstverständlich auch ablehnen können. Keine Sorge ist kein Knacks hinter, dass ich heiß vom Narben befummeln wäre, da wäre ich bei mir selbst ja dauerläufig. Sicher darfst Du meine Narbe anfassen, welche genau? Ich habe einige. Die abgebissene Hand?", fragte Davet und befühlte vorsichtig mit zwei Fingern die Wangennarbe von Boldiszar. "Gewaltig, wie sah Dein Gegner aus? Tot?", fragte Davet.

Boldiszàr
»Die Stelle mit der fehlenden Hand und die Bauchnarbe. Silvano hatte gesagt, wie du gestorben warst, da will ich gern sehen, wie das zugenäht aussieht. So was sieht man nicht alle Tage. Mein Gegner heißt Antoine Davout, sieht viel zu gut aus und erfreut sich bester Gesundheit«, knurrte Boldiszàr verärgert.

Davet la Caille
Davet nickte zustimmend, so dass seine Mähne wippte. "Zeige ich Dir, wenn Du mich aus- und natürlich auch wieder anziehst. Alleine bekomme ich dass nicht mehr hin. Die Bauchnarbe sieht aus wie ein ziemlich breiter, dicker weißer Strich. Aber das siehst Du gleich. Warum ist Tony noch hübsch und fidel?", grinste Davet.

Boldiszàr
»Klar helf ich dir«, meinte Boldiszàr und begann Davets Oberkörper zu befreien. Berührungsängste kannte er nicht, da sie sich bei der Leibgarde auch regelmäßig beim Anlegen der Rüstung halfen, bei Verletzungen oder einfach rumkumpelten. »Toni lebt noch und ist noch hübsch, weil er eine raffinierte Ratte ist und sich bei den Bütteln eingenistet hat, genau in meinem Umfeld. Wenn dem was geschieht, ist klar, woher der Wind weht. Meine Leute haben ihn durchgefickt, aber das hat er viel zu gut weggesteckt.«

Davet la Caille
Davet störte sich ebenso wenig daran, da er es seit Jahren nun gewöhnt war, dass ihm jemand ein- und auskleidete. Er ließ Boldi gewähren, der sich erstaunlich geschickt anstellte. "Ein Wort, ein Tipp - Dienstunfall. Schon mal davon was gehört? Keine Ahnung warum so etwas bei den Bütteln möglich ist, aber auf See gibt es so eine Scheiße nicht. Maaten - sprich Freunde muss man sein. Sicher versteht sich der eine oder andere auch besser und nicht alles sind Busenkumpel, aber sowas? Ein Schlitzer in den eigenen Reihen? Weiß Vano von der Sache? Falls Du mal einen Job benötigst, Leibdiener ginge sogar. Nicht krumm nehmen. Also wenn Vano uns so sieht, könnte er auf andere Ideen kommen, als dass wir uns aussprechen...", grinste Davet und musste sich dann ein Lachen verkneifen. "Und?", fragte er, als Boldi seine Narbe freigelegt hatte.

Boldiszàr
»Hoffentlich kommt er zufällig grad gucken«, murrte Boldiszàr. »Verdient hätte er es.« Er schaute sich die Narbe an, die Davets Bauch spaltete und durch die einst sogar seine Eingeweide herausgequollen waren. Boldiszàr tat die Vorstellung leid. Er strich freundlich mit der flachen Hand über Davets Bauch und legte die Hand dann schützend auf die Narbe, ehe er sie wieder wegnahm. »Sie werden dafür bezahlen«, schwor er und spuckte auf den Boden. »Vano wollte Toni einen Besuch abstatten, aber bislang kamen wir nicht dazu, uns um die Sau zu kümmern.«

Davet la Caille
"Keine Ahnung ob er dann wütend wird oder sich freut, Letzteres wäre auch möglich", antwortete Davet und legte kurz seine Hand auf die von Boldi, die flach auf seiner Narbe ruhte. "Vano hat gegen das Stück Scheiße versucht zu kämpfen, aber er kam nicht an ihn heran. Er hatte selbst alle Hände voll mit seinem Gegner zu tun und es ging in meinen Augen tödlich aus. Die Echse hat ihn an der Kehle gepackt und mit brachialer Gewalt auf das Deck geknallt, dass ich seine Knochen brechen hörte. Sie schlug ihn mehrfach auf den Boden und versuchte ihn aufzuschlitzen. Trotzdem ließ er seine Waffe nicht los und stach auf das Vieh ein. Dieser kleine, knallharte, blonde Verrückte. Wie ein Rachedämon hat er gekämpft, hat das Vieh sogar mit seinem Degen gepfählt. Genützt hat es ihm nichts, es schlug ihn ohnmächtig... oder sogar tot... jedenfalls dachte ich es hätte ihm das Genick gebrochen und dann schmiss ihn diese Kreatur wie Abfall über die Schulter ins Wasser. Und ich? Tja... ich lag da nutzlos in meinen eigenen Eingeweiden, sah meinen Mann sterben und starb... So war dass damals auf der Mouette. Wusstest Du weshalb wir hier waren? Wir wollten Karten zeichnen, dass war alles", sagte Davet und ließ Boldis Hand los. "Vano wird die Sache klären", sagte Davet und strich über Boldis Wange.

Boldiszàr
»Er hatte es erzählt. Und ich wollte ihm helfen, dich zu rächen. Kein Souvagner sollte so behandelt werden, eigentlich überhaupt niemand, von ganz wenigen abgesehen, wie jener, der euch das antat. So, wie Vano von dir sprach, hielt ich dich immer für einen hochanständigen Kerl. Er scheint die Realität gut wiedergegeben zu haben. Kann ich deinen Handstumpf mal angucken?«

Davet la Caille
"Das freut mich, dass Du es so sieht und mich freut, dass er so von mir spricht. Ja sicher kannst Du den Handstumpf angucken, aber danach musst Du mir die Halterung wieder um die Schulter legen und über den Arm ziehen, sonst bin ich nur noch einhändig, klingt komisch - ist aber so. Hast Du Tätowierungen? Ich stimme Dir absolut zu, niemand sollte so behandelt werden. Wenn es tatsächlich einen Grund dafür gibt und er verurteilt wurde, meinetwegen. Aber grundlos? Wir sind keine Heiligen, wir erleichtern ebenso Leute um ihren Besitz, aber wir quälen sie nicht zu Tode. Wir machen es schnell und schmerzlos, wir spielen nicht mit der Beute. Falls Du möchtest, biete ich Dir an, mich auf meinem Schiff zu besuchen", sagte Davet freundlich.

Boldiszàr
»Die Einladung nehm ich gern an.« Boldiszàr fuhrwerkte an dem Haken herum, bis er ihn ab hatte und schaute sich den Stumpf an. Er befühlte ihn auch vorsichtig. »Der Unterarm ist ganz dünn und weich auf der Seite. Hast du noch Schmerzen? Wie lange hat das gebraucht, um zu heilen?«

Davet la Caille
Davet musterte seinen Handstumpf und bewegte ihn so dass man die Muskel darunter arbeiten sah. Es sah seltsam aus, so ohne Hand und die gewaltigen Narben darüber. "Heute habe ich in dem Stumpf noch Schmerzen, da er eigentlich keiner ist. Manchmal denke ich, ich kann meine Hand noch fühlen, aber sie ist nicht mehr da. Vermutlich ist das so, weil ich sie vermisse. Wobei auch der Haken Vorteile hat. Nur wäre mir ein Haken in der Hand lieber, als ein Haken anstatt meiner Hand. Das hat sehr lange gebraucht um zu verheilen, wegen den ganzen Sehnen, fast ein Jahr", erklärte Davet und befühlte selbst kurz das vordere Ende seines Stumpfes, als wollte er sich davon überzeugen dass seine Hand fehlte.

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Boldiszàr
»Jetzt ist es zu und du hast es überlebt«, antwortete Boldiszàr, der sehr gut wusste, wie es war, an einer schlimmen Wunde fast zu sterben. Das, was Davet durchgemacht hatte, musste ein Vielfaches dessen sein, was er selbst hatte durchleiden müssen. »Und es sieht ziemlich verwegen aus.« Er grinste schief und sabberte etwas. Er zog Davet wieder an und half ihm, den Haken wieder fest an Ort und Stelle zu schnallen. »So. Wann zeigst du mir dein Schiff?«

Davet la Caille
"Sobald Ihr Euch vom Erstschlag auf Eure Schiffe zurückzieht und Du Deine Entschuldigung erhalten hast. Ich habe Dir das im Vertrauen erzählt Boldiszar", sagte Davet und wischte ihm den Mund sauber. "Das ich Dir vertraue, hast Du Dir im Gespräch verdient und... zugegebenermaßen hast Du Vorschusslorbeeren erhalten, da Du der Ehemann von Vano bist. Wenn er Dir vertraut, dann ich ebenso. Er vertraut fast niemandem, außer seinen Freunden und seinem Partner. Seinem Mann absolut, ich muss es wissen, ich war es einst. Dass wollte ich nur zwischen uns klargestellt haben, ich bin keine leichtgläubige Person, aber auch kein krankhafter Zweifler. Narbenvergleich führt öfters zusammen", gab Davet zurück und rutschte die Halterung für den Haken richtig angenehm. "Danke für Deine Hilfe, gehen wir zu Silvano zurück. Frag wann sie aufs Schiff abrücken, dann steht dem Besuch nichts im Wege", sagte er freundlich.

Boldiszàr
»Ich hab dir nicht vertraut, aber jetzt finde ich, dass es einen Versuch wert ist, das zu versuchen. Vano und ich sind auch wegen Narbenvergleich in der Kiste gelandet, so fing die Fummelei an. Drum anfangs meine Frage.« Boldiszàr marschierte voran. Dabei stellte er fest, dass Tekuro direkt neben dem Eingang zur Nebenhöhle stand und vermutlich alles mit angehört hatte. Er tat so, als würde er in Ruhe eine Rauchstange rauchen, aber sein Blick verriet Lust auf Ärger. Er folgte Boldiszàr und Davet in einiger Entfernung. Boldiszàr jedoch hatte nur Augen für Silvano. "Wann rücken wir auf`s Schiff ab?", fragte er streng.

Kazrar
Kazrar und Bellamy beobachten Tekuro wie zufällig und beide schienen der gleichen Meinung zu sein. Kaz war zwar kein Büttel oder Gardist, im Gegenteil er war vermutlich gefährlicher als jeder der anwesenden Piraten. Jedenfalls hoffte er dass oder dass er zumindest so aussah um eine abschreckende Wirkung zur Not zu haben. Wenn nicht hatte er abschreckende Hand- und Fußkanten. Aber diese Leute waren genauso Halsabschneider und bewaffnet bis an die Zähne. Ihr Kapitän hatte einen Haken und jeder Kämpfer wusste, was das für eine grausame Waffe war. Mehrere der Anwesenden Seeleute trug hier ebenfalls so ein Gerät, einschließlich Vano selbst. Kaz krümmte einen Zeigefinger wie einen Haken, bevor er seinen Kopf auf der Hand abstützte um seinen Sohn vor der Waffe zu warnen. Gleichgültig mit was der Kapitän herumfuchteln würde, das oberste Augenmerk war, den Haken von ihm zu sichern, sonst mussten einen die anderen Waffen auch nicht mehr kratzen.

Bellamy Bourgeois
Belly hielt es ebenso, Boldi war sein kleiner Bruder und gleich was er von Davet gehört hatte, der Mann war ein Pirat, der Kapitän eines Schiffes mit einer Mannschaft die einige sehr leckere Exemplare in den Reihen hatte, wie er feststellen musste, besonders einen jungen Mann. Er rief sich zur inneren Ruhe. Das waren besonders gefährliche Rakshaner, die trotz aller Gefahr miteinander sprachen und lächelten als wären sie auf einer Ausflugsfahrt. Wie er jetzt an sowas denken konnte, vermutlich war er ganz weich wegen der Hochzeit und seinen aufgewühlten Nerven. Er warf noch einen Blick auf den jungen Mann, ehe er wieder Teku im Auge behielt. Sein Bruder kehrte an der Seite von Davet zurück. Beide standen einträchtig nebeneinander. Boldi stutzte seinen Mann zu Recht und klang ziemlich angepisst, aber da musste Vano nun durch, fand Belly und schaute erneut kurz den Mann in Davets Mannschaft an.

Silvano de Mancini
Neben Kaz und Bellamy blickten Silvano und Jaques besorgt drein. Vano da er nicht wusste, wie er sich verhalten sollte und wie sich Boldi und Davet geben würden und Jaques, da er sich um Vano sorgte. Wie sich Boldi gab, bekam er unmittelbar nach dessen Rückkehr zu spüren, er war stinksauer und kalt wie ein Eisklotz. "Wir haben einen Landekopf gesichert und werden die Nacht auf den Schiffen verbringen. Wir können sofort abrücken", bot Vano an.

