Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 11 - Verrills Baby 01.04.204 n.d.A.

Das subtropische Großherzogtum Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein.
Das subtropische Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt nun alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein. Vor ihm liegt eine große Aufgabe.
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Kapitel 11 - Verrills Baby 01.04.204 n.d.A.

#1

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Mo 1. Apr 2019, 16:52

Verrills Baby 01.04.204 n.d.A.


Tazio und Linhard saßen am Krankenbett von Verrill. Taz strich ihm die schweißnassen Haare aus der Stirn. Linhard küsste seinen Schatz auf die kalte Wange und nahm seine Hand. Liebevoll verschränkte er seine Finger mit denen von Gregoire.

Lange, schlanke und starke Finger hatte Greg im Gegensatz zu ihm. Er selbst hatte breite, starke Hände und Verrills blasse Hand wirkte verloren darin. Lin wusste nicht, warum Verrill so schwitzte und zeitgleich eiskalt war, aber die Heiler hatten alles versucht.

Tazio und Linhard erinnerten sich mit Schrecken an die Nacht zurück. Das Baby wollte kommen und es bereitete Verrill unerträgliche Schmerzen. Tazio hatte sofort die Heiler gerufen und sie waren augenblicklich in ihren Gemächern.

Sie beide erinnerten sich an die Schreie, die irgendwann nur noch ein qualvolles Wimmern waren. An die Heiler die alles versucht hatten um Greg eine normale Geburt zu ermöglichen. In den winzigen Phasen wo er keine Schmerzen hatte, beschimpfte und verfluchte er die Heiler.

Und dann war Verrill auf einmal ganz still geworden, so dass sich Lins Herz vor Angst zusammenzog. Tazio schien es nicht anders zu ergehen, aber sein Blick blieb ruhig, er war besonnener als Lin. Greg bestand darauf sie beide zu sprechen.

Verrill hatte ihnen jeweils eine Hand gereicht. Als Linhard seine Pranke in ihre schlanken Finger legte, krallten sie sich regelrecht in sein Fleisch. Verrill hatte sie beide beschwörend angeschaut, niemals hatte sich ein brennenderer und intensiverer Blick in ihren gebohrt, so das Taz und Lin gleichsam schwiegen.

„Gleichgültig was war oder gleich passiert… ich liebe Euch. Vergesst das nicht…“.

Das waren die letzten Worte von Verrill, bevor die Heiler sie wegschafften und ihre Hände aus denen ihrer Ehemänner gerissen wurde. Sie hatten sie aufgeschnitten und das Baby auf die Welt geholt. Lin wusste wie gefährlich diese Operation war, die meisten schafften es nicht. Drum wandte man sie in Naridien fast nur an, wenn die Mutter gegangen war und das Baby noch lebte.

Und auch Verrill hätte es fast nicht geschafft, sie hatte extrem viel Blut verloren und ihr Kreislauf war zusammengebrochen.

Aber Gregoire war ein Kämpfer. Oh ja, das war er.

Tazio und er hatten die ganze Zeit gewacht. Das Gesicht des jungen Duca war von Sorge gezeichnet, als er seine Ducachessa betrachtete. Sanft strich er ihr die Haare aus der Stirn. Linhard küsste die kalte Hand von Verrill und kramte ein Buch aus seiner Umhängetasche.

„Ich habe Dir was Schönes mitgebracht, ein neues Buch. Ich werde Dir jeden Tag daraus vorlesen und noch etwas Verrill. Solange Du hier liegst, werde ich Dir jeden Tag ein Spruch in unser Buch schreiben. Das lese ich Dir nicht vor, dass liest Du selbst nach, sobald Du wieder gesund bist. Unserem Küken geht es gut, es braucht Dich, genauso wie ich und Tazio erst.

Deine Rosenfinken sind auch versorgt Schätzchen. In Deinen neuen Buch geht es um eine Reise. Ich wollte Dir zuerst ein Buch über Mythen und Sagen kaufen, aber da Du am liebsten Bücher über Reisen, Expeditionen und Entdeckungen liest, ist das auch wieder eins geworden.

