Facebook Twitter




Aktuelle Zeit: Mi 22. Nov 2017, 13:10



Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 36 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Do 19. Okt 2017, 16:33 
Zweitcharakter
Benutzeravatar
Offline

Beiträge: 19
Während Nicolai Viniera seine Meinung mitteilte stand Finja nur daneben. Gerade noch hatte sie der Fee zugejubelt, jetzt schien die gute Stimmung einen deutlichen Dämpfer bekommen zu haben. Einen Moment lang schwankte Finja zwischen "Mach nicht so einen Wind, Nicolai." und "Viniera, das hätte wirklich ins Auge gehen können.". Sie konnte sich nicht wirklich entscheiden und hielt daher lieber den Mund.
Schließlich geriet die Almanin in den Fokus der Fee. "Oberlehrer?", Finja musste schmunzeln. Tatsächlich hatte Nicolai manchmal gewisse Ähnlichkeiten mit solcherlei Personen, zumindest so, wie Finja sich diese vorstellte. Viniera war allerdings noch nicht fertig. „Was hält dich eigentlich in der Gesellschaft dieses seltsamen Herren? Er scheint mir etwas prüde zu sein. Ich ahne, dass ich mit dir weitaus mehr Spass haben kann!“. Finja war sich nicht so ganz sicher, ob das nun gut oder schlecht war. "Wir sind gemeinsam auf Reisen, haben Ziele in der selben Richtung und...". Die Fee hingegen war schon wieder einen Schritt weiter. „Wie wärs… lass uns zusammen etwas Abenteuer auf diesen Kutter bringen! Viel zu viele griesgrämige Gesichter“. Ihr Blick blieb merklich an Nicolai hängen. Anschließend plapperte sie etwas von Farbe und das Schiff anmalen, wuselte dann, ohne auf Finjas Antwort zu warten, davon.
Mehrere Sekunden lang schwiegen die beiden Reisegefährten. "Was ist hier gerade passiert?", murmelte Finja mit einer Mischung aus Skepsis und Amüsement. "Wirklich ein lebhaftes Persönchen.", fügte sie hinzu und sah zu Nicolai auf. Dieser schien nicht ganz so zufrieden mit der Situation zu sein. "Hey, nimm dir das nicht so an.", sagte Finja und erhaschte so Nicolais Aufmerksamkeit. "Du könntest bestimmt ein guter Lehrer sein.". Die Almanin grinste. "Ich werde mal zusehen, dass sie keinen allzugroßen Unfug treibt. Wer weiß, vielleicht sind wir ja dann bald sowas wie Oberlehrerkollegen? Gibt es sowas?".

Es dauerte nicht lang, da hatte Finja Viniera auch schon eingeholt. Diese kramte bereits in einem Stapel aus Gerümpel im Laderaum herum und schließlich fiel ein Eimer polternd zu Boden. "Viniera.", sagte Finja mit gedämpfter Stimme. "Wir können hier doch nicht einfach mit Farbe oder dergleichen herumspielen. Außerdem sollten wir wohl besser gar nicht erst hier sein.". Viniera streckte den Kopf aus dem Gerümpel hervor. "Wie? Nicht? Fängst du nun auch schon so an?". "Ich meine doch nur...". "Aaach, alles in Ordnung. Ich will mich doch nur ein bisschen umsehen.". Schon verschwand sie wieder. Finja sah sich um. Womöglich war es keine wirklich gute Idee gewesen Viniera zu folgen.
Trotz aller Skepsis untersuchte Finja schließlich auch Teile des Laderaums. Zwischen Vorräten, diversen Ausrüstungsgegenständen und sonstigem Plunder waren auch Waffen und Werkzeuge eingelagert. "Viniera, lass gut sein.", meinte Finja schließlich. Die Fee ließ sich nicht beirren, zog sich gerade an der Kante eines kleinen Holzkästchens hoch, das nicht gerade standfest auf einer massiven Truhe stand. Darin lagen mehrere Blätter unbeschriebenes Pergament. "Schmeiß das nicht runter...". Plötzlich hörte Finja Schritte. Jemand kam die hölzerne Treppe, die in den Laderaum führte, hinunter. "Viniera!", zischte Finja zwischen den Zähnen hindurch und schlich schnellen Schrittes in Richtung der Fee. Tatsächlich waren die zwei Soldaten schneller unten angekommen, als Finja es sich erhofft hatte. Glücklicherweise hatten sie die Almanin nicht gesehen, Viniera sowieso nicht. Finja blieb hinter einer großen Kiste stehen und wartete, bis sich die Soldaten wieder auf den Weg in Richtung Treppen machten. Da polterte es schräg hinter der sich versteckenden Almanin. Das kleine Kästchen lag am Boden, überall flogen Zettel herum und eine erschrocken dreinschauende Viniera saß mittendrin. "Was warn das grad'?", grunzte einer der Soldaten und blieb stehen. Finja reagierte sofort, griff nach dem Kästchen und sammelte die Blätter so schnell sie konnte zusammen. Zwischendrin verschwand auch Viniera leise fiepend, sowie irgendetwas anderes in dem Kästchen. "Alles gut, nichts passiert!", rief Finja und trat mit dem Kästchen unterm Arm hinter den Kisten hervor. "Mir ist nur diese Kiste runtergefallen. Ich brauchte neue Zettel für meine Arbeit.", fügte Finja hinzu, hielt das Kästchen mit dem Pergament und der Fee hoch und machte sich auf den Weg in Richtung Treppenaufgang. Die Soldaten hielten inne, einer wollte noch etwas sagen, verkniff es sich jedoch in weiser Voraussicht. Er wollte sich nicht mit der kleinen Almanin anlegen und hatte sonst auch keinen Grund die Arbeit von Finja in Frage zu stellen. "Bitte, nach Euch.", sagte Finja bestimmend und mit einer ausladenden Handbewegung. Ohne Worte griffen die Soldaten nach der schweren Kiste, die sie anscheinend holen sollten und stapften leicht stöhnend aufgrund des Gewichts voran.