Boldiszàr
»Gut«, antwortete Boldiszàr. »Ich schau mir die Aquila an. Kann eine Weile dauern.«

Silvano de Mancini
"Auf ein Wort zwischen uns beide bitte Boldi?", bat Vano.

Boldiszàr
Boldiszàr blickte seinem großen Bruder kurz hinterher, dann richtete er seinen Blick wieder auf Silvano. »Ich will nicht reden«, knurrte er. »Ich will eine Entschuldigung.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy wartete etwas weiter im Gang hoch und schaute seinem Gastgeber entgegen. Als er Sherkal um die Ecke biegen sah, musterte er ihn von oben bis unten, taxierte ihn förmlich und schien sich jeden Milimeter von dessem Körper einprägen zu wollen. Was hatte Remy geredet? Exotische Schönheiten... hier war sie. "Hallo", gurrte Belly gut gelaunt.

Silvano de Mancini
Silvano nickte knapp als Zeichen, dass er verstanden hatte. "Mein Verhalten vorhin tut mir leid, ich entschuldige mich in aller Form bei Dir. Es kommt nie wieder vor", entschuldige sich Vano bei seinem Mann öffentlich. "Sobald Du reden magst, Du weißt wo ich wohne... da wo Du wohnst".

Davet la Caille
"Ich schließe mich der Entschuldigung an, es tut mir leid. Hinter unserer Begrüßung steckte keine böse Absicht. Weder wollten wir Dich bloßstellen, noch wollten wir Dir wehtun. Verzeihung", sagte Davet aufrichtig.

Boldiszàr
»Dich trifft keine Schuld, Davet, du wusstest nichts von mir. Du brauchst Vano nicht in Schutz zu nehmen, der muss sich selber stellen. Worte ... immer nur Worte«, murrte Boldiszàr. »Haben wir unsere Ehe allein mit Worten besiegelt? Labern kann jeder. Beweise mir, dass du die Entschuldigung ernst meinst.«

Silvano de Mancini
Vano legte den Kopf schief und schaute Boldi ernst an. Dann stand er auf, umarmte ihn liebevoll und küsste ihn leidenschaftlich. "Ich wiederhole, es tut mir aufrichtig leid", sagte er laut und besiegelte es erneut mit einem liebevollen Kuss. Danach ging er vor Boldi auf die Knie, riss ihm die Hose über den Hintern und lutschte ihm einen, dass Boldi hören und sehen verging, während Davet versuchte nicht hinzusehen um nicht heiß zu werden.

Boldiszàr
Boldiszàr grinste Davet breit an, packte Silvanos Haare und ließ sich vor den vier versammelten Mannschaften und vor dem Altar einen blasen. Er brauchte nicht lange, er war ziemlich angeheizt von der Wut, die Silvano auf die Farisin versprühte. Kurz darauf bekam der Kapitän eine volle Ladung von Boldiszàrs Liebe in den Rachen geballert. »Na also«, murmelte er triumphierend, zerrte Silvanos Kopf zurück und schaute ihm von oben grinsend ins Gesicht.

Silvano de Mancini
Vano schluckte Boldis Saft und wischte sich mit Daumen und Zeigefinger die Mundwinkel sauber. Er rutschte etwas ungemütlich hin und her, da es in seiner Hose ziemlich eng geworden war, bei der Aktion. Boldi hielt ihn in den Haaren gepackt und grinste ihm ins Gesicht. Vano schmunzelte zurück. "Wieder gut mit mir?", fragte er leise.

Boldiszàr
»Wieder gut«, schnurrte er, zog sich wieder an und dann Silvano wieder hoch. »Jetzt können wir reden. Mit Davet hab ich mich inzwischen angefreundet und mir seine Narben anschauen dürfen. Wir sind keine Rivalen mehr. Er ist ein guter Mann und ich bin froh, dass wir uns hier getroffen haben.«

Silvano de Mancini •
Vano war froh, dass ihm Boldi nicht mehr böse war. Er hakte sich bei ihm ein und zog ihn ein Stück beiseite. "Boldi, ich weiß ich selbst sage immer keine Erklärungen und Du hast die Entschuldigung angenommen, aber ich möchte es Dir trotzdem erklären. Ich habe Null nachgedacht und mich hat die Freude umgehauen, mitgerissen und da war es passiert. Das ist keine Entschuldigung ich weiß, aber ich wollte Dir das sagen. Ich liebe Dich Knubbel, gleich was passiert daran darfst Du nicht zweifeln. Bei Davet war es etwas anderes, aber ich schwöre Dir bei allem was mir heilig ist, bei der Choucas, bei Foufou, ich betrüge Dich nie und ich werde Dich niemals hintergehen. Ich habe Dich geheiratet, weil ich Dich von ganzem Herzen liebe und nicht um Dich zu bescheißen Schatz. Und ich weiß, keine Laberei... ich labere gerade ja auch ziemlich viel, aber in dem Moment habe ich nicht geschnallt was Du von mir möchtest. Ich hatte Schiss, in Ordnung? Schiss dass Du richtig sauer bist und... gehst...", gestand Vano. Er fand für einen Moment die Höhlendecke schlagartig hochinteressant um Boldi nicht ansehen zu müssen. Als er sich beruhigt hatte schaute er seinem Mann wieder ins Gesicht. "Freut mich dass Ihr beiden Euch verstehst und beschnuppert habt. Narbenvergleich? Gut. Was macht Ihr jetzt?", fragte Vano und strich Boldi die Haare aus dem Gesicht.

Boldiszàr
»Was wir jetzt machen, Davet und ich? Vielleicht zusammen durchbrennen und dich sitzen lassen.« Boldiszàr guckte noch ein paar Sekunden Ernst, damit Silvano Zeit hatte, geschockt zu sein. Zumindest hoffte er, dass der das war, denn ein wenig sauer war er immer noch. »Nur Spaß. Erstmal schau ich mir sein Schiff an. Bisschen angepisst bin ich noch, aber Davet konnte nix dafür. Er wusste nicht, dass du inzwischen verheiratet bist und dein Ehemann keine zehn Meter entfernt von euch stand und alles mit ansehen durfte. Geschenkt. Vielleicht knutsch ich auch mal aus Versehen jemanden, dann sind wir wieder quit.«

Silvano de Mancini
Vano musterte Boldiszar ernst. "Mach das nicht", bat Vano leise, "sag was Du möchtest um quitt zu sein, aber mach das nicht. Mach nicht mit wem rum, hörst Du? Von mir aus küss Davet, dass ginge für mich in Ordnung. Und wenn Du mit ihm durchbrennen möchtest... bitte. Ich weiß Dich ja in guten Händen, er ist ein guter Partner, hast es dann nicht schlecht getroffen. Im Gegenteil, vielleicht sogar besser als mit mir. Vermutlich sogar wesentlich besser. Schau Dir sein Schiff an, wo meines liegt, weißt Du. Da liegt sie noch eine Weile. Massenvernichtung dauert immer etwas, ist was Logistisches weißt Du? Aber nichts, was wir nicht hinbekommen. Wir rücken ab um die Nacht auf den Schiffen zu verbringen. Zwar sind sie damals auch auf die Mouette gekommen, aber nun wissen wir bescheid und auf einem Schiff ist es sicherer als hier. Wir werden uns einmal über die Insel arbeiten und ich werde sie für uns und unser Land einnehmen. Pass auf Dich auf", sagte Vano, küsste Boldi liebevoll und ging zurück zu seiner Mannschaft.

Boldiszàr
»Das könnte dir so passen«, schnauzte Boldiszàr und riss Silvano an der Schulter zurück. »Ich brenn dir nicht durch, verstanden? Ich hab das gesagt, weil ich pissig bin! Weder mit Davet noch mit sonst wem! Ich will auch niemanden knutschen! Ich will einfach, dass wir uns gegenseitig vertrauen können und nicht plötzlich aus Versehen irgendwelche Scheiße angeblich von alleine passiert, die wir aber letztlich selber so verzapft haben, ja? Ich liebe dich, Vano, verdammt.« Er riss ihn fest an sich heran. »Ich hab mein ganzes altes Leben für dich hingeschmissen und zieh mit dir in einen Krieg, der mich eigentlich nichts angeht. Ich hab mit dir sogar deinen Ex-Mann gesucht, weil ich fand, er hörte sich nett an und ich nicht wollte, dass er allein irgendwo dümpelt und vielleicht gefangen ist. Das alles hab ich nicht aus Spaß getan, sondern weil ich mit dir alt werden will. Mit dir, Vano! Und nicht nur alt, sondern auch glücklich. Und in einer glücklichen Ehe haben Lügen und Spielereien nichts verloren.«

Silvano de Mancini
Vano umarmte Boldi felsenfest und drückte ihn dabei an sich. "Mir hat nie jemand liebevoller in den Arsch getreten und den Kopf gewaschen als Du Boldi. Ich habe nie mit Dir gespielt und ich verarsche Dich nicht. Das einzige mal wo ich mit Dir gespielt habe, dass war am Strand, wo wir Burgen gebaut haben hörst Du? Sonst nie, ich schwöre es Dir. Ich weiß was Du für mich getan hast, ein besseren Ehemann als Dich kann ich mir nicht wünschen. Ich wollte Dir nicht blöde kommen, falls das so rüberkam. Schau... hör zu... ich möchte auch mit Dir alt werden. Uralt... steinalt... so alt dass es dafür keine Bezeichnung mehr gibt. Damit das klappt habe ich sogar vorgesorgt, damit wir im Alter versorgt sind. Unser Hausboot, das fährt ja nicht auf der großen See, aber unsere Dschunke, die schon. Ich habe fast mein ganzes Geld in unser Zuhause gesteckt Boldi. Aber im Grunde nicht nur in die Dschunke, sondern in Dich. Denn falls widererwartend was passiert, dann hast Du ein Zuhause und ein Einkommen und Du kannst immer fliehen - falls Du dass einmal musst. Ich weiß ich soll nicht so denken, aber es beruhigt mich zu wissen, dass gleich wo ich bin, Du in Sicherheit bist. Gegenfrage, meinst Du das würde ich tun, wenn ich Dich nicht liebe? Ich würde auch das gleiche für Dich tun und ich werde es tun. Wir stehen immer Seite an Seite, Schulter an Schulter. Und Deine Feinde sind meine Feinde Schatz. Wir werden Antoine jagen und aufknüpfen und falls Du mit dem Leben auf See nicht zu Recht kommst, kannst Du mir das offen gestehen, dann werde ich für Dich ebenfalls alles aufgeben. Letztendlich sogar die Choucas, die See, die Seefahrt und alles was dazugehört nur eines gebe ich nicht auf - Dich", antwortete Vano und presste sich an seinen Mann.

Boldiszàr
»Wenn wir beide zusammen uralt werden wollen ... warum machen wir es dann nicht einfach?«, fragte Boldiszàr und küsste Silvano zärtlich. »Ob ich mit dem Seeleben auf Dauer zurechtkommen werde, kann ich dir noch nicht sagen. Ich versuche es und bis jetzt gefällt es mir. Antoine kann warten, erstmal sind die Krokos dran. Denk nicht an den Penner.« Boldiszàr legte den Arm um Silvano und führte ihn zurück zu seiner Mannschaft.

Silvano de Mancini
"Machen wir, hast Recht Boldi, wie immer", antwortete Vano und genoss den Kuss seines Mannes. "Nun wenn es Dir bis jetzt gefällt, wird es hoffentlich so bleiben. Vielleicht lernst Du es sogar lieben, wenn ich Dir alles beibringe was ich weiß. Das hoffe ich jedenfalls, denn ich freue mich drauf, Dich unter mir zu haben. Ehm... so oder so", lachte Vano und küsste ebenfalls seinen Mann. "Erst die Krokos, dann Antoine. Hör zu Boldi, wenn Du mit Davet aufs Schiff gehst, sag ihm er soll zu unseren Fahren und hinter der Choucas ankern. Das ist wichtig, im Verband sind wir alle sicherer. Je mehr Leute, je mehr Schiffe je sicherer", bat Vano seinen Schatz und legte ihm einen Arm um die Hüfte, während Boldi ihm einen Arm um die Schulter gelegt hatte. Jaques musterte beide erleichtert, ebenso Davet. "Ich vertraue Dir meinen Mann für die Zeit des Besuches an. Wir rücken ab auf die Choucas. Boldi Du weißt Bescheid", sagte Vano und küsste ihn fest und leidenschaftlich, ehe er ihn freigab. Er strich seinem Mann liebevoll übers Kreuz, dann brach Vano mit einem Großteil seiner Mannschaft auf und rückte ab zurück zur Choucas.

Davet la Caille
Davet schaute Vano nach und beide verabschiedeten sich mit einem kurzen Handzeichen. La Caille wandte sich an Boldi. „Folge mir auf mein Schiff, ich möchte mit Dir alleine reden“, bat Davet und führte Boldiszar auf sein Schiff. Sie verließen gemeinsam den Festsaal, traten hinaus auf die Insel und konnten bis zum Strand in Ruhe hinabwandern, ohne von Einheimischen gestört zu werden.

