Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

Das gemĂ€ĂŸigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkĂ€mpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, wĂ€hrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
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Alaryah Schattenwind
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Re: Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

#21

Beitragvon Alaryah Schattenwind » So 22. Okt 2017, 18:54

Ein spitzer Schrei riss die Aufmerksamkeit der beiden kĂ€mpfenden an sich. Alaryah hatte sich jedoch schneller wieder gefasst und schleuderte den Stein in Richtung Kopf ihres Angreifers. Ein schmatzendes GerĂ€usch ertönte, als der Stein sein Ziel fand und der Kerl taumelte ein paar Schritte zurĂŒck. Alaryah kam wieder auf die FĂŒĂŸe. Keine Zeit um lange nachzudenken. Die Albin machte einen Ausfallschritt nach vorne und tatsĂ€chlich bohrte sich die Klinge ihres Langdolches in den Bauch des Mannes, der sich immer noch die blutende Wunde am Kopf hielt. Er stöhnte vor Schmerz auf und kippte nach vorn hinĂŒber. Alaryah stellte sich aufrecht hin, gerade noch rechtzeitig, sonst wĂ€re der Mann einfach auf sie gefallen. VerĂ€chtlich schaute sie auf den Angreifer hinab und ihr wurde schlagartig unwohl, als sie weitere Tattowierungen an ihm erkennen konnte. Gerade, als Alaryah in die Richtung des Schreis losspurten wollte, griff der Angreifer erneut nach der Albin. "Du willst einfach nicht aufgeben, was?", fragte Alaryah und wich den groben Griffen des Kerls geschickt aus. Ihre Augen wurden grĂ¶ĂŸer, als er sich ebenfalls wieder aufrappelte. "Bleib doch einfach liegen!", rief Alaryah und warf den Dolch in seine Richtung. Die Klinge blieb in der Stirn des Mannes stecken und erneut schlug er dumpf auf dem Waldboden auf, zuckte mehrmals und blieb dann regungslos liegen. "Endlich.", hauchte Alaryah.
Es dauerte nicht lange, da hatte die Albin ihre AusrĂŒstung wieder komplett beisammen und war auf der Suche nach Jaro. Bei ihrem ursprĂŒnglichen Lagerplatz war niemand mehr aufzufinden, doch Alaryah konnte hier und da deutliche Spuren erkennen. Da war wieder ein Schrei. Ohne weiter nachzudenken raste Alaryah in diese Richtung.

Das GebĂŒsch raschelte nicht wirklich leise, als Alaryah hervortrat. "Jaro!", schoss es aus ihr heraus und sie ging festen Schrittes auf ihn zu. Nach einer festen Umarmung und sichtlicher Erleichterung fiel Alaryahs Blick auf die am Boden liegende Gestalt, sowie auf die sich windende und LĂ€rm machende Kirona. "Was ist passiert? Bist du in Ordnung?", fragte Alaryah schließlich ĂŒber den LĂ€rm hinweg. Dann zog sie erneut einen ihrer Dolche und deutete damit auf die am Boden liegende Frau. "Ist sie tot, oder...?". Vorsichtig nĂ€herte sich Alaryah. "Ich wurde angegriffen, der Kerl hat mir die Luft weggedrĂŒckt, ich habe das Bewusstsein verloren.". Die Albin schwieg einen Moment, nachdem sie fĂŒr Jaro in knappen Worten ihre letzten Erlebnisse zusammengefasst hatte. "Jaro, hat sie auch diese TĂ€towierungen? Der Kerl vorhin hatte nĂ€mlich auch welche...und glaub mir, der war stĂ€rker als eine normale Person sein sollte. Erst eine Klinge IM Kopf hat ihn letztendlich aus dem Weg gerĂ€umt...". Kirona schlug nun wild um sich. "Und was sollen wir jetzt tun?!". Alaryah wusste nun nicht so recht weiter, entschied sich dann jedoch zu Kirona zu eilen. "Wir mĂŒssen sie irgendwie beruhigen.". Alaryah begann Kirona irgendwie zu fixieren, was ihr mehr oder weniger gelang. "Alles ist gut, wir sind es, komm zu dir.", redete die Albin auf Kirona ein und versuchte dabei so ruhig wie möglich zu klingen. In den letzten Momenten ging scheinbar alles drunter und drĂŒber und Alaryah fĂŒhlte sich etwas verloren in dieser Situation. <Das wird schon wieder...>, dachte die Albin und war froh, dass es Jaro den UmstĂ€nden entsprechend gut zu gehen schien.

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Jaro BallivĂČr
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Re: Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

#22

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Do 26. Okt 2017, 17:09

„Kirona, beruhige dich doch”, drĂ€ngte Jaro mit Verzweiflung in der Stimme. „Sch, sch; der ganze Wald wird uns hören!“
Vorsichtig versuchte er sie anzufassen und kassierte eine saftige Ohrfeige, als Kirona plötzlich herumfuhr. „Au!“, fluchte er und ging sicherheitshalber einen Schritt zurĂŒck. Sie schrie noch immer und drehte sich hektisch von Seite zu Seite, ehe sie auf die Knie ging und sich krĂŒmmte und wand. Was sollte er nur tun? Er musste sie irgendwie ruhigstellen. Langsam nĂ€herte er sich ihr, die HĂ€nde weit nach vorne getreckt, um nicht wieder im Gesicht getroffen zu werden, da trat plötzlich Alaryah aus dem GebĂŒsch.
Zuerst machte sich Erstaunen, dann warme Erleichterung in Jaro breit und als Alaryah ihn in eine Umarmung zog, erwiderte er sie voller Hingabe.
In der Hektik der letzten Augenblicke hatte er nicht mehr wirklich darĂŒber nachgedacht, doch die Furcht, der Waldalbin hĂ€tte etwas zugestoßen sein können, hatte sich tief in seinem Innern eingenistet. Nun war sie hier, zwar ein wenig mitgenommen, doch nach außen hin ohne grĂ¶ĂŸere Verletzungen.
„Ich habe einen schlimmen Fehler gemacht“, gestand Jaro und folgte Alaryahs Blick zur Albin am Boden. „Sie hat mich in den Wald gelockt und ich habe Kirona allein zurĂŒckgelassen und als ich wieder kam, war sie verschwunden; also bin ich nach und“-, Alaryah bedeutete Jaro mit einer freundlichen Geste, dass es schon in Ordnung sei. Sie hatte die SchuldgefĂŒhle in seiner Stimme bemerkt. „Ich habe gar nicht kontrolliert, ob sie noch lebt!“, stellte er ĂŒberrascht fest, als Alaryah ihn fragte. Schnell prĂŒfte die Waldalbin den Puls. Die Frau lebte noch. Alaryah hob das kurze Schwert auf, reichte es Jaro und suchte mit gekonnten Handgriffen nach weiteren Waffen. Nachdem sie ihr alles abgenommen hatte, band die Waldalbin der Feindin die HĂ€nde und knebelte sie. Was genau sie mit ihr anstellen sollten, wussten sie nicht, doch keiner wollte die Bewusstlose einfach abstechen, zumal sie sich durchaus als wertvolle Informationsquelle entpuppen könnte.
Kirona hatte endlich aufgehört zu schreien und gab nun summende und knurrende Laute von sich. Gebannt hörte Jaro an, was Alaryah in der Zwischenzeit erlebt hatte. Oril sei Dank hatte sie diesen Kerl letztlich ĂŒberwinden können. Er musste ein richtiges Monster gewesen sein und hatte – was noch beunruhigender war - Ă€hnliche Tattoos gehabt wie Kirona. Vorsichtig schoben sie einen Ärmel der Bewusstlosen nach oben, denn Jaro hatte zuvor nur ihr Gesicht gesehen. Erleichtert blickten sie sich an; ihre Haut war makellos.

Durch Alaryahs BemĂŒhungen hatte Kirona aufgehört, wie wild um sich zu schlagen. Trotzdem waren weiterhin starke Spannungen und gelegentliche Zuckungen in ihrem Körper zu spĂŒren und keiner traute sich, die Frau wieder loszulassen. Sie hatten Kirona hingelegt, Jaro hielt die Beine und Alaryah Kopf und Arme und sprach immer wieder beruhigend auf sie ein.
Zuerst bemerkte Jaro es nicht, hielt es fĂŒr die normale WĂ€rme, die durch den Kontakt seiner HĂ€nde entstand. Irgendwann fĂŒhlte sich Kirona aber dermaßen heiß an, dass er genauer tastete und feststellte, dass die WĂ€rme nicht gleichmĂ€ĂŸig ĂŒber das Bein verteilt war. Vorsichtig zog er die Hose ein wenig hoch und erschrak. Teile der Tattoos leuchteten dunkelrot auf, glĂŒhten regelrecht. Alaryah begann den Oberkörper abzusuchen und ĂŒberall fanden sich Bereiche wie dieser. Sie nahmen feuchtes Moos vom Boden und kĂŒhlten die Stellen, die sie finden konnten. Beide wussten, dass das nicht des RĂ€tsels Lösung war, sie nicht die ganze Nacht so wĂŒrden dasitzen können, doch es gab ihnen immerhin fĂŒr den Moment etwas Sinnvolles zu tun.
„Das allein wird nicht reichen.“
Eine trockene Stimme, brĂŒchiger Erde gleich, ließ Alaryah und Jaro zusammenfahren. Direkt vor ihrer Nase erschien eine alte Frau aus dem Nichts. Sie war in einen moosgrĂŒnen Umhang gehĂŒllt, unter dem sie noch etliche Lagen Kleidung zu tragen schien, denn der Arm, den sie ausstreckte, war dĂŒnn wie ein Zweig. Ihre Haut war braun und Ă€hnelte der Borke eines Ahornbaumes, ihr Gesicht war zerfurcht von Falten und die Augen weise und warm. Sie trug einen Stab mit einer kleinen Laterne, in deren Innern mehrere LeuchtkĂ€fer durcheinander flogen und einen grĂŒnlich gelben Lichtkegel bildeten. Im Haar waren mehrere Efeuranken befestigt.
„Diese Frau ist innerlich zerrissen. Sie braucht Ruhe“, fuhr die Alte fort, wĂ€hrend Jaro und Alaryah sie weiter sprachlos anstarrten. Langsam holte sie den Korb von ihrem RĂŒcken herunter, kramte darin und offenbarte ein kleines HolzflĂ€schchen, das sie entkorkte, wĂ€hrend sie auf Alaryah zuging.
„Ihr seid die Schamanin“, stelle die Waldalbin fest. Die Frau nickte nur und bat Alaryah Kirona gut festzuhalten. Dann flĂ¶ĂŸte sie ihr etwas von der FlĂŒssigkeit ein und Jaro merkte, wie sich die Gliedmaßen fast augenblicklich entspannten. „Staubwedel“, grinste die Schamanin, „einer meiner liebsten Freunde.“
Sie ging an Jaro vorbei in Richtung der gefesselten Lichtalbin. Obwohl er wusste, wie unhöflich das war, konnte Jaro nicht den Blick von der Schamanin wenden. <Sie sieht aus wie ein Baum!>, dachte er und als er erkannte, dass der Efeu nicht etwa in das Haar eingearbeitet sondern ein Teil davon war, erstaunte ihn das nicht einmal. Wie alt sie wohl sein mochte?
„Die könnt ihr so nicht lassen. Die wird nur Ärger machen, ganz bestimmt.“
Sie stieß mit einem Fuß gegen die leblose Magierin und kniete mit knackenden Knien vor ihr nieder. Wie von Zauberhand zog sie einige Dinge aus den Tiefen ihrer Kleidung, schlug zwei davon aufeinander und brachte eine kleine Fackel zum Brennen. „Ich hoffe meine lieben Fungi-Lii werden es mir verzeihen“, murmelte sie vor sich hin und entzĂŒndete ein kleines PflanzenbĂŒschel. Mit einer Hand hielt sie sich den Umhang vors Gesicht, mit der anderen die rauchende Pflanze unter die Nase der Gefangenen und verharrte so lange in dieser Position, bis das BĂŒndel vollstĂ€ndig verbrannt war. „Das sollte reichen“, nickte sie zufrieden und erhob sich. „Keine Sorge, sie wird noch selbststĂ€ndig laufen können. Am besten, wir geben ihr spĂ€ter noch ein bisschen Messingkraut zu essen