Dieses Buch beschreibt eine Reise von einem Forscher in die Lande der Tamjid. Die Tamjid sind sozusagen die Urrakshaner, also die ehrliche Variante davon. Rakshaner waren kriminelle Tamjid die man in die Wüste jagte. Und dort haben sie sich zu eigenen Clans zusammengeschlossen. Das ist der Hintergrund, falls er Dich interessiert. Jedenfalls haben die Tamjid eine sehr interessante und völlig andere Kultur. Wenn Dir das Buch gefällt, könnten wir vielleicht einmal dorthin reisen. Jetzt reisen wir auf dem Papier… Prolog von Julien Mantacier…“, las Linhard vor, als sich Verrills Hand um seine schloss.

Linhard starrte Greg völlig perplex an, Greg musterte ihn müde, abgekämpft und völlig zerschlagen zurück. Er setzte an um etwas zu sagen, bekam aber keinen Ton heraus. Tazio grabschte sich vom Beistelltisch sofort einen Becher Wasser und hielt ihn Verrill an den Mund. Er wartete bis sie in Ruhe alles ausgetrunken hatte.

Gregoire legte sich ganz vorsichtig auf die Seite und musterte sie beide liebevoll.

„Bin wieder da“, flüsterte sie schmunzelnd.

„Und ob Du das bist mein Schätzchen, ich habe nie an Dir gezweifelt“, freute sich Lin ergriffen und deckte Verrill wieder richtig zu.
„Wo ist das Würmchen? Ich möchte es bei mir haben“, murmelte Greg müde.

„Das Würmchen ist versorgt, keine Sorge. Ich lasse es nachher herholen. Entspann Dich, erhole Dich und ich sage gleich den Heilern Bescheid. Gaston wacht gemeinsam mit der Amme über unser Kleines. Er war oft Nachts hier und hat nach Dir geschaut. Ich muss ihnen allen Bescheid sagen, dass Du endlich wach bist. Tazio hat für Dich ganz besondere Kekse backen lassen, Zitronenkekse. Soll ich Dir die Kekse reichen? Du musst was essen“, sagte Linhard und streichelte Verrill den Rücken.
"Mit frischer geriebener Zitronenschale, Du kannst aber auch was richtiges zu Essen bekommen. Ich glaube eine kräftige Brühe, wäre jetzt genau das richtige. Die Kekse kannst Du nebenbei essen", erklärte Tazio und reichte Verrill die Kekse.

„Nein holt unser Baby jetzt, bitte. Wie sieht die Narbe aus? Schlimm? Ich spüre sie nicht richtig, aber ich spüre im Moment eh kaum was. Das ist unheimlich“, antwortete Greg leise.

„Die Narbe sieht super aus, sie ist nur noch ein dicker, roter Strich. Benito und Dantoine haben Dich versorgt. Sie sind die ganze Zeit für Dich da, Dan wird bei uns bleiben Greg. Ich behalte ihn an unserer Seite, er ist ein erstklassiger Medicus und Heilmagier, so wie Benito. Du bist also in den besten Händen Schatz. Ich hole Dir das Kleine, ich bin sofort wieder da“, erklärte Tazio liebevoll und küsste Verrill.
"Ich gehe schon, bleib Du bei ihr", bat Lin.

Linhard legte das Buch beiseite und verließ das Krankenzimmer.
Einen Moment später kam Dantoine herein.

„Majestät", grüßte Dantoine Tazio und wandte sich dann an seine Patientin.
"Euer Mann holt Euch Euer Kind Hoheit. Es freut mich, dass Ihr wach und wohlauf seid. Ihr habt uns ganz schön Kopfzerbrechen bereitet“, sagte Dan, nahm Verrills Arm und überprüfte ihren Puls.

Danach untersuchte er Gregoire eingehend und setzte sich zu Verrill ans Krankenbett.

„Ihr seid auf dem Wege der Besserung und müsst Euch noch schonen. Eurem Kind geht es sehr gut, es ist bei bester Gesundheit. Ihr solltet eine Kleinigkeit essen Hoheit, Ihr wollt schließlich gesund werden“, sagte Dan und schaute sich das Buch an, dass Linhard auf den Nachttisch gelegt hatte.
„Danke, später vielleicht. Ich habe eigentlich nur Durst. Dass Buch hat mir Linhard geschenkt“, gähnte Gregoire.

Dantoine reichte Verrill einen neuen Becher Wasser und hielt sie beim Trinken fest um sie zu unterstützen.

„Ihr könnt auch eine Trinksuppe bekommen“, schlug der Heiler vor.
„Ist mein Kind… normal? Oder… oder ist es… wie ich?“, flüsterte Verrill heiser.

„Euer Kind ist völlig normal Hoheit, ebenso wie Ihr“, antwortete Dantoine freundlich, was Verrill gerührt grinsen ließ.


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Re: Kapitel 11 - Verrills Baby 01.04.204 n.d.A.

#2

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Di 9. Apr 2019, 22:12

Das Baby mit den viel zu blauen Augen


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war sehr aufgeregt, als er endlich das gut bewachte Zimmer von Verrill betreten durfte. In den Händen trug er einen riesigen Blumenstrauß mit Seerosen, Lilien und anderen blühenden Wasserpflanzen. In weiser Voraussicht hatte er den Strauß samt kunstvoller Vase arrangieren lassen, so dass er ihn so, wie er war, neben Verrills Bett abstellen konnte. Glücklich setzte er sich auf einen Stuhl an ihrem Kopfende und nahm ihre Hand. »Glückwunsch«, sagte er leise. »Ich wünsche dir und dem Kleinen alles Gute. Papa hat uns das meiste schon erzählt. Wie geht es dir? Und wo ist der kleine Laurie?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill setzte sich auf und strahlte über das ganze Gesicht, als Ciel ihr Schlafzimmer betrat. "Die sind aber schön, Danke", freute sie sich und deutete Ciel an die Blumen bitte abzustellen. Verrill sah dünn aus, dünner als sonst und ziemlich mitgenommen. Aber ihr Gesicht strahlte vor Glück. Sie schloss die Finger um Ciels und deutete auf das kleine Bettchen, dass neben ihrem Bett stand. "Mir geht es einigermaßen gut, ich bin nur dauermüde und irgendwie zerschlagen. Und meine Narbe schmerzt mich. Mein ganzer Unterleib schmerzt, aber das ist wohl normal. Schön dass Du da bist, dass bedeutet mir viel. Irgendwie bin ich im Moment nah am Wasser gebaut, wundere Dich nicht. Du kannst sie gerne nehmen Ciel, schau sie Dir nur an", bat Verrill und streichelte seine Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
Neugierig schaute er in das Bettchen und betrachtete das kleine Gesicht. Wie winzig! Ciel hatte noch nie ein Baby in den Armen gehalten, aber er wusste von den Ammen, wie sie die kleinsten Bürger trugen. Ganz vorsichtig schob er seine Hände unter das winzige Körperchen, stützte den kleinen Kopf ab und hob Laurie in seine Arme. Er setzte sich sofort wieder mit ihr hin, damit er nicht stolperte oder dergleichen. »Also möchtest du Laurie als Mädchen ansprechen lassen. Sie ist wunderschön!« Verliebt betrachtete er das hilflose Geschöpf, das ganz friedlich in seinen Armen lag, so leicht, dass es kaum spürte. »Ganz blaue Augen hat sie. Für die Ehre, dass ich sie benennen durfte, möchte ich dir danken. Ich habe sehr lange überlegt, ich hoffe, der Name ist zu eurer Zufriedenheit. Wie hat Lin auf die Kleine reagiert?«

Gregoire Verrill de Souvagne
"So ist es doch Brauch, dass der Vater seinem Kind den Namen schenkt, ich finde den Namen sehr schön und ich nenne sie so. Sie darf sich selbst aussuchen, wie sie in Erscheinung tritt, sie ist kein Mädchen. Sie ist einfach sie, dass reicht mir und sie ist gesund. Dantoine hat es sehr schön gesagt, als ich fragte ob sie normal ist oder wie ich. Er sagte sie ist völlig normal - genau wie ich. Tazio und Linhard hatten einiges durchzustehen, mir ging es nicht so gut. Ich war so geschafft Ciel und ich hätte nie gedacht, dass es so schmerzt. Lin und Taz haben sich beide gefreut, sie sind ganz lieb zu dem Würmchen und zu mir. Wir sind gut versorgt. Aber ich glaube Vianello hat etwas gegen Gaston. Er wirft ihm immer anklagende Blicke zu. Keine Ahnung, mir auch gleich, solange er mich nicht ärgert", grinste Verrill, nahm sich einen Keks und drückte Ciel auch einen in die Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erschrak innerlich bei dieser Mitteilung, gleichzeitig machte sein Herz einen Freudensprung. Noch intensiver als zuvor betrachtete er das Baby in seinen Armen - sein Baby. »Dann hatte es damals doch gleich bei uns geklappt? Und du hast es mir all die Monate verheimlicht!« Ciel strahlte und streichelte die Kleine. »Mein Baby, mein Kind! Kein Wunder, dass sie so blaue Augen hat. Weiß es jemand außer uns?«