Was immer Boldiszar erwartet hatte, zuerst sprach la Caille überhaupt nicht privat, sondern führte Boldiszar über das gesamte Schiff und erklärte ihm die Aquila so genau, dass Boldi danach tatsächlich jeden einzelnen Nagel im Schiff zu kennen schien.

Dies ließ zwei Schlüsse zu, entweder wollte ihm Davet das Schiff verkaufen, oder er wollte es ihm heimisch vertraut machen als Nest. Selbst das Steuerrad, die Kompasseinheit, sogar die Kombüse und die Vorratsräume wurden Boldi gezeigt.

Die bunt zusammengewürfelte Mannschaft behandelte ihm mit größten Respekt, machte ihm genauso Platz wie ihrem Kapitän und meist lächelten sie sogar freundlich. Und das nicht nur, weil ein Großteil von ihnen Rakshaner war.

Was immer ihnen über Boldi zugetragen worden war, es musste nur Gutes gewesen sein. Als sie ihren Rundgang beendet hatten, führte Davet Boldi nicht umgehend in seine Kajüte, sondern blieb vor einer anderen Offizierskajüte stehen.

„Bevor wir miteinander sprechen, sollst Du Dir das anschauen um meine Gedanken zu verstehen. Danach zeige ich Dir etwas bei mir in der Kajüte und dann sprechen wir in aller Ruhe und Freundschaft miteinander Boldiszar“, sagte Davet freundlich.

Davet ließ Boldi den Vortritt in die Offizierskajüte. Der ehemalige Gardist betrat eine Kajüte die kein Staubkörnchen aufwies. Auf den ersten Blick erkannte er, wem diese Kajüte mit dem liebevollen Chaos gehörte – Vano.

Alles war so eingerichtet, dass Boldis Mann sofort hätte einziehen können, um sich darin wohlzuführen. Ein Schreibtisch war ebenso zu finden, wie ein Kartentisch. Zwei Bücherregale, die vollgestopft waren und Bücher die überall herumlagen.
Zudem Deko in sämtlichen Formen, aus aller Herren Länder. Nur dass Vano hier nicht lebte und diese Kajüte noch niemals betreten hatte.

Dafür hing ein großes Bild an der Wand, ein Gemälde das Vano in seinen jungen Jahren darstellte. Ungefähr 25 Jahre alt war der Silvano auf dem Bild, war teuer gekleidet, so wie er es liebte. Allerdings war er zu Boldiszars Erstaunen ungeschminkt.

Er hatte weder die grauenvolle Narbe die sein Gesicht zerschnitt, noch fehlte ihm ein Auge. Auf dem Bild stand neben seinem Herrn Foufou der schwarze Pudel. Selbst dem Hund sah man an, dass er auf dem Bild ein ganzes Jahrzehnt jünger war als heute.

Link - Silvano Gemälde:
https://78.media.tumblr.com/24baada88db ... 1_1280.jpg

Die Kajüte war eine Zeitkapsel und kein tatsächlicher Wohnraum. Und sie war mit extremer Liebe zum Detail eingerichtet worden, da dem Mann, der sie eingerichtet hatte nichts von seinem Partner geblieben war außer die Erinnerung.

La Caille führte Boldiszar aus der Offizierskajüte und ging mit ihm gemeinsam in sein eigenes Gemach.

Die Kapitänskajüte von Davet war völlig anders als die von Silvano. Sie war hell, luxuriös und aufgeräumt. Davet gab Boldiszar ausreichend Zeit sich umzuschauen. Alles schien es hier im dekadenten Überfluss zu geben. Sogar einen Flügel, an Bord eines Schiffes.

Das einzig schlichte, ja geradezu spartanische in diesem ganzen Raum war erstaunlicherweise das Bett. Eine Ein-Mann-Koje in der kein Millimeter Platz für eine zweite Person war.

Link Davets-Bett:
https://i.pinimg.com/564x/93/16/a1/9316 ... c57092.jpg

Davet stellte eine große Flasche Rum auf den Tisch und einen Moment später zwei Gläser dazu. Er deutete Boldi an sich zu setzen und nahm ebenfalls Platz.

„Das Essen wird gleich serviert. Die Kajüte… Vanos Kajüte…
So sehe ich ihn. Und so sah er mich und Dich sieht er ebenso.

Wenn Du Silvano über Dich sprechen hören könntest, ihn mit fremden Ohren hören würdest, wäre das noch bewegender, als es mit eigenen Ohren zu vernehmen. Wie jemand über Dich bei anderen spricht, ohne zu wissen, dass Du es jemals erfährst, sagt alles über die Person aus.

Er liebt Dich mit der rauen stillen Art des Ozeans – unendlich und tief.
Unsere Liebe war ebenso Boldiszar.
Wonach ich fragen möchte, kürze ich ab, da wir gleich in Ruhe diskutieren können.

Wärst Du bereit Dein Glück mit mir zu teilen?
Du würdest nichts verlieren, Du würdest es verdoppeln.
Deinen Mann verlierst Du nicht, Du bekommst einen Bruder dazu“, sagte Davet.

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Davet la Caille
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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#8

Beitrag von Davet la Caille » Mo 5. Nov 2018, 01:31

Gespräch zwischen Davet und Boldi
Fortsetzung

Boldiszàr
Boldiszàr rieb sich gestresst das Gesicht. Er verharrte, die Hand über seiner Narbe, das Gesicht hineingestützt. »Das geht alles sehr schnell. Ich kann die Frage schon irgendwo nachvollziehen, aber sie geht auch an die Nieren. Wie stellst du dir das Leben zu dritt denn vor?«

Davet la Caille
Davet wollte gerade antworten, als ein Arashi die Kapitänskajüte betrat und vor ihnen ein Festmahl in Form von Fisch und Hummer ausbreitete. Dazu gab es Reis, kaum anders zu erwarten bei einem Arashi und unbekanntes, gedämpftes Gemüse. Zudem wurde das Mahl mit einer Anzahl von kleineren weiteren Gerichten ergänzt, die allesamt verführerisch und köstlich dufteten. Der Smut verneigte sich und ließ die beiden Männer wieder allein. Als die Tür sich schloss, wandte sich Davet erneut an Boldiszar. "Erst einmal guten Appetit, greif zu. Es ist genug da. Zu Deiner Frage Boldi, das Zusammenleben habe ich mir so vorgestellt, dass sich keiner wie das Dritte Rad am Wagen fühlt. Normalerweise hätte Vano zwei Ehemänner, die sich entweder ertragen oder vertragen. Das finde ich einen ungerechten Zustand für uns alle. Für mich sollte es vom Gefühl her so sein, fragt man Vano - hat er zwei Partner, Dich und mich. Fragt man Dich - hast Du zwei Partner, Vano und mich. Und fragt man mich - habe ich zwei Partner, Vano und Dich. Ich würde mir wünschen, dass wir eine Dreierbeziehung haben, die genau das ist - eine Beziehung zu dritt. Schau, ich möchte mit Dir genauso abends auf Deck sitzen können, mit Dir labern und lachen und mir eine schöne Zeit machen wie mit Vano. Bestenfalls sogar mit Euch beiden, wenn Ihr beide anwesend seid. Das meinte ich damit, Du bekommst jemanden dazu. Sollte das nicht funktionieren, sind wir vielleicht Freunde mit oder ohne Bonus hängt dann von Dir ab. Schau Boldi, dass würde ich nicht jedem anbieten, denn ich bin kein Hurenbock oder Herumtreiber. Ich bin ehr der sesshafte Typ was Beziehungen angeht. Nicht mal das, wohl ehr urkonservativ jedenfalls was den Zusammenhalt angeht. Ich habe nichts gegen die Vielehe, wenn es in der Ehe bleibt und keiner von uns dann außerhalb jagen geht. Ich tue es auf keinen Fall, da mich sowas anwidert. Warum ich Dir das anbiete ist leicht erklärt - Vano. Ich liebe den Mann. Warum liebt der Mann den ich liebe Dich? Das muss einen sehr guten Grund haben und Du siehst zudem gut aus. Darum meine Frage und das Angebot. Du musst auch nicht sofort antworten, Du kannst auch einen Gegenvorschlag machen, oder wir testen es erst einmal in aller Freundschaft ganz ohne Beziehung, wie wir privat harmonieren. Das Angebot meinerseits steht und war selbstverständlich absolut ehrlich gemeint", erläuterte Davet freundlich.

Boldiszàr
Vielleicht war es ein Fehler, dass Davet hatte Essen auftischen lassen - denn noch bevor er die Einladung dazu überhaupt ausgesprochen hatte, fiel Boldiszàr darüber her, als hätte er seit einer Woche nichts mehr gegessen und würde nicht wissen, wann er an die nächste Mahlzeit herankam. »Isch hör su«, schmatzte er mit vollem Mund, ohne aufzusehen, so dass Davet zu Ende sprechen konnte. Danach musste er eine Weile warten und Boldiszàr beim Fressen zusehen. Der hatte einen ziemlichen Schweißausbruch und Herzrasen. Er beruhigte sich erst, als sein Bauch deutlich verdickt war und sehr weh tat. Er angelte nach der Rumflasche und spülte nach. Dann musste er erstmal nach dem Faden suchen. Er betrachtete Davet nachdenklich. »Ich bin auch treu, Davet, denn das habe ich Vano geschworen und es ist der Weg, wie ich leben will. Ich mag dich gut leiden«, brummte er. »Aber das Gefühl, das notwendige Übel zu sein, damit du an Vano herankommst, bleibt halt trotzdem.«

Davet la Caille
Davet musterte erstaunt wieviel Boldiszar in der kurzen Zeit herunterschlang, aber er sagte nichts. Er kannte die Herkunft von Boldi, der Mann hatte sie ihm selbst offenbar. Und wo Nahrung Mangelware war, war sie nur an einem Ort wirklich sicher - im Magen. Also geduldete sich Davet und aß während dessen beim Sprechen sein eigenes Mahl. Er aß wesentlich langsamer und trank zwischendurch etwas, denn pur bekam er soviel Essen nicht runter. Generell würde er nicht mal ein Drittel von dem herunter bekommen was Boldi verschlungen hat. "Alles was Du hier siehst Boldi, kannst Du essen wann immer Du möchtest. Ich verstehe warum Du so zulangst und dass Du das nicht unter Kontrolle hast. Das ist in Dein Verhalten eingebrannt, wie bei Foufou. Im Magen ist es sicher. Jetzt der Knackpunkt, Dein Magen ist vor so einer Menge aber nicht sicher. Ruf Dich bewusst zur Mäßigung oder mach etwas langsamer. Du möchtest keinen Magenriss kassieren. Der Ausdruck sich zu Tode zu fressen ist kein Spaß. Ich meine es gut mit Dir. Zu Deinem Einwand, ich kann Dich verstehen. Du kennst mich fünf Minuten, ich bin der Ex von Deinem Mann und vermutlich hast Du öfter von mir gehört, als Dir geschmeckt haben dürfte. Ich sehe Dich nicht als Notnagel. Und ich sehe Dich nicht als Umweg oder Übel um an Vano heranzukommen. Wärst Du ein Übel, würde ich Dich bekämpfen und nicht umwerben Boldi. Den scheinbaren Umweg kannst Du ganz leicht kappen, indem Du ablehnst. Einfach indem Du nein sagst. Ich versuche es auf den Punkt zu bringen - ich wäre gerne Teil Eurer Familie. Wenn nicht als Partner, dann vielleicht als Freund. Beweisen könnte ich es Dir, indem wir beide uns allein beschnuppern", schlug Davet vor und aß seinen Gemüsereis.

Boldiszàr
Boldi seufzte tief. »Ich glaub, ich hab eine Fresssucht, wenn es so was gibt. Vermutlich hast du recht, mir spannt die Wampe ohne Ende und ich fühle mich ziemlich scheiße. Am besten ist es, wenn man mir das Essen rationiert, denn so bin ich es gewohnt. Sonst hab ich das nicht im Griff. Andererseits macht es mich auch biestig, wenn ich hungrig bin und an nix zu Essen rankomme. Irgendwie ist es doch immer scheiße.«
Er trank einen weiteren Schluck Rum, damit der Schmerz in seinem Bauch erträglicher wurde. Er konnte nicht aufhören, Davet schmerzlich zu betrachten. Er mochte den Mann, er mochte ihn wirklich. Er hatte sich ihm seelisch sehr nahe gefühlt, als er seine Narben hatte betrachten und anfassen dürfen. Er verstand, warum Silvano ihn so liebte. Davet war ein Kerl, der nichts anderes als Liebe verdient hatte. Aber die Vorstellung, wie Silvano sich ihm hingab oder ihm die Zärtlichkeit zuteilwerden ließ, die bislang Boldiszàr allein gebührt hatte tat sehr weh.
»Ich war mein Leben lang ohne Partner«, sprach Boldiszàr. »Auch nicht für den Beischlaf. Ich hatte schlichtweg keinen Sex, von einem einzigen völlig misslungenen Mal abgesehen, das ich bereue. Als Vano und ich zusammenkamen, war es, wie nach Hause zu kommen. Plötzlich war da jemand, mit dem ich auf diese Weise mein Leben teilen wollte. Ich hab für ihn alles hingeschmissen und bin so glücklich mit ihm. Aber wir sind erst seit wenigen Wochen zusammen. Und nun kommst du daher, den er jahrelang liebte und noch längere Jahre vermisste. Wie soll ich dagegen ankommen? Du liebst ihn und er liebt dich. Zwei gegen einen. Ihr habt euch geküsst wie Verdurstende und man hat euch angesehen, wie gern ihr mehr wolltet. Nehmt es euch. Ihr habt meine Erlaubnis.«
Er fummelte sich mit seinen Wurstfingern eine Rauchstange zusammen und er versuchte, dabei nicht auf den Ehering zu blicken, der an seinem Ringfinger glitzerte.