Und nun zu euch, Kind des Waldes, Kind des Lichts, die ihr auf der Suche nach mir seid. Der Wald fĂŒrchtet sich und Furcht ziert euren Weg. Ich habe das Geschrei bis zu meinem Hain gehört.“
, sie gestikulierte mit ihrer knorrigen Hand in Kironas Richtung. „Es ist nicht mehr weit.“ Sie wandte sich nun direkt an Alaryah.
„Es gibt keinen Weg, den das Auge sieht, deinen Ohren musst du vertrauen, mein Kind. Wir treffen uns dort.“
Dann verschwand sie so schnell und ĂŒberraschend wie sie gekommen war.
~ Die grĂ¶ĂŸte Offenbarung ist die Stille ~

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Re: Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

#23

Beitragvon Alaryah Schattenwind » Do 2. Nov 2017, 15:43

Selbst fĂŒr Alaryahs VerhĂ€ltnisse war die Schamanin schneller wieder verschwunden als gedacht. Alaryah hatte in der Vergangenheit bereits Schamanen der Waldalben gesehen, doch diese war noch einmal anders und ihr eher unbekannt. Die Frau hatte eine Ruhe ausgestrahlt, jedoch auch Respekt und WĂŒrde.
Viel Zeit blieb Alaryah nicht um ĂŒber das erlebte weiter nachzudenken. Sie mussten weiter. <Es gibt keinen Weg, den das Auge sieht, deinen Ohren musst du vertrauen, mein Kind.>, wiederholte Alaryah die Worte in ihrem Kopf. "Dann auf.", meinte die Albin schließlich mit einer gewissen Anspannung. Sie hoffte, dass sie den Weg finden wĂŒrden. "Was machen wir mit ihr?", fragte Jaro noch und deutete in Richtung der am Boden liegenden Feindin. "Wir lassen sie hier liegen.", entschied Alaryah und erntete daraufhin einen nervösen Blick von Jaro. "Wir können sie nicht mitnehmen, wir mĂŒssen doch schon auf Kirona aufpassen.". Jaro schien mit dieser Lösung nicht wirklich zufrieden. "Die Schamanin wird sich um sie kĂŒmmern.", meinte Alaryah dann, wie auch immer das am Ende aussehen mochte...
Erst tappte die kleine Reisegruppe etwas planlos umher, doch schließlich gelang es der Albin auch innerlich zur Ruhe zu kommen. Sie sprach so gut wie gar nicht, hatte ihre Sinne geschĂ€rft und achtete auf jedes noch so kleine Detail in ihrer Umgebung. Dann plötzlich vernahm sie ein GerĂ€usch in der Ferne, welches nicht zu denen des Waldes passte. Es war wie Harfenspiel, dabei jedoch kaum wahrnehmbar. Weiterhin schien es, als wĂŒrde ein sanfter Wind die Töne in ihre Richtung tragen. Abrupt hielt Alaryah an, drehte den Kopf schrĂ€g nach links. "Da lang.", hauchte sie und ging direkt in besagte Richtung, angezogen wie eine Motte vom Licht. Der Weg, den Alaryah vorgab, war alles andere als gerade und angenehm. Sie fĂŒhrte Jaro und Kirona ĂŒber Stock und Stein, durch das Unterholz und ĂŒber eine kleine Lichtung, immer weiter unermĂŒdlich voran. Das Harfespiel war fĂŒr Alaryah nun deutlicher zu vernehmen, schien jedoch ab und an den Ursprungsort zu wechseln. Wie aus dem Nichts fĂŒhlte Alaryah urplötzlich eine BerĂŒhrung am Kopf und fuhr vor Schreck zusammen. Kerzengerade stand sie nun regungslos da, die Augen, in denen schwach ein gelbes Licht leuchtete, weit aufgerissen. <Ihr seid auf dem richtigen Weg.>, sagte eine warme Stimme in ihrem Kopf. <Es ist nicht mehr weit.>. Alaryah konnte nicht antworten, so sehr sie es auch gewollt hatte. <Folgt den KlĂ€ngen, Freunde des Waldes. Ihr werdet sicher ankommen.> Ein sanfter Wind wehte und das schwache Licht verschwand aus den Augen der Albin. Sekunden spĂ€ter war sie wieder voll und ganz da. "Wir...haben es fast geschafft.", flĂŒsterte sie Jaro zu und konzentrierte sich wieder auf die Umgebung, da dieses Erlebnis Alaryah aus dem Konzept gerissen hatte. TatsĂ€chlich sollte die Stimme Recht behalten. Nachdem Alaryah schließlich die letzten Meter wie in Trance schon fast durch den Wald geschwebt war, hatten sie ihr Ziel erreicht. Die kleine Albin keuchte schwach, als sie aufhörte ihre KrĂ€fte zu wirken und musste sich sogar kurz an einem nahestehenden Baum festhalten. Zwar kam Jaro, offensichtlich besorgt, direkt zu ihr, doch lenkte die Albin seine Aufmerksamkeit nach vorne. "Sieh nur.", sagte sie leise und schon fest ein wenig ehrfĂŒrchtig.
Das dichte Unterholz und die BĂ€ume waren verschwunden, eine saftig grĂŒne Lichtung breitete sich vor ihnen aus. Ein schmaler Weg aus glatten Steinplatten schlĂ€ngelte sich ĂŒber die Lichtung, welche von einem hölzernen Gatterzaun umgeben war. Auf jedem zweiten Zaunpfahl waren Laternen befestigt, wie auch die Schamanin sie an ihrem Stab getragen hatte. Direkt gegenĂŒber von ihnen stand ein mĂ€chter, alter Baum mit weit ausgebreitetem Wurzelwerk, dazwischen war eine Art...kleine TĂŒr eingearbeitet, scheinbar die Behausung der Schamanin. Am auffĂ€lligsten jedoch war der runde Brunnen in der Mitte der Lichtung. Er war aus verschieden großen, scheinbar perfekt zueinander passenden Steinen gebaut. Manche davon setzten bereits Moos an und hier und da lugten Pilze und Pflanzen zwischen den Ritzen hervor. Der Brunnen selbst war umringt von dĂŒnnen Birken, von deren Astwerk bunte BĂ€nder, geschnitzte Symbole, Federn und wunderschöne Steine herunterbaumelten. "Komm.", brach Alaryah sanft die schon fast ein wenig unheimliche Stille. Leise klimperten Glöckchen und Windspiele, als die drei vorsichtig ihren Weg in Richtung Brunnen antraten, begleitet von einigen GlĂŒhwĂŒrmchen. <Was fĂŒr ein Ort.>. Von dem Brunnen schien eine enorme Kraft auszugehen, ein wohliges GefĂŒhl breitete sich in Alaryah aus. Schließlich kamen sie vor dem Brunnen zum Stehen. Das Wasser stand hoch, gut 20cm unter der Kante, jedoch schien es keinem einzigen Tropfen zu gelingen sich einen Weg durch die umringten Steine zu bahnen. Das Wasser war ruhig und schwach spiegelten sich Sternenhimmel und Mondlicht darin, das eigene Spiegelbild blieb jedoch beim Hineinsehen verborgen. Keiner der Reisenden wagte es den Brunnen oder gar das Wasser zu berĂŒhren. Alaryah ließ diesen Ort noch etwas auf sich wirken, wandte sich dann zu Jaro und Kirona um. "Wunderschön, nicht wahr?", fragte sie und lĂ€chelte. Die Anspannung der letzten Stunden schienen fast wie fortgeblasen und zufrieden setzte sich Alaryah ein paar Schritte von dem Brunnen entfernt in das weiche Gras. Dort nahm sie sich ein paar Minuten Zeit um die Schrammen und Blessuren des Kampfes loszuwerden.
Bald darauf erschien die Schamanin. "Wie ich sehe seid ihr den richtigen Weg gegangen.", sagte sie und nĂ€herte sich den GefĂ€hrten. Alaryah erhob sich rasch und verbeugte sich knapp, dennoch respektvoll. "Habt vielen Dank fĂŒr Eure Hilfe.", meinte Alaryah und fuhr fort: "Hier, an diesem wunderbaren Ort, wird Kirona bestimmt die Ruhe finden, die sie braucht.". "Nun, Kind, lang kann sie trotzdem nicht hier bleiben. Ebenso wenig wie sie...". Die Schamanin machte eine knappe Handbewegung und kurze Zeit spĂ€ter stolperte die Angreiferin aus dem Unterholz herbei. Sie sah immer noch mitgenommen aus, doch funkelte dĂŒster zu den umstehenden Personen als sie diese bemerkte. Alaryahs Blick wurde wieder ernster. "Wir hatten gehofft weitere Informationen aus ihr herauszubekommen. Daher haben...", begann sie zu erklĂ€ren, verstummte jedoch als die Schamanin die Hand hob. "DafĂŒr wird auch noch Zeit sein. Sorgt euch nicht, sie kann hier keinen Schaden anrichten. Sie ist auch fĂŒr ihre GefĂ€hrten nicht sichtbar, falls es welche gibt, die nach ihr suchen. Zu dicht sind die Schleier und zu verworrend die Wege.". Die Schamanin zeigte mit ihren knorrigen Fingern auf die Frau. "Niemand wird sie finden.". Alaryah war sich sicher, dass die Schamanin Recht behalten wĂŒrde. Vielleicht kam Jaro nicht ganz mit der Situation zurecht, daher stellte sich Alaryah wieder nĂ€her zu ihm. Sie hatte seinen Blick gesehen, als seine Angreiferin die Lichtung betreten hatte, ganz wohl schien ihm immer noch nicht zu sein. "Nundenn, ich werde sie nun sicher verwahren, keine Sorge, ihr wird kein Leid getan. Folgt mir.". Langsam schritt die Schamanin in Richtung Baum, die Angreiferin wehrte sich erst, doch folgte dann wie von unsichtbaren BĂ€ndern gezogen. Alaryah nickte Jaro zu und so folgten auch sie der Schamanin in das dicke Wurzelwerk.

In der Baumbehausung war es erstaunlich still, fast sĂ€mtliche GerĂ€usche schienen von dem Holz des Stammes verschluckt zu werden. Auch hier sorgten Laternen fĂŒr schummeriges Licht, welches die Schatten bedrohlich ĂŒber die WĂ€nde tanzen lies. Auch hier baumelten, wie an den Birken um den Brunnen, allerhand Talismane und Symboliken an BĂ€ndern von der Decke. Hier und da hingen leicht ausgefranzte VorhĂ€nge vor Einbuchtungen in den hölzernen WĂ€nden, welche scheinbar als Stauraum oder als Regal dienten. Überall standen unterschiedlich große FlĂ€schchen und Phiolen herum, kleine GefĂ€ĂŸe aus Ton, mit oder ohne Korken, sowie mehrere Schatullen mit seltsamen Schriftzeichen darauf. Alaryahs Augen wurden grĂ¶ĂŸer und grĂ¶ĂŸer. Es duftete nach RĂ€ucherwerk, nicht wirklich penetrant, doch trotzdem deutlich merkbar. Hier gab es eindeutig viel zu sehen und wahrscheinlich noch mehr zu entdecken wenn man herumstöbern wĂŒrde. Am liebsten hĂ€tte die Albin sich alles genauer angesehen, doch wĂŒrde man dafĂŒr bestimmt mehrere Tage brauchen, ganz abgesehen davon, dass es natĂŒrlich mehr als unhöflich wĂ€re wie wild Fragen zu stellen oder gar alles anzufassen. Die Schamanin verschwand mit der Gefangenen und ließ die drei GefĂ€hrten mehrere Momente allein. "Hast du sowas schon mal gesehen?", fragte Alaryah immer noch etwas baff. "Hier muss doch irgendetwas bei sein, was Kirona helfen kann.", fĂŒgte sie mit einer Mischung aus Hoffnung und Verzweiflung hinzu.

