Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Schreibstube zur Flinken Feder

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Baxeda

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Re: Schreibstube zur Flinken Feder

#11

Beitrag von Baxeda » Do 7. Mär 2019, 12:41

Verlag trotz "schlechtem" Stil?

Auf der anderen Seite bringt mich die Stilfrage bei Fantasy allgemein ins Grübeln. Ich frage mich: wie haben es die Leute geschafft, einen Verlag zu gewinnen?
DAS habe ich mich auch sehr oft gefragt, in allen Branchen. Folgendes sind die Antworten, die ich persönlich mir dafür gegeben habe.

Du musst unterscheiden zwischen "Schreiben als Hobby" und "Schreiben für den Markt". Da gelten jeweils andere Regeln. Ein Buch, was sich gut verkauft, ist nicht zwangsläufig ein gutes Buch! Häufig sind die Bestseller sogar richtig schlecht. Das hängt damit zusammen, dass viele Leute "seichte Unterhaltung" suchen, die nebenher dudeln kann. Sie sind erschöpft und gestresst von der Arbeit und vielleicht von einer schwierigen Familiensituation und wollen sich nur noch berieseln lassen. Aus diesem Grund findet Trivialliteratur genau so reißenden Absatz wie flache Soaps im TV. Diese Literatur ist für den kurzfristigen Genuss ausgelegt. Es muss nicht heißen, dass die Autoren schlecht schreiben können. Mitunter schreiben sie im Gegenteil dermaßen gut, dass sie genau wissen, wie sie schreiben müssen, damit die breite Masse es auch liest - unabhängig davon, ob ihnen selbst ihr Werk gefällt.

Wichtig! Ein Verlag sucht nicht in erster Linie Bücher, die er verlegen kann, sondern Autoren! Der Verlag nimmt einen Autor unter Vertrag und kein Buch.

  • Solche Autoren sind es also in der Regel, die ein (großer) Verlag sucht:

    - Der Autor muss professionell arbeiten, das heißt, seine Termine und Absprachen einhalten, kooperativ sein etc. An diesem Punkt scheiden die meisten Hobbyautoren schon aus. Sie schreiben nur, wenn sie die Muse küsst. Man muss aber als professioneller Autor auch schreiben, wenn man einmal keine Lust hat! Sonst geht es nicht voran. Man muss Schreiben als das betrachten, was es für einen Verlagsautor ist: Arbeit. Und so muss man beim Schreiben auch herangehen.

    - Der Autor sollte nicht nur einen Roman in der Tasche haben, wenn man sich die Mühe macht, ihn ins Programm aufzunehmen, sondern zusätzlich zu seinem vorgestellten Werk mindestens mehrere gut ausgearbeitete Manuskripte in der Schublade haben. Er kann damit zeigen, dass er bereit ist, dauerhaft solide Texte zu liefern, mit denen der Verlag arbeiten kann.

    - Der Autor sollte schreiben können wie ein Chamäleon, das heißt, in verschiedenen Stilrichtungen zu Hause sein, so dass er den Wünschen des Verlags folgen kann. Darum finde ich unsere literarischen Experimente hier gut.

    - Bei Vertragsverhandlungen mit dem Verleger muss man wissen, was angemessen ist, man muss höflich, sachlich und souverän auftreten können, kompetent wirken und wissen, was man möchte und wo man zu Kompromissen bereit ist. Ich hatte neulich meine erste Verhandlung mit einem Verlag. Es war in dem Fall eine sehr angenehme Erfahrung. Ich denke, wir sind auf eine Lösung gekommen, von der alle Seiten gleichermaßen profitieren.

    - ...

Das sind die Dinge, die mir spontan einfallen. Hier sieht man, dass der professionelle Autor in erster Linie Geschäftspartner für einen Auftraggeber, den Verlag, sein muss. Chaotische Künstlernaturelle haben es da schwer - auch wenn sie mitunter die stilistisch und inhaltlich besseren Texte liefern. Für solche sind Nischenverlage und der Eigenverlag eine gute Lösung, für die auch ich mich im Falle meiner "schrägeren" Werke entschieden habe. :)



Der Goldene Baum

storyit.de
Hast du es schon ausprobieren können? Wie kommst du damit zurecht?
Vielleicht baue ich mehr auf die Zweischneidigkeit seiner Person: nach außen taff und arrogant, innen von Beginn an schon "weich".
Ich denke, das könnte zu ihm passen. :) Die Entwicklung könnte dann sein, dass er sich nicht etwa verändert und verweichlicht, sondern dass er lernt, seine weiche Seite auch mal zu akzeptieren. Vielleicht geht das an einer Stelle auch erstmal nach hinten los, weil er dadurch einen Fehler macht und er fällt in sein altes Schema des arroganten Großkotzes zurück, ehe er ein gesundes Mittelmaß findet?
Gerne kann ich bei Bedarf mal das eine oder andere Modell genauer vorstellen! Ich möchte euch nur nicht so sehr zuschwafeln, vor allem wenn es um die noch wirre Planung des eigenen Stoffes geht
Bitte schwafel uns zu. :D Ich lese gern, was du dir für Gedanken um dein Werk machst, was du dir hier und da gedacht hast.



Meine Hausaufgabe


Meine Hausaufgabe ist letzten Endes auf ca. 13 000 Wörter gekommen: Süßes Gift - Die letzten Jahre vor dem Fall
Die Geschichte hätte locker noch 1/3 länger sein können, aber da sie pünktlich zum heutigen Tag fertig sein sollte, drückte die Deadline. Viele Fragen sind daher noch immer offen.

Inhalt

"Süßes Gift" behandelt die Jahre 155 bis 168 nach der Asche in Souvagne, die letzten Jahre vor dem Sturz der Agenten der Autarkie. Wie konnte es dazu kommen? Natürlich durch Intrigen, wenn jemand weiß, wo die persönlichen Schwächen der Rädelsführer liegen. Leser der "Lotosspinne" werden den anderen Pascal wiedererkennen, jenen, der auf dem Gemälde abgebildet ist. Hier erlebt man ihn einmal zu Lebzeiten in Aktion. Wir erfahren auch, dass er leider(?) nicht mehr unter den Lebenden weilt.


Perspektive

Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive in Form einer Rückblende geschrieben. Der Geist des im Kampf gefallenen Berzan Bovier erzählt seinem Sohn aus dieser Zeit. Ich habe zwar schon drei Romane (Terra Anura, Jäger aus der Tiefe und das Schloss in der Tiefe) in der Ich-Perspektive geschrieben, doch der Erzähler wandte sich dabei stets an den Leser. Diesmal wendet er sich an seinen Sohn, der neben ihm sitzt. Es hat großen Spaß gemacht, auf die Weise zu schreiben, da Bellamy Rückfragen gestellt hatte, was dem ganzen eine ganz andere Dynamik gegeben hat, als wenn der Ich-Erzähler mit einem schweigenden Leser kommuniziert und raten muss, was dieser nun wohl denkt. Auch hat sich auf diese Weise ein schöner Erzählrahmen ergeben mit Prolog und Epilog und man hätte bei einer längeren Geschichte, beispielsweise um einen Zeitsprung zu überbrücken, auch ein Interludium einfügen können, ohne dass es gekünstelt gewirkt hätte. Der mögliche Nachteil ist vielleicht, dass der Leser hin und wieder aus der Handlung gerissen wird, wenn man ihn daran erinnert, dass alles nur erzählt wird und die Gesprächspartner in Sicherheit sind. Womöglich verhindert es die Immersion? Spaßig zu schreiben war es auf jeden Fall. Es wird sicher nicht die letzte Geschichte mit dieser Perspektive gewesen sein und wer es noch nicht ausprobiert hat, seinem lyrischen Ich einen Gesprächspartner an die Seite zu stellen, dem lege ich ans Herz, das einmal zu tun.


Das gute Ende

... ist ein wenig geschummelt, da der Hauptcharakter der Geschichte sowieso schon tot ist. Er starb im Laufe seiner Erzählung. Im Epilog freut er sich als Geist seines Daseins und stellt seinem Sohn eine weitere Geschichte in Aussicht. Dieses gute Ende hat mir Spaß gemacht, aber ich werde mich der Herausforderung stellen, und bei Gelegenheit mal eine weitere Geschichte mit "richtigem" gutem Ende präsentieren, in der niemand tot ist. Gar nicht so einfach, aus seinem vertrauten Schema auszubrechen und nicht einfach alle sterben zu lassen. ^^
"Die Menschen bauen zu viele Brücken und zu wenige Mauern."
Avatar mit freundlicher Genehmigung von: http://direwrath.deviantart.com/

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