Davet la Caille
"Warte mal", sagte Davet freundlich, stand auf und klopfte ihm liebevoll auf die Schulter als er hinausging. Einen Augenblick später kam er mit einem Glas Wasser wieder, dass mit etwas angereichert war. "Bullrichsalz, schmeckt Scheiße, hilft göttlich. Trink es am besten mit einem Zug aus und Dein Magen fühlt sich besser an. Zum Thema unleidlich werden, wenn man es Dir rationiert, werde ich auch, wenn man mir den Tabak streicht oder den Kaffee. Das nennt man Sucht und es gibt Fresssucht. Das ist keine Wertung Boldi, Du hast es Dir angeeignet, weil Du es musstest. Trink und es geht Dir gleich besser", erklärte Davet und nahm Boldi die Rauchstange ab. Er stopfte ihm und sich eine Pfeife und dachte einige Minuten rauchend über Boldi nach. Dann musterte Davet ihn freundlich und schüttelte den Kopf, so dass seine Mähne wippte. "Dann haben wir fast die gleiche Vita. Ich bin zwar nicht absolut erfahrungslos in die Beziehung mit Vano gegangen, aber fast. Nachdem ich dachte er wäre... fort, hatte ich keinen Mann mehr. Ich hatte seine Erinnerung und eine gesunde Hand", grinste Davet verlegen und rauchte weiter. "Ich werde mir gar nichts nehmen, denn ich habe gesehen wie er Dich ansieht und was Du ihm bedeutest. Ich habe Deinen Ring gesehen und ich weiß was er circa gekostet haben wird. Das teuerste Material überhaupt - Platin. Meinst Du, dass kauft man einem Mann, der austauschbar wäre? Nein Boldi, entweder mit Dir oder gar nicht. Sonst lassen wir es. Du hast gesagt Ihr kanntet Euch schon als Kinder, wen dem so ist, hast Du die älteren Rechte nicht ich. Natürlich haben wir uns so begrüßt, 14 Jahre sind eine lange Zeit. Stell Dir vor man trennt Euch gewaltsam und Du siehst ihn nach 14 Jahren wieder. Hast auf ihn gewartet und er begrüßt Dich. Wie hättest Du denn reagiert im ersten Moment? Ganz genauso, gib es doch zu. Die Fragen stellt man nach dem Hallo, dann erst kommt wie gehts Dir. Zudem wie ich Dir zu Anfang an sagte gibt es kein zwei gegen einen. Drei gegen den Rest der Welt, sonst bleibt ihr zu zweit. Nicht dass ich darauf scharf wäre, aber ich weiß ihn in guten Händen. In sehr guten, in Deinen Boldi", antwortete Davet.

Boldiszàr
»Kannst du nicht einfach ein Arschloch sein, damit ich dich zum Abrund jagen kann?«, murrte Boldiszàr und nuckelte an der Pfeife. Er rauchte ein wenig, ehe er das Bullrichsalz trank. Lecker war was anderes. Schnell schob er sich wieder die Pfeife zwischen die Lippen. »Was macht das Zeug? Hoffentlich keine Scheißerei. Ich habe mich entschieden. Wir probieren es zu dritt. Aber wenn ich dabei bin, wenn ihr euch das erste Mal wieder auf die Weise in den Armen haltet, nerve ich nur. Und ehrlich gesagt will ich es auch gar nicht sehen.«

Davet la Caille
Davet schaute Boldi ins Gesicht, schaute ihm absolut tief in die himmelblauen Augen, ehe er antwortete. "Danke Boldi, ich weiß nicht was ich sagen soll. Und das ausgerechnet ich. Und gleich zur Klarstellung - doch, Du wirst dabei sein. Kein außen vor, nicht eine Sekunde. Ihr nehmt mich auf, ich begrüße Euch beide, nicht ihn", sagte Davet. Über den Kommentar mit dem Bullrichsalz musste er breit grinsen. "Das würde ich Dir doch nicht hier in meiner Kajüte geben! Du kommst auf Ideen. Nein es verhindert, dass Du Magenkrämpfe, Scheißerei oder ähnliches bekommst. Es räumt die Magen auf. Tja das Arschloch in meiner Familie war mein Vater. Er war ein so großes Arschloch, dass hat für zig Generationen gereicht, drum bin ich wohl keins. Lege ich auch keinen Wert drauf. Ich glaube wir beide hätten es einfacher gehabt, wären wir Arschlöcher. Auf der anderen Seite, was spricht dagegen, dass wir es uns richtig schön machen? Erzähl was von Dir. Etwas dass Du magst, damit ich was Gutes, was Schönes von Dir weiß. Du stehst auf Narben, oder hast keine Scheu davor. Dass weiß ich. Ich weiß Du bist treu und loyal. Du isst gerne, Du rauchst zum Glück und Du trinkst auch gerne etwas. Magst Du Kinder, magst Du Tiere?", fragte Davet.

Boldiszàr
»Deinen Vater habe ich kennengelernt. Quennel. Großmaul, sehr selbstgefällig und machte Witze über sein eigenes erbärmliches Ableben. Wir haben einen Nekro an Bord, der hat ihn beschworen. Quennel tat leid, was er getan hat. Vano hat ihm nicht verziehen und ich auch nicht. Es gibt Dinge, die kann man nicht verzeihen und eigensüchtiger Massenmord an Unschuldigen gehört dazu. Von mir gibt es nicht viel zu erzählen, ich bin arschlangweilig. Ich habe keine Freizeitbeschäftigungen und keine Interessen, außer meine Arbeit, meine Freunde und jetzt auch noch meinen Partner. Und einen fetten Hund namens Roderich, den Vano mir geschenkt hat. Kinder und Viecher sind neutral für mich. Weder Freund noch Feind, sie existieren einfach, aber interessieren mich nicht besonders. Gebildet bin ich auch nicht, kenne keine berühmten Persönlichkeiten, keine geschichtlichen Daten und keine Künstler und Komponisten. Ich kann dir echt nix Gutes über mich erzählen, da hast du mehr zu bieten, wenn ich mir deine Kajüte so anschaue. Das sieht alles aus wie guter Geschmack. Ich mach immer einfach alles irgendwie. Versuchen wir es andersrum. Was willst du von mir wissen?«

Davet la Caille
Davet grinste Boldi an. "Gut zusammengeraubt Boldi. Stell Dein Licht nicht unter dem Scheffel. Zuerst, Du bist ehrlich und nicht selbstverliebt. Eine Freizeitbeschäftigung hat nur der, der Freizeit hat. Also ein Bonze, oder ein freier Mann. Zu Deinen Interessen zählen Deine Freunde und Dein Mann... gibt es eine schönere Aussage für beide Parteien? Wohl kaum. Einen fetten Hund namens Roderich? Hieß nicht so der Herzog aus der Hohen Mark? Neutral gegenüber Hunden und Kindern ist doch erstklassig. Mir ist nur wichtig, dass Du keinen von beiden schlägst. Gebildet? Das liegt nicht an Deiner Herkunft, sondern einfach ob Du daran Interesse hast was zu lernen. Wenn Du magst, bring ich Dir einiges bei. Von Hause aus bin ich Rübenbauer - noch Fragen, was meine Bildung angeht?", grinste Davet. "Als ich damals stiften ging um zur See zu fahren, musste ich neben noch Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Das konnte ich alles gar nicht. Aber ohne die Fähigkeiten hätte ich nach den ersten vier Jahren vor dem Mast nie die Offizierslaufbahn antreten können. Du kannst alles lernen Boldi. Du hast die Scheiße mit Deinem Gesicht überlebt, da ist sowas ein Klacks. Manches geht flott, manches dauert länger. Wer hetzt Dich? Und wenn Du meine Kajüte als Beispiel nimmst, Du siehst einen Gegenstand der Dir gefällt, dann stell ihn Dir in Deine Kajüte. Ob der Geschmack gut oder grottig ist, ist gleich. Das muss Dein Zuhause sein. Wenn jemand reinkommt muss er sehen, hier wohnt Boldi. Dann hast Du es richtig gemacht. Was andere davon halten, oder von mir halten, damit habe ich vor Jahrzehnten abgeschlossen. Weißt Du eines hat mich mein Vater trotz allem gelehrt, wenn Du was auf die Meinung anderer gibst - kannst Du es ihnen eh nie Recht machen. Jedenfalls nicht solchen Menschen. Das Du und Vano ihm nicht verziehen hast, freut mich. Es rührt mich, Danke. Welchen Beruf übst Du genau aus? Was ist dort Deine Tätigkeit? Was ist Dein Lieblingsessen? Tanzt Du? Sammelst Du irgendwas und sei es noch so klein? Hörst Du bestimmte Musik gerne? Kannst Du Lesen, Schreiben, Rechnen? Kannst Du zeichnen? Kannst Du musizieren? Also ein Instrument spielen? Wie oft hast Du Sex und welche Form von Sex bevorzugst Du? Wie schläfst Du? Bett oder Hängematte? Magst Du es wenn Du es Dir gemütlich machst, lieber warm oder kalt? Man ich könnte Dich tausend Dinge fragen. Darf ich Dich einmal umarmen?", fragte Davet.

Boldiszàr Heute
»Ich mag lieber Betten, aber Vano hat so eine riesen Hängematte gekauft, extra für uns zwei. Ich hab es nicht über mich gebracht, ihm zu sagen, dass ich lieber ein großes Bett gehabt hätte. Von Beruf bin ich Coutilier der Leibgarde des Duc de Souvagne. Palaisin de la Cantillion ist mein Vorgesetzter und Tekuro und Patrice, die beide mit an Bord der Choucas sind, sind meine Kameraden. Ich wollte die Arbeit aufgeben, da ich fast vierzig bin und meine Knie ganz schön Ärger machen. Stattdessen hatte Vano mir angeboten, bei ihm Offizier zu lernen und vielleicht Kapitän, ich darf ihm nur nicht wegsegeln. Zeichnen kann ich nicht, musizieren noch weniger. Ich sagte doch, dass ich nichts weiter kann, außer zu kämpfen. Lesen und schreiben ja, bisschen rechnen, das brauch ich für die Berichte, den Dienstplan und so weiter. Was Sex angeht, ist das eben alles noch Neuland für mich. Ich mag es gern, zuzusehen, wenn es hart zur Sache geht. Und wenn jemand uns zuschaut. Weil ich so gern zeige, dass ich das, was all die Jahre nur die anderen hatten, jetzt auch habe. Jeder soll sehen, dass Vano meiner ist, damit gar keine Zweifel aufkommen. Und irgendwie gefällt es mir auch einfach, wenn Leute zuschauen. Momentan haben wir jeden morgen Sex, weil Vano das sich so gewünscht hat und da sag ich doch nicht Nein. Er muss sich auf de Arbeit ja konzentrieren können.« Boldiszàr grinste mit seinem gesunden Mundwinkel. »Wie sieht es mit dir aus? Wie gefällt es dir und wie oft brauchst du es? Und, ähm, um auf deine vorherige Frage zurückzukommen - ja, ich mag Narben. An anderen. Meine eigene kann ich nicht ausstehen. Ich schlage niemanden, wenn ich es nicht muss, Davet. Aber wenn ich es muss, dann schlage ich auch Tiere und Kinder.«