Die kleine Gruppe kam wieder an Deck an. Die Soldaten trotteten von dannen und Finja wartete einen Moment, bis sie unbemerkt war. Dann öffnete sie das Kästchen und eine leicht zerknautscht wirkende Viniera kam zum Vorschein. Finja setzte sie auf die Planke. "Gerade noch einmal gut gegangen, was?". Die Fee brummelte etwas, fing sich dann aber langsam wieder. "Eigentlich war das alles gar nicht so schlimm, aber dieses Teil da drin hat echt wehgetan...". Der Blick zu Finja war leicht anklagend, diese wusste jedoch nicht auf Anhieb, was genau gemeint war. Finja kramte etwas in der kleinen Box herum und tatsächlich... Erst jetzt fiel ihr wieder ein, dass sie in ihrer Eile noch etwas aufgesammelt hatte, was sich nun zwischen den leicht geknickten Zetteln befinden musste. Es handelte sich dabei um eine Art Plakette, auf der ein Symbol eingeprägt war und an der ein Lederband baumelte. Finja überlegte. Irgendwo hatte sie dieses Symbol schon mal gesehen, sie kam jedoch nicht drauf. Die beiden untersuchten die Plakette an dem Lederband noch etwas, sinnierten über die Bedeutung des Symbols, allerdings ohne wirklich nennenswerten Erfolg. "Vielleicht weiß Nicolai ja, was das ist oder wo das herkommt.", murmelte Finja schließlich und ließ die "Kette" in ihrem Gürtel verschwinden. Viniera verdrehte die Augen. "Wirklich? Müssen wir jetzt wirklich wieder zu ihm?". Finjas Mundwinkel zuckte sanft nach oben. "Musst ja nicht mitkommen. Ich kann dir ja später erzählen, was wir rausgefunden haben falls etwas bei rumkommt.". Viniera nickte. Bevor Finja Nicolai aufsuchte, drehte sie sich noch einmal zu der Fee um. Leicht übertrieben hob sie mahnend den Finger und sagte "Und stell nichts an.". Dann zwinkerte sie Viniera noch einmal zu und ging.

Etwas später sah Finja Nicolai bereits von weitem. War er gerade im Gespräch? Genau konnte sie es nicht sagen, wollte auch nicht stören. Sie näherte sich dem Raktauren mit gemächlichem Schritt, blieb dann jedoch abrubt stehen. Da war es wieder, dieses Gefühl beobachtet zu werden. Finjas Blick flog über die Schulter, doch da war niemand. Vorsichtig schaute sie sich um, prüfte dabei so unauffällig wie möglich, ob die Kette noch da war. War sie. "Hm.". Dann ging die Almanin weiter in Richtung Nicolai. Sicherlich wäre ein Gespräch unter vier Augen das beste...
Nach oben
  Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2017, 17:43 
Zweitcharakter
Benutzeravatar
Offline

