Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Blutrote See - Kapitel 6 - Beschw├Ârungsmarathon

Der Vernichtungsfeldzug der Choucas gegen die Farisin.
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Brandur von Hohenfelde
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Die Handelsallianz

Blutrote See - Kapitel 6 - Beschw├Ârungsmarathon

#1

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Fr 19. Okt 2018, 08:03

Der erste Geist - Quennel

Brandur von Hohenfelde
Brandur hatte alles f├╝r die vom Prince angeordneten Beschw├Ârungen vorbereitet. Daf├╝r, dass Prince Ciel an vorderster Front gegen die Nekromantie geiferte, hatte er erstaunlich viele Ausnahmew├╝nsche f├╝r sich selbst. Die ger├Ąumige Kaj├╝te, in welcher Brandur sich f├╝r die Vorbereitungen eingeschlossen hatte, duftete nach R├Ąucherwerk. Der Nekromant hatte bei offenem Fenster die Ritualschellen erklingen lassen, die Ecken ausgeklatscht und Salz gestreut, um den Raum von Fremdenergien zu reinigen. Nun zog er mit Kreide die letzten Runen des Bannkreises, in dem der Tisch mit den St├╝hlen f├╝r die G├Ąste stand. Er nahm die Sicherheitsvorkehrungen heute besonders genau, da er die Geister zum Gro├čteil nicht kannte und Parcival vermutlich ein sehr machtvoller Gegenspieler sein w├╝rde, der schwer zu beherrschen war. Doch er stand erst an zweiter Stelle. Zun├Ąchst hatte Ciel gefordert, das vor einigen Jahrzehnten ermordete Himmelsauge Quennel zur├╝ckzurufen. Brandur kontrollierte noch einmal, dass die beiden Kreise richtig gezeichnet waren, dann lie├č er einen Matrosen nach den Teilnehmern schicken.

Linhard von Hohenfelde
Linhard war der Erste der die Kaj├╝te seines Vaters erreichte, da ihn die Wiedersehensfreude und die Neugier trieb. Brandur war genau wie Ansgar ein Nekromant, aber er ├╝bte die Totenmagie v├Âllig anders aus. W├Ąhrend Ansgar seine H├Ąnde f├Ârmlich in Blut gebadet hatte in seinem Schlachthaus, dort werkelte Brandur im w├╝rdevoller Sauberkeit und schuf Kunstwerke aus Knochen die ihres gleichen suchten. Lin vermisste schlagartig schmerzhaft den Knochendrachen, der eine ganze Weile der kn├Âcherne Nabel seiner Welt gewesen war, belebt mit dem Geiste von seinem Gro├čvater Dunwin. Beide waren momentan Meilen entfernt und er hoffte es ging ihnen gut. Sobald sie wieder Zuhause waren, w├╝rde er den Knochendrachen in sein Herrenhaus bringen lassen. Niemand hatte ein Anrecht auf das Gesch├Âpf, dass sie in die Freiheit geflogen hatte. Denn nichts anderes hatte dieses Wesen getan. Lin schaute sich neugierig um und war gespannt was als n├Ąchstes geschehen w├╝rde. Der Geist von Dunwin hatte ihnen beigestanden und er erinnerte sich nur zu gerne an die gemeinsame Zeit, als sie als groteske Gruppe von Brandur, Dunwin, Archibald und Jesper durch die Lande gezogen waren und auf ihre ganz eigene Art f├╝r Gerechtigkeit gek├Ąmpft hatten. Er erinnerte sich an die versaute Hochzeit, an das Auftauchen Brandurs, an Daves Angriff, an Ansgars Morddrohungen und an das Ende seiner beiden V├Ąter und deren Wiedergeburt auf so unterschiedliche Art und Weise. Mit Schaudern erinnerte er sich an die Beschw├Ârung von Alastair, der sogar als Geist schwarz wie die Nacht gewesen war und der heimlich Archibalds wahrer leiblicher Vater war. Ein Umstand von dem Archibald nichts wusste, bis einschlie├člich heute. Jeder andere hatte davon erfahren, genauso dass Dunwin nun in Aimeric lebte, da Brandur den Vater von Archibald verheimlichen wollte.... und sich wie auch Dunwin dabei um Kopf und Kragen redete... Das war starker wenn auch extrem witziger Tobak, die ausstehende Messerstecherei w├Ąre sicher hochinteressant geworden. Aber Kuni hatte den auf einmal erstaunlich flinken Dave aufgehalten. Lin wusste nicht ob er sich dar├╝ber freute oder bereute, dass es nicht zum Duell gekommen war. Soviel Hohenfelde war er doch, dass ihn ein gutes Duell mitriss. Auch wenn er nicht wusste, zu wem er gehalten h├Ątte. Er kannte Daves Vergangenheit in groben Z├╝gen, aber er kannte auch seinen Gro├čvater als liebenden Geist. Die Beschw├Ârung von Alastair hatte etwas sehr bedrohliches gehabt und letztendlich dachte er an Ciel und seinen gemeinsamen Ausflug mit ihm und das Bergen der Babys. Eine G├Ąnsehaut kroch seinen R├╝cken hoch. Freundlich l├Ąchelte er seinen Paps an, als die anderen G├Ąste ebenfalls eintrafen und Platz nahmen. Lin grinste stolz.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schenkte seinem Sohn ein L├Ącheln, w├Ąhrend dieser mit den anderen am Tisch Platz nahm. Er selbst befand sich au├čerhalb der beiden Kreise. Im Gegensatz zu anderen seines Fachs zog er es vor, nicht sich selbst in einem Bannkreis einzusperren, sondern den Geist, um dessen Radius einzuschr├Ąnken und selbst die volle Beweglichkeit zu behalten. Dass die G├Ąste in einem ebensolchen Kreis sa├čen, war ein zus├Ątzlicher Schutz, von dem er nicht glaubte, dass er erforderlich sein sollte. Aber er wollte sich vom nekromantenfeindlichen Prince keine Nachl├Ąssigkeit nachsagen lassen. Er schloss die Fenster, zog die Gardinen zu und entz├╝ndete die Ritualkerzen, von denen er besser f├╝r sich behielt, dass sie aus Menschenfett bestanden. Brandur blickte feierlich in die Runde. ┬╗Hoheiten Prince Linhard von Hohenfelde und Prince Ciel de Souvagne, Capitaines und Chevaliers Silvano de Mancini, Rene de Brisay und James de Dusolier. Boldisz├ár┬ź, gr├╝├čte er feierlich die Anwesenden in der Reihenfolge, die ihnen seiner Meinung nach zustand. ┬╗Ihr habt heute die Ehre, einer Reihe von Beschw├Ârungen aus fachkundigen H├Ąnden beizuwohnen - meinen H├Ąnden. Ich bin Brandur von Hohenfelde, auch bekannt als der Hexenmeister Amand von Trux und ich bin Nekromant des vierten Grades. Vor ihnen auf dem Tisch liegen Fingerringe. Diese sind aus Tombak, einer hochwertigen und vor allem f├╝r unsere Zwecke hocheffektiven Messinglegierung. Sie dienen der zus├Ątzlichen Absicherung von euch, denn sobald ihr sie tragt, wird der Geist es schwer haben, in euren K├Ârper zu fahren, sollte er wieder Erwarten aus dem Bannkreis entwischen und sich meiner Kontrolle entziehen. Ich m├Âchte euch nun bitten, die Ringe anzulegen.┬ź Er wartete, bis alle Anwesenden der Aufforderung nachgekommen waren. ┬╗Hat jemand noch eine Frage? Ansonsten beginne ich nun mit der Herbeirufung des Geistes von Quennel.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Die Angesprochenen nickten der Reihe nach und jeder Anwesende nahm sich einen Ring und setzte ihn auf. Linhard schaute Ciel abwartend an, denn er war sich sicher, dass sein Schwager zuerst jemand beschworen haben wollte. Linhard hatte niemanden, den er gerne gesprochen h├Ątte. Wobei eigentlich schon, jeden aus Brandurs Familie, aber er schwieg dazu. Er w├╝rde seinem Vater nicht die B├╝rde auferlegen, seine verstorbenen Kinder zu beschw├Âren, nur um seine Neugier zu befriedigen. Er konnte mit Brandur in einer stillen Stunde ├╝ber sie reden. Die Reise w├╝rde lang werden und sie w├╝rden ausreichend Zeit haben. Ganz ohne Magie konnte sein Paps ihm seine Geschwister n├Ąherbringen. Alle anderen schienen einfach gespannt abzuwarten. Die Kapit├Ąne schienen keine Angst zu haben, sie sahen ehr neugierig aus, was Linhard gefiel. Vielleicht aber auch nur im Moment, da sie noch nie einen Geist gesehen hatten. Seine Familie war nicht unbedarft was Nekromantie anging, aber bei Alastair war selbst ihm Bange geworden. Ich glaube wir sind alle soweit Paps┬ź, sagte Lin freundlich und betonend, dass es sein Vater war der dieses Wunder vollbrachte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff unter dem Tisch nerv├Âs nach Linhards Hand. Sie beide trugen einen der Ringe. Ciel wusste, dass Messing, insbesondere Tombak, gut gegen magische Beeinflussung abschirmte - er wusste jedoch auch, dass Ringe f├╝r diesen Zweck sehr wenig Masse enthielten. Damit es wirklich zuverl├Ąssig funktionierte, war ein Halsreif erforderlich oder ein Schmuckst├╝ck in ├Ąquivalenter Gr├Â├če. Ciel nickte Brandur zu. ┬╗Beginne mit dem Ritual. Rufe uns Quennel zur├╝ck. Er hat uns einige Fragen zu beantworten.┬ź Nicht zuletzt war Ciel sehr neugierig, wer der Mann war, der zu Lebzeiten zu gerissen gewesen war, um weiterleben zu d├╝rfen.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Sehr wohl, Hoheit.┬ź Der Nekromant nahm Aufstellung. Das Kerzenlicht begann zu flackern, obwohl kein Wind durch das geschlossene Fenster wehte und die Anwesenden kaum zu atmen wagten. Brandur stand mit geschlossenen Augen vor dem Bannkreis, in welchem der Geist erscheinen sollte. Manche Hexer zogen es vor, w├Ąhrend der Trance zu sitzen, er jedoch f├╝hlte sich stehend am wohlsten. Mit den H├Ąnden vollf├╝hrte er einige vertr├Ąumt wirkende Gesten, die keinen magischen Effekt hatten, sondern ein Spiegelbild seiner Wahrnehmung im Nexus waren, als er in dem Nebel der Energien nach dem erloschenen Lebenslicht des Himmelsauges Quennel tastete. Er fand ihn, lockte ihn, zog ihn zur├╝ck. ÔÇ║Quennel ... der du ermordet worden bist, weil du zu viel wusstest ... kehre zu uns zur├╝ck. Offenbare uns das Geheimnis, f├╝r das du mit dem Leben bezahltest. Quennel, ich rufe dich ... zeige dich gut sichtbar in deiner alten, menschlichen Gestalt. Quennel, erscheine.┬ź

Quennel
Quennel h├Ârte den Ruf, hier im ewigen Nichts war alles anders als er es sich je vorgestellt hatte. Es gab weder ein Oben noch ein Unten, es gab weder Form noch Farbe, es gab nicht einmal Luft noch Licht und dennoch war alles auf sonderbare Weise vorhanden, auf eine v├Âllig andere Wahrnehmungsweise waren hier die Abbilder der lebendigen Welt zu finden. Oder m├Âglicherweise war auch die lebendige Welt ein Spiegelbild dessen, was diese Seite war. Erstarrt in ewiger Form, bis man in v├Âlliger Freiheit hierhin zur├╝ckkehren konnte. Losgel├Âst von allem, schwebend, liebend, mit sich selbst und der Welt im reinen. Sie alle flossen, schwebten, glitten dahin, angezogen von einer gro├čen Macht, die keinen wahren Namen besa├č und tausende Namen hatte - er nannte es nur das Nichts. Sanfte blaue Gesch├Âpfe zogen an ihm vor├╝ber, ihre jetzige Form verriet ihm nicht, was sie einst gewesen waren. Auch seine Gestalt war unwichtig geworden. Auch er schwebte immer weiter auf dieses Ziel zu, nicht wissend was er dort ├╝berhaupt wollte. Aber es rief ihn, sang in seinem Sein, mit der tiefen Botschaft dass er allein war und doch einem gro├čen Ganzen angeh├Ârte. Er musste nur in dessen Scho├č zur├╝ckkehren und dann... ja was dann? Er wusste es nicht, nicht mit Bestimmtheit. Er konnte nicht einmal sagen, was er sich selbst darunter vorstellte oder sich w├╝nschte, aber je n├Ąher er dem Ziel kam, je ruhiger, zufriedener, gelassenener wurde er. Andere schweben widerspenstig dahin, wollten sich dem Ziel nicht n├Ąhern. Zwischen dem Meer aus hellblauen Gestalten sah man ab und an schneewei├če Formen dahingleiten. Wurde er von so einem Wesen gestreift f├╝hlte er sich f├╝r den Bruchteil eines Augenblick erhaben, erf├╝llt ja sogar geliebt. Diese Wesen waren schon hier fast eins mit dem Ziel. Aber sie waren selten und sie waren schnell. Schnell obwohl hier weder Zeit und Raum eine Bedeutung hatte und trotz der Tatsache dass sie sich nicht zu beeilen schienen. Aber dann gab es noch die anderen... schwarz, dunkel, d├╝ster, grausam... ihre Pr├Ąsenz machte ihm sogar hier Angst. Auch sie waren selten und er wusste nicht was sie waren. Sie f├╝hlten sich an wie ein Geschw├╝r dass sich widersetzte ins Ziel einzuschweben. Stattdessen lauerten sie in den T├Ąlern, dahin wo man nicht hinab sinken durfte. Kam man dem Tal zu nah und ein D├╝sterer erblickte einen, galt es zu schweben wie man noch nie geschwebt war. Sah man einen D├╝steren aufblitzen musste man in die andere Richtung flitzen... wenigstens war ihm sein Humor geblieben und sein Grips. Bis jetzt hatte ihn noch kein D├╝sterer erwischt. Er hatte gesehen was sie taten... ein Blauer der zu dumm war nicht auf die Schatten dieser Welt zu achten war von einem d├╝steren festgehalten worden. Seine Substanz, sein ich fing an zu flackern... und dann verf├Ąrbte sich der Blaue langsam aber sicher schwarz, wurde durchzogen von der Finsternis, wie ein Mensch den eine Blutvergiftung befallen hatte... wie er darauf kam? Er wusste es nicht... woher er diese Kenntnis hatte? Auch davon hatte er keine Ahnung... Er hatte gesehen wie der D├╝stere den Blauen verseucht und gefressen hatte, verschlungen war wohl der bessere Ausdruck. Und dann gab es die Grauen... noch seltener... noch widerlicher... sie erschienen blitzartig, raubten einen der Blauen und fra├čen ihn an Ort und Stelle und verschwanden wieder. Manche Blauen waren wie die Grauen nur zu Besuch, wanderten nicht dem Ziel entgegen, sondern gingen eigene Wege... manche kehrten nie in ihre Welt zur├╝ck. Gem├Ąchlich schwebte er dahin, noch heute so wachsam wie einst und scheinbar wieder einmal nicht wachsam genug, denn jemand rief ihn. Unbehagen machte sich in ihm breit, ein Grauer! Das war ein Grauer und er rief ihn! Seine Substanz begann zu flackern, er wollte davon schweben, aber er konnte nicht. Die Stimme des Grauen war gef├Ąhrlich, s├╝├č wie Honig und genauso klebrig... er musste ihr folgen... konnte sich nicht wehren und er tat es. Quennel... ja dass war er! Schlagartig wurde er in die Helligkeit gerissen, die nicht das Ziel war. Man zwang ihm seine alte Gestalt auf und er schaute sich um... ein Raum, finster, Menschen, sie starrten ihn an, er war zur├╝ck. Nur wo war er? Sein Blick fiel auf den Grauen, jenen der ihn gerufen hatte. ┬╗Wer bist Du? Was willst Du von mir?┬ź, knurrte er und er hoffte es klang bedrohlich. Er richtete sich zu seiner vollen H├Âhe auf und warf seine langen, lockigen Haare in den Nacken.

Brandur von Hohenfelde
Brandur bemerkten, wie angespannt die G├Ąste waren in Anbetracht des Geistes, der sich herrisch pr├Ąsentierte. Nur die beiden Hohenfeldes blieben ganz ruhig, denn nichts anderes waren sie gewohnt als die st├Ąndige Anwesenheit der Toten in ihrer Umgebung. ┬╗Mein Name ist Amand von Trux┬ź, log Brandur, wohlwissend, dass der wahre Name eines der vielen Werkzeuge sein konnte, um zus├Ątzliche Macht ├╝ber eine Person zu erlangen. ┬╗Ich bin Nekromant und ich bin dein Beschw├Ârer. Du hast mit deinem Tod Chaos hinterlassen, Quennel, und viele offene Fragen. Zun├Ąchst zeige dich deutlicher. Wir wollen dein Gesicht sehen und deine Kleider, so wie du sie am Tag deines Ablebens getragen hast. Du bist ermordet worden. Was geschah an jenem Tage und wer war es, der dich aus dem Leben riss?┬ź

Quennel
Das Seelenlicht von Quennel nahm genau die Gestalt an, die er zu Lebzeiten trug. Er war gro├č, wirklich gro├č und konnte es vermutlich mit Francois in der Gr├Â├če aufnehmen, wie Ciel feststellte. Aber da h├Ârte die ├ähnlichkeit auch schon auf, denn die Pr├Ąsenz des Mannes war trotz der Geistform und seiner Verwirrung bedrohlich. Nicht zuletzt aufgrund des Wusts an Haaren die er wie ein alter L├Âwe trug. Der Geist schloss kurz die Augen, ehe er wieder Amand anstarrte. Einst war er ein Agent der Autarkie gewesen, einst war er ein Himmelsauge, einst war er ein Geistmagier... aber das war scheinbar bedeutungslos geworden. Was hatte er erwartet? Er nahm eine etwas entspannterte Pose ein, als er sp├╝rte, dass der Graue - dieser vermeintliche Trux ihn nicht fressen wollte. Der Mann log, eindeutig - log er nicht, w├Ąre er zu verachten, seine Macht hingegen war dies nicht. ┬╗Meine Geliebte t├Âtete mich, da ich den wichtigsten Grundsatz verga├č - kenne Deine Freunde. Was Deine Feind tun, wei├čt Du┬ź, antwortete Quennel und lie├č seinen eisigen Blick ├╝ber die Anwesenden schweifen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie hat daf├╝r bezahlt┬ź, platzte Ciel heraus und ignorierte den mahnenden Blick des Nekromanten. ┬╗Die alte Duchesse ist tot, hingerichtet, enthauptet f├╝r ihren Verrat. Sie ist tot und verrottet in einem anonymen Grab und es gibt niemanden, der um sie trauert. Was ist mit dir? Du hast sie geliebt und hast daf├╝r sterben m├╝ssen. Trauerst du um sie?┬ź

Quennel
Der Geist wandte seine Aufmerksamkeit Ciel zu und schwebte ein St├╝ck n├Ąher, so dass Ciel die K├Ąlte des Wesens sp├╝rte. ┬╗Duchesse Francoise Esme de Souvagne... ist tot? Das sind wundervolle Nachrichten, ich hoffe inst├Ąndig, dass sie von einem D├╝steren geholt wird... aber Du wirst nicht wissen was das ist Mensch... noch nicht... Du hast ihre Augen... wer bist Du? Geliebt? Geliebt ist vielleicht ein zu starkes Wort f├╝r die Bindung die ich zu Fran empfand┬ź, gestand der Geist und wickelte sich ein seiner geisterhaften Locken um den Finger. ┬╗Nein, was ich liebte war die Macht, die M├Âglichkeit, die Manipulation und sie bot mir all dies. Aber ich sch├Ątzte sie... auf viele Weisen...┬ź, grinste der Geist s├╝ffisant.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam hinter dem Tisch hervor und stellte sich vor den Geist. Nur das schmale Band des Bannkreises lag zwischen ihnen und Ciel sp├╝rte die eisige K├Ąlte auf seinen Wangen und seiner Nasenspitze. ┬╗Ich bin Ciel Felicien, dem ihr zwei den Gro├čvater und den Onkel genommen habt┬ź, sprach Ciel w├╝tend. ┬╗Und nun muss ich h├Âren, dass du all dies nicht einmal aus Liebe getan hast, sondern aus verabscheuungsw├╝rdig egoistischem Trachten heraus!┬ź

Quennel
┬╗So ist es, aber Deine Oma war da nicht anders. Wie kommst Du auf die Idee, dass es meine Idee war Deinen Opa und Deinen Onkel aus dem Weg zu r├Ąumen? Nichts dergleichen habe ich behauptet. Es war die Idee Deiner Oma, sie war genauso eine falsche hinterh├Ąltige Natter wie ich, mit einer unvergleichlichen weichen Haut und einem warmen Scho├č und M├Âglichkeiten von denen Du nichts verstehst, oder noch nicht. Macht ist immer lieblos Ciel, aber Liebe ist niemals machtlos. Manches tat ich aus Egoismus, manches aus Liebe. Keine Person ist zu hundert Prozent gut oder schlecht, weder Du noch ich┬ź, antwortete Quennel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗H├Âr auf, auf diese Weise von dieser Frau zu sprechen┬ź, befahl Ciel. ┬╗Es ist widerlich. Du hast die Frage deines Beschw├Ârers und die meine ignoriert, als wir verlangten zu erfahren, wie du den scheinbar wohlverdienten Tod fandest. Des Weiteren bin ich als dein Prince mit Hoheit anzusprechen und mit dem korrekten Pronomen!┬ź

Quennel
┬╗Durch Leute wie mich, k├Ânnen Leute wie Du beruhigt schlafen. Leute wie ich, sorgen daf├╝r, dass Ihr auf dem Zuckerguss der Welt leben k├Ânnt. Ich brecht doch keinen Milimeter in die Schei├če des Schokokuchens ein, nein Ihr lebt in Eurem Lummerland aus Zuckerguss. Ihr seht Leute wie mich doch gar nicht, Ihr haltet uns f├╝r selbstverst├Ąndlich, Ihr meint wir w├Ąren daf├╝r da um Euch zu bespa├čen.... vielleicht sind wir dass, aber Spa├č k├Ânnen auch die Ungesehenen haben. Sie meint sie hat mich benutzt? Hat sie vielleicht und w├Ąhrend sie glaube sie benutzt mich als Werkzeug, benutzte ich sie genauso und lie├č sie in dem Glauben. Niemals w├Ąre ich so nah an die Krone herangekommen als durch eine der Krone. Sie wollte ihren Mann ausgeschaltet haben, sie wollte ihre S├Âhne ausgeschaltet haben - S├Âhne die sie f├╝r das blonde Schwein austragen musste, S├Âhne die ihr zuwider waren, S├Âhne die man ihr aufgezwungen hatte. Was schert es mich? Sie w├╝nscht es, dann sei es so.... wenn der Preis meiner Belohnung stimmt... Dein Vater h├Ątte nicht ├╝berleben sollen, dass war der eigentliche Fehler. Nun Dein Vater blieb gemeinsam mit dem Leibdiener Alains Zuhause und entging somit dem Unfall. Nun manchmal ist man machtlos gegen das Schicksal. Ich starb ganz profan, eigentlich l├Ącherlich, nein mich hat es nicht beim Kacken erwischt sondern beim Ficken. Sie hatte mich vergiftet und ich starb auf der Schlange. Aber da Ihr darauf besteht Hoheit, nicht dass ich noch auf Block lande┬ź, sagte der Geist und zwirbelte sich den Schnurbart ehe er sich formvollendet verbeugte. ┬╗Eure prinzliche Hoheit Ciel Felicien de Souvagne es war mir eine Ehre Euch gedient zu haben. Ihr w├╝rdet nicht derart H├Âhenluft schnuppern, s├Ą├če Pompom auf dem Thron┬ź, sagte der Geist und richtete sich ebenso w├╝rdevoll wieder auf. ┬╗Die Ziele Eurer Oma waren vermutlich sogar herer Natur, aber nicht all ihre Wegbegleiter teilten ihre Verblendung, wir teilen vor allem die Liebe zur Macht und das Bett┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lief puterrot an. Er hatte gemeinsam mit Massimo und Jules in Regen und Schlamm gek├Ąmpft. Er hatte seine Jugend zwischen Soldaten verbracht und ungez├Ąhlten hilflos beim Sterben zusehen m├╝ssen, da er damals noch keine Bluthexerei beherrschte. Er trug gerade die einfachste und bequemste Kleidung, die er in seinem Schrank hatte finden k├Ânnen, denn er hatte Urlaub. Er war nicht geschminkt, hatte Glatze und trug keine Per├╝cke. Und selbst jetzt noch wurde ihm unterstellt, dass er in einer Welt leben w├╝rde, die aus Zuckerguss sei. ┬╗Und was hast du mit dieser Macht gewollt, Quennel? Dir ein sch├Ânes Leben gemacht? Mein Vater h├Ątte den Platz an der Spitze des Landes sehr gern seinem Bruder ├╝berlassen und niemand vermisst Onkel Pomy mehr als ich. Du verstehst es noch immer, die Wahrheit zu verdrehen und die Leute verr├╝ckt zu machen. Herzlichen Gl├╝ckwunsch, ich bin ausgesprochen w├╝tend.┬ź

Quennel
Quennel tat etwas, womit die anderen sicher nicht gerechnet hatten, er setzte sich im Schneidersitz auf den Boden und klopfte neben sich. ┬╗Meister der Manipulation, so leicht zu beeinflussen Ciel?┬ź, fragte er freundlich. ┬╗Ein sch├Ânes Leben, nein nicht wirklich. Ein wertes Leben, dass ja. Meine Bef├Ąhigung lag daran Magie zu beherrschen und in Leuten lesen zu k├Ânnen. Ihr Sehns├╝chte, ihre geheimen W├╝nsche zu erkennen, ihnen genau den K├Âder vor die Nase zu halten, den sie sich selbst ausgesucht hatten. Ich habe gesehen wie sich mein Vater auf dem Feld zu Tode schufftete, ich habe gesehen wie meine Mutter im Kindbett starb als sie meinen Bruder entbunden hat. Es war niemandes schuld und doch trugen sie alle ihre Teilschuld. Ich schwor mir, nicht auf dem Feld zu enden und dort liegen zu bleiben, wo mein Vater sein Leben lie├č. Im Grunde starb er dort, wo er den Gro├čteil seines Lebens verbrachte, genau wie sein Vater und der davor. Mein Vater hatte die Gabe, aber sie war unstet, nicht greifbar, er wurde getestet aber abgelehnt. Eine Chance, eine winzige Chance f├╝r einen Moment die Hoffnung auf mehr, auf eine warme sichere Zukunft. Aber es war nur eine verdorrte Karotte die man ihm vor die Nase gehalten hatte. Der Orden kann erbarmungslos sein Ciel. Sie wollen niemandem im Kollektiv, der nicht in die Struktur passt. In einer Welt aus Stahl und Stein ist kein Platz f├╝r Schw├Ąche... Ich erbte seinen Funken und ich schwor mir dass ich den alten Zausel zur Rede zu stellen, der meinen Vater ablehnte. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt Ciel. Ich wurde einer von ihnen und ich wurde einer der Agenten. Ich geh├Ârte zwei gro├čen M├Ąchten an und doch keiner. Gleich wer von beiden gewinnen w├╝rde, ich w├Ąre auf der Siegerseite, aber was wenn beide fielen? Wenn sie sich gegenseitig in die Vernichtung rissen? Als ich Deine Gro├čmutter kennenlernte, sie n├Ąher kennenlernte, da wusste ich sie ist die dritte Seite, jene Seite die gar nicht verlieren kann. Gleich wie gut wir unser Spiel spielen w├╝rden, die Orden unterstehen der Krone. Und mit der Zeit verga├č ich nicht nur wer ich wirklich war und wer ich bin, ich gew├Âhnte mich an die Macht, den Reichtum, die Weisungsbefugnisse, das sich die Leute vor Ehrfurcht nach uns umdrehten gleich welchen Rock ich trug. Ich habe nicht nur die Agenten verraten, ich verriet ebenso die Himmelsaugen, Fran, meinen Vater, meine Prinzipien, mich selbst und meinen Sohn. Was schert es mich noch, was die Leute ├╝ber mich denken? Wieso sollte ich Dich weiter manipulieren? Meine Chance, meine Zeit ist vorbei. Ich habe niemals einen Groll gegen Dich, Deinen Onkel oder Deinen Gro├čvater gehegt. Eigentlich hasste ich immer nur eine Person - mich selbst. Letztendlich wollte ich mehr sein als ich bin Ciel und spolperte ├╝ber meine eigene Gier. Ob Dein Onkel ein guter Duc geworden w├Ąre? Vermutlich ja, er war ein guter, weiser und recht offener Mann. Dein Vater war zu der Zeit ehr konservativ eingestellt. Aber ich denke, beide auf ihre Art eignen sich. Dein Gro├čvater war klug genug, nicht mit all seinen S├Âhnen zu fahren. Er war leider dumm genug, es mit dem Kronprinzen zu tun. Nun ich w├Ąre ein schlechter Berater, w├╝sste ich nicht, dass man in solchen Kreisen getrennt fahren soll - f├╝r solche Wenn-F├Ąlle. Und ich w├Ąre ein schlechter Attent├Ąter, h├Ątte ich genau darauf hingewiesen. Leon, der Leibdiener Deines Gro├čvaters - oder was immer er tats├Ąchlich gewesen ist, war nicht davon zu ┬╗├╝berzeugen┬ź auch Maximilien mitzuschicken. Dank Leon existiert Dein Vater noch und somit gibt es Dich. Deine Gro├čmutter war eine vom Hass zerfressene Frau. Sie liebte nichts und niemanden, nicht einmal Parcival. Aber das er sie liebte, dass kann ich Dir best├Ątigen. Er sah Dinge in ihr, die diese Frau ├╝berhaupt nicht besa├č. Vielleicht w├╝nschte er sich das Ciel, vielleicht war sie nur eine Projektionsfl├Ąche seines Sehnens... ich konnte es ihm nicht verdenken. Letztendlich h├Ątte ich gesiegt, h├Ątte ich aus dem verbliebenen Orden meinen Orden geformt mit mir als Leiter, als Ratgeber f├╝r den Duc, f├╝r Deinen Vater. H├Ątte es Dein Vater ebenso wenig geschafft, nun dann s├Ą├če vielleicht jemand anderes auf dem Thron... wer auch immer┬ź, sagte der Geist vers├Âhnlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich vor dem Kreis im Schneidersitz nieder. Zwischen ihnen lag nur eine Arml├Ąnge Abstand. Ciel hatte eine G├Ąnsehaut und er fror und es war nicht nur die K├Ąlte des Geistes, die ihm alle W├Ąrme aus den Knochen zu ziehen schien. Unsagbar traurig sah er Quennel an. Er drehte sich um und sah in den Schatten ein Augenpaar vor Hass glimmen - Boldisz├ár. Ciel hingegen sp├╝rte keinen Hass mehr. ┬╗War es Parcival, der deinen Vater ablehnte? Ich m├Âchte nicht unsensibel sein, aber vielleicht hatte er gute Gr├╝nde dazu. Die Himmelsaugen sind ein Orden von Elite-Kampfmagiern. Vielleicht hat er einfach die Anforderungen nicht erf├╝llt, denn das taten die wenigsten. Was ist aus deinem Bruder und aus deinem Sohn geworden? In diesem Raum sind zwei S├Âhne der ermordeten Agenten der Autarkie. Gibt es etwas, was du ihnen sagen m├Âchtest?┬ź