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich hatte Angst dass Du Dich mit Linhard wieder zankst, drum habe ich es für mich behalten. Ja Dantoine weiß es, er wusste es von Anfang an. Nur er, Du und ich. Aber nun da unser Würmchen da ist, kannst Du es ruhig den anderen sagen. Am Anfang war meine Ehe noch frisch und Du warst mit Lin in irgendeinem Wettkampf. Nun seid Ihr Freunde und ich bin zweifach verheiratet. Er ist nicht blöd Ciel, er weiß auch was er sieht, aber er sagt nichts dazu. Unser Verhältnis und Verständnis hat sich gedreht. Ich bin Tazio und ihm treu. Wir werden es gemeinsam zu dritt versuchen, wir drei in Treue. Du weißt was Du mir bedeutest, Du hast immer einen Platz in meinen Herzen, aber nicht mehr in meinem Bett. Ich liebe meine Männer sehr und Tazio ist Dir sehr ähnlich und dennoch so verschieden. Er kann sehr liebevoll sein, siehe mein Titel. Aber er kann auch gnadenlos zuschlagen, was die Zwerge zu spüren bekamen. Er und Lin, dass wird sehr gut passen und ich fühle mich rundum wohl bei ihnen. Ich hoffe das es mir bald besser geht, wir wollten gemeinsam Urlaub machen Ciel. Auf einem Boot! Da freue ich mich die ganze Zeit drauf. Das gibt mir Kraft gesund zu werden. Weißt Du überhaupt wo meine Zofe abgeblieben ist? Ich hatte so eine kleine liebe Zofe, aber die ist verschwunden. Irgendwie verschwinden meine Leute immer. Ob sie mich abstoßend fand?", grübelte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte die Kleine so, dass er sie in einem Arm halten konnte und nahm wieder Verrills Hand. »So ist es auch für alle am besten.« Er zog ihre kalte, schwache Hand an seinen Mund und küsste sie. »Ich werde mal nach der Zofe schauen und mit Linhard sprechen. Den Urlaub hast du dir redlich verdient, ihr alle. Wo ist Lin jetzt?« Ciel erhob sich und legte Laurie ganz vorsichtig wieder in dem Bettchen ab. Er küsste sie auf die Stirn und streichelte sie mit einem Finger. »Schön wachsen! Und lass die Mama ein wenig schlafen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schmunzelte als Ciel sie küsste. "Das ist lieb von Dir, Dankeschön. Kommst Du nachher wieder? Wo sind die anderen denn, oder kamen sie nicht mit? Was ist mit Natalie? Hat sie was gesagt? Ich weiß Ciel, Du bist hier immer ein gern gesehener Gast. Gleich wie lange Du bleiben magst und ich hoffe Du bleibst was länger, Du bist gerne gesehen. Lin und Tazio müssen im Gemach sein, sie haben nichts anderes gesagt. Oder vielleicht doch und ich habe es mal wieder nicht mitbekommen in meinem schlaftrunkenen Kopf. Kannst Du mir auch etwas zu Essen bringen lassen? Eine Suppe bitte. Das wäre lieb. Schau Dir doch mal unser Gemach an, oder den Garten. Unser Garten ist wunderschön von da aus kannst Du direkt aufs Meer schauen. Da saß ich immer gerne und habe Abends der Sonne beim Untergehen zugeschaut. Bald mache ich das wieder, wenn ich richtig sitzen kann. Dann werde ich Laurie die Sonnenaufgänge und Untergänge hier zeigen. Sie gehen ganz schnell, was seltsam ist. Aber dafür sind sie in einem herrlichen Rot, da ist man richtig ergriffen. Wann ist es bei Euch soweit? Fran ist doch auch bald soweit oder nicht?", sagte Verrill und rollte sich auf die Seite um ins Bettchen zu schauen. "Deine Augen, sie hat Deine Augen Ciel. Wie läuft es mit Dreux und seiner Schnecke?", grinste Verrill und versuchte aufzustehen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es sind alle da, keine Sorge. Wir wollten den Besuch nur ein wenig verteilen, damit es nicht zu laut und zu stressig wird. Ich komme dann wieder, wir bleiben einige Tage, wir haben also alle Zeit der Welt, ganz in Ruhe zu sprechen. Dreaux und seine Schnecke bummeln, aber sie lächeln sich andauernd freundlich an, wenn sie sich sehen. Sie haben mehr als nur Interesse aneinander, aber scheinbar hat immer irgendetwas anderes gerade Priorität. Alexandre ist Vater, glaubt man das? Zwei erwachsene Buben hat er, Zwillinge! Auch Fran erwartet zwei kleine Jungs. Ganz rund ist sie schon, aber da geht noch was. In drei Monden ist es bei ihr so weit. Dann erhält Laurie ihre Verstärkung.« Er lächelte glücklich. »Dreifach Vater, dabei wollte ich Mönch werden.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill lachte leise und zog sich an Ciel hoch. "Du weißt doch, die Pfaffen sind die schlimmsten. Sagt man jedenfalls. Zwillinge, das ist schön. Ja wenn Du magst, komm uns mit den Kleinen besuchen. Das rührt mich, dass alle gekommen sind. Ich hatte schon was Angst. Dreux ist eine Marke und Alex ist Vater? Irgendwie unvorstellbar, aber das Schicksal hat ihm doch eine zweite Chance gegeben. Ich war oft so wütend auf ihn, dabei ist er einfach nur ein armer Kerl, dem man mehr genommen hat, als man nehmen konnte. Sie hat ihn getötet, aber er konnte nicht sterben. Und tief im Inneren, gleich was er sagte, wollte er auch nicht gehen. Er wollte kämpfen, leben und sein Leben zurück. Nur das Fatale war, gleich was er tat und was er lernte, er würde es niemals wieder zurückbekommen. Ich war ziemlich unfair zu ihm, aber ich hatte Angst um Dich und ich dachte in seiner Trauer und in seinem Hass hätte er Dich zu der Verstümmelungsfantasie angestiftet. Darum wollte ich ihn bestrafen. Ich freue mich ehrlichen Herzens für ihn, richte ihm das bitte aus", bat Verrill, während Dantoine sie schnappte und einfach wieder ins Bett legte. Man sah seinem Gesicht an, dass Diskussionen unnötig waren.

Ciel Felicien de Souvagne
»Alexandre ist kein schlechter Kerl, Verrill. Nein, er wollte nicht sterben, er hat sein Schicksal gepriesen und es doch verflucht. Aber er hat auch eine sanfte Seite, wenn man ihn näher kennt. Danke, dass du ihm eine Chance gibst, das bedeutet mir viel, weil er mir viel bedeutet.« Er zwinkerte ihr zu, verabschiedete sich vorerst und ging nach Linhard sehen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verill schaute Ciel nach und nahm behutsam Laurie aus ihrem Bettchen. "Die hat er auch verdient, es war nur ein dummes Missverständnis", erklärte sie leise. "Das ist es oft, die meisten Streitigkeiten, Fehden oder dergleichen beruhen größtenteils auf Missverständnissen Eure Majestät. Bei dem Rest wissen die Beteiligten oft gar nicht mehr worum es überhaupt ging. Nur ein ganz geringer Prozentsatz ist wirklich legitim", antwortete Dan. "Das stimmt, in nächster Zeit werden viele Kinder geboren. Das ist ein gutes Zeichen. Für Almanien, Ledwick und Souvagne. Wie steht es um Ehveros? Von Felipe hört man gar nichts mehr", sagte Verrill und schmuste mit ihrem Baby. "Glaubt mir Eure Majestät, dass ist auch besser so", antwortete Dan so trocken, dass Verrill loslachen musste.

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