***

"Legt eure AusrĂŒstung ruhig dort vorn ab. Ihr braucht hier keinerlei Waffen.", unterbrach die Schamanin schließlich die gerade eingekehrte Stille, nachdem sie allein aus einem scheinbar vorhandenen Untergeschoss zurĂŒckgekehrt war. Es war, als hĂ€tte sie gewartet, bis die GefĂ€hrten ihr GesprĂ€ch beendet hatten. Geschickt schwang Alaryah den Köcher von ihrer Schulter und legte ihn, mitsamt dem Bogen und ihren Langdolchen, auf eine Art Kommode. Kirona hatte die Schamanin einen lauwarmen Tee aus den verschiedensten Zutaten eingeflĂ¶ĂŸt, sodass diese nun friedlich auf einem Fell und in Decken eingepackt schlief. Schon bald saßen Jaro, die Schamanin und Alaryah gemeinsam an einem kleinen Tisch, ebenfalls dampfenden Tee trinkend und sie berichteten der Schamanin alles, was bisher passiert war. Diese schien wĂ€hrend des GesprĂ€chs gedanklich schon an mehreren LösungsansĂ€tzen zu arbeiten, kam dabei anscheinend auch zu einem Ergebnis. "Seid meine GĂ€ste, bleibt ĂŒber Nacht hier und erholt euch. Ich arbeite derweil an einem Mittel, was eurer GefĂ€hrtin helfen könnte. Allerdings benötige ich dafĂŒr etwas Zeit, Ruhe und weitere Zutaten. Sucht mich bei Tagesanbruch bei dem Brunnen auf, sodass wir gemeinsam die Dunkelheit aus dem Herzen eurer Freundin vertreiben können.". Alaryah sah Jaro an, dann nickte sie. "Ich hoffe es...".

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Jaro BallivĂČr
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Re: Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

#24

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Do 23. Nov 2017, 22:11

Jaro wusste nicht wie, doch Alaryah hatte es tatsĂ€chlich geschafft, sie zu dem geheimnisvollen Brunnen zu fĂŒhren. Von dem Moment an, in dem sie die Lichtung betreten hatten, war der junge Alb wie verzaubert gewesen. Es war, als wĂ€ren sie in eine andere Welt gelangt, eine mystische Welt voll natĂŒrlicher Schönheit, doch auch ein wenig unheimlich, mit einem eigenen Willen und eigenen Regeln. Sogar die Luft fĂŒhlte sich anders an, sie schien Substanz zu haben und strich ĂŒber Jaro hinweg. Nach nur wenigen Augenblicken auf der Lichtung spĂŒrte er, wie er ruhiger wurde, sich ausgeruht und gesund fĂŒhlte. Einzig das mulmige GefĂŒhl, dass die Angreiferin in ihm auslöste, war noch immer allgegenwĂ€rtig, obwohl sie gerade gar nicht in der NĂ€he war. Es war, als hĂ€tte sie einen Teil von sich in ihm zurĂŒck gelassen, als sie in seinen Geist gedrungen war und hin und wieder konnte Jaro es spĂŒren. Wie ein Fremdkörper drĂ€ngte es in ihm und fĂŒhlte sich unangenehm und falsch an. WĂ€hrend Alaryah sich zu Boden setzte, blickte Jaro weiter auf die spiegelglatte OberflĂ€che des Brunnenwassers. Wie tief der Schacht sein mochte? Er traute sich noch immer nicht, es zu berĂŒhren, rechnete fast damit, dass es ihn packte und die Tiefe zog, wenn er es versuchte.
Das Ziehen in seinem Inneren wurde stĂ€rker und kurz darauf erschien die Schamanin mit der Lichtalbin im Schlepptau. Der Junge weitete die Augen, dann sah er schnell weg, aus Angst, sie könne seine Gedanken lesen oder ihn wieder manipulieren. Sein Wissen ĂŒber Magie war zu rudimentĂ€r, als dass er hĂ€tte einschĂ€tzen können, wie schwer oder einfach die Frau dies bewerkstelligen konnte. Wenn die Schamanin der Meinung war, sie wĂ€ren hier sicher, wĂŒrde das mit Sicherheit stimmen, oder?

Auch Jaro machte große Augen, als er das irgendwie geordnet wirkende Durcheinander im Innern des Baumes erblickte. Er schĂŒttelte den Kopf.„Nein“, hauchte er. „Was ist all das?“ Beide ließen fasziniert den Blick schweifen.
„Die Schamanin klang sehr zuversichtlich was Kirona angeht. Ich hoffe auch, dass es ihr bald wieder besser geht.“ Er dachte zurĂŒck an die Hitze, die von ihr ausgegangen war. Mit Sicherheit hatte sie große Qualen gelitten. Alaryah deutete auf ein Glas, aus dem violett eingefĂ€rbte DĂ€mpfe strömten und auch ansonsten ließen sich die merkwĂŒrdigsten Dinge finden. Die Waldalbin zĂ€hlte ein paar HeilkrĂ€uter und Essenzen auf, die ihr bekannt waren, doch sie hatte ebenfalls noch nie solch eine Ansammlung gesehen, nicht einmal bei großen HĂ€ndlern in den Orten. Jaro erzĂ€hlte von der alten Brerin in seiner Heimat Calorod und den KrĂ€utern, die sie im Garten selbst zĂŒchtete. NatĂŒrlich konnte auch sie nicht annĂ€hernd mit der Schamanin mithalten. „Was wohl in all diesen Schatullen verborgen ist?“, fragte Jaro. „Wahrscheinlich mehr, als wir uns ausmalen können.“ Alaryah lĂ€chelte und da erschien die Schamanin, die es geschafft hatte Kirona zu betten. Der rauchige Duft in dem Baumhaus stieg Jaro schnell in den Kopf und er merkte, wie er schlĂ€frig wurde. Zum GlĂŒck ĂŒbernahm Alaryah den grĂ¶ĂŸten Teil der ErlĂ€uterungen und er ergĂ€nzte nur dann und wann eine Kleinigkeit, vor allem, von der Zeit, in der sie getrennt waren. Ganz deutlich spĂŒrte er den bohrenden Blick der Schamanin auf sich, als er von der TĂ€uschung durch die Lichtalbin erzĂ€hlte. Aus Scham und aus Angst erwĂ€hnte er nicht, dass sie komplett in seinen Geist eingedrungen war. Vornehmlich ging es ja auch um Kirona, dachte er.

Die Nacht war ruhig. Erst dachte Jaro, dass er nicht wĂŒrde schlafen können und wenn, ihn furchtbare TrĂ€ume heimsuchen wĂŒrden, doch entweder war es der Erschöpfung oder der Magie des Ortes geschuldet, dass er erholsam und ungestört ruhen konnte.
Alaryah weckte ihn am Morgen und die Schamanin wartete bereits mit Kirona am Brunnen. Die tĂ€towierte Frau war noch sehr blass, doch auch sie schien sich beruhigt zu haben. „Ich konnte alles auftreiben“, sagte die Schamanin und deutet auf den Brunnenrand. Ein kleiner RĂ€ucherkegel schickte Schwaden in die Luft, daneben befand sich eine Schale mit einer grĂŒnlichen FlĂŒssigkeit und eine weitere mit einer knallroten Creme. „Vertraut sie euch?“ Jaro und Alaryah wechselten einen Blick. „Ich denke schon“, sagte die Albin dann. „Ich möchte, dass ihr ihre HĂ€nde nehmt und sie immerzu anblickt, wĂ€hrend ich sie von den dunklen KrĂ€ften reinige. Gerne fĂŒhrt sie an euer Herz und legt Liebe und Geborgenheit in eure Augen und eure BerĂŒhrung. Sie muss das GefĂŒhl haben, dass sie auch ohne den bösen Geist in ihrem Innern sicher ist, sonst wird sie nicht los lassen.“ Beide nickten und die Schamanin legte Kironas Oberkörper frei. Jaro sah reflexartig weg, erinnerte sich dann aber an die Worte der alten Frau und blickte Kirona stattdessen ins Gesicht. Alaryah griff Krionas rechte Hand, Jaro nahm die linke. Die tĂ€towierte Frau reagierte auf die BerĂŒhrung und suchte mit ihren entrĂŒcktem Blick nach dem Ursprung des Kontakts. Die Schamanin begann zunĂ€chst damit, Kironas Körper mit Wasser aus dem Brunnen zu besprenkeln. Dabei murmelte sie Worte, die Jaro nicht verstand. Vorsichtig hob sie den RĂ€ucherkegel an und fĂŒhrte ihn in kreisenden Bewegungen um die Frau herum. Sie flĂ¶ĂŸte ihr langsam die FlĂŒssigkeit ein und prĂŒfte, dass Kirona auch alles schluckte und nahm schließlich die Schale mit der roten Creme in die Hand. Kirona hatte noch keine Reaktion gezeigt, stand ruhig da, ihre Hand lag schwer in Jaros. Eine Zeit lang begutachtete die Schamanin Kironas Oberkörper, tastete hier und da und grunzte dann zufrieden. Mit den Fingern nahm sie die Creme auf und begann sie in rhythmischen Bewegungen um eines der Tattoos herum einzureiben. Sie verfiel in einen monotonen Singsang und Jaro merkte, wie Kironas Hand zupackte. Eilig legte er sie auf seine Brust, wo sein Herz krĂ€ftig klopfte. <Wir sind fĂŒr dich da, Kirona. Hab keine Angst. Wir sind deine Freunde>, versuchte er ihr durch seine Gedanken zu schicken. Die Frau hatte zu wimmern begonnen, ihre Unterlippe zuckte auf und ab und ihre Augen flitzten schnell von Seite zu Seite. Plötzlich warf sie den Kopf in den Nacken und schrie. Vor Schreck hĂ€tte Jaro beinahe ihre Hand los gelassen. <Nein Kirona! Sieh uns an!>, flehte er still. Instinktiv nahm er die Hand an seine Wange und schmiegte sich daran, in der Hoffnung ihr so nĂ€her zu sein. Der Singsang der Schamanin schwoll an und ihre Bewegungen wurden schneller, Kironas Körper zuckte und Alaryah und Jaro hatten MĂŒhe, sie festzuhalten. Gerade als Jaro meinte, er könne sie nicht lĂ€nger halten, stoppte sie abrupt, ein Knall ertönte und die Schamanin wurde ein gutes StĂŒck nach hinten geschleudert. Ein jeder atmete schwer. Jaro blickte zu der Stelle, an der die Creme eingearbeitet worden war. Das Tattoo war weg. Er suchte Kironas Blick und in ihren Augen war wieder Leben. „Hat es geklappt?“, fragte Alaryah und eilte zu der alten Frau, um ihr aufzuhelfen. „Ich konnte es bannen, doch es ist nicht gĂ€nzlich verschwunden“, stöhnte sie erschöpft. „Es ist stĂ€rker, als ich dachte und ich wurde gestört. Die andere hat meine Ablenkung genutzt. Sie hat sich gegen die Medikation gewehrt und versucht in meinen Geist einzudringen
 Dann ist sie geflohen und mir ist das letzte StĂŒck durch die Finger geglitten.“
„Was?“, fragte Jaro. „Die Magierin ist weg?“
„Ja“, sagte die Schamanin fest. „Meine Freunde haben es mir sofort berichtet.“
Der Alb sah zu Alaryah und die Schamanin schien die allgemeine Verunsicherung zu bemerken. „Macht euch wegen der keine Sorgen. Ich werde mich um sie kĂŒmmern. Doch auch ihr mĂŒsst gehen. Je lĂ€nger ihr hier weilt, desto schwĂ€cher wird die Tarnung dieses Ortes.“ Sie blickte ernst in die Runde. „Du mein Kind“, wandte sie sich an Alaryah. „Du hast gute Instinkte und ein gutes Herz. Du wirst wissen, was zu tun ist.“
„Aber diese Frau, die Magierin, was, wenn sie euch etwas tut?“, sagte Jaro kleinlaut und die Schamanin blickte ihn warm an.
„Sorgt euch nicht, ich bin keinesfalls alleine. All die BĂ€ume, Pflanzen, Tiere sind meine Freunde und VerbĂŒndeten. Und nun, holt eure Sachen. Diese Frau“, sie deutete auf Kirona, „sollte stabil genug sein, dass ihr mit ihr reisen könnt.“
Die Verabschiedung kam schneller, als Jaro geglaubt hatte. Sie bedankten sich bei der alten Frau und Jaro betete zu Oril, ihr möge nichts geschehen. Irgendwie fĂŒhlte er sich schuldig fĂŒr die Gefahr durch die Lichtalbin. Ob er mit Alaryah darĂŒber sprechen konnte?
Eilig wurden neue VorrĂ€te verstaut und ehe sie sich versahen, war die kleine Reisegruppe wieder im dichten Wald unterwegs. Sie wollten möglichst viel Abstand zum Hain der Schamanin gewinnen, um die Frau und ihre ReichtĂŒmer nicht weiter in Gefahr zu bringen und so gingen sie so lange sie ihre FĂŒĂŸe trugen.

Alaryah Schattenwind
Es war bereits spĂ€t geworden als die kleine Reisegruppe das Nachtlager aufgeschlagen hatte. Ein Feuer war schnell entzĂŒndet, das Abendmahl verspeist. Ruhe kehrte ein. Alaryah hatte noch einen kurzen Wachgang unternommen, zum GlĂŒck blieb dieser ereignislos. Als die Albin wieder beim Lagerfeuer ankam hatte Kirona bereits schwer mit der MĂŒdigkeit zu kĂ€mpfen. Lange wĂŒrde es bestimmt nicht mehr dauern, bis sie einschlief. Alaryah nickte Jaro einmal zu, machte es sich dann auch an dem wĂ€rmenden Feuer bequem. "Was fĂŒr ein Tag. Wobei, vielleicht sollte ich besser sagen: Was fĂŒr eine Reise. Ich hĂ€tte nicht damit gerechnet, dass sich die Ereignisse derart und in so kurzer Zeit schon fast ĂŒberschlagen...". Sie legte noch einen Scheit nach. "Ich glaube, wir können auch diese Nacht wieder ruhig schlafen.". Kurz schaute sie zu Kirona, dann wieder zu Jaro.

Jaro BallivĂČr
Seit dem Überfall war Jaro immer ein wenig mulmig zumute, wenn Alaryah ihre SteifzĂŒge unternahm. <Mach dich nicht verrĂŒckt>, schalt er sich. <Sie ist eine WaldlĂ€uferin, das hier ist ihr Revier.> Trotzdem verspĂŒrte er Erleichterung, als sie zurĂŒck war. Er nickte. "Mir kommt es vor, als wĂ€ren wir schon seit einer Ewigkeit unterwegs. Ob es nun etwas ruhiger wird?"
"Ich bin froh, dass wir die Schamanin getroffen haben." Auch Jaro blickte kurz zu Kirona, die zwar noch immer erschöpft und durcheinander war, doch immerhin nicht mehr in ihrer Trance festhing. Immer wieder fielen ihr die Augen zu und Jaro wunderte sich, dass sie ĂŒberhaupt noch mit dem Schlaf kĂ€mpfte. <Vielleicht hat sie Angst davor einzuschlafen und wieder die Kontrolle zu verlieren>, dachte er. "Wo werden wir morgen hingehen?"

Alaryah Schattenwind
Alaryah dachte einen Moment lang ĂŒber die Frage nach, derweil knisterte das Feuer leise vor sich hin. "Nun.", begann sie und ging in Gedanken die umliegenden Wege und Ortschaften durch. "Wir sollten in Richtung Nordwesten weiterziehen. Wir folgen dann einem alten Wanderweg. Dieser fĂŒhrt uns direkt nach BlĂŒtengarten. Von dort aus ist es nicht mehr weit bis zu einer grĂ¶ĂŸeren Albenstadt.". Alaryah bemerkte, dass Kirona nun eingeschlafen war. Sie beugte sich trotzdem nĂ€her zu Jaro und sagte mit gedĂ€mpfter Stimme: "Wer weiß, was sich noch fĂŒr Gestalten im Waldreich herumtreiben. Wir mĂŒssen an höherer Stelle Meldung machen.". <Hoffentlich kommen wir rechtzeitig und es sind genĂŒgend Boten vor Ort.>. Dann schaute Alaryah einen Moment lang in die Flammen. "Ich hoffe der Schamanin passiert nichts. Sie ist in ihrem Hain mit dem Brunnen zwar gut geschĂŒtzt...doch wer weiss?"

Jaro BallivĂČr
Jaros Augen weiteten sich. Eine richtige Stadt... schon der StĂŒtzpunkt hatte ihn tief beeindruckt, wie musste dann erst eine große Stadt sein? "Ich habe vor allem das GefĂŒhl, sie werden von mal zu mal gefĂ€hrlicher", gab Jaro zurĂŒck. "Die Kerle am Anfang waren ja fast nichts gegen die anderen beiden."
Alaryahs Worte fachten erneut das mulmige GefĂŒhl an, dass ihn seit der Flucht der Lichtalbin in Beschlag hatte. "Ich hoffe das auch", sagte er kleinlaut und leise. "Immerhin hat sie den Wald auf ihrer Seite." Sorgt euch nicht, ich bin keinesfalls alleine. All die BĂ€ume, Pflanzen, Tiere sind meine Freunde und VerbĂŒndeten. Das hatte sie ihnen vor dem Aufbruch gesagt. Und trotzdem plagten Jaro Zweifel. "Ob es ein Fehler war, die Magierin mitzunehmen, sie nicht gleich an Ort und Stelle..." Er stockte. Schon das Wort auszusprechen, fiel ihm schwer. "umzubringen." brachte er schließlich hervor.

Alaryah Schattenwind
Einige Sekunden hielt die Stille. Alaryah schaute Jaro in dieser Zeit einfach nur an. Er fĂŒhlte sich nicht wohl bei der ganzen Sache. "Jaro.", sagte sie schließlich mit neutralem Tonfall und bekam seine Aufmerksamkeit. "Ich...". Sie legte den Kopf schief und in ihrem Blick war eine Spur Mitleid zu erkennen. "Sagen wir es mal so. Wir hĂ€tten sie auf jeden Fall nicht einfach dort liegen lassen dĂŒrfen, dessen bin ich mir sicher. Wer weiss, vielleicht hĂ€tten ihre Schergen sie aufgegriffen und dann hĂ€tten sie gemeinsam Jagd auf uns gemacht.". Bei dem Gedanken an ihren Gegner wurde nun auch Alaryah unwohl und ohne es zu merken wanderte ihre Hand an ihren Hals. "Diese Leute halten sich nicht zurĂŒck. Sie wĂŒrden wohl eher immer wieder versuchen uns auszuschalten.". Dies mochte keine Aufbauende Antwort sein, jedoch hielt Alaryah die JĂ€ger weiterhin fĂŒr Ă€ußerst gefĂ€hrlich und unberechenbar. "Wenn es drauf ankommt können wir uns wahrscheinlich keine SchwĂ€che leisten.". Wieder vergingen quĂ€lende Sekunden, die nur von dem Schrei einer Eule begleitet wurden. "Jaro, wir haben keinen Fehler gemacht. Ich kann nicht genau sagen warum, aber ich finde es wĂ€re...falsch gewesen sie abzustechen wie Vieh. Wir sind nicht so wie sie."

Jaro BallivĂČr
Alaryahs Geste entging Jaro nicht. Obwohl sie ihm davon berichtet hatte, wusste Jaro nicht, was sie wirklich durchgemacht hatte, als sie getrennt gewesen waren. Er merkte auch, dass das ganze Thema auch ihr nahe ging. <Gerade ihr>, dachte er. Immerhin war es ihre Heimat. Die Bilder wie sie ihn aus den FĂ€ngen der vier Kerle gerettet hatte, schossen ihm durch den Geist, als Alaryah von den Schergen sprach. Nein, wenn es darauf ankam, wĂŒrde sie nicht einen Moment zögern, doch er fĂŒhlte sich der Waldalbin umso mehr verbunden, dass sie die Frau ebenso nicht einfach hatte abstechen können. Und wer konnte schon wissen, ob es damit ĂŒberhaupt geendet hĂ€tte? "Vielleicht hĂ€tten sie dann sogar den toten Körper gefunden und unsere FĂ€hrte aufnehmen können", sagte Jaro. "Schade, dass wir nie heraus gefunden haben, wohin Kirona gebracht werden sollte... Es kann nur ihretwegen sein, dass sie uns so beharrlich verfolgen." Er hielt kurz inne. "Meinst du die Albin ist uns auf den Fersen? Ich werde sie auf keinen Fall noch einmal in meinen Geist eindringen lassen. Sie ist eine böse Frau, ich habe es deutlich gespĂŒrt. Falls sie uns angreift, werde ich mich ihr entgegen stellen."

Alaryah Schattenwind
"Du wirst Recht haben.", meinte Alaryah und nickte sacht. "Ich vermute aber trotzdem, dass es besser ist Kirona bei uns zu haben. Wer weiss was passiert wĂ€re, wenn sie ihr Ziel...welches es auch sein mochte...erreicht hĂ€tten? Aber es stimmt, ich wĂŒrde auch nur zu gern wissen, was sie hier anstellen wollten.". Jaro sprach davon, sich der Angreiferin erneut entgegenzustellen falls es drauf ankĂ€me. "Es...nunja, es könnte sein, dass wir noch die ein oder andere unschöne Begegnung erleben werden.". Alaryah stocherte mit einem Zweig in der Glut herum, dann schaute sie Jaro direkt und entschlossen in die Augen. "Ich werde bis zum Ende kĂ€mpfen.". Es war nicht genau zu erkennen, ob Alaryahs Augen kurz funkelten, oder ob sich nur der Schein des Feuers darin spiegelte. "Ich morde zwar nicht, doch werde weiterhin alles fĂŒr unseren Schutz tun was nötig ist.". Das Gesicht der Albin, mittlerweile wieder mit einem frisch geschminkten Symbol unter ihrem rechten Auge, ließ keine Zweifel an ihrer Aussage zu. "Darf ich dich was fragen?". Alaryah versuchte sich die Worte in ihrem Kopf so gut wie möglich zurecht zu legen, doch entschied sich dann fĂŒr die direkte Variante. "Glaubst du, du könntest die Angreiferin töten? Nicht von deinen FĂ€higkeiten her, sondern viel mehr...du weisst schon."