Quennel
Der Geist sah wie ihn ein schwarzhaariger Mann mit grauenvoller Narbe am Mundwinkel musterte als wollte er ihn zerfleischen. Der ein├Ąugige Mann neben ihm schaute ebenso grimmig, vermutlich h├Ątten sie ihn in Fetzen gerissen, w├Ąre er nicht schon tot. Es war gleich, ihre Rache w├╝rden sie nicht bekommen. Sie konnten froh sein noch zu leben, denn das war nicht geplant gewesen. ┬╗Nein Parcival war in meinem Alter Ciel, wir beide arbeiteten uns Seite an Seite hoch, zu der Zeit war Parcival noch ein junger Mann. Genau wie ich ebenso. Damit magst Du sogar Recht haben, vielleicht hat es einfach nicht gereicht, vielleicht hat es nicht sollen sein. Aber hast Du einmal vom Wein der Hoffnung getrunken? All Dein Sehnen darauf gesetzt? Und dann schlagartig die Ern├╝chterung? Die Tr├Ąume eines kleinen dummen Bengels, der seinen Vater r├Ąchen wollte, der niemals Rachegel├╝ste versp├╝rte. Mein Vater sagte das selbe wie Du, seltsamerweise. Ich wollte die Welt retten, am Ende rettete ich nicht mal mich. Ironie des Schicksals oder? Mein Vater wie gesagt starb auf dem Feld. Mein Bruder lebt vermutlich noch heute, er war stets von kr├Ąnklicher Natur, aber er bewirtschaftete das Feld. Er erbte es, B├╝rde und Pflicht zugleich. Als mein Sohn jung war, lebte er bei seinem Onkel, also bei meinem Bruder. Aber weder mein Bruder noch mein Sohn blieben mir. Mein Sohn wollte der Krone dienen, er wollte zur See fahren. Eine verr├╝cktere Idee habe ich noch nie geh├Ârt. Ich verbot es ihm und ich verlor ihn. Er versuchte es eines Abends zu erl├Ąren und mein Bruder sagte, dass es sein sehnlichster Wunsch w├Ąre. Er hatte etwas gespart, er w├╝rde ihm die Ausbildung finanzieren. Jedenfalls soweit das m├Âglich war. Ich lehnte ab, ich sagte ihm er habe nicht den Funken geerbt um ihn zu verschleudern, er sollte versuchen bei den Himmelsaugen unterzukommen und zu lernen. Er wollte es nicht, er wollte damit nichts zu tun haben. Alles was in seinem Kopf herumspuckte waren Schiffe. Schiffe die in den Hafen hinein und hinausfuhren und einen forttrugen aus all dem Leid und fort von einem Vater der ehr Fanatiker war - denn so war ich. Als er erneut darum bat, zur See fahren zu d├╝rfen schlug ich ihn. Ich pr├╝gelte ihm diesen Irrsinn aus dem Kopf. Mein Bruder warf mich aus dem Haus, er k├╝ndigte mir die Bruderschaft. Ich blieb ├╝ber Nacht in der N├Ąhe und wartete auf den Morgen. Als der morgen graute ging ich zur├╝ck zum Haus um mich zu entschuldigen, aber mein Sohn war nicht mehr da. Er war nachts weggelaufen und mein Bruder gab mir die Schuld daran. Er hat ihn sehr geliebt, vermutlich mehr als ich ihn liebte. Wobei... das stimmt nicht. Ich habe immer das Beste f├╝r ihn gewollt, aber ich war zu dumm, zu brutal und zu verbohrt es ihm zeigen zu k├Ânnen. Ich dachte ich pr├╝gele ihn in die richtige Richtung. Alles was ich erreichte war, dass ich ihn meinen Lebtag niemals wieder gesehen habe. Manchmal, wenn ich in einer Hafenstadt zu tun hatte und zum Hafen ging, fragte ich mich, ob er wohl auf einem der Schiffe arbeitet die dort ankern. Ich habe ihn niemals wieder gesehen, ich habe mich nicht einmal entschuldigen k├Ânnen. Das ist etwas dass ich bereue. Mein Bruder bewirtschaftet heute noch den Hof. R├╝ben, Zuckerr├╝ben, damit verdient er sein Geld. Eine s├╝├č bittere Geschichte, ganz passend zu dem was wir anbauten. Nein ich kann den beiden nichts sagen, denn ich war es, der die Agenten verriet und der ihnen den Todessto├č versetzte. Aber in Gedenken an meinen Sohn, beschwor ich die anderen Berzans Wunsch zu erf├╝llen und den Kindern das Leben zu schenken, sogar dem von Mercer┬ź, erkl├Ąrte Quennel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie hei├čen dein Sohn und dein Bruder?┬ź, fragte Ciel, den die Geschichte tief bewegte. ┬╗Vielleicht m├Âchten sie erfahren, was aus Quennel geworden ist, der alle verriet und am Ende sogar sich selbst. Wir sind hier gerade auf einem Schiff ... welch traurige Ironie. Ja, ich bin leicht zu manipulieren, da ich mein Herz zu nah an der Oberfl├Ąche trage. Es schmerzt mich, solche Geschichten zu h├Âren und doch nichts daran ├Ąndern zu k├Ânnen, was einst geschehen ist. Ich w├╝nschte ... ich w├╝nschte ich k├Ânnte die Zeit zur├╝ckdrehen und daf├╝r sorgen, dass in der Gegenwart alles gut wird.┬ź Ciel st├╝tzte das Gesicht in die Faust und sch├╝ttelte den Kopf. Es gab so vieles, was er gern ge├Ąndert h├Ątte. Trotz aller weltlicher Macht, die ihm als Prince zur Verf├╝gung stand, f├╝hlte er sich vollkommen machtlos.

Quennel
┬╗Nein Name unter dem man mich kannte war Quennel Perreault, aber wie Du Dir denken kannst, war der Name so echt wie alles andere an mir. Mein tats├Ąchlicher Name lautet Corentin Giorgio la Caille, mein Bruder hei├čt Enrico Timeo la Caille, mein Sohn hei├čt Davet Salvatore la Caille. Nun das wir auf einem Schiff sind, macht f├╝r mich keinen Unterschied. Es muss Dich nicht schmerzen, meine Strafe habe ich wohl verdient. Meine Einsicht kam etwas sp├Ąt, w├Ąhrend meiner Wanderung dem Ziel entgegen. W├Ąhrend ich D├╝stere, Graue aber auch Wei├če sah. Und sah ich Wei├če, dann wurde mir vieles klar, sehr vieles. Es gibt keine Entschuldigung daf├╝r, was ich jenen antat, die mich ertragen mussten. Weder meiner Familie, noch anderen. Es gibt f├╝r niemanden einen Grund um mich zu weinen┬ź, sagte der Geist.

Silvano de Mancini
Silvano starrte den Geist mit einer Mischung aus Abscheu und derartigem Hass an, dass sogar der Geist zur├╝ckschreckte. ┬╗Du... Du hast keine Ahnung davon was Du getan hast! Wenn es da dr├╝ben einen Abgrund gibt, hoffe ich er verschlingt Dich! Dein Sohn? DEIN SOHN???┬ź, br├╝llte Vano. ┬╗Er war niemals Dein Sohn! Benenne ihn nicht so Du bist in Wahrheit kein la Caille, Du bist Quennel, das St├╝ck Schei├če, dass meine Eltern t├Âtete, das die Eltern meines besten Freundes t├Âtete, der meinen Mann t├Âtete! Du bist schuld daran, dass wir weg gegeben wurden, wie Dreck, wie abgetragene Kleidung! Du bist derma├čen widerw├Ąrtig, dass man vor Dir nur fliehen kann, ich hoffe was immer ein D├╝sterer ist, er verschlingt Dich und kotzt Dich aus. Ich hoffe... nein ich w├╝nsche Dir ewige Verdammnis, bis das eine Person behauptet - sie liebe Dich. Sei verdammt auf alle Ewigkeit niemals zu ruhen, fahr zum Abgrund!┬ź, br├╝llte Vano, stie├č hasserf├╝llt den Sessel um und verschwand nach drau├čen, w├Ąhrend der Geist immer blasser wurde und panisch Ciel anschaute.

Boldiszàr
Neben dem umgefallenen Sessel erhob sich in den Schatten eine zweite Gestalt. Langsam, angespannt, wie ein Raubtier vor dem Sprung, stand Boldisz├ár auf. Ohne ein Wort zu sagen, starrte er dem Geist bis auf den Grund seiner Seele, obgleich er ├╝ber keinerlei Magie verf├╝gte. Mit kontrollierten, kraftsparenden Bewegungen ging er zur T├╝r, ohne den Geist aus den blauen Augen zu lassen, bis er selbst den Raum verlassen hatte. Zwischen ihnen schloss sich die T├╝r. Quennel w├╝rde ohne eine Vers├Âhnung mit den S├Âhnen derer, die durch sein Trachten gefallen waren, die Welt der Lebenden wieder verlassen. Weder von Silvano noch von Boldisz├ár konnte er Vergebung erwarten.

Silvano de Mancini
Vano kam wieder zur├╝ck und w├Ąre fast mit seinem Mann zusammengeprallt. ┬╗Boldi┬ź, sagte er erleichtert und umarmte seinen Liebling fest und innig. ┬╗Ich habe Dich da eben h├Ąngen lassen. Es tut mir leid Schatz, es tut mir leid. Ich war so w├╝tend und ich hoffe... nein ich sage nichts dergleichen in Deiner Gegenwart, lass es wen auch immer h├Âren, etwas h├Ârt immer, zu verstehst Du? Man muss nur etwas laut genug denken, sagte Davet immer und irgendwer wird zuh├Âren... egal wie b├Âsartig oder grausam der Wunsch war, auch wenn Du ihn nicht so meintest, etwas h├Ârt Dir zu. Und es ist nicht immer nett was da zuh├Ârt. Gleich, das da drin meinte ich genauso wie ich es sagte. Absolut! Unumst├Â├člich! Gnadenlos! Sag mal bitte was nettes┬ź, flehte Vano aufgel├Âst.

Boldiszàr
┬╗Er ist tot┬ź, antwortete Boldisz├ár mit einem so b├Âsartigen Grinsen, dass er Bellamy erschreckend ├Ąhnlich sah. ┬╗Er hatte ein absolutes schei├č Leben und war in all den Jahren seines Triumphes nie wirklich gl├╝cklich. Unsere Eltern sind umgekommen, aber wir leben. Wir sind die lebende Niederlage, fleischgewordener Beweis seines Versagens. Am Ende ist er mit all seinen Pl├Ąnen gescheitert. Er mag unsere V├Ąter besiegt haben, aber er konnte sie nicht vernichten, denn ihr Andenken lebt in uns weiter. Und wir leben und es ist einfach nur geil, hier zu sein, Angesicht in Angesicht, w├Ąhrend er da drin als Spukgespenst nach der Pfeife des Nekros tanzen muss!┬ź Boldisz├ár lachte schadenfroh.

Silvano de Mancini
Vano k├╝sste Boldi liebevoll und grinste dann genauso diabolisch wie sein Mann. ┬╗Ja er ist sowas von tot, niemand wird sich an ihn in irgendeiner Weise gut erinnern. Jetzt wei├č ich warum er seinen Vater gehasst hat und ich kenne seinen zweiten Vornamen. M├Âchtest Du ihn einmal sehen? Er liegt ganz unten im Bauch der Choucas. Daf├╝r wie Du reagiert hast, h├Ątte er Dich gemocht. Ihr seht so unterschiedlich aus Boldi, aber im Herzen seid Ihr Euch so ├Ąhnlich. K├Ąmpfer durch und durch, dagegen bin ich meist nur eine heulende Memme mit Hang zum Massenmord┬ź, lachte Vano und legte Boldi einem Arm um die H├╝fte. ┬╗Komm mal mit┬ź, bat er.

Boldiszàr
┬╗Du hast ... Davets Leichnam aufgehoben?┬ź, fragte Boldisz├ár verbl├╝fft. ┬╗Also sch├Ân ... dann lerne ich nun meinen Vorg├Ąnger kennen. Den Mann von dem ich denke, wir w├Ąren sicher gute Kameraden gewesen, sofern er mich nicht vor lauter Eifersucht von der Reling geschmissen h├Ątte.┬ź Er folgte Silvano. Etwas mulmig war ihm schon zumute. Boldisz├ár mochte den Anblick von Toten nicht.

Silvano de Mancini
┬╗Er war nicht eifers├╝chtig, nicht auf die Art. Hat er auch nie grund zu gehabt, ich bin sowas wie eine menschliche Klette. Kennst Du das Kindergedicht der Klette?┬ź, lachte Vano. ┬╗...Du warst am Bach ich wette, ich seh┬┤s an Deiner Klette. Du bist vorbei gegangen, sie hat sich angehangen, nun wirst Du ausgelacht. Ich hoffe mal Dich lacht keiner f├╝r mich aus, aber wer schon einmal versucht hat, Kletten aus Hundehaaren zu fummeln, wei├č warum gelacht wird┬ź, grinste Vano. ┬╗K├╝mmer Dich nicht drum, dass ich so einen Schei├č erz├Ąhle, ich muss mich abreagieren mit allem was mir in die Hirse kommt, sonst raste ich aus und esse wieder tagelang nichts, weil ich es nicht runter bekomme. Oder es kommt wieder hoch, wundere Dich nicht, falls mir das mal passiert. Und nebenbei - bl├Âck mich nie an oder so ja, was immer Du mir zu sagen hast, sag es ruhig. Sonst bekomm ich die Kotzerei. Aber verrat das keinem, dass ist peinlich┬ź, entschuldigte sich Mancini und f├╝hrte Boldi bis nach ganz unten in die Choucas. Dort lag fest vert├Ąut eine gewaltig gro├če Kiste. Falls Boldi meinte darin lag der Leichnams Davets, musste der Mann eine Gr├Â├če von ungef├Ąhr 4 Metern gehabt haben. Vano schloss die Kiste auf und ├Âffnete den oberen Deckel. Drin lag eine gewaltige Statue. Boldi erkannte wer das war - Davet. ┬╗Da ist er┬ź, sagte Vano und lehnte sich an Boldi an.

Boldiszàr
Boldisz├ár war erleichtert, dass es nicht der Leichnam war, den er sich anschauen sollte, sondern das steinerne Abbild. ┬╗Darf ich ihn anfassen?┬ź, fragte er und begann auch schon, mit seinen Wurstfingern die Details des Gesichts zu bef├╝hlen, den Bart und die Augen, die Nase und den Mund. Es machte ihn alles andere als froh. ┬╗Ich pass jetzt auf Silvano auf, ja?┬ź, erkl├Ąrte er Davet, so als ob die Statue ihn h├Âren konnte. ┬╗Ich geb mein Bestes. Er spricht nur gut von dir und sagt, wir h├Ątten uns gut verstanden. Ich glaub das auch. Schade, dass du nicht hier bist. Wir gehen die Krokos f├╝r dich t├Âten. Allesamt, jeden von ihnen, wir rotten sie aus, ob Mann, Frau oder Kind. Ich hoffe, Silvano verliert nicht sein zweites Auge dabei, vielleicht kannst du von da oben ein bisschen mit helfen, auf ihn achtzugeben.┬ź Er klopfte Davets steinernen Oberarm, streichelte ihn kurz und musste sich dann rasch abwenden.

Silvano de Mancini
Vano umarmte ihn von hinten um den Bauch und legte seinen Kopf auf Boldis Schulter ab. ┬╗Vano hofft auch dass er sein Auge beh├Ąlt und ist ganz brav was das angeht. Danke f├╝r die lieben Worte, sie bedeuten mir alles, genau wie Du. Ich passe ebenfalls auf Dich auf Boldi. Ich liebe Dich Knubbel. Tust Du mir einen Gefallen? Sieh zu dass ich von Dir keine Statue anfertigen lassen muss. Und wenn wir ein Bild von Dir malen lassen, dann von uns beiden, Seite an Seite┬ź, fl├╝sterte Vano ihm ins Ohr und k├╝sste drauf. Er lie├č seinen Mann behutsam los, verschloss die Kiste wieder und f├╝hrte Boldi zur├╝ck in den Beschw├Ârungsraum. Gemeinsam nahmen sie wieder Platz und musterten den Geist stumm.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel, der sonst dazu neigte, laut zu werden, sa├č ganz still da. Er sah den Totengeist ruhig an. In seinem Blick lag keinerlei Bosheit, nur ein tief empfundenes Mitleid und eine M├╝digkeit von der Welt, die nicht zu seinem jungen Alter passte. ┬╗Eine Seele kann nicht von einem Menschen verdammt werden, sagt mein Meister┬ź, erkl├Ąrte er, nachdem Silvano und Boldisz├ár sich wieder gesetzt hatten. ┬╗Das liegt nicht in unserer Macht. So unterschiedlich wir uns gegenseitig sehen, vor Ainuwar sind wir alle gleich. Der Edelmann und der Bettler, der M├Ânch und der M├Ârder. Nicht f├╝r das Jenseits, sondern f├╝r das Diesseits gelten unsere guten wie unsere schlechten Taten. Wir vollbringen sie f├╝r die Lebenden, nicht f├╝r unser Seelenheil. In den Meeren jenseits der Ufer der Physis herrscht der Zeitlose und seine Pl├Ąne begreifen wir nicht. Wie k├Ânnten wir uns anma├čen, unsere menschliche Moral auf das Reich eines Gottes anwenden zu wollen? Wie kleingeistig mutet das an, wie einf├Ąltig. Du warst ein Verr├Ąter und du warst ein M├Ârder. Vielleicht gibt auf ganz Asamura wirklich niemanden, der dir eine Tr├Ąne nachweint. Aber deine Seele zu verdammen, dazu hat niemand hier das Recht noch die Macht. Danke, dass du bei uns warst und unsere Fragen beantwortet hast, Corentin. Ich werde f├╝r dich beten. Gehe in Frieden.┬ź

Quennel
Das Gesicht des Geistes hellte sich auf und nickte ganz langsam und bed├Ąchtig. ┬╗Ich danke Dir f├╝r Deine Worte Ciel. Da dr├╝ben gibt es eine Macht, die uns alle anzieht. Niemand kennt ihren Namen und doch sp├╝rt man den Sog, das verlangen ihr n├Ąher zu kommen. Sollte es Ainuwar sein, gr├╝├če ich ihn von jenem ganz besonderen Prinzen, der sogar jemandem wie mir Gutes tat. Er m├Âge Dich beh├╝ten┬ź, sagte Corentin und verblasste.

Silvano de Mancini
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Re: Blutrote See - Kapitel 6 - Beschw├Ârungsmarathon

#2

Beitrag von Silvano de Mancini » Sa 20. Okt 2018, 02:16

Der zweite Geist - Davet


Silvano de Mancini
Silvano war gemeinsam mit seinem Mann Boldiszar in den Beschw├Ârungsraum zur├╝ckgekehrt, nur um sich anh├Âren zu m├╝ssen wie Ciel Quennel von aller Schuld als Seele freisprach. Vano musterte den Geist so hart er konnte. Quennel sollte wissen, dass dieses Verzeihen nicht f├╝r ihn galt und ganz sicher nicht f├╝r Boldi oder sonst einer Seele auf diesem Schiff. Silvano verstand nicht, wie Ciel dieser Unperson verzeihen konnte. Quennel hatte so viele Menschen ins Ungl├╝ck gest├╝rzt, pers├Ânlich, ├╝ber zweite, ├╝ber dritte und das alles hatte ihn nicht geschert. M├Âglicherweise hatte er sogar Spa├č dran gehabt. Wie hatte Davet immer gesagt? Damit ├╝bert├╝nchen Schw├Ąchlinge ihre Schw├Ąche. Aber leider zieht diese Schw├Ąche oft endlose Kreise. Der Mann schl├Ągt die Frau, die Frau das Kind, das Kind den Hund oder die Puppe und sp├Ąter hebt es auch die Hand. Ein Kreislauf des Abgrunds, wenn man ihn nicht durchbrach. Er hatte es getan und gleich was Vano wusste, eines wusste er mit Bestimmtheit, Davet hatte bis auf die Haare nichts von seinem Vater. Kein bisschen. Seine beiden M├Ąnner waren anst├Ąndige Kerle, gut, stark - seelisch und k├Ârperlich. Und leider hatte man beide dahin getrieben, so eine St├Ąrke zu entwickeln. Davet Daheim, wobei so ein Ort die Bezeichnung nicht verdiente und Boldi im Kinderheim, auch das war so wenig Heim von Heimat wie das Drecksloch in dem Davet leben musste. Boldi trug diesen Abgrund sogar den Rest seines Lebens im Gesicht. Sein Peiniger hie├č Antoine, dass durfte er nicht vergessen. Das war die zweite Blutrache die er leisten musste. Scheinbar musste er st├Ąndig seine M├Ąnner r├Ąchen, aber das st├Ârte ihn nicht weiter, er tat es aus Liebe. Vano musterte den Princen und sch├╝ttelte nur unmerklich den Kopf. Er war froh, dass Quennel verschwunden war. Silvano musterte Brandur und r├Ąusperte sich. "K├Ânntest Du als n├Ąchsten Davet beschw├Âren?", bat Vano und dr├╝ckte Boldiszars Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
Der Nekromant warf Ciel einen fragenden Blick zu. Ciel war erst unsicher, da er eigentlich gern Parcival sehen wollte und sein erster Impuls war, Silvano zu vertr├Âsten. Doch dann nickte er. Er war Gast auf Silvanos Schiff und der Kapit├Ąn sah aus, als ob ihm dieses Anliegen sehr wichtig war. "Nenn Brandur den vollst├Ąndigen Namen, dann geht es am besten", bat Ciel.

Silvano de Mancini
"Davet la Caille, oder komplett wie ich nun wei├č Davet Salvatore la Caille, ehemals 3. Offizier der Mouette, geboren am 02.12.146, gefallen 12.02.189 nach der Asche vor Farisin auf dem gleichnamigem Schiff. Ben├Âtigst Du etwas Pers├Ânliches von ihm?", fragte Vano mit rauer Stimme.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Der Name gen├╝gt vorerst┬ź, sprach Brandur. ┬╗Bei dem ├╝beraus sympathischen Chevalier Corentin Giorgio la Caille hat sogar sein Deckname Quennel Perreault gen├╝gt. Ich bitte dich, Capitaine, vor dir steht ein Profi.┬ź Brandur l├Ąchelte d├╝nn. Quennel war ihm in der Tat sympathisch gewesen. Er h├Ątte gut in ihre Familie gepasst. Er war gespannt darauf, den Sohn dieses Mannes kennenzulernen, der leider ebenfalls schon verschieden war. Brandur l├╝ftete durch, um die Restenergie des ersten Geistes hinauszulassen, rasselte mit den Schellen, lie├č R├Ąucherwerk seinen s├╝├čen Duft verbreiten, ehe er die Kaj├╝te wieder verdunkelte und sich Stille ├╝ber die Anwesenden senkte. Brandur, vor dem Bannkreis stehend als dunkler Schemen mit seinem Mantel und dem Dreispitz, hob die H├Ąnde. Die Kerzen blieben ruhig, als er in den Nexus sank. Er entschwebte und suchte, floss mit den Toten und sp├╝rte, rief nach Davet und lockte ihn, doch seine Seelenkrallen, bereit, zuzupacken und ihn zur├╝ckzurei├čen, fanden nicht den Geist, in den sie sich hineinschlagen wollten. Brandur ├Âffnete die Augen und drehte sich zu den Anwesenden um. ┬╗Ich kann Davet im Nexus nicht finden.┬ź

Silvano de Mancini
Silvano verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust und schaute Brandur ernst an. "Was genau hei├čt das? Und kannst Du ihn noch woanders suchen? Beim Abgrund, ihn wird doch nicht einer dieser Dinger gefressen haben. Ich habe seinen Alten verflucht und nicht meinen Mann. Such ihn erneut, such genauer, ben├Âtigst Du die Koordinaten von Farisin?", fragte Vano nerv├Âs.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Diese sogenannten schwarzen Dinger sind die ├ältesten. Wir nennen sie auch Ur-Lichs. Sie sind alt und verdorben bis auf den Grund ihrer Seele. Einer von jenen, Dunwolf, richtete die Gesundheit von Prince Ciel zugrunde. Sie sind machtvoll und gef├Ąhrlich und wenn einer von ihnen naht, tut man gut daran, vorbereitet zu sein oder das Weite zu suchen. Es ist durchaus m├Âglich, dass Davets Seele von einem ├ältesten verschlungen wurde. Das ist selten, kommt aber vor. Es kann jedoch ebenso m├Âglich sein, dass Davet bereits die Grenzen der Trias ├╝berschritten hat und seine Seele f├╝r uns auf magischem Wege nicht mehr erreichbar ist. Die dritte M├Âglichkeit ist, dass Davet noch unter den Lebenden weilt.┬ź

Silvano de Mancini
Silvano starrte Brandur an, als h├Ątte er in einer v├Âllig unverst├Ąndlichen Sprache gesprochen oder unzusammenh├Ąngend gebrabbelt. Mancini legte den Kopf schief um Brandur genau erfassen zu k├Ânnen. "Langsam... ganz langsam. Mein Mann wurde von ├╝berhaupt niemandem gefressen. Dieses Ding, dass da drau├čen ruml├Ąuft, kann Tote erwecken und Tote t├Âten? Den Burschen den ich nicht an Bord lassen sollte? Und mein Mann soll wohin verschwunden sein? Was ist der Trias? Wie kam er dort hin? Durch diesen ├ältesten? So langsam geht mir der Kerl auf die Eier, echt, st├Ąndig habe ich wegen dem Probleme und habe den nicht ein einziges Mal getroffen. Willst Du mir das gerade sagen? Der Typ den ich am Steeg stehen lie├č, fra├č als Dank meinen Mann in Jenseits?!? Oder er lebt unter den Lebenden, ich meine weilt unter den Lebenden? Wie soll das gehen, wenn er gestorben ist? Das ist schlichtweg... Rakshaner. Wir hatten keine Rakshaner an Bord", dachte Vano angestrengt nach. "Such ihn im Trias, er muss doch da sein, dass gibts doch nicht!", st├Âhnte Mancini. "Ich wusste es von Anfang an, ich wei├č warum Du ihn nicht findest. Die L├Âsung ist viel einfacher und logischer. Wieso sollte er mit mir reden wollen, wo ich meinen Schwur ihm gegen├╝ber noch gar nicht erf├╝llt habe? Der h├Ąlt mich f├╝r einen Laberfisch. Jaja klar Vano, Du r├Ąchst mich, w├Ąre das dritte mal wo Du versagst. Versuch es doch nach dem Besuch nochmal... Das wird es sein", keuchte Silvano leise und dr├╝ckte Boldis Hand fester.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Unterstellst du mir, mein Handwerk nicht zu verstehen?┬ź, fragte Brandur barsch. ┬╗Der Ur-Lich, den Prince Ciel jagte, vermag weitaus mehr, als das, wof├╝r normale Magie imstande ist. Seine Macht erscheint daher gottgleich, doch er war ein stinknormaler Mensch, das kann ich bezeugen, denn ich bin sein Nachfahre. Es muss ordin├Ąre Magie sein, jedoch in h├Âchster Vollendung. Wo ist das Himmelsauge, welches an Bord eines jeden Kriegsschiffes Pflicht ist? Ein Himmelsauge kann dir ganz einfach beantworten, ob Davets Seele verschlungen wurde - nach dem Ausschlussverfahren. Ruf ihn her.┬ź

Silvano de Mancini
"Er ist gerade unabk├Âmmlich, er ist weg. Ich unterstelle Dir gar nichts, ich habe von Magie schlichtweg keine Ahnung. Aber Du hast eben gesagt, dass er weitergewandert ist vom Nexus zum Trias. Warum bei den Sieben suchst Du nicht dort! Das ist so, wie wenn ich Dir erz├Ąhle, leider habe ich Linhard nicht in Beaufort gefunden, er ist nach Cheverette gereist. Ja da k├Ânnte man doch wohl in Cheverette suchen oder Du in der Trias. Oder nicht? Was ist dort in der Trias? Treiben sich da die D├╝steren herum? Davet hat da nichts verloren, er war kein D├╝sterer, ich schw├Âre Dir er war auch keiner dieser Grauen die Quennel erw├Ąhnt hat. Versuch es in der Trias... bitte", bat Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wenn ich mich kurz einmischen d├╝rfte", machte Ciel auf sich aufmerksam. "Wir HABEN ein Himmelsauge an Bord. Sogar zwei! Meinen lieben Schwager Remy und dessen Leibdiener. Linhard, bitte hole ihn her."

Linhard von Hohenfelde
"Orte in der Magie kann man nicht mit den Orten in der Realit├Ąt vergleichen. Wie es dort aussieht wei├č ich nicht, ich wei├č nur, dass Magier mit ihren Seelen sehr weit reisen k├Ânnen, als spielt Distanz keine Rolle. Dann gucken sie sich um und kommen meist zur├╝ck. Ich hole die beiden. Die Himmelsaugen werden ihn finden da dr├╝ben, aber wenn Paps sagt er ist in der Trias Vano, ganz ehrlich dann ist das so. Er ist ein Nekromant und niemand aus der Familie kennt sich besser mit Nekromantie aus, als mein Vater. Meine Familie besteht aus vielen Magiern, aber ich selbst habe davon leider auch keine Ahnung, ich kann Dir nur sagen, das der Nexus wohl der normale Bereich ist wo man hineinschl├╝pft und der Trias ist weiter weg oder so ├Ąhnlich. So habe ich das immer verstanden, falls es nicht stimmt korrigiert mich. Ich hole die Himmelsaugen, Remy ist echt ein sehr f├Ąhiger Typ, er ist nett und hilfsbereit. Seinen besten Freund schleppt er sonst auch immer mit herum, dass ist einer der Cantillions der kaum gucken kann. Und er l├Ąsst ihn immer durch seine Augen sehen, damit er auch etwas von der Welt hat. Paps und Remy werden Davet finden. Oder Dir sagen k├Ânnen wo er ist", erkl├Ąrte Linhard und machte sich direkt auf den Weg. Er ging zu Remy, riss die Kaj├╝te auf und grinste breit. "Wir brauchen Deine Himmelsaugenkr├Ąfte, wir suchen einen Mann der vermisst wird. Folge mir schnell", bat Lin und gab den Weg vor. Er betrat wieder die Beschw├Ârungsstube und l├Ąchelte freundlich, ehe er sich setzte. Wobei ein L├Ącheln bei einem Hohenfelde irgendwie sehr schr├Ąg und unheimlich wirkte.

Remy de Remuer
Remy blickte sich in der Kaj├╝te um. ┬╗Ganz sch├Ân dunkel hier drin┬ź, stellte er fest. ┬╗Und muffig, wollt ihr nicht mal l├╝ften? Was macht ... oh.┬ź Er entdeckte den Ritualkreis und den Nekromanten davor, der ihn sehr missbilligend anblickte. Remy hob entwaffnend die H├Ąnde. ┬╗Schon gut! Ich wollte nicht st├Âren, ich kann ja nicht ahnen, dass ich inmitten zu einer Beschw├Ârung gerufen werde. Ich setz mich hier hin, auf diesen freien Stuhl, und sag am besten gar nichts. Tut einfach so, als w├Ąre ich nicht da.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard tippte Remy an. "Du sollst helfen, dass habe ich Dir doch gesagt. Wir suchen eine Person und zwar den Ehemann von Kapit├Ąn Silvano, mein Vater kann ihn nicht finden Remy. Du musst versuchen ihn aufzusp├╝ren. Paps erkl├Ąre ihm, dass Davet - so hei├čt der erste Ehemann von Silvano, im Trias ist und warum. Remy h├Âr genau zu. Vano Du beruhigst Dich und Boldi k├╝mmert sich um Dich, bis alles gekl├Ąrt wurde. Irgendwo muss ja seine Seele sein, ohne gehts ja nicht", gr├╝belte Lin.

Remy de Remuer
┬╗Ah, das ist einfach┬ź, prahlte Remy und drehte sich zu Silvano um. ┬╗Einmal bildliche Vorstellungskraft anwenden, bitte!┬ź Er hob die Hand und machte dann eine ungelenke Geste. ┬╗Ich wollte dir grad die Hand auf die Stirn legen, aber dir fehlt ja ein Auge! Fast h├Ątte ich genau reingefasst. Ich lege sie besser auf deine Hand.┬ź Er griff nach Silvanos Fingern und sah ihn mit dem unangenehmen, durchdringenden Blick an, der den meisten Himmelsaugen zu eigen war. ┬╗Stell dir Davet vor, so wie er leibt und lebt und dann verrate ich dir, wo du ihn findest. Oder ob er nicht mehr zu finden ist. Das gibt`s leider auch. Trias und futschhhhhh! Weg sind sie┬ź, sagte er bedauernd. ┬╗Da kann dann auch kein Meister der dunklen Kunst mehr helfen.┬ź

Silvano de Mancini
"Es w├Ąre keine gute Idee mir ins Gesicht zu fassen, dass k├Ânnte mein Mann flasch verstehen und so nahe stehen wir uns nicht, dass das geh├Ârig w├Ąre. Ich m├Âchte, dass Boldi das in den falschen Hals bekommt, die Hand ist ausreichend, mit oder ohne zwei Augen Remy. Also an Davet denken, so genau wie m├Âglich. Das bekomme ich hin, ich mache seit 14 Jahren nichts anderes, au├čer dass ich in letzter Zeit an zwei denke. Boldi ich muss Dich gedanklich mal kurz f├╝r einen Moment ad Acta legen, nicht krumm nehmen", bat Vano und strich ihm durch die schwarzen Haare, ehe er sich konzentrierte. Mancini rief sich in Erinnerung wie Davet aussah. Der Mann war gro├č, zumindest einen Kopf gr├Â├čer als Vano selbst, er war etwas kompakter gebaut, trainiert aber nicht ├╝berm├Ą├čig, er hatte lange, widerspenstige, lockige Haare, stets einen Schnauzer und einen Kinnbart. Vano stellte sich einmal Davet direkt nach dem Aufstehen vor und was er als erstes damit verband. Den Geruch nach Sandelholz von Davets Haaren und Sex, danach stellte er ihn sich dienstlich vor, mit mehr oder minder geb├Ąndigten Haaren und ordentlich gek├Ąmmten Schnauzer, danach stellte er ihn sich privat in der Freizeit vor, wie sie gemeinsam an der Reeling rauchten, in der Kaj├╝te sa├čen oder in einer Hafenkneipe sich was Gutes g├Ânnten. Zum Schluss dachte er an ihn wo er ihn k├╝sste um jede noch so winzige Kleinigkeit seines Gesichts aufzurufen, er dachte daran wie er sich angef├╝hlt hatte, wie seine Stimme und seine Lache klang - anders als vermutet, etwas tiefer, aber nur brummend wenn er grantig war. Das war die einzige Ma├čregelung die Vano von ihm kannte. Gleich im Anschluss daran dachte Silvano an Boldiszar und nahm die Hand weg, da es Remy nichts anging wie Boldiszar nackt aussah, sich anf├╝hlte oder was er alles an ihm liebte. "Reicht das an Infos?", fragte Vano und kraulte Boldi erneut.

Remy de Remuer
Remys durchdringender Blick verwackelte kurz und wurde v├Âllig verst├Ąndnislos. Dann l├Ąchelte er breit. ┬╗H├Ąltst du mich f├╝r so einen schlimmen Finger? Ich wollte an deine Stirn fassen, weil sich beim Durchschnittsmann das Gehirn dahinter befindet, ganz unabh├Ąngig davon, was manche L├Ąsterm├Ąuler sagen. Schwieriger wird es, wenn es bei dir unerwartet doch in der Hose liegt, dann m├╝sste ich Boldisz├ár aus dem Raum bitten.┬ź Er lachte. ┬╗Nein, dein Mann braucht sich keine Sorgen zu machen, ich bin nur auf deine Hirnstr├Âme aus. Ganz abgesehen davon hat es bisher noch niemand lange mit mir ausgehalten. In meinem ganzen jungen Leben habe ich noch nie eine Liebschaft beendet, sondern sie werden mir am laufenden Band gek├╝ndigt. Ich bin absolut nicht wert, Ursache eines Beziehungsstreits zu werden, auf mich muss niemand eifers├╝chtig sein!┬ź Ciel sah ihn von der Seite aus finster an, sehr finster. ┬╗Ich fange jetzt an┬ź, verk├╝ndete Remy hastig. ┬╗Sch├Â├Â├Â├Ân in meine Augen schauen┬ź, sagte er nun leiser und durchbohrte Silvanos Auge mit seinem stahlgrauen Blick. Silvano sp├╝rte, dass er in seinem Kopf nicht mehr allein war. Anstatt die Erinnerung kommentarlos und wertneutral wahrzunehmen, wie jeder seri├Âse Geistmagier es getan h├Ątte, schaute Remy sich alles sehr genau an und kommentierte alles, was er sah. Seine Worte waren keineswegs unfreundlich, aber sie standen ihm schlichtweg nicht zu. ÔÇ║Was f├╝r eine M├ĄhneÔÇ╣, lachte er, als Silvano sich Davet nach dem Aufwachen vorstellte. ÔÇ║Das ist eine Lebensaufgabe f├╝r einen Leibdiener! Aber mir kommt das entgegen, er ist einzigartig, sehr markant. Warte, ich muss deinen Kopf wieder verlassen, bin gleich wieder da, ich forme hier einen sehr langen Faden, er wird immer l├Ąnger ...ÔÇ╣ Es f├╝hlte sich an wie ein in die L├Ąnge gezogenes Gummiband und Remy verblasste zusehends, bis er wegschnipste. Er tastete nun die Energien der ├Ąu├čeren Umgebung ab. Kurz darauf r├╝ttelte Remy Silvanos Hand. ┬╗Hab ihn!┬ź, erwiderte er grinsend. ┬╗Davet macht scheinbar Urlaub. Er sonnt sich an Deck eines gro├čen Schiffes in der Skallischen See. Zwischen Nebelwald und Racongebirge am n├Ârdlichen Ufer, ausreichend weit von Land entfernt. Liegt in einer Sonnenliege auf dem R├╝cken und schaut in den Himmel. Wobei ich nicht ganz sicher bin, ob es wirklich eine Liege ist, die Entfernung ist ziemlich gro├č.┬ź

Silvano de Mancini
"F├╝r einen schlimmen Finger? Keine Ahnung, normalerweise benutzte ich dazu meinen Schwanz und nur zum Vorspiel die Finger, aber gleich was Du benutzt, Finger, Zunge, Ohren, Arme... behalt sie bei Dir, denn ich m├Âchte keinen Streit mit meinem Mann. Und das Du keine Beziehungen sch├Ądigst, wei├č der ganze Palast, Du versenkst sie komplett. Also nichts f├╝r ungut, aber ich wollte eigentlich zuerst heiraten, bevor sich Boldi von mir scheiden l├Ąsst...", st├Âhnte Vano. "Ja ich hoffe auch hinter meiner Stirn in ein Hirn, w├Ąre komisch wenn nicht. H├Ątte Fran feststellen m├╝ssen, er ist mein Bordarzt, wobei er sagte immer wenn wir... v├Âllig gleich ich schweife ab. Das es keiner mit Dir aush├Ąlt liegt an Deinem permanenten Redefluss, das schreckt einige ab, mein erster Mann war auch so. Also abschreckend was den Redefluss anging, Du kannst auch die Leute an die Wand labern. Nicht normal sowas", redete Vano selbst nicht viel weniger, aber Boldi wusste warum - sein Schatz war total nerv├Âs. Silvano verzog das Gesicht, als er Remys Gegenwart in seinem Kopf f├╝hlte. Ein Gef├╝hl dass sich unheimlich, grotesk ja bedrohlich anf├╝hlte. Nicht wegen Remy selbst, sondern weil er dieses Gef├╝hl nicht kannte. Am liebsten w├Ąre er zur├╝ckgewichen, aber das h├Ątte den Kontakt auch nicht abgebrochen und so beruhigte er sich und dachte die Dinge die er zu denken hatte. Das Remy die Haare von Davet kommentierte, fand Vano lustig. Sein Mann hatte auch eine M├Ąhne gehabt, die einen Morgens auf die Palme bringen konnte. Haare im Mund waren schon seltsam, wenn es die vom eigenen Mann waren, weil die ├╝berall herumhingen war das noch seltsamer. Aber Vano liebte ihn trotzdem und hatte die Locken bei Bedarf schlichtweg zusammengeschaufelt und zusammengeknotet. Die Begeisterung f├╝r diese Hilfe hielt sich bei Davet immer in Grenzen, seltsamerweise.... Da waren Boldis Haare beim Aufwachen fiel praktischer, man konnte gleich gemeinsam loslegen ohne den Mann aus der Wolle sch├Ąlen zu m├╝ssen. Aber beide hatten einen Platz in seinem Herzen, dass niemals irgendwem anders zustehen w├╝rde. Als Remy sich wie ein Gummiband verabschiedete, rieb sich Vano missmutig und leicht verst├Ârt die Stirn. Aber was er danach sagte, schlug dem Fass den Boden aus. Davet lebte und sonnte sich? Was beim Abgrund hatte Remy geraucht und seit wievielen Jahren war der Shit schlecht? Vano musterte Boldi mit panischem Blick. "Brich ihm die Knochen", befahl er seinem Mann stinksauer und wich vor Remy zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lachte schallend, obgleich ihm bewusst war, was die Botschaft f├╝r Silvano bedeutete. Aber dessen Befehl an Boldisz├ár war einfach zu k├Âstlich. Er selber versp├╝rte das gleiche Bed├╝rfnis. "Lieber Silvano", sagte er m├╝hsam beherrscht und rieb sich eine Tr├Ąne aus dem Augenwinkel. "Prince Remy ist ein Mitglied der Krone und auch wenn wir uns hier duzen, sollten deine Scherze die Grenzen des guten Geschmacks nicht ├╝berschreiten." Es war ein Jammer, aber er musste Silvano leider in seine Schranken weisen, was seinen neuesten Schwager anging.

Boldiszàr
Boldisz├ár starrte Silvano v├Âllig verdattert an. "Ich kann ihm nicht die Knochen brechen! Er ist ein Prince, ich muss ihn besch├╝tzen! Notfalls sogar vor dir. Sag nicht so einen Schei├č." Er kannte Remy in seiner neuen Rolle als Prince nicht gut genug, um einsch├Ątzen zu k├Ânnen, wie nachtragend und humorlos er war. Aber eines wusste er mit Gewissheit. "Er ist ein Himmelsauge, Silvano", warnte er seinen Mann. "Wie Quennel. Wie ... die M├Ârder."

Silvano de Mancini
Vano machte eine beschwichtigende Handgeste. "Ganz Eurer Meinung Prince Ciel, allerdings d├╝rfte dies auch f├╝r Remy gelten. Aber Ihr habt Recht, ich sprach un├╝berlegt und von Gef├╝hlen geleitet. Ich erachte es als piet├Ątlos so ├╝ber einen Verstorbenen zu scherzen. Das geziemt sich ebenso wenig f├╝r die Krone, wie f├╝r mich einen der Euren zu bedrohen, ich denke da sind wir gewiss einer Meinung Hoheit", sagte Vano h├Âflich und h├Ârte sich an was sein Mann zu sagen hatte. "Du hast absolut Recht Boldi, das war mein Fehler, da ich mich gekr├Ąnkt f├╝hlte", antwortete Vano ehrlich. "Ich entschuldige mich in aller Form und H├Âflichkeit bei Euch Prince Remy de Souvagne, vergebt mir meine Worte und lasst sie uns vergessen", bat Silvano untert├Ąnig.

Remy de Remuer
┬╗Ich wusste ja nicht, dass du so sensibel bist┬ź, sagte Remy, dem ganz sch├Ân die Pumpe ging. ┬╗Ich bin anderes gewohnt, gerade von Seeleuten. Gut, ich kenne keine Seeleute, aber sagt man nicht, der Umgangston von Seem├Ąnnern sei sehr rau? Ich wollte nur die angespannte Stimmung auflockern mit meinen Kommentaren, es tut mir leid, ich konnte ja nicht ahnen, dass Davets Haare so ein wunder Punkt f├╝r dich sind! Bei Ainuwar, ich werde keine Witze ├╝ber Davets braune Lockenpracht machen. Ich rede so viel, weil ich eigentlich sowieso den ganzen Tag mental kommuniziere. Viele Himmelsaugen macht das in der Physis schweigsam. Sie wirken in sich gekehrt und ruhig, da alles, was wichtig ist, sich f├╝r sie im Geist abspielt. Bei mir ist es umgedreht. Ich rede mit Nichtmagiern genau so viel wie im Nexus! Ich habe den Drang, all meine Gedanken und Gef├╝hle zu teilen. Ihr seid f├╝r mich wie Blinde, verstehst du? Ihr seid ausgeschlossen vom gro├čen Ganzen und ich will eure Behinderung kompensieren, indem ich alles verbalisiere, was ihr sonst nicht wahrnehmen k├Ânnt! Wie wenn ich Gaetano, dem Blindfisch, meinen Arm reiche, weil er den Fu├čboden nicht sieht und ihm alles erkl├Ąre, damit er sich die Umgebung vorstellen kann. Ist das so verst├Ąndlich? Ich versteh nicht, wie ihr so derma├čen viel schweigen k├Ânnt, wenn ihr schon mental nicht miteinander verbunden seid! Ihr m├╝sst vollkommen einsam sein wie Hunde in Zwingerk├Ąfigen! Oder wie H├Ąftlinge, die unverschuldet in Isolationshaft verrotten!┬ź Remy erschauerte bei der Vorstellung. ┬╗Lieber blind und taub und lahm gleichzeitig, als ohne die Gabe! Ich m├Âchte euch doch nur teilhaben lassen am Eins-sein, an der ├ťberseele, manche nennen es auch Schwarm oder Kollektiv. Und darum sage ich, was ich denke und was ich f├╝hle, ungefiltert, denn im Nexus kann ein Mensch nicht l├╝gen.┬ź Seine Augenbrauen vollf├╝hrten ein interessantes Bewegungsmuster. ┬╗Aber Davet ist kein Verstorbener, Silvano┬ź, erg├Ąnzte er, als ihm auffiel, dass der Kapit├Ąn den Mann so bezeichnet hatte. ┬╗Andernfalls h├Ątte ich ihn nicht wahrnehmen k├Ânnen. Ich bin schlie├člich kein Nekromant.┬ź

Silvano de Mancini
Vano nickte knapp zustimmend. "Ja ich verstehe es, ich bin auf einer Seite blind und ich wei├č wie es war, als dem noch nicht so war, als ich noch r├Ąumlich sehen konnte. Nun interessante Offenbarung Euer Verbundenheit. Aber man kann mit Personen auch anders verbunden sein - nach dem Motto nur Bier und wir. Damit ist gemeint, mit seinen Maaten einen zu heben, gl├╝cklich beieinander zu sitzen, zu genie├čen dass man sich hat und keiner verliert ein Wort. Dabei ist keiner einsam, ungl├╝cklich oder ausgeschlossen. Im Gegenteil, dass niemand was sagen muss verbindet. Und es funktioniert nur bei Leuten die auf gewisse Weise verbunden sind. Was Davet angeht - jeder hat einen wunden Punkt. Und es mag sich vielleicht wie Schw├Ąche anh├Âren, oder wie Geheule, vermutlich f├╝r andere wie weibisches Ges├╝lze - aber f├╝r mich stand eines stets fest, Zuhause ist kein Ort, sondern eine andere Person und das war er. Nun ist es Boldiszar und ich reagiere recht unvertr├Ąglich darauf, wenn man genau das beleidigt oder bedroht was mir lieb und teuer ist. Bedroht hast Du ihn nicht, beleidigt... keine Ahnung. Wie gesagt, einzig und allein bei dem Thema bin ich d├╝nnh├Ąutig. Warum erkl├Ąrt meine Vergangenheit. Aber die spielt keine Rolle, da es meine ist und es hier um Davet ging. Ich denke wir sollten uns vers├Âhnen und Brandur sollte den n├Ąchsten an die Reihe nehmen. Eventuell m├Âchte noch jemand mit irgendwem sprechen, ich lasse die Sache auf sich beruhen", erkl├Ąrte Silvano umg├Ąnglich.

Boldiszàr
┬╗Ich versteh gar nix mehr┬ź, erkl├Ąrte Boldisz├ár. ┬╗Davet lebt und sonnt sich auf einer Segelyacht und wir sitzen hier und machen einfach weiter? Willst du nichts unternehmen? Mich geht es ja nichts an, aber wenn ich glauben w├╝rde, Robby sei tot um dann Jahre sp├Ąter zu erfahren, dass er eine Kreuzfahrt macht, w├╝rde ich mich auf den n├Ąchstbesten Cockatrice setzen und ihn suchen. Nur meine Meinung.┬ź Er zuckte mit den Schultern.

Silvano de Mancini
"Dann geht es Dir wie mir Boldi, aber eines ist sicher - er ist tot. Ich habe ihn sterben sehen und ich werde ihn r├Ąchen, ganz so wie ich es geschworen habe. Denn immerhin haben uns die Krokos ├╝berfallen und sie haben ihn ermordet. Und ich bringe zu Ende was ich angefangen habe. Ich denke, dass ist etwas unternehmen Schatz", gab Vano zur├╝ck.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Da ich Davet nicht im Reich der Toten finden konnte, um es umgangssprachlich auszudr├╝cken, und Remy ihn in der Physis fand, ist ziemlich sicher bewiesen, dass der gute Mann unter den Lebenden weilt - es sei denn, du h├Ąltst uns beide f├╝r St├╝mper. Dann ziehe doch bitte k├╝nftig andere Magier zu Rate┬ź, sprach Brandur beleidigt.

Silvano de Mancini
"Leute ehrlich, ich halte Euch nicht f├╝r St├╝mper, aber damals besa├č ich noch zwei Augen und ich wei├č was ich sah. Jedenfalls bevor ich ├╝ber Bord ging. Und glauben wollen, glauben k├Ânnen ist zweierlei. Wenn ich das jetzt glaube und dass stimmt nicht... dann kann ich mich gleich vom Hauptmast st├╝rzen, in Ordnung? Also ich zweifele nicht Euch an um Euch was zu unterstellen, sondern um damit klar zu kommen. Falls er lebt, wunderbar. Falls er nicht lebt, f├Ąngt das nicht alles wieder von vorne an f├╝r mich. Es w├Ąre unfair Boldi gegen├╝ber. Ich nehme die Info so hin und hoffe das sie stimmt, wenn nicht - nun dann ├Ąndert sich nichts. Falls doch, dann wei├č ich nicht weiter. Aber das kl├Ąre ich dann wenn es soweit ist. Vorher habe ich eine Rechnung zu ├╝berbringen und die Schulden einzutreiben und Karten zu fertigen. Ich traue mich nicht, mich zu freuen, aus genau den genannten Gr├╝nden. Also ehe ich hier von einem Fettnapf in den n├Ąchsten stolpere, ich unterstelle niemandem etwas, ich beleidige niemanden und ich lasse niemanden der nicht zu meiner Mannschaft geh├Ârt bestrafen. In Ordnung?", sagte Vano resigniert.

Boldiszàr
"Wen willst du denn jetzt schon wieder bestrafen?", st├Âhnte Boldisz├ár. "Auf mich musst du keine R├╝cksicht nehmen. Echt nicht. Ich bin Leibgardist, vergessen?"

Silvano de Mancini
Vano legte den Kopf schief und musterte Boldi, mit einem Blick der sagte `nicht Dein ernst┬┤. "Schatz, ob ich das muss ist mir schei├čegal, ich tue es trotzdem und nehme auf Dich R├╝cksicht. Kleiner dezenter Hinweis Liebling... Bugraum?", grinste Vano. "Ich m├Âchte niemanden Zus├Ątzlichen bestrafen Boldi. Ich wei├č doch was Du kannst und wer Du bist, dass musst Du mir nicht ins Ged├Ąchtnis rufen. Aber Du bist auch mein Mann, also was erwartest Du denn von mir? Ob ich es je ausspreche oder nicht, spielt keine Rolle. Die Vereinbarung ist damit doch klar, ich sorge daf├╝r dass es Dir gut geht und das keiner genau das verhindert oder ├Ąndert. Komm sei nicht mehr b├Âse auf mich. Was soll ich Deiner Meinung nach tun? Gib mir einen Rat", bat Vano und k├╝sste Boldi.

Boldiszàr
"Na gut, dann pass eben auf mich auf. Hab ich zwei Aufpasser, ist mir auch recht. Lass es nur den Duc nicht h├Âren, der feuert mich hochkant, wenn ich neuerdings eigenes Sicherheitspersonal brauche. Ich bin nicht b├Âse auf dich. Was du tun solltest, hab ich dir gesagt. Such den Ausrei├čer und versohl ihm den Arsch, weil er sich vor dir versteckt! Oder ich mach das."

Silvano de Mancini
"Vor mir versteckt?!? Ich bekomm Schnapp-Atmung, wieso sollte er sich vor mir verstecken? Na gut, dass finde ich wohl nur heraus, wenn ich ihn suche. Wenn er sich trennen wollte, w├Ąre das einfacher gegangen... und schmerzfreier... f├╝r ihn jedenfalls. Also gut, zuerst das Krokoproblem, dann das A-Problem, dann Davet suchen. Du wirst ihm den Arsch versohlen, mich muss er nur angucken, genau wie Du. Widerstand ist zweckslos, also was solls. Du wirst ihn bestrafen falls erforderlich. Sonnt sich... wenn dass stimmt. Andere Frage uns betreffend, was h├Ąltst Du davon, wenn Rene uns auf der Mouette trauen w├╝rde? Falls er dem zustimmt, w├╝rde mich das sehr freuen. Da begann mein Leben, da m├Âchte ich heiraten. Was sagst Du Boldi?", fragte Vano liebevoll.

Boldiszàr
"Das A-Problem?", wiederholte Boldisz├ár d├╝mmlich. Bei der Frage von Silvano packte er seinen Mann, zerrte ihn auf seinen Scho├č und presste ihm den Schritt in den Hintern. "Die Antwort ist Ja", sagte er fest. "Lass uns heiraten."

Silvano de Mancini
Vano presste ihm den Mund aufs Ohr "Du machst mich geil und gl├╝cklich. A wie Antoine, dem zuk├╝nftigen Gesichts-Schaschlik", raunte Vano kaum h├Ârbar und rutschte leicht hin und her um Boldi ein bisschen Spa├č zur├╝ckzugeben, ohne dass es all zu auff├Ąllig wurde. "Abgemacht, dann heiraten wir auf der Mouette. Was sagst Du dazu Rene?", fragte Vano gl├╝cklich.

Rene Lothair de Brisay
"Es w├Ąre mir eine Ehre", antwortete Rene und beobachtete etwas besorgt, wie die beiden sich liebkosten. Er verkniff sich die Frage, ob Silvano sich das gut ├╝berlegt hatte, mit dem Wissen, dass Davet noch lebte. Und ob Boldisz├ár sicher war, dass er den ersten Mann seines Geliebten suchen wollte. Rene konnte sich nicht vorstellen, dass das gut ging. Er selbst aber freute sich sehr, dass Davet noch lebte und w├╝rde ihn zu gern wiedersehen.

Silvano de Mancini
"Ich danke Dir aus tiefstem Herzen Rene, ich kann Dir nicht sagen wie sehr mich das freut. Wann w├Ąre es Dir Recht? Oder Dir Boldi. Nebenbei eine Frage, Du sagst ich soll Davet suchen. Soweit, so gut, was ist wenn wir ihn finden? Ich betone wir, denn wir geh├Âren zusammen. Was dann? Wie eifers├╝chtig w├Ąrst Du? Und eine dreiste Frage, w├╝rdest Du mir einen zweiten Mann erlauben? Falls nicht, akzeptiere ich dass, denn er war f├╝r mich tot und Du bist an meiner Seite. Und wie ich zu Dir stehe wei├čt Du. Antworte ehrlich Boldi", bat Vano.

Rene Lothair de Brisay
"Sobald ihr bereit seid", sprach Rene.

Silvano de Mancini
"Ich habe jetzt Zeit und bereit bin ich seit dem er meinen Tisch umgeworfen hat", kicherte Mancini.

Boldiszàr
Boldiszàr überlegte. "Kann ich den dann auch ficken?", wollte er wissen.

Silvano de Mancini
"Boldi das ist eine Sache zwischen Euch beiden, wenn Ihr beide das m├Âchtet - ja klar. Wenn Ihr beiden derart mit Euch einverstanden seid, k├Ânnen wir es sogar zu dritt. Er ist umg├Ąnglich und er ist lieb genau wie Du, Ihr seid Euch sehr ├Ąhnlich. Von Eurer Art her, aber nicht von dem ├äu├čeren. Du bist so alt wie ich, er w├Ąre jetzt 56 Jahre, er ist 17 Jahre ├Ąlter als wir. Nur damit Du Bescheid wei├čt. Was sagst Du? Und was sagst Du zu Ledwick und dem Hausboot? Ich meine ich muss ja irgendwann mal nach einem gucken und es kaufen", erkl├Ąrte Vano.

Boldiszàr
"Und wenn ich auch `nen Zweitmann w├Âllte?", hakte er nach.

Silvano de Mancini
"Wenn Du ihn liebst, akzeptiere ich ihn ohne Frage", antwortete Vano und legte Boldi einen Arm um den Hals. "Wenn Du nicht m├Âchtest ist das in Ordnung. Ich habe nicht gefragt, ob Du mich heiratest um Dich zu vergraulen. Das hier ist jetzt das Offizielle, f├╝r die Welt, die anderen da drau├čen und f├╝r Dich. Mein Mann warst Du seit dem Tischwurf und dem darauffolgenden Taten. Und besiegelt haben wir es im Meer. Das habe ich Dir gesagt und ich nenne Dich nicht umsonst mein Mann. Du bist mein Mann und von meiner Seite aus trennt uns nichts. Selbst wenn Du in den Sack haust und mich verlassen solltest. Dann bist Du solo, aber f├╝r mich bist Du immer noch mein Mann. Das Gleiche gilt f├╝r den Tod, gleich was uns trennt - ich trenne mich nicht von Dir. Aber das Offizielle gibt ihm einen besonderen Beigeschmack und es ist wichtig f├╝r Dich. Was ich Dir im Meer schwor, interessiert in den Amtsstuben niemand Boldi. Darum ist etwas Offizielles f├╝r Dich wichtig. Du bist im Kinderheim aufgewachsen Schatz, ich werde nicht zulassen, dass Du im Armenheim gehst. Der Gedanke w├Ąre unertr├Ąglich f├╝r mich. Ich bat den Duc nicht umsonst um Dich. Durch unsere Hochzeit w├Ąrst Du ebenfalls in den Stand des Chevalier erhoben worden, was Du nun schon bist. Aber durch die Hochzeit bist Du Nennadel und Du bist Adel von Scholle. Die Scholle Mancini werde ich erben, ab dato gemeinsam mit Dir. Du wirst Dich nie wieder sorgen m├╝ssen, was das anbelangt. Daf├╝r ist ein Ehemann da Boldi und noch f├╝r viele andere Dinge, sogar f├╝r Steuer- und Liebeserkl├Ąrungen".

Boldiszàr
┬╗Ich wollt nur wissen, was du antwortest┬ź, erwiderte Boldisz├ár. ┬╗Ob ich Davet akzeptieren kann, werde ich dir dann sagen, wenn ich ihn kenne. Das muss dir erstmal reichen. Wir zwei geh├Âren zusammen, das wei├čt du. Ich lass mir das nicht kaputtmachen. Aber erstmal konzentrieren wir uns nur auf uns zwei, ja? Du und ich. Und wir werden heiraten.┬ź Er k├╝sste Silvano innig und sabberte ihn in seinem ├ťberschwang ziemlich voll.

Silvano de Mancini
"Wie ich Dir versprach und ich stehe zu meinem Wort. Er war tot und ich war es auch, auf gewisse Art und Weise. Und Du hast mich gerettet. Du warst sogar vor und nach ihm da. Wenn Du ihn nicht akzeptierst, werde ich das akzeptieren Boldi. Und mal ehrlich, dass ich Dich jetzt sofort vor der Suche heirate, sollte Dir sagen wie meine Wahl ausf├Ąllt. Ich werde ihn niemals vergessen, dass d├╝rfte klar sein, aber ich liebe Dich und ich bin mit Dir gl├╝cklich. Und wir waren es schon als Kinder, wenn auch aus ganz anderem Grund. Aber wir geh├Âren zusammen, das steht au├čer Frage. Rest entscheide nach Situation und wie Du Dich f├╝hlst. Die Entscheidung liegt nicht in meinen, sondern in Deinen H├Ąnden. Wie immer Du entscheidest, ich beuge mich, schlie├če mich Dir an und folge Dir. Geschworen Boldi", antwortete Vano und k├╝sste Boldi genauso fest un innig mit, ehe er ihm liebevoll den Mund abwischte mit seinem ├ärmel. "Bist wieder h├╝bsch", grinste Vano.

Boldiszàr
"Wenn du das sagst", erwiderte Boldi und grinste schief. "Dann lass uns heiraten und die Krokos jagen, Antoine das Gesicht rauben und dann versol ich f├╝r dich Davets Hintern. Der l├Ąuft dir nie wieder weg ohne Erlaubnis." Sein Grinsen wurde noch breiter.

Silvano de Mancini
"Das glaube ich Dir unbesehen, wo Du hinlangst w├Ąchst kein Gras mehr. Irgendwelche Sonderw├╝nsche, f├╝r "danach"? Das was Antoine getan hat, hat er nicht umsonst getan und noch ist die Sache nicht ges├╝hnt. Wir werden sie gemeinsam s├╝hnen, Hand in Hand als Eheleute", erkl├Ąrte Vano.

Boldiszàr
"Für danach?", fragte Boldiszàr. "Nach was?"

Silvano de Mancini
"F├╝r den Ehevollzug, den Sex nach dem Ja-Sagen. Irgendein Bumswunsch? Ich wollte nicht so direkt fragen, bei den noblen G├Ąsten, aber ja ich wei├č - rede Klartext mit mir, tschuldige", lachte Vano.

Costantino Marchesi
Conni betrat den Raum und verneigte sich vor den Anwesenden. "Mon Cher Ciel, dies soll ich Dir mit den besten und herzlichsten Gr├╝├čen von Fran aush├Ąndigen. Wir hoffen Du freust Dich dar├╝ber. Bittesch├Ân", sagte Costantino und reichte Ciel eine kleine braune Schatulle.

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Boldiszàr
"Ja klar hab ich den", antwortete Boldisz├ár, w├Ąhrend Ciel das kleine K├Ąstchen entgegennahm. "Ich will, dass wir es vor den Hochzeitsg├Ąsten besiegeln. Sie sollen es sehen. Ich will, dass sie dran teilhaben und es bezeugen. Heiraten und Ja sagen tun viele, das geht leicht. Wir werden uns das Ja-Wort k├Ârperlich geben und zwar nicht abgeschottet in irgendeiner Kaj├╝te sondern vor der Mannschaft. Rene fragt: Wollt ihr heiraten? Und zur Antwort fallen wir ├╝bereinander her, rei├čen uns die Kleider vom Leib und ficken, als g├Ąbe es kein Morgen. So will ich es haben. Ich find dich geil, Vano ... mein ganzer K├Ârper liebt dich und will dich haben." Dass Boldisz├ár nicht ├╝bertrieb, sp├╝rte Silvano deutlich an seinem Ges├Ą├č. "Ich will dich, Vano", sagte er heiser.

Silvano de Mancini
"Dass ist das geilste und heftigste Kompliment, dass mir jemals irgendwer gemacht hat. So machen wir es, genau so und nicht anders. Du willst mich, Du bekommst mich, ich bin Deiner", antwortete Vano gl├╝cklich und presste seinen Hintern in Boldis Schritt, w├Ąhrend er ihn innig mit Zunge knutschte.

Costantino Marchesi
Conni schmunzelte Ciel an, trat ganz nah an ihn heran und fl├╝sterte ihm ins Ohr. "Mon Chou, herzlichen Gl├╝ckwunsch zum Geburtstag und alles Liebe. Von Eurer Fran und ebenso von mir". Conni richtete sich wieder auf und verneigte sich erneut.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel versuchte, das Treiben zu ignorieren und besah sich den Inhalt des K├Ąstchens - eine wundersch├Ân geformte gr├╝ne Glasfeder. Moosgr├╝n, die Augenfarbe seiner Verlobten. Er l├Ąchelte bei dem Gedanken an Francois. ┬╗Danke, mon chou┬ź, sagte er gl├╝cklich. ┬╗Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie daran denkt. Wir kennen uns noch nicht lange und sie hat ganz andere Sorgen. Ich h├Ątte es ihr nicht ├╝bel genommen. Ich freue mich.┬ź Er erhob sich. ┬╗Ich glaube, wir sind hier so weit vorerst fertig. Machen wir eine Pause, ehe es an die n├Ąchste Beschw├Ârung geht. Besonders die beiden frischgebackenen Chevaliers scheinen sie n├Âtig zu haben. Meine Herren┬ź, Ciel gr├╝├čte zum Abschied kurz in die Runde, hakte sich bei Costantino ein und lie├č sich von ihm zu Francois f├╝hren.

Costantino Marchesi
"Mon Cher K├Ąptn, Ihr solltet vielleicht eine Generalprobe der Ja-Sagung machen. Sowas soll doch vor allen sitzen", grinste Conni breit und f├╝hrte Ciel dann hinaus auf das Deck. "Mon Cher Ciel, nimm es ihnen nicht ├╝bel, sie sind schwer verliebt und was gibt es Sch├Âneres? Du selbst bist verliebt und Fran ebenso. Sie hat mir den Auftrag gegeben, Dir eine gr├╝ne Feder zu besorgen, gr├╝n wie ihre Augen. Und sie musste fit fit flott zu Deinem Geburtstag herangeschafft werden. Also bin ich geeilt und die Matrosen haben gut gerudert. Deine Frau kennt keine Gnade", lachte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich freue mich, dass Fran solche Freunde hat. Du hast ein sehr sch├Ânes Exemplar der Feder herausgesucht. Und allein die Geste von Fran bedeutet mir sehr viel, selbst wenn die Feder der letzte Husten w├Ąre. Ich bin Silvano und Boldisz├ár nicht b├Âse, aber ich m├Âchte auch nicht neben ihnen sitzen, wenn es zur Sache geht.┬ź Ciel blinzelte Costantino zu.

Costantino Marchesi
"Mon Cher dass ist verst├Ąndlich, da Du nicht diese N├Ąhe und Enge gew├Âhnt bist. Stell Dir vor Du w├╝rdsest Dienst auf einem Schoner schieben. Mon Dieu, 30 Meter Lebensraum f├╝r 60 Mann manchmal auf drei Decks. Nichts menschliches ist Seeleuten fremd Ciel, gehen wir accord? Deine Frau ebenso, sie kennt alle Schw├Ąchen und alle Wehwehchen und auch Peinlichkeiten. Sei unbesorgt, Du wirst es auch lernen. Man sagt Mon Cher, den ersten Tag ist es grauenvoll, der zweite Tag ist es seltsam, der dritte ist es normal, wie bei Mord verstehst Du? Du bist doch Soldat, hier sind auch alles Soldaten, aber noch anders. Wir sind anders, als normale Soldaten. Wir haben unsere eigene Sprache, unsere eigenen Traditionen, unsere eigenen Gesetze und all das wirst Du von uns lernen. Oder von mir oui? Du wirst einer von uns sein und Fran jemand von Euch. Ihr werdet Euch verbinden. Deine Frau h├Ątte nicht geduldet w├Ąre ich mit einer abscheulichen Feder heimgekehrt, vermutlich h├Ątte sie mir die ins Auge gerammt. Nein so ist sie nicht, sie ist stets ruhig und ausgeglichen und w├╝rdevoll auf ihre Art. Wie Du nur Du bist noch etwas flatterhaft, aber Du bist gut zu ihr und darum mag ich Dich sehr. Alle m├Âgen Dich hier sehr, auch der K├Ąptn und allen voran Deine Frau. Sei nicht so streng mit unserer Art, lern sie erst kennen Mon Amour. So eine Enge hei├čt auch viel Zusammenhalt und Du wirst sehen, das gilt auch Dir. Diese Feder stammt von einem Glasbl├Ąser aus Beaufort und ich dachte, eine Geschenkschachtel muss Tinte enthalten. Ohne Tinte w├Ąre Fran sehr entt├Ąuscht gewesen. Sie mag es logisch. Sie sagt sowas nicht. Wenn ich einen F├╝ller kaufe, Mon Dieu wie soll er schreiben ohne Tinte? Sowas musst Du sehen! Ja drum da ist sie", schmunzelte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde es lernen┬ź, sprach Ciel ├╝berzeugt. ┬╗Ich sch├Ątze die Mannschaft auch sehr, nur mit den G├Ąsten im Bugraum hadere ich noch ein wenig. Mit dem Rest f├╝hle ich mich sehr wohl und au├čer Fran habe ich dich besonders ins Herz geschlossen, Conni.┬ź Sie waren an der T├╝r zu Francois Kaj├╝te angekommen. ┬╗Ich werde die Feder samt Tinte gleich ausprobieren. Ich werde meine Liebste bitten, Model zu liegen. Man sieht sich.┬ź Ciel klopfte sachte, falls Francois schlief, ├Âffnete die T├╝r und trat ein. Leise fiel die T├╝r hinter ihm ins Schloss.
Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den ├ťberlebenden geh├Ârt

Silvano de Mancini
Chevalier
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Die flei├čige Feder in Bronze Rote Laterne

Re: Blutrote See - Kapitel 6 - Beschw├Ârungsmarathon

#3

Beitrag von Silvano de Mancini » Mo 22. Okt 2018, 11:54

Rauchstangenpause ÔÇô Der zweite Geist - Davet

Nachdem Ciel gemeinsam mit Costantino den Beschw├Ârungsraum verlassen hatte und sich eine kleine Zwischenpause abzeichnete, l├Âste sich Silvano behutsam von seinem zuk├╝nftigen Ehemann.

ÔÇ×Ich bin sofort wieder da, ich m├Âchte nur etwas in der Pause bis zur n├Ąchsten Beschw├Ârung klar stellen. Ich bin gleich wieder bei Dir BoldiÔÇť, sagte Vano.

Mancini schnappte sich Remy de Remuer und ging mit ihm nach drau├čen. Auf Deck stellte er sich gemeinsam mit dem Himmelsauge an die Reeling und schaute hinaus aufs Meer. Silvano kramte kurz in seiner Tasche und bef├Ârderte eine Packung Rauchstangen zu Tage. Er stopfte sich zwei davon in den Mund und z├╝ndete sie an. Eine reichte er an Remy weiter. Vano nahm einige Z├╝ge und atmete tief durch, ehe er das Schweigen brach. Sie standen auf dem Achterdeck, niemand w├╝rde sie hier h├Âren. Ausschlie├člich ihm wie den Offizieren war der Zutritt erlaubt. Andere hatten auf eine Einladung oder eine entsprechende Bewilligung ihres K├Ąptns zu warten. Silvano legte den Kopf schief um Remy genau zu mustern.

ÔÇ×Ich habe mich zwar bereits f├╝r meine Worte entschuldigt, allerdings aufgrund einer Weisung seiner Hoheit. Ich m├Âchte mich aus freien St├╝cken bei Dir f├╝r meine Wortwahl und die Drohung entschuldigen. Es tut mir leid was ich Dir angedroht habe Remy. Ich selbst verlange zwar stets keine Erl├Ąuterungen, keine Rechtfertigungen und meist auch keine Entschuldigungen, aber ich bin Dir eine Entschuldigung wie auch eine Rechtfertigung schuldig. Du warst nicht respektlos, denn Davet hatteÔÇŽ hat wirklich eine L├Âwenm├Ąhne und ab und an habe ich ihn selbst damit aufgezogen. Ich liebte alles an diesem Mann, sogar seine nervigen Haare. Allerdings nervte mich seine M├Ąhne nur in aller Fr├╝he direkt nach dem Aufstehen. Ansonsten geh├Ârte sie zu ihm, wie sein Schnauzer und seine Art wie ein Wasserfall reden zu k├Ânnen. Ganz ├Ąhnlich wie Du. Davet ohne seine M├Ąhne, w├Ąre vermutlich nicht Davet.

Ich bin Dich zu Unrecht angegangen, da mich Deine Offenbarung schockiert hat.

Das was Du bez├╝glich Davet gesagt hast, war nur ein Vorwand um Dich zurecht stutzen zu k├Ânnen. So unfair und widerlich verhalte ich mich normaler Weise nicht. Zumal Du mit Deiner flapsigen Art sogar versucht hast, mich aufzumuntern. Ich konnte schlichtweg nicht glauben, dass Davet noch lebt. Das ist f├╝r mich gewaltig starker Tobak Remy. Wir lagen vor Farisin und wollten die Insel kartographieren, als uns ├╝ber Nacht diese Echsenwesen ÔÇô diese Landkrokos angriffen. Es waren sehr viele und wir mussten uns ganz sch├Ân unserer Haut erwehren, dass sage ich Dir Remy. Gleich mehrere Echsen drangen auf jeden von uns ein und wir gaben unser Bestes ihnen keine Handbreit Schiff zu schenken. Und genau in jenem Kampf sah ich meinen damaligen Mann fallen. Aufgeschlitzt von einer dieser Kreaturen. Weder konnte ich ihm damals helfen, noch konnte ich ihn vollst├Ąndig r├Ąchen bis zum heutigen Tage. Sie haben uns einfach grundlos angegriffen und abgeschlachtet. Sie fragten weder wer wir sind, noch was wir wollen. Vorher stand ich ihnen neutral gegen├╝ber. Ich hatte bis dato nur von diesen Wesen geh├Ârt, aber noch niemals eines gesehen. Ab diesem Tag hasste ich sie mit aller Inbrunst und es vergeht kein Tag an dem ich sie nicht verw├╝nsche.

Das alles geschah im Jahr 189 und wir schreiben nun das Jahr 203.
Somit trauerte ich 14 Jahre um meinen Mann und war ihm treu.

Ich wollte nicht bleiben, wei├čt Du das? Ich w├Ąre ihm gerne gefolgt, aber ich hatte ihm etwas geschworen und ich bin ein Mensch der seine Schw├╝re einh├Ąlt. Folglich war es mein Ziel erneut Farisin anzureisen, mit der Aufgabe jedes einzelne Kroko vom Erdboden zu tilgen. Und sobald die Aufgabe erledigt w├Ąre und ich meinen Schwur erf├╝llt h├Ątte, w├Ąre ich ihm gefolgt. Niemand wei├č dass au├čer Du und Francois, aus dem Grund hat er mich auch nach dem ersten gescheiterten Angriff auf die Krokos zwangsern├Ąhrt. Eigentlich ist es dumm so zu denken, wir sollten dankbar sein f├╝r jeden Tag den wir hier auf unserer Welt haben.

Schau hinaus aufs Meer, wie die Wellen funkeln und glitzern, gibt es das da dr├╝ben?
Kann eine Person ein Zuhause sein?
H├Ątte er ├╝berhaupt dieses Opfer gewollt? Der Mann, der nicht einmal den Schiffsjungen schlug?
Mein Vater und Fran behaupten nein.

Und seit dem ich wie durch ein Zufall Boldiszar kennenlernte und wir gemeinsam unseren Hintergrund erfahren haben, kann ich Dir sagen mein Vater und Fran haben v├Âllig Recht. H├Ątten sie mich aufgegeben und mir meinen Willen gelassen, h├Ątte ich niemals Boldi kennengelernt. Unsere Eltern w├Ąren nicht rehabilitiert worden und wir h├Ątten nicht das Anrecht darauf unsere Erinnerungen zur├╝ckzuerhalten. Ich bin froh, dass mein Vater und Fran so hart und unnachgiebig waren. Und ich danke wem auch immer auf Knien, Boldi an meiner Seite zu haben. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie sehr ich diesen Mann liebe. Seit dem ich mit ihm zusammen bin, f├╝hle ich mich wieder richtig lebendig und rundum gl├╝cklich. Ich f├╝hle michÔÇŽ ganz.

Und ich werde diesen Mann heiraten, das steht fest. Nichts wird mich davon abhalten und nichts wird mich jemals wieder von ihm trennen. Nichts und niemand. Bereits unsere V├Ąter waren Freunde und wir kannten uns schon als Kinder. Wenn dies keine tiefere Bedeutung hat, was dann? Die Erinnerungen an unsere Eltern bedeuten Boldi, Bellamy und mir sehr viel und ich m├Âchte gerne unsere Eltern beschworen haben. Bellamy ist der Bruder von Boldiszar, was ebenfalls durch die Ermittlungen herausgefunden haben. M├Âglicherweise kann uns Parcival noch mehr offenbaren. Gemeinsam mit meinem Mann werde ich nach Davet suchen.

Skallischen See, zwischen Nebelwald und Racongebirge am n├Ârdlichen Ufer, dort liegt sein Schiff.
Es gibt keine Passage aus der Azursee heraus in die Skallische See.

Wobei ich Prince Ciel um Beistand bitten werde, sobald das Farisinproblem behoben ist. Vielleicht kann er Boldi und mich mit seinem gro├čen Drachenhahn ├╝ber das Landst├╝ck zu Davets Schiff bef├Ârdern.

Dazu ben├Âtige ich seine Hilfe und Deine Remy.
Du fragst Dich vielleicht warum ich Dir das alles erz├Ąhle, weil das alles der Hintergrund meiner Reaktion war.

Als Du mir erz├Ąhlt hast, dass Davet noch lebt und Boldi gleich kundtat dass wir ihn suchen, bekam ich es mit der Angst zu tun. Ich h├Ątte ihn doch gesucht, aber ich wusste doch gar nicht dass er noch lebt! Das er wohlauf ist, dass er sich auf einem Schiff in einem Liegestuhl sonnt, dass w├Ąrmt nicht nur ihm das Gesicht, sondern auch mir das Herz. Zeitgleich macht es mir Angst. Warum hat er mich nicht gesucht? Ist er m├Âglicherweise genauso unwissend wie ich? Wie konnte er eine derartige Verletzung ├╝berleben?

Fragen ├╝ber Fragen, die ich ihm selbst gerne stellen w├╝rde. Und ich werde sie Davet stellen gemeinsam mit Boldi mit Deiner Hilfe RemyÔÇť, sagte Mancini freundlich.

Er schnipste den Stummel seiner aufgerauchten Rauchstange ├╝ber Bord, gemeinsam kehrte er mit dem Himmelsauge in den Beschw├Ârungsraum und zu seinem Mann zur├╝ck.
Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den ├ťberlebenden geh├Ârt

Silvano de Mancini
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Re: Blutrote See - Kapitel 6 - Beschw├Ârungsmarathon

#4

Beitrag von Silvano de Mancini » Mi 24. Okt 2018, 07:18

Der dritte Geist - Parcival


Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bitte beschw├Âre nun Chevalier Parcival de Coubertin┬ź, bat Ciel. ┬╗Ehemals Magistral der Himmelsaugen und damit der H├Âchste des Ordens.┬ź Er hatte die Finger nerv├Âs auf dem Tisch verschr├Ąnkt. Die Kn├Âchel an seinen H├Ąnden traten wei├č hervor, so angespannt war er. Parcival war ein Gegner gewesen, dem er zu Lebzeiten nicht gewachsen gewesen war. Der alte Mann hatte den Prince fast umgebracht. Und doch war Ciel von tiefer Trauer erf├╝llt gewesen, als Parcivals Kopf mit einem blutigen Bogen von seinen Schultern fiel. Ciel wusste noch nicht einmal, was er dem Geist heute sagen oder von ihm wissen wollte. An diesem Punkt gestand er sich ein, dass der einzige Grund f├╝r diese Beschw├Ârung jener war, dass er Parcival noch einmal sehen wollte. Er wartete, dass der Nekromant den Geist zur├╝ck aus dem Nexus zog, angespannt - und ├Ąngstlich.

Brandur von Hohenfelde
Parcival war erst wenige Wochen tot. Brandur merkte es daran, dass er den Geist sehr leicht aufzusp├╝ren vermochte. Kein Vergleich zu der M├╝sal, die es gekostet hatte, den lang schon verstorbenen Quennel zur├╝ckzurufen. Hier war die Seele noch frisch und sehr deutlich wahrzunehmen im Fluss der Gezeiten. Parcival war jemand gewesen, dem Brandur zu Lebzeiten Respekt gezollt hatte, doch nun war er f├╝r ihn nur noch Arbeitsmaterial. Brandur griff so fest zu, als w├╝rde er ein Kaninchen am Nackenfell hochheben und zerrte die Seele zur├╝ck in die Physis.

Parcival:
Das alte Himmelsauge schwebte durch den Nexus und all die Sinneseindr├╝cke die er hier durchlief, nahm er zwar ohne Sinne wahr, aber so hatte er den Nexus immer wahrgenommen. Jeder Magier kannte den Nexus. M├Ąchtigen Magier war er manchmal sogar vertrauter als die Physis, andere ungeschulte Seelen die ab und an hineinglitten mit ungeschulter Gabe wie die Mutter von Davard von Hohenfelde konnte sich selbst darin verfangen. Es war ein verf├╝hrerischer Zustand, v├Âllig frei und losgel├Âst zu sein. Parcival versp├╝rte eine tiefe Ruhe, nichts war mehr von Bedeutung, es reiste einem unbekannten Ziel entgegen wie jede Seele hier. Er hatte Zeit, denn Zeit war hier bedeutungslos und es gab keinen K├Ârper, der irgendwo hilfslos auf seine R├╝ckkehr wartete. Gem├Ąchlich, ja fast tr├Ąge reiste er vor sich hin, als ihn jemand erbarmungslos packte und zur├╝ck in die Physis riss. Parcival nahm erstaunt Gestalt an und ben├Âtigte eine Weile um zu begreifen was geschehen war, so sehr war er noch gefangen in seiner Ruhe. "Was?!?", brachte er nur verwundert hervor und schaute sich perplex um.

Brandur von Hohenfelde
Brandur blickte den Geist des Himmelsauges ernst an. Dann nickte er wortlos in Richtung des jungen Prince, der selber so bleich und geisterhaft wirkte wie ein Gespenst.

Parcival:
Die Gestalt des Geistes verfestigte sich und nahm die Form an, die er zu Lebzeiten getragen hatte. Sein Schnauzer str├Ąubte sich kurz, ehe er Ciel durchdringend musterte. Einen Augenblick sp├Ąter schenkte er ihm ein wehm├╝tiges L├Ącheln. "Ich h├Ątte es mir denken k├Ânnen, Eure Neugier sprengt sogar Zeit und Raum. Aber ich bin Euch wohl mehr als nur eine Antwort schuldig Prince", sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Das Str├Ąuben des Bartes hatte Parcival sich sogar im Tode beibehalten. Ciels Umklammerung seiner eigenen Finger lockerte sich etwas, als der Geist unerwartet freundlich zu ihm sprach. ┬╗Wirst du mir diese Antworten geben?┬ź, fragte er zur├╝ck und f├╝hlte sich wehm├╝tig, mit diesem Verstorbenen zu sprechen. ┬╗Ich bedaure, dass es zwischen uns derart hatte enden m├╝ssen, Magistral. Jeder bedauert das.┬ź


Parcival:
"Zwischen uns endete nichts. Weder habe ich Euch gehasst, noch Euch jemals etwas B├Âses gewollt. Leider wart Ihr an diesem Tag mein Mittel zum Zweck. Ich habe Euch missbraucht, ich habe an Euch Selbstmord begangen. Die einzige Art die mir als ehrenhaften Tod blieb. Ehrenhaft nicht f├╝r mich, ich ging als Feigling, als Verr├Ąter an der Krone, aber ich wusch den Orden von meinen S├╝nden rein. Ich bedrohte Euch und Euer Vater vollstreckte das Todesurteil. Er tat das was jeder liebende Vater getan h├Ątte, er t├Âtete ohne zu z├Âgern die Bedrohung f├╝r sein Kind. Gleich ob Gemeiner, Bauer, Adeliger oder sogar Duc mit der Macht dank Gottes Gnaden und seinem Geburtsrecht - ein Vater der liebt, wird zum rei├čenden Wolf der jeden zerfetzt der seinen Welpen bedroht. Falls Ihr jemals Zweifel an der Liebe Eures Vaters gehegt habt aufgrund Eurer Herkunft Prince, lasst Euch dies eine Antwort seines Herzens sein. Er war nicht nur bereit f├╝r Euch zu t├Âten, er tat es ohne das geringste Z├Âgern. Und es besteht f├╝r Euch kein Grund traurig zu sein, ich w├Ąhlte diesen Freitod durch seine Klinge. Es war ein ehrenhafter Tod, vollstreckt von einem Mann dem ich seit seiner Jugend sehr ├╝bel mitgespielt habe aus verblendeter Liebe heraus. Ich war ein Narr, ein verliebter Trottel, der nicht sehen wollte, was er da tats├Ąchlich liebte und daf├╝r tat. Ich wei├č nicht wer von uns beiden schlimmer war, Quennel oder ich. Quennel liebte nichts und niemanden, au├čer sich selbst. Ich war das ganze Gegenteil und liebte eine Frau bis zur Selbstaufgabe, f├╝r die ich nicht mehr als eine Marionette war die Magie und Schwert nutzte um ihre W├╝nsche zu erf├╝llen. Aber Prince, meine Fehler, meine Verfehlungen h├Ątte man dem Orden der Himmelsaugen angelastet. Ich war das Ordensoberhaupt und kein Mann h├Ątte es weniger verdient als ich. Letztendlich musste ich sogar Oberhaupt werden um meine Gedanken ohne Erl├Ąuterung abschirmen zu k├Ânnen. K├Ânnt Ihr Euch vorstellen wie es ist, stets einen Teil Eurer Gedanken v├Âllig separieren zu m├╝ssen, so das Ihr selbst nur unter Schwierigkeiten Zugriff darauf habt? Es ist eine Last, die ich niemanden w├╝nsche zu tragen. Aber ich habe diese Last selbst verschuldet, somit m├Âchte ich Euch nicht von meiner Last berichten, sondern von der Eures Vater, Eures Onkels und Eures Gro├čvaters. Ihr fragt Euch was hinter dem Attentat gesteckt hat? Es waren nicht die Agenten der Autarkie. Sie waren es, die die Verschw├Ârung aufdeckten. Quennel und ich brachten sie zum Schweigen und wir beide missbrauchten dazu uneren Orden. In einem scheinbar heiligen und gerechtfertigten Krieg zogen wir gegen die Agenten ins Feld, weil sie Dinge wussten, die sie nicht wissen durften Prince. Aber ihre Anf├╝hrer waren nicht dumm. Tats├Ąchliche Anf├╝hrer wie wir sie haben, hatten sie nicht und das war unser Problem. Keiner den man mit Erpressung zum Schweigen bringen kann so dass er seinen Br├╝dern Schweigen befiehlt. Sie waren einzeln, sie waren autark, aber sie f├╝gten sich dennoch dem Besten unter ihnen, er war ein frei gew├Ąhlter Anf├╝hrer. Nicht dem wahren Status nach, sondern weil die anderen Agenten es so wollten. Stellt ihn Euch wie einen weisen und extrem gerissenen Ratgeber vor, wie einen Advokaten des Todes - das war Mercer. Und er war die Pest, schlauer als einem lieb war und leider wusste er was eine tote Mann Schaltung war. H├Ątten wir ihn allein get├Âtet, h├Ątte das bedeutet, eine Kontaktperson erh├Ąlt x - Tag keine Botschaft und ver├Âffentlicht alles, denn Mercer ist tot! Was blieb uns da anderes ├╝brig als sie alle zu t├Âten unter einem fadenscheinigen Vorwand? Es stand zu viel auf dem Spiel. Unser Leben gegen das der Agenten, aber mehr noch - denn zu unseren Leben z├Ąhlte auch das der Duchesse. Also mussten die Agenten sterben und sie starben. Und als sie tot waren, t├Âteten wir sie erneut oder besser gesagt weiter. Wisst Ihr wie Ihr einen Mann t├Âtet, ohne ihn zu ermorden? Oder wie man einen Toten t├Âtet? Vernichtet seinen Ruf, bringt ihn in Misskredit und das taten wir. Quennel benutzte Mercer um seine eigenen Leute zu verraten und zu ermorden. Er ├╝bte keinen Verrat, er war unter Quennels Kontrolle. Aber seine Leute hielten ihn f├╝r einen Verr├Ąter. Berzan konnte tun was er wollte, damit war die Sache durch. H├Ątte nur einer ├╝berlebt, wer h├Ątte den L├╝gnern ein Wort geglaubt? Niemand und das war unser erstes Ziel. Sie starben alle, bis auf die Kinder aufgrund Mercers bitte und Quennels Gnade. Und sie alle gingen in die Geschichte Souvagnes als Hochverr├Ąter ein. Sie waren toter als tot, sie waren ge├Ąchtet. Niemand w├╝rde sich auf sie beziehen, niemand w├╝rde behaupten ein Kind von ihnen zu sein, ein Freund, ein Bekannter, sie waren Staub in der Geschichte, vom Wind der Zeit verweht. Aber die wahren Verr├Ąter waren weder die Agenten, noch die Himmelsaugen die sie t├Âteten - die Verr├Ąter waren Quennel und ich. Niemand sonst, bis auf unsere Auftraggeberin die alte Duchesse. Also lie├čen wir nach dem Tod Gras ├╝ber die Sache wachsen. Warteten, bis unser Gift wirkte, warteten, bis man vergessen hatte was die Agenten behaupteten oder man es bestenfalls f├╝r eine L├╝ge hielt. Und dann t├Âteten wir den Duc samt seinem Sohn. Euer Vater h├Ątte auch sterben sollen, aber Leon der alte Leibdiener des Duc verbot Max die Begleitung, ob er wusste warum? Ich wei├č es nicht. Er war ein kluger, alter Mann. Als Euer Gro├čvater und Onkel starben bestieg Euer Vater den Thron und Eure Oma trachtete ihm immer noch nach dem Leben. Ich ihm nicht. Wisset das. Quennel schon, wisset das auch. Er wollte Euren Vater t├Âten, damit sein Sohn den Thron besteigen sollte. Ein Dummkopf, denn sein Sohn ist der Sohn der Duchesse - folglich die Blutlinie der Frau - er ist nicht erbberechtigt. Aber in kranken Machtfantasien spielt sowas keine Rolle. Nicht mal sein Sohn spielte f├╝r ihn eine Rolle, er war ein Mittel zum Zweck und so behandelte er seinen Jungen auch. Ihr habt also einen Onkel und Eurer Vater hat einen Halbbruder. Ich lernte ihn kennen und ich sage Euch es war ein guter, braver Junge der eine viel zu strenge Hand erdulden musste. Ihr h├Ąttet ihn gemocht. Fragt Eure Fragen Herr", sagte Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Selbstmord?┬ź Ciel blickte betr├╝bt nach unten. Dann nickte er. ┬╗Ehrenvoll, ja. Dennoch auch nichts, was ich gern h├Âre. W├Ąrst du wirklich gern mein Gro├čvater gewesen?┬ź, fragte Ciel als erstes. Die Frage war vermutlich f├╝r die wenigsten hier von Belang, doch Ciel, der seinen Gro├čvater verloren hatte, belastete sie sehr. ┬╗Ich f├╝r meinen Teil h├Ątte mir gew├╝nscht, dass du mein Opa bist ... so wie ich es anfangs vermutete. Ich habe noch einen Onkel? Wer ist das?┬ź, fragte Ciel nerv├Âs. ┬╗Es tut mir leid, du erwartest vermutlich viel weitreichendere Fragen als diese. Aber ich muss das wissen.┬ź

Parcival:
"Ich erwarte gar nichts Prince, ich verstehe Eure Trauer und Eure Sehnsucht nach Verwandten, nach Halt, nach jemanden der Euch bedingungslos liebt, einfach weil Ihr das seid - weil Ihr Ihr selbst seid. Wer sehnt sich nicht danach? Es mag einige Seelen geben, die gut allein sein k├Ânnen, aber Ihr z├Ąhlt nicht dazu. Und wenn Euch diese Frage wichtig ist, wer bin ich, dass in Frage zu stellen? Ja wie ich Euch zu meinen Lebzeiten sagte, ich w├Ąre gerne Euer Gro├čvater gewesen. Ihr seid ein aufrichtiger, anst├Ąndiger und ├╝beraus tapferer junger Mann. Ich w├Ąre stolz gewesen, Euer Gro├čvater sein zu d├╝rfen. Aber mir war dieses Gl├╝ck nicht verg├Ânnt. Genauso w├Ąre ich stolz gewesen Vater von Maximilien zu sein. Ihr habt sehr viel von Eurem Vater und dass ist ein gro├čes Kompliment. Aber Ihr habt auch Euren eigenen Kopf. Ja Ihr habt einen Onkel. Schaut Quennel und Francoise hatten einen gemeinsamen Sohn, Davet. Eure Gro├čmutter hatte ein uneheliches Kind. Folglich hat Euer Vater einen Halbbruder und somit ist Davet Euer Onkel. Ich wei├č nicht ob der Mann noch lebt. Er war ├Ąlter als Euer Vater 5 oder sogar 6 Jahre? Ich wei├č es nicht mehr. Eure Gro├čmutter klagte seinerzeit ├╝ber gro├če Beschwerden und machte ein Jahr Urlaub an der See um sich zu erholen in einem Kloster. Den Duc hat es nicht gest├Ârt. Nun ich denke er war froh sie nicht ertragen zu m├╝ssen. Sie war nicht krank, sie war schwanger. Und nach der Entbindung ├╝bergab sie dem Vater - Quennel, das Kind. Dieser k├╝mmerte sich darum, das ihr beider Kind gut aufwachsen w├╝rde. Wie ich sp├Ąter erfuhr, wuchs der Junge bei seinem Bruder auf. Nicht wissend, dass die Duchesse seine Mutter ist und Quennel hat es ihm auch nicht gesagt", erkl├Ąrte Parcival mitf├╝hlend.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Davet ist mein Onkel?┬ź Ciel warf einen Blick hin├╝ber zu Silvano. ┬╗Davet ist der Halbbruder meines Vaters?┬ź Er blickte wieder nach vorn. ┬╗Aber dann muss mein Vater von ihm erfahren! Wir m├╝ssen den Mann suchen!┬ź Schon wieder fuhr sein Kopf zu Silvano herum, um auf ihn gerichtet zu verharren. ┬╗Ich habe schon einiges von Davet geh├Ârt, aber nun bitte ich dich, mir mehr von ihm zu berichten. Nicht jetzt, sp├Ąter, unter vier Augen, in einer ruhigen Minute. Parcival ...┬ź Und wieder blickte Ciel nach vorn und rieb sich sein Auge.

Parcival:
"Ja Prince. Schaut Eure Gro├čeltern sind Etienne Alain de Souvagne und Francoise Esme de Souvagne geborene Cheverette. Ihre Kinder sind Bernard Pomeroy und Maximilien Rivenet. Dann hatte Francoise Esme neben den beiden Sohnen Pom und Max noch ein Kind und zwar Davet. Der Vater war nicht der damalige Duc, sondern Quennel. Sie hatte also drei Kinder, Pom, Davet, Max. Davet ist der Halbbruder von den beiden, da er einen anderen Vater hat. Ergo er ist Euer Onkel. Ich kannte Euren Vater als Kind und ich kannte Davet als Kind, wenn Ihr ihn seht, dann werdet Ihr ihn erkennen, er sieht seinen Br├╝dern sehr ├Ąhnlich. Euer Vater hat nicht ganz die harten Gesichtsz├╝ge seines Vaters, er kommt mehr nach der Linie seiner Mutter. Ebenso Pom und ebenso Davet. Davet kam zum Gl├╝ck nicht nach Quennel, bis auf die Haare. Also daran k├Ânntet Ihr ihn erkennen, falls er noch lebt und seine Haare noch hat. Damit meine ich, sie nicht gesutzt hat. Quennel die Sau hatte ja noch im Alter seine volle braune Matte, mir vielen sie aus und wurden wei├č. Aber was solls, es war nicht zu ├Ąndern, Hauptsache mein Schnauzer blieb. Ihr k├Ânntet ein Himmelsauge bitten. Ich sehe dort Remy, er ist ein gutes Auge", sagte Parcival freundlich.

Silvano de Mancini
Silvano h├Ârte Paricval zu und als ihn der Prince anguckte, zuckte der Kapit├Ąn mit den Schultern. "Soweit ich von Davet selbst wei├č, war ihm seine Mutter nicht bekannt. Er hat ein einziges Mal gewagt nach seiner Mutter zu fragen und wurde f├╝r die Frage zusammengeschlagen. Als ich gerade frisch von der Pieke meinen Dienst auf der Mouette anfing und mit ihm frisch zusammen war, drohte ich ihm die Daggen an. Etwas dass ich mir heute noch krumm nehme, denn damals war ich ein junger Mann von 20 Jahren und wir waren vielleicht einige Monate zusammen. Man kann auch sagen, trotz meiner Erfahrung war ich ein dussliger Backfisch, der in dem Moment seinen Befehl notfalls mit Gewalt durchdr├╝cken wollte. Am Abend hat mir Davet in privater Runde erz├Ąhlt, dass ich ihm niemals wieder Schl├Ąge androhen soll und erkl├Ąrte mir auch warum. Ich glaube ich kam mir im ganzen Leben nie sch├Ąbiger vor, als dort. Nun offiziell h├Ątte ich daf├╝r nat├╝rlich keine Pr├╝gelstrafe revidieren k├Ânnen, die ich 5 Minuten vorher laut herauspostaunt hatte. Also antwortete ich ihm, dass ich doch verstanden h├Ątte wenn er mir von seinen R├╝ckenschmerzen erz├Ąhlt h├Ątte. Dann h├Ątte ich ihm "nur" ├ťberstunden aufgebrummt. Das fand er witzig und erkl├Ąrte mir im gleichen Atemzug, dass es unser Schiffsjunge am R├╝cken hat... ich sollte zuk├╝nftig die Hand unten lassen und ihm "nur" ├ťberstunden aufbrummen. So war mein Mann. Ich habe ein Portrait von ihm in meiner Kabine, Ihr k├Ânnt es Euch anschauen", erkl├Ąrte Vano.

Remy de Remuer
Remy nahm Parcivals Hinweis als Befehl und gleichzeitig als Einverst├Ąndniserkl├Ąrung des Prince, in seinen Geist eindringen zu d├╝rfen. Wobei er ihn nicht auslas, sondern ihm nur etwas sandte. Er griff nach Ciels Hand, um eine Verbindung herzustellen - seinem Schwager an die Stirn zu fassen, wagte er sich trotz allem Selbstbewusstsein dann doch nicht - und speiste die Erinnerung in seinen Verstand, die er kurz zuvor von Silvano erhalten hatte. Ciel sah einen Mann, der im ersten Moment nur aus braunen Locken zu bestehen schien, zwischen denen ein verh├Ąrmtes Gesicht mit Schnauzer und Kinnbart hervorschaute. Doch auf den zweiten Blick sah man die ├ähnlichkeit zu Maximilien. Sie beide hatten die selben Gesichtsz├╝ge und die selben blauen Augen, nur, dass Davet sehr viel weniger nobel aussah. Kein Wunder, er hatte nicht bei Hofe gelebt, sondern auf einem Kriegsschiff. Als Remy fand, Ciel h├Ątte genug gesehen, lie├č er ihn los und die Verbindung riss ab. Entgegen seiner sonstigen Art hatte Remy diesmal geschwiegen - nicht zuletzt aus Angst vor Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel rieb sich die Stirn. Er verabscheute Remys mentale Pr├Ąsenz. "Danke", sagte er widerwillig. "Es stimmt. Davet sieht meinem Vater sehr ├Ąhnlich. Silvano, wann suchen wir ihn?"

Silvano de Mancini
"Zuerst werden wir Farisin anreisen und dort unsere Aufgabe erledigen Prince und direkt im Anschluss daran wollte ich Davet suchen und zwar gemeinsam mit meinem Ehemann. Wenn Ihr Euch uns anschlie├čen wollt, es w├Ąre uns eine Ehre. Aber vorher muss ich darauf bestehen, reisen wir Farisin an. Anderes wird uns zudem nicht ├╝brig bleiben, wir m├╝ssen bis zu den von Remy genannten Koordinaten und dann ├╝ber Land- oder Luftweg zur Skallischen See ├╝bersetzen. Also m├╝ssen wir eh an Farisin vorbei. Und ich muss gestehen, ich m├Âchte mich auch auf die Begegnung vorbereiten", gestand Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Einverstanden┬ź, best├Ątigte Ciel. ┬╗Ich werde noch damit warten, meinen Vater zu kontaktieren, bis ich mir ein eigenes Bild von Davet habe machen k├Ânnen.┬ź Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder Parcival zu. ┬╗Hattest du eigene Kinder?┬ź, wollte er wissen.

Silvano de Mancini
"Ihr solltet auch bedenken, dass Ihr Davet selbst ├╝ber den Umstand seiner Verwandtschaft m├╝tterlicherseits informieren m├╝sst Herr. Ihm ist der Umstand nicht bekannt, vielleicht m├Âchte er nicht dass Euer Vater davon erf├Ąhrt. Sollten wir ihn finden, kl├Ąrt dies unter Euch. Ich w├╝sste zwar nicht was dagegen spr├Ąche und ich versichere Euch er ist eine absolut umg├Ąngliche Person, aber wer wei├č, was er all die Jahre erlebte", warf Vano ein.

Parcival:
"Falls es der Duc erlaubt, k├Ânnte er seinen Halbbruder in die Familie aufnehmen. Zwar w├Ąre er nicht erberechtigt in der Thronfolge, aber er h├Ątte einen gesicherten Lebensabend. Er wuchs arm auf, sehr arm und verlie├č seinen Vater fr├╝h. Allerdings nicht fr├╝h genug k├Ânnte man sagen. Falls der Duc ihn nicht in seiner Familie willkommen hei├čt, k├Ânnten es auch die Cheverettes. Denn auch mit ihnen ist er ├╝ber die alte Duchesse verwandt. Francoise und Mayhew sind Geschwister. Mayhew ist demnach der Onkel von Davet. Es w├Ąre nat├╝rlich auch m├Âglich, dass ihn niemand anerkennt, oder sogar beide. Das nur zu Eurer Information Prince. Ich selbst hatte weder Kinder noch eine Frau, ich habe mir ein Leben lang falsche Hoffnungen gemacht Herr. Irgendwann war es f├╝r all das, was Ihr als ein normales Leben kennt, zu sp├Ąt. Ich hatte meine Zeit verpasst, in der all dies m├Âglich gewesen w├Ąre", gestand Parcival offen ein.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Woher wei├čt du, dass Davet nicht von dir ist, sondern von Quennel?┬ź, bohrte Ciel nach. ┬╗Auch die Chevrettes haben oft braunes Haar, schau dir Marcello an, der hier auf dem Schiff ist. Ob Davet es w├╝nscht, dass man von ihm erf├Ąhrt, ist mir gleich. Mein Vater wird auch froh sein, noch einen Halbbruder zu haben, nachdem sein Bruder so grausam und unn├Âtig starb.┬ź

Parcival:
"Es kam zeitlich nur er in Betracht, weder Euer Gro├čvater, noch ich Herr. W├Ąre ich der Vater von dem Jungen gewesen, w├Ąre ihm einiges erspart geblieben. Und glaubt mir, dann w├Ąre wohl auch f├╝r mich einiges ganz anders gelaufen. Aber Ihr k├Ânnt gerne jemand unparteiisches den Funken in diesem Mann ├╝berpr├╝fen lassen. Aber wenn Ihr ihn seht, dann seht Ihr Euch, Eure Familie, Euren Vater. Glaubt mir, ich habe keinen Grund Euch zu bel├╝gen. Und ich m├Âchte Euch nicht schaden. Im Gegenteil ich glaube Ihr w├╝rdet Euch beide gut tun, er w├╝rde sicher auch Eurem Vater gut tun. Ihr habt unter dem gleichen Mann auf andere Art gelitten. Maximilien verlor Bruder und Vater, Ihr den Gro├čvater, Davet hatte nie einen Vater oder eine Mutter, Quennel war einfach die Pest. Warum sollte Davet etwas dagegen haben, jemanden kennenzulernen, der ihn mag? Der ihn gerne kennenlernen w├╝rde? Nein Ihr habt da Recht, Ihr beide w├╝rdet Euch freuen. Ich habe nirgendwo ein Kind und somit auch keine Enkel. Meine Kinder, sind die Himmelsaugen, wenn Ihr so wollt. Meine Lehre lebt in ihnen fort, jene gute Lehre, was den Zusammenhalt angeht. Aber mein Blut, lebt leider in niemandem weiter", gestand Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich ging nicht von einer m├Âglichen L├╝ge aus, sondern von einem m├Âglichen Irrtum┬ź, sagte Ciel traurig. ┬╗Es h├Ątte mir besser gefallen, w├Ąrst du Davets Vater und nicht Quennel, der Wendehals. Wobei auch er etwas Gutes in sich trug, davon bin ich ├╝berzeugt, denn ich sprach mit seinem Geist. Ich m├Âchte dir nun keine weitere Frage stellen, sondern dir etwas erz├Ąhlen. Vielleicht macht es dich gl├╝cklich.┬ź

Parcival:
"Das r├╝hrt mich Herr, aber leider kann ich mir das nicht auf die Fahne schreiben. Was m├Âchtet Ihr mir erz├Ąhlen? Ich bin gespannt", sagte der Geist neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mein Vater hat die Agenten der Autarkie rehabilitiert┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Sie wurden posthum von aller Schuld freigesprochen. Man hat die ├╝berlebenden Kinder in den Nennadel erhoben, um einen Teil der Verbrechen wieder gutzumachen. Ich dachte, dass es dich freut zu h├Âren, dass nicht alles nur traurig endete.┬ź

Parcival:
"Ja, das freut mich sogar sehr. Euer Vater hat unser Unrecht ges├╝hnt. Das freut mich nicht nur einfach, es macht mich stolz diesem Mann all die Jahre gedient zu haben. Und ich versichere Euch, Eurem Vater diente ich treu. Von mir ging f├╝r ihn keine Gefahr aus. Man mag mir einiges nachsagen k├Ânnen, das jedoch nicht. Ihr habt einen rechtschaffenen Vater und eine herzensgute Mutter, dankt Ainuwar f├╝r dieses Geschenk Prince", sagte Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č┬ź, sagte Ciel und l├Ąchelte etwas. ┬╗Mein Vater ist ein Mann, von dem ich stolz und froh bin, ihn meinen Vater nennen zu d├╝rfen. Und vielleicht habe ich einen genau so willensstarken und gerechten Onkel in Davet gefunden. Eine letzte Frage. Was h├Ąttest du getan, w├Ąre niemand gekommen, um dich bei deinem Selbstmord zu unterst├╝tzen? Wir standen recht weit abseits, das w├Ąre durchaus m├Âglich gewesen. Und du hattest meinen Verstand fest im Griff. Du hast begonnen, ihn systematisch zu zerst├Âren.┬ź

Parcival:
Der alte Geist lachte und sch├╝ttelte belustigt den Kopf. "Nein, das habe ich nicht. Ich habe Euch ergriffen und Euch etwas gequetscht. Nun das mag Euch b├Âse vorkommen, aber ich habe mit Euch das getan, was jene tun die Singv├Âgel f├╝r die Suppe fangen Prince. Ich habe Euch gefangen und Euch dazu gebracht um Hilfe zu schreien. Nur kamen keine anderen Spatzen um einen schreienden Bruder zu befreien die sich ebenfalls im Netz verfangen w├╝rden, sondern Euer Vater kam an. Und zwar genau wie Euer Wappentier. Er verschwendete keine Zeit damit Euch zu befreien, er t├Âtete sofort die Bedrohung. Daf├╝r hat ein Alder seine Klauen nicht wahr Herr? Aber wie dem auch sei, je l├Ąnger Euer Vater gebraucht h├Ątte, je l├Ąnger h├Ątte ich Euch leider quieken lassen m├╝ssen. Ich h├Ątte meinen Angriff abgemildert, damit Ihr l├Ąnger durchhaltet. Aber er w├Ąre hart genug geblieben um keine Zweifel an meinem Handeln zu lassen. W├Ąre ich zimperlich gewesen, h├Ątte Euer Vater versucht zu reden, so wie Ihr. Edelm├╝tig von Souvagner zu Souvagner, so blieb ihm nichts anderes ├╝brig als Euch zu retten und mich zu richten", sagte Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hast du keinen Gedanken daran verschwendet, dass du h├Ąttest weiterleben k├Ânnen? Ich hatte es dir, glaube ich, sogar angeboten. Ich dachte dar├╝ber nach, wie ich dich in Sicherheit bringen k├Ânnte auf eine Insel oder nach Naridien. Ich war sehr betr├╝bt ob deines Todes, Parcival, und bin es noch heute. Und ich bin auch w├╝tend, dass du mir nicht die Chance lie├čest, dich in Sicherheit zu bringen ... dass du mir nicht genug vertraut hast.┬ź

Parcival:
"Herr daran habe ich gedacht und meint Ihr ich h├Ątte nicht gerne noch einige Jahre gelebt? Frei, einfach einmal gl├╝cklich und ich selbst? Ohne Amt, ohne Maske, ohne Herrin die befiehlt und mich benutzt? Das h├Ątte ich sehr gerne. Und was Ihr mir angeboten habt, war au├čerordentlich gro├čz├╝gig. Aber h├Ątte ich ├╝berlebt, h├Ątte das f├╝r viele Himmelsaugen, eine Strafe bedeutet. Aufkl├Ąrung des Agentenfalls damals. Wie viele machten mit? Was wussten sie wirklich? Waren sie wirklich nur manipulierte Magier, die man im Unklaren lie├č? Oder steckt nicht doch weitaus mehr dahinter? Nein es steckt nur der kranke Geist Eurer Gro├čmutter dahinter, der machtgeile Geist von Quennel und der liebeskranke Trottel namens Parcival. Kein anderer Mann und keine Frau soll daf├╝r in den Schmutz gezogen werden, weil ich Halbwahrheiten aussprach, weil ich nicht informierte, sondern befahl und das in der Hoffnung eines Tages sieht sie mich so wie ich sie. Ich habe meinen Hut nehmen wollen Prince. Aber ich war so tief im Sumpf gefangen, dass meine Rettung andere ertr├Ąnkt h├Ątte. Und ich wollte einfach das es aufh├Ârt. Das L├╝gen sollte endlich ein Ende haben, ebenso das zum Schweigen bringen. Ich war so verbohrt vor Liebe, dass ich sogar die S├Âhne der Agenten angehen wollte f├╝r sie. F├╝r eine alte verh├Ąrmte Frau, die nichts anderes kannte als Hass zu s├Ąhen. Was hatten die drei denn verbrochen, au├čer ihre traurige Geschichte zu erfahren, die wir mit Blut in ihre Lebensl├Ąufe geschrieben haben? Und daf├╝r sollten sie sterben. Und ich war f├╝r einen Moment sogar bereit dazu. Ich h├Ątte Bellamy sterben lassen und das als Himmelsauge Herr. Wie tief bin ich f├╝r diese Frau gesunken? Kann ich da Absolution erwarten, Rettung wo ich selbst niemanden retten wollte? Nein. Euer Angebot ehrt Euch, aber schenkt es Bellamy, Boldiszar und all den anderen Agentenkindern. Geht in meine Kammer Herr, nehmt das Buch an Euch. Das kleine Buch der Namen so hei├čt es. Dort ist jedes Kind mit Namen vermerkt und in welches Heim es kam. Manche Wege haben sich verloren, einige Werdeg├Ąnge sind aktuell. Nutzt es weise, schenkt jenen die M├Âglichkeit die ihr mir gew├Ąhren wolltet. Ich habe nur M├Âglichkeiten genommen", sagte Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss die Augen und lie├č eine Weile alles auf sich wirken. Dann nickte er. Und musste mit den Tr├Ąnen k├Ąmpfen bei dem Gedanken, Parcival erneut ziehen zu lassen, diesmal f├╝r immer. ┬╗Ich werde nach dem Buch suchen und in deinem Namen daf├╝r sorgen, dass diese Kinder ihr Recht zugesprochen bekommen. M├Âchtest du noch jemandem etwas mitteilen?┬ź

Parcival:
"Es war sch├Ân Euch gedient zu haben und Euch Freund nennen zu d├╝rfen. Auch wenn wir es nie aussprachen, Ihr wart genau dies f├╝r mich. Ein Kamerad, ein Freund und ein Herr wie er sein sollte. Den Kindern m├Âchte ich sagen, k├Ânnte ich die Zeit zur├╝ckdrehen, w├Ąren nur drei Personen gestorben... die Duchesse, Quennel und zum Schluss ich. Keiner der Agenten, nicht der Duc, nicht Euer Onkel, nur die Verr├Ąter und das waren wir drei. Aber daf├╝r fehlte mir die Einsicht und vor allem der Schneid", gestand Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich m├Âchte dir auch etwas sagen, bevor du gehst. Ein Teil von mir wird immer glauben, dass du in Wahrheit mein Opa bist ... ganz egal, was die Fakten sagen. Du hattest den Schneid, den du dir selber absprachst, jedoch kam er sehr sp├Ąt zum Tragen - am Tag deines Freitodes, den ich dir leider nicht ersparen konnte. Ich m├Âchte dich nun nicht l├Ąnger aus egoistischem Sinnen hier festhalten, wo du dich bereits entschlossen hattest, zu gehen. Ainuwar m├Âge ├╝ber dich wachenn. Gute Reise, Parcival.┬ź Ciel sah dem Geist fest in die Augen, w├Ąhrend Brandur den Griff um dessen Seele lockerte und dann l├Âste.

Parcival:
"Danke f├╝r alles, m├Âge das Licht Dich leiten", sagte der alte Haudegen sanft und verblasste, als er sich erneut auf den Weg machte und seine letzte Reise antrat.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel atmete tief durch und unterdr├╝ckte, wie nah ihm dieser Abschied ging. Er erhob sich. "Silvano, bitte zeig mir das Potrait meines Onkels."

Silvano de Mancini
Silvano wusste nicht was er von dem Gest├Ąndnis des alten Mannes halten sollte. Einerseits r├╝hrte es ihn, andererseits war er genau deshalb im Heim aufgewachsen, seine Eltern waren genauso tot wie Parcival. Vielleicht waren am Ende im Tod doch alle gleich. Niemand wusste es au├čer die Toten selbst. "Folgt mir in meine Kaj├╝tte Prince", bat Silvano und gab den Weg vor. Gemeinsam mit Prince Ciel ging er in seine Kaj├╝tte, z├╝ndete die Laternen an und drehte das Licht h├Âher. Normalerweise ben├Âtigte er kein Licht, er verlie├č sich nur noch an Deck auf sein Auge, wenn er auf Dinge au├čerhalb des Schiffes achten musste. Sonst verlie├č er sich auf seine Erinnerung. Er nahm das Portrait von Davet, drehte es um und stellte es auf den Schiffstisch. Das gro├če Portrait stellte er an die Wand. "Davet", erkl├Ąrte Vano und in dem einen Wort schwang alles mit was er f├╝r ihn empfand. H├Ątte Ciel um die Statue gewusst, h├Ątte er sich vermutlich gefragt, wie hoch die von Boldi eines Tages werden w├╝rde.

Link Portrait:
http://tse3.mm.bing.net/th?id=OIP.JsnjA ... muiMbAHaKU

Link Vollbild Gem├Ąlde:
http://pic.element3ds.com/forum/201605/ ... dnnlnj.jpg

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah die beiden Bilder nacheinander an und lie├č sie auf sich wirken. Im Licht, das Silvano heller gedreht hatte, glitzerten seine Wimpern noch feucht, auch wenn er ansonsten gefasst wirkte. ┬╗Sie sind mit gro├čer Kunstfertigkeit erstellt worden. Zu wissen, dass mein Onkel noch lebt und irgendwo in der Skallischen See auf einer Sonnenliege am Deck seines Schiffes unter dem selben Himmel liegt, unter dem wir auch mit der Choucas segeln, erf├╝llt mich mit Freude. Ich hoffe, wir sehen Davet eines Tages und er wird es uns nicht mit Unmut danken, dass wir nach ihm suchten. Denn ich vermute, er hat gute Gr├╝nde, sich verborgen zu halten und nie ein Lebenszeichen zu senden.┬ź

Silvano de Mancini
Vano verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust und musterte selbst mit schr├Ąg gelegtem Kopf beide Bilder. "Mein Herz sagt mir, dass ich nicht der Grund daf├╝r bin. Er h├Ątte sich gemeldt. Meine Erfahrung sagt mir, was in meinem Leben beschissen laufen kann, wird auch beschissen laufen. Ich heirate Boldi nicht grundlos so schnell wie m├Âglich. Ich bin ein grauenvoller Partner, aber so habe ich ihn wenigstens abgesichert, falls auf der Insel... nun widererwartend etwas schief l├Ąuft. Sollte dem so sein, ab dato untersteht die Choucas dem Kommando von Jaques de Dusolier", erkl├Ąrte Vano freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Silvano von der Seite. "Welchen Grund k├Ânnte es sonst geben? Mir f├Ąllt keiner ein, au├čer, dass er mit allem, was er fr├╝her erlebte, brechen wollte. Gab es Probleme in der Marine oder anderweitiger Natur, die ihn zur Fahnenflucht verleiteten?"

Silvano de Mancini
"Nein in keinster Weise, Davet war zuverl├Ąssig, als Offizier und als Partner. Ich sagte es vorhin Remy und ich sage es auch Euch, ein Zuhause muss kein Ort sein. Ein Zuhause kann eine Person sein. Er war mein erstes Zuhause, jedenfalls von dem ich bewusst wei├č. Bei ihm war ich angekommen, ich war gewollt und ich wurde geliebt. Ansonsten war ich mein Leben lang bestenfalls geduldet. So einen Mann vergisst man nicht. Boldi ist genauso, war Davet mein Schiff, ist Boldi meine Festung. Warum er ging, tja... gute Frage Herr. Ich sah ihn auf andere Weise gehen und hielt ihn 14 Jahre lang f├╝r tot. Aber vielleicht tue ich ihm und mir Unrecht. M├Âglicherweise versteckt er sich nicht vor mir, oder ist geflohen. Vielleicht wei├č er gar nicht mehr, wer er ist. Ich m├Âchte nicht glauben, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will. Das ist ein Bauchschuss und ein Dolch im Herzen. Ich sah wie er fiel, nun er war nicht tot, als ich ihn zuletzt erblickte, er war fast tot. Sein letzter Blick warnte mich. Wieso sollte er auf einmal derma├čen b├Âse auf mich sein, dass er mich meidet? Ehrlich gesagt verstehe ich es nicht und hoffe ich werde es begreifen, sobald wir ihn finden. Und ich hoffe, dass er sich dar├╝ber genauso freut wie ich. Selbst wenn nicht Herr, allein dass er noch lebt freut mich mehr als ich ausdr├╝cken kann. Er soll Boldi kennenlernen, dass w├╝nsche ich mir. Allerdings w├╝nschte ich mir schon einiges, also keine Vorfreude die erleidet meist Havarie, warten wir es einfach ab. Und Ihr? Was geht Euch durch den Kopf? Und was l├Ąuft es mit Eurer Partnerschaft?", fragte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte. ┬╗Es l├Ąuft sehr harmonisch zwischen meiner Verlobten und mir. Sie ist so ausgeglichen und klug. Ich habe zu wenig Zeit f├╝r sie, obgleich ich im Urlaub bin. Aber sie kann sich gut allein besch├Ąftigen und notfalls hat sie ja einen guten Draht zur Mannschaft.┬ź Ciels Blick wurde sehr ernst. ┬╗Deiner Schilderung uneingeschr├Ąnkt Glauben schenkend vermute ich folgendes: Davet wurde entf├╝hrt. Er wird gegen seinen Willen auf diesem Schiff gefangen gehalten, vermutlich von Norkara.┬ź

Silvano de Mancini
Vano starrte Ciel mit zur Seite gelegtem Kopf an. "Also Davet hat mich vermutlich nicht verlassen, sondern wurde gl├╝cklicherweise nur gewaltsam entf├╝hrt? Herr eines sei Euch gesagt, Leute beruhigen geh├Ârt nicht zu Euren F├Ąhigkeiten. Bis gerade war ich nur schockiert, traurig und hatte Angst wie er auf mich reagiert. Jetzt habe ich Todesangst um ihn um m├Âchte die Noraka ausrotten. Vielleicht habt Ihr irgendetwas zu sagen, dass einen aufmuntert? Aber bitte erz├Ąhlt mir nicht wo die Blattern ausgebrochen sind", keuchte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun ja ...┬ź Ciel l├Ąchelte gequ├Ąlt. ┬╗Ich habe schon oft versucht, Menschen eine Freude zu machen. Es endete bislang jedes Mal im Streit oder in einem Nervenzusammenbruch oder schlichtweg damit, dass derjenige sich ├Ąrgerte. Ich glaube, die einzigen Lebenden, bei denen es mir je gelang, sind Ferrau und Bellamy.┬ź Er runzelte die Stirn. ┬╗Du willst Davet als Letztes retten? Er ist mein Onkel, er ist theoretisches Mitglied der Krone!┬ź

Silvano de Mancini
"Gleich und wenn Davet Ainuwar selbst w├Ąre, oder ein Nichts es spielt keine Rolle. Ich habe etwas geschworen und ohne dass ich diese Aufgabe erledigt habe, k├Ânnen wir ihn nicht retten. Vertraut mir. Wartet, kann Remy ihn nicht kontaktierten? Fragen wie es ihm geht? Ohne uns zu erw├Ąhnen, sprich ihn zu vergraulen? Kann ein Magier das? Nun in Eurer Aufz├Ąhlung fehlt Fran, ihn habt Ihr sehr gl├╝cklich gemacht und mich damit auch. Aber letztendlich k├Ânnt Ihr sogar Recht mit Eurer Vermutung haben. Wer wei├č wie es Davet dorthin verschlagen hat. K├Ânnte Remy ihn neutral fragen, wie er zu seinem Ex steht? Ihr kennt Boldiszar eine Ewigkeit nicht wahr? Er war immer mit seiner Truppe an Eurer Seite. Wie sch├Ątzt Ihr ihn als Mensch ein? Und wie sch├Ątzt Ihr uns ein?", fragte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wie ich Boldisz├ár einsch├Ątze? Nun, er w├Ąre nicht Coutilier meiner Lieblingseinheit, w├╝rde dies nicht bereits viele Aspekte dieser Frage beantworten. Warum m├Âchtest du das wissen? Wir waren beim Du, Silvano. Kein Ihrzen auf dem Schiff. Remy k├Ânnte Davet mental kontaktieren, sofern dieser ein Magier ist. Aber wen meinst du mit 'uns'? Wie sch├Ątze ich wen ein, au├čer Boldisz├ár?"

Silvano de Mancini
"Nun ich ging davon aus, dass Du mit Titel angesprochen werden m├Âchtest, nachdem Du es Quennel gesagt hast und mich zurecht gewiesen hattest wegen Remy. Die Zurechtweisung war korrekt, ich h├Ątte ihn nicht so anfahren d├╝rfen. Nur wollte ich Dir danach nicht mit einem Du erneut auf die F├╝├če treten. Nur so aus reiner Neugier m├Âchte ich wissen, wie Du Boldiszar einsch├Ątzt, wie er sich Dir gegen├╝ber gab. Und wie Du uns als Paar einsch├Ątzt. Meine Einsch├Ątzung ist sagt auch alles - ich schlafe neben ihm. Ich schlafe nur dort, wo ich mich sicher f├╝hle und nur in Gegenwart von Personen denen ich mein Leben anvertrauen w├╝rde. Ansonsten d├Âse ich. Wenn ich mit im schlafe, dr├╝ckte ich meine blinde Seite an ihn. Dann ist die Welt ausgesperrt und wird sind f├╝r uns. Ich kenne ihn nur kurz, was uns als Paar angeht. Aber ich kannte ihn schon immer. Und wenn ich ├╝ber ihn nachdenke f├╝hle ich mich so als w├Ąre ich ohne ihn nicht komplett. Ohne ihn f├╝hle ich mich wie ein Nichts. Ich habe nicht gedacht, dass jemals wieder wer in mein Leben stolpert. Dann sah ich ihn und dachte nur wow... nicht mal das dachte ich, weil mir sogar gedanklich die Spucke wegblieb. Der Begriff der Blitz hat eingeschlagen trifft es sehr gut. Ich wollte ihn haben, am liebsten h├Ątte ich ihn einfach mitgenommen und das habe ich ja auch. Er ist einfach klasse und ich liebe ihn mehr als ich in Worte fassen kann. Er steht mir sogar dann bei, wenn ich Schei├če gebaut habe. Und im Gegensatz zu mir traut er sich sogar nein zu sagen. Ich liebe den Kerl von ganzem Herzen und ich m├Âchte nicht, dass er je wieder Armut leiden muss. Verstehst Du? Er bedeutet mir alles. Ich werde eine Dschunke und ein Hausboot f├╝r uns kaufen. Etwas Geld verdienen und ein Haus auf dem Wasser. Ich hoffe er ist damit gl├╝cklich. Und ich werde ihm alles beibringen was ich wei├č. Was meinst Du? W├╝rde er sich mit Davet verstehen?".

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Boldisz├ár ist der Mann, den man sich als Freund w├╝nscht. Er ist loyal in guten wie in schlechten Zeiten. Man will ihn jedoch nicht zum Feind haben. Was Feinde der Krone oder seine pers├Ânlichen Feinde anbelangt, nimmt er es weder mit dem Gesetz noch mit Anweisungen immer ganz genau. Du hast vielleicht schon mitbekommen, dass er bei aller Jovialit├Ąt eine dunkle Seite hat. Als Prince halte ich diese nat├╝rlich f├╝r Ger├╝chte von missg├╝nstigen Neidern. Als Ciel wei├č ich, dass er seine Freude daran hat, bei sadistischen Akten zuzuschauen. Er selbst sagt von sich, er schaut gern weg, doch in Wahrheit schaut er ganz genau hin, nur tut er nichts, um diese Handlungen zu unterbinden, wie es als Gardist eigentlich seine Aufgabe w├Ąre. Dass diese Schw├Ąche von ihm geduldet wird, liegt daran, dass es die ÔÇ║richtigenÔÇ╣ Leute sind, die er als Opfer ausw├Ąhlt - Verbrecher. Darum lasse ich es ihm durchgehen, da es seiner Moral und der von Unit├Ę B gut tut. Auch erh├Ąlt es die Sch├Ąrfe dieser Einheit. Als Privatmann ist Boldisz├ár umg├Ąnglich, zuverl├Ąssig, manchmal vielleicht ein Trampel und bisweilen sogar zu weichherzig. Seine gr├Â├čte Schwachstelle hei├čt Robere Moreau. Und das, mein lieber Silvano, muss dir stets bewusst sein. Denn wo Boldisz├ár ein Mann ist, der sadistische Akte gen├╝sslich beobachtet, ist Robere ein Mann, der sie durchf├╝hrt. Der Einfluss, den er auf Boldisz├ár hat, ist kein Guter. Das musst du wissen. Als Paar macht ihr beide einen rundum harmonischen Eindruck. So harmonisch, dass man sich manchmal fragt, ob das m├Âglich sein kann. Aber augenscheinlich ist es das. Ich g├Ânne euch euer Gl├╝ck und wo Robere einen schlechten Einfluss auf Boldisz├ár hat, bildest du den Gegenpart. Ihr beide seid jene Menschen, die ihn am st├Ąrksten pr├Ągen. Das kannst du zu deinem Vorteil nutzen und ihm helfen, als Chevalier, der er nun ist, seinen Weg zu gehen, ohne alles wieder zu verlieren. Ob er sich mit Davet verstehen kann, kann ich nicht einsch├Ątzen, daf├╝r wei├č ich zu wenig ├╝ber meinen Onkel. Aber mit Boldisz├ár verstehen sich die meisten, er ist sehr umg├Ąnglich.┬ź

Silvano de Mancini
"Danke f├╝r Deine Einsch├Ątzung, ich sehe es als gro├čes Kompliment f├╝r meinen Mann. Wo andere f├╝r ihre Leute ein Auge zudr├╝cken, macht Boldi ein drittes auf, da er es mitbekommen m├Âchte. Er mag aber auch ganz nette Dinge beobachten. Aber solange er sie nur beobachtet, v├Âllig in Ordnung. Bei mehr, nun dann m├╝ssen wir uns abstimmen. Doch das geht Ciel, Du wirst Dich genauso mit Fran verstehen wie ich mit Boldi. Und wei├čt Du auch warum? Weil es passt, weil Ihr zusammengeh├Ârt und weil Du es tief in Deinem Inneren wei├čt. Was w├Ąrst Du alles bereit f├╝r Fran zu tun? Was? W├Ąrst Du das auch bereit f├╝r andere zu leisten? Warst Du dazu auch bereit f├╝r Deine erste Frau? Es ist leider kein Geheimnis warum es zerbrach. Aber wof├╝r es gut war, hast Du gesehen f├╝r Dich und Fran. Fran ist eine ruhige Person. Wie ich ihn all die Jahre als Francois kennengelernt habe, kann ich Dir sagen er ist ruhig, bleibt auch dann noch ruhig wo andere sich schon die Haare raufen und wei├č meist eine L├Âsung, wo andere noch denken. Er ist still, er sagt nicht sehr viel, aber er denkt viel nach. Und auch wenn er nicht viel t├Âttert, ist er gerne in Gesellschaft und h├Ârt anderen gerne zu. Bei Dir redet er mehr oder mit Conni, aber ich denke dass hat seinen Grund. Und jetzt habe ich den Grund auch begriffen - Tarnung und leider auch Angst. Aber in Deiner N├Ąhe oder in der von Conni ist er frei. Niemand wir ihn anfassen nicht wahr? Denn die Konsequenz w├Ąre der Tod. Aber hier auf dem Schiff unterstand er immer meinem Schutz und das wird sich auch niemals ├Ąndern. Das verspreche ich Dir, Du kannst ihn hier immer in Sicherheit wissen. Du Dich selbst ebenso. F├╝hl Dich jederzeit willkommen, Du bist gerne gesehen", grinste Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Kein Geheimnis, warum meine erste Ehe zerbrach?┬ź Ciel wurde rot. ┬╗Warum zerbrach sie denn der Meinung der ├ľffentlichkeit nach?┬ź

Silvano de Mancini
Vano legte ihm einen Arm um die Schulter. "Der Grund - Remy der Rammler. Wie ich vorhin schon sagte. Finger weg von meinem Mann. Du kannst nichts daf├╝r, er hat einfach wild seinen Zauberstab durch die Gegend geschwungen. Aber er hat auch einen Ruf, der ihm voraus eilt. Kanntest Du ihn nicht? Der Hengst mit dem hei├čen Schlitten?", fragte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels zart ger├Âtete Wangen wurden dunkelrot wie nach einem Dauerlauf und man sah die Adern an seinen Schl├Ąfen. ┬╗Nein, dieser Ruf unseres werten Himmelsauges, das nun mein Schwager ist, war mir nicht bekannt. Hengst mit dem hei├čen Schlitten ... Remy der Rammler ...┬ź Ciel ballte eine Faust und schaute w├╝tend in Richtung der T├╝r. ┬╗Und er wurde nie daf├╝r zu Verantwortung gezogen!┬ź

Silvano de Mancini
Vano machte eine wegwerfende Handgeste. "Er ist hochgef├Ąhrlich, aber gib Deiner Frau keine Schuld. Man munkelt, er nutzt den magischen Blick um jene gef├╝gig zu machen auf die er aus ist. Ein Blick tief in Deine himmelblauen Augen und schon zieht er Dir die Gedankenstreben gerade und urpl├Âtzlich sp├╝rst Du ein uns├Ągliches Verlangen nach Remy. Meinst Du warum ich so eine Panik vor ihm hatte? An meine Stirn fassen, ja klar. Oder Boldi an die Eier? Nichts. Stell Dir vor er w├Ąre mit Boldi durchgebrannt, mein Mann eine willenlose Sexmaschine f├╝r ihn...", keuchte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Augen weiteten sich entsetzt. ┬╗Magie? Nein. Oder? Bei Ainuwar┬ź, keuchte er. ┬╗Ich muss mit Maurice reden, der ist ebenfalls Himmelsauge! Das w├╝rde alles erkl├Ąren. Ich konnte mir nie herleiten, woher dieser arrogante Knilch seine Anziehungskraft nimmt. Er ist unattraktiv, arm wie eine Tempelmaus und durch und durch unsympathisch. Pass blo├č auf Boldisz├ár auf, wenn er auf den wirklich ein Auge geworfen haben sollte!┬ź

Silvano de Mancini
"So wird jedenfalls gemunkelt, was dran ist kann ich Dir nicht sagen. Aber es hei├čt, an jedem Ger├╝cht ist ein K├Ârnchen Wahrheit. Drum dachte ich, sei lieber vorsichtig. Ich meine f├╝r meine Art habe ich mich bei ihm entschuldigt und das geh├Ârt sich auch so. Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich muss ja nichts provozieren und er ist selbst nun ein verheirateter Mann. Gut das ist f├╝r andere zwar ein Hindernis aber trotzdem kein Grund zu verzichten. Man sagt ja auch, dass Himmelsaugen einen beeinflussen k├Ânnen. Und unter uns beiden, wenn man Personen wie meinen Vater per Magie dazu bringen kann, die eigenen Leute zu ermorden, dann wird man auch wen dazu bringen k├Ânnen die Beine breit zu machen. Es f├╝hlt sich ganz seltsam an, jemanden in seinem Kopf zu haben, so pr├Ąsent. Das macht einem irgendwie schon Angst. Wobei er sich gut benahm, er tat mir nicht weh oder so, dass w├Ąre unfair zu behaupten. Aber rein die Anwesenheit war schon was f├╝r sich. Wie die Erinnerung mit Jules, dass war auch etwas, dass man verdauen muss. Jedenfalls sagt man, so eine Beeinflussung w├Ąre so, als w├Ąre es Deine Idee gewesen. Du merkst das nicht. Ergo, sagst Du auch nichts. Du fragst Dich h├Âchstens, warum Dir nie aufgefallen ist, wie niedlich er l├Ąchelt und wie geil er aussieht und dann zack liegst Du unter ihm, den Schwanz bis zum Anschlag im Arsch und seine Eier pressen sich gegen Deine Rosette und Du fragst Dich - bei Ainuwar wieso? Was mache ich hier? Soweit soll es nicht kommen", warnte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Bei der Vorstellung rollten sich Ciels Fu├čn├Ągel ebenfalls bis zum Anschlag auf, zumindest f├╝hlte es sich so an und vor lauter Ekel erschauerte er. "Es w├Ąre widerlich, geschmacklos und fern jeglicher ... es w├Ąre einfach abscheulich!" wetterte er. Dann wurde er nachdenklich. "Andererseits sind Himmelsaugen auch gut darin, fremde Seelen zu verbinden ... ich sollte mal mit einem dar├╝ber sprechen, meine liebe Fran oder Ferrau positiv zu beeinflussen, was mich anbelangt. Aber nicht jetzt. Wir sind noch nicht fertig. Silvano, genug der Worte zu Remy dem Lustmolch. Es gilt, weitere Geister zu beschw├Âren."

Silvano de Mancini
"Es gibt ganz ├Ąhnliche, vielleicht auch geschmacklose Arten. Aber dabei w├╝rde einem niemand Fremdgehen unterstellen. Stell Dir vor einer bet├Ąubt Dich und nimmt Dich in aller Seelenruhe. Er tut Dir nichts b├Âses, er behandelt Dich sogar gut und liebevoll. Aber Du wolltest das nicht. Sagst Du das Deiner Frau, glaubt sie Dir, Du warst ja narkotisiert. Aber magifiziert, glaubt Dir doch kein Mensch! Er hat mich verzaubert... kann man ganz sch├Ân falsch verstehens! Du hast Recht, Schluss mit den tr├╝ben Gedanken. Also mich w├╝rde es freuen, wenn Berzan und Mercer beschworen werden k├Ânnten. Vielleicht gemeinsam wenn das ginge? Boldi, Belly und ich w├╝rden uns sehr dar├╝ber freuen. Wen m├Âchtest Du denn noch beschworen haben?", hakte Vano nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich m├Âchte gern mit meinem Gro├čvater sprechen und mit Onkel Pomy ... wobei ich mir Onkel Pomy aufsparen werde f├╝r zu Hause, wenn mein Vater dabei ist. Mercer und Berzan k├Ânnen sicher gemeinsam beschworen werden. Sei so gut und lass Bellamy in die Kaj├╝te bringen. Rufen wir die beiden V├Ąter zuerst und danach ist mein Opa Alain Etienne an der Reihe. Was Remy anbelangt, spreche ich mal ein ernstes W├Ârtchen mit seinem Leibdiener Maurice. Er wird hier an Bord niemanden verf├╝hren!┬ź Entschlossen marschierte Ciel voran, zur├╝ck in die Beschw├Ârungskaj├╝te.

Silvano de Mancini
"Das verstehe ich, ich denke Dein Vater wird sich sehr dar├╝ber freuen, seinen Bruder wieder zu sehen. Ich lasse nach Bellamy schicken, sag Du bitte schon mal Brandur bescheid. Ja ein Leibdiener hat sehr viel Einfluss auf einen Herrn, dass sieht man sehr oft. Bis gleich", verabschiedete Vano Ciel und sagte einem der Matrosen bescheid, dieser sollte Bellamy in den Beschw├Ârungsraum schicken. Er selbst ging sich kurz in der Komb├╝se einen Happen zu essen holen und lie├č sich ein dick belegtes Brot aush├Ąndigen. Gleichzeitig mit Bellamy betrat Vano den Beschw├Ârungsraum. Das dick belegte Brot mit K├Ąse und zig verschiedenen Wurstsorten dr├╝ckte Boldi in die Hand, nachdem er davon einmal abgebissen hatte. "Nur probiert", grinste er und lehnte sich an seinen Mann an.

Boldiszàr
ÔÇ║ESSENÔÇ╣, ging es Boldisz├ár durch den Sch├Ądel, als er den Wurstgeruch vernahm und einen Moment sp├Ąter bekam er eine angefressene Schnitte zwischen die Z├Ąhne gestopft. Er sperrte den Rachen auf und verspeiste die beiden dicken Brotscheiben mit der noch dickeren K├Ąse- und Wurstschicht dazwischen innerhalb von wenigen Augenblicken. Er griff nach dem bereitstehenden Wasser und sp├╝lte herunter, damit der Klumpen ├╝berhaupt rutschte. Danach schaute er, ob Silvano ihm noch mehr mitgebracht hatte.

Silvano de Mancini
Vano k├╝sste Boldi fest auf den Mund und zwinkerte ihm zu, ehe er sich richtig an dessen Schulter ankuschelte. "Du kleiner Nimmersatt", l├Ąchelte er gl├╝cklich.

Brandur von Hohenfelde
Etwas entnervt wartete Brandur, bis er den neuen Beschw├Ârungsbefehl von Prince Ciel erhalten hatte, w├Ąhrend er Boldisz├ár und Silvano beim Essen beobachtete. ┬╗Ich m├Âchte darum bitten, w├Ąhrend der Rituale nichts zu essen und zu trinken, da es die Konzentration st├Ârt und die W├╝rde des Augenblicks ruiniert. Insbesondere, was euch beide anbelangt, sollte dies nun wichtig sein, denn ich werde nun eure V├Ąter beschw├Âren. Ich bitte um absolute Ruhe. Werte Anwesende, ich beginne nun mit der Beschw├Ârung der beiden wohl bekanntesten Agenten der Autarkie, sofern man von dieser einstmals verbotenen und aus den Aufzeichnungen getilgten Organisation erfahren hat - Mercer Desnoyer und Berzan Bovier.┬ź Brandur schloss die Augen und hob die H├Ąnde.
Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den ├ťberlebenden geh├Ârt

Mercer Desnoyer
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 1
Registriert: Mi 24. Okt 2018, 16:49

Re: Blutrote See - Kapitel 6 - Beschw├Ârungsmarathon

#5

Beitrag von Mercer Desnoyer » Do 25. Okt 2018, 01:39

Der vierte und der f├╝nfte Geist - Mercer und Berzan


Boldiszàr
Der Nekromant wischte in den Schutzkreis, der mit Kreide auf dem Boden gezeichnet war, mit dem Lappen eine L├╝cke, ehe er mit der Beschw├Ârung begann. So w├╝rden die beiden Geister, die er nun rief, frei umherschweben k├Ânnen. Keiner der beiden Toten w├╝rde eine Gefahr darstellen. Boldisz├ár war kein Weichei. Aber nun war er nerv├Âs. Er w├╝rde heute den Totengeist seines Vaters sehen. Er warf einen Blick hin├╝ber zu seinem Bruder Bellamy.

Bellamy Bourgeois
Bellamy hatte schon einiges erlebt und auch die Erinnerungsr├╝ckf├╝hrung durch Jules war nicht ohne, dennoch waren sie eines - nur Erinnerungen. Mit dem Wort nur, wollte er die Erinnerungen nicht schm├Ąlern. Nichts was er sich sehnlicher zur├╝ckw├╝nschte als seine Kindheitserinnerungen. Die Kindheit die er mit seinem Bruder Boldi und ihrem Kumpel Vano geteilt hatten. Dabei hie├č Vano gar nicht Vano, er hatte einen anderen Namen, aber Belly hatte ihn wieder vergessen. Er musste Boldis Mann noch einmal fragen. Als der Lich ihn angegriffen hatte und er sein Leben an sich vor├╝ber ziehen war, wusste er was ihm gefehlt hatte. Seine Vergangenheit, es f├╝hlte sich an, als h├Ątte er eines Tages einfach pl├Âtzlich auf der Welt gestanden. Und scheinbar sollte er genauso wieder gehen. Die Erinnerungen die ihnen Jules offenbart hatte, h├╝tete er wie einen Schatz, auch wenn dieser bitter-s├╝├č war. Er hatte weder seine Mutter vor der Ermordung, noch seinen kleinen Bruder vor der Entf├╝hrung retten k├Ânnen. Vielleicht hatte er unbewusst so den Weg des Gardisten gew├Ąhlt, es eines Tages besser machen zu k├Ânnen. Er wusste es nicht, aber scheinbar ging es Boldi genauso. In letzter Zeit war Boldi sehr wortkarg gewesen, wenn er die Z├Ąhne auseinander bekam, dann nur zum Futtern. Vermutlich war sein Bruder genauso aufgeregt wie er und versuchte sich so abzulenken. Er selbst hatte einen anderen Weg gew├Ąhlt, er hatte sich eine Theaterauff├╝hrung nach der anderen im Bugraum angesehen und bei einer Vorstellung war sogar Boldi dabei gewesen und hatte Besuch von seinem Mann bekommen. Er hatte gleich die Fronten gekl├Ąrt, wem Vano geh├Ârte. Ob die Ansage allein Tekuro galt? Daran zweifelte Belly stark, genauso war die Ansage an Vano gerichtet. Belly hatte ihm ebenso erkl├Ąrt, was seine Aufgabe war. Auch wenn der Blondschopf ganz sch├Ân frech wurde. Sei es drum, Belly war froh, dass es sein Bruder so gut getroffen hatte und g├Ânnte ihm das Gl├╝ck von ganzen Herzen. Und nun w├╝rden sie die beiden M├Ąnner kennenlernen f├╝r die sie vorverurteilt worden waren. Ihre V├Ąter, schon damals Freunde so dass auch sie als Kinder Freunde waren. Boldi die kleine Heulsuse und der rafinierte Strohhalmdieb und Vano der hinterh├Ąltige Quallenwerfer. Wie ihre V├Ąter wohl waren? Bellamy freute und f├╝rchtete sich zugleich. Er rutschte n├Ąher zu Boldi auf und lehnte sich an seine andere Seite. "Jetzt wird alles gut Boldi, es muss einfach", fl├╝sterte Bell.

Boldiszàr
┬╗Ich wei├č nicht, ob es gut wird, Gro├čer┬ź, gab Boldisz├ár zu bedenken. ┬╗Hab bisschen Schiss ... wei├č nicht mal warum. Vielleicht Angst, dass unser Vater ... dass Papa anders ist als in der Erinnerung. Dass er nix von uns wissen will und uns f├╝r Versager h├Ąlt. Wei├č nicht ... lassen wir es einfach drauf ankommen.┬ź Er r├╝ckte ebenfalls etwas n├Ąher an seinen Bruder heran und wartete, w├Ąhrend Brandur die Beschw├Ârung in die Wege leitete.

Brandur von Hohenfelde
Der Nekromant bekam nichts mit von dem leisen Gespr├Ąch. Er befand sich mental l├Ąngst in den Tiefen des Nexus und suchte nach den beiden Toten. Es dauerte, ihr Ableben war lang schon her. Mehr als drei Jahrzehnte. Endlich fand er die Pr├Ąsenz der Geister, die er suchte. ÔÇ║Mercan Desnoyer und Berzan Bovier ... ich beschw├Âre euch. Ich rufe euch zur├╝ck in die Phyis, wo eure S├Âhne auf euch warten. Mercan und Berzan ... folgt meinem Ruf. Manifestiert euch gut sichtbar f├╝r jene, die euch vermissen, in der Welt der Lebenden.ÔÇ╣ Er griff zu und riss die Geister aus den Tiefen zur├╝ck zu ihnen.

Mercer Desnoyer
Mercer folgte wie bereits vorher die anderen Geister dem Ruf des Nekromaten. Er war auf seiner Wanderung weit vorangekommen, aber der Ruf interessierte ihn. Er war schon zu Lebzeiten neugierig gewesen. Neugieriger als gesund f├╝r ihn war. Er wusste nicht wieviel Zeit vergangen war, seit er zuletzt seinen Sohn gesehen hatte. Zudem rief der Nekromant sie beide, ihn und Berzan. Wo dieser wohl abgeblieben war? Mercer hatte keine Ahnung, aber er hofft sein Freund war genauso neugierig wie er und w├╝rde dem Ruf folgen. Denn sobald sie dann erneut aufbrechen mussten, konnten sie dies gemeinsam tun. Mercer manifestierte sich in dem Raum wie jeder Geist zuerst als blauer Schemen. Eine kleine Kugel, einer blauen Sonne ├Ąhnlich, erschien und nahm an Leuchtkraft zu. Sie nahm langsam menschliche Form an. Die Form wurde l├Ąnger, gr├Â├čer, vermutlich gr├Â├čer als die meisten erwartet hatten. Ciel der ebenfalls zu Gast war, sah dass der Geist von der Gr├Â├če her sogar seinen Francois ├╝berragte. Dann stand die Gestalt von Mercer Desnoyer vor ihnen. Ein hochgewachsener, gertenschlanker, sehnig trainierter Mann, der eine helle Wallem├Ąhne an Haaren hatte. Er hatte weiche, fast feminine Gesichtz├╝ge, aber sein Kinn, seine Wangenknochen und sein Blick waren eindeutig m├Ąnnlich. Sein Blick schweifte ├╝ber die Gruppe, ehe er abwartend Brandur anstarrte. "Du hast mich gerufen...", sagte der Geist mit einer ziemlich tiefen, kratzigen Stimme. Vano sagte kein Ton, aber man sah ihm an, dass er die Stimme erkannte, er h├Ątte sie unter tausenden erkannt.

Berzan Bovier
Fast im selben Augenblick manifestierte sich eine Gestalt, die v├Âllig gegens├Ątzlich zu Berzan erschien. Der Mann, der sich in seiner geisterhaften Erscheinung zeigte, war klein und unwahrscheinlich bullig. Sein Haar war fast vollst├Ąndig geschoren, nur ein kurzer schwarzer Kamm zierte seinen Scheitel. Die Augen leuchteten glei├čend wie zwei Sterne, doch es war ein bei├čendes Licht. Man konnte erahnen, dass Berzan nicht nur aussah wie ein Bullterrier, sondern auch genau so auszuteilen gewillt war. Eine Schnittnarbe zog sich ├╝ber seine Wange. Von unten her blickte er an Mercer hinauf. ┬╗Gr├╝├č dich┬ź, grunzte er und grinste verbissen mit mehrfach abgebrochenen Z├Ąhnen. ┬╗Gute Reise gehabt?┬ź Dann entdeckte er die Kerle, die sich au├čerhalb des Kreises herumdr├╝ckten. ┬╗Das sind die Babys!┬ź, rief er.

Bellamy Bourgeois
Bellamy musterte die beiden M├Ąnner die kaum unterschiedlicher h├Ątten sein k├Ânnen. Der eine hochgewachsen, eine echte Bohnenstange, d├╝rre wie ein Windhund und mit langen blonden Haaren. Der andere klein, kompakt, gedrungen wie eine Bulldogge, mit kurzen schwarzen Haaren. Wer von beiden Ihr Vater war, lie├č sich kaum verleugnen. "Unsere V├Ąter", keuchte Bellamy ergriffen und er f├╝hlte wie seine Augen genauso leuchteten, wie die seines Vaters. Und irgendwie hatte er etwas ins Auge bekommen. Sie brannten abgrundartig.

Mercer Desnoyer
Mercer grinste auf seinen Kumpel herab. "Danke, nur der Reiseantritt war etwas ungem├╝tlich. Wer wird schon gerne wie ein Ehverosser K├Ąse durchsiebt? Ich habe Dich gesucht aber nicht gefunden, vermutlich bist Du nach mir gestorben. Irgend etwas zog mich fort und ich bin dem Ruf gefolgt. Als er schw├Ącher wurde, habe ich versucht Dich auf der Wanderung zu suchen, nach Dir gerufen. Aber geantwortet hat keiner. Nur so eine schwarze Schei├čwolke mal der ich entkommen bin. Sah aus wie ein Furz im Wind, aber ich wusste sie ist gef├Ąhrlich", grinste Mercer sein diabolisches Grinsen und folgte dann dem Blick von Berzan. "Unsere Babys", pflichtete Mercer mit rauer Stimme bei. "Boldi Biertrinker, Belly und Delancy", fl├╝sterte Mercer.

Berzan Bovier
┬╗Was schweben wir dann hier noch rum?┬ź, fragte Berzan. ┬╗Beweg deinen faulen Geisterarsch.┬ź Er eilte in geisterhafter Manier auf die drei M├Ąnner zu, die er zuletzt als Kinder gesehen hatte. Sein erster Blick galt seinem ├Ąltesten Sohn, da er ihn als erstes wiedererkannte. Stumm und l├Ąchelnd musterte Berzan den Mann vor sich. ┬╗Bellamy┬ź, sagte er liebevoll. ┬╗Du bist ├Ąlter, als ich es geworden bin. Schicke R├╝stung. Hat es dich zur Leibgarde verschlagen?┬ź Sein Blick wanderte hin├╝ber zu Boldisz├ár. ┬╗Was haben sie mit deinem Gesicht angestellt?┬ź, schrie er w├╝tend. ┬╗Welche Sau war das? Mercer, ich wei├č nicht, wie lange wir Zeit haben. Aber wir haben etwas zu erledigen. Schau dir das an!┬ź Er zeigte auf Boldisz├árs Gesicht. ┬╗Schlimmer als mein Schnitt!┬ź Erst jetzt schwebte er wieder etwas zur├╝ck und besah seinen j├╝ngsten Sohn in seiner G├Ąnze. Sein Blick wurde wieder freundlicher. ┬╗Auch Leibgarde? Ihr zwei seid Kameraden? Ihr haltet zusammen. Das freut mich, und wie mich das freut. Ihr macht euren Papa stolz! Und Del? Heilige Sch...!┬ź Fassungslos starrte er auf Delancys zugen├Ąhtes Auge.

Mercer Desnoyer
Mercer schwebte neben seinen Freund und musterte die drei Babys, die gar nicht mehr die Gr├Â├če von Babys hatten stumm. Das Leben war alles andere als spurlos an ihren vor├╝ber gezogen. Welche K├Ąmpfe sie auch ausgetragen hatten, es hatte sich tief bei allen ins Gesicht eingegraben. Seinem Sohn fehlte ein Auge und eine Gesichtsh├Ąlfte war durch eine gewaltige Narbe verunstaltet. Dem kleinen Boldi erging es kaum besser. Seine Wange war aufgerissen worden und war genauso schlecht verheilt, wie die Wunde von Delancy. Einzig und allein Bellamy schien optisch glimpflich davon gekommen zu sein. Aber das musste nichts hei├čen, denn sie alle trugen Kleidung und wie es darunter aussah, konnten sie als V├Ąter nur vermuten. "Es ist ewig her, als wir uns das letzte Mal gesprochen haben. Das letzte Mal war zum Apfelfest, bei uns auf unserem kleinen Grundst├╝ck am Meer, wo Du einen Schluck Bier von mir erhalten hast Boldi. Als kleine Wiedergutmachung f├╝r die Feuerqualle in Deinem Gesicht. Ihr wart so klein... so verdammt klein... und jetzt... Jetzt seid Ihr erwachsene M├Ąnner. Ich h├Ątte niemals gedacht, dass die verfluchten Himmelsaugen Ihr Wort halten und Euch verschonen. Berzans Werk, nicht das meine. Bellamy und Boldi, Ihr habt einen tapferen Vater und Du Del, Du hast einen tapferen Onkel. Wie steht es mit Euch? Garde oder Familie? Oder beides? Gibt es die Himmelsaugen noch? Oder haben sie ihre gerechte Strafe erhalten? Wer war es, der Euch das angetan hat?", fragte Mercer.

Silvano de Mancini
Vano musterte die beiden Geister vor sich. Das waren die M├Ąnner, denen er zu verdanken hatte dass er gejagt wurde wie eine Ratte und beliebt war wie Fu├čpilz. Warum er schlagartig derartig w├╝tend auf die beiden war, begriff er selbst nicht. W├Ąren sie real h├Ątte er sie am liebsten mit den K├Âpfen zusammen geknallt, denn immerhin kam die ganze Schei├če in seinem Leben genau daher. Genauso ├Ąrgerte er sich, dass er sich vorher nicht geschminkt hatte. Gut er hatte es seinen Mann versprochen, aber trotzdem f├╝hlte er sich gerade nackt und allen schutzlos ausgeliefert. Nat├╝rlich war es unsinnig von einem Schutz bei Schminke auszugehen, aber das Gef├╝hl was anderen eine R├╝stung verlieh, das Gef├╝hl gab Vano die Spachtelmasse ihm Gesicht. Er musterte seinen Vater nur kalt und legte den Kopf schief. Er wusste nicht wie lange er diesen Mann vermisst hatte, ohne ihn gekannt zu haben. Eigentlich reagierte er gerade genauso, wie er auf Mancini reagiert hatte, fiel ihm auf. Er wartete auf den scheinbaren Verrat, auf das scheinbare - Du gen├╝gst nicht. Und das sein Gesicht aussah wie Schaschlik, daf├╝r konnte er nichts. Nun eigentlich doch - sein Hass hatte ihn dazu getrieben die Echse zu verh├Âhnen. Und nur deshalb war er letztendlich in die Reichweite ihrer Klauen gekommen, in ihrem Todeskampf. Naja... drauf geschissen, hinterher wei├č man immer mehr - wie Davet stets sagte. "Ja danke f├╝r die Gnade", murrte Vano.

Berzan Bovier
Mercer blieb sehr viel ruhiger als Berzan. So war es schon immer gewesen. Sie waren wie Feuer und Eis. Mercer k├╝hl, berechnend und pr├Ązise in der Ausf├╝hrung seiner Auftr├Ąge, Berzan emotional ├╝berbordend und launenhaft. Beide zusammen waren eine absolut t├Âdliche Kombination, wo der Eine die Schw├Ąchen des Anderen ausglich. Das war der Grund, warum sie im Team agiert hatten und sp├Ąter war daraus Freundschaft geworden. Berzan war w├╝tend. Er f├╝hlte sich machtlos in dieser k├Ârperlosen Gestalt. Er erinnerte sich an die niedlichen zarten Kindergesichter mit den riesengro├čen blauen Augen, die ihn jeden Tag ansahen. Er wusste, wof├╝r sie damals in den Kampf gezogen waren - um ihre eigene Hinrichtung zu verhindern. Sie hatten geahnt, dass es nicht dabei bleiben w├╝rde, wenn sie verloren, sondern sich die Schwerter der Himmelsaugen auch gegen ihre Familien richten w├╝rde. Die Agenten der Autarkie hatten einfach zu viel herausgefunden und waren ins Visier der Himmelsaugen geraten. Das Ziel der Schlacht war, zu ├╝berleben, damit ihre Kinder ├╝berlebten. Sie waren Gefallen, ihre S├Âhne hatten ├╝berlebt, doch ohne M├╝tter und V├Ąter war es sicher schwer gewesen. ┬╗Delbaby┬ź, sagte er milde zu dem Mann mit dem fehlenden Auge. ┬╗Schau deinen Vater nicht so grimmig an. Sag ihm lieber, wen wir t├Âten m├╝ssen. Und dann erz├Ąhlt, wie es euch ergangen ist. Babys, ich hab euch vermisst, euch alle drei. Meine zwei Buben nat├╝rlich besonders, aber auch dich, Del, du kleine Giftspritze. Habt ihr Frau und Kinder? D├╝rfen wir noch unsere Enkelchen begr├╝├čen?┬ź

Mercer Desnoyer
Mercer nickte Berzan dankbar zu. "Wir geh├Âren zusammen, wir sind zwei Familien die zusammengeh├Âren. Also eine Sippe, wenn man so m├Âchte. Das es f├╝r Euch nicht einfach war, ist uns bewusst. Aber f├╝r uns war es auch nicht einfach, denn sterben ist alles andere als angenehm. Das versichere ich Euch. Auch wenn Du fast dreimal dr├╝ben warst Del. Ich habe Dich gesp├╝rt. Ebenso Dich Boldi, Du warst einmal fast dr├╝ben. Zwischen uns besteht ein Band, aber irgendetwas hat Euch wieder fortgerissen und das ist gut so. Ihr habt dort dr├╝ben noch lange nichts verloren. Schau, dass Du eine solche Verletzung davon getragen hast, ist das Letzte was ich wollte Del. Aber ich sah am Ende nicht besser aus. Warte", sagte Mercer und nahm genau die Gestalt an, wie er aussah als er gefallen war. Vor ihnen schwebte ein Geist, dessen Gestalt kaum mehr zu erkennen war. Er war derma├čen von Armbrustbolzen zerschossen und mit Messern und anderen Ger├Ąt tracktiert worden, dass sein K├Ârper seltsam beulig und verformt aussah von den Knochenbr├╝chen. Selbst seine langen Haare hingen wie die toten arme eines Tintenfischs von seinem Kopf, da sie blutgetr├Ąnkt waren. "Besser? Macht der Anblick Dich zufriedener, dass Du nicht allein gelitten hast? Das haben wir gerne auf uns genommen, damit Ihr lebt. Damit Du ├╝berlebst. Wir haben nicht ewig Zeit, m├Âchtet Ihr nicht mit uns sprechen? Dann kann uns der Magier wieder freigeben. Aber wir w├╝rden gerne mit Euch sprechen. Wir lieben Euch doch", sagte Mercer so schlicht, dass man h├Ârte wie tief das Gef├╝hl ging. Er nahm die Gestalt wieder an, die er zu Lebzeiten hatte und musterte die Drei aufmunternd.

Boldiszàr
┬╗Aber wir wollen mit euch sprechen┬ź, sagte Boldisz├ár. ┬╗Wir haben keine Kinder. Keiner von uns bis jetzt. Belly und ich hatten bei der Leibgarde keine Zeit. Ja, wir sind bei der Leibgarde des Ducs untergekommen, Belly war sogar Palaisin! Bis er ... ├Ąh ... er hat ein bisschen Mist gebaut, aber daf├╝r sch├╝tzt er jetzt Prince Ciel. Kennt ihr den noch? Nein, tut ihr nicht ... er ist der mittlere Sohn des Ducs. Er sitzt da dr├╝ben.┬ź Boldisz├ár zeigte auf den bleichen jungen Mann, der seine Glatze wieder unter dem federbesetzten Dreispitz verbarg. ┬╗Warum Silvano keine Kinder hat, wei├č ich nicht. Ich glaub, er hatte nie eine Frau. Daf├╝r ist er jetzt meine.┬ź Boldisz├ár grinste mit seinem gesunden Mundwinkel. ┬╗Macht euch keine Sorgen wegen unserer Narben. Wir k├╝mmern uns selbst um die Rache.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy nickte zustimmend. "Wir m├Âchten genauso mit Euch reden, wie Ihr mit uns, nur ist es etwas fremd. Es kostet etwas ├ťberwindung und Delancy also Vano hat heute schon einiges erfahren, was ihn durcheinander bringt. Also fangen wir mit dem Sch├Ânen zuerst an. Boldi und Vano sind ein Paar. Sie haben sich per Zufall wiedergefunden, trotz dass man uns die Erinnerung geraubt hat. Und nein wir haben keine Kinder. Nicht oder noch nicht, wer wei├č was das Leben noch bereit h├Ąlt, oder ob die beiden sich daf├╝r eine Frau nehmen m├Âchten. Die Himmelsaugen existieren noch und Ihr seid postum rehabilitiert! Wir haben gemeinsam mit Prince Ciel die Verschw├Ârung von damals aufgedeckt und der Duc hat Euch von Eurem scheinbaren Verrat freigesprochen. Die Verr├Ąter waren die alte Duchesse, Quennel und Parcival. Die Himmelsaugen selbst wurden benutzt, wie so manch andere auch. Also verurteilt sie nicht, genauso wenig wie die Kinder der Verr├Ąter. Prince Ciel hat durch seine Gro├čmutter und den Verr├Ąter Quennel einen Halbonkel und der Duc einen Halbbruder. Davet. Und Davet wurde genauso von seinem Vater Quennel verraten, wie ihr, wie wir, wie jeder. Und ob Ihr es glaubt oder nicht, Davet war einst der Mann von Delancy. Wir dachten er w├Ąre von 14 Jahren gestorben, aber er lebt. Und scheinbar ist er ein guter Mann. Wir werden ihn suchen. Ebenso hat Boldi ├╝berlebt, dank Robere. Robere ist der Wahlbruder von Boldi. Auch er wuchs im Heim auf und k├Ąmpfte um sein ├ťberleben wie wir alle hier. Als Antoine Boldi so schwer verletzte, brachte Tekuro ihn durch. So hei├čt Robere tats├Ąchlich. Auch er fand seinen Vater wieder, aber durch andere Umst├Ąnde. Als er ausb├╝xte suchte er Unterschlupf bei Delancy. Und Del gew├Ąhrte ihm Asyl f├╝r Boldi. Alle Seelen finden zueinander. Gleich was andere von Robere halten m├Âgen, er war ein echter Bruder und Freund, als Boldi ihn brauchte. Und er ist immer f├╝r einen da. Sicher hat er seine Fehler, die haben wir alle. Allen voran die Garden, denn ohne einen Ticken Brutalit├Ąt w├Ąre unser Job nicht m├Âglich. Wenn einer verhaftet wird, bekommt er schlie├člich keine Massage, sondern ein Tritt ins Kreuz. Wie Boldi sagt, wir werden uns unsere Rache holen. Boldi und Del werden bald heiraten, sag es ihnen Bold", grinste Belly gl├╝cklich, wo er ein bisschen aufgetaut war.

Boldiszàr
Boldisz├ár grinste noch breiter, so dass man seine braunen Z├Ąhne sah und knuffte seinen Bruder mit dem Ellbogen. ┬╗Richtig, wir heiraten. Vielleicht k├Ânnt ihr als Geister bis dahin da bleiben? Wir wollen das so schnell wie m├Âglich durchziehen. Weil wir es nicht mehr aushalten k├Ânnen und Vano mich unbedingt absichern will, wobei mir ist das ja egal. Wir werden uns ein Boot kaufen und es uns richtig gem├╝tlich machen - wenn wir die Krokos abgeschlachtet haben, die Vano das Gesicht raubten. Wobei ich die Narbe eigentlich ganz schick finde. So sehen Krieger aus und Vano ist einer. Robby solltet ihr dann auch noch kennenlernen ... er war mein Bruder in all der Zeit, als ich sonst niemanden hatte. Es ist, wie Belly sagte, die drei Verr├Ąter haben daf├╝r bezahlt, was geschehen ist. Und wenn der Mist etwas Gutes hatte, dann, dass wir alle geadelt wurden. Wir sind jetzt Chevaliers. Stimmt`s, Vano?┬ź

Silvano de Mancini
Vano murmelte zuerst etwas Unverst├Ąndliches, musste dann aber schief grinsen, weil er wusste dass es Boldiszar nur gut meinte und ihm gerade eine goldene Br├╝cke ├╝ber seine Angst baute. Einerseits w├Ąre er seinem Vater und Berzan am liebsten um den Hals gefallen, auf der anderen Seite h├Ątte er sich gerne in seine Kaj├╝te verzogen und sich derma├čen besoffen, dass er sich an nichts mehr erinnern konnte. Aber das war schlie├člich keine L├Âsung und mit so einer Aktion, w├╝rde er Boldi blamieren, der ihn gerade ganz lieb mit einbezogen hatte. Gleich was er dachte oder wie verwirrt er sich f├╝hlte, er musste sich f├╝r seinen Mann zusammenrei├čen. Und bei den Sieben, er hatte sich schon oft genug in ganz anderen Situationen zusammenrei├čen m├╝ssen. Gut, es waren dienstliche Situationen, Kampfsituationen und die L├Âsung war stets das Schiff. Eine Salve Bolzen in die Geister zu jagen, war keine L├Âsung nur weil er Schiss davor hatte, genau das zu h├Âren, was er am meisten f├╝rchtete. Dabei hatte Berzan und sein Vater genau das Gegenteil gesagt. Warum bei allen Meeren unterstellte er anderen in Gef├╝hlsdingen permante L├╝ge? Seinen Partnern glaubte er alles, alle anderen logen wenn sie was nettes sagten. Sie konnten ja nur l├╝gen... weil? Ja warum? Weil er es annahm, da man ihn weggegeben hatte. Was ebenso eine L├╝ge war. Es war zum verzweifeln. Oder er h├Ârte jetzt auf zu schmollen wie ein Kleinkind und nutzte die einmalige Chance die ihm Brandur, Berzan, Mercer und allen voran Boldi einger├Ąumt hatten. Genau, wenigstens den Versuch war er ihnen allen schuldig und sich selbst auch irgendwie. Vano r├Ąusperte sich und k├╝sste seinen Mann. "Boldi hat Recht, posthum wurden alle Agentenkinder in den Stand des Nennadels, des Chevaliers erhoben. Boldi und ich werden hier auf meinem Schiff heiraten, sie hei├čt Choucas. Der Mann dort dr├╝ben ist Rene, mein ehemaliger Kapit├Ąn, Ausbilder, Freund und Ziehvater. Im Gegensatz zu meinem Schatz und Belly hatte ich etwas mehr Gl├╝ck, denn ich wurde von Chevalier Mancini adoptiert. Ihr w├╝rdet ihn m├Âgen, zumal ich Euch gerade genauso behandelt habe wie ihn. Wir wurden so lange belogen, dass ich irgendwie jedem eine L├╝ge unterstelle. Oder auch mich abgeben zu wollen. Was eigentlich unsinnig ist. Aber h├Ątte Mancini das je getan, h├Ątte ich mit Standesverlust alles verloren. Belly und Boldi sind bei der Garde, ich bin bei der Marine. Ihr befindet Euch auf einem Kriegsschiff Souvagnes. Ich wei├č ehrlich gesagt nicht was ich sagen soll. Im meinem Kopf ist alles durcheinander. Nun am besten f├Ąngt man vorne an. Als wir unsere Erinnerungen einsehen durften, habe ich Euch vermisst und ich habe mich sehr drauf gefreut Euch wiederzusehen. Mit Euch zu sprechen, Euch was zu fragen, Eure Stimmen zu h├Âren, so wie damals als wir noch klein waren. Ich schlie├če mich Boldis Einladung an, bleibt wenn Ihr k├Ânnt und wollt", sagte Vano freundlich und dr├╝ckte liebevoll Boldis Hand zum Dank.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich m├Âchte ebenfalls ein paar Worte verlieren┬ź, mischte Ciel sich ein. ┬╗Im Namen der Krone m├Âchte ich mich entschuldigen f├╝r all das, was geschehen ist. Es ist erschreckend, welche verheerende Macht drei Verr├Ąter haben k├Ânnen, wie viel unn├Âtiges Leid sie verursachen k├Ânnen, wenn sie nur an den richtigen Hebeln ansetzen und das haben sie. Ich kann die Zeit leider nicht zur├╝ckdrehen, auch wenn ich mir dies oft genug gew├╝nscht habe. Mein Vater hat die Agenten, wie schon erw├Ąhnt, vollumf├Ąnglich rehabilitiert und ihre Nachfahren in den Nennadel erhoben. Was ich pers├Ânlich tun kann, ist, die drei hier anwesenden Agentens├Âhne bei ihrem Wunsch nach Vergeltung zu unterst├╝tzen und ihnen zu helfen, ein sicheres und gutes Leben in Souvagne zu f├╝hren. Desweiteren wurde mir der Hinweis gegeben, in der Kammer des ehemaligen Ordensoberhauptes Parcival nach dem Buch der Namen zu schauen, in welchem die Kinder vermerkt wurden und nach ihnen zu suchen, damit sie ihr Recht erhalten.┬ź

Mercer Desnoyer
Mercer h├Ârte Ciel aufmerksam zu und nickte knapp, so dass seine Wallem├Ąhne Wellen schlug. "Keine Ahnung ob man als Geist die Form waren muss, aber ich Danke Euch in unser beider Namen. Das unsere Rehabilitierung unseren Kindern n├╝tzt, freut mich. Bedenkt eine Frage Prince, wer wacht ├╝ber die W├Ąchter? Und die Himmelsaugen waren Eure W├Ąchter. Das was sie Euch im Vertrauen zutragen, kann schon mit einer winzigen L├╝ge gew├╝rzt sein. Hinterfragt Ihr die Himmelsaugen noch? Oder vertraut Ihr diesen Augen blind, ohne Euren Ohren Glauben zu schenken, oder gar Eurem Bauchgef├╝hl? Unser Orden war ├Ąlter, als der der Himmelsaugen. Was nichts bedeuten muss Herr. Aber ein fauler Apfel, kann einen ganzen Korb verderben. Das unterstellte man einst mir und am Ende tat ich sogar genau dass. Denn wenn man mir unterstellt, aufwieglerisch zu sein und nur das unser aller Leben rettet, sogar das Eures Vater... nein... Moment Eures Gro├čvater, was sollte ich tun? Zusehen, schweigen und warten dass alle sterben? Nein das konnten wir nicht, also zogen wir mit der Waffe in die Schlacht, die man uns in die Hand dr├╝ckte. Letztendlich haben wir doch nicht versagt. Und tot sind wir nicht wirklich, solange noch jemand an uns denkt und an uns glaubt. So wie Ihr. Vielleicht sollte es einen Gegenpol zu den Augen geben und vielleicht solltet Ihr die Agenten wieder aufleben lassen, denn sie starben um Euch zu sch├╝tzen, nicht um Euch zu vernichten. Vernichtet wurden am Ende wir. Ich vertraue und ich glaube Euch. Ich lege das Leben unserer Kinder und Nachfahren in Eure H├Ąnde Prince Ciel. Ich nehme Euch beim Wort, dass Ihr unsere Kinder beh├╝tet. Aber verzeiht mir, dass ich keinem Himmelsauge traue. Nicht nach dem was vorgefallen ist. Ihr werdet von mir alle Namen der Agenten erfahren. Und das was ich ├╝ber die Personen wei├č, kurzum wer Kinder hatte. Vergleicht dies mit dem Buch. Fehlt ein Kind log das Himmelsauge. Steht eines mehr darin, war er ehrlich und wusste sogar mehr als ich. Was m├Âglich ist Herr. Passt auf unsere Kleinen auf, sie sind alles was von uns geblieben ist. Und nun zu Euch Babys. Mich freut es, dass mein Kleiner Del gerade seine spr├Âde Art abgelegt hat. Marine, nun wo h├Ąttest Du auch sonst sein sollen Del? Du bist f├╝r das Meer geboren, dass wusste Deine Mutter und das wusste auch ich. Mast und Schotbruch und allzeit gute Fahrt f├╝r Deine Liebste. Ich liebe Dich Delancy und auch Dein Adoptivvater wird dies tun. Eine Adoption ist in unserem Land keine leichte Entscheidung, kein Mann nimmt dies auf sich ohne ein Gef├╝hl dahinter. Ich bin froh Boldi an Deiner Seite zu wissen und Bellamy ebenso. Denkt ├╝ber eine Amme nach, sonst endet alles bei Euch. Und Ihr seht nicht so aus, als k├Ânntet Ihr Euch keine Amme leisten oder w├Ąrt schwach im Schritt", grinste Mercer.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es gibt einen Gegenorden, hat mein Vater angedeutet. Aber er hat keine Details benannt. Die Agenten der Autarkie als Orden wiederzubeleben ... das w├Ąre eine ├ťberlegung wert. Bis dahin werde ich mich damit begn├╝gen, das zu tun, was in meiner Macht steht, damit es euren Kindern an nichts mangeln muss. Wenn ihr bis zur Hochzeit bleiben m├Âchtet, so gebt mir die Namen im Anschluss an dieses Gespr├Ąch zu Protokoll, Agent Desnoyer. Dieser Augenblick geh├Ârt euch und euren Kindern, darum ├╝bergebe ich euch nun wieder das Wort.┬ź Ciel l├Ąchelte freundlich.

Bellamy Bourgeois
Bellamy legte seine rechte Hand auf die Brust und ballte sie zur Faust, als Zeichen der Ehrerbietung f├╝r Ciel. Dieser hatte die Geste ein einziges mal gesehen und zwar bei seinem Vater, als dieser Felipe von Ehveros gr├╝├čte und konnte sich somit denken, wem eine solche Geste eigentlich zustand und galt. Belly freute sich sehr ├╝ber die Art, wie Ciel mit ihren V├Ątern umging. "Das Ciel jenen beisteht, die er sch├Ątzt, kann ich Euch beiden beschw├Âren, ich wei├č es aus erster Hand. Wie seit Ihr damals zu Tode gekommen? Ich meine was genau haben die Himmelsaugen getan Paps, Mercer? Zeigt mir nicht, wie Ihr danach ausgesehen habt, sondern ich m├Âchte wissen wer Euch verraten hat und wie. Ihr wart doch keine Dummk├Âpfe, was also ist geschehen? Waren es einfach zu viele? War es ihre Magie? Was genau haben sie Euch angetan? Und was hatte Quennel genau getan? Er sagte er war es, der Euch verraten hat? Was hat der Mann getan? Und noch etwas, wie geht es unseren M├╝ttern? Warum mussten sie gehen? Was wussten sie denn schon? Wenn Ihr Mama dr├╝ben seht, auch die von Vano... also Delancy dr├╝ckt sie und k├╝sst sie von uns. Sagt ihnen, ich mache es diesmal besser, ich passe auf die beiden auf. Nee schwach im Schritt ist hier keiner", lachte Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war froh, dass es dunkel war und die Kaj├╝te nur von Kerzenschein d├╝rftig beleuchtet wurde, als das Blut in seine Wangen schoss. Er w├╝rde nun gern irgendeine ├ťbersprunghandlung ausf├╝hren, aber er wusste vor lauter Nervosit├Ąt keine. Sonst wurde er oft geh├Ąssig ÔÇ║der kleine PrinceÔÇ╣ genannt oder mit Du angesprochen. Nun zur Abwechslung einmal derart geehrt zu werden, tat seinem angeknacksten Selbstwertgef├╝hl gut. Nur leider r├╝hrte es ihn viel zu sehr und seine Augen begannen zu glitzern.

Berzan Bovier
┬╗Bellybaby, es war Pascal die Sau, die uns verraten hat. Einer von uns, der J├╝ngste und ein v├Âlliger Versager von dem jeder sich fragte, wie er diesen Posten nur bekommen konnte. Er sah aus wie eine kleine Schwuchtel. Nichts f├╝r ungut, aber anders kann man das nicht nennen. Wahrscheinlich sah er nicht nur so aus. Riesige Knutschlippen und Wimpern wie ein M├Ądchen. Er hat den Himmelsaugen zugesteckt, dass wir den Staatsstreich geplant haben. Quennel war sein Verbindungsmann zum Orden. Und Quennel war es auch, der Mercer hypnotisierte, so dass er sich umdrehte und die Armbrust auf die eigenen Kameraden richtete. Viele von uns starben durch diese Salve oder konnten nicht mehr k├Ąmpfen. Und das war es f├╝r uns, den Rest erledigten die Himmelsaugen. Ich wollte Pascal mitnehmen, die verlogene Sau, dieses Kameradenschwein, ich hatte drei Bolzen im Leib, aber ich hab`s ihm ordentlich gegeben und ihn mit dem Dolch erledigt. Ich glaub, wir lagen Arm in Arm, als wir starben, aber das war es mir wert.┬ź Berzan grinste selbstgef├Ąllig.

Bellamy Bourgeois
Bellamy h├Ârte seinem Vater aufmerksam zu, auch wenn sich dabei eine st├Ąhlerne Schraubzwinge um sein Herz schloss. Pascal klang von der Beschreibung her wie Karpen-Patrice aus der Leibgarde. Genau jenem Patrice den sie zuletzt eingeritten hatten. Dar├╝ber verlor er aber kein Wort, es w├╝rde seinen Vater nicht interessieren. "Das Du den Verr├Ąter mit auf die andere Seite gerissen hast, freut mich und erf├╝llt mich mit Stolz. Ich verstehe, er hat Onkel Mercer als Waffe gegen Euch eingesetzt, dazu sind Himmelsaugen leider in der Lage. Wobei ich glaube jeder Magier kann das. Oder fast jeder Magier? Mich hat einer verschrumpeln lassen bei einem Angriff. Und ein weiterer Magier der auf unserer Seite k├Ąmpfte rettete Prince Ciel w├Ąhrend Parcival ihn qu├Ąlte. Ich vermute bei den Himmelsaugen oder generell bei Magiern ist es wie bei jedem Menschen, jeder hat so seine eigene Art, man kann sie nicht alle ├╝ber einen Kamm scheren. Nat├╝rlich wenn sie als eine Armee auftauchen, wird dort auch keiner aus der Reihe tanzen aus Angst vor den eigenen Kollegen. Ob der Kerl ne Schwuchtel war interessiert mich nicht, vielleicht - vielleicht nicht. Nur weil wir Kerle lieben oder beides, macht einen das nicht zu einer Tucke wie den Burschen. Es hab h├Ąrtere Kerle gesehen die auf M├Ąnner standen und h├Ąrtere Frauen als die scheinbar normalen. Was ist denn normal? In Souvagne geht man damit doch anders um. Aber was erkl├Ąre ich Euch das, Ihr wisst es so gut wie ich, dass man liebt wenn man lieben m├Âchte. Solange der Stand stimmt, das Geschlecht ist gleichg├╝ltig. Wie ist es dort dr├╝ben? Wie f├╝hlt man sich an?", fragte Bellamy und hielt sich von der anderen Seite an seinem Bruder fest.

Silvano de Mancini
"Es tut mir leid, dass Ihr durch einen Verr├Ąter gefallen seid und es tut mir besonders leid f├╝r Dich Paps, dass Du Quennels Werkzeug wurdest. Ich hatte mir ├╝berlegt, ein Kind zu adoptieren. Eines zu zeugen ginge theoretisch auch, aber das w├Ąre ein Baby und vermutlich w├╝rde ich es vier Jahre oder so nicht sehen k├Ânnen. Jedenfalls haben wir noch nicht soweit geplant, ich habe es nur einmal erw├Ąhnt. Wie Boldi dazu steht, soll er Dir selbst sagen", schmunzelte Vano. "Daf├╝r kann ich Dir sagen, dass ich in Ledwick eine Dschunke kaufen werde und zwar eine riesige und wenn ich riesig sage meine ich riesig. Und ein Hausboot. Den Grundplan habe ich mir schon angeguckt, also jene Infos die es dazu gibt und da m├Âchte ich gerne Zuhause sein. Deshalb muss die Dschunke auch die Gr├Â├če haben, dass wir unser Hausboot hinten als Dingi am Davit dranklemmen k├Ânnen. Falls Ihr bleibt, solltet Ihr Robere kennenlernen. Der Mann ist ├ärger auf zwei Beinen aber auch ein f├Ąhiger Vollstrecker", grinste Vano.

Berzan Bovier
┬╗Belly┬ź, sprach Berzan mit mildem Tadel. ┬╗Wenn ich sage, der Typ ist eine Schwuchtel, dann weil es ein Rindvieh ist und nicht, weil er auf irgendwen steht oder nicht steht. Wenn man wen nicht ausstehen kann, sucht man sich jeden nur m├Âglichen Aufh├Ąnger, um den fertigzumachen, ja? Wie es ÔÇ║dr├╝benÔÇ╣ ist ...┬ź Berzan bekam einen m├╝rrischen Blick. ┬╗Langweilig! Schei├če! Irgendetwas saugt einen an, als h├Ątte wer den St├Âpsel gezogen. Ich besch├Ąftige mich damit, in die andere Richtung zu schwimmen. Es f├╝hlt sich an, als w├Ąre alles aus farbigem Nebel, man selber eingeschlossen. Doch je weiter man von der Welt der Lebenden fortkommt, umso grauer und farbloser wird es und am Ende ist vermutlich nur noch Schw├Ąrze. Wenn mir Pascals Geist begegnet, rei├č ich ihn in St├╝cke, genau wie Quennel. Mama hab ich nicht gefunden bislang, Babys. Ich such sie ... aber es ist schwierig. Sie musste sterben, weil ich ihr Mann war. Und ihr solltet sterben, weil ihr meine Kinder wart. Ihr h├Ąttet Dinge wissen k├Ânnen, die ich an euch weitergetragen habe. Unfug, ich war Agent, ich unterlag der Schweigepflicht, schon um mich selbst zu sch├╝tzen. Wer w├Ąre ich, euch Wissen mitzuteilen, das euch h├Ątte gef├Ąhrlich werden k├Ânnen? Nichts wusstet ihr, gar nichts!┬ź Der Geist steigerte sich immer weiter in seine Rage, bis Silvano begann zu erz├Ąhlen. ┬╗Adoptiert keine Kinder, sondern zeugt selber welche┬ź, befahl Berzan. ┬╗Und danach ├╝berlegt, ob ihr noch welche dazu adoptieren wollt. Alle reden von Robere, ├ärger auf zwei Beinen, das gef├Ąllt mir.┬ź Berzan grinste wieder.

Silvano de Mancini
"├ähnlich habe ich es gehalten als ich Robere vom Schiff trat um ihm zu erm├Âglichen seine Familie zu retten. Du hast leicht reden, Boldi wird einfach nicht schwanger. Oder er ist schon schwanger, soviel wie er in letzter Zeit frisst. Gut ich f├╝ttere ihn auch. Was sagst Du zu dem Befehl Boldi? Was passiert, wenn Du nicht zu dem Sog fliegst, schwebst, wanders, schwimmst, was auch immer?", hake Vano nach.

Boldiszàr
Boldisz├ár stellte fest, dass Bellamy ihrem Vater ziemlich ├Ąhnlich war. ├ähnlicher als er selbst. Nicht nur was das Aussehen anbelangte, sondern auch ihre Art, wobei Bellamy vielleicht noch einen Zacken besonnener war als Berzan, der zum Ausgleich seiner Impulsivit├Ąt seinen Freund und Kameraden Mercer ben├Âtigt hatte. ┬╗Ich wollt eigentlich erstmal in Ruhe heiraten und die Krokos ausl├Âschen, bevor ich ├╝ber Kinder nachdenke┬ź, sagte er und warf Silvano dann einen schwer zu deutenden Blick zu. ┬╗Ich fresse nicht!┬ź, behauptete er.

Mercer Desnoyer
"Das ist ein weiser Entschluss Boldi, man sollte einem Kind ein sicheres Nest bauen k├Ânnen. Und es ist Unsinn Delancy, dass Du ein Kind nicht sehen kannst. Man kann sogar das Kind samt Amme mitschleppen. Der Vorteil ist, immer wenn es anf├Ąngt zu stinken oder zu br├╝llen, kannst Du es der Amme geben. Herrlich oder? Das jemand frisst sagt man nicht zum eigenen Partner, Tiere fressen, aber Menschen essen. Wobei Du das sicher nicht so gemeint hast. Sei ein bisschen umg├Ąnglicher zu ihn und bewirf ihn nicht zur Strafe mit Quallen. Du hast die Augen von Berzan Boldi, genau wie Bellamy, Ihr seht aus wie Euer Vater und das ist ein Kompliment", sagte Mercer gut gelaunt und knuffte seinen Geisterkumpel.

Silvano de Mancini
"├ťble Wortwahl, war nicht so gemeint. Entschuldige bitte, es tut mir leid Boldi. Ich wollte Dich nicht kr├Ąnken und mit der Frage wollte ich Dich auch zu nichts dr├Ąngen. Selbst wenn Du sagst, Du m├Âchtest nicht, ist das f├╝r mich auch v├Âllig in Ordnung. Ich sollte das heute auf ein Schild schreiben und bei Bedarf hochhalten. Ist nicht mein Tag. Die Krokos werden wir beseitigen, gemeinsam das haben wir uns geschworen", sagte Vano sanft.

Boldiszàr
┬╗Ich bin dir nicht b├Âse, aber ich kann auch nix daf├╝r, dass ich immer Hunger habe. Und du gibst mir ja auch andauernd was. Ich wei├č noch nicht, ob ich Kinder will, echt nicht. Aber ich denk dar├╝ber nach, ja? Sobald wir Ruhe haben und unsere Aufgaben erledigt haben.┬ź

Berzan Bovier
Berzan knuffte seinen Geisterkumpel zur├╝ck. "W├Ąr weniger langweilig gewesen im Tod, wenn du dabei gewesen w├Ąrst. Lass uns den Weg das n├Ąchste Mal gemeinsam gehen, schweben, was auch immer, ja? Vielleicht finden wir Pascal, wenn wir zusammen Ausschau halten und es ist gemeinsam leichter, den Schatten auszuweichen. Wir waren immer ein Team, warum nicht auch im Tod? Aber ich w├╝rd gern bleiben, bis die Babys geheiratet haben. Eigentlich immer, aber das ist uns wahrscheinlich nicht verg├Ânnt. Bellybaby, wenn man gegen den Fluss schwimmt, verlangsamt es das Ganze nur. Aber es ist nicht m├Âglich, dem Sog v├Âllig zu wiederstehen. Es ist furchteinfl├Â├čend, zumindest f├╝r mich und ich hasse es."

Silvano de Mancini
"Absolut in Ordnung, nur Du hast so geklungen und es soll nichts zwischen uns stehen. Gleichg├╝ltig was es ist. Weder ein Wunsch, ein Plan, eine Bitte, oder eine bl├Âde Bemerkung. Bevor Du mir b├Âse bist, sag es mir einfach. Ich wei├č doch warum Du st├Ąndig Hunger hast Boldi. Wenn das einer wei├č dann ich und ich wollte Dich nicht kr├Ąnken, sondern ich hab das eigentlich mit einem Zwinkern gemeint. Aber wenn es Dich verletzt, lasse ich den Schei├č. Guck mal, der bl├Âde Scherz ist es mir doch nicht wert, mich mit Dir zu verstreiten. Du wirkst sonst schon die ganze Zeit angespannt. Magst Du sagen was los ist? Erinnere Dich wie wir fr├╝her miteinander geredet hatten, fr├╝her in Form von wo ich Dich fragte ob Du mein Mann werden m├Âchtest. Aber jetzt bist Du so kurz angebunden, so schweigsam. Wenn ich Schei├če gebaut habe, sag es. Ich kann kein Verhalten ├Ąndern, von dem ich nicht wei├č dass es Dich st├Ârt. Also was Boldi hm?", fragte Vano liebevoll. Mancini musterte Berzan und nickte knapp, da er verstand wie grauenvoll das Gef├╝hl sein musste. "Es ist wie einen Strudel zu fahren, nur gibt es keine Stelle die man erwischen kann als Ausgang. Wenn Ihr diesen Pascal findet, schmei├čt ihn nach unten. Dort soll es Wesen geben die Schwarz sind und Seelen verschlingen. Vielleicht n├╝tzt Euch diese Information was Onkel Berzan", grinste Vano.

Boldiszàr
"Ich bin nicht b├Âse", sagte Boldisz├ár nun etwas grantig. "Ich bin nur ..." Er blickte Bellamy an und dann ihren Vater. "Traurig? W├╝tend? Durcheinander auf jeden Fall. Es hat nichts mit dir zu tun, Vano, sondern mit Papa beziehungsweise beiden Papas. Ich bin nicht gut in so was und w├╝rd Papa am liebsten umarmen, aber er ist ein Geist! Ich wei├č jetzt, wie Robby sich gef├╝hlt hat." Er warf einen Blick in Richtung Ciel und verkniff sich, Silvano erneut darauf hinzuweisen, dass sie den ├ältesten suchen mussten, damit er ihnen ihre V├Ąter wieder zum Leben erweckte.

Silvano de Mancini
"Komm mal f├╝r eine Sekunde mit raus", bat Vano und stand auf. "Wir sind gleich wieder da", erkl├Ąrte er den anderen und gab den Weg vor. Er ging zu sich in die Kaj├╝te, denn dort konnte niemand zuh├Âren. Niemand betrat den Bereich ohne Erlaubnis und er hatte keine erteilt. Als Boldi hinter ihm die Kaj├╝te betrat schloss der die T├╝r und stellte sich davor. "Ich habe vor fast nichts Angst, au├čer davor Dich zu verlieren oder zur├╝ckgewiesen zu werden. Ich liebe Dich Boldi und ich glaube Dir. Drum eine Bitte, wenn etwas ist sag es. Gleich was es ist, gleich wie hart der Schlag mich ins Gesicht trifft, es ist ertr├Ąglicher als wenn Du fort w├Ąrst. Du bedeutest mir alles, das versuche ich Dir zu beweisen. Nur leider kann ich nicht jeden Abend jemand f├╝r Dich schlachten. Was m├Âchtest Du mir sagen? Das was ich denke? Woran ich auch schon dachte? Daran die 70.000 in seinem Namen zu opfern um zwei oder gar vier Menschen zur├╝ck zu bekommen? Meinst Du das?", fragte Vano leise und k├╝sste Boldi fest und innig.

Boldiszàr
Boldisz├ár wartete, bis Silvano den Kuss beendet hatte, den er diesmal nur halbherzig erwiderte und nickte. "Ja. Den Lich, den Prince Ciel jagt, in Sicherheit zu bringen, au├čerhalb des Landes, wo er keine Sau st├Ârt und ihm das Opfer bringen, was er w├╝nscht. Sind wir das unseren Eltern nicht schuldig? Wie haben sie f├╝r uns geblutet, damit wir leben k├Ânnen? Schau dir Robby und seinen Vater an! Kann man noch lebendiger sein als Kazrar? Und siehst du, wie gl├╝cklich Robby mit ihm ist?"

Silvano de Mancini
Vano lehnte sich mit dem R├╝cken gegen die T├╝r, so dass sich sein Schritt an den von Boldis presste. "Ich w├╝sste wo der Lich sicher w├Ąre, aber dazu m├╝ssten wir ihn vorher verstecken. Wie sieht der Lich denn aus wenn er keinen K├Ârper hat? Er reist doch in anderen K├Ârpern oder? Kazrar wird mir das doch nicht umsonst erz├Ąhlt haben. Wie alt ist der Lich? Hunderte Jahre, sagte der Arashi, wenn dass stimmt, dann ist seine Existenz Beweis genug. Nun ich denke mir etwas aus, ich hoffe ich finde eine L├Âsung, so dass Ihr zumindest Euren Vater wiederbekommt", schmunzelte Vano und strich Boldi die Haare aus dem Gesicht. "Sei nicht mehr grummelig Schatz, bitte", bat er.

Boldiszàr
"Und deinen willst du nicht wiederhaben?", fragte Boldisz├ár. "Und was ist mit unseren M├╝ttern? 70.000 ist eine verdammt gro├če Menge an Opfern ... wir k├Ânnten alle wieder lebendig machen. Alle Agenten der Autarkie! Wir fragen Robby und Kazrar wegen dem Lich, sie erkl├Ąren uns ganz genau, wie es funktioniert."

Silvano de Mancini
"Doch eigentlich schon, aber er ist mir auch fremd. Fremd und vertraut, einerseits m├Âchte ich ihn gerne um mich haben, andererseits bin ich w├╝tend auf ihn. Hat er gar nicht verdient, ich sollte w├╝tend auf Pascal sein, drum gab ich Berzan die Info damit er ihn v├Âllig vernichten kann. Das w├Ąre mir wichtiger als Mercer zur├╝ckzubekommen. Aber das ist nur weil ich Angst habe. Ja 70.000 ist eine gewaltige Zahl und erfordert eine gute Planung, eine erstklassige Logistik und ich habe alles daf├╝r vorbereitet genau diese Leistung vollbringen zu k├Ânnen. Wir haben ausreichend Waffen, ausreichend Frischwasser, wir haben ausreichend Gift, Pulver, Kalk und und und was man f├╝r so eine Aktion eben so ben├Âtigt. Wir haben ausreichend Harpunen Boldi. Ach Schei├če klar w├╝nsche ich mir unsere M├╝tter und V├Ąter zur├╝ck, alle Agenten? Tja dass w├Ąre wohl eine Sache f├╝r sich. Ich wei├č nicht einmal wieviel Mann sie waren. Du?", fragte Vano.

Boldiszàr
Boldisz├ár sch├╝ttelte den Kopf. "Keine Ahnung. Aber nicht nur sie, auch ihre Frauen, Geschwister, Tanten, Onkel, es wurde ja jeder umgebracht, der vollj├Ąhrig war! Die 70.000 werden so oder so brennen, Vano ... lass ihren Tod uns dem Lich widmen, damit er uns zur├╝ckgibt, was wir verloren haben. Prince Ciel lamentiert herum, er will so gern die Zeit zur├╝ckdrehen ... und wir werden genau das tun."

Silvano de Mancini
"Du wei├čt was das bedeutet? Wir m├╝ssen es au├čerhalb von Souvagne tun. Ich wei├č nicht ob diese Personen leben oder Untote sind. Das spielt ja auch erstmal keine Rolle, nur wollen wir sie ja nicht wieder herholen und gleich in Gefahr bringen. Wir sollten mit Tekuro dar├╝ber reden. Wenn es m├Âglich ist, werden wir genau das tun, was Ciel vorhatte. Du hast v├Âllig Recht, fallen werden alle Echsen. Sie haben zuviel Leid ├╝ber andere gebraucht. Die 49 Maaten, hatten auch Familie, Frauen, Kinder, Br├╝der, Schwestern. Und all jene die auf der Mouette vielen, beim ersten Angriff der Echsen doch ebenso. Sie werden fallen und nur noch eine Erinnerung sein, mehr nicht. Und ebenso werde ich Antoine das Gesicht rauben. Aber vielleicht hast Du Recht, ich bin immer nur dabei Leute und Dinge auszul├Âschen und zu vernichten. Vielleicht sollten wir wirklich jemanden zur├╝ckholen, dass ist doch wesentlich sch├Âner. Wir werden es Seite an Seite tun, wenn Du das m├Âchtest. Und wir werden dem Lich die Treue schw├Âren m├╝ssen, zumindest werden wir ihm die Opfer widmen. Ich folge Dir wie immer Boldi", stimmte Vano zu.

Boldiszàr
"Dann tun wir das", erwiderte Boldisz├ár, grinste mit seinem gesunden Mundwinkel fast bis zum Ohr und griff l├╝stern in Silvanos Schritt. Er zog ihn daran zur T├╝r und quer ├╝ber das Deck und lie├č ihn erst wieder los, als sie wieder im Beschw├Ârungsraum eintraten.

Silvano de Mancini
"ARGH!", kreischte Vano, packte Boldi am Kragen und sch├╝ttelte ihn. "Wo hat Conni das P├Ąckchen gelassen? Baby wo? Ihn werden wir auch retten, das schuldet uns Tekuro, er muss f├╝r uns mindestens zwei drei Echsen t├Âten, damit wir die gute Seele wiederbeleben k├Ânnen, nicht wahr? Sag doch was", bat Vano. Mancini schaute sich etwas verlegen im Beschw├Ârungsraum um und r├Ąsperte sich. "Einfach weggucken, der Griff war privat", grinste er entwaffnet. "Und alles andere als zart, man echt", lachte er Boldi ins Ohr und k├╝sste drauf. "Du bist einer, ich lieb Dich auch".

Boldiszàr
Boldisz├ár schob Silvano mit einem unterdr├╝ckten Fluch wieder vor die T├╝r. "Welches P├Ąckchen?", zischte er. Er sch├╝ttelte Silvano. "Red Asameisch mit mir!"

Silvano de Mancini
"Was soll das Gesch├╝ttelte?", lachte Vano und k├╝sste Boldi auf den Mund. Er setzte an was zu sagen, musste dann aber lachen. "Du bist schlimmer als ich und das hei├čt was. Na das P├Ąckchen mit Mr. Klaue. Teku hat ihn angefressen und ich m├Âchte ihn wiederbeleben. Boldi, ehe Du jetzt b├Âse auf mich wirst oder wieder anf├Ąngst zu meckern wie wichtig Katzen sind, bitte h├Âr mir erst zu. Mr. Klaue hat hier allen viel bedeutet, er war das Gl├╝ck auf vier Pfoten. Er ist mehr wert als hundert Echsen. Und falls er nicht belebt werden soll, ben├Âtigen wir einen neuen Kater. Ich versuche ja Asameisch mit Dir zu reden, aber Du hast mich an den Eiern rumgeschleudert", prustete Vano.

Boldiszàr
Boldisz├ár st├Âhnte gequ├Ąlt. ┬╗Die Katze! Meinetwegen ... aber sag du das Robby. Mich w├╝rde er f├╝r endg├╝ltig durchgedreht erkl├Ąren.┬ź Er schob Silvano zur├╝ck in den Beschw├Ârungsraum, diesmal an der Schulter, dr├╝ckte ihn auf seinen Stuhl und setzte sich daneben. Nun sehr viel gl├╝cklicher grinste er seinen Vater an.

Silvano de Mancini
Vano setzte sich breit grinsend neben seinen Mann und malte mit einem Finger Spiralen in sein Haar, kurzum er wickelte sich Boldis M├Ąhne um den Finger und kraulte ihm den Nacken. "Das wir toll, aber wir verraten noch nicht was. Eine ├ťberraschung f├╝r Euch", grinste Vano noch breiter, so dass Mercer besorgt einen Blick mit Berzan tauschte.

Berzan Bovier
Berzan zuckte die Geisterschultern und grinste so breit wie die beiden M├Ąnner, die in seiner Erinnerung immer noch hilflose Kinder waren. ┬╗Die Babys hecken einen Streich aus┬ź, mutma├čte er. ┬╗Dann lassen wir sie. Ich habe eure Streiche vermisst. Aber ihr zwei grenzt gef├Ąlligst Belly nicht aus, nur weil er der Gro├če ist und ihr gleich alt seid, verstanden? Mercer, lass uns ein wenig herumschweben und alles anschauen. Ich hoffe, die Hochzeitsvorbereitungen dauern noch, die drei haben uns erst einen Bruchteil von allem erz├Ąhlt, was es zu erz├Ąhlen gab. Und wir ebenso. Komm jetzt.┬ź Berzan schwebte durch die drei ÔÇ║BabysÔÇ╣ hindurch, wobei er bei seinen beiden einen Moment l├Ąnger verharrte. Obgleich der Geist eisig kalt war, sp├╝rten Bellamy und Boldisz├ár eine tiefe v├Ąterliche Liebe, die einer Hand glich, die sich freundlich und warm auf die Schulter legte. Sie sp├╝rten aber auch einen unb├Ąndigen Tatendrang, der den Geist Berzans nicht l├Ąnger an Ort und Stelle hielt. Mit einem letzten Grinsen schwebte er durch die T├╝r nach drau├čen und lie├č einen sehr verdattert dreinblickenden Prince Ciel zur├╝ck, der einen fassungslosen Blick mit Brandur wechselte. Der jedoch l├Ąchelte nur und l├Âschte die Kerzen.

Mercer Desnoyer
Mercer gefiel der Gedanke, ein Streich bedeutete immer auch Liebe. Jedenfalls in ihrer Familie. Er wartete ab was sein Wahlbruder Berzan tat und fand die Idee originell. Er folgte seinem Beispiel und dr├╝ckte seinen Sohn liebevoll, mit Geistesk├Ąlte und Herzensw├Ąrme an sich. "Kleiner Dummkopf, wir haben Dich lieb und haben Dich vermisst. Euch alle", sagte Mercer und verfuhr dann mit Boldi und Bellamy ebenso. "Wir bleiben und feiern mit Euch. Keiner wird hier ausgegrenzt, eine Feier bringt Leute zusammen. Wie Berz schon sagte, nehmt Belly mit ins Boot. Er sieht nicht so aus, als w├Ąre er Streichen abgeneigt", erkl├Ąrte Mercer. Er schwebte zu Ciel her├╝ber und auch der Prince bekam eine eisig warme Umarmung und ebenso Brandur, der Mann ohne denn all dies ├╝berhaupt nicht m├Âglich gewesen w├Ąre. Mercer schaute ihm einen Moment in die Augen und l├Ąchelte. "Nicht jeder Magier ist schlecht, Du bist der Beweis", sagte er freundlich und folgte Berzan hinaus in die Welt der Lebenden, die sie vor so langer Zeit verlassen hatten. Sie waren zur├╝ck, wenn auch als Geister und es konnte keinen sch├Âneren Grund geben als die Hochzeit ihrer Kinder.

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