Beiträge: 18
Der Raktaure blickte den beiden weiblichen Wesen mit leichter Sorge hinterher, denn die Kombination der beiden Wirbelwinde behagte ihm nicht sonderlich.
„Hey, du stehst mir im Weg“, sagte da plötzlich eine rauchig klingende Stimme im befehlsgewohnten Ton. Nicolai zuckte zusammen, denn im ersten Moment konnte er niemanden erkennen.
„Hier unten. Irgendwann werde ich mir einmal so Beinverlängerungen herstellen, wie es angeblich der berühmte Meister Dozzy gemacht haben soll. Zuzutrauen wärs dem Mordskerl!“, der kurzbeinige Goblin spuckte anerkennend auf die Planken, bevor er Nicolai herausfordernd anstarrte. „Na wird’s bald, oder willste hier Wurzeln schlagen?“
„Ich glaube wiwir hahatten noch nicht die Ehre?“, meinte der Raktaure und bewegte sich gleichzeitig Richtung Kajütenwand, um ihn vorbeizulassen.
„Ach nein? Ist auch nicht nötig, ich weiss wer Du bist. Da es nur zwei Raktauren auf dem Kutter hier gibt und du eindeutig nicht wie Hauptmann Akorr aussiehst, musst du Nicolai, die Leseratte, sein.“
„Dadas ist korrekt“, antwortete er und musterte die kurzbeinige Erscheinung genaustens, „und Ihr müsst Cato sein, von der ich bis anhin dachte, Ihr wärt unser Hahandwerker.“
Einen Moment blickte sie ihn durchdringend an, dann zog sich ihr rechter Mundwinkel in die Höhe und ein schiefes Grinsen kam zustande.
„Schlagfertig, der feine Herr“, Cato grinste.
„Die meisten halten mich im ersten Augenblick für einen Handwerker, vielleicht auch deswegen, weil sie nicht mit einer Handwerkerin rechnen.“
Tatsächlich war es einfach, die Goblin mit einem männlichen Vertreter ihres Volkes zu verwechseln. Sie trug schlabbrige Latzhosen mit vielen Hosentaschen gut befüllt mit Schraubenschlüsseln in unterschiedlichen Grössen, grobes Schuhwerk und hatte kurz geschnittenes, zerzaustes schwarzes Haar, das unter einer braunen Schiebermütze hervorlugte. Sie hatte ein relativ klobiges Gesicht mit einer ausgeprägten Nase, jedoch für goblinische Verhältnisse kurze Ohren. Zudem klang ihre Stimme tief und rauchig, was vielleicht von einem Laster stammen mochte.
„Nun, da wir uns jetzt also kennengelernt haben, würde ich gerne meiner Arbeit nachgehen! Einer dieser hohlköpfigen Söldner wollte im Rausch unsere Schiffsabwehr testen und hat dabei den Rückstoss der Harpune unterschätzt. Er hatte Glück und kam mit einem gebrochenen Fuss davon, doch das schwere Gerät ist gegen eine Wand geprallt und beide haben Schaden genommen… ich habe bereits nach meiner Truhe schicken lassen mit den Werkzeugen. Ah da kommen sie schon!“
Auch Nicolai beobachtete mit nun gerunzelter Stirn, wie sich die beiden Söldner mit der Kiste aus dem Laderaum kämpften, wo zuvor noch Finja und Viniera verschwunden waren…
„Passt gefälligst auf, ihr Nichtsnutze!“, knurrte die Handwerkerin, als der eine beinahe über die Takelage gestolpert wäre.
„Bis dann, werter Herr!“, rief sie noch und zuckelte dann mit den Söldnern davon.

