Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 02 -- Das Schlüsselmuseum

Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
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Oliver Vallis de Souvagne
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Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 02 -- Das Schlüsselmuseum

#1

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » Sa 2. Mär 2019, 12:59

Pierre Agramant de Souvagne
Nachdem sie zuerst Richtung Abgrund geflogen waren, mitten auf der Reise urplötzlich dann auch beziehungstechnisch, musste die Tortue umdrehen. Zwar hatte das Pierre nicht gepasst, aber was tat man nicht alles dafür um seine Ehe zu retten. Also waren sie zum Hof zurückgekehrt. Der Abgrund war gegen Olivers Laune ein flacher Graben. Aber nachdem Oli seinen Frust an dem Kybernetiker ausgelassen hatte und ihm vorher erklärt hatte, wer hier wessen Mann war, waren sie erneut aufgebrochen. Wieder einmal flog die Tortue Richtung Obenza. Die Schilde waren auf voller Leistung, die Antriebe grollten und die Bewaffnung war wie üblich einsatzbereit. Pierre lümmelte sich vorne im Cockpit in einem der Nebensitze und schaute auf die Anzeigen. Er hatte keine Lust sich zu streiten, zumal der Streit seine Schuld gewesen war. Müde beobachtete er Gilian bei der Arbeit und überlegte sich neue Ausreden für den Grund ihrer Reise. »Wir fliegen nicht gleich den Taudis an, wir werden vorher so durch Obenza streifen. Ich möchte mir die vertikale Stadt anschauen«, erklärte Pierre und Gil nickte knapp dazu, dass er verstanden hatte.

Oliver Vallis de Souvagne
Neben Pierre saß sein treuer wie eifersüchtiger Göttergatte. Während Cyrano wieder an der Barrinetta herumjustierte und die ›fünf Kleinen‹ sich im hinteren Bereich des Schiffs beschnüffelten, schlürfte Oliver einen neonpink fluoreszierenden Vitaminshake, der angeblich nach Erdbeeren schmeckte. Er wusste nicht, ob das stimmte, er hatte in seinem Leben noch nie eine Erdbeere gegessen oder auch nur gesehen. »Du warst schon tausend Mal in Obenza«, murrte Oliver, der dieser Stadt nichts abgewinnen konnte. »Aber gut, wenn es dein Wunsch ist ... gibt es da irgendwelche Sehenswürdigkeiten, die ich nicht verpassen darf? Kulturdenkmäler, Museen?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hatte aus Langeweile den Oberkörper über die Lehne hängen lassen, bei Olis Frage richtete er sich wieder auf und musterte seinen Ehemann aus schmalen Augen. Einen Augenblick später grinste er geradezu spitzbübisch über beide Ohren. »Kommt drauf an, was Du als Kultur bezeichnest. In den oberen Bereichen gibt es die schon. Museen von der Geschichte des Stadt-Staates Obenza, Statuen, besondere Häuser, Industriedenkmäler, aber wer möchte so etwas sehen? Das ist doch nur ein billiger Abklatsch von dem Versuch so zu tun, als hätten sie so etwas wie Kultur oder davon nur den Hauch eines Verständnisses. Niemand reist nach Obenza für Kultur Oli, oder meinst Du die Gobos haben dort ein Heimatverein der Obenzaraner gegründet oder einen Karnickelzuchtverein? Obenza steht für all das, was sonst verboten ist. Für das Illegale, für das Verbotene, für das Überschreiten sämtlicher Grenzen und nur der kann die Grenze knacken der es bezahlen kann. Ich habe mir überlegt, ob wir nicht bei einer dieser Gen-Tech-Firmen anklopfen sollten um zu schauen, was sie so im Angebot haben. Was meinst Du Snegle?«, fragte Pierre liebevoll.

Oliver Vallis de Souvagne
»Was reizt dich nur immer am Verbotenen, hm?«, murrte Oliver, langte herüber und kraulte Pierre das weiße Haar. »Gesetze haben ihren Grund. Schlimm genug, dass ich dir das erklären muss. Du bist der Duc. Warum verbietest du in deinem eigenen Land etwas, nur um es dir in Obenza dann hintenherum zu gönnen? Was willst du in einem Gen-Tech-Laden? Noch ein Riesenbaby?« Er nickte nach hinten in Richtung der fünf gewaltigen GMOs, denen Cyrano irgendetwas zum Spielen gegeben hatte, das heißt, ein Geschicklichkeitsspiel, das sie versuchen sollten, auseinander zu bekommen, ohne es kaputt zu machen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre kroch so gut es ging zu Oli herüber um sich an ihn anzuschmiegen. »Du musst mir das nicht erklären, was ich als Duc verbiete hat einen guten Grund. Es gibt Dinge die sollte man sich nicht einpflanzen lassen, konsumieren oder ähnliches da sie die Person oder der Gesellschaft schaden. Sprich ein Süchtiger schadet in erster Linie sich selbst und durch seine Sucht kann er in ein Verhalten abrutschen das letztendlich der Gesellschaft schadet. Und damit schadet er uns. Aber wir müssen auch unseren Feind kennen. Zudem ist das etwas anderes wenn ich etwas tue oder ein normaler Bürger. Es ist auch etwas anderes wenn ein Büttel etwas macht oder? Ich trage eine Gauss-Waffe, sollte die jeder tragen? Nein. Warum nicht? Weil es eine Massenvernichtungswaffe in Handtaschenformat ist. Es wäre also nicht gerade der Gesundheit förderlich, wenn selbst der Metzger oder der Bäcker von nebenan beim Streit zur Gauss-Waffe greift, anstatt zum Dolch. Bei blankem Stahl bleibt dass eine Sache zwischen den Streithähnen. Greift einer zur Gauss ist das ein Problem für den ganzen Block, der dann nicht mehr existiert samt der Einwohner. Ich weiß dass ich manchmal zu neugierig bin oder unvernünftig, aber das nur im privaten Bereich Oli. Ich weiß um mein Amt als Duc und bis jetzt habe ich uns noch aus jeder Scheiße geführt oder unser Land vor jedem verteidigt, der meinte an die Mauer pissen zu können. Woher meinst Du haben wir die Gegenwaffen von manchen Feinden? Industriespionage. Wir schleusen wen ein, klauen alles was nicht niet- und nagelfest ist und bauen eine Gegenwaffe und bauen selbst ein verbessertes Modell. So war es immer, so wird es immer sein Schatz. Aber deshalb möchte ich diesmal nicht nach Obenza. Ich möchte mir ansehen was auf dem Schwarzmarkt so an Aufwertungen im Umlauf ist. Ich möchte nicht im Kampf irgendwem gegenüberstehen und der ist besser aufgewertet als ich. Normalerweise haben wir dafür unsere Leute und die sind dort auch vor Ort, wir haben 3 Einsatzeinheiten momentan in Obenza, ich kann Dir sogar sagen wo zudem haben wir 48 Schatten dort im Einsatz was einzelne Firmen angeht. So haben wir Agent 48-121/43 gerade im Einsatz für Industriespionage bei Patron eingeschleust. Die Infos die er zieht gehen direkt an unsere Firma Ro-Boutique. Und manche kleinen Krauter dort vor Ort haben Maß- und Sonderanfertigungen was Aufwertungen angeht. Ich weiß, man darf sich davon nichts implantieren lassen, es könnte mögliche Schadsoftware aufgespielt sein. Aber ich habe mir da schon einiges gekauft, allerdings nicht verwandt oder so. Sondern in die SouvSec liefern lassen zwecks Nachbau, siehe die Handcanon. Sie ist auch sowas. Kurzum ich will nur ein bisschen stöbern, gönn mir den Spaß Oli«, bat Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Stöbern«, wiederholte Oliver skeptisch. Sein Blick bei Pierres minutenlanger Tirade von aneinander gereihten Ausreden sagte alles, aber leider konnte er seinen Mann nicht in der Öffentlichkeit kritisieren, was Pierre natürlich schamlos ausnutzte. »Gut, einverstanden. Wenn du vorher mit mir in ein Museum gehst oder in eine Kunstgalerie. Ach so, Felix braucht noch Klamotten.«

Pierre Agramant de Souvagne
»In ein Museum, wir haben Zuhause tausende wirklich erstklassige Museen aber Du musst in Obenza in ein Museum gehen? Wobei ich weiß eins, es gibt da ein Sexmuseum, da gehen wir rein«, lachte Pierre und knuffte Oli. »Es gibt da auch ein Museum für magische Artefakte und sogar ein Museum über Schlitzer, eine Ausstellung über die gefährlichsten Mörder und Serienkiller die in ihrer jeweiligen Zeit über das Anlitz Asamuras gezogen sind. Und es gibt ein altes Industriemuseum, wie Maschinen früher aussahen, da war ich schon drin, das hat was. Du kennst mich eindeutig zu gut, wobei zu gut gibt es nicht. Auf ein Wort in unser Quartier?«, bot Pierre an.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich will kein Sexmuseum und auch in kein Waffenmuseum, ich möchte mir eines über Kulturgeschichte anschauen«, ärgerte sich Oliver. »Woher kommt eigentlich diese Fixierung auf das Fleisch, hm? Entweder musst du dich ficken lassen oder an dir rumschnippeln lassen. Ehrlich, Pierre, das ist nicht mehr gesund, ich mache mir Sorgen.« So erhob Oliver sich und begleitete seinen Mann ins Quartier.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre folgte seinem Mann und ließ ihm bewusst den Vortritt in sein Quartier um ihm auch mit der kleinen Nettigkeit zu zeigen, dass er ihn liebte. Kaum im Quartier schloss Pierre hinter ihnen ab und verriegelte die Tür. `Weil es ein Ausgleich zur Vergeistlichung ist. Wir sprechen normalerweise nonverbal, wenn wir durch unsere Welt laufen, sehen wir Hinweise, Zusatzhinweise, Informationen und so weiter die wir auf das HUD eingeblendet bekommen. Was weiß ich, Shuttle nach Beaufort - Ankunft in 3 Min. Jemand ohne Interkom oder Chip und ohne Augenaufwertung sieht diese »Hinweis-Schilder« nicht einmal. Wir haben vieles in unserer Welt was keine physische Existenz hat - wie eben diese Schilder. Würde ich meine Hirnimplantate abschalten, wäre schlagartig der Schilderwald weg und so einiges mehr. Man kann ohne leben, dass siehst Du an Max, aber ohne zu leben hat auch extreme Nachteile. Allein schon der Informationsmangel für ganz alltägliches. Lange Rede, für das was nur in unserem Kopf existiert, auf techischer Ebene - benötige ich einen Ausgleich. Ein Gefühl, dass ich nicht auch eines der Schilder bin. Meist wenn ich auf das Hive zugegriffen habe, da fühle ich mich für Stunden oder Tage danach noch als wäre ich... nicht existent, als wäre ich verflüssigt... ich kann es nicht beschreiben. Wenn ich trainiere, wenn ich Sex habe oder meine Implantate untersuchen lasse spüre ich meinen Körper. Auch eine lange Übermittlung, aber ehrlich. Der Rest von dem was ich Dir draußen sagte ist auch Fakt - aber deshalb möchte ich da gar nicht schnüffeln. Ich habe einfach Bock drauf und keine Lust auf viel Tam Tam, Du verstehst? Und nebenbei dachte ich Du hättest gerne Sex mit mir. Nun es ist ja nicht nur Sex. Ich liebe ebenso einfach Deine Nähe. Ich habe vier Ehefrauen und einen Ehemann, ich bin gerne mit Euch zusammen, aber seltsamerweise fühlte ich mich nur bei Dir sicher und gut aufgehoben. Bei allen anderen habe ich für die Sicherheit zu sorgen. Und Du bist ein Kerl, durch und durch so wie Max. Er ist ein uraltes souvagnisches organisches Relikt, aber Du bist ein Souvagner aus meiner Zeit und Euch... Männer gibt es nur noch bei den Bluthexern. Das macht einen Unterschied, ich mag Dein Gefühl, Deinen Geruch und Deine Art wenn Du aggressiv wirst. Da schlummert immer noch etwas anders drin als bei mir. Ich liebe Dich Oli, ich hatte nicht vor Dich zu ärgern. Ich ärgere Dich viel zu oft und ich ärgere Dich oft bewusst, einfach so als Neckerei. Spaß ist wenn beide drüber lachen, aber Dir ist das Lachen letztens vergangen und das wollte ich nicht. Aber diesmal habe ich keinen Blödsinn vor, nur gucken, einkaufen und dann weiterreisen. Wegen unserem Baby, sorge dafür das es die bestmögliche Gesundheit erhält, Du weißt warum. Von sechs Brüdern bin nur ich übrig. Es hat einen Grund warum ich Auri beschütze wie nichts anderes, nicht mal Dich oder mich selbst. Er raucht, wusstest Du das? Na das war nicht unser Thema, aber es ist mir gerade eingefallen. Sei wieder lieb mit mir, bitte´, bat Pierre nonverbal.

Oliver Vallis de Souvagne
›Ich bin immer lieb, Pierre, auch dann, wenn ich böse bin‹, antwortete Oliver und nahm seinen Mann in die Arme. Liebevoll streichelte er seinen Rücken und seinen Hals, seine Schultern und seine Wangen. ›Man kann den Körper auch anders spüren, als durch Herumgeschnippel und durch Sex, wusstest du das? Schau die dicken GMOs im Hinterschiff an. Sie hocken alle nebeneinander, so dass sie sich berühren, selbst dann, wenn der Platz eigentlich ausreichen würde. Sie streicheln sich einfach mal so zwischendurch, oder knuffen oder schmusen. Das hat bei ihnen nicht zu heißen, dass sie Sex wollen, sie mögen sich einfach und sie mögen die Berührungen. Wenn du deinen Körper mehr spüren willst, kann ich dich auch mehr liebkosen. Fehlt es dir, bin ich dir zu weit weg? Und was ist mit einem Whirlpool oder einer Wechseldusche, heiß und eiskalt? Meinetwegen auch Akupunktur. Oder wie wäre es mit Kampfsport? Es muss doch nicht immer ... so was sein, Schatz. Oder muss es das?‹

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre umarmte Oliver, drückte sich genüsslich an ihn und schaute zu ihm auf. Sein Mann war ein gutes Stück größer, aber das störte Pierre nicht. Er liebte es wie viele andere Kleinigkeiten die eigentlich bedeutungslos für eine Beziehung waren. Er dachte genau über Olis Worte nach und nickte zustimmend. `Nein so muss es nicht sein, es stimmt mir fehlt Nähe. Nur weil ich mehrere Ehepartner habe, heißt das nicht, dass ich mehr Nähe hätte als andere. Im Gegenteil, wir leben meist allein, gleich welcher Duc. Eigentlich Unsinn, sich so wie die Tuteurs die Nähe zu zeigen hat was. Etwas infantiles, unschuldiges und liebes. Kampfsport? Oli ich mache täglich mehrere Stunden Kampfsport, das gibt mir kein Körpergefühl, weil die meisten Angriffe nicht mehr bewusst erfolgen. Dafür sind sie zu schnell, es ist meist ein Automatismus. Einer greift so an, dann reagiere ich automatisch auf Abwehr oder so wie ich es seit Ewigkeiten trainiere. Pflichtprogramm, wenn man am Leben bleiben möchte. Etwas das man bekämpfen kann, sollte man bekämpfen, wenn es einen bedroht. Es gibt leider genug, wo das nicht funktioniert. Das mit der Dusche oder dem Blubberbad, das gefällt mir. Wir könnten zu zweit planschen. Pass auf, ich habe Dich eingeladen hier mit mir mein Quartier zu teilen. Scheinbar kommt jeder von uns mal an den Punkt, wo er sich das selbst wünscht, also frage ich Dich ob Du bei mir einziehen möchtest. Dauerhaft, kurzum für immer. Also nicht im Palast, sondern tatsächlich bei mir. Ich werde es mir auch angewöhnen mit Dir öfter auf Tuchfühlung zu gehen. Ich mache es gerne wenn Du schläfst. Dann lege ich mich manchmal für ein paar Minuten dazu, bevor ich zum Training muss. Ich sage Dir da nichts, weil ich Dich nicht wecken möchte. Aber das ist auch schön, noch fünf Minuten schlafen und das bei Dir. Soll ich Dir was richtig blödes sagen? Wo Du so eifersüchtig warst und zugelangt hast, das hat mich stolz gemacht. Und nebenbei ich war noch nie in diesem Sexmuseum. Nur zu Deiner Info´, lachte Pierre über Interkom.

Oliver Vallis de Souvagne
›Warum sagst du mir so was nicht einfach‹, stöhnte Oliver. Er umarmte Pierre felsenfest und küsste ihm den Kopf. ›Klar, ich ziehe gerne zu dir. Der größte Aufwand dabei ist vermutlich das herüberbuckeln lassen meines Krempels und die Installation meines Ritualraums. Ich dachte, du brauchst vielleicht deine Freiheiten, da du immer wieder auf Reisen gehst. Und ich möchte dich nicht noch mehr von mir forttreiben. Drum habe ich mich ein wenig zurückgezogen und mich um deinen Neffen gekümmert. Pierre, ich bin dein Mann. Wenn du mit mir nicht über deine Sorgen und Wünsche redest, mit wem dann, hm? Wer ist überhaupt zur Zeit dein Leibdiener?‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Dir oder einer meiner Frauen vielleicht. Aber wir beide haben ein anderes Verhältnis zueinander, also sollte ich es Dir sagen. Abstand habe ich genug Oli, wenn ich alles soviel hätte wie Abstand. Mein Leibdiener ist Florentin, mein Companion-Bot. Ich kann auch zu Dir ziehen, immerhin habe ich nicht soviel umzuräumen wie Du, was die Sache vereinfacht und vielleicht auch ganz logisch wäre. Ich komme zu Dir, ich möchte schließlich auch was von Dir. Das Du Dich um Cy kümmerst ist echt lieb. Max liebt ihn auch, scheint ihn an sein eigenes Küken Ciel zu erinnern. Er geht so mit ihm um, als wäre es sein eigener Sohn. Falls ich Freiheiten brauche, werde ich es Dir sagen. Also abgemacht? Möchtest Du auch etwas kaufen für unterwegs, wir können auch was essen gehen. Ich habe dort mal Ente gegessen, also kein Synt-Fleisch, echte Ente. Hat seltsam geschmeckt, knusprig´, übermittelte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
›Echtes Fleisch, das hat auch Cyrano neulich probiert. Mit Pflanzenblättern darauf. Er meint, er möchte eine Diät ausprobieren von anno dazumal, weil die Souvagner früher gesünder gewesen seien, als wir heute. Ich finde es barbarisch, Fleisch von lebenden und empfindsamen Geschöpfen zu verzehren, aber macht ihr mal nur. Ich muss die dumme Frage stellen, hat in zwischen jeder Adlige außer Cyrano einen Droiden als Leibdiener? Ich habe die Entwicklung nicht so ganz verfolgt. Du willst wirklich zu mir in den Tempel ziehen? Überlege es dir gut, nicht alle Bluthexer sind so freundlich und charmant wie ich. Die meisten sind Leuten außerhalb des Ordens gegenüber ziemliche Stinkstiefel. Sie halten sich für etwas Besseres.‹ Oliver küsste Pierres Stirn. ›Ich mag es nicht, wenn du dauernd woanders rumvögelst‹, murrte er. ›Ich kann dir nichts vorschreiben, aber du sollst wissen, dass mich das extrem unter Stress setzt. Wenn du fort bist, ist für mich immer sofort klar, was du dann tust. Wenn du jemanden magst, kann ich mir sicher sein, dass du auch spitz auf sie oder ihn bist. Das gibt mir das Gefühl ... nicht gut genug für dich zu sein. Vollkommen ersetzlich, austauschbar durch jeden dahergelaufenen Penner und jede blöde Pute.‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Das bist Du aber nicht! Der blöde Penner oder die blöde Pute bin ich! Andere vögeln rum, um wen anderes im Bett zu haben. Ich habe rumgevögelt und dachte dabei an Dich. Blöder kann man nicht sein. Keine Ahnung was ich mir dabei gedacht habe. Wenn ich ehrlich bin habe ich nichts gedacht, außer das ich spitz auf Dich war und mir Ersatz gesucht habe. Was ich nicht hätte tun müssen. Keine Ausflüchte Dir gegenüber, ich unterlasse es zukünftig und wenn ich irgendwohin unterwegs bin, nehme ich Dich mit. Ich habe Dich nicht geheiratet um Dich mies zu behandeln oder ein ein Arschloch Dir gegenüber zu sein Oli. Ganz sicher nicht und das letzte was ich möchte ist Dich verletzten. Es kommt nie wieder vor´, antwortete Pierre und schwieg einen Moment. `Nun ich bin der Duc, ich darf wohnen wo ich möchte. Oder etwa nicht?´, schmunzelte er.

Oliver Vallis de Souvagne
›Na, überleg dir das noch mal, wenn du es dir dann angeschaut hast. Innerhalb des Bluttempels giltst du nicht als Duc, sondern als einer unter vielen. So ist es seit jeher Tradition. Du musst dir dann das alltägliche Gebaren der Bruderschaft antun. Für mich normal, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Nicht-Bluthexer unsere Art und Weise manchmal als nervenaufreibend empfinden. Stell dir einfach hundert Olis vor, die ununterbrochen klugscheißen und sich über deine Art, zu leben, mockieren. Nicht, weil sie etwas gegen dich haben, sondern weil sie dir helfen möchten, so wie ich. Bluthexer sind die loyaltsten Partner und Freunde, die man sich nur wünschen kann, aber sie können auch ganz schön ätzend sein. Sogar mir gehen sie manchmal auf den Keks. Ich nehme dich beim Wort. Kein Fremdvögeln mehr. Streck einfach den Hintern raus oder kuschel dich von hinten an mich an, dann weiß ich, was du brauchst. Oder frag mich einfach. Beantwortest du mir bitte noch meine Frage? Hat in zwischen jeder Adlige außer Cyrano einen Droiden als Leibdiener?‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Gut dann wohnen wir doch besser bei mir und wir lassen Dir einfach einen zweiten Ritualraum einrichten. Ich weiß dass Du es nur gut meinst und wir ticken auf die gleiche Art und Weise, darum verstehen wir uns intuitiv. Aber das nützt nichts, wenn wir nicht ordentlich miteinander reden. Zukünftig sage ich was ich mir wünsche, Du kannst schließlich keine Gedanken lesen. War kurzsichtig und unfair von mir Oli. Du fragst mich Sachen Oli, wie kommst Du denn darauf, dass jeder Adlige einen Droiden als Leibdiener hat? Du ganz ehrlich, das ist die freie Wahl eines jeden. Du kannst Dir gerne einen Droiden anschaffen, oder einen Leibdiener aus Fleisch und Blut. Der Vorteil an einem Droiden ist natürlich, wenn Du ihn auf Dich eichst, ist er Dein Kumpel. Bei einem Souvagner weißt Du nicht, ob die Chemie stimmt. Dass musst Du herausfinden, wobei es gibt auch Personen da weiß man sofort, dass passt oder es passt nicht. Bei mir hat das einfach den Grund ein Droide ist High-Tech und Du kennst meinen Tech-Spleen, ich muss jede High-Tech haben, gleich ob Aufwertung, Schiff und und und. Keine Ahnung wieso. Letztens hatte ich mir sogar überlegt mir für den Haushalt welche anzuschaffen, aber ich habe es verworfen, da Auri meinte es wird irgendwann zu unpersönlich nur unter Maschinen zu leben. Nun da hat er Recht, aber die meisten Modelle verfügen ja bereits über E-Mote also sie »fühlen«. Gut das lässt der Kurze nicht gelten und in einigen Bereichen ist es vielleicht doch schöner, einen Souvagner in der Nähe zu haben als eine Souvagnische Maschine. Wenn ich es beurteilen soll, da ich keine Basisdaten gezogen habe, würde ich sagen viele Männer schaffen sich Droiden an, Frauen haben lieber eine souvagnische Zofe. Ich könnte Dir jetzt die Daten ziehen bezüglich der Anmeldungen für Companion-Bots also die Halterdaten, aber so genau möchtest Du es sicher gar nicht wissen. Super finde ich auch die kleinen Lerndroiden, die sehen knuffig aus und haben einen gigantischen Wissenspeicher. Auri hat selbst einen, den in Teddyform. Aber gut das ist was anderes. Wieso möchtest Du einen Droiden?´, fragte Pierre begeistert.

Oliver Vallis de Souvagne
›Ich habe schon einen. Ich habe ihn auf einer Auktion erworben, wo er als Schlacht-Droiden verkauft wurde, also zum Ausschlachten für Bastler. Er ist ziemlich hinüber, aber er sah aus wie ein Bluthexer. Es klingt albern, aber er tat mir leid, obwohl er nur eine dumme Maschine ist. Nun liegt er bei mir in der Rümpelecke und ich weiß nicht, was ich mit ihm machen soll. Ich habe an ihm herumgeschraubt, aber du kennst mich ja, ich kann nicht mal eine Barrinetta vernünftig bedienen, weil alles über Interkom läuft. Ich fände es klasse, wenn man ihn so umbauen könnte, dass er auf Worte reagiert, auf Mimik und Gestik und nicht auf Gedanken. Geht so etwas?‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Natürlich geht das, die Funktion heißt ganz schlicht »Vokal«, passende Software aufspielen und er reagiert darauf. Normalerweise hat aber jeder Droide die Funktion. Vielleicht wurde sein Speicher komplett gelöscht? Wenn Du möchtest, mache ich ihn Dir fit. Da ergänzen wir uns erstklassig, sowas bekomme ich hin. Das ist nicht albern Oli, Mitgefühl ist niemals albern. Manchmal ist es nur fehl am Platz, aber albern ist es nie. Und eine Maschine wie ein Droide hat ein Leben lang wem gedient und wird dann weggeworfen. Bei so einem Gedanken bekomme ich Mitleid, hat das Wesen nicht etwas anderes verdient? Für mich sind sie synthetisches Leben. Schau ein normaler Souvagner ist schon kein Mensch mehr, nichts natürliches sondern ein Produkt das im Labor optimiert wurde. Ein Cyborg ist ein Souvagner der mit Technik aufgewertet wurde. Eine Mensch-Maschine, wenn Du das Wort Mensch für uns gebrauchen möchtest. Und ein Androide ist die Weiterentwicklung eines humanoiden Roboters. Wenn es fühlen kann, wenn es seine Existenz in Frage stellen kann, wenn es sich fragt ob es lebt - lebt es. Ob dieses Leben aus dem Schoß einer Mutter stammt, aus keinem Klonetank, oder aus einer Werkshalle, wer hat da zu werten? Schau Dir doch die ganzen jämmerlichen Feiglinge an, die außerhalb Souvagnes leben und uns für Freaks halten. Vor allem die noch weiter hochgezüchteten GMOs wie die Tuteurs oder die Cyborg. Wie viele der Inhumanoide waren gegen die Gentechnik? Wieviele waren gegen die Kybernetik, wieviele waren gegen optimierte Lebensmittel? Wo sind sie denn heute alle? Tot Oli. Schau wenn jemand all das nicht mag und im Kampf ein Bein verliert, muss er es nicht im Tank nachzüchten lassen. Er benötigt auch keine kybernetische Protese, niemand verbietet ihm zu kriechen wie ein Wurm. Taten sie das? Nein. Heuchler allesamt. Von daher, Du empfindest für ihn Mitleid, dann ist es so, lass Dir da nicht reinreden. Was ist es denn für ein Modell? Wir haben hier an Bord unter anderem zwei Med-Droiden, sie sehen natürlich nicht menschlich aus, aber das müssen sie auch nicht. Komm mal mit´, grinste Pierrre und führte Oliver auf die Krankenstation. `Hier sind sie. Wenn sie Dir nicht mehr helfen können, dann nur noch jemand wie Du Oli´, sagte Pierre stolz.
Med-Droide

Oliver Vallis de Souvagne
›Die Med-Droiden sind eine sehr gute Sache. Ich habe absolut keine Ahnung, was für ein Modell er ist. Mit so etwas habe ich mich genau so wenig befasst wie mit Waffen oder Fahrzeugen. Er ist mit schwarz-weißem, matt-beschichtetem Metall verkleidet. Vielleicht ist es auch kein Metall, sondern irgendein Kunststoff, aber das musst du dir anschauen. Er hat orangefarbene Lampen als Augäpfel. Insgesamt sieht er sehr menschlich aus. Als würde er nur ein Kostüm tragen. Aber er funktioniert nicht mehr richtig. Ich habe ihn an die Aufladestation angeschlossen und hoffe, dass er in der Zwischenzeit nicht komplett den Geist aufgibt. Wäre wirklich lieb, wenn du ihn dir zu Hause mal anschauen könntest. Wie lange dauert der Flug, wir müssten doch bald da sein, oder?‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Mache ich absolut gerne für Dich, Sekunde...´, antwortete Pierre und verharrt einen Moment, als er sich mit dem Bordcomputer der Tortue verband. `Ankunft in 12 Minuten Ortszeit Beaufort. Ja wir sind gleich da, wir landen in einem der Mittleren Distrikte, also schön bei mir und der Gruppe bleiben. Dein Droide kann auch aus einem Verbundstoff sein. Zivile Droiden werden meist aus weicherem Kunststoff oder Verbundstoffen hergestellt, damit sie nicht versehentlich ihre Besitzer verletzten. Bei TWE - also Technischen Waffen-Einheiten ist das nicht der Fall. Sie sind selbstverständlich aus Nanoüberzogenem Stahl und verfügen zudem über Schildgeneratoren also Schutzschirmen wenn Du so möchtest. Sie müssen wesentlich härteren Belastungen standhalten unter anderem Beschuss, Strahlung, EMP-Angriffen und was weiß ich noch alles. Es gibt aber auch die Kombi von beidem, Droiden die beides sind, wo der Status frei wählbar ist. Sie sind automatisch auf die höchste Sicherheitsstufe ausgelegt und kosten dementsprechend. Wenn Du ihn nur als Leibdiener möchtest bitte. Du kannst ihn aber auch als Kriegsmaschine einsetzen. Die sind natürlich nur unter gewissen Voraussetzungen erhältlich wie die Tuteurs. Du kannst nicht im Supermarkt drei Pfund Mett und eine Waffenheitheit kaufen. Komm wir gehen zurück nach vorne´, bat Pierre und küsste Oli fest und liebevoll.