Jaro BallivĂČr
"Ich werde dir beistehen." Jaro nickte mit Blick in die Flammen. "Wir sind hier gemeinsam hineingeraten, da werden wir auch gemeinsam einen Weg hinaus finden."
Etwas schien die Albin zu beschĂ€ftigen. "NatĂŒrlich, frag nur", sagte er.
Jaro dachte nach. Konnte er es? "Ich weiß es nicht...", antwortete er schließlich. "An dem Tag, an dem du mich befreit hast, habe ich das erste Mal ein Leben genommen und es ging so ĂŒberraschend leicht, dass es mich erschreckt hat." Er zögerte noch einmal kurz. Das GefĂŒhl, wie das Stilett durch die Kehle des Mannes geglitten war, war noch allgegenwĂ€rtig. "Aber manchmal... manchmal da spĂŒre ich solche Wut in mir. In so einem Moment bin ich mir sicher, dass ich es könnte... doch ich fĂŒrchte mich davor, habe Angst, was es aus mir machen könnte." Jaro dachte an den Tag, an dem sein Vater ihm von seiner Besonderheit erzĂ€hlt hatte und dass er selbst entscheiden konnte, wer er sein wollte. "Ich möchte kein kaltblĂŒtiger Killer sein", sagte er. "Ich glaube, es mĂŒsste einen triftigen Grund geben, dass ich es ĂŒber mich bringe."
Er sah Alaryah an. "Wie ist es bei dir? Geht es dir nahe, wenn du ein Leben genommen hast?"

Alaryah Schattenwind
Die kleine Albin lĂ€chelte bei Jaros Worten ĂŒber seinen Beistand. Dieser kurze Anflug von Optimismus hellte die Stimmung fĂŒr wenige Momente auf. Alaryah begegnete schließlich Jaros Blick, dann wich sie aus, starrte in die Ferne. Die Albin strich ihr langes Haar zurĂŒck und atmete kurz durch. "Es ist...nun es ist nicht so, dass ich es in irgendeiner Art und Weise gern tue. Es schien mir in den Situationen, in denen ich mich bisher befand, einfach nötig, als wĂ€re es der letzte Ausweg.". Kurz glitt ihr Blick auf ihre Waffen, die die Albin neben sich abgelegt hatte. "Ich verteidige meine Heimat. Ich verteidige mich. Wir...also meine Familie hat diesen Weg gewĂ€hlt. Wir sind WaldlĂ€ufer, sichern die Grenzen und tun eben alles was getan werden muss dafĂŒr. Diese Bande, die auch ich bei unserer ersten Begegnung bekĂ€mpft habe...von denen war niemand auf eine friedliche Lösung aus.". Versuchte sie sich gerade in gewisser Weise zu rechtfertigen? "Wenn es zum Kampf kommt fĂŒhle ich mich, als wĂ€re ich nicht ganz ich selbst.", fuhr sie leiser fort. "Manchmal reagiere ich einfach instinktiv, was auch schon ein Leben kosten kann.". Nun flog ihr Blick wieder zu Jaro. "Es ist trotzdem im Nachhinein nicht einfach. Ich muss gestehen...", sie rĂŒckte etwas verunsichert auf ihrem Platz umher, nahm dann eine andere Sitzposition ein. "Manchmal denke ich an die Toten. Ich frage mich dann, was alles hĂ€tte passieren können, was geworden wĂ€re, wenn sie mir das Leben genommen hĂ€tten. Was gewesen wĂ€re, wenn ich ihnen nicht begegnet wĂ€re.". KopfschĂŒttelnd versuchte die Albin diese Gedanken wieder zu vertreiben. "Verzeih, Jaro...das klingt jetzt alles wahrscheinlich furchtbar. Ich komme mit dieser ganzen Sache jedoch zurecht...was auch mir seltsam vorkommt.". Dann dachte Alaryah an Jaros Worte. "Du bist kein kaltblĂŒtiger Killer und du wirst es nicht werden. Mach dir nicht solche Gedanken.". Sanft griff die kleine Albin nach Jaros Schulter. "Wie gesagt...wir sind nicht wie die."

Jaro BallivĂČr
Kurz beschlich Jaro die Furcht, seine Frage ginge zu weit, wĂ€re zu persönlich, doch Alaryah antwortete ihm weiter freundlich, schien fast ein wenig erleichtert, einmal darĂŒber sprechen zu können. Er versuchte sich vorzustellen, wie es war, eine Funktion wie Alaryahs innezuhaben, ein Leben zum Schutz des eigenen Landes. Bislang hatte er so etwas immer mit glĂ€nzendem Heldentum in Verbindung gebracht. Nie war ihm in den Sinn gekommen, dass es auch belastend sein konnte. "Wahrscheinlich ist es gut, wenn du darĂŒber nachdenkst", warf er ein. "So verhinderst du, dass du verhĂ€rtest. Und immerhin beschĂŒtzt du auf diese Weise das Leben von Unschuldigen."
Es tat gut, Alaryahs aufbauende Worte zu hören und ihre Hand an der Schulter zu spĂŒren. "Und ich möchte auch nie so werden", ergĂ€nzte er. "Was treibt solche Leute nur dazu, so kaltblĂŒtig gegen alles vorzugehen, das sich ihnen in den Weg stellt?"

Alaryah Schattenwind
Sie stimmte Jaro zu. "In diesen Zeiten, wo dunkle Gestalten ihr Unwesen treiben, die vor nichts halt machen, mĂŒssen eben genau diese Schritte getan werden. Die, die sich nicht selbst schĂŒtzen können sind dann auf den Schutz anderer angewiesen.". Alaryah machte eine Pause. "Ich wĂŒrde mein Leben fĂŒr diejenigen geben, die ich schĂŒtze. Jederzeit.". Diese doch recht dĂŒstere Aussage der Albin war wohl mehr als unumstritten. NatĂŒrlich war sie bereit alles zu tun. "Eine gute Frage, Jaro.", meinte Alaryah schließlich und nahm die Hand wieder zurĂŒck. "Ich habe mich das auch schon des öfteren gefragt. Ich habe darauf zwar keine wirkliche Antwort, aber immerhin mögliche GrĂŒnde. Ich glaube, dass sie oftmals einfache Werkzeuge sind. Werkzeuge von Personen, die mĂ€chtig sind. Sie stehen fĂŒr die Überzeugung ein, die ihnen eingeflösst worden ist...oder sie haben einfach keine andere Wahl, weil sie sich nicht gegen eben diese Person selbst zur Wehr setzen können.". Alaryah dachte dabei an Herrscher, die ihr Volk unterdrĂŒcken oder mit Worten zu den unmöglichsten Taten leiten. "Sowohl Angst, als auch die Gier nach etwas könnte sie antreiben. Vielleicht hat auch jemand unseren Angreifern eine Belohnung versprochen? Wer weiss, aus was fĂŒr einem Leben sie kamen?". Die Albin schaute zu der friedlich schlafenden Kirona. "Manche sind in solchen Momenten vielleicht auch einfach nur so etwas wie ein Opfer, jemand, der benutzt wird. Oder jemand, der einfach ĂŒber die Klinge springen muss". Der Albin gefiel dieser Gedankengang nicht. Sie hatte zwar schon von Kriegen gehört und wie Soldaten voller Entschlossenheit in den Tod gingen, doch hatte sie das nie wirklich verstehen können. "Gibt es einen Unterschied?", fragte sie dann und wirkte erneut verunsichert. "Ich meine...unsere JĂ€ger wollten uns wohl tot sehen und sind dabei bereit gewesen ihr Leben fĂŒr wen oder was auch immer zu geben. Ich bekĂ€mpfe sie, bin ebenfalls bereit mich von dieser Welt zu verabschieden.". Alaryah erkannte plötzlich die ein oder andere Parallele zwischen sich selbst und ihren Angreifern. Zwar hatte sie Jaro noch vor wenigen Augenblicken gesagt, dass sie nicht so seien wie sie...doch war sich die Albin nicht mehr ganz so sicher, ob dies 100%ig zutreffen mochte.

Jaro BallivĂČr

"Ob sie es vielleicht gar nicht merken, wenn sie benutzt werden?" Alaryahs Worte stimmten Jaro nachdenklich. Ihm wurde bewusst, wie wohl behĂŒtet er aufgewachsen war. Andere LebensumstĂ€nde schafften andere PrioritĂ€ten, da hatte die Albin natĂŒrlich Recht. Wenn man nichts mehr zu verlieren hatte, was war dann noch etwas wert? "Aber es ist doch etwas gĂ€nzlich anderes, weil du es aus einem beschĂŒtzenden Gedanken heraus tust oder nicht?", versuchte Jaro Alaryah aufzumuntern. "Du hast dir diesen Konflikt nicht ausgesucht, aber er ist zu dir gekommen. Wahrscheinlich muss man seine Frucht vor dem Sterben komplett ausschalten, um ĂŒberhaupt eine Chance zu haben", ĂŒberlegte er. Wie stand es um ihn selbst? WĂŒrde er, wenn es darauf ankĂ€me in ein offenes Messer rennen oder sich feige zurĂŒck ziehen, um sein eigenes Leben zu retten? "Ich denke, dass es auch eine gute Eigenschaft sein kann, wenn man sie mit Bedacht einsetzt", schloss er. "Du solltest dir immer vor Augen halten, was du mit deinem Einsatz beschĂŒtzt, Alaryah. Dieser Wald und seine Bewohner sind es wert, dass jemand sie mit seinem Leben verteidigt." Er lĂ€chelte ihr zu.

Alaryah Schattenwind
"Wenn jemand nichts mehr zu verlieren hat, so ist diese Person Ă€ußerst gefĂ€hrlich.", meinte Alaryah zustimmend. Erneut sprach die Albin Jaro Recht zu. Seine ausgesprochenen Gedanken bauten Alaryah wieder etwas auf und die DĂŒsternis wich wieder aus ihrem Gesicht. Sie erwiderte das LĂ€cheln. "Ich werde auch weiterhin den Wald und seine Bewohner schĂŒtzen. Und ebenso all die Freunde, die sich in ihm bewegen.". Es war klar, dass Jaro gemeint war. Alaryah konnte nicht anders, als dies zu sagen. Es mochte vielleicht seltsam klingen, doch das war ihr gerade egal. Viel Zeit war vergangen, als sie das letzte mal so frei ihre Gedanken Ă€ußern konnte, anscheinend war sie zu oft allein auf Streife gewesen, hatte nicht wirklich die Möglichkeit gehabt mit jemandem zu reden. "Jaro, es tut gut nicht allein zu sein.", erklĂ€rte sie schließlich. Wahrscheinlich hatte der Hauptmann ihre Familie schon ĂŒber ihre ausbleibende Heimkehr informieren lassen, schließlich waren sie in wichtiger Mission unterwegs. "Es mag seltsam sein, doch gerade in Momenten wie diesen merkt man, wie schnell man sich doch selbst verĂ€ndert hat.". Wieder schaute die Albin in den Sternenhimmel. "Es ist gut, wenn man sich...sagen wir mal "wiederfindet".". Nach dem Ende dieses Satzes kam Alaryah sich etwas albern vor, doch steckte in ihrer Aussage dann doch ein Körnchen Wahrheit. "Ich hoffe, dass wir fĂŒr Kirona etwas tun können.", setzte sie fort. "Sieh sie dir an. Sie hat sich das nicht ausgesucht. Wir mĂŒssen das einfach hinkriegen."

Jaro BallivĂČr
"Und wir können uns glĂŒcklich schĂ€tzen eine BeschĂŒtzerin wie dich auf der Welt zu haben", sagte Jaro und wurde ein wenig rot dabei. Noch immer, nach all den Jahren, war das GefĂŒhl der NĂ€he komisch fĂŒr ihn, obwohl er Alaryah gleichzeitig zustimmen musste: auch er war froh, nicht alleine zu sein. Frieden schien in Alaryahs Geist einzukehren und das war gut. Überhaupt schienen nun lange angestaute Gedanken und GefĂŒhle aus ihnen beiden herausgebrochen zu sein. Mit dem Morgen wĂŒrden sie befreit in den neuen Tag starten können und was auch noch kommen mochte, sie wĂŒrden zusammenhalten und das war doch das Wichtigste, oder? Als Alaryah ĂŒber sich selbst sinnierte, fragte sich auch Jaro wer er eigentlich war. Immerhin gehörte er keinem Volk so richtig an und hatte seine Heimat vor einigen Jahren verlassen mĂŒssen. <Doch genau da liegt die Chance>, dachte er. In Alaryah hatte er eine Freundin gefunden und ein bisschen fĂŒhlte sich das Waldreich wie ein zu Hause fĂŒr ihn an. Er hatte es in der Hand, solche Dinge zu entscheiden - das war ein gutes GefĂŒhl.
Anders als Kirona. Die Waldalbin hatte Recht. Die Frau war benutzt und verletzt worden, hatte noch nie ein normales Leben fĂŒhren können. "Oh ja, das hoffe ich auch", sagte Jaro. "Sie hĂ€tte es verdient zu erfahren was es heißt frei zu sein."

Alaryah Schattenwind
Es fĂŒhlte sich an, als sei eine Last von Alaryahs Schultern genommen worden. Dieses GesprĂ€ch hatte der kleinen Albin sichtlich gut getan. Was auch immer noch kommen mochte, sie wĂŒrden es schon irgendwie gemeinsam durchstehen. Und des Weiteren wĂŒrden sie bestimmt auch Kirona helfen können. Sowohl Jaro als auch Alaryah schien die Gesellschaft des jeweils anderen gut zu tun. "Wir werden sie retten...zumindest wenn man von einer Art Rettung in diesem Fall reden kann.", meinte Alaryah schließlich. Sie rĂŒckte kurz zu Kirona hinĂŒber, zog ihre Decke zurecht, was die schlafende Frau mit einem unverstĂ€ndlichen Murmeln zur Kenntnis nahm. "Wir schaffen das.", sagte Alaryah dann und legte sich auf die Seite, warf nun auch ihre Wolldecke ĂŒber sich. "Jaro, es war gut mit dir ĂŒber all das zu reden.". Noch einmal legte Alaryah einen Scheit auf das Feuer, sodass es nicht zu schnell ausgehen wĂŒrde. "Lass uns noch etwas schlafen, wir haben morgen einen weiten Weg vor uns.". Auch Jaro schien diesen Vorschlag zu begrĂŒĂŸen, der Mond stand bereits hoch am Himmel. "Hier sind wir sicher.". Alaryah gĂ€hnte nun das erste Mal an diesem Abend, packte sich dann in ihrer Decke ein. Auch Jaro machte sich bereit fĂŒr seine Reise ins Land der TrĂ€ume. "Danke noch mal.", hauchte die kleine Albin leise, bevor sie in einen tiefen und wohltuenden Schlaf fiel.
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Re: Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

#25

Beitragvon Alaryah Schattenwind » Mo 4. Dez 2017, 21:56

Die Reise ging weiter. Die kleine Gruppe folgte einem schmalen Waldweg, der sich durch das dichte Unterholz schlĂ€ngelte, hier und da eine Biege machte, bergauf, bergab. Allgemein war die Stimmung erstaunlich gut und den UmstĂ€nden entsprechend heiter. Jaro und Alaryah erfuhren das ein oder andere Detail ĂŒber Kironas Vergangenheit, erzĂ€hlten auch selbst etwas von sich. Es tat gut zu sehen, dass es Kirona besser zu gehen schien. Trotzdem blieb, wie Alaryah von sich behaupten konnte, eine Art innerliche Unruhe zurĂŒck. Die kleine Albin genoss zwar die lockeren GesprĂ€che, doch befĂŒrchtete insgeheim immer wieder, dass Kirona einen RĂŒckfall erleiden oder ihre Verfolger sie erneut angreifen könnten. Sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen.

Schließlich erreichten sie ihren Wegpunkt. Ein kleiner Posten, nahe bei einem plĂ€tschernden Bach gelegen. Die WĂ€chter beĂ€ugten vor allem Kirona misstrauisch, hatten ihre Waffen so gut wie durchgehend griffbereit. Alaryah legte den Arm um Kirona als sie merkte, dass die Frau es mit der Angst zu tun bekam. "Keine Sorge.", flĂŒsterte sie. "Dir wird hier nichts geschehen. Wir bleiben hier nur fĂŒr eine Nacht, morgen sind wir schon wieder weg.". Zwar schaffte es die Albin nicht die Angst der jungen Frau komplett abzunehmen, doch schien sie wenigstens eine beruhigende Wirkung zu haben. Auch Jaro half dabei, obwohl auch ihm nicht ganz so wohl bei der ganzen Sache schien. Dieser Posten war nicht wie der, den sie vorher besucht hatten. Hier waren die WĂ€chter nicht so...neutral bis freundlich. Hier herrschte eiserne Disziplin, der ein oder andere Soldat trug Narben und andere Kampfspuren, sah alles andere als freundlich aus.

Die Nacht verging schnell und die GefĂ€hrten zogen rasch in der Dunkelheit des sich anbahnenden Morgens weiter. Alaryah hatte noch irgendetwas mit dem Hauptmann des Postens ausgehandelt und besprochen...etwas abseits von Jaro und Kirona. Sie konnten nicht wirklich verstehen, was besprochen wurde, doch wurde ihnen fĂŒr die Übernachtung nichts berechnet oder dergleichen. Was Alaryah auch immer besprochen haben mochte, man ließ die Reisegruppe auch ohne weiteres ziehen, kein Posten stellte sich ihnen absichtlich in den Weg und dies machte Kirona die Abreise deutlich einfacher.

"Wir kommen bei Einbruch der DĂ€mmerung in der nĂ€chsten grĂ¶ĂŸeren Stadt an. Sie trĂ€gt den Namen "Rankenfels".", erklĂ€rte Alaryah, nachdem sie eine gute Stunde unterwegs waren. Dann hielt Alaryah plötzlich inne. Beinahe wĂ€ren Kirona und Jaro in die stehengebliebende Albin gelaufen. "Ich...". Sie sah sich nach ihren GefĂ€hrten um, prĂŒfte dann eingehend ihre Umgebung. "Kommt mit. Ich möchte euch etwas zeigen.". Dann raste Alaryah in Richtung Unterholz. Jaro und Kirona hatten MĂŒhe, der kleinen und sich flink fortbewegenden Albin zu folgen. Vor allem, als der Weg immer steiler nach oben fĂŒhrte. Alaryah nahm die Schritte mit einer erstaunlichen Leichtigkeit, doch musste sie bald immer mal wieder anhalten, da zuerst Kirona keuchte und auch Jaro nicht mehr ganz auf der Höhe war. Je weiter sie gingen, desto aufgeregter wurde Alaryah. "Los, kommt schon!", versuchte sie ihre GefĂ€hrten anzuspornen. Dann blieb sie irgendwann erneut stehen. Hinter Alaryah versperrte eine dichte Hecke den Weg. "Hier durch.", sagte die Albin knapp und zwĂ€ngte sich durch das dichte Blattwerk...

Als Jaro und Kirona sich ebenfalls durch die Hecke gedrĂŒckt hatten, offenbarte sich ihnen ein gar wundervoller Anblick. Die Sonne stieg langsam am Horizont empor, tauchte die Welt in ein gĂŒldenes Licht. Sie konnten ĂŒber den sich weit ausbreitenden Wald hinwegsehen, standen anscheinend auf einem HĂŒgel weit oberhalb aller Baumkronen. "Dort ist unser Ziel.", flĂŒsterte Alaryah schon fast ehrfĂŒrchtig und deutete in Richtung eines aus dem Wald hervorragenden Berges. Der Berg selbst war ebenfalls vom GrĂŒn der BĂ€ume bedeckt, doch waren durchaus schwache Rauchfahnen zu erkennen, welche auf Leben zu schließen schienen. Ein Schwarm Vögel erhob sich in der Ferne. Die GefĂ€hrten genossen diesen Ausblick und das wĂ€rmende Licht der Morgensonne. Es war, als sei gerade alles einfach nur friedlich. Jaro spĂŒrte eine BerĂŒhrung. Sein Blick glitt nach links zu Alaryah. Sie stand einfach da, starrte lĂ€chelnd in die Ferne. Sie hatte seine Hand ergriffen. Kirona stand auf der anderen Seite neben Alaryah, auch ihre Hand hatte die Albin gegriffen. Es war, als wĂŒrde ein Teil der Belastungen der letzten Tage von ihnen allen abfallen. "Wir sollten weiter.", unterbrach Alaryah schließlich leise die beruhigende Stille. Dann verschwand die Albin wieder hinter der Hecke.

*

Sie erreichten ihr Ziel frĂŒher als gedacht. Rankenfels. FĂŒr Alaryah war der Anblick des komplett in Efeu und anderer Schlingpflanzen eingedeckten Berges schon fast normal, doch bemerkte sie das Staunen ihrer GefĂ€hrten. Auch hier hatte sich die Natur einen Weg durch das Gestein gebahnt, BĂ€ume ragten stolz zwischen den Felsen empor. Eine mĂ€chte Palisade umringte den HĂŒgelkomplex, warmes Licht flackerte in den Baumkronen umher. Hier schienen wahrlich viele Alben zu leben. Sie passierten ein breites Tor, gesichert von mehreren WĂ€chtern und weiteren Befestigungen. Alaryah sagte etwas auf einer Sprache, die ihre GefĂ€hrten nicht verstanden, doch durften sie ohne weiteres passieren. "Wir können hier bei den anderen WaldlĂ€ufern unterkommen.", erklĂ€rte Alaryah und ging sicheren Schrittes voran. "Wir mĂŒssen Meldung machen. Hier können wir höhere WĂŒrdentrĂ€ger antreffen die...nunja...". Die Albin sah erst Kirona, dann Jaro an. "Wir mĂŒssen berichten, was geschehen ist. FĂŒrchtet Euch nicht. Vertraut mir.". Zaghaft nickte Kirona, auch Jaro schien die Wichtigkeit hinter dieser Aufgabe zu erkennen.

TatsĂ€chlich bekamen die GefĂ€hrten einen Termin fĂŒr eine Anhörung. Auch wenn Alaryah noch so sehr auf die enorme Dringlichkeit hinwies, so wĂŒrde niemand vor Einbruch der Nacht Zeit fĂŒr sie finden. So mussten sie also warten...

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Re: Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

#26

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Fr 29. Dez 2017, 21:16

Bei der Ankunft in der Stadt war Jaro guter Dinge. Nicht nur, dass dieser Ort eine absolute Augenweide war und alles ĂŒbertraf, was er bisher im Waldreich gesehen hatte, und nicht nur, dass er sich danach sehnte, einmal ein wenig an einem Ort zu verweilen, es lag auch an dem Augenblick, den sie am Morgen gemeinsam erlebt hatten. Kurz waren sie losgelöst gewesen. Losgelöst von der Welt, von all dem Bösen, das sie hatten erleben mĂŒssen und der Gefahr, die sie immer noch wĂ€hnten. Es hatte nur sie gegeben, Jaro, Alaryah und auch Kirona. Der Anblick des morgendlichen Waldes war traumhaft gewesen, die Luft weich und die Stille so wohltuend, dass Jaro sich gewĂŒnscht hatte, sie könnten einfach in dem Moment verharren. Freunde
 Jaro hatte nie viele Freunde gehabt, doch das, was ihn mit den beiden Frauen verband, musste so etwas Ă€hnliches sein, oder?
Von weitem hatte Rankenfels – wĂ€ren die Rauchfahnen nicht gewesen – einfach nur ausgesehen wie ein stark bewachsener HĂŒgel. Aus der NĂ€he entdeckte man ĂŒberall UnterkĂŒnfte, FlaschenzĂŒge, BrĂŒcken und Leitern, Wege und Straßen und ĂŒberall wuselten Waldalben umher. Die Natur trotzte dem Felsen, ĂŒberall wuchsen BĂ€ume und StrĂ€ucher und die Alben wussten sie zu nutzen.
Jaro musste sich eingestehen, dass er froh war, dass die Anhörung erst am Abend stattfinden wĂŒrde. Er war nervös. Was, wenn wieder vermutet wĂŒrde, er hĂ€tte die Gefahr angeschleppt? Wenn er sich plötzlich verteidigen mĂŒsste und ihm die Worte und die Argumente fehlten? Hier wĂŒrde wahrscheinlich auch Alaryahs Wort nicht mehr ausreichend Gewicht haben, um ihn zu retten. Zudem konnten sie die Zeit davor nutzen, Rankenfels ein wenig zu erkunden. Alaryah fĂŒhrte sie zu den UnterkĂŒnften der WaldlĂ€ufer. Sie wollten sich dort schon einmal anmelden, sodass sie einen Schlafplatz fĂŒr die Nacht bekĂ€men.
Es waren nicht viele vor Ort. Immerhin waren sie in ihrem Beruf zumeist unterwegs. Diejenigen, die sie antrafen, waren allesamt schneidige MĂ€nner und Frauen und einige kannten Alaryah. Auch Jaro und Kirona begrĂŒĂŸten sie freundlich und zeigten ihnen, wo sie sich einrichten konnten. Jaro merkte, dass er Hunger hatte und so beschlossen sie, ein Restaurant zu suchen. SpĂ€ter wĂŒrde immer noch Zeit sein, mit den WaldlĂ€ufern zu sprechen, die ebenfalls sehr interessiert daran waren, was die Gruppe alles erlebt hatte.
Alaryah fĂŒhrte sie weiter in das Zentrum der Stadt. HĂ€tte die Albin das nicht erwĂ€hnt, hĂ€tte Jaro es niemals bemerkt. Rankenfels wirkte wie ein Labyrinth auf ihn. Nach und nach hĂ€uften sich kleine GeschĂ€fte, MarktstĂ€nde und auch Lokale. In einem solchen ließen sie sich nieder und Jaro und Kirona, der es heute besonders gut zu gehen schien, studierten neugierig die Karte. Dann und wann musste Alaryah etwas erklĂ€ren und es dauerte eine ganze Weile, bis sie schließlich bestellten. Die Gerichte waren einfach köstlich



Nach dem Essen rĂ€umte ein alter Alb ihre Teller ab. „Ich hoffe es hat gemundet“, sagte er freundlich. „Tut mir leid, falls ihr lange warten musstet. Wir stecken schon mitten in den Vorbereitungen fĂŒr das große Fest morgen Abend.“
~ Die grĂ¶ĂŸte Offenbarung ist die Stille ~

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Re: Unter BĂ€umen - Nichts bleibt verborgen

#27

Beitragvon Alaryah Schattenwind » So 14. Jan 2018, 01:14

Alaryah Schattenwind
Alaryah lehnte sich zurĂŒck. Das Essen war vorzĂŒglich gewesen. "Puuuh.". Der alte Mann kehrte zurĂŒck, nahm die Bestellung der kleinen Gruppe auf. Ein Absacker musste her. "Ich empfehle euch das hier.". Alaryah deutete auf ein GetrĂ€nk, welches auf der Karte ausgeschrieben war. Die Gruppe war sich schnell einig und kurze Zeit spĂ€ter hatten sie alle einen recht verzierten Kelch mit dunkelroter FlĂŒssigkeit darin. Es handelte sich um einen Fruchtwein. Alaryah nahm einen genĂŒsslichen Schluck. "Mhhhh. Wie schmeckt es euch, seid ehrlich!", sagte sie, nachdem sie den Kelch wieder abgestellt hatte. Kirona nickte bestĂ€tigend. "Sehr lecker.", sagte sie und lĂ€chelte. Es war ein zufriedenens LĂ€cheln, welches Jaro und Alaryah bisher quasi noch nie bei ihr gesehen hatten. Kurz trafen sich ihre Blicke. Anscheinend freuten sich beide, dass Kirona endlich mal wieder so etwas wie Freude oder eine Art GlĂŒcksgefĂŒhl empfand. "Nun.", meinte Alaryah schließlich und stellte den Kelch ab. "Wir haben noch etwas Zeit, bis wir bei der Anhörung erscheinen mĂŒssen. Sorgt euch nicht, das wird schon alles gut werden.". Sie drehte den Kelch in ihrer Hand. "Kirona, sie werden dir bestimmt auch die ein oder andere Frage stellen. Beantworte sie einfach so gut du kannst.". Kirona nickte, wirkte dabei alles andere als unsicher. "Sagt mal.", begann Kirona leise. "Kanntet ihr euch eigentlich schon vorher? Ich meine...bevor das alles passiert ist?". Alaryah schĂŒttelte den Kopf. "Unser erstes Treffen war eher zufĂ€llig. Man kann eigentlich sagen, dass wir alle gemeinsam und quasi zeitgleich aufeinander getroffen sind, oder Jaro?"

Jaro BallivĂČr
Neugierig inspizierte Jaro den Kelch und hielt seine Nase hinein. Vorsichtig nippte er und war erstaunt. Das GetrĂ€nk schmeckte sĂŒĂŸ, doch nicht zu sehr und es hatte auch eine ganz eigene Note, die er nicht so recht zuordnen konnte. "Da ist Alkohol drin, oder?", fragte er und grinste. Noch nie zuvor hatte er welchen getrunken, doch er war schon immer neugierig darauf gewesen. "Es ist gut!" Er nahm noch einen Schluck, doch war darauf bedacht, nicht gleich alles auf einmal zu trinken. Auch Kirona mochte es und sie war weiterhin fröhlich und stabil. Ach, die Anhörung... Alaryah hatte seine Sorge wohl erkannt und es war gut zu wissen, dass die Waldalbin dabei sein wĂŒrde. Es sei denn... hoffentlich wurden sie nicht getrennt befragt... Jaro beschlich das GefĂŒhl, dass selbst Kirona weniger Furcht davor hatte als er und er riss sich zusammen.
"Hm? Oh ja, das kann man sagen...", gab Jaro zurĂŒck und lĂ€chelte. "Ich stieß auf deine... sagen wir: Gruppe, Kirona und es kam mir merkwĂŒrdig vor, also habe ich beschlossen etwas zu unternehmen. Wie es kommen musste, geriet ich in die Patsche und es war ein GlĂŒck, dass Alaryah gerade in diesem Augenblick vorbei kam. Sie hat mir das Leben gerettet." Er lĂ€chelte sie an. All das schien schon so lange zurĂŒck zu liegen... Wie viele Tage war es her? Oder Wochen? Gar Monate? Jaro vermochte es kaum zu sagen. "Ich war ganz zufĂ€llig hier unterwegs, kam aus Almanien und wollte mich langsam auf den RĂŒckweg nach zu Hause begeben. Doch dazu kam es nie." Er drehte den Kelch zwischen den Fingern und blickte die beiden Frauen an. "Wo liegt dein Heimatort, Alaryah? Ist das weit von hier?", fragte er dann.

Alaryah Schattenwind
Alaryah dachte an ihre Heimat. "BlĂ€tterhain. So ist der Name meines Herkunftsortes.", erklĂ€rte sie. "Es ist ein kleiner Ort, da ist nicht viel los. HauptsĂ€chlich treiben sich eben dort WaldlĂ€ufer wie ich herum. Es ist eine Gruppe aus großen BĂ€umen, wie ihr sie bei dem Posten gesehen habt.", Alaryah unterstrich ihre ErklĂ€rung mit entsprechenden Gesten. "Oftmals ist es dort einsam, man ist weit weg von den großen Albenkolonien. Doch auch diese Einsamkeit hat viel schönes. Einmal wollte ich mich gerade auf den Weg zu einem Rundgang machen, da fand ich mich plötzlich einem Schwarm GlĂŒhwĂŒrmchen wieder. Ihr könnt es euch nicht vorstellen, was das fĂŒr ein Moment war...ĂŒber mir der Sternenhimmel, und die kleinen, geflĂŒgelten Sterne um mich herum...". "Das hĂ€tte ich gern gesehen.", warf Kirona ein. Es freute Alaryah, dass die Frau nach und nach aufzutauen schien. "Es ist gut, dass es solche Momente im Leben gibt.", fĂŒgte Kirona hinzu. "Genau so gut ist es, dass es Leute gibt, die andere retten."., nahm sie Bezug auf Jaros AusfĂŒhrungen. "Es ist gut, dass wir uns getroffen haben, wĂŒrde ich mal sagen.", entgegnete Alaryah und sah in die Runde. "Vielleicht klingt es seltsam, aber wer weiss, was passiert wĂ€re, wenn wir alle in die falschen HĂ€nde geraten wĂ€ren?".

Jaro BallivĂČr
Jaro nickte. An den Wachposten konnte er sich noch ganz genau erinnern. Es hatte ihm dort gut gefallen, aber er dachte auch an den Moment, als Kirona ihn fĂŒr jemand anderen gehalten hatte und die ganze Situation kurz außer Rand und Band geraten war. Ein GlĂŒck war das vorbei. "Als wĂ€rst du hinauf geflogen in den Himmel zu all den Sternen", sagte Jaro. Er wusste, welche Schönheit Alaryah in der Einsamkeit der Natur sah. "Es klingt schön, dein Zuhause. Bei mir ist es sogar Ă€hnlich", schĂŒchtern pausierte er kurz, doch sprach dann weiter. "Mein Heimatort ist ebenfalls ganz klein, doch es gibt dort keine BĂ€ume und auch keine GlĂŒhwĂŒrmchen... dafĂŒr habe ich die Berge und das Meer und ich habe dort viele Stunden alleine verbracht und einfach in die Ferne gesehen."
Kirona sah ihn an, als versuche sie sich gerade genau das vorzustellen und lÀchelte, hob die Bedeutung solcher Augenblicke hervor.
"Sie hĂ€tten mich vermutlich sofort getötet", sagte Jaro kleinlaut. "Oder verschleppt und an irgendwen verkauft, so wie..." er brach ab. "Kirona" hatte er sagen wollen, doch im letzten Moment hatte er sich gestoppt. Wer wusste, ob die Erinnerungen daran die Frau nicht wieder zurĂŒckwerfen wĂŒrden? "... wie Sklaven auf einem Piratenschiff", sagte er stattdessen, um sich aus der AffĂ€re zu ziehen. "Wie es aussieht war ich zuvor schon in den falschen HĂ€nden, oder?" Kirona schien seinen Beinahe-Ausrutscher nicht bemerkt zu haben oder ignorierte es. "Was ihr mir von diesen MĂ€nnern erzĂ€hlt habt... und auch zuvor. Ich habe das GefĂŒhl, ich bin nun das erste Mal nicht unter Leuten, die mir schaden wollen." Sie lĂ€chelte und Jaro erwiderte es fasziniert. Scheinbar war sie gefasster, als er ihr zugetraut hatte. "Du hĂ€ttest dich bestimmt befreien können", wandte er sich an Alaryah, um die Stimmung zu heben. "Du hĂ€ttest deine Langdolche gezĂŒckt oder den Bogen und wĂ€rst ihnen entwischt!" Er grinste sie an.