Nicolai schüttelte verwundert das Haupt, und schob seine klapprige Brille etwas zurecht. Was für eine kurlige Truppe sein Meister zusammengestellt hatte. Doch es mussten wohl die Besten ihres Faches sein, sonst hätte er sie kaum ausgesucht.
Dann blieb sein Blick an Finja hängen, die mit Viniera ebenfalls die Treppe hochkam. Während die Fee in eine andere Richtung davonflatterte, kam seine Gefährtin direkt auf ihn zu. Sie wirkte aufgeregt und hatte leicht gerötete Wangen.
„Alles in Ordnung?“, fragte der Raktaure und blickte sie fragend an. „Ich hohoffe ihr habt Catos Kiste nicht angerührt. Ich habe so das Gefühl, die Goblin wüwürde euch die Ohren langziehen, wenn ihre Werkzeuge nicht mehr an Ort und Stelle wäwären.“
Er gab keine weitere Erklärung ab, als Finja sich einmal umschaute, und ihn dann zu seiner Kombüse beorderte. Verwunderte folgte er ihr. Thalon war nicht da, was jedoch nicht ungewöhnlich war. Um diese Zeit war der Pater gerne beim Spiel mit den Matrosen und Söldnern oder verlor sich in manchmal lauten Diskussionen mit dem Koch über die Zubereitung der Gerichte.
„Was ist dedenn los?“, fragte Nicolai und schob seine Brille zurecht, die ihm wieder die Nase hinuntergerutscht war. Dies passierte ihm inzwischen öfters, denn da die meisten Gefährten kleiner gebaut waren als der Centaure, musste er oft nach unten sehen, und auch die niedrigen Kombüsen liessen ihn den Kopf einziehen.
In groben Zügen erzählte ihm Finja schliesslich von dem Fund, den sie und Viniera zufällig im Laderaum gemacht hatten.
Interessiert streckte der Raktaure seine Hand danach aus und betrachtete das Symbol neugierig.
„Hmm…hmmm..hrrm…“, brummte er in einem fort, drehte und wendete das Amulett und betrachtete es aus verschiedenen Richtungen.
„Hmm…“
Finja wurde bereits ungeduldig, bis Nicolai schliesslich meinte: „Es scheint ein sesehr altes Symbol zu sein. Es erinnert mich stark an Symbole, welche die Centauren nunutzen. Aber in dieser Form habe ich es nonoch nie gesehen. Interessant, wahrlich interessant!“
„Kann ich mir dadas einmal ausleihen? Ich würde es gerne mit einigen Schriftstücken vergleichen!“

Sein Blick liess gar keine Widerrede zu.
Während den Geschehnissen hatten sich am Himmel Wolken gebildet, und der Wind nahm zu.
„Rollt die Grosssegel ein, da kommt ein Sturm auf!“, schrie von irgendwoher der Kapitän.
„Oh nein, nicht das auch noch“, nur schon die Aussage färbte Nicolais Gesicht grünlich, während der Wellengang langsam an Stärke gewann.
Nach oben
  Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2017, 19:48 
Zweitcharakter
Benutzeravatar
Offline