Pierre Agramant de Souvagne
Die Tortue war mit Höchstgeschwindigkeit nach Obenza geschossen und drang nun in die vertikale Stadt ein. Gillian ging mit dem Panzerschiff runter. Kurze Zeit später durchbrachen sie die Dunstdecke des Smogs und ein unendlicher Hüttendschungel tat sich vor ihnen auf. Soweit das Auge reichte grau, braun, blau der Wellblechhütten in sämtlichen Farben und Schattierungen. Gil ging noch weiter runter und flog gemächlich über Hüttendächer hinweg. Zeitgleich hielt er Ausschau nach einem geeigneten Landeplatz. Er fand keinen. Was für ihn und die Tortue kein Problem darstellte. Gillian ließ das Panzerschiff leicht seitlich kippen und im Anschluss eine 360 Grad Drehung beschreiben. So räumte er binnen kürzester Zeit einen Landeplatz frei. Die Sensoren meldeten so viel Lebensformen in verschiedenen Formen und Größen, dass es schier unmöglich war zu sagen was dort alles in Obenza lebte. Vor allem in den tieferen Gefilden spielten die Anzeigen regelrecht verrückt. Die Tortue setzte sanft auf und die Triebwerke schalteten ab. „Da wären wir“, sagte Gillan gut gelaunt.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano ließ erst einmal die Mannschaft aussteigen, damit Alfie in Ruhe sein Geschicklichkeitsspielzeug aufräumen konnte. Es war fürchterlich verbogen, aber nicht kaputt gegangen. »Das sieht schon gut aus, Alfie. Du wirst sehen, bald kannst du deine Kraft genau so dosieren, wie du sie brauchst. Dann kannst du mit deinen Händen entweder riesige Gewichte heben oder auch ganz feine Dinge benutzen, für die du nur die Fingerspitzen brauchst.« Er wandte sich an Pierre. »Was machen wir mit Felix, Onkelchen?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre band sich die Haare zu einem Zopf zusammen und schaute Cyrano nachdenklich an. »Ich würde sagen, er bleibt an Bord. Hier kann ihm nichts geschehen. Ihn mit nach draußen zu nehmen, wäre zu gefährlich. Zudem zuviele unabwegbare Variablen. Ihn könnte jemand wiedererkennen, oder seine Produktionsreihe. Er bleibt hier, dass ist für uns ebenfalls sicherer. Oder meinst Du er kann nicht allein bleiben?«, hakte Pierre nach, während Kabir gähnend an ihnen vorbeischlurfte und sich seine Brille aufsetzte. »Felix heißt der Glückliche, ob der so glücklich ist, wenn er hier bleiben muss? Ich glaube das hält er noch nicht aus. Er ist doch erst ein paar Tage alt oder? War das nicht so?«, fragte Kab und strich sich nachdenklich über die Glatze.

Bolek Bovier
Bolek saß gemütlich zwischen Mitch und Zibet, der sich an ihn gelehnt hatte und dem er nebenbei den Rücken kraulte. »Ja, er ist noch winzig, unser Glückspilz. Aber sie haben ihm inzwischen einen Chip eingesetzt, glaube ich. War doch so, oder? Die erste Idee war, ihn mitzunehmen, damit er sich Blut organisieren kann. Besser hier als in Souvagne. Auf der anderen Seite könnten wir ihn auch einfach mit Synthblut füttern und behaupten, er hätte eine Allergie, dass er sich davon ernähren muss.«

Pierre Agramant de Souvagne
»Verträgt er Sonnenlicht?«, fragte Pierre in die Runde. »Nun normale Vampire vertragen es nicht, aber Felix bestimmt. Vermute ich jedenfalls, warum sollte man sonst einen Vampir im Reagenzglas zeugen? Er muss eine Eigenschaft haben, die normale Vampire benötigen - er ist Tageslichttauglich - ich wette drum«, grinste Kab, was bei dem Psi unheimlich aussah. Mitch zog fragend eine Augenbraue hoch, er kannte Kabirs zurückhaltende Art. Er war noch schneller mit der Waffe als mit dem Maul und das Maul war schneller als der Verstand. »Das würde ich lassen, nacher schiebt Felix glücklich dienst in einer Eieruhr, keiner weiß es«, warnte Mitch. »Ich sagte auch nur, dass ich es vermute, nicht das ich es weiß. Er kann ebenso draußen sterben, dass ist klar«, sagte Kab freundlich.

Bolek Bovier
»Das probieren wir nicht im Sonnelicht aus, ich habe ihn nachts geholt. Können die Med-Droiden nicht seine UV-Beständigkeit scannen?«, fragte Bolek, ohne Anstalten zu machen, aus seiner gemütlichen Kuschelposition aufzustehen, bevor nicht klar war, was getan werden musste. »Ich denke auch, dass er irgendeine verborgene Eigenschaft hat. Alles andere macht keinen Sinn. Aber ob es ausgerechnet die ist?«

Kabir
»Natürlich ist es diese Fähigkeit, es ist die signifikante Schwäche aller Vampire. Oder meinst Du die behandeln genetisch Reizhusten?«, fragte Kabir und putzte seine Brille,ehe er seine P8 entsicherte und holsterte.

Bolek Bovier
Bolek zuckte die Schultern. »Das beantwortet aber immer noch nicht meine Frage, ob man das nicht scannen kann, ob er UV-Strahlung verträgt. Egal, es ist ohnehin nacht, hoffe ich und im Taudis ist es finster. Dort kann er frei herumstromern. Ist mit seinem Chip alles gut gegangen?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute sich die beiden an und musste schmunzeln. »Doch das kann man testen, man kann Felix auch ein Stück mit UV bestrahlen. Aber dann hätte er im schlimmsten Fall an der Stelle eine Verbrennung. Wir können ein DNS-Screening von ihm ziehen und wissen dann mehr. Aber wie Du schon richtig sagst Bolek, dort ist es dunkel und in den Gassen auch, zudem ist es nacht. Also falls Du ihn mitnehmen möchtest, musst Du auch für den Kurzen den Babysitter geben. Cy? Deine Entscheidung, was sagst Du dazu?«, fragte Pierre.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Wenn sein Chip funktioniert, warum nicht? Wir wollten versuchen, ihn mit seiner wahren Natur zu konfrontieren und sehen, ob er uns dennoch freundlich gestimmt bleibt. Auch als Vampir. Wo kann man es besser testen als hier? Wenn es schief läuft, bringen wir ihn in das Labor zurück, das ihn entwickelt hat.«

Pierre Agramant de Souvagne
Kabir starrte Cyrano verdattert an, senkte aber dann schnell den Blick. »Ich habe keinen Zweifel an der Freundlichkeit des Babys, sondern an seiner Sicherheit Cy. Aber gut, nehmen wir ihn mit. Oli? Trommel bitte die restliche Mannschaft zusammen, wir rücken ab«, bat Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
›Abrücken‹ brüllte Oliver via Interkom, in einer Lautstärke dass Cyrano sich den schmerzenden Kopf rieb. Er nahm seine Barrinetta zur Hand und öffnete die Luke. Mit einem hydraulischen Zischen klappte sie nach unten, als wäre sie das Maul der fliegenden Schildkröte, die sie hierher gebracht hatte. Oliver marschierte nach draußen, begutachtete den Schuttberg, den Gil mit der Tortue erzeugt hatte, um Parken zu können und schaute sich um. Dabei stöberte er im Courant herum oder versuchte es. ›Schlechter Empfang, reicht der Courant überhaupt bis hierher oder ist er auf Souvagne beschränkt? Ich wollte schauen, wo es hier zu den Museen geht.‹ Dafür erntete er einsynchrones Lachen von Zibet und Iltis.
»Der war gut«, feixten sie, verstummten aber, als Oliver sie mit seinem Blick durchbohrte und feststellen mussten, dass dies keineswegs ein Scherz gewesen war.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre gesellte sich zu seinem Mann und küsste ihn. »Du bist eine Marke, der Courant ist nur in Souvagne zu empfangen. Hier kannst Du nur mit Deinen Kollegen einzeln via Interkom kommunizieren oder im Flow, also in einem Gruppengespräch. Andere Orte haben etwas ähnliches wie den Courant, aber ich würde nicht darauf zugreifen, ich habe es schon getan, aber ich habe auch andere Möglichkeiten sprich andere Sicherheitsschranken. Du nicht, also lass das bitte. Was möchtest Du denn wissen? Das was Dir hier kein Courant sagt, sagt mir der Puce. Also?«, fragte Pierre und schaute sich zufrieden das Trümmerfeld an, dass sein Schiff hinterlassen hatte. Die Truppe sammelte sich langsam draußen und als alle zusammen waren, rückten sich gemeinsam Richtung Einkaufspassage ab.

Oliver Vallis de Souvagne
»Das erklärt, warum ich den Courant nicht empfange«, grübelte Oliver. Missgünstig beobachtete er, wie Bolek den nackten Vampir mit nach draußen nahm, der sich staunend umsah und keine Angst zu haben schien. »Ich hatte vorhin extra noch gesagt, wir brauchen Klamotten für den«, ärgerte er sich, während Felix stehen blieb und einen Stein aufhob, um ihn zu betrachten. »Ich wollte wissen, wo das Museum ist, welches, ist nicht so wichtig, Hauptsache, kein Sex-Museum. Ein bisschen Kultur, wenn wir schon andere Länder bereisen.«

Pierre Agramant de Souvagne
»Das mit der Kleidung habe ich vergessen. Am ersten Stand kaufen wir ihm direkt welche. Warte bitte«, sagte Pierre und griff auf seine Puce-Bio-Chip zu, allerdings rein auf die Infodatenbank. »Die Kunst-Museen befinden sich in den oberen Distrikten, dort sind auch einige Galerien, wo Du Kunst kaufen kannst. Das Industriemuseum befindet sich auf der 7. Etage im Gobo-Distrikt, Ecke 24te. Das Mördermuseum befindet sich zwei Blocks weiter. Dann gibt es noch ein Schlüsselmuseum, ein Museum über Obenza und dessen Entstehung, sprich die ganze Geschichte, es gibt ein Naturkundemuseum und es gibt ein Forschungsmuseum. Such es Dir aus Oli, wir folgen Dir. Die Datenbank vom Puce ist so aktuell wie die Infos die eingespeist wurden. Das was ich neues sammelte füge ich ein und ein anderer Souvagner benötigt genau die Info. Das Wissen wird im Hive also im MAX gesammelt und wer es benötigt, fragt es ab. Darüber läuft die Infoschnittstelle des Puce. Nur zur Info«, sagte Pierre freundlich und legte ihm einen Arm um die Hüfte.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ein Schlüsselmuseum? Vom Eisenschlüssel zur elektronischen Fußfessel. Vom Türschloss zum Datenschutz, Schlüssel im Wandel der Zeiten, ein ewiger Tanz zwischen Dieben materiellen und geistigen Eigentums und Eigentümern zu schützender Objekte. Das hört sich doch gut an! Wir gehen ins Schlüsselmuseum.« Die langen und vereinzelt verstörten Gesichter seiner Gefährten ignorierend, legte Oliver den Arm um seinen Mann, knutschte ihn auf den Scheitel und marschierte los, wobei er seine Barrinetta als Gehstock zweckentfremdete.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre führte seinen Mann und selbstverständlich auch die Gruppe durch Obenzas 7 Etage. Alles was nicht direkt an der Oberfläche lag, war hier automatisch überdacht, so dass man schnell das Gefühl hatte, sich in einem gigantischen Wolkenkratzer zu befinden, obwohl Obenza eine gewaltige Stadt war, die aus tausendene verschiedener Türme, Wolkenkratzer und anderer Gebäude bestand. Sie standen nur so dicht an dicht, dass es wie ein Guss wirkte. Zudem waren sie auf den tieferen Etagen auch mit Steegen und Brücken verbunden worden. Pierre schaute durch sämtliche Sichtmodi während sie durch die Gassen liefen, damit ihnen niemand zu nah auf die Pelle rückte und er eine Gefahr rechtzeitig erkannte. Seine Sensoren verfügten über Technik, binnen Sekunden ein Gesicht zu digitalisieren und Menschen so ausfindig zu machen. Wenn Pierre jemanden suchte, würde er ihn sofort aus einer Menschenmasse herauspicken können. Genauso funktionierte die Überwachung im Umkehrschluss. Tauchte dass ein und selbe Gesicht permanent ständig in einem kurzen Zeitfenster in seiner Nähe auf, wurde der automatische Alarm ausgelöst. Zeitgleich wurde die Person für sein Gesichtsfeld „markiert“, so dass er den Verfolger abschütteln oder mit einem gezielten Schuss töten konnte. Mit derselben Technik wurde ausgerechnet, wie lange ihn jemand beobachtete. Diesen Modus nannte sich Blickparallaxe. Ein normaler Augenblick fiel durchs Zufallsraster, dafür gab es Maximalwerte welche zwischen sämtlichen Völkern und Spezies wie auch deren Kulturen schwankten. Überstieg ein Blick aber diesen Zeitwert, konnte man 98% im Nahkampf mit einem Angriff rechnen und die Kybernetik löste rechtzeitig Alarm aus. Ein bequemes Frühwarnsystem, das ihm rechtzeitiges Handeln ermöglichte – und sein Körper reagierte binnen Sekundenbruchteilen im Kampfmodus. Pierre blieb vor einem Gebäude stehen und deutete darauf. »Das Schloss- und Beschlägemuseum ist das einzige wissenschaftlich geführte Museum für Schließ- und Sicherheitstechnik. Wir alle schließen mehrmals täglich Schlösser auf und zu, ohne uns je Gedanken darüber zu machen, was wir da eigentlich in Bewegung setzen und welcher Entwicklung es bedurfte, unsere modernen Schlösser herstellen zu können. Die Geschichte der Sicherheitstechnik begann bereits vor weit über 1.000 Jahren und entwickelte sich in engem Verhältnis zu Kultur und Lebensweise der Menschen stetig weiter. Folgen Sie uns auf eine spannende Reise durch über 1.000 Jahre Erfindergeist im Dienste der Sicherheit!... Das steht dort, wenn man ein HUD hat«, erklärte Pierre freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Worauf warten wir dann noch? Danke, Liebling, jetzt weiß ich, dass du mich noch liebst!« Glücklich marschierte Oliver ins Innere und betrachtete den Eingangsbereich, zahlte für sie alle den Eintritt und begann sich die Exponate zu Gemüte zu führen. Er hörte sich jede einzelne Erklärung genauestens an, manchmal spulte er zurück und lauschte ein zweites Mal. Felix wurde von Bolek huckepack getragen, weil er, obwohl er Anweisungen dank des Chips nun verstand, alles angrabschen wollte. Er trug noch immer seinen Stein mit sich, den er nun langweilig fand, fallen ließ und stattdessen nach den zur Zierde von der Decke hängenden Schlüsselreproduktionen griff. Er riss sich einen Schlüssel herunter und ein Alarm ging los.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre griff auf seinen Puce-Chip zu und hakte die Sicherheitsanlage. Binnen Sekunden verstummte der Alarm und die Anlage schwieg. Er wartete einen Moment, dann fuhr er das System Reset, da er ja kein Unheil stiften, sondern nur den Lärm abschalten wollte. So sah alles nach einem Falschalarm aus und nicht nach neugierigen Babyfingern. Pierre warf Felix einen mahnenden Blick zu, ehe er Oliver folgte und sich ebenfalls die Ausstellungstücke ansah. Bis auf Oli und Kabir schienen die meisten aber nur Interesse an der schönen Optik von einigen Ausstellungstücken zu haben, während Kab sich auch die Funktionen haargenau merkte. Wer wusste schon, wann man auf so ein Vormenschliches Schloss traf? Bei den Grob-Nops war alles möglich. Gut gelaunt marschierte er zu Mitch und flüsterte ihm etwas zu, was Max irritiert gucken ließ.

Oliver Vallis de Souvagne
»Danke, Schatz«, sagte Oliver, der nicht zu einer Sekunde seine Besichtigung unterbrochen hatte, um aufzusehen. Die GMOs sicherten ihn und die anderen, für den Inhalt des Museums schienen sie wenig Interesse zu hegen. Für Oliver war das hier alles jedoch hochinteressant und auch Kabir wusste den Informationsgehalt der Schlüssel und Schlösser zu würdigen. Felix reichte Alfie seinen Schlüssel. »Schenk ich dir!« Es waren seine ersten Worte. Oliver versuchte derweil zu erlauschen, was Kabier Mitch zuflüsterte.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre rutschte ganz nah zu Oliver auf. `Er sagte, selbst das älteste Schloss hier sieht im Gegensatz zu den Grob-Nob-Sachen hochmodern aus. Aber auch die Schlösser muss man zur Not knacken können. Schau Dir die Sachen auch mal an, Max verträgt es schon, wenn Du mal fünf Sekunden Deine Aufmerksamkeit den Schlüsseln zuwirfst. Ist ja auch für ihn wichtig, für uns alle. Stell Dir einfach vor es wären Schuhe. Das hat er ihm zugeflüstert und gekichert. Keine Ahnung was an Schuhe so witzig ist´, übermittelte Pierre mit einem Zwinkern.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver, der selten lächelte, grinste über den Spruch. »Kab.« Er schüttelte gut gelaunt den Kopf. »Scheinbar hat Mitch eine Schwäche für Schuhe. Wäre mir neu, aber warum auch nicht? Gibt es hier einen Souvenirladen?«

Pierre Agramant de Souvagne
`Die beiden mögen sich, lass sie ruhig. Für Schuhe? Naja gut, warum nicht. Jedem das seine. Ich denke schon Schatz, in jedem Museum gibt es doch einen Andenkenladen mit Krims-Krams. Meist am Ende. Was möchtest Du Dir kaufen?´, fragte Pierre neugierig.

Oliver Vallis de Souvagne
»Schlüssel natürlich. Schau doch mal, wie schön manche von den ganz alten aussehen.«
Antike Schlüssel
»Das sind alltägliche Gebrauchsgegenstände und doch wurden sie mit so viel Liebe hergestellt, als wären es kleine Kunstobjekte.«

Pierre Agramant de Souvagne
`Schöngeistiges, auch das Alltägliche in etwas Besonderes zu verwandeln. Such mir auch einen aus, ich werde ihn an einer Kette tragen. Hat was, findest Du nicht auch? Unser kleiner Vampir hat auch Spaß an dem Museum, ich glaube wir sollten ihm was Spielzeug anschaffen´, übermittelte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ja, ich dachte an ein Windspiel aus Schlüsseln oder eine Kette, damit er damit herumklimpern und sie anfassen kann. Er hat zwar nun alles Wissen, das ein Erwachsener braucht, aber er ist wie Alfie noch sehr verspielt, so wie es aussieht und will seine Finger und die anderen Sinne ausprobieren. Wobei Alfie schon einen ganz guten Job macht.« Oliver schaute sich um, während er ein Geschenk für seinen Liebsten suchte. Er wollte keine Replik, sondern eines der antiken Originale. Als er eines entdeckte, das er passend fand, grinste er schon wieder, schon zum zweiten Mal an diesem Tag.
»Den da. Bitte überzeuge die Mitarbeiter hier, dass ich das Original für dich haben will.«
Schlüssel mit herzförmigem Schloss

Pierre Agramant de Souvagne
`Ich kümmere mich darum´, freute sich Pierre über Olis gut Laune und machte sich auf die Suche nach einem Mitarbeiter. Als er ihn gefunden hatte diskutieren die beiden ziemlich lange, aber der Mann ließ sich letztendlich doch davon überzeugen, dass er den Schlüssel verkaufen musste. Der Mitarbeiter warf einen Blick auf die Gruppe, die GMOs, den Psi, die seltsame glatzköpfige Frau und fand das so ein Schlüssel ersetzbar war, seine Schlüsselbeine nicht. Pierre trabte zurück zu Oliver und legte ihm den Schlüssel in die Hand. Dabei blinzelte er in Zeitlupe.

Oliver Vallis de Souvagne
Zufrieden betrachtete Oliver das Objekt, das er seinem Mann gern schenken wollte. »Danke, Liebling, aber wir brauchen noch eine Kette und einen Karabinerhaken, damit du ihn an deiner Kleidung befestigen kannst. Guck, er hat sogar Löcher, Schlüssel und Schloss. Ich wollte dir erst das da schenken.«
Kette mit schlossförmigem Anhänger
»Aber das hättest du mir sicher übel genommen.«

Pierre Agramant de Souvagne
`Schlüssel und Schloss? Kann man auch anders sehen, ich hätte Dir das nicht übel genommen, Du hast es mir ziemlich eindrucksvoll bewiesen, ich trage aber auch beides, von daher warum sollte ich da was übel nehmen? Du bist eine Maus. Wir kaufen unterwegs eine Kette auf dem Markt. Gehen wir was Essen? Oder möchtest Du nicht? Dann gehen wir in das Aufwertviertel, da haben die auch Synth-Nahrung, ziemlich gute sogar. Mit sämtlichen Geschmackssorten die man so nicht kennt und mit sehr viel Kalorien´, schnurrte Pierre in Olis Interkom und grinste sich dabei einen ab.

Oliver Vallis de Souvagne
›Du bist beides und dein Anhänger hat es darum auch. Ich wollte dich nur damit aufziehen, wer hier der richtige Mann ist. Also erst einmal was essen und dann in den Taudis? Du siehs dir Felix wohl gern nackt an. Die Leute schauen schon schief, das ist mir unangenehm. Wir wirken wie die letzten Hinterwäldler. Aber gut, essen wir was, unsere fünf Dickerchen fallen sonst vom Fleisch und im Taudis müssen sie einiges an Leistung erbringen.‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Ich sehe mir schwarz-weiß gestreifte Leute unheimlich gerne nackt an, aber keine neugeborenen Vampire. Ich habe das mit der Kleidung wirklich vergessen. Warte´, bat Pierre und ging zu Bolek und Felix. Pierre zog seinen Mantel aus und legte ihn Felix um. »Schön drauf aufpassen und nicht schmutzig machen«, bat er gut gelaunt und knöpfte den Mantel zu. »Pass auf das er nicht mit meinem Mantel stiften geht«, sagte er zu Bolek und kehrte zu Oli zurück. »Besser so?«, hakte er nach.

Oliver Vallis de Souvagne
Felix ließ sich anziehen, er fand das spannend. Hinterher wedelte er mit den zu langen Ärmeln herum wie mit Flügeln. Oliver nickte. ›Ja, besser, aber er benötigt für den Taudis noch was anderes, geländetauglicheres. Schau dir an, wie die GMOs sich gekleidet haben, von Yoyo jetzt mal abgesehen mit seinem komischen Rock. So was in klein hätte ich gern für unseren Vampir. Er muss bei Gefahr schnell stiften gehen können. Schuhe braucht er vor allem. Wo geht es jetzt zum Essen?‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Damit hast Du Recht, er benötigt Gear, also Einsatzkombokleidung. Wir kaufen welche. Worauf hast Du Lust? Ich würde gerne mit Dir Ente essen gehen, es gibt sie auch aus so pflanzlichem, Tofu heißt das. Das war sehr lecker. Wollen wir das essen? Dann müssen wir in den Arashima-Distrikt. Wundere Dich nicht, wo welche Bevölkerung lebt, danach haben sie die Distrikte eingeteilt, inoffiziell natürlich. Gobo-Küche kann ich nicht empfehlen, sie haben nicht so ein Geschmacksempfinden wie wir. Gut wir legen auch gewaltig viel Wert drauf, wenn wir es uns leisten können und keine Hungersnot droht. Tofu soll auch sehr gesund sein, ob es stimmt weiß ich nicht, aber es hat geschmeckt, vor allem geräuchert. Gehen wir´, sagte Pierre und gab die Führung.

Oliver Vallis de Souvagne
»Eigentlich esse ich weder Pflanzen noch Tiere, es gibt doch synthetische Proteinverbindungen, Koholehydrate und Fette, das ganze optimal zusammengesetzt, hübsch eingefärbt und ein paar Vitamine und Mineralstoffe dran und alles ist super. Es widerspricht meiner Lebensweise, Lebewesen zu verzehren. Ich koste vielleicht mal bei dir. Danach kaufen wir eine Kombo in Vampirgröße. Wenn die Arashi auch Synthblut oder echtes im Angebot haben, dann sollten wir uns bei ihnen mal reinsetzen.«

Pierre Agramant de Souvagne
»Wir sind in Obenza Baby, hier gibt es alles. Wir müssen nur auf den Schwarzmarkt gehen, da bekommst Du Drogen wie Süßigkeiten und alles andere ganz genauso leicht. Hier ist nichts reglementiert, nur Deine Geldbörse entscheidet, was Du kaufst und was nicht«, sagte Pierre und führte die Gruppe durch einige enge, gewundene Gassen. An manchen Passagen wurde es so schmal, dass man schon genau hinschauen musste, wohin man trat, ansonsten wäre man schneller im Taudis als einem lieb war, nämlich per Luftpost. Sie kamen an einer Straße heraus, an der es nur so von Fressständen und Buden wimmelte. Ein reges Treiben fand hier statt und in der Luft stand geradezu der Essens- und Fettdunst. In den Ecken drückten sich dürre Kinder mit hungrigen Augen herum, während manche Gäste etwas auf den Tellern ließen. Viele waren es nicht, aber hier waren die Besucher auch noch nicht so ausgemergelt und hohlwangig wie 10 Etagen tiefer. Obenza konnte man auch als Barometer des Reichtums bezeichnen, bei voller Börse und Temperatur wohnte man ganz oben. Pierre quetschte sich in eine der Fritierstuben und bestellte sich eine fritierte Ente und wartete ab was die anderen orderten. Mitch tat es ihm gleich und bestellte sich eine Portion fritiertes Fleisch, alles quer Beet, Kabir überlegte noch, Luca bestellte sich sicherheitshalber einen Proteindrink, Gil bestellte sich eine Nudelsuppe und Vas beschloss lieber nichts zu essen und sich irgendwo etwas Verpacktes zu kaufen. Das gab ihm die Illusion von Hygiene.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver bestellte sich ein rein synthetisches Getränk, das mit seiner regenerativen Kraft angepriesen wurde. Es versprach Abwehr freier Radikale, Unterstützung des Immunsystems und so weiter. Der Geschmack war ungewöhnlich, aber Oliver fand es nicht unangenehm. Cyrano traute sich und bestellte Ente, ganz wie Pierre es empfohlen hatte. Er fand sie köstlich, besonders die frittierte Kruste. Yoyo und Enzo ließen sich eine Grillplatte bringen mit zich unterschiedlichen Fleischsorten zur Auswahl, während Bolek eine riesige Schüssel voll Quarkspeise bevorzugte.

Felix
Felix war hektisch, weil ihn die vielen Eindrücke überforderten, aber als er eine Flasche Blut samt Glas hingestellt bekam, wurde er ganz ruhig. Er schnupperte daran und allein von dem Geruch wurde sein Blick verklärt. Er setzte das Glas an die Lippen und trank schweigend in einem Zug. Danach schenkte er sich sofort nach.

Bolek Bovier
Bolek beobachtete ihn zufrieden. »Isst du gar nichts, Alfie?«, erkundigte er sich.

Alfie
Alfie schaute Bolek an und zuckte die gewaltigen Schultern. Erneut starrte er auf die Tafel, dass hatte er mit Max gemein. Beide wussten nicht was sie essen sollten. Das eine war unbekannt, das andere sah seltsam aus. Was für Alfie hingegen seltsam war, war Max bekannt und umgekehrt. »Ich versuche auch mal die Ente, ich hoffe die schmeckt«, grübelte er. Max dachte noch einen Moment lang nach, dann bestellte er sich gegrilltes Fleisch mit Röstbrot und hockte sich zu Mitchell. »Hier ist ganz schön viel los oder? Überall ist Lärm und Trubel und die vielen Leute. Man muss die Augen überall haben, am besten auch am Hinterkopf. Warum sind die Menschen hier so winzig?«, fragte Alfie und nahm ein Stück Fleisch von Mitchs Teller um es zu probieren.
»Sie sind nicht winzig, sondern wir sind etwas größer«, erklärte Vas freundlich.
»Etwas? Die sehen total mikroskopisch aus«, murrte Alfie was Luca grinsen ließ.
»Ich glaube er meint die Kinder«, warf sie ein.
»Achso! Sie sind noch nicht ausgewachsen, sie kommen als ganz kleine Säuglinge zur Welt und wachsen dann zu einem Erwachsenen heran. Die werden aber auch nicht größer als Maximilien«, sagte Vas freundlich, während Max ihn anstarrte.
Mitch streichelte Max über die Schulter und schmunzelte. »Ist nicht böse gemeint, aber Du bist eben sagen wir mal vertikal herausgefordert«, lachte Mitch.
»Sowas«, schmollte Max, musste dann aber grinsen. »Vertikal herausgefordert, super«.

Bolek Bovier
Bolek hatte seinen Quark rasch verzehrt, einen Teil ließ er übrig und schob ihn Alfie hin. Er konnte sich das erste Mal, seit er aus dem Vernichtungstrakt gekauft worden war, wieder richtig entspannen. Die vielen Lichter des Nachtlebens von Obenza übertrafen die von Souvagne in Farbenpracht und Vielfalt. »Wir sollten uns eine Runde ausruhen, bevor wir hinabsteigen. Vielleicht ein Zimmer nehmen?«

Alfie
Alfie nickte zustimmend, während er den Quark mit den Fingern ausleckte. »Ja echt, wir sind total viel rumgelaufen, wir sollten uns mal entspannen. Bevor wir wieder Schlüssel angucken müssen. Kabir hat uns gezwungen, einen nach dem anderen. Wisst Ihr warum? Damit wir Schlösser aufbrechen können. Ich sag mal so, man kann auch die Tür ganz eintreten«, schlug Alfie vor, was Mitch losprusten ließ.
»Einfach und effektiv«, gibbelte Vas.
»Wir können auch das ganze Gebäude atomarisieren, kein Schloss, keine Tür, kein Gar nichts«, stöhnte Kab.
»Das geht auch, wenn Du ein Atomarisierer hast«, stimmte Alfie freundlich zu.
»Hat er - eine P8«, lachte Mitch, während Kabir breit grinste.
»Wofür steht das P?«, hakte Alfie nach.
»Für Pöh«, antwortete Luca, was die Gruppe loswiehern ließ.

Bolek Bovier
Bolek grinste. Er freute sich, dass Alfie sich einbrachte, auch wenn er noch viel Blödsinn erzählte. Wie sollte er es lernen, wenn nicht in der Praxis? Nicht alles lernte man während der Ausbildungszeit in der SouvSec. »Es ist nicht immer sinnvoll, Krach zu machen«, erklärte er Alfie. »Manche Aufträge erledigt man besser leise.«

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver musterte die Gruppe aus schmalen Augen. »Darf ich euren Worten entnehmen, dass euch der Besuch des Schlüsselmuseums missfallen hat, zu dem mein Mann, euer Duc, euch alle eingeladen hat auf meine Kosten? Ich habe den ganzen Eintritt bezahlt, damit ihr was lernt, damit ihr was mitnehmt auf dieser Reise und es nicht nur ein Auftrag ist.«

Alfie
Alfie nickte und grübelte dann. »Dann schickt man aber doch nicht uns oder?«, fragte er verwirrt.
»Doch, aber Dich noch nicht keine Sorge«, gab Kabir zurück.
»Na Dich auch nicht, ich sag nur brennende Brücke, brennende Lager, gesprengte Waffenlager, fliegende Grob-Nobs«, prustete Mitch.
»Fliegend? Eindeutig ein Zeichen für schlechtes Wetter, wenn sie tief fliegen«, warf Vas ein.

Bolek Bovier
»Ich fand die Schlüssel ganz in Ordnung«, versuchte Bolek den Prince zu beschwichtigen. »Aber das Mördermuseum oder das Waffenmuseum wären sicher interessanter gewesen, wenn es schon ein Museum sein muss. Ich will nicht nörgeln, mir hat es trotzdem gefallen. Allerdings habe ich aus Versehen geklaut, dank Felix.« Felix hatte Boleks taschen mit allerlei Schlüsseln vollgestopft. Bolek gähnte und steckte Felix damit an, der seine Reißzähne zeigte und sich dann müde auf Boleks Schoß setzte und sich zum Schlafen einkuschelte.

Alfie
Alfie schaute den beiden zu und grinste. »Tja dann wird das Schlüsselmuseum eh bald zu machen. Es hat keine Schlüssel mehr. Das Mörder Museum ist bestimmt gut, gehen wir da auch noch rein? Vielleicht stehen da die gefassten Mörder ausgestopft«, dachte er gut gelaunt nach und schaute wer noch etwas zu Essen übrig hatte. Mitch gab Alfie etwas von seinem Teller ab und Max spendierte auch noch etwas Ente.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Mörder die in unserer Zeit bekannt waren, waren unter anderem Archibald von Dornburg - der scheinbar immer noch lebt und ein Serienkiller aus Naridien - Jozo. Ein Goblin. Ausgestopft wäre er sicher so manchem lieber gewesen. Aber es gab sicher noch den einen oder anderen, der nicht derart in Erscheinung trat«, sagte Max und lehnte sich vollgefressen an Mitch an.

Oliver Vallis de Souvagne
»Im Mördermuseum werden Schwerkriminelle heroisiert«, donnerte Oliver. »Da gehen wir nicht rein. Das Naturkundemuseum und das Museum für Stadtgeschichte stehen noch zur Auswahl und damit hat sich`s. Warum liebt ihr nur alle die Gewalt so sehr? Aufstehen, ihr habt genug gegessen. Wir mieten uns eine Suite und verschlafen den Tag, ehe es hinab in den Taudis geht.« Damit half er Pierre aus seinem Stuhl.

Alfie
»Das muss nicht der Fall sein, kann auch sein, dass da beschrieben wird wie die geschnappt wurden. Das wäre doch auch interessant«, sagte Alfie und packte sich das restliche Fleisch in die Taschen.

Pierre Agramant de Souvagne
»Die Faszination des Bösen könnte man sagen«, warf Pierre ein und ließ sich bereitwillig aus dem Stuhl helfen. Er ging bezahlen und führte die Gruppe dann in eine nahegelegene Pension. Er mietete allerdings ein Gruppenschlafraum, nicht um Kosten zu sparen, sondern weil diese Unterbringung schlichtweg die sicherste war.

Oliver Vallis de Souvagne
»Mich fasziniert das Böse nicht, mich stößt es ab. Mich fasziniert allein das Gute. Ihr habt doch alle einen an der Waffel.« Mit ›ihr‹ meinte er sämtliche Nicht-Bluthexer. Er musste immer wieder feststellen, dass sie sich in manchen Dingen sehr stark voneinander unterschieden. Er suchte sich ein Bett aus, das ihm genehm war und legte sich angezogen hinein. »Pierre-Schatz«, gurrte er und klopfte auf die Matratze.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre grinste seinen Mann gut gelaunt an und kroch zu ihm ins Bett. »Hier bin ich«, sagte er überflüssigerweise und drückte sich so wie er war an Oli. Er schaute sich nach Bettzeug oder Decken um, aber alles was es gab waren die Betten und die Matratzen. Decken wären vielleicht auch nicht sonderlich sauber gewesen. Pierre rutschte so nahe auf, das er Oli um den Bauch umarmen konnte. Dabei legte er seinen Kopf auf Olis Schulter ab. »Sei nicht so streng, sieh es wie einen Krimi. Es geht um die Geschichte. Darüber zu lesen ist interessant in der Bude mochte niemand so eine Bestie. Das wissen sie doch genauso wie Du. Schön so, so könnten wir es immer haben«, sagte er leise und küsste Oli auf seine schneeweiße Schulter.

Oliver Vallis de Souvagne
»Das ist kein Krimi, sondern die Wirklichkeit. Und darum stößt es mich ab, wenn euch Mörder interessieren, aber die Opfer nur Zahlen und Statistiken sind. Das ist nicht meine Welt, Pierre.« Er zog seinen Mann nah an sich dann legte er die Arme um ihn, um ihn zum Einschlafen noch ein wenig zu kraulen. »Schlaf schön. Morgen Nacht steigen wir hinunter.«

Pierre Agramant de Souvagne
»Das es nicht so ist, jedenfalls nicht bei mir oder Max weißt Du Oli. Sonst würden sie bei uns nicht hingerichtet. Aber genug von dem Thema, mit sowas soll man nicht einschlafen. Schlaf auch schön und träum was Schönes, am besten von unserem Würmli. Ich versuche es auch. Ich wecke uns rechtzeitig, bist ein Guter, bist sogar mein Bester«, grinste Pierre glücklich und streichelte Oliver ebenfalls ganz sanft mit den Fingerspitzen zum Einschlafen.

Pierre Agramant de Souvagne
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Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 02 -- Das Schlüsselmuseum

#2

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Fr 15. Mär 2019, 15:42

Die letzte Nacht an der Oberfläche


Oliver Vallis de Souvagne
Dass es Nacht wurde, bekamen sie in dem vollständig abgedunkelten Gruppenschlafraum nicht mit. Dass es langsam Zeit wurde, aufzustehen, bemerkten sie daran, dass der Bluthexer Merkwürdiges trieb. Aus seiner eigenen Sicht war sein Treiben jedoch völlig normal. »Ohhhhhhhhh Ainuwar!«, gab er in leierndem Singsang von sich, als er mit nacktem Oberkörper vor einer winzigen Statue des Zeitlosen kniete, und sich mit einer mehrschwänzigen Lederpeitsche den vernarbten und tätowierten Rücken geißelte. Dabei sang, summte und brabbelte er Unverständliches, während er zwischendurch immer wieder »Ohhhhhhh Ainuwar!« rief und die Augen so weit verleierte, dass man nur noch das Weiße sah.

Alfie
Während sich die anderen noch die Augen rieben, war Alfi mit einem Satz auf den Beinen und bei Oliver. Alfi vermutete ein Hack oder sonst einen Angriff, warum sollte er sich sonst selbst beschädigen? Das nächste "Oh Ainuwar" wurde unterbrochen, da jemand Olivers Hand so festhielt, dass er sie keinen Milimeter mehr bewegen konnte. Zeitgleich wurde ihm die Peitsche aus den Fingern gedreht und abgenommen. Alfi warf das komische Peitschending achtlos in die Ecke und zerrte mit einem Ruck Oliver auf die Füße und schüttelte ihn dermaßen hart und wild durch, dass ihm die Zähne klapperten. "Einer muss ihm offline schalten!", blaffte er und starrte Oli beschwörend an. "Wenn ich muss, tuts weh", raunte er besorgt, packte Oliver aber vorsorglich schon mal hinter den Ohren.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre setzte sich auf und verzog keine Miene bei dem sich bietenden Schauspiel. Ein Tuteur bewahrte seinen User also seine Schutzpersonen vor jeglichem Schaden, auch vor selbst zugefügten, oder versuchten Selbstmord. Das Oli auch hier den Tag so beginnen musste. Pierre hielt nichts von Selbstgeißelung, auch wenn er sie selbst betrieb in form von Enthaltsamkeit die manchmal 24 Stunde währte, aber das zählte bei Oli nicht. Dieser Form, konnte er nichts abgewinnen, aber sein Mann tat dies aus Überzeugung und jene Überzeugung gepaart mit seiner Macht sorgten dafür, dass er selbst dem Tod die Stirn bieten konnte. "Loslassen", befahl Pierre ruhig. Alfi schaute besorgt zum Duc, stellte Oliver aber wieder auf die Beine. Dabei musterte er ihn höchst misstraurisch. "Morgen Oli, Ainuwar sei Dank für den herrlichen Morgen was? Na komm her und bedanke Dich bei Alfi dass er Dich retten wollte", schmunzelte Pierre nun doch.

Oliver Vallis de Souvagne
»Was zum ...«, rief Oliver erbost, als man ihm die Ritualgeißel entwand. Ihm fielen fast die Augen aus. »Wer stört mein Morgenge...« Er kam nicht dazu, sich umzudrehen und zu schauen, wer es wagte, da wurde er schon durchgeschüttelt wie ein unartiges Hündchen. »Gottloser!«, keuchte er, als Pierre endlich rettend einschritt und dem grobschlächtigen Kerl befahl, ihn loszulassen. Oliver nutzte sofort die Gelegenheit, mit dem Finger in Alfies Gesicht zu drohen und ihm dabei feindselig in die Augen zu sehen. »Ich sah von Anfang an, dass in deinem Herzen der Abgrund lauert. Finster ist es in deiner Seele, dass du beim Gebet mich zu stören dich erdreistest! Ich betete auch für dich, Häretiker! Sehr finster und für das Schicksal deiner unsterblichen Seele schwant mir Grauenhaftes.«

Alfie
Alfi fühlte Olis Stirn, Temperatur hatte er nicht. "Alfi, nicht Häredingsda. Musst mir nicht danken, aber komm mal runter. Ständig bist Du so angespannt. Was ist mit Dir los sag mal? Sogar nach dem Aufwachen, angespannt. Du solltest zum Heiler, ich hatte Angst um Dich. Dachte man hat Dich gehackt. Guck mal im Spiegel, Deine Augenringe sind der Abgrund nicht meine Seele. Die geht Dich nichts an Du Ferkel", antwortete Alfie.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ferkel«, wiederholte Oliver fassungslos und sah Pierre einen Moment entgeistert an. Umso wütender schwenkte sein Blick wieder zu dem Tuteur hinauf. »Und gehackt? Versuchst du, mich zu beleidigen?! Und für dich habe ich zum Zeitlosen gebetet um Beistand auf unserer Fahrt in den Taudis! Die Vorzeichen sind grausig. Ich kenne deinen Schöpfercode! Wenn du mir weiter auf die Nerven gehst, schmore ich dein winziges Erbsenhirn durch, bis es aussieht, wie eine Rosine! Wer hat dich ausgebildet, der Kerl wird zur Verantwortung gezogen!«

Alfie
Alfi schaute Oliver verständnislos an. "Du bist ganz schön überspannt. Hör zu, keine Ahnung warum Du so schräg und daueraggressiv bist, aber Du gehst mir auch auf die Nüsse. Ich versuche Dich zu trösten - Du bist wütend. Ich versuche Dich zu retten - Du bist wütend. Du bist ständig wütend, wenn man nett zu Dir ist. Wieso? Ich habe versucht Dir zu helfen, wieso sollte ich Dich beleidigen? Du hast mich doch Härry genannt. Mein Ausbilder? Ich wurde nicht ausgebildet, ich wurde am 12 Tag von Cy erworben, so war das und nicht anders. Und ich gehöre ihm, werd mal nicht kess", warnte Alfie.

Oliver Vallis de Souvagne
»Dann tröste und rette gefälligst auch deinen Herrn und nicht mich! Ich hatte nie um einen Tuteur ersucht und das aus gutem Grunde, wie sich zeigt! Pierre, das Ungetüm beleidigt mich am laufendem Band. Sag deinem Neffen, er soll es züchtigen!«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre gähnte, streckte sich und stellte sich neben seinen Mann. "Ganz ruhig Oli ich kümmere mich drum. Also zur Erläuterung Alfi. Mein Mann ist nicht daueraggressiv, er ist dauerbesorgt. Schön dass Du ihm helfen wolltest, aber Ihr beide missversteht Euch gerade. Oli denkt Du wolltest ihn ärgern und bei seinem Gebet stören. Du denkst er wurde angegriffen und ist undankbar. Lass ihn einfach in Ruhe. Und wie Oli schon sagt, kümmere Dich um Cy Deinen Herrn und nicht um meinen Mann. Meist kann er ganz gut auf sich selbst aufpassen, vermutlich besser als Du glaubst. Und falls nicht, nun dann sieht ein Angriff ganz anders aus, als das jemand dazu eine Peitsche benutzt. Cy nimm Dein Baby mal an die kurze Leine, Oli fühlt sich unwohl", befahl Pierre und gab Oli einen Kuss. "Wir rücken ab, einmal Med-Distrikt, 25 Ebene und dann können wir los", sagte er gut gelaunt und kramte seine Sachen zusammen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute auf Mitchts Uhr und fragte sich, wieso die halbe Welt die Angwohnheit haben musste, jede Scheiße mitten in der Nacht zu erledigen. Und das sogar noch 44 Generationen nach seiner eigenen! Wenn man das Jahr 204 zu Grunde legte. Müde rollte er sich auf den Rücken, starrte zur Decke und bewunderte Olivers Geduld. Lustig war es sicher nicht von Alfi durchgeschüttelt zu werden, jedenfalls nicht auf diese Art und Weise, dachte Max vergnügt und musterte Mitch der gerade ebenfalls wach wurde. "Wir müssen los", teilte er verschlafen mit und deutete mit dem Daumen auf Pierre und Oli. Mitch weckte die anderen und machte sich selbst fertig, ehe er Max auf die Beine zog. "Wir können", gähnte Maximilien und fragte sich was beim Abgrund sie für hypergefährliche Medikamente in den Tiefen der Etage 25 kaufen wollten.

Bolek Bovier
Cyrano hatte das Geschehen noch nicht einmal bemerkt - er schlief noch tief und fest. So legte Bolek einen Arm um das große Baby und zog es beiseite. »Ignoriere Oliver einfach, damit tust du ihm und dir einen Gefallen. Es macht ihm Spaß, sich selbst auszupeitschen.« Für diesen stümperhaften Erklärungsversuch des heiligen Rituals erntete er einen bitterbösen Blick von Oliver. Rasch drehte Bolek sich samt Alfie um. »Du darfst Cyrano wecken, er schläft immer noch.« Bolek, Enzo und Yoyo machten sich derweil daran, schon einmal die Tür und den Gang zu sichern.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musterte Bolek und stimmte dem Hünen zu, selbst Alex und Ciel hatten sich gegeißelt. Und leidend sahen sie dabei nicht aus, vermutlich weil es für sie zum Ritual dazugehört, wie für andere beim Gebet die Hände zu falten. Als er über seinen Sohn nachdachte und Cy anschaute, vermisste er seinen Kurzen. Er fragte sich wo er wohl gerade war, sprich wo seine Seele abgeblieben war und ob er mit jenen zusammen sein durfte die er einst geliebt hatte. Jedenfalls wurde behauptet, dass alle Seelen die zusammen gehörten, auch wieder zueinander fanden. Max fragte sich wem dann wohl einst Mitchs Seele gehört hatte, oder die von Oli oder Pierre. Aber für solche Gedanken war es eindeutig zu früh, sie hatten nicht einmal einen ersten Kaffee gehabt. Max lehnte sich an Mitch an und wartete ab. Unterwegs gab es sicher irgendwo die Möglichkeit einen Kaffee zu kaufen und ein Crossaint, falls die Welt dieses Gebäck noch kannte, anstatt diesen High-Tech-Pulver-Frass.

Kabir
Kabir rüttelte anstatt des Tuteurs Cy wach. Alfie sah nicht so aus, als hätte er vor seinen Herrn zu wecken. Vermutlich wollte er nicht noch eins auf die Mütze kassieren. Kab putzte seine Brille, setzte sie auf und machte eine seltsam halbschüttelnde Geste und war schlagartig hellwach. Er schaute kurz wissend zu Oli herüber und verkniff sich jeden Kommentar. Kabir entsicherte seine P8 und zeigte damit jedem an, dass er einsatzbereit war.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano setzte sich auf und rieb sein Gesicht. "Guten Morgen", grüßte er gut gelaunt in die Runde. "Ich habe hervorragend geschlafen. Ihr hoffentlich auch?" Er stand auf und streckte sich. Dann verzog er sich gemütlich für eine dreiviertelstunde ins Bad. Man hörte ihn singen und duschen. Als er wieder herauskam, war er der Einzige, der frisch gewaschen war. Er kämte sich mit den Fingern durch das noch feuchte Haar und strahlte in die Runde. "Ob es hier ein Buffet zum Frühstück gibt? Was hast du gebucht, Pierre?"

Luca
Luca erhob sich mit der Würde einer mächtigen Raubkatze und nahm ihren Kampfstab zur Hand. Mit dem Ende deutete sie auf Alfie und Bolek. "Vereinfacht erklärt, mag die Erläuterung ausreichend sein. Aber ich wüsste nicht, seit wann sich ein Bluthexer vor einem Tuteur für seine Gebete rechtfertigen muss. Er rechtfertig sich schließlich auch nicht, wenn er ihn von der Schwelle des Todes zurück ins Leben reißt. Es ist nichts was man aus dem Wollen heraus praktiziert, sondern etwas das tiefgreifender ist als das Gebet selbst. Es ist eine Huldigung an den Glauben, ein Zeichen selbst Schaden und Schmerz zu ertragen um der Rettung anderer Willen. Diese Form der Verletzung ist eine Huldigung an das Leben selbst, so abstrakt das einigen erscheinen mag. Als Ungläubige, als nicht Ordensmitglieder sind Euch jene Riten und Traditionen fremd, also verkneift es Euch auch, genau jene zu bewerten. Wir bewerten Eure Leben samt deren Traditionen auch nicht. Keine Ordensschwester der Saint Verrill hätte Alfie diesen Frevel durchgehen lassen, er hat es Oliver zu verdanken, dass er nicht abgestraft wurde", sagte Luca mit der milde eines Messers.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre grinste bei Cys Morgentoilette. "Nichts, Oli hat für uns gebucht. Falls es kein Frühstück gibt, kaufen wir uns etwas unterwegs. Das dürfte hier kein Problem sein. Auch wenn das Essen manchmal etwas absonderlich ist. Gehen wir, auch wenn Du der Einzige bist, der sich aufgehübscht hat", lachte Pierre und gab den Weg vor.

Oliver Vallis de Souvagne
»Hab Dank, Schwester«, sagte Oliver. Luca waren zwar nicht wirklich Ordensgeschwister, da sie in unterschiedlichen Orden dienten, aber in Luca schimmerte der Funke des Göttlichen wie in jedem guten Gläubigen. »Bluthexerei ist für Ungeweihte nicht zu erfassen. Zu komplex, zu viel Anspruch an Körper und Geist. Sie begreifen nicht die reinigende Wirkung des Schmerzes, die zum Ausdruck gebrachte Dankbarkeit, die darin liegt, den Wert für die Zwiesprache mit Ainuwar.« Als Cyrano endlich aus dem Badezimmer zurückkehrte, verschwand Yoyo darin. Oliver massierte sich mit zwei Fingern die Schläfe. »Ich denke, wir sollten so schnell wie möglich aufbrechen, ehe noch ein weiterer Anwesender auf die Idee kommt, zu Duschen, bevor wir in die Kanalisation hinabsteigen.« Zum Glück war Yoyo sehr viel schneller wieder draußen und so konnte es endlich losgehen.

Luca
Luca nickte knapp. Den Schmerz den Oliver freiwillig erduldete, war genau das, was die Schwestern von Saint Verrill von ihren Schutzbefohlenen fernhalten wollten. Sie heilten und schützen, auf verschiedene Arten. Mit Medizin und mit Waffen. Sie selbst nahmen den Schmerz auf sich und brachten dem Feind noch schlimmere Pein. Jede Schwester wusste, dass man im Gebet die geistige Reinheit und Stärke zur Friedfertigkeit fand, aber genauso den dunkleren Pfad zur Gewaltanwendung anrufen konnte. Es ging letztendlich um Selbstbeherrschung, innere Ruhe und die eigene Einheit des Ichs während man seinem Glauben nachging. Gleichgültig ob man mit Güte heilte, oder einen Feind gnadenlos erschlug, der Schutz von Saint Verrill war damit gegeben. Und manchmal musste man sich mit einer Geißelung daran erinnern, welche Schmerzen man bereit war für andere zu ertragen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre kehrte zurück und schaute die Gruppe an. "Irgendwer immer noch am trödeln? Kommt jetzt, wir wollen heute noch in den Abgrund fliegen. Nunja einige von uns, nicht alle. Aber je länger wir hier unsere Zeit vergeuden, je weniger Zeit haben wir für den Abstieg. Es sei denn wir warten dort auf einen neuen Tag. Der wäre nur für uns relevant, denn dort unten herrscht ewige Nacht. Mir nach jetzt", befahl Pierre, hakte Oliver unter und gab die Führung.

Oliver Vallis de Souvagne
»Es war ein Fehler, Alfie mitzunehmen«, murrte Oliver. »Er wird uns noch alle umbringen.« Er hakte sich brav bei seinem Mann ein und aß im Gehen einen Proteinriegel mit Kokosgeschmack, woraufhin die drei Stinker sehnsüchtig in seine Richtung schauten, ehe sie sich wieder auf das Sichern der Umgebung konzentrierte. »Allein was die Tuteurs essen. Ich hoffe, du hast alles durchkalkuliert. Cyrano scheint mir das Alles gar zu naiv zu sehen.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre küsste seinen Mann und biss von dessem Proteinriegel ab. "Oli", sagte Pierre schlicht und legte ihm einen Arm um die Hüfte. `Du kannst nicht alles mit Talern ermessen. Allein was ich esse, allein was MAX für einen Energiebedarf hat, allein was vier Ehefrauen im Unterhalt kosten. Ein Tuteur isst viel, aber er leistet auch viel und im schlimmsten Zweifelsfall stirbt er sogar für Dich. Ich weiß, dass es Dir zuwidert ist, wenn man Deine Grenze überschreitet. Aber Alfie meinte es nicht böse. Das ist keine Entschuldigung, er hat trotzdem den Sicherheitsabstand zu wahren, aber es ist eine Erläuterung. Er würde Dich nicht verletzten, nicht willentlich, nicht wissentlich. Dass kann er nämlich gar nicht, dass ist wider seiner eingespleisten Natur. Genauso liegt es aber in Deiner Natur und die der meisten, sich von ihrer Statur beeindruckt oder auch bedroht zu fühlen. Aber Oli, genau deshalb sehen sie so aus. Die Bedrohung ist Abschreckung an einen vermeintlichen Feind. Wäre Alfie Deiner, dann würde seine Gestalt Dir Sicherheit schenken, jedem Feind Arschpumpen. Nur das er Dich geschüttelt hat, geht nicht. Damit kannst Du jemanden unbewusst schwer verletzten oder Schlimmeres. Und wenn Du sagst, er soll Dich loslassen, muss er Dich loslassen. Ich werde mit Cy ein Wörtchen reden. Aber unser Stöpsel ist da nicht viel weiter als Alfie, er ist ein Backfisch, aber einer mit viel Gerechtigkeitssinn. Er wird es verstehen. Reg Dich nicht auf Schatz, Zuhause habe ich selbst keinen Tuteur, aber nicht da ich ihnen misstraue, sondern wegen Dir. Ich glaube nicht, dass Du mit einem ständigen Begleiter solcher Art einverstanden wärst. Siehe Mitch und Max und ich habe keine Lust Dich zu provozieren. Ich habe meine Droiden und die sind ganz geschmeidig. Sie kommen gleich fix und fertig, allerdings haben die meisten Personen auch nicht so einen Draht zu einer Maschine wie ich. Keine Ahnung warum das so ist, aber für mich haben sie etwas bleibendes, etwas unzerstörbares. Wobei natürlich jeder Droide auch zerstört werden kann, aber das ist es was ich an ihnen mag. Bist Du böse?´, übermittelte Pierre via Interkom, während er die Gruppe durch die engen, belebten Gassen Obenzas führte. Hier oben gab es noch Luft und Licht, Läden reihten sich aneinander und man sah die Leute gut gelaunt und leichten Gemüts durch die Passagen flanieren. Aber schon bald wurde es schummriger. Jedes Stockwerk dass sie hinter sich ließen, schien auch ein Teil des Lichtes zu absorbieren. Der Spruch bezogen auf Obenza war wahr - mit der Tiefe kam die Dunkelheit.

Oliver Vallis de Souvagne
›Liebling, warum sollte ich dir böse sein?‹, fragte Oliver schockiert. ›Du kannst nichts für die fünf Mastochsen, die Cyrano und Maximilien mitschleifen. Und auch nichts für die Vampirbrut.‹ zärtlich strich er durch Pierres Haar und wich einem Kothaufen aus, der mittem auf dem Weg lag. Und noch einem. Angwidert rümpfte er die Nase. ›HALT!‹ Er wartete, bis das Trüppchen stehen geblieben war und beorderte alle hinter sich. Er nahm seine Barrinetta, die in seiner Hand unheilvoll zu summen begann, zielte und BAMM. Ein transparenter, unsichtbarer Kegel schien davon fortzufliegen und riss jeden Unrat mit sich, ob halbflüssige Fäkalien, Verpackungsreste oder Einwohner von Obenza, die den Weg des Bluthexers zu beschmutzen wagten und ihn zu unwürdigen Ausweichmanövern zwangen. Oliver musterte zufrieden die saubere Eisentreppe, die hinabführte. ›Würdest du dir so einen Tuteur halten, wäre klar, wozu der da ist. Oder was er für eine Zusatzfunktion hätte, wenn ich mal nicht rechtzeitig zur Stelle bin. Machen wir uns nichts vor.‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Ein ganzes Heer dieser "Mastochsen" bewacht und sichert Sub-Souvagne, den sicherstens Punkt neben Beaufort. Nun wobei ganz Souvagne ein Hochsicherheitstrakt ist, den Göttern und meinen Vorfahren sei Dank. Aber in Sub kann kein Fremdländer vordringen, dort unten wäre die letzte Bastion Dank der Souvrakasia. Aber sie sind den Tuteurs nicht unähnlich, genau genommen sind sie sogar so etwas wie deren Vorfahren. Nun ich habe angeordnet, dass sie uns zu unserem Schutz begleiten, also auch Deinem Oli. Und Oli bitte hör auf mit der Merde hier zu spielen, ich kotze gleich. Die letzte Anschuldigung könnte mich kränken, aber was soll das Schauspiel, ich gebe Dir Recht. Wobei mich so ein Koloss im Bett noch nicht gereizt hat, das kann ich Dir versichern. Aber ein Kaffeedroide im Schlafzimmer, der schon´, grinste Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver beschloss gedanklich, die Kaffeemaschine zu beseitigen, sobald sie zu Hause waren. Vor Pierres Lüsternheit waren nicht einmal harmlose Haushaltsgegenstände sicher. ›Verstehe mich nicht falsch, ich habe kein Problem mit Tuteurs. Aber die Gruppenzusammensetzung ist suboptimal. Mitch ist nicht neutral, sondern von Emotionen gegenüber Maximilien gesteuert, was seine Effizienz beeinträchtigt. Von Alfie rede ich gar nicht erst, der ist vollkommen nutzlos, gar schädlich. Bolek hätte im Vernichtungstrakt sein Ende finden sollen. Und Yoyo und Enzo sind auch irgendwie komisch. Nichts harmoniert da bei den Fünfen und der Vampir stört sowieso.‹ Meter um Meter gingen sie tiefer. Bisweilen mussten sie lange nach der nächsten Treppe suchen. ›Was sind Souvrakasia? Von denen habe ich noch nie etwas gehört.‹

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre ging so nah neben Oli, dass sie sich auch seitlich berührten. `Ich verstehe Dich absolut richtig, aber Deine Sichtweise ist in einigen Belangen falsch Oli. Das Mitch so an Max klebt, hat den Hintergrund dass er nicht nur zu Max gehört, er gehört Maximilien. Mitch ist Max Eigentum, erstens damit Max einen Beschützer hat, auf den er sich verlassen kann und zweitens damit er jemanden hat, an den er sich selbst klammern kann. Nichts ist schlimmer als in der Fremde zu leben oder? Das hier ist sein Land Oli, aber es ist nicht mehr seine Welt. Er sollte einmal durch ganz Souvagne reisen um sich alles anzuschauen. Damals und heute vergleichen. Aber er verlässt nie unseren Dunstkreis, da er viele Dinge überhaupt nicht einordnen kann. In seiner Welt gab es Dinge nicht, die für uns heute völlig normal sind. Würden wir in seine Zeit reisen, würden wir vermutlich das Gleiche empfinden und stets in seinem Windschatten weilen, damit wir keinen Fehler begehen. Alleine schon Schiebetüren, findet er suspekt, oder Glastüren. Wozu schafft jemand eine Tür aus Glas? Das ist total paradox. Eine Tür ist zum schließen und etwas verbergen. Wieso eine Glastür? Das Geld kann man sich sparen und auf die Tür verzichten. Ich habe ihm erklärt, damit der Rest der Wohnung nicht nass wird wenn man duscht. Sagt Max, dann sollte man ein Badezimmer anbauen, statt die Dusche mitten ins Wohnzimmer zu stellen. Vermutlich findet er meinen Bereich "beengt" oder sowas. Jedenfalls dachte er, das mein Quartier nur das Wohnzimmer wäre. Folglich fragte er sich, weshalb meine Dusche - die er auch seltsam fand, im Wohnzimmer steht. Oder elektrisches Licht, für uns seit Jahrhunderten normal, es ist da. Er kannte es nicht. Alles was für uns High-Tech ist, was für uns erklärbar ist, wo wir sagen, das funktioniert doch so! Ist für ihn erstmal eine unbekannte Magieform oder "Tech-Magie". Dafür weiß er wiederum Dinge, von denen wir keine Ahnung mehr haben. Also benötigt er mindestens eine Person an seiner Seite, die absolut auf seiner Seite ist. Ich bin das selbstverständlich ebenso, oder jeder seiner Verwandten, aber Mitch ist sein Vertrauter Oli. So gesehen bin ich der Kleine Max gegenüber, aber ich bin der Duc und ich muss aufpassen dass ihm in unserer Welt nichts geschieht. Er ist genetisch rein und er ist vielleicht irgendwann unsere Rettung bei unserem Krankheitsproblem. Das hoffe ich jedenfalls. Die Souvrakasia sind eine Rasse von GMOs die vor über 200 Jahren geschaffen wurden um Souvagne zu beschützen. Wie sollte es anders sein. Ähnlich der Arakasia haben sie eines ins Genom eingespleist - töte alles, außer Souvagner. Das war der besagte Vorfall der Ledwicker Abspaltung. Leider wurde ein Battalion Souvrakasia an den Ledwicker Duca verschenkt. Unser geliebter Vorfahre hatte jenen Umstand leider vergessen. Nicht böswillig Oli, für ihn waren diese GMOs so alltäglich wie für uns Mitch und Co. Und er dachte er täte den Ledwickern etwas gutes. Das tat er nicht. Denn das was als Staats-Hochzeitsgeschenk geplant war, endete in einer Katastrophe. Epic-Fail der Krone... die Souvrakasia erkannten den Duca als das was er war ein Ledwicker. Ergo - kein Souvagner - ergo... er war zu töten. Und so töteten sie den Duca, sie verwandelten eine Stadt in einen Moloch und ein Volk das einst unser Freund war über hunderte Generationen wurde von etwas vertrieben, dass sie beschützen sollte. Wir sollten Wiedergutmachung leisten, aber welcher Ledwicker würde einem Souvagner noch glauben? Zumal es nur zu dem Umstand des Massenmordes kam, da Souvagner und Ledwicker zu unterschiedlich wurden, die genetische Mauer war gezogen, wir waren nicht mehr menschlich. Und alles was nicht wir ist... ist bei einem Souvrakasia zum Tode verurteilt. Die vollgerüsteten Büttel die Du in Sub-Souvagne in den schwarzen Ganzkörperpanzerungen siehst, dass sind Souvrakasia. Wir können ja mal einen Waldalben hineinschmuggeln, dann siehst Du was mit ihm geschieht.
Das ist ein Souvrakasia - Input für Dich im Anhang´.
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Oliver Vallis de Souvagne
›Sie erinnern optisch an Bluthexer. Sie sehen sympathisch aus, ernst, keine unnötigen Spielereien. Kann man sie als gewöhnliches Personal halten oder ist das unmöglich? Ich verstehe das Dilemma von Max. Ich für meinen Teil finde es nicht richtig, ihn hierherzureißen. Dies ist weder seine Zeit noch seine Welt. All jene, die ihm etwas bedeuteten, sind tot. Alles ist ihm hier fremd und sogar wenn er in den Spiegel schaut, ist er nicht mehr der von früher. Er ist sich selbst fremd geworden. Es ist eine Quälerei und er wird sich bis an sein Lebensende nicht daran gewöhnen. Es ist eine Abart widerwärtiger Nekromantie, die ihr verwendet habt, um ihn zurück ins Leben zu reißen. Was ich von dieser Kunst halte, ist hinlänglich bekannt. Dass er sich so an Mitch klammert ist daher verständlich. Doch auch Mitch ist kaum mehr als ein Rettungsring - nicht jedoch seine tatsächliche Rettung. Denn die gibt es für ihn nicht.‹ mit sehr viel sanfterem Blick als jenem, den er zuvor zur Schau getragen hatte, sah Oliver sich um und betrachtete Maximilien.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre nickte zustimmend. `Das ist wohl wahr, aber er wurde geweckt, um zu tun was seine Bestimmung ist, wie die eines jeden Duc sein Volk zu retten. Aber was Du sagst, kann ich unterschreiben. Würde mich jemand in 800 Jahren wecken, sagen wir 2020 - wer weiß wie mein Nachfahre aussehe? Wie ich? Wie Du? Würde ich uns noch in ihm wiedererkennen? Würde ich ihm vertrauen? Oder müsste ich ihm vertrauen, da mir keine andere Wahl bliebe? Einfach auf unser Blut zu vertrauen und darauf, dass er es gut mit mir meint? Ich müsste mich darauf verlassen, dass er einen Grund hatte mich zu wecken, denn gleich was ich täte, ich wäre in seiner Hand. Selbst wenn Maximilien beschließen sollte, eigenständig zu leben, könnte er es nicht. Ich kann es ihm nicht gewähren und er kann es nicht durchsetzen. Er hat nur die Freiheiten, die ich ihm zugestehe und ich gestehe ihm eine Menge zu. Allein schon aus dem Grund, da ich nachempfinden kann wie er sich fühlt. Verlust ist mir ein sehr bekanntes Gefühl Oli, ihm leider auch. Und gleich wieviele Jahrhunderte uns trennen, unser Blut verbindet uns über all die Generationen hinweg. Er wird zeitlebens sich fremd fühlen, es sei denn er lässt sich einmal völlig auf diese Welt ein und sieht seine Welt als das was sie ist, die Vergangenheit. Und wenn er dazu mit Mitch die Laken teilen muss, nun dann soll er das doch. Er isst und trinkt schließlich auch, er atmet, also muss er auch Sex haben. Er muss leben, darum geht es. Dir gegenüber ist er etwas anders, ich vermute Dich und Cy sieht er als Nachfahren seines Ciel. Vielleicht solltet Ihr einmal zu dritt so eine Reise unternehmen. Einmal Souvagne kennenlernen von A bis Z und auch das heutige Sub-Souvagne. Ich würde Euch sogar begleiten, damit Du nicht denkst ich schiebe Dich ab und eine Nummer zu schieben. Aber die Reise wäre Euer Ding, ich wäre nur die Begleitung. Alles bestimmt ihr, wohin, wann, wie lang, überlegt es Euch. Ich denke das würde ihm gut tun und vielleicht sollte er die eisige Kaverne besuchen. Allerdings dann, wenn er sich danach fühlt, seine Nachfahren und seine Verwandten zu sehen. Weißt Du Oli, Du bist schwer in Ordnung. Du denkst in sehr humanen und mitfühlenden Bahnen, Alfie kann die Tiefe Deiner Gedanken nicht begreifen. Ich bin zwar manchmal ein Draufgänger mit einer dummen Schnauze, oder auch oft ziemlich sarkastisch, aber ich verstehe Dich. Du versteckst Deine Art hinter Ernsthaftigkeit und ich hinter Kodderigkeit. Dabei sollten wir es nicht verstecken. Manchmal kann man aber nicht anders, sonst würde man heulen und das ist bekanntlich nicht gut für die Augenimplantate. Zu den Souvrakasia - warum solltest Du denn keinen halten können? Du bist Souvagner, Du lebst in Souvagne und Du hast ihn nicht zu fürchten. Du solltest ihn nur nicht mit ins Ausland nehmen, da hat er Stress, oder Du oder die anderen - wie man es nimmt´, lachte Pierre mental via Interkom.