Davet la Caille
Davet hörte Boldi aufmerksam zu. Der Beruf seines Gegenüber war knallhart und ehrbar. Dass ihm bereits mit 40 Jahren die Knochen schmerzen, von dem Knochenjob war nur allzuverständlich. Während Boldi erzählte, aß Davet etwas Brot und tunkte es in die Reste des Gemüsesuds. Boldi hatte eine viel zu schlechte Meinung von sich, fand Davet. Der Mann musste lernen sich mit anderen Augen zu sehen, Davet wollte es ihm beibringen. Und Vano schien dies ebenfalls schon längst zu tun. Als Boldiszar davon sprach was er mochte und konnte, war da erstaunlich viel dabei, dem er selbst keinen Wert bei maß. Vor allem Rechnen zu können, war keine Selbstverständlichkeit. Und es würde ihm gute Dienste leisten bei seiner Offiziersausbildung. Als Boldi davon sprach, wie oft er Sex hatte, hielt Davet mitten beim Essen inne. "Du hast mehr Fähigkeiten als Du Dir selbst zugestehst. Allein Deine Rechenkünste werden Dir die Offiziersausbildung erleichtern. Dein Beruf ist wirklich ein Knochenjob, dass kann ich nachfühlen. Unser Job ist ebenfalls hart, aber der größte Teil ist der Witterung geschuldet. Feinde gleich welchen Alters und Geschlechts schlägt man, aber keine Schutzbefohlenen wie Schiffsjungen. Und jetzt zum Punkt Sex. Du hast jeden Tag, jeden Morgen Sex? Das grenzt an Hochleistungssport. Wie oft ich Sex habe, also so oft wie ich Lust habe. Ist einiges weniger geworden in den letzten Jahren, wo ich allein war. In alten Zeiten hatten wir so zwei-, dreimal Sex die Woche. Also Sex an sich Boldi. Damit meine ich nicht die einzelnen Nummern, sondern wie lange man miteinander intim ist. Sprich erst bekam er was er sich wünschte, dann bekam ich es, dass ist für mich einmal Sex. Gleich wie oft es eine Nummer gibt. Aber jeden Morgen, Hut ab. Gut Du bist besser in Schuss und fast 20 Jahre jünger und trainierter, dass muss ich Dir zugestehen. Ich gönne es Euch. Auf Akrobatik stehe ich nicht, ich mag es leidenschaftlich, ein bisschen wilder ohne dusslige Verrenkungen. Und nicht ganz so langsam wie Vano es liebt. Nebenbei, dass mit dem Bett, sag ihm dass. Ich habe selbst auch eins, dass hast Du ja gesehen. Hängematte ist nicht so meins und war bei unserem ersten Versuch das Verhütungsmittel. Hast Du Tätowierungen? Ich mag gute Tätowierungen", grinste Davet und prostete Boldi zu.

Boldiszàr
»Ich hab zwei Tätowierungen. Eine mit einem Anker, wo Vanos und mein Name dran steht. Vano hat die mir geschenkt. Und dann an der Flanke in Höhe des Herzens ein R für Robby, meinen Bruder. Vano wollte mir noch nen Gockel und ein Schwein auf die Füße stechen. Du hast die vermutlich schon ... oder zeig mal, welche du hast. Wenn du so fragst, bist du garantiert selber zugehackt. Ich hab Verrenkungen im Bett noch nie ausprobiert. Aber ich glaub, ich mag es am liebsten ... normal. Ohne irgendwelche Besonderheiten. Einfach liebhaben und spaßhaben. Aber ob das jetzt für dich nur als Nummer oder als Sex durchgeht, weiß ich echt nicht. Und das wird vermutlich auch noch weniger, wenn man sich dran gewöhnt hat und sich eh jeden Tag sieht.«

Davet la Caille
"Eine Nummer ist, wenn Du Vano verwöhnst bis zum Finale. Sex an sich ist, wenn Du es zweimal tut bis zum Finale und er einmal mit Dir. So zähle ich das. Dreimal Spaß ist einmal Sex, Ihr wart dafür zusammen. So wie Du es magst und beschreibst, wird das nicht weniger. Es geht Dir nicht um die Stellungen an sich, sondern um den Spaß und die Zuneigung. Und das ist richtig Boldi. Klar in der ersten Verliebtheit ist es mehr, aber Du hast morgen nicht schlagartig keinen Sex mehr. Jeder hat auch ein anderes Bedürfnis. Deine Einstellung gefällt mir. Wenn Du etwas ausprobieren möchtest, frag Vano. Er ist da ganz lieb in solchen Dingen. Du bist sein Mann. Wenn er Dich jeden Tag sieht, kann er es auch jeden Morgen als Willkommengruß wünschen. Wäre durchaus möglich, bei der Entschuldigung die er Dir geboten hat. Aber gleich wie, er nimmt Rücksicht auf Dich, er passt sich Dir an. Er ist ein Lieber, dass weißt Du. Die Tätowierung die Du meinst, ist eine Doppelt-Tätowierung und soll Dich vor dem Ertrinken bewahren. Ich habe sie nicht. Auf meinem linken Oberarm habe ich das Hauswappen der Mancinis tätowiert und auf dem Rechten das Datum wann ich zur See ging. Das ist alles, was ich an eigenen Tätowierungen zu bieten habe. Der Anker für Euch beide gefällt mir. Wir werden morgen in die Schlacht ziehen Boldi. Ich hoffe wir kämpfen Seite an Seite Bruder... wenn ich Dich so nennen darf. Würde mich freuen, wenn Du mir Deine Kollegen vorstellst. Vor allem jenen, der gerne mal nach Arashima möchte. Sagst Du es Vano?", bat Davet.

Boldiszàr
»Du darfst mich Bruder nennen, wenn du weißt, wie ernst es mir mit einer solchen Bezeichnung ist. Jemandes Bruder zu sein, ist keine Eigenschaft, sondern eine Einstellung aus den Tiefen des Herzens und ein Schwur fürs Leben, den man nicht wegen irgendeinem dummen Streit bricht. Man geht die selbe Verpflichtung ein wie in einer Ehe - Treue fürs Leben. Füreinander einstehen bis zum bitteren Ende. Und ich erwarte, dass du meine anderen Brüder respektierst und ehrst, Robby aka Tekuro und Bellamy.« Ächzend quälte sich der vollgefressene Boldiszàr auf die Beine. »Suchen wir Vano und Robby.« Er überlegte es sich anders und plumpste schwerfällig zurück in den Stuhl. »Lass sie lieber herholen«, stöhnte er und hielt sich den Bauch.

Davet la Caille
"Ich weiß was es bedeutet Boldi, ich kannte vorher die Bedeutung Maat - Kamerad und die Bedeutung ist tief. Aber was Bruder oder Schwester bedeutet, dass lernte ich in Rakshanistan. Treue über den Tod hinaus Boldi. Ich achte Deine Familie Bruder und Du meine. Tara ist meine Schwester, sie ist ebenfalls Offizier hier an Bord. Streit kommt in den besten Familien vor. Man streitet sich, rauft sich wieder zusammen und weiter geht es. Und wenn man sich mal in einer wichtigen Situation streitet und der andere benötigt Hilfe, dann steht man sich bei. Später kann man sich immer noch weiter streiten, wenn es überhaupt sein muss. Ich bin kein streitsüchtiger Typ. Aber ich diskutiere gerne, manchmal wohl zu gerne. Bleib sitzen, ich sage Bescheid und lass Vano und die anderen herholen", sagte Davet. Er ging kurz raus, sprach mit Tara und diese machte sich sofort auf den Weg. Davet kehrte in die Kajüte zurück und schaute Boldi ernst an. "Geht es Dir gut?", fragte er besorgt.

Boldiszàr
»Ja, nur überfressen«, ächzte Boldiszàr. »Ich geh dann aufs Klo, dann kann alles nachrutschen und es geht wieder. Du diskutierst eigentlich bislang nicht viel, oder du hältst dich noch zurück, um einen guten Eindruck zu machen. Ich hab dich ja nicht umsonst gefragt, ob du dich nicht einfach mal wie ein Arschloch benehmen kannst. Du bist viel zu nett.«


Tara
Tara Niral fo Shamon, 3. Offizierin der Aquila machte sich umgehend auf den Weg zur Choucas. Also sie kletterte auf das andere Schiff und gab sich direkt als Gast zu erkennen. Sie bat darum zu Silvano geführt zu werden. Jaques musterte sie etwas skeptisch, führte sie aber dann zu dem Kapitän. "Grüße werter Wasserläufer und Freund meines Bruders, Davet fo Shamon - also mein Kapitän bittet Dich an Bord seines Schiffes. Er muss dringend mit Dir sprechen. Das war es auch schon, hab Dank für Dein Ohr, mögen die Wüstenwinde und Rakshor Dir hold sein Freund meines Bruders", sagte Tara freundlich, verneigte sich und marschierte wieder nach draußen. Vano schaute Jaques verdattert an, der nur die Schultern zuckte und Tara folgte. "Ich muss zum Arashi-Bruder meines Bruders der die Lande der Kälte bereisen möchte Erster", bat sie. Jaques blinzelte und führte sie in den Bugraum zu Tekuro. "Dort ist er", sagte er unnötigerweise und deutete auf Robby. "Sei gegrüßt Bruder von Boldiszar, mein Bruder Davet - Kapitän der Aquila schickt mich. Du möchtest Dich bitte gemeinsam mit Silvano auf seinem Schiff, in seinem Quartier einfinden. Auch Dir wünsche ich warme Wüstenwinde und Rakshors Segen auf Deiner Wanderung in die Kälte Freund der Aquila", sagte Tara und marschierte wieder hinaus. Jaques grinste auch Teku an, zuckte kurz die Schultern und wandte sich zum gehen. "Besser Du folgst der Einladung, sie stammt vermutlich von Boldi", schob er nach und tippte sich einmal an die Schläfe, bevor er den Bug verließ.

Davet la Caille
Davet führte Boldiszar zur Toilette. "Doch kann ich, aber vermutlich muss ich Dich dann drauf hinweisen, oder Vano macht es. Natürlich möchte ich bei Dir einen guten Eindruck machen. Wie das Klo funktioniert weißt Du?", fragte Davet sicherheitshalber und musste dann lachen. "Entschuldige bitte, für die Mannschaft funktioniert das anders drum. Aber Du gehst ja in der Kapitänskajüte oder? Sag bitte ja", bat Davet.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Voll besoffen«, murrte Tekuro. Rückversichernd schaute er sich im Bugraum um, ob auch alles seine Richtigkeit hatte. »Wo ist Bellamy nur?«, ärgerte er sich. »Irgendwer muss aufpassen. Papa krank, Frau schwanger. Archi!«, fauchte er wütend. »Kannst du mal für eine Stunde den dummen Barden irgendwo absetzen, wo er nicht nervt und hier ein Auge auf alles haben? Ich muss zu Boldi.« Er warf Patrice einen strengen Blick zu. »Du auch. Schieb Wache. Wozu habe ich dich schließlich ausgebildet.« Tekuro folgte Tara und Jaques, aber wohl war ihm nicht dabei.

Silvano de Mancini
Silvano übergab das Kommando an Jaques, dann machte er sich selbst auf den Weg zur Aquila. Er kletterte über das Heck der Choucas auf das Achterdeck des kleineren Schiffes und stutzte als er keine Ansage kassierte, sondern alle breit grinsten. Er grinste genauso breit zurück und betrat die Kapitänskajüte. Wo sie war, war auf jedem Schiff gleich. Er klopfte kurz und trat ein. "Hallo", grüßte er freundlich und küsste Boldi zur Begrüßung, gleichgültig ob dieser auf dem Topf saß oder nicht, ehe er Davet kurz knuffte. "Was ist los Schatz, alles in Ordnung? Soll ich Abführmittel holen? Tut mir leid echt. Was habt Ihr gemacht, Ihr zwei?", hakte Vano nach und streichelte Boldi beruhigend den Nacken. "Entspann Dich, dann läufts...", sagte er beruhigend und rieb Boldi den Bauch.

Archibald von Dornburg
"Tekuro ich passe die ganze Zeit auf, Nori ist meine Tochter. Geh nur, Du musst keine Angst haben. Ihr seid meine Kinder der Nacht, meine Beißer. Das weißt Du doch. Nun geh ohne Sorge, ich hab alles im Auge. Und zur Not kann sogar ich die Beißer verteidigen, glaub es mir", sagte Arch mit leichtem Unterton und setzte Nathan neben sich. "Schön da sitzen bleiben Nathan und halt die Augen auf mein kleiner Liebling", gurrte von Dornburg.

Kazrar
"Mir geht es dank Patti schon wesentlich besser. Ich werde ebenso ein Auge auf alles und jeden haben. Folge der Frau und bring in Erfahrung, was der fremde Kapitän von uns möchte. Vielleicht ermöglicht er uns eine Überfahrt? Falls er nicht daran denkt, frag ihn ob er dazu bereit wäre und was und eine Fahrt kostet. Vielleicht könnten wir die Kosten abarbeiten Teku. Denk an Arashima mein Sohn, denk an die Heimat!", bat Kaz inständig.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Ich denk dran«, versprach Tekuro. »Du hast es dir gewünscht, du kriegst es. Ich frag den Kerl. Danke, dass du aufpasst, Archi. Aber ein von Dornburg ist der pinke Giftzwerg nicht, das ist ein Garcia von den Duponts!« Damit Archibald Nathan nicht verteidigen konnte, marschierte Tekuro nach diesen Worten hinaus und verschloss hinter sich die Tür.