Beiträge: 19
Finja war froh, dass sie mit Nicolai über ihren Fund reden konnte. Anscheinend war diese Kette mehr als sie auf den ersten Blick zu sein schien. "Natürlich, behalt das Teil erst mal.", stimmte die Almanin zu, auch wenn sie sicher war, dass Nicolai ihr gar keine andere Möglichkeit ließ. "Meinst du, das ist etwas Wichtiges?", fragte sie schließlich und war von einer gewissen Neugier gepackt. "Ich glaube, wenn hier jemand was darüber rausfinden kann oder weiss, dann du!.", fügte sie munter hinzu. Plötzlich schrie der Kapitän irgendwas von einem Sturm und ihr Blick blieb auf Nicolai hängen. "Oh nein, auch das noch.", kommentierte dieser die Situation. "Was? Das kann doch nicht sein? Gerade war doch noch gutes Wetter?". Finja sah sich unsicher um. "Warte kurz.", sagte sie knapp und huschte hinaus. Auf Deck machte sie sich selbst ein Bild von der Situation. Tatsächlich schien ein Unwetter heranzurollen. In der Ferne konnte man bereits dicke und überaus dunkle Wolken erkennen, die sich wahnsinnig schnell näherten. Finja schluckte. Eigentlich machte ihr Unwetter nichts aus, aber auf einem Schiff? Die Seeleute um sie herum rannten teilweise wild durcheinander, kamen den knappen Anweisungen ihres Kapitäns nach. "Sagt, wird uns das da hinten stark treffen?", rief Finja dem Kapitän entgegen und deutete in Richtung der herannahenden Wolken. Der Mann setzte ein schwaches Grinsen auf. "Wär doch gelacht, wenn wir damit nicht klar kommen würden meine Teuerste.". Es war ein schwacher Trost, fand Finja. Der Wind frischte weiter merklich auf und skeptisch schaute die Almanin umher. Dann dachte sie wieder an Nicolai und machte sich wieder auf den Weg zu ihrem Reisegefährten. Dieser stand immer noch da, wo sie ihn vorgefunden hatte und untersuchte die Kette. "Da kommt richtig was auf uns zu, Nicolai.", berichtete sie und bemerkte natürlich direkt seine besorgte Miene. "Nicolai...". Unsicher trat sie auf der Stelle umher. "Wir kommen doch bestimmt gut aus der ganzen Sache raus, oder? Bitte sag mir, dass die Leute hier wissen, was sie tun.". Finja fühlte sich wehrlos. Gegen normale Feinde konnte sie wenigstens kämpfen, aber gegen das Wetter war das nicht wirklich möglich. Außerdem waren sie auf einem Schiff. "Wir sinken doch nicht, oder?", brummelte sie und verzog das Gesicht. Eigentlich war sie es, die in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahren musste, das wusste sie, doch war ihr genau das gerade nicht möglich.
Plötzlich rumpelte es laut über den beiden Gefährten und erschrocken sah Finja nach oben. "Ich gehe gucken, was passiert ist.", entschied sie und rauschte wieder von dannen.
Wieder auf Deck peitschte der Almanin bereits der Regen scharf ins Gesicht. "Das kann doch wohl nicht wahr sein.", fluchte sie und sah daraufhin, was passiert war. Einer der Seeleute war von der Treppe des Oberdecks gefallen, wandte sich hin und her und hielt sich das Knie. "Wartet, ich helfe euch!", rief Finja über den Krach des Unwetters hinweg und stampfte in Richtung des Mannes. Sie zog ihn hoch, bekam Hilfe von einem der Soldaten. Gemeinsam schleppten die beiden den verletzten Seemann in Richtung Planke. "Viniera!", schrie Finja. "Viniera, komm schnell her!". Die Fee konnte dem vor Schmerz fluchenden Mann bestimmt helfen. Finja wischte sich die nassen Haare aus dem Gesicht und tatsächlich meinte sie in der Ferne Viniera ausmachen zu können. Mittlerweile war die Almanin nass bis auf die Knochen, das Unwetter hatte das Boot und die Besatzung wirklich hart getroffen. "Viniera, sieh zu, was du tun kannst!". Mit einer gehörigen Portion Verzweiflung winkte Finja der Fee wild zu. Zu allem Überfluss hatte der Seegang auch noch ordentlich Fahrt aufgenommen. Einmal schlug eine Welle gegen die Seite des Schiffes und Finja wurde durch die Wucht von den Füßen gerissen. Sie kullerte ein kleines Stück über das glitschige Deck, einer der Soldaten stoppte sie. "Wartet, ich helfe euch.", schrie der Mann und zog die kleine Almanin mühelos hoch. "Danke.", antwortete Finja, was aufgrund des tosenden Unwetters fast unterging. Dann taumelte sie fast in Richtung des verletzten Seemanns, Viniera war bereits dort. "Er ist schwer gestürzt.", meinte Finja und Viniera nickte. "Ich krieg das schon hin.". Finja hörte den Satz der Fee fast gar nicht. Sie blickte nur in Richtung der sich immer weiter aufbrausenden Wellen, wurde langsam bleich im Gesicht. "Das war es dann wohl...", murmelte sie traurig.

Polternd flog die Tür auf und eine völlig durchnässte Finja stolperte zu Nicolai hinüber. In den unteren Decks war es fast noch unerträglicher als draußen. Das Boot knarzte laut und schwankte gefühlt noch stärker hin und her. "Jemand hat sich verletzt, Viniera kümmert sich drum!", rief Finja Nicolai zu. Dann donnerte es plötzlich. "Nicolai...ich hab Angst.".
Nach oben
  Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: So 22. Okt 2017, 12:22 
Zweitcharakter
Benutzeravatar
Offline

Beiträge: 18
Während der Sturm sich aufbauschte, untersuchte Nicolai gewissenhaft das Amulett mit dem alten Symbol. Er hatte einige Schriftrollen ausgebreitet und verglich sie mit Finjas Fundstück. Eine Weile suchte er vergeblich, durchblätterte Pergament für Pergament. Dann endlich fand er eine interessante Stelle, wo ein ganz ähnliches Symbol abgebildet war. Nun, eindeutig musste es von Bedeutung sein. Wie die Centauren seit Anbeginn der Zeit den Jahreszeiten folgen, werden sie auch…
Weiter kam er nicht, denn Finja stürzte wieder zur Tür hinein.
"Da kommt richtig was auf uns zu, Nicolai.", berichtete sie und bemerkte natürlich direkt seine besorgte Miene. "Nicolai...". Unsicher trat sie auf der Stelle umher. "Wir kommen doch bestimmt gut aus der ganzen Sache raus, oder? Bitte sag mir, dass die Leute hier wissen, was sie tun."
Er schluckte schwer, bevor er schliesslich vorsichtig antwortete: „Ich bibin sicher, dass wir einen fähigen Kapitän an Bobord haben und eine erfahrene Mannschaft. Sie wewerden uns durch den Sturm bribringen.“
Die leise Frage, ob sie sinken würden, überhörte Nicolai lieber. Er wäre der Erste, der wie ein Stein in den Tiefen des Ozeans versank.

