Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Rote Spuren im weißen Schnee

Die Arashi sind ein Volk von Menschen, denen das harte Leben nicht den Sinn für Moral, Kunst und Schönheit zu nehmen vermochte. Viehzucht und Fischfang bilden die Lebensgrundlagen. Arashima ist zum Teil besetzt von den Frostalbischen Invasoren.
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Vokarit Kaltherz
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Re: Rote Spuren im weißen Schnee

#11

Beitrag von Vokarit Kaltherz » Fr 24. Mai 2019, 17:07

Der düstere Blick von Vokarit klarte etwas auf. Er nahm eine etwas entspanntere Haltung ein, jedoch weiterhin wachsam und bereit für einen etwaigen Angriff. "Mich nützlich machen...", murmelte der Alb und beobachtete die Szenerie. Er hatte sich scheinbar zu sehr daran gewöhnt mit "Herr" angesprochen zu werden. Die Stimme in seinem Kopf lachte schallend. "Jah! Aber unbedingt! Los, tu gefälligst auch mal was!". Vokarit kniff die Augen fest zusammen und atmete tief durch. <Ganz ruhig.>. Seine Gedanken kreisten umher. Was nun? Etwas weiter ausruhen, ja, das würde nicht schaden...ganz im Gegenteil sogar. Aber wie konnte er sich sicher sein, dass er nicht Opfer einer List werden würde? Die junge Frau war nicht von hier. Konnte er ihren Worten überhaupt Glauben schenken? "Hast dus bald?". Vokarit sog scharf Luft ein. "Kannst du nicht einmal still sein?". Die Norkara blickte kurz auf und bemerkte schnell, dass sie mit diesem Satz nicht gemeint sein konnte. "Wie könnte ich? Außerdem hast du immer noch kein Holz nachgelegt.". Vokarit schaute zu dem kleinen Haufen Holzscheite hinüber und ging darauf zu. Norgrim folgte Vokarits Bewegungen und der Alb meinte sogar einmal ein leises Knurren von dem Tier vernommen zu haben. Halbherzig nahm Vokarit einen der Scheite und legte ihn in das kleine Feuer.
"Was solls...", sagte er leise zu sich selbst und steckte nun auch seine Klinge weg. Dann sammelte der Alb schnell seine Ausrüstung zusammen und setzte sich auf die andere Seite des Feuers, direkt gegenüber von Kadlin auf den Boden. "Der große Vokarit Kaltherz befolgt Anweisungen einer kleinen Frau und traut dieser völlig fremden Person scheinbar auch noch?". Vokarit ignorierte die verhöhnenden Worte in seinem Kopf. Er saß einfach nur still und regungslos da, starrte durch die nun langsam größer werdenen Flammen Kadlin und ihren Begleiter an. Wieder flogen Gedanken, Fragen und Vermutungen durch seinen Kopf, doch ließ er sich nichts anmerken. Er dachte nach, schätzte ab, beobachtete. Dann unterbrach Vokarit plötzlich die eingekehrte Ruhe. "Ihr gebt vor in keinem Krieg zu kämpfen. Aber wenn es so ist wie ihr sagt, was führt euch dann hierher? Aussicht auf leicht verdientes Geld? Beute? Abenteuer?". Die eine Hand lag locker auf dem Schwertknauf, mit der anderen Hand massierte sich Vokarit nun den Schmerz aus dem seitlichen Halsmuskel. Er konnte noch nicht genau sagen was er von der fremden Frau halten sollte. Es schien als sei sie nicht von höherem Stand, eher so etwas wie eine einfache Jägerin. Ob sie seinen Rang erkannt hatte? Natürlich war es aufgrund seiner Ausrüstung schon fast offensichtlich, dass er kein einfacher Soldat sein konnte. "Du willst also wissen wer dich umbringt, falls es soweit kommt?". "Welchem Handwerk geht ihr nach?". Für Vokarit war klar, dass er handeln müsste sobald Worte wie Söldner oder Kopfgeld in der Antwort der Frau vorkamen.

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Sasuke Mokiri

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Re: Rote Spuren im weißen Schnee

#12

Beitrag von Sasuke Mokiri » Di 28. Mai 2019, 07:45

Eine Norkara, zweifelsohne. Der zweite Blick auf ihre Kleidung, der tierischen Begleiter und nun, da Sasuke wusste, worauf er hören musste, auch die Aussprache… Bei der Frau musste es sich um eine Norkara handeln, Kleidung und Ausrüstung nach aus einem der nördlichen Clans. Allerdings brachte ihn diese Erkenntnis nicht wirklich weiter. Immer wieder streiften Norkara durch Arashima, wenn meist auch eher in Küstennähe und nur in den allerwenigsten Fällen waren sie in den Befreiungskrieg verwickelt.
Die Information, die das auflodernde Feuer Sasuke über den Alben schenkte, war schon eher gewinnbringend. Dies war mitnichten ein einfacher Soldat, dies war ein Anführer. In den letzten Jahren hatte Sasuke zu viele albische Rüstungen gesehen, um die Besonderen darunter zu verkennen. <Wenn er ein Anführer ist, warum ist er alleine? Oder… ist er das?> Sasuke wagte nicht, sich zu rühren und lauschte angestrengt nach dem Gespräch am Feuer, ebenso wie in den Wald hinein. Ein offener Kampf mit dem Alben war an und für sich bereits riskant genug. Solange er nicht ausschließen konnte, dass dessen Truppe sich in der Nähe befand, war es reine Torheit. <Und die Frau? Auf wessen Seite würde sie stehen, wenn ich einen Angriff wage?>
Nein - es war keine Option, nicht im Augenblick. Er brauchte mehr Information.

Das Verhalten des Alben gab ihm Rätsel auf. Mit dem Kerl stimmte etwas nicht. Er schien verwirrt und uneins. … und er hatte die Frau nicht angerührt. Im Gegenteil: er erwählte offenbar ihre Gesellschaft in dem Lager, das er zuvor erobert hatte. Warum? Scheute er einen Kampf? War er geschwächt oder verletzt und brauchte Hilfe? Sasuke konnte keinen Anzeichen einer größeren Wunde erkennen, doch das mochte nichts heißen. Diese Alben waren zähe Wesen. Er hatte schon Krieger mit aufgerissenen Bäuchen weiter kämpfen sehen.
Langsam aber sicher fand die Kälte einen Weg zurück in Sasukes Stiefel. Zeit, sich für den nächsten Schritt zu entscheiden. Sein Blick fiel auf den Hund, der noch mit seiner Mahlzeit beschäftigt war. Wenn er sich zurückziehen wollte, dann jetzt, so gerne er das Gespräch am Feuer weiter verfolgt hatte. <Es ist zu früh. Ich kann mit keinem Alben gemütlich am Feuer sitzen und nachts, wenn ich schlafe, schlitzt er mir die Kehle durch.> Still wie ein Schatten trat Sasuke einen Schritt zurück, dann noch einen und noch einen. Er würde sich ein kaltes Nachtlager in ausreichend Entfernung einrichten und die beiden am nächsten Tag verfolgen. Die Norkara wirkte mitnichten schutzbedürftig, doch irgendetwas musste der Alb bezwecken. Sasuke sah sich in der Pflicht, dies herauszufinden.
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Re: Rote Spuren im weißen Schnee

#13

Beitrag von Kadlin » Do 30. Mai 2019, 09:47


D
er Alb verhielt sich weiterhin merkwürdig, doch Kadlin ließ sich nicht beirren. Sie atmete erleichtert aus, als der Krieger es ihr gleich tat und endlich seine Waffe weg steckte. Immer wieder murmelte er vor sich hin, sprach mit Geistern, die sie nicht sehen konnte. Doch als er endlich Feuerholz nachgelegt hatte und die Flammen an neuer Kraft gewannen, ließ er sich ihr gegenüber nieder. Die Jägerin war in der Zeit nicht untätig gewesen, sondern hatte den Hasen vorbereitet. Nun griff sie nach einem Stock und befreite ihn mit ihrem Messer von der Rinde, ehe sie das Wild darauf steckte und begann es über dem Feuer zu braten. Sofort breitete sich ein köstlicher Geruch aus und mit der Zeit tropfte das Fett hinab und zischte immer mal wieder in der Hitze der Flammen. Erneut begann Kadlins Magen fürchterlich laut zu knurren, sie hatte Hunger und das Wasser lief ihr bereits im Mund zusammen. Die Worte des Alben unterbrachen die Wartezeit und die Norkara blickte überrascht auf. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie zusammen am Feuer sitzen und sich unterhalten würden. Also räusperte sie leise, bevor sie auf seine Fragen antwortete: „Ich bin Jägerin und genau deswegen bin ich auch hier. Ich bin auf der Jagd nach etwas Großem… Wie ich schon sagte, der Krieg interessiert mich nicht, ich werde dieses gegenseitige Abschlachten nie verstehen können.“. Sie blickte den Alben durch das Feuer hindurch direkt in die kalten Augen und zeigte dann auf eine der Leichen, die unweit entfernt lag. „Ich weiß, was du getan hast. Was haben die Männer dir getan? Waren sie eine Gefahr für dein Leben? Für mich sieht es eher so aus, als wurden sie aus dem Hinterhalt heraus angegriffen und abgeschlachtet wie Vieh.“, konfrontierte sie ihr Gegenüber mit den Tatsachen.

W
ährend die Jägerin auf eine Antwort wartete, nahm sie das Wild vom Feuer und biss beherzt in das zarte Fleisch. Sie hatte einen Bärenhunger, der dringend gestillt werden musste. Zufrieden kauend lehnte Kadlin sich entspannt zurück. Ihr Anblick hatte etwas Wildes an sich. Die Narben im Gesicht glühten Rot ob der Kälte und in ihrem zerzausten Haar hatten sich einige Schneeflocken verfangen. Ihre Essgewohnheiten waren wirklich wenig Damenhaft, doch das interessierte die junge Frau herzlich wenig. Gerade wollte sie in die verbliebene Keule beißen, als sie plötzlich inne hielt. In ihrer Miene arbeitete es, sie schien über irgendetwas nach zu denken. Dann kam ein leises Seufzen über ihre Lippen. „Hast du Hunger?“, fragte sie mit einem Tonfall, der deutlich klar machte, dass sie selbst mit der Entscheidung die sie getroffen hatte, nicht ganz zufrieden war. Sie blickte den Alben fragend an und streckte ihm das köstliche Fleisch widerwillig entgegen. Sie sollte ihn wirklich freundlich stimmen, ihm keinen Grund liefern sie nicht doch noch anzugreifen. Für was auch immer sich der Fremde entschied, sie würde diese Nacht ganz gewiss keinen Schlaf finden. Vielleicht mochte sie etwas naiv und leichtsinnig sein, mit diesem Krieger das Lager zu teilen, doch für dumm ließ sie sich gewiss nicht verkaufen. Sie war noch jung und sie hing an ihrem Leben, es gab noch so viele Dinge, die sie erreichen wollte. Plötzlich etwas besorgt hielt sie nach Norgrim Ausschau. Der Hund hatte sein karges Mahl förmlich verschlungen, doch nun war er weit und breit nicht mehr zu sehen. Vielleicht hatte er beschlossen sich selbst noch einen Nachschlag zu erlegen, dieses Verhalten war nicht untypisch für den Rüden. Er würde bis zum Morgengrauen zu ihr zurück kehren, da war sich die Norkara ganz sicher.

S
ich zufrieden über die blutige Schnauze leckend lag Norgrim im tiefen Schnee. Das dichte, silbergraue Fell schützte ihn vor der eisigen Kälte der hereinbrechenden Nacht. Ein leises Knirschen im harschen Schnee ließ ihn plötzlich aufhorchen. Seine empfindlichen Ohren stellen sich aufmerksam auf und er streckte die Nase in den Wind um Witterung aufzunehmen. Da war doch jemand! Die klugen, eisblauen Augen blickten in die Dunkelheit des Waldes. Sollte er Alarm schlagen? Doch als die kaum hörbaren Geräusche sich entfernten, blickte er nur kurz zum Lager zurück und entschied sich dann, der Sache selbst auf den Grund zu gehen. Seine großen, kräftigen Pfoten versanken nur wenig im Schnee, als er sich aufrichtete um dem Geruch zu folgen. Der erfahrene Jäger brauchte nicht lange, um die Quelle der Geräusche auszumachen. Ein schwarzer Schatten in der Dunkelheit, dem Geruch zu Folge ein Mann. Der Rüde legte neugierig den Kopf schief und nahm dann eine lauernde Haltung ein. Dieser Mensch schien für seine Herrin keine direkte Gefahr zu sein. Er hatte sich nicht gezeigt, sich versteckt gehalten und sich wieder entfernt. Der Fremde hatte nichts Unrechtes getan, es gab keinen Grund ihn anzugreifen. Dennoch hatte Norgrim das Bedürfnis ihn im Auge zu behalten, nur um ganz sicher zu sein, dass er nicht in aller Heimlichkeit zurück kehren konnte. Es war seine Aufgabe Kadlin zu beschützen und er würde sie mit seinem Leben verteidigen. Die Menschenfrau war seine Familie, sie zwei zusammen bildeten ein Rudel. Er hatte sich ihr untergeordnet, denn sie war stark und wusste immer den richtigen Weg einzuschlagen. Er folgte ihr schon seit vielen Jahren, sie waren gute Gefährten geworden.

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Re: Rote Spuren im weißen Schnee

#14

Beitrag von Vokarit Kaltherz » Di 4. Jun 2019, 22:36

Vokarit ließ sich mit seiner Antwort Zeit. Schließlich zuckte sein linker Mundwinkel leicht nach oben, dann folgte er dem suchenden Blick der Norkara. Der Hund war verschwunden. Mit einer knappen Handbewegung, schon fast eher beiläufig lehnte Vokarit das ihm angebotene Fleisch ab. Dann sprach er plötzlich mit seltsamer, schon fast tonloser Stimme:"Ihr weisst nicht, was ich getan habe.". Trotz der Wärme des Feuers lag auch eine Eiseskälte auf den ruhigen Worten des Alben. Er saß aufrecht da, legte den Kopf leicht schief und seine Augen verengten sich. "Wie kann sie es nur wagen?!". "In einem Krieg ist jeder Feind eine Gefahr für das eigene Leben.". Nun schaute Vokarit verächtlich zu dem toten Körper, dann zuckte seine Aufmerksamkeit abrupt wieder zurück auf die Jägerin. "Glaubt mir.", sagte er dann und schüttelte langsam den Kopf. "Hinterhalt...abgeschlachtet wie Vieh.". Er wiederholte Kadlins Worte quälend langsam und mit düsterem Unterton. Vor Vokarits innerem Auge spielten sich Szenen der Vergangenheit ab. Bilder tanzten in seinem Kopf umher. Bilder seiner toten Kameraden. Bilder derer, die einen dieser feigen Angriffe der Rebellen irgendwie überstanden hatten. Bilder von sterbenden Alben. Wut hatte sich in seinen Gedärmen entzündet und nagte an ihm. "Der nächste Krug geht auf sie! Auf all die gefallenen Kameraden!". Vokarit griff sich an den Gürtel, doch seine Finger tasteten ins Leere. <Natürlich...>. Er erinnerte sich an das Fehlen seines geliebten Weinschlauches und ließ die Hand schließlich auf seinem Knie ruhen. "Letztendlich...", Vokarit versuchte die Bilder in seinem Kopf wie eine Fliege zu verscheuchen. "Letztendlich hat das alles nichts zu sagen. Krieg hält sich an keine Regeln und am Ende sind es alles Schergen, die ihr Leben für ihre Herren hergeben. Zahlen auf Papier, wenn überhaupt.". Natürlich hatte Vokarit kaum jemanden von seiner kleinen Streitmacht gekannt. Sie waren alle nur seine Werkzeuge, abgesehen von seinem Bannerträger und vielleicht sogar dem ein oder anderen höheren Offizier. Verluste schmerzten eher aufgrund der fehlenden Klinge in den Reihen. "Aber vielleicht habt Ihr ja wirklich Recht.". "Was?!". "Es kann gut sein, dass Ihr dieses gegenseitige Abschlachten nie verstehen werdet.". Vokarit erhob sich langsam, zuckte knapp mit den Schultern und ging ein paar Schritte auf und ab. "Wie jagt Ihr eure Beute? Ich nehme an damit?". Er nickte in Richtung Kadlins Speer. "Legt Ihr Fallen? Große Fallen für das, wonach auch immer ihr sucht?". Vokarit stellte noch ein paar weitere Fragen, die jedoch nicht Kadlin als Person sondern eher ihrer Profession galten. Falls sie es sich doch anders überlegen und Jagd auf ihn machen sollte wäre die ein oder andere Information sicherlich hilfreich. Langsam wich nun auch wieder der Schatten aus Vokarits Blick und seine Stimme klang wieder etwas weniger bedrohlich.

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Sasuke Mokiri

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Re: Rote Spuren im weißen Schnee

#15

Beitrag von Sasuke Mokiri » Di 18. Jun 2019, 19:17

In was er für eine sichere Entfernung hielt, löste Sasuke seinen Beutel und breitete die Decke auf einem notdürftig vom Schnee befreiten Flecken Erde aus. Anschließend hing er seine Vorräte an einen Ast, um keine ungebetenen Gäste anzulocken. Nur eine Hand voll Pilze und zwei der bitteren Wurzelknollen behielt er sich für ein karges Abendbrot. Er versuchte nicht an den gebratenen Hasen zu denken, den die Norkara gerade verspeiste. Beim Essen ließ er die Gedanken schweifen. Beide, sowohl die Norkara als auch der Alb, waren ziemlich tief in Rebellenland vorgedrungen, wenn auch aus unterschiedlichen Richtungen. In keinem Fall mochte dies einen tieferen Grund haben, trotzdem war es augenscheinlich. Wenn nur ein wenig mehr von der Unterhaltung der beiden zu Sasuke durchgedrungen wäre! Möglicherweise bot sich morgen eine Möglichkeit, näher heran zu kommen, wenn sie denn weiterhin in Gesellschaft blieben. Natürlich durfte er auch den Hund nicht vergessen. Ein falscher Tritt, einmal eine schlechte Windrichtung und das Tier wüsste sofort um seine Anwesenheit. Ein Wunder eigentlich, dass er ihn nicht jetzt schon entdeckt hatte. Sasuke schob es auf die Ablenkung durch frisches Hasenfleisch, fragte sich aber, ob er damit nicht nur versuchte, sich selbst zu beruhigen. Ganz unwillkürlich suchten seine Augen die Umgebung ab, lauschten seine Ohren nach einem Hecheln oder Knurren und tastete seine Nase nach einem fremden Geruch. Doch da war nichts, nur das Rauschen der fernen Baumwipfel, das Knacken der Äste unter der Schneelast und die tiefer werdende Stille der hereinbrechenden Nacht.
Ein schwacher Körper schwächt die Seele

Jean-Jaques Rousseau

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