Boldiszàr
Boldi schiss sich aus, putzte sich den Allerwertesten und zog sich wieder an. »Besser«, grunzte er und setzte sich wieder an den Tisch. Gerade eben kam Robby zur Tür hinein, klopfte symbolisch und setzte sich dazu. Er blickte wenig freundlich drein, er war immer noch bereit, Davet die Zähne nachzurichten. »Also«, sagte Boldiszàr. »Wir versuchen es zu dritt.«

Davet la Caille
Davet wusste nicht was er dazu sagen sollte, das Vano Boldi auf dem Klo umkümmerte. Auf der anderen Seite, wenn er damals zuviel getrunken hatte, hatte er ihm auch die Haare aus dem Gesicht gehalten, während er sich die Seele aus dem Leib gekotzt hatte. Er schaute von Boldi zu Vano - das war LIEBE. Jemanden streicheln oder küssen, konnte jeder. Einem beistehen, wenn man nur noch vor Widerlichkeit so strotzte, zeigte pure Liebe. Davet setzte sich ebenfalls wieder. "Boldi sagt es so kurz und knapp, wie es ist. Er gibt uns zu dritt eine Chance. Jetzt kommt Dein Part Vano", antwortete Davet und musterte kurz Tekuro der irgendwie giftig aussah.

Silvano de Mancini
Silvano nahm sich eines der Deserts und löffelte es wie üblich, in Zeitlupentempo. Er beachtete Tekuro nicht und Davet ließ er für den Moment auch links liegen. "Möchtest Du das? Willst Du das wirklich? Dann bin ich dabei. Ich werde Euch beide so behandeln wie ich Euch liebe. Möchtest Du das nicht, verabschiede ich mich von Davet und wir beide gehen nach Hause Boldiszar Mancini", sagte Vano ernst und ließ ihn keinen Moment aus den Auge. Dafür nahm er dessen Hand, streichelte mit dem Daumen über dessen Handfläche und über den Ring. "Was möchtest Du? Gleich was es ist, ich folge Dir", erklärte Vano und küsste Boldis Hand.

Boldiszàr
»Mann«, rief Boldiszàr in einer Mischung aus Hilflosigkeit und Wut. »Könnt ihr nicht einfach mit mir streiten? Ja, Donnerwetter noch mal, verdammt, ja! Ich wurde überstimmt und ich bin ja weder blind noch blöd. Ihr beide wollt es, was soll ich mich da querstellen. Dann hinterlasse ich zwei Heulsusen und hab den Rest meines Lebens ein schlechtes Gewissen. Und jetzt geht mir nicht auf die Nerven, sonst überlege ich es mir doch noch anders.«

Silvano de Mancini
"Dummkopf", antwortete Vano und küsste seinen Mann fest und verlangend. "Wir treffen uns morgen, vor Sonnenaufgang. Einsatzbereit wie in alten Zeiten. Wir haben eine Insel zu säubern und Krokos zu töten. Sei pünktlich Davet, sonst lass ich Dich wecken. Steh auf Schatz, wir gehen nach Hause. Na los jetzt", bat Vano Boldi und stellte das Desert beiseite.

Boldiszàr
Boldiszàr stand auf, aß schnell im Stehen ein paar Löffel von dem Dessert und folgte dann Silvano. Als Boldiszàr durch die Tür ging, gab Tekuro ihm einen kurzen Klaps auf die Schulter. Er selbst ging als Letzter und ließ Davet nicht aus den Augen, bis sie die Kajüte verlassen hatten.

Silvano de Mancini
Silvano blieb vor der Tür stehen und umarmte seinen Mann fest. "Jetzt hörst Du mir mal zu. Gleich was passiert, egal wer uns begegnet Du bist und bleibst mein Mann. Das habe ich Dir nicht umsonst geschworen. Wenn Du das wirklich möchtest, machen wir dass. Und mal nebenbei, ich denke er wird Dich genauso behandeln wie mich und möglicherweise wird er Dich sogar lieben Boldi. Aber brich die Entscheidung nichts übers Knie. Ich sehe dass Dir das nah geht, Dir fällt die Entscheidung nicht leicht. Und mir fällt es nicht leicht Dich so zu sehen, oder ihn wieder zu sehen. Er war tot, verstehst Du? Das ist für mich ungreifbar im Moment. Selbst wenn Du mir morgen sagst, Du würdest Teku heiraten wollen, oder besser gesagt völlig gleichgültig was Du mir erzählst Boldi - Du bist und bleibst mein Mann. Für immer. Also Davet hat 14 Jahre gewartet, getrauert, verzichtet. Ich ebenso. Er kann also wohl noch einen Tag auf Deine Antwort warten. Ich warte so lange wie Du brauchst und ich warte ab wie die Antwort ausfällt, da ich Dir folge. Überlege bitte in Ruhe und fühle Dich zu nichts gedrängt. Mach nichts für mich, was nicht aus Deinem Herzen kommt Boldi. Sobald Du überzeugt davon bist, mach es. Sonst bitte nicht. Wollt Ihr Euch vielleicht erstmal anfreunden? Verbrüdern? Und dann gehen wir den nächsten Schritt?", schlug Vano vor und drückte sich fest an seinen Mann.

Boldiszàr
»Meine Entscheidung sieht morgen nicht anders aus. Ich hab Ja gesagt, das ist, was ihr beide wolltet und damit ist gut, ja? Ich bin nicht gewohnt, Dinge zwei Mal zu sagen oder sogar drei Mal und sie dann auch noch zu begründen. Ich will allerdings nicht dabei sein, wenn ihr rummacht. Davet wollte mich dazunehmen, damit ich nicht ausgegrenzt bin, aber das wäre mir im Moment zu viel. Macht das mal ohne mich.«

Silvano de Mancini
"Boldi hör auf zu stänkern, na komm schon. Du bist doch mein Schätzchen. Du weißt, dass Du mit mir nicht stänkern kannst Schatz. Du musst nichts zweimal sagen, natürlich nicht. Ich habe Dich klar und deutlich verstanden. Du musst keine Sorge haben, dass ich mit ihm rummache. Das mache ich nicht. Ich werde das abwarten, was ich vorgeschlagen habe. Und wenn Du dann zustimmst, bin ich vielleicht mit ihm intim. Sonst nicht. Dabei heißt nicht drin, Boldi. Und wenn es Dir zuviel ist, ist es mir das auch. Ganz einfach, wieder gut?", fragte Vano und massierte Boldi die Schläfen zur Beruhigung.

Boldiszàr
Boldiszàr wurde eher mürrischer, weil Silvano ihm widersprach. Das war eines der wenigen Dinge, mit denen er nicht gut umgehen konnte, da es als Coutilier seit über einem Jahrzehnt seine Aufgabe war, seine Befehlsgewalt durchzusetzen. Er rief sich innerlich zur Ordnung, dass Silvano sein Ehemann war und nicht sein Gardist. »Ich habe Ja gesagt«, sagte er so ruhig und nachdrücklich wie möglich. »Einmal sollte doch wohl reichen! Muss ich dich heut Nacht in seiner Kajüte einsperren?«

Silvano de Mancini
Vano setzte an etwas zu sagen und stockte dann, da sein Mann ehr grummeliger wurde, anstatt sich zu beruhigen. Mancini lehnte sich an Boldi an und musterte ihn. Sein Mann war ein direkter Typ und ein Coutillier, Befehle wurde befolgt, nicht hinterfragt. Als Offizier hätte er für dreimaligen Widerspruch jetzt das Tau gesehen und zwar einmal quer über den Buckel. Jedenfalls dann, wenn er sich selbst gegenübergestanden hätte. Nicht Diskutieren, befolgen. Und Boldi dachte in den gleichen Bahnen, er war der Kapitän seiner Truppe, wie er selbst der seiner Mannschaft. Und Boldi war der Ehemann sprich der Kapitän in ihrer Ehe, er bestimmte den Kurs. Er selbst hatte ja bewusst als zweiter aus der Flasche getrunken. Vano schaute seinen Mann betreten an. "Entschuldige Schatz, Du hast Recht einmal reicht. Ich habe Dich nicht in Frage gestellt, ich wollte Dich beschützen. Du musst mich nicht einsperren, gehen wir trotzdem zusammen ins Bett? Und zum Thema Bett, Du bekommst ein super Schlafzimmer von mir, die Überraschung muss ich Dir nehmen, weil ich so stolz drauf bin. Ich sage ihm ahoi und wir gehen rüber und lieben uns? Morgen steht die Schlacht bevor. Abgemacht? Bitte", bat Vano mit Rehblick.

Boldiszàr
»Eigentlich wollte ich mich mit Belly und Teku in den Bugraum verkrümeln«, murrte er. »Schlacht besprechen und so.« Er schaute Silvano, der ihn mit seinem einen Auge fast flehend anglubschte und ihm natürlich zufällig genau jetzt offenbarte, was er sich als Geschenk für Boldiszàr überlegt hatte. »Na schön, du hast mich weichgeklopft. Ich schlaf bei dir. Aber einer von den Offis muss die Beißer instruieren. Ich lass die nicht unvorbereitet mitmischen. Robby und Patti unterstehen noch immer meinem Kommando und der Rest hängt da ja irgendwie auch mit dran.«

Silvano de Mancini
"Pass auf Schatz, machen wir es so. Du gehst zu den Beißern und bereitest sie auf die Schlacht vor. Ich verabschiede mich von Davet bis morgen früh, wo wir gemeinsam in die Schlacht ziehen. Wir treffen uns in unserer Kajüte, abgemacht? Wir beide kämpfen gemeinsam. An unserer Seite sind Rene, James, Jaques, Conni und Davet. Bis gleich Schatz", sagte Vano und küsste seinen Mann. "Ich brauch Dich vor der Schlacht", flüsterte er ihm ins Ohr.

Boldiszàr
Boldiszàr grinste schief. Silvano hatte das ›und so‹ nicht richtig verstanden. »Komm mit mir in den Bugraum«, bat er. »Wir machen es uns dort gemütlich und feiern den vielleicht letzten Abend, an dem wir alle leben. Es kann immer was passieren in einer Schlacht, das weißt du noch besser als ich. Drum sollte man da nicht allein sein, sondern bei allen, die einem wichtig sind. Hol Davet dazu. Aber wir ficken nicht, schon gar nicht zu dritt, wir spielen nur ein bisschen. Wir müssen morgen ausgeschlafen sein.«

Silvano de Mancini
Vano kaute kurz auf der Unterlippe und grinste seinen Mann breit an. "Darum bist der Kapitän bei uns, sprich der Ehemann. Du hast absolut Recht. Anstatt zu diskutieren, hätte ich gleich hören sollen. Abgemacht ich hole ihn", sagte Vano und drückte Boldi felsenfest an sich. Er küsste ihn liebevoll, löste sich von ihm und ging Davet aus seiner Kajüte abholen. Gemeinsam stellten sie sich zu Boldi. "Er gibt den Kurs für den heutigen Abend vor", erklärte Vano und legte Boldi einen Arm um die Hüfte. "Auf gehts, feiern wir".

Boldiszàr
Boldiszàr knuffte Davet. »Du wolltest ja ohnehin Robby kennenlernen. Da unten hast du die beste Gelegenheit dazu.«
Tekuro wirkte erstaunt und guckte dann schnell wieder abweisend.
»Gib Patti heute eine Schonfrist«, sagte Boldiszàr. Es war Bitte und Befehl in einem.
Tekuro leckte seine Unterlippe. »Er hat bereits ... Schonfrist. Er dient momentan nur als Wärmflasche, Verbandswechsler und Seitenschläferrolle. Er war sehr lieb. Also sind wir gut zu ihm.«
Boldiszàr nickte erleichtert. Auch Patrice würde vielleicht kämpfen müssen, je nachdem, wie die Schlacht verlief. Wer wusste schon, wer von ihnen alles noch den morgigen Sonnenuntergang erleben würde. Heute im Streit auseinanderzugehen, hätte Boldiszàr nicht gut gehießen.
»Feiern wir«, bestätigte er und führte die kleine Truppe hinab in den Bug der Choucas, wo die Beißer hausten.