Als sie das nächste Mal wieder hereinpolterte, war der Raktaure bereits bleich im Gesicht vom Wanken des Schiffes. „Ich glaub, mir ist Übel“, raunte er und stützte sich mit der Hand an der Holzwand fest.
„Jemand hat sich verletzt, Viniera kümmert sich drum!“, setzte ihn Finja auf den neusten Stand, bevor sie leise hinzufügte: „Nicolai… ich hab Angst.“

Das heftige Donnern schien jedoch nicht nur Finja zu verunsichern, auch die Matrosen starrten einen Augenblick betreten und besorgt in den Himmel, um dann rasch den Befehlen des Kapitäns nachzukommen, der mit aller Kraft versuchte das Schiff im richtigen Winkel durch die Wellentäler zu manövrieren.
„Bei Nyel, das kann doch kein gewöhnlicher Sturm sein!“, riefen die Matrosen und nicht wenige flehten ihre Götter um Beistand an.

„FESTHAALTEEN!“, brüllte da der Kapitän, vermochte jedoch kaum das Getöse zu übertönen. Wer es dennoch vernahm, klammerte sich rasch an einem Seil, an der Bordwand oder an einem Masten fest.
Im nächsten Moment rauschte eine besonders kräftige Böe heran, bauschte die Wellen auf und traf das Schiff mit voller Wucht. Bei dem unerwarteten Aufprall verlor Nicolai das Gleichgewicht, knickte mit den Hinterbeinen ein und hockte plötzlich auf seinem Hinterteil. Seine Miene verdeutlichte seinen Schrecken und er tastete etwas hilflos nach seinem Brillengestell, das in hohem Bogen davongespickt war. Er beschloss erstmals sitzen zu bleiben, sonst würde er sich noch die Beine brechen!


Zuletzt geändert von Nicolai am So 22. Okt 2017, 14:54, insgesamt 1-mal geändert.
Nach oben
  Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: So 22. Okt 2017, 12:24 
Elementar der Luft
Benutzeravatar
Offline

Volk: Elementar
Beiträge: 2
Tatsächlich war es kein gewöhnlicher Sturm, der da tobte. Es war der Windelementar Is’emi höchstpersönlich, welche sich ihre Zeit vertreiben wollte.
Sie war heute in Trotzstimmung, denn Niemand wollte sich so richtig mit ihr abgeben. Die meisten Götter befassten sich mit ihrem eigenen Kram, während Noldil, die ihr Freundin und Schwester zugleich war, irgendwo in Rakshanistan verweilte. Zudem war da noch dieser Krieg, den alle wie ein Schachbrettspiel gespannt mitverfolgten. Sie hatte man ausgeschlossen und weggeschickt mit den Worten, das sei Nichts für Elementare und für Kinder schon gar nicht. Nun zog sie also ihren Schmollmund während sie unsichtbar über die Landschaft schwebte und sich einen Spass daraus machte, die fluffigen Wolken wie verlorene Schäfchen zusammenzutreiben.

Von der Gegend um Vyamar war sie weiter Richtung Küste geschwebt, wo sie einige besonders graue Gewitterwolken einsammelte. Die Wellen zeigten weisse Schaumspitzen, sobald Is’emi darüber hinwegschwebte. Ihr gefiel es, das Wasser aufzuwirbeln und traurig dachte sie an ihre Spielereien mit Nyel zurück. Sie hatte schon so lange Nichts mehr von ihrem Bruder gehört.
Vielleicht kann ich ja seine Aufmerksamkeit erlangen, wenn ich in seinem Revier etwas Unordnung schaffe!
Voller Tatendrang begann sie durch ihre Schäfchenwolken hindurchzuflitzen, sie aufzuwirbeln, bis sie empört aufbegehrten. Ein Wolkenbruch war die Folge, und es begann in Strömen zu regnen.

Da entdeckte das Elementarwesen in den Wellen ein kleines Schiffchen. Von oben wirkte es nicht grösser als eine Nussschale und war wohl kaum von Bedeutung, doch es hatte Is’emis Interesse geweckt.
Während der Regen auf das Schiff peitschte, begann sie übermütig von allen Seiten auf das Schiff einzupusten, so dass es völlig orientierungslos herumschlingerte. Die Wellen wurden durch ihr Einwirken immer höher und drohten das Schiff zu kentern.
Interessiert beobachtete das kindliche Wesen, wie die Zweibeiner herumwuselten und sich panisch festklammerten, um nicht vom Ozean verschlugen zu werden. Dem ein oder anderen misslang dies, und seine erfolglosen Hilferufe gingen im Tosen des Sturmes unter.

