Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Asa Karane Kapitel 01 - Der Bote

In der Vergangenheit war die Insel der Gefangenen ein Schauplatz von erbitterten Magierkriegen, die das Land und die Menschen aufzehrten. Übrig blieb das, als was man Asa Karane heute kennt.
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Dunwolf von Hohenfelde
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Asa Karane Kapitel 01 - Der Bote

#1

Beitrag von Dunwolf von Hohenfelde » So 6. Okt 2019, 05:52

Asa Karane Kapitel 01 - Der Bote


Mit donnerndem Tosen brach sich die Sturmfront an der gewaltigen Feste von Hohenfelde. Im Thronsaal flackerte die magische Beleuchtung und warf tanzende Schatten an die dunklen Wände. Blass, bleich, mit der Aura magischer Allmacht saß Fürst Indutiomarus von Hohenfelde auf seinem Thron.

Der Mann, dessen Alter nicht abzuschätzen war, hob kurz die Hand, um die Domestiken und Sklaven fortzuschicken. Die Tänzerinnen und Tänzer unterbrachen ihre Vorführung und zogen sich zurück. Ebenso die Diener, Lustknaben und Gespielinnen.

Sein Heer von Gefolgsleuten, bestehend aus Familienangehörigen und Günstlingen säumte nun den Weg zum Thron, wie eine finstere Ehrengarde. Die Garde selbst bestand aus ausgewählten Kampfmagiern und dem Düsterlingsrudel der Schatten, jene Wesen des Abgrund die seit einer Ewigkeit das Vertrauen der Hohenfeldes genossen.

Die krallenbewehrte Hand von Indutiomarus lag auf dem Kopf seines gewaltigen Hundes. Das kolossale Tier ruhte neben dem Thron seines Herrn. Seine drei Söhne standen etwas unterhalb des Throns und schauten genau wie ihr Vater in Richtung Tür. Einer der Düsterlinge hing regelrecht am Thron und starrte ebenfalls mit grimmiger Miene in die gleiche Richtung.

Die Abätze des Boten schlugen auf den steinernen Boden, während er ein Spießrutenlauf tödlicher Blicke bis zum Thron erdulden musste.

Die stahlblauen Augen des Fürsten taxierten den Neuankömmling.

"Der Bote des Hauses von Kuttenthal, Gesandter von Zunge Ciprianus von Unterstett - Philipp von Trockenhoffen, erbittet Euer Gehör Großmeister", verkündete Bertrand von Ahrenmark die Zunge des Hauses von Hohenfelde.

Der Fürst zuckte kurz mit drei Fingern und Bertrand verneigt sich tief vor seinem Herrn.

"Der Großmeister erlaubt es Euch vorzutreten Gesandter", sagte der Mann und deutete an, genau dies zu tun.

Philipp von Trockenhoffen trat bis vor den Thron, verneigte sich tief und ging auf die Knie. Die Blicke vieler Anwesenden folgten dem Boten wie Raubvögel, andere hingegen behielten gespannt den Fürsten im Auge.

Mit unbewegter Miene saß Indutiomarus von Hohenfelde auf dem Thron. Absolute Stille senkte sich über den Saal, als der Großmeister der Hohenfelde minimal sein Haupt senkte und ihm eine Strähne nachtschwarzen Haars über die Schulter fiel. Im Dämmerlicht des Thronsaal hatte es fast den Anschein, als bestünde das Haar des Fürsten aus lebende Schatten.

"Es braucht schon einiges an Schneid oder Schwachsinn um die Feste Hohenfelde ohne Einladung zu betreten. Entzückt mich mit Eurer Botschaft", befahl Indutiomarus unberührt.

"Ciprianus von Unterstett Zunge von Fürst Wolckel von Kuttenthal sendet Euch seine ehrerbietigsten Grüße Fürstlicher Großmeister von Hohenfelde. Von Unterstett beruft sich auf unsere Allianz im Namen seines Herrn an. Die Kaltenburger haben erneut die Grenze missachtet. Von Unterstett schlägt eine gemeinsame Vorgehensweise im Namen seines Herrn vor. Vereint wäre Kaltenburg nicht länger eine Bedrohung. Wir würden die Landstreitkräfte bilden, Ihr würdet uns mit Euren Flugstreitkräften unterstützten. Kaltenburg würde den kommenden Winter nicht mehr sehen. Die Beute würden wir gerecht aufteilen, wir würden Euch die Sklaven, Frauen und Überlebenden komplett überlassen uns liegt allein an den Ländereien", erklärte von Trockenhoffen respektvoll.

"Kaltenburg... hm? Das Angebot hinkt...
Er, die Zunge, beruft sich auf unsere Allianz?
Na schau mal einer an...

Unterstett sollte inzwischen wissen... dass sich Allianzen unter Großhexern oft im... Fluss befinden...
Seine und Wolckels Absicht... sofern sie übereinstimmen... passen durchaus zu den meinen...

Falls ich eine Unterstützung in Erwägung ziehe, sieht mein Preis wie folgt aus...
Sämtliches bewegliches Vermögen, auch magisch bewegliches Vermögen....
Dazu zählen alle Bücher... alle Forschungen... alles... ALLES Zunge...
Die Frauen, die Sklaven, die Überlebenden... sind Beiwerk....

Kommen wir zum Gastgeschenk...
Du wirst doch nicht mit leeren Händen gekommen sein....", hakte der Großmagier nach.

"Natürlich nicht Eure Hoheit", antwortete von Trockenhoffen respektvoll.
"Natürlich nicht...", grinste Indutiomarus sein blutleeres Raubtiergrinsen.


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Leopoldius von Hohenfelde
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Re: Asa Karane Kapitel 01 - Der Bote

#2

Beitrag von Leopoldius von Hohenfelde » Fr 11. Okt 2019, 19:48

Im Gefolge des Fürsten befand sich auch dessen zweitgeborener Sohn.

Leopoldius war, wie die meisten Anwesenden, vollständig in Schwarz gehüllt. Silbernen Borten zierten seinen eleganten Mantel, unter dem auf nackter Brust ein Amulett ruhte. Dieses Artefakt war der Grund dafür, warum Leopoldius kein Oberteil trug. Es sollte auf blanker Haut und für jeden Sichtbar über seinem Herzen ruhen. Man konnte sich denken, dass es von entsprechender magischer Macht war, wenngleich kaum jemand seine wahren Fähigkeiten einzuordnen wusste. Die eisblauen Augen seines Trägers bildeten einen leuchtenden Kontrast zu dem Dunkel seiner Gewandung. Volles schwarzes Haar fiel über seine Schultern, als wäre es das zugehörige Ornat. Zu den Stiefeln des Mannes lag sein dürres Schoßündchen, ein nacktes, langbeiniges Tier mit riesigen Krallenpfoten, das mit seinen spitzen Ohren an einen Goblin erinnerte und genau so unfreundlich war:

Hündchen

Stehend ragte diese langbeinige Kreatur ihm bis zur Hüfte, wog aber nur etwa fünfunddreißig Kilo. Sie war in der Lage, einen Mann im Alleingang zu Fall zu bringen und zu zerfleischen. Für den Bestand seiner Familie war dieses groteske Tier allerdings winzig. Es war eine Missgeburt, die Leopoldius' Gefallen gefunden hatte. Die Elterntiere waren völlig normale Hohenfelde-Hunde mit Fell und ansprechender Gestalt.

Insgesamt war Leopoldius trotz seiner elgeganten Erscheinung unter seinesgleichen keineswegs auffällig. Optisch wie charakterlich waren die Hohenfeldes aufgrund der Reinblütigkeit ihrer Linie einander sehr ähnlich. Alle Hohenfeldes waren gertenschlank bis hin zur Magerkeit. Eingefallene Wangen galten bei ihnen ebenso als Schönheitsideal wie eine knochige Brust. Die Verkörperung dieses Ideals saß in Gestalt seines Vaters auf dem Thron. Finster, feindselig blickte Indutiomarus auf den Boten hinab.

Auch der Blick seines zweitgeborenen Sohne ruhte auf dem Mann. Auf das Geschenk, um seinen Vater gewogen zu stimmen, war Leopoldius gespannt. Wenn es dem Fürsten nicht genügte, würde das Ansinnen der Kuttenthal-Zunge bereits heute sein Ende finden, zusammen mit ihrem Boten.

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