Marcello de Chevrette
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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#9

Beitrag von Marcello de Chevrette » Mo 5. Nov 2018, 09:44

Marcello
 
hatte einige Zeit auf dem Schiff verbracht. Es war viel geschehen. Zuerst hatte ihn Sacha alles gezeigt und er hatte das Schiff kennengelernt. Seine Familie baute die Kriegsschiffe für ihr Land. Verliessen die Schiffe die Familienwerft, dann waren sie neutral. Sie waren Schiffe und mehr nicht. Die drei Schiffe hier waren anders. Sie hatten Namen bekommen und eine Persönlichkeit. Marcello hatte alle drei Schiffe angeschaut. Zuerst die Choucas, auf der war er Gast. Dann hatte er die Mouette angeschaut und die Cygnus. Alle Briggs stammten von seine Familie. Aber sie mit Leben erfüllt zu sehen, machte ihn stolz. Die Seemänner lebten auf den Schiffen. Das war ihre Welt.
Marcello wusste nicht, was er sich vorgestellt hatte. Irgendwie hatte er ihre Arbeit mit Kutschenbau verglichen. Nur dass ihre Kutschen grösser und schöner waren. Und die besten davon ihr Land verteidigten. Aber die Schiffe waren für ihre Seemänner viel mehr. Eine Kutsche blieb ein Fahrzeug. Ein Schiff wurde eine Person, die ein Name bekam und ein Leben mit Lebenslauf. Die Seeleute sagten das selber, sie waren eine Familie. Marcello war froh, dass er die Reise machen durfte. Das was sein Vater ihm immer erzählt hatte bekam einen Sinn für ihn. Und sein Stolz auf ihre Arbeit  von seine Werft wurde noch grösser.
Der Prinz war am Anfang einmal kurz verschwunden. Als er wieder kam war er fertig und hatte Augenringe die bis zu sein Kinn reichten. Marcello wollte ihm beistehen, aber der Prinz hatte sich in seine Stube verdrückt. Er sah schlecht aus. Aber wer wusste, was der Mann erlebt hatte. Keiner bis auf sein Leibwächter und der alte unfreundliche Heiler. Die Tage gingen um und Marcello notierte alles was er für wichtig hielt. Er störte die Seeleute nicht, sondern schrieb alles auf. Hatte jemand ein Vorschlag schrieb er das auch auf und wer den Vorschlag gemacht hatte. Falls seine Familie das umsetzte, sollte der Mann für den Vorschlag belohnt werden mit eine kleinen Bezahlung.
Besonders gut gefiel Marcello das Brückenhaus von James Schiff. Das hatte der selbst entworfen und aufbauen lassen. In den Häuschen war das Steuerrad und das Kompasshaus. Marcello zeichnete alles ab und bestaunte die Überlegung. Das sie selber nicht darauf gekommen waren, war seltsam. So musste der Steuermann bei Wind und Wetter draussen stehen. Mit dem Brückenhaus war das nicht nötig. Wer das Schiff steuerte, konnte das im trockenen tun und sogar seine Bücher und Karten hier liegen lassen. Die Idee gefiel Marcello sehr. Das einzige was ein Problem werden könnte, war dass die Scheiben beschlugen. War es kalt draussen kalt und im Brückenhäuschen warm durch die Anwesenden. Wobei dann machte man die Tür einen Spalt breit auf. Dann war das Problem gelöst. Bei Sturm und Regen, waren die Scheiben voller Wasser. Aber die Augen genauso, wenn man im Freien stand.
Von James die Familie musste schon lange zu See fahren, dass er solche Ideen hatte. Marcello schrieb sich das genauso auf. Er wollte mit James und seinen Bruder über weitere Ideen reden. Und er wollte auch so gerne mal mit Jaques schwatzen, da er den Bursche nett fand. Sein Vater würde ihm was husten, dass er daran dachte. Aber das war Marcello gleich. Jaques war sogar adelig, genau wie er selber. Sollte es zwischen ihnen klappen, könnte sein Vater nichts dagegen haben. Jedenfalls war Jaques nicht unter ihrer Würde.  Und wie er mitbekommen hatte, war Jaques Familie sehr gross.
Es wurden von dem alten Vater von Linhard von Hohenfelde in einer Session sogar mehrere Tote beschworen. Jeder durfte sich scheinbar einen aussuchen mit dem er reden wollte. Danach schwebten zwei Geister die ganze Zeit an Bord herum. Marcello machte sich da nichts vor. Er hatte richtig Schiss vor denen. Weil sie Geister waren, aber auch zu Lebzeiten mussten das ziemliche Kanten gewesen sein. Er ging ihnen lieber aus den Weg. Er hatte gehört, dass Geister einen durch Berührung töten könnten. Durch die Grabeskälte die sie verströmten. Ob das stimmte, konnte er nicht sagen. Aber rausfinden wollte er das nicht.
Marcello setzte sich auf die Stufen zum Achterdeck. Er war müde aber glücklich. Die Seemänner arbeiteten hart und feierten hart. Es hatte zwei Hochzeiten gegeben. Der Captain der Choucas hatte seinen Partner geheiratet und der Prinz den Bordarzt. Die erste Hochzeit war heftig und heiss. Marcello hatte danach mehr Lust als nur zu feiern. Dann hatte der Prinz geheiratet und der war fast scheu. Der war niedlich wie der da so schüchtern stand. Das hätte Marcello dem nicht zugetraut. Alle beide Paare sahen sehr glücklich aus. Marcello hoffte, dass er auch irgendwann mal heiraten würde. Auf dem Schiff würde ihm auch gefallen.
Den Prinz hatte er schon länger nicht mehr gesehen. Er hatte im Logbuch geguckt, er war noch an Bord. Sein grosser Vogel war auch noch da. Möglicherweise lag er in seine Stube und war krank. Viele Leute vertrugen die Seefahrt nicht. Am ersten Tag war ihm auch seltsam im Magen gewesen, aber er war tapfer an Deck geblieben und viel rumgelaufen. Das hatte gut geholfen. Der Prinz war ein Krieger, aber in Rüstung und nicht auf einem Schiff. Das hatte ihn sicher umgehauen und dann noch die Feier. Der Mann war fertig mit die Nerven. Marcello wollte den Bordarzt fragen und gute Besserung bestellten.
Nach den Hochzeiten waren sie losgefahren. Einen Tag hatten sie gebraucht um Farisin zu erreichen. Die Insel sah tropisch aus, wie ein Urlaubsparadies. Marcello schaute sie sich vom Schiff aus an. Die Schiffe ankerten versteckt, so dass die Einwohner der Insel sie nicht so schnell entdecken konnten. Marcello war aufgeregt. Als Adeliger konnte er kämpfen, aber er hatte es bis jetzt noch nie gemusst. Jedenfalls nicht um sein Leben zu verteidigen. So ein Abenteuer hatte er nicht erwartet und zwischen die Aufregung und Neugier mischte sich Angst. Bei dem ersten Inselbesuch wurde er nicht mit an Land genommen.
Marcello wusste nicht warum. Aber er blieb nicht allein auf dem Schiff zurück. Einige Seeleute waren geblieben um das Schiff zu verteidigen. Ohne zu fragen arbeitete er mit und hielt Wache. Hier war total egal was passierte, dem Schiff durfte nichts passieren, sonst waren sie alle verdammt. Sie warteten und warteten, dann kamen die Mannschaften zurück. Von den verfluchten Echsen hatte er keine gesehen. Er hatte mit den Seeleuten gesprochen. Manchmal kamen die wohl zum Strand. Und auf einem alten Einsatz waren sie nachts an Bord gekommen um alle zu meucheln. Seit der Info konnte Marcello in seine Wachpause nicht mehr schlafen.
Ständig dachte er an die Echsen, die heimlich an Bord kommen wollten um die Mannschaft zu fressen. Er legte seinen Degen nicht mehr ab, auch wenn er nur kurz ein Nickerchen machte. Er musste bereit bleiben.
Die drei Mannschaften kamen gesund und vollzählig zurück. Das war das wichtigste, Marcello war froh sie alle wiederzusehen. Sie hatten den ersten Angriff schnell und hart geführt, wie er von einen der Seemänner gehört hatte. Der Rat der Echsen war gefallen und am nächsten Tag  wollte ihr Captain die Insel einnehmen. Das hatten sich die Echsen selber zuzuschreiben. Diesmal würde Marcello nicht an Bord warten, er würde sich der Mannschaft anschliessen und mit an Land gehen.
Es wurde dunkel, während er seine Ideen aufschrieb und ein viertes Schiff tauchte auf. Es trug einen souvagnischen Adler als Galionsfigur. Marcello war verwundert. Es ankerte sogar mit dem Heck am Heck der Choucas. Er kannte das Schiff nicht und es war nicht aus der Werft von seine Familie. Es war kleiner als die Mouette und die Cygnus und etwas anders gebaut. Marcello war Reeder genug um zu erkennen, dass dieser blaue Schiffzwerg sehr schnell sein musste. Die Bewaffnung war heftig. Bei blau dachte er zuerst an Ledwick. Aber das Landesblau von denen war heller, fast wie türkis. Das Schiff trug seinen Namen aufs Heck geschrieben. Dorts stand gross Aquila für Adler. Aber es trug keine Landesflagge. Dafür war hatte es rote Flaggen aufgezogen. Als er die Mannschaft über das Deck huschen sah, war ihm alles klar. Das waren Piraten, anders konnte es gar nicht sein.
Die Mannschaften wanderten zwischen der Choucas und der Aquila herum. Sogar der Mann vom Captain und zum Schluss der Captain selber. Dann sah Marcello den Mann dem das andere Schiff gehörte. Die Kleidung war teuer, wie von einen Adeligen. So wie er bei den Leuten von der Choucas stand, war er eindeutig ein Verbündeter.
Aber wer? Das wusste Marcello nicht. Er schaute nach Jaques um ihn zu fragen. Der erste Offizier kam gerade wieder an Deck und Marcello gesellte sich sofort zu ihm.
 
„Hallo Jaques, bleib mal hier ich muss mit dir schwatzen. Wer ist der Captain von dem fremden Schiff Jaques? Das ist ein Piratenschiff oder? Was weisst du über das Schiff und seine Leute?.“
 

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Maximilien Rivenet de Souvagne

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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#10

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 5. Nov 2018, 22:13

Hoheitliche Sturheit

Minette de Thibodeau
Nachdem Maximilien seine Lossagung verkündet hatte und mit erhobener Nase aus dem Salon marschiert war, blieben seine drei Frauen mit entsetzten Gesichtern auf ihren Stühlen sitzen. Während Nathalie in nachdenkliches Schweigen verfiel, wie es der Duchesse geziemte, plapperte Josi entsetzt drauf los. Minette jedoch erhob sich, raffte ihr Kleid und folgte ihrem Mann auf dem Fuße. Sie sah ihn gerade um die Ecke biegen und musste rennen, da er so zügig einherschritt. Mit ihren unbequemen Schuhen brachte sie nur ein Trippeln zustande und bald war er ganz aus ihrer Sicht verschwunden. Minette keuchte. Sie hatte die vierzig schon hinter sich gelassen und war körperliche Anstrengungen nicht gewohnt. Sie konnte sich aber denken, wohin Maximilien unterwegs war, denn er trug Reitstiefel.
»Herrin«, rief Thekla, die sie einholte. Die Zofe mit der Hakennase war sehr viel sportlicher als ihre Herrin. Sie hob deren Rock, weit genug, als dass Minette nicht auf den Saum trat, aber nicht so weit, dass man ihre Unterbekleidung sehen würde. Auf der Palasttreppe blieb Minette keuchend stehen. Maximilien ritt davon, gefolgt von zwei seiner Hunde. Minette war zum Weinen zumute. In ihrem Mann erkannte sie ihren gemeinsamen Sohn wieder, der kaum weniger heftig reagierte, wenn er aufgewühlt war. Da sie ihren Sohn kannte, wusste sie auch das Verhalten ihres Mannes zu deuten - er war keineswegs in eiskaltem Zorn gegangen, wie er es ihnen vorgespielt hatte. Was ihn forttrieb, war die blanke Verzweiflung.
»Thekla, mein Pferd! Ich reite allein.«
Minette zog sich ihre Schuhe aus, damit sie schneller war und tapste auf weichen Sohlen die Palasttreppe hinunter. Thekla eilte derweil zum Stall und kehrte bald darauf mit der Grauschimmelstute zurück, die Minette so liebte. Nuage war ein ruhiges und freundliches Tier, dass sich über den Ausritt freute. Hastig ließ Minette sich auf ihren Rücken helfen und folgte im Damensitz ihrem Mann. Thekla blieb mit gestresstem Gesichtsausdruck zurück und ihre Stirn schlug eine Reihe von Falten.
Minette trieb Nuage schneller an als sonst, um Maximilien einzuholen. Endlich sah sie seinen Rücken und darunter das Hinterteil des schwarzen Rosses mit dem weißen Schweif, der gemächlich hin und her schwang.
»Max«, rief Minette und ihre Stimme versagte. Sie hüstelte und rief ein weiteres Mal piepsig: »Max!«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien zügelte Alcanterra und schaute sich über die Schulter um - Minette. Am liebsten hätte er sie scharf zu Recht gewiesen, was ihr einfiel ihm zu folgen, aber wenn er ehrlich war, freute er sich darüber. Und er sah auch keinen Grund, sie anzugiften. Immerhin hatte er seine Frauen betrogen und sie nicht im Trio ihn. Er wendete sein Pferd und ritt ihr langsam entgegen. "Min", antwortete Max, als sein Pferd neben ihrem zum Stehen kam. Er musterte seine Frau mit einer Mischung aus Verzweiflung, Wut und sehr viel Trotz.