Oliver Vallis de Souvagne
›Pierre, mein lieber Schatz, ich kann nicht meine Seele andauernd nach außen tragen. Es ist dir vielleicht aufgefallen dass ich ein sehr sensibler Mensch bin. Empathie ist eine der stärksten Gaben der Bluthexer, vielleicht noch wertvoller als jene der Magie. Sie ermöglicht es mir, die Menschen zu lesen und somit ihre Heilung zu bewirken. Die Schattenseite ist jedoch, dass wir bei weitem mental nicht so robust sind wie andere. Wir sehen, wir spüren und wir leiden. Euer Leid ist unser Leid und dergleichen erschafft ihr zuhauf. Wir versuchen es zu lindern aber es ist der Versuch, eine Lawine mit einem Gartenzaun aufhalten zu wollen. Meine Schroffheit ist nichts als ein Versuch, all das ein wenig von mir fernzuhalten denn der Weg von der Oberfläche zur Seele ist bei mir nicht weit. Drum versuche ich mich nur jenen zu öffnen, die es auch verdienen, dass ich ihr Leid mitleide. Was die Souvrakasia betrifft, ich bin kein gewöhnlicher Souvagner. Von allem GMOs sind die Bluthexer vielleicht jene, die am meisten vom Standard entfernt sind. Es ist daher möglich, dass die Souvrakasia mich als Fremdkörper sehen.‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Oli das weiß ich vermutlich besser als kein anderer. Aber ich muss Dir nichts vormachen und Du mir auch nicht. Trotzdem machen wir es manchmal. Wieso? Keine Ahnung, wir kennen einander so gut, dass Du weißt wie ich fühle, trotz meines Theaters oder? Mir geht es ebenfalls so. Und Du zum Beispiel mit Deinen Gefühlen hinter dem Berg hältst, dann fühle ich mich zurückgewiesen. Nun ich habe vielleicht nicht das Recht, so etwas zu sagen. Denn ich habe Dich vermutlich öfter verletzt, als Du mich je verletzen könntest. Aber gleich was ich tat und so dumm sich das jetzt anhört, ich habe nie aufgehört Dich zu lieben. Und ich liebe Dich, gleich was Du tust. Das Dein Verhalten anderen gegenüber Selbstschutz ist, ist klar. Da ticken wir völlig gleich. Aber ich werde versuchen Dir gegenüber keinen mehr an den Tag zu legen. Kein Theater, keine Maske, keinen Selbstschutz. Du bist mein Schutz und vor Dir muss ich mich nicht schützen. Ich habe etwas über Dich nachgedacht. Gut ich denke permanent über tausend Dinge ständig nach, auch wenn mein Revolvermaul das nicht vermuten lässt. Diesmal warst Du erneut Thema. Du hast mir etwas enorm Tiefes angeboten, etwas extrem Wertvolles - ein gemeinsames Kind. Das bietet man nicht einfach so an, nicht grundlos, nicht lieblos und Du weißt um meine Schwächen. Folglich muss ich genau daran arbeiten. Jedenfalls jene die ich beheben kann, was meine Gesundheit anbelangt, nun den Part müssen Deine Kollegen und Du in den Griff bekommen Schatz. Gleich wie weit Du von uns entfernt bist, sie sehen Dich als das was Du bist - einen Souvagner. Dann dürften sie auch Max nicht anerkennen, oder mich mit all meinen Implantaten. Ich schwöre Dir sie greifen Dich nicht an. Wir reisen nach Sub und Du wirst es erleben. Sollten sie widererwartend angreifen, halte ich sie auf. Ich für meinen Teil würde sagen, Du trägst zur Artenvielfalt der Souvagner bei, aber Du bist Souvagner. Genau wie das kleine Scheusal in den Meeren da draußen, der meint der Duc der Ozeane zu sein´, grinste Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
›Liefere ich dir denn ein Schauspiel? Das tue ich nicht, Pips. Du bist mein Mann und niemand wird mir je näher sein dürfen als du. Wenn ich grantig dir gegenüber bin, dann bin ich wirklich wütend. Aber so im Alltag bin ich dir gegenüber doch gar nicht so übel. Oder etwa doch? Meine Schroffheit gilt den anderen, deren Gefühle auf mich einprasseln wie emotionaler Abfall, auch wenn ich das gar nicht will. Ich kann mich nur bedingt dagegen schützen, aber wenn sie von sich aus einen Bogen um mich machen, dann hilft das. Was die Souvrakasia angeht, sei dir bitte nicht so sicher. Maximilien ist genetisch mit alten Ledvigiani identisch! Zu seiner Zeit waren Almanen genetisch noch eins. Das Scheusal in den Meeren, für einen Moment glaubte ich, du sprichst vom Duca. Aber du meinst den Rotzlöffel mit seinem Monstermutantenschiff.‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Na das war eine Watschn wie man so sagt. Wenn ich grantig dir gegenüber bin, dann bin ich wirklich wütend... dazu sage ich wooops. Aber Du hast wohl oft Recht damit, oder immer. Ich habe Dich ziemlich oft provoziert, damit Du wütend wirst. Warum habe ich Dir gesagt, aber ich sage es erneut - Eifersucht ist ein Liebesbeweis, wobei Du es auch auf andere Art beweisen kannst und letztens ziemlich eindrucksvoll bewiesen hast. Stimmt, ich habe gerade den gleichen Denkfehler in die andere Richtung gemacht wie Duc Aleron Arachet de Souvagne der die Souvrakasia verschenkte. Vor 800 bedeutet Almanen, nicht Souvagner, nicht Ledwicker, da waren sie noch genetisch kompatibel. Ich wage es kaum auszusprechen, da dies heute ein allgemeingültiges souvagnisches Tabu ist, aber wir waren... menschlich. Du hast Recht, ein Souvrakasia würde in Max einen Fremdländer sehen, einen Almanen, einen Menschen und versuchen ihn zu töten. Zum Glück hast Du das erwähnt! Merde stell Dir vor ich hätte nicht daran gedacht und ihn in den Tod geführt, dabei ist er unsere Rettung. Ich muss logischer nachdenken, was zu welcher Zeit geschah. Sieht Du, wieder so eine scheinbare Selbstverständlichkeit, er ist doch Souvagner. Ja landestechnisch gesehen schon, Blutlinie technisch gesehen schon, aber er ist nicht wie wir, er ist zudem biologisch rein männlich - er müsste XY sein, vermute ich. Ja genau ich meinte nicht den Duca Du Schelm, sondern den Fischkopf mit seinem Biomechanoidenschiff´, lachte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
›Mich eifersüchtig zu machen ist einfach, da ich dich liebe und nur dich. Und im Gegensatz zu dir und den anderen kann ich keine Erfüllung im Beischlaf mit anderen als dir finden. Du allein bist meine Welt und gleich wie aufrichtig deine Liebe mir gegenüber ist, am Ende bin ich doch ersetzlich und sei es durch einen anderen Bluthexer. Aber reden wir nicht davon. Ich freue mich auf unser Kind. Sobald wir wieder daheim sind, werden wir mit meinem Orden sprechen. Das ist etwas, worauf ich mich sehr freue. Du meinst also, Maximilien wird unser Volk durch sein Genom retten. Was genau schwebt dir denn vor? Du, der doch sonst nur vorwärts geht und nie zurückschaut, als würden die Geister der Vergangenheit dich jagen?«

Pierre Agramant de Souvagne
`Rede nicht so einen Unfug, Du bist nicht ersetzlich. Dein Posten als Bluthexer ist ersetzbar, sicher. Genau wie meiner als Duc. Der Duc ist tot, lang lebe der Duc. Sagt alles. Aber Du als Person bist unersetzlich, es gibt keinen zweiten Oli, nicht einmal dann wenn ich Dich klonen lassen würde. Was ich hätte, wäre ein Zwilling von Dir. Und nicht einmal Zwillinge sind absolut identisch, jede Seele ist anders. Das muss ich Dir nicht verraten oder? Vielleicht soviel, ich liebe weder Dein Geschlecht, noch Deine Magie, ich liebe Deine Seele. Ich spreche hier von Liebe Oli. Was ich an Dir begehre bezieht Deine Seele mit ein, aber natürlich begehre ich auch Deinen Körper. Es wäre Unsinn das abzustreiten. Mir schwebt noch nichts konkretes vor Oli, denn ich weiß es nicht. Manchmal habe auch ich keine Lösung parat, ich spüre nur, dass Maximilien irgendwie die Lösung ist oder in sich trägt. Er ist gesund, er lebt völlig problemlos ohne Aufwertung und Implantate. Er ist robust von der Gesundheit her, er wusste nicht mal was eine Impfung ist! Und er war Duc, er war das Land, er hat mir so manches zu denken gegeben. Einst sagte er, dass unsere Lösung vielleicht nicht ist, immer weiter nach vorne zu stürmen, sondern anzuhalten und vielleicht umzukehren. Das gab mir zu denken, auch wenn ich nichts davon sagte. Ich wäre ein Trottel würde ich seine Worte oder Deine in den Wind schlagen. Wie siehst Du es Oli? Was sagst Du zu seinem Rat?´, bat Pierre fast kleinlaut.

Oliver Vallis de Souvagne
›Sein Rat? Man könnte ihn weise nennen. Vor einigen hundert Jahren hätte man ihn noch befolgen können. Nun ist es zu spät dafür. Maximilien versteht nichts von unseren Wissenschaften, was sie aus uns gemacht haben und wo ihre Grenzen liegen. Auch wir wissen stets nur über einen winzigen Ausschnitt bescheid, egal wie viel wir im Courant darüber nachlesen. Lesen und verstehen sind zweierlei. Die Prophezeiung der Bluthexer kennst du inzwischen und ich denke, genau so wird es eintreten. Die Lösung ist daher, alle Souvagner nach und nach zu Bluthexern zu machen.‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Witzig Oli. Du hast wirklich einen schrägen Humor. Nicht nur schräg, sondern auch immer so unpassend, dass man sich fragt ob Du einen nicht lieber schlagen möchtest. Ich habe mir überlegt, ob wir nicht Teile seiner Erbanlagen in unsere einfügen können, sobald wir isoliert haben, welche Gene genau für seine gute Gesundheit verantwortlich sind. Und ich habe mich gefragt, ob der Fischkopf da draußen die gleichen Probleme hat wie wir. Scheinbar ist er auch kerngesund, bis auf den Umstand, dass er an ein Riesenfisch gekettet ist. Ich habe vor ihn einfangen zu lassen, oder zumindest ihm eine Blutprobe rauben zu lassen. Hat doch was oder? Ein beraubter Pirat´, grinste Pierre und kniff Oli in den Hintern.

Oliver Vallis de Souvagne
›Schräg? Unpassend? Das ist, was du von meinem Rat zur Rettung unseres, ach was sag ich, deines Volkes hältst. Gut, schön, mach was du willst. Mir kann das ja egal sein, wenn ihr alle aussterbt und am Ende nur noch wir übrig sind. Bis es so weit ist, sind wir beide ohnehin schon lange tot und unser Kind wird ein Bluthexer. Was also schert es mich? Genau so wenig wie den Umstand, dass du dich neuerdings für das Blut anderer Männer interessierst. Dein Gesicht möchte ich sehen, wenn ich verkünden würde, mich für irgendjemandes Sperma zu interessieren und es ihm zu rauben, um mir daraus Nachkommen zu schaffen, weil deins mir nicht gut genug ist.‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Was?!? Wie kommst Du denn darauf? Bei Ainuwar Oli, das habe ich doch nie behauptet oder hat Dein Interkom ein Wackelkontakt? Ich spreche für alle, nicht für mich! Ich habe nicht vor mit Max oder Fischkopf ein Kind zu zeugen! Sondern es ins Genom des Volkes einspleisen zu lassen, wenn das die Rettung ist. Bevor alle an tödlichen Wucherungen eingehen, da sie das Gegenstück zur Allheilung sind ja da suche ich nach Blut, von mir aus auch nach Sperma oder Rotze! Aber ich suche sie nicht für mich! Du hast Nerven Oli ehrlich. Manchmal frage ich mich, ob Du testen willst wie hoch mein Blutdruck steigen kann, ohne das ich platze. Alles über 180 ist ungesund "Schatz". Ja unser Sohn wird Bluthexer sein und eines zudem, ein Sohn. Was mich freut. Könntest Du Dich bitte beruhigen und mal davon ausgehen, das ich etwas ohne sexuellen Hintergrund tue? Ehrlich, was glaubst Du möchte ich im Taudis? Vergiss die Frage´, fiel Pierre ein.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver rollte genervt mit den Augen, als sein Mann ihn daran erinnerte, was er eigentlich im Taudis wollte, sagte aber nichts dazu. ›Wird unser Sohn der Kronerbe? In der Rangfolge stehe ich doch vor deinen Frauen als Mann, wenn ich nicht irgendwas falsch verstanden hatte. Könnte Auri für ihn zum Problem werden?‹

Pierre Agramant de Souvagne
`Nein meine Erstfrau gebar den Kronerben. Auri ist mein erster Sohn, somit ist er bereits Kronerbe. Unser Sohn wird zweiter in der Thronfolge. Ich kann und werde Auri nicht übergehen Oli, man mag mir vieles nachsagen, aber eines bin ich wie jeder de Souvagne - ein guter Vater. Was den Frauen fehlen mag, fehlt mir nicht. Das war bei uns irgendwie schon immer so, auch wenn die erste Arbeit die Ammen übernehmen, aber für das Gefühl und für die Liebe waren wir zuständig. Es mag auch Mütter gegeben haben, die sich kümmerten und liebten, aber normalerweise ist ihr Part ein Kind zu bekommen, die Ammen pflegen es, wir lieben und schützen es. Um es vereinfacht auszudrücken, denn viele Ammen lieben ihre Zöglinge ebenfalls. Unser Sohn wird das Privileg genießen von uns beiden geliebt zu werden. Er ist jünger als Auri, er steht hinter ihm. Akzeptiere das´, bat Pierre und kraulte ihm den Rücken. `Ich suche noch nach ihnen, aber aus einem anderen Grund. Ich behalte meine Pfoten und auch alles andere bei mir. Mein Wort drauf, ich betrüge Dich nicht mit Dot´, schwor Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
›Musst mich nicht anschnauzen, es war nur eine Frage‹, murrte Oliver, der heute besonders dünnhäutig war. Dann sagte er gar nichts mehr und schmollte für den Rest des Abstiegs.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte ihn verdutzt und zuckte mit den Schultern. `Ich habe Dich doch nicht angeschnauzt, sondern nur etwas erklärt. Och Oli´, sagte er versöhnlich und gab ihm sanft einen Kuss, ehe er im 25. Distrikt sich von seinen Mann löste und in eine Apotheke marschierte, die ehr den Namen Drogenabgrund verdiente. Kabir folgte dem Duc auf dem Fuße, mit der Waffe im Anschlag. Sicher war sicher.

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