Alaryah Schattenwind
Sie nickte. "Wahrscheinlich schon, ja.". Erneut schoss ein Mundwinkel in die Höhe. "Das Meer habe ich nie gesehen.", gab Alaryah schließlich zu und nippte an ihrem GetrĂ€nk. "Ich stelle mir dieses...riesige GewĂ€sser...einfach mĂ€chtig vor. MĂ€chtig, gefĂ€hrlich und wunderschön zugleich. Wer weiss, was dort noch in den Tiefen schlummert?". Die kleine Albin versuchte sich vorzustellen, wie es wohl sein mochte dort am Wasser zu stehen, das tosen der Wellen zu hören und die salzige Luft zu schmecken. Es gab noch viel, was sie von der Welt sehen mĂŒsste, das wurde ihr langsam klar. "Aber alles ist gut gegangen und wir werden die ganze Sache schon zu einem guten Ende bringen.", meinte Alaryah schließlich mit einer gesunden Portion Optimismus. "Keine Sorge, Kirona, hier will dir niemand etwas...außer dir helfen.". Dann plötzlich polterte laut ein Karren an den GefĂ€hrten vorbei. "Vorbereitungen fĂŒr das Fest.", erklĂ€rte Alaryah. "Wir sollten uns das nicht entgehen lassen, ich wĂŒrde euch gern als meine GĂ€ste einladen. Nach all der Aufregung auf unserer bisherigen Reise haben wir uns dies doch mehr als verdient, oder?". Ein Funke der Begeisterung flammte in Alaryahs Augen auf. "Die Anhörung ĂŒberstehen wir gemeinsam, danach wird das Fest um so schöner.". FĂŒr einen Moment lang wirkte die kleine Albin gar nicht mehr so, als hĂ€tte sie vor kurzem noch das Leben von irgendwelchen Angreifern genommen, vielmehr als könnte sie keiner Fliege etwas zuleide tun. "Glaubt mir, ihr werdet es genießen!". Der Karren war bereits ein gutes StĂŒck weg, als Alaryah erneut in die Runde blickte. "Habt ihr auch irgendwelche FestivitĂ€ten? Irgendwelche Ereignisse, wo alle zusammenkommen?". Gespannt nahm die Albin auf ihrem Stuhl Haltung an.

Jaro BallivĂČr
"Ich weiß", sagte Kirona leise und legte schĂŒchtern ihre Hand auf Alaryahs, zuckte aber sogleich des LĂ€rmes wegen zusammen. Auch Jaros Kopf fuhr herum und beinahe hĂ€tte er seinen Kelch umgestoßen, was schade gewesen wĂ€re. Das GetrĂ€nk war wirklich ausgezeichnet und wenn er sich getraut hĂ€tte zu frage, hĂ€tte er noch ein weiteres bestellt. Angesichts des bevorstehenden Anhörung war das aber wahrscheinlich sowieso keine gute Idee... nicht, dass er am Ende noch einen Schatten im Lichthof hatte, wie man in seiner Heimat zu sagen pflegte. Da wĂ€re das Fest doch viel geeigneter und er nickte eifrig auf Alaryahs Einladung. Auch Kirona war neugierig. "Das klingt wundervoll", sagte sie. Aus Alaryah strahlte die Vorfreude nur so heraus und Jaro wĂŒnschte sich, sie hĂ€tten direkt zu diesem Fest gehen können. "Bei uns gibt es bei vollem Mond immer ein besonderes Nachtmahl zu Ehren von Oril. Manchmal tun sich dazu auch ganze Dörfer oder Stadtteile zusammen und es wird Musik gespielt und ein wenig getanzt. Ein großes Fest gibt es, wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, doch das habe ich noch nicht erlebt. Ansonsten werden bei uns nicht wirklich Feste gefeiert, nein..." Er blickte zu Kirona. "In meiner Heimat gibt es Feste aller Art. Das liegt daran, dass es so viele verschiedene Kulturen gibt, wisst ihr. Ich war allerdings noch nie auf einem Fest... zumindest kann ich mich nicht erinnern... ich bin sehr gespannt auf das eure." "Ja", fuhr Jaro fort. "Es scheint etwas Besonderes zu sein, oder? Der Mann hier in diesem Lokal schien auch ganz verzaubert, so wie du. Ist es ein großes Fest?"

Alaryah Schattenwind
"Es wird wundervoll!", sprudelte es aus Alaryah heraus. "Es gibt gutes Essen, Musik, alles das, was zum Feiern dazugehört. Der ganze Ort hier wird geschmĂŒckt, ĂŒberall gibt es etwas zu sehen!". Alaryah wippte schon fast ungeduldig auf ihrem Platz umher. "Ich hoffe doch sehr, dass unser Fest mit euren Erfahrungen mithalten kann.". Sie lachte. "Geschichten werden erzĂ€hlt, StĂŒcke aufgefĂŒhrt....ich hoffe doch, dass ihr etwas tanzen könnt?". Ohne auf eine Antwort zu warten winkte Alaryah ab, nahm noch einen kleinen Schluck. "Wie auch immer, ihr werdet es lieben.". Die Euphorie schien auf Kirona ĂŒberzugehen. Zum ersten Mal seit ihrem ersten Treffen wirkte sie fröhlich, als wĂ€re die doch recht dĂŒstere Bedrohung einen Moment lang von ihr abgefallen. Auch Jaro machte auf Alaryah einen mehr als interessierten Eindruck. "Damit eins mal klar ist.", begann Alaryah und hob den Finger. "Irgendwann komme ich Euch besuchen und sehe mir eure Feste an.", sie deutete abwechselnd auf Kirona und Jaro. Kirona lehnte sich schließlich etwas zu den beiden vor. "Aber bitte...passt auf mich auf. Ich hoffe einfach, dass ich nicht...naja...ihr wisst schon.". Alaryah schaute zu Jaro. "Keine Sorge, Kirona, mach dir da mal keine Gedanken. Wir werden die ganze Zeit bei dir sein, dafĂŒr sind wir schließlich da. Nicht als WĂ€rter oder dergleichen, viel mehr als GefĂ€hrten.". Alaryah legte Kirona die Hand auf die Schulter und nickte Jaro freundlich zu. FĂŒr einen Moment war es, als wĂŒrden sich die drei schon eine Ewigkeit kennen. "Es freut mich, dass ich bei euch gelandet bin.", murmelte Kirona leise vor sich hin. Jaro und Alaryah mochten sich tĂ€uschen, doch meinten sie in Kironas Augen einen gewissen Glanz erkennen zu können.

Jaro BallivĂČr
Nicht eine Sekunde zweifelte Jaro, dass das Fest seine Erfahrungen weit ĂŒbertreffen wĂŒrde. Doch fast noch mehr gefiel ihm der Gedanke, dass Alaryah ihn wirklich eines Tages einmal bei sich zu Hause besuchen wĂŒrde... er wĂŒrde ihr das Meer zeigen und die Ziegen und Falathris große GebĂ€ude. Was wĂŒrde sie wohl davon halten? WĂ€re ihr alles zu kahl? WĂŒrde sie die Bauten faszinierend finden? Vielleicht könnte er sie dann zu einem Vollmondsnachtmahl mit zu dem Gelehrten in der Stadt nehmen, denn dort wĂ€ren die Feierlichkeiten schon um Einiges aufregender, als zu Hause in ihrem kleinen Haus. Wobei seine Mutter wahrscheinlich ĂŒberglĂŒcklich wĂ€re, die Waldalbin zu beherbergen... ob sogar Kirona mitkommen könnte? In diesem Augenblick brachte sie ihn zurĂŒck aus seinen TrĂ€umereien. Ein wenig Sorge war wohl doch noch in ihr verhaftet, doch man konnte es schon als großen Fortschritt bezeichnen, dass sie ihre eigene Situation nun ĂŒberhaupt wahrnahm. Der Besuch bei der weisen Schamanin hatte sich in jedem Fall gelohnt. "Und wir haben geholfen", schoss es ihm durch den Kopf und er war gar etwas stolz. Ob sich Kirona ihnen deshalb nun so verbunden fĂŒhlte? Jaro blickte zu Alaryah und nickte. Momentan war alles gut, auch wenn der Tag sich nun langsam dem Ende neigte und sie schließlich bei dem freundlichen Alb zahlten, um sich aufzumachen. Jaro ging imm Geiste durch, was sie alles hinter sich gebracht hatten. Es war eine Menge! Wie könnte da eine kleine Anhörung ein Problem sein?


Es hatte gedauert, bis die Anhörung endlich begonnen hatte. Man ließ die drei GefĂ€hrten gefĂŒhlt unendlich lange warten, schob sie von einem Raum in den nĂ€chsten, ohne, dass etwas passierte. BĂŒrokratie. Alaryah fĂŒhlte sich nicht wohl in den WarterĂ€umen, lieber wĂ€re sie draußen geblieben, an der frischen Luft und hĂ€tte dort gewartet. Auch Jaro und Kirona machte die Warterei deutlich zu schaffen. War dies Absicht? Wollte man sie in gewisser Weise weichkochen? Gerade, als Alaryahs Geduldsfaden fast komplett gerissen war, öffnete sich eine kleine SeitentĂŒr in dem Warteraum, in dem sich die Reisenden befanden. Ein Alb mit grau mehliertem Haar betrat kaum hörbar den Raum. "Ihr dĂŒrft nun eintreten.", verkĂŒndete er mit leicht kratziger Stimme und deutete relativ einladend auf die große Pforte am anderen Ende des Saals. Diese Pforte schwang langsam auf, sodass Jaro, Kirona und Alaryah eintreten konnten. Es wurde dĂŒster, als sich die TĂŒren hinter den dreien wieder schlossen.




"Nundenn, dann machen wir es so, wie uns gesagt wurde.". Alaryah war die erste Person, die nach der Anhörung ihre Worte wiederfand. "Wir haben fast einen ganzen Tag mit Warten verbracht.", merkte Kirona ernĂŒchtert an und schien mehr als unzufrieden damit. "Ja, aber das ist nun vorbei.", redete Jaro ihr gut zu. "Richtig.", pflichtete ihm Alaryah bei. "Wir haben alles gesagt, was wir zu sagen hatten. Es war richtig so.". "Und warum mĂŒssen wir dann unbedingt in der Stadt bleiben?", fragte Kirona mit einer gewissen Portion Misstrauen. "Wir mĂŒssen wissen, wie es weitergehen soll.", erklĂ€rte Alaryah erneut. Sie hatte hier und da wĂ€hrend der Anhörung ĂŒbersetzen mĂŒssen. "Unsere Informationen werden nun wahrscheinlich ausgewertet, besprochen, durchdacht. Ich vermute, dass wir ĂŒber das weitere Vorgehen noch informiert werden.". Kirona schien weiterhin nicht ganz so zufrieden mit der Situation. "Machen wir doch einfach das Beste draus.", schlug Jaro schließlich vor und versuchte somit die Lage etwas zu entspannen. Es gelang ihm. UnterstĂŒtzung bekam er von einem kleinen AlbenmĂ€dchen, die plötzlich vor ihnen stand. "Vergesst nicht, dass heut das Fest beginnt!", verkĂŒndete sie mit glockenklarer Stimme und reichte den dreien jeweils eine kleine Blume. Dann huschte sie auch schon wieder davon. "Lasst uns erst einen Moment ausruhen, dann machen wir uns einen schönen Abend. Den haben wir uns verdient, vor allem nach solch einem Tag voller Warterei und Aufregung.". Alaryahs Vorschlag fiel auf fruchtbaren Boden und schon bald waren die GefĂ€hrten in ihrer Unterkunft eingekehrt. Nur ein WaldlĂ€ufer war zu diesem Zeitpunkt vor Ort, nickte ihnen zum Gruße zu und kĂŒmmerte sich dann weiter um seine AusrĂŒstung. Alaryah nahm einen Schluck Quellwasser aus einem bereitgestellten Krug, machte es sich dann auf ihrem Nachtlager bequem und döste etwas vor sich hin. Sie freute sich schon auf das Fest, fĂŒr das die Vorbereitungen bereits in den letzten ZĂŒgen lagen.