Minette de Thibodeau
Minette blieb entspannt. Es war schließlich nicht das erste Mal, dass Maximilien bockte. Nach so vielen Jahren Ehe kannte sie seine Launen. Wie heftig der Sturm auch toben mochte - bisher war er über Minette stets hinweggefegt, ohne ihr auch nur ein Haar zu krümmen. Weder hatte er die Hand erhoben, noch sie beschimpft, wie er das auch sehr gut konnte, noch seine weltliche Macht als Waffe gegen sie eingesetzt. Und dass er ihr entgegen ritt, war ein gutes Zeichen, auch wenn sein schönes Antlitz gerade einem schroffen Felsen glich. Minette trieb ihre Stute so dicht neben die Flanke von Alcanterra, dass ihr nackter Fuß das heiße Fell berührte. Dann umarmte sie Maximilien fest.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max nahm sie fest in die Arme und drückte sein Gesicht in ihre Haare. "Das ist unfair", flüsterte er liebevoll und küsste sie auf den Hals. "Meine Wut richtet sich nicht gegen Euch, sondern gegen Ciel und vor allem mich. Du kennst mich besser als mir lieb ist. Wie oft habe ich das schon gesagt? Aber das was ich da vorhin, also vor einigen Minuten gesagt habe stimmt", flüsterte er ihr ins Ohr.

Minette de Thibodeau
»Pschhhhhht«, machte Minette leise und hielt Maximilien erst einmal eine Weile im Arm, damit er sich beruhigte. Als sie das Gefühl hatte, dass er nicht gleich wieder die Nase in die Luft recken und davonreiten würde, gab sie ihn frei. »Sei deinem Sohn nicht böse. Er meinte es nur gut. Wenn Menschen sich belügen oder anderweitig Unrecht tun, schmerzt ihn das und er möchte es beheben. Was bedeutet,dass du dich von uns lossagst? Sind wir nun getrennt?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien strich seiner Frau mit einer Hand liebevoll durch die Haare und brachte sie wieder in Ordnung. "Nein Min, natürlich nicht. Genauer gesagt, nicht wenn Ihr das nicht wollt. Mal von vorne. Das was ich Euch gestand stimmt und ich habe es gestanden, da Ciel genau das von mir verlangte. Damit gestehe ich Dir meine Feigheit, ist ja auch so. Ich wollte es Dir nicht sagen, da ich Dich nicht verlieren wollte. Ebensowenig wollte ich Fabien verlieren. Hätte ich es nicht gestanden, wäre ich erpressbar. Ciel hätte das ausnutzen können, Ihr ebenso. Also habe ich die selbsterfüllende Prophezeihung erfüllt. Ehe er mich an die Wand nagelt oder Du, Nat oder Josy, habe ich die Katze aus dem Sack gelassen um nicht mehr erpressbar zu sein. Ich möchte nicht das Ihr geht. Ich möchte nicht das DU gehst. Aber ich habe den Mist gebaut und ob Du bleibst, liegt bei Dir nicht bei mir. Und falls Du es durch Ciel schon wusstest, ich habe keine Affäre, wir haben einige Male miteinander Sex gehabt, aber wir haben keine Beziehung. Was immer wir haben, ich kann genausowenig auf Dich verzichten wie auf ihn", gestand Max.

Minette de Thibodeau
»Warum solltest du auf Fabien verzichten müssen?«, fragte Minette verwirrt. »Er ist doch ein lieber und anständiger Mann. Ich bin froh, wenn ihr euch so gut versteht.« Sie streichelte Maximiliens Gesicht mit der Rückseite ihrer Finger. »Wie sollte Ciel diese Information denn ausnutzen? Er ist manchmal temperamentvoll, aber er ist ein guter Sohn.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte seine Frau verwirrt. "Ja aber das habe ich Dir doch gerade erklärt Min. Indem er es ist Dir sagt und Du Dich dann trennst. Damit das nicht passiert, würde ich wohl einlenken, was immer er fordert. Um den zu entgehen, Flucht nach vorne samt Geständnis. Ja Fabien ist ein anständiger Kerl, meistens jedenfalls, nicht immer. Aber ich ja auch nicht. Ich würde sagen es tut mir leid, aber dass kann ich Dir nicht sagen Min. Denn es tut mir nicht leid. So bescheiden sich das für Dich anhören mag, er war gut zu mir, wir hatten Spaß und in Ehveros ging es beim zweiten Mal gar nicht mal um den Sex, sondern um die Nähe. Wir hätten dort gemeinsam wohnen sollen. Oder ehrlicherweise hätten wir überhaupt nicht nach Ehveros reisen sollen. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint Min. Zu behaupten wir hätten dort nichts erreicht, wäre gelogen. Siehe Alkena, die Hohe Mark und so weiter. Aber das eine ist der Duc und das andere war Max. Und Max hat sich nunmal einen Tag in einer Taverne die Kante gegeben und einen Abend drauf nochmal gefeiert. Sag was dazu, von mir aus ranz mich an, aber rede", bat er umgänglich.

Minette de Thibodeau
»Was möchtest du denn hören?«, fragte Minette freundlich. »Wie kommst du denn darauf, dass ich dich verlasse? Jetzt übertreibst du aber wirklich.« Sie lachte leise. »Würdest du mich denn verlassen, wenn ich mit Thekla kuscheln würde? Ich kenne Fabien und ich schätze ihn sehr. Ich bin weder ihm noch dir böse, falls du das fürchtest. Verrate mir, welche Forderung unser Sohn deiner Meinung nach stellen würde? Du bist ja völlig durch den Wind. Meinst du, er möchte dir etwas Böses?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Solange Du es nicht mit Nat kuschelst, sind wir d'accord Min. Nein dafür würde ich Dich nicht verlassen, vielleicht würde es mich interessieren zuzugucken oder mitzuspielen. Aber verlassen würde ich Dich dafür nicht. Erstens weil ich Dich liebe, zweitens weil wir uns eh kaum sehen. Leider. Was sollte diese Ausgeburt des Abgrunds sonst vor haben? Nur weil ihm die Haare ausgefallen sind, muss er das nicht bei mir provozieren. Notfalls, dass schwöre ich Dir, würde ich mir die teuerste Perrücke aller Zeiten fertigen lassen nur damit er sieht wo der Frosch die Locken hat. Von mir aus, aus Goldfäden. Keine Ahnung was den ständig beißt, dass er mich immer angreift. Und ich dachte Verrill wäre schwierig. Der ist dagegen völlig harmlos, er greift nur Fremde an", murrte Max.

Minette de Thibodeau
»Oh, Max!«, tadelte Minette milde, die sehr an ihrem einzigen Kind hing. »Bitte redet nicht so übereinander in der Familie. Ciel sieht so aus, weil er fast gestorben wäre. Er ist noch immer krank, drum bin ich froh, dass er nun endlich einmal Urlaub macht und die frische Seeluft genießt. Ciel hat es sicher nur wieder gut gemeint, ich bin sicher, dass er dir nichts Böses wollte. Er wollte nicht, dass dieses Geheimnis zwischen uns steht. Nun tut es das nicht mehr und es ist alles wieder gut.« Sie küsste ihren Mann liebevoll.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien erwiderte liebevoll den Kuss. "Einerseits hast Du ja Recht, aber andererseits hat er sich nicht in unsere Beziehung zu mischen. Ich weiß weshalb er so aussieht und ich weiß, dass ich mit meiner Behauptung ziemlich ungerecht bin. Aber ich bin stinksauer auf ihn, da darf ich auch mal ungerecht werden. Wo wir von ungerecht sprechen, dieses hirnlose Himmelsauge das Patrice einfangen sollte, kann sich warm anziehen. Mit seiner Unfähigkeit hat er den Hof und den ganzen Staatsapparat wie auch den Orden bloßgestellt. Ich denke mir eine passende Strafe für den Versager aus. Das nur am Rande - Memo an mich sozusagen. Ehrlich, ich kann mich nur ärgern. Ich sollte mir auch einen Stab halten wie Linhard. Wenn mir was nicht passt - Schema F. Ciel wird in seinem Urlaub irgendwem anders das Leben zum Abgrund machen. Ich hoffe er wird seekrank", grinste Max. "Dann sperrt er seinen frechen Schnabel nur zum Kotzen auf. Er hat geheiratet wusstest Du das? Heimlich still und leise, damit wir nicht eingeladen werden müssen. Auf hoher See hat er seinen Mann geheiratet", sagte Max und musste seinen triumphierenden Blick niederkämpfen.

Minette de Thibodeau
»Wenn du streiten möchtest, musst du das mit jemand anderem tun«, erwiderte Minette. »Komm, wir reiten nach Hause. Ich habe keine Schuhe und keinen Mantel, mir ist etwas frisch. Lass die Himmelsaugen doch einfach nach Patrice suchen«, schlug Minette vor. »Ihre Greifvögel sollten ihn aufspüren. Ich habe Patrice auf dem Flur warten sehen, er wirkte sehr erschöpft. Weit kann er nicht gekommen sein. Was möchtest du mit dem Himmelsauge machen?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Hast Recht Süße, ich möchte mich nicht mit Dir streiten. Ich bin wütend auf unseren Sohn. Und auf mich, da ich mich selbst in die Situation gebracht habe. Frieden Min, reiten wir nach Hause. Vermutlich hast Du sogar Recht, dass er mit seiner Art nur Gutes tun wollte. Nur kommt das nicht immer so rüber. Ich habe leider keinen Mantel bei, sonst hätte ich Dir meinen überlassen. Keine Ahnung was ich mit dem Himmelsauge anstellen werde, aber eine Strafe hat er sich redlich verdient. Das heute zu entscheiden, wäre allerdings unfair dem Mann gegenüber, denn heute sieht die Strafe garantiert anders aus, also morgen. Patrice sollte inhaftiert werden, da er krank ist. Ich wollte ihn in einen geschlossenen Tempel einweisen lassen, damit man ihm hilft", erklärte Max, während er gemeinsam mit Minette zurück Richtung Palast ritt.

Minette de Thibodeau
»Pastrice sah auch sehr geschafft aus«, sagte Minette bedauernd. »Hoffentlich erholt er sich wieder, er hat stets seine Arbeit gemacht und ist nie unangenehm aufgefallen.« Minettes Füße fühlten sich an wie Eisklötze. Aber das war es ihr wert gewesen. Sie war froh, dass Maximilien einsichtig war und nicht weiter streiten wollte. Insgeheim freute sie sich, dass Ciel wieder unter der Haube war. Sie wendete ihr Pferd und ließ es auf die andere Seite von Maximilien gehen, damit sie wieder nah beieinander waren. Langsam ritten sie nebeneinander zurück zum Palast.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute seine Frau an und zuckte mit den Schultern. Er war froh, dass sie ihm hinterher geritten war. "Danke dass Du mir gefolgt bist Min. Jemand hat mir den Vorschlag gemacht, dass wir nicht allein leben müssten. Sprich wenn wir nicht wollten. Was hältst Du von dem Thema, dass wir zusammenziehen? Auf Probe wollte ich es einmal mit einer WG aus verschiedenen Leuten versuchen. Aber es spricht auch nichts dagegen, dass wir beide es versuchen. So richtig meine ich. Wir würden nicht nur unter einem Dach zusammenleben, so wie jetzt. Nun immerhin hat unser Dach 8 Kilometer zu bieten. Aber ich meine in einer gemeinsamen Wohnung. Wir könnten trotzdem jeder ein Zimmer haben oder einen Bereich, der nur der unsere ist. Falls man sich mal zurückziehen möchte. Das war die Grundüberlegung. Wozu ist man verheiratet und wozu bin ich Duc, wenn ich nicht mal mit der Frau zusammenleben darf, die ich liebe? Da nützt im Grunde alle Macht der Welt nichts, wenn man trotzdem einsam ist. Überleg es Dir einfach Min", bot Max an.

Minette de Thibodeau
Minette griff zu ihm hinüber und umschloss seine Hand mit ihren zarten Fingern. »Die Idee hört sich wundervoll an! Wir könnten auch unsere Gemächer direkt nebeneinander legen lassen mit einem gemeinsamen Wohn- und einem gemeinsamen Schlafzimmer. Dahinter hat aber jeder seine eigene Küche, sein eigenes Badezimmer und so weiter. Dann könnten wir beide unserem gewohnten Ablauf folgen, hätten aber mehr voneinander. Vorher solltest du es aber mit der WG auf Probe versuchen.« Minette blinzelte ihm zu. Da er von ›verschiedenen Leuten‹ gesprochen hatte, ging sie davon aus, dass er sich auf den Spaß freute, den man in einer lustigen Gesellschaft genießen konnte und sie war der Meinung, dass Maximilien ein wenig Erholung genau so nötig hatte wie sein Sohn. Sie ließ seine Hand wieder los, da dies beim Reiten unbequem war, strahlte aber über das ganze Gesicht, als sie zusammen wieder nach Hause ritten.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Abgemacht, so machen wir es", stimmte Maximilien seiner Frau zu. So wütend wie er weggeritten war, so glücklich ritt er gemeinsam mit ihr Heim.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung für etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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