„Is’emi, Sturmgöttin, hab Erbarmen mit uns armseligen Kreaturen!“, es war ein Matrose der dies in seiner Verzweiflung schrie. Die direkte Anrufung ihres Namens war für sie deutlich zu vernehmen und sie betrachtete das Schiff sogleich mit wohlwollenderen Augen. Sturmgöttin… was für ein schöner Name!
Das Schiff war kurz davor in den Fluten zu versinken und alles was nicht niet- und nagelfest verstaut war, hatte längst seinen angestammten Platz verlassen.
Da begann der Sturm urplötzlich sich zu lichten… Is’emi trieb ihre aufgebrachten Schäfchen zusammen und lotste ihre Wolkenherde von dem Kutter fort.
Sie konnte die Jubelrufe der Mannschaft hören und einige lobpriesen sowohl sie als auch Nyel. „Pfft, wenn die wüssten. Schmächlich hätte er sie ihrem Schicksal überlassen!“
Doch sie wollte nicht so sein, schliesslich waren die Erdbewohner naiv und unwissend.
Sie beobachtete noch einen Moment, wie sich die Zweibeiner wieder aufrafften, dann hauchte sie ihnen eine sanfte Meeresbrise zu, welche sie direkt zum nahen Steppengebiet lotsen würde. Ein Landgang wird den grünen Gesichtern bestimmt gut tun!

Ihre grauen Schäfchen waren mit lautem Blöken und Donnern inzwischen weitergezuckelt. Sie konnte sie knapp an Tazlogg vorbeischleusen, trotzdem bekam die Stadt einige starke Windböen und Regenergüsse zu spüren.
Während das Schiff vor der Küste ankerte, hatte Is’emi bereits ein neues Ziel ins Auge gefasst!
Das Getümmel war ja auch nicht zu übersehen. Eindeutig musste dies der Schauplatz sein, von dem die Götter sie fernhalten wollten… der Nichts für Elementare geschweige denn Kinder sei.
Mit einigen fröhlichen Luftsprüngen trieb Is’emi die Sturmfront mit kräftigen Winden voran, direkt auf das Gebiet der Festung Dunkelbruch zu…

weiter nach Dunkelbruch...
Nach oben
  Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: Sa 11. Nov 2017, 02:33 
Zweitcharakter
Benutzeravatar
Offline

Beiträge: 19
Die Schreie auf dem Deck wurden lauter. Die Seeleute versuchten über den Lärm des Unwetters hinweg zu kommunizieren, was ihnen eher mittelprächtig gelang. Unsanft wurde das Schiff durch die Naturgewalten hin und her geschleudert und sowohl Finja als auch Nicolai hatten Probleme sich auf den Beinen zu halten. Irgendwann trafen sich die Blicke der beiden Gefährten. Finjas Gesicht war wie erstarrt. "Ich muss hier raus.", sagte sie knapp und raste wieder in Richtung Deck. Sie wollte nur noch weg, fühlte sich schutz- und hilflos im Bauch des Schiffes. Nicolai hatte sie nicht aufhalten können, anscheinend rief er ihr noch etwas nach, doch es war bereits zu spät. Die kleine Almanin kam an Deck an, klammerte sich an dem Rahmen der Tür fest. Wind und Regen peitschten ihr ins Gesicht und es dauerte nicht lang, da prustete Finja bereits und versuchte sich das kalte Salzwasser aus dem Gesicht zu wischen. Die Matrosen, die nicht gerade dabei waren das Schiff auf so etwas wie einem Kurs zu halten, beteten verzweifelt sämtliche Gottheiten an, die ihnen in den Sinn kamen. Finja sah den Steuermann, der unter großen Anstrengungen das Steuerrad gepackt hatte. Die Wucht einer Welle war jedoch zu enorm, der Mann verlor den Halt und polterte in Richtung Planke. Dort kam er unsanft zu liegen, wurde zum Glück nicht über Bord gespült. Er fluchte, biss die Zähne zusammen und robbte wieder in Richtung Steuerrad, welches unkontrolliert rotierte. "Du da!", schrie er über das Tosen des Sturmes hinweg und zeigte auf Finja. "Besorg ein Seil! Rasch!". Finja nickte und ihr Körper schien fast selbstständig zu reagieren. Tatsächlich bekam die Almanin ein Tau in die Hände, stolperte damit zum Steuermann hinüber. "Binde mich hier fest und bei allen Göttern, mach die Knoten so fest du kannst!". Finja verstand. Ohne den Mann am Steuer würden sie wahrscheinlich sonstwo landen...doch würde er definitiv mit dem Schiff untergehen sollten sie kentern. Finja funktionierte einfach. Wie in Trance wickelte sie das Seil um den Seemann und das Steuerrad, zog die Knoten so fest sie nur konnte. Schließlich hatte sie ihre Aufgabe erfüllt und der Mann sah zu ihr hinunter. "Fürchte dich nicht. Ich bring uns hier raus.". Einen Moment lang erhellten sich die Gesichtszüge des Mannes, waren freundlich, nur um dann wieder zu erstarren. "Und jetzt sieh zu, dass du nicht von Bord gespült wirst, Kurze!!". Dann drehte er das Steuerrad hart nach Backbord und mit einem festen Ruck gehorchte das Schiff. Beinahe hätte es Finja von den Füßen gerissen, doch hielt sich die Almanin tapfer. "Ich gehe hier nicht drauf, ich habe noch zu viel zu erledigen.", sprach sich Finja selbst Mut zu. Diese Zuversicht wurde, wie so vieles was auf Deck gestanden hatte, hinfortgefegt, als sich eine gigantische Welle vor dem kleinen Schiff aufbaute und es in Schlagseite versetzte. Finja schluckte, ihre Hände wanderten zitternd zu der Brüstung des Oberdecks. Weiterhin die wachsende Welle fixierend umklammerte die Almanin die Planke so gut es ging. Dann kniff sie die Augen zusammen und bereitete sich auf den Einschlag der Welle vor...

Der Sturm lichtete sich. Welch ein Glück. "Wir hams geschafft, Kurze.", keuchte der Steuermann, sichtlich am Ende seiner Kräfte. Wie durch ein Wunder war der Einschlag der Welle ausgeblieben. Bald wurde der Anker geworfen und das Schiff kam vor einer Küstenlinie zum Stehen, immer noch mit einer zusammengekauert dasitzenden Finja am Oberdeck. Eine schon fast gespenstische Ruhe breitete sich auf dem Schiff aus. Jeder war froh mit dem Leben davongekommen zu sein. Nach und nach wurden Rufe nach Kameraden laut, wie durch ein Wunder war niemand über Bord gegangen. Leider gab es jedoch dafür viele Verletzte und Finja meinte irgendetwas von einem Loch im Rumpf zu hören. Sie saßen wohl mehr als eine kurze Zeit lang fest. Noch immer zitternd richtete sie sich auf. "Ni....Nicolai?", stammelte sie leise und taumelte in Richtung Treppenabgang, wo sie den Raktauren vermutete. "Nicolai!!?", schrie sie dann und beschleunigte ihre unsicheren Schritte. Dann plötzlich drehte sich alles. "Nein...", hauchte Finja noch und schlug wie ein gefällter Baum auf dem hölzernen Boden des Schiffs auf.

Langsam öffnete Finja die Augen. Es war noch Tag, so viel war sicher. Langsam drehte sie den Kopf. Es fühlte sich seltsam an...dann stellte die Almanin fest, dass sie nicht mehr auf dem Schiff war. Sie lag am Strand, weiter weg vom Meer, doch trotzdem noch im Sand. Jemand hatte Decken um sie gewickelt, in der Nähe standen mehrere Gefäße. Was war passiert? Langsam richtete Finja sich auf. Sie fühlte sich schwach. Ihr Blick wanderte umher. Das Schiff lag immer noch in den seichten Gewässern vor Anker, jedoch hatten die Matrosen große Teile der Ladung ausgeladen und am Strand ein kleines Lager errichtet. Provisorische Schlafstätten, Kochfeuer, ein Lazarett und Posten waren improvisiert worden, es herrschte reges Treiben. Niemand der Seeleute schien die wieder erwachte Almanin zu bemerken, die nun unsicher ihre Knie umfasste und nach bekannten Gesichtern suchte. Finja hatte schon das ein oder andere erlebt...aber das mit dem Sturm war eine ganz neue Erfahrung für sie, die sie auch so schnell nicht noch einmal machen wollte. Wo waren nur Nicolai und ihre anderen Gefährten? Hatten sie es geschafft? Waren sie wohlauf?
Nach oben
  Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 36 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4


Online Statistik

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
nowoczesne kuchnie pyskowice orzesze lędziny kłobuck blachownia wojkowice poręba kalety imielin miasteczko śląskie koniecpol siewierz ogrodzieniec